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Nick Igel in Japan! Oder auch: Schlitzohr trifft Schlitzaugen! Einmal den gemeinen Japaner in seinem nat�rlichen Habitat beobachten. Vielleicht gar herausfinden, wie der Japaner eigentlich wirklich ausschaut, wenn er mal keine Kamera vor dem Gesicht hat. Kann man sich fast vorstellen, wie Heinz Sielmann das anmoderiert: Verehrte Zuseher, nun bitte ich Sie um Ihre Aufmerksamkeit f�r Aufnahmen von besonderem Seltenheitswert. Dem Kamerateam von Nick Igel ist es erstmals gelungen, eines der scheuen Japanerm�nnchen ohne seine �bliche Leica-Tarnung zu filmen.
Pustekuchen, Satz mit X, nixda. In Japan war Kirschbl�te. Das ist dort mindestens ein so hoher Feiertag wie bei uns Weihnachten (oder Sperrm�ll f�r die zunehmende Population t�rkischer und polnischer Zuwanderer). Und dann steht der Japaner wie ein Kleinkind mit offenem Mund und durchgeladener Kodak am Schlitzauge vor einer prunus avium oder einer prunus cerasus und knipst bis der Arzt kommt. Das ist der Yoko-hammer! Ich frage mich ja schon, was die Kameraden mit all den Fotos machen. Wird das archiviert? In gro�en Alben? Kischbl�te 2006, Kirschbl�te 2007 etc.? Und wie h�lt man die einzelnen Jahre auseinander? Ist das wie beim Wein, wo es Experten gibt, die den Jahrgang sofort erkennen? R�tsel �ber R�tsel! |
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Sehr gut zurecht gekommen bin ich dagegen mit den japanischen Schriftzeichen. Der Rheinl�nder kennt �hnliches aus der K�ppers K�lsch Pinte. Von den Strichen und Kreuzen, die der Kellner kalligraphisch auf dem Bierdeckel vermerkt. Als Leistungsnachweis f�r den Wirkungstrinker. Lange Zeit nicht zu entschl�sseln, bis Louis-Napoleon auf einem Feldzug in die Voreifel den sogenannten Bierdeckel von Rosette fand. Dann wurde klar, dass es sich bei den Schriftzeichen um eine Huldigung an den Gott Sion handelt, der bis zum Auszug der soge-nannten Sionisten von der sch�l Sick ins gelobte Land, wo Milch und honigs��er Riesling in Str�men flie�en...
Aber das ist eine andere Geschichte. Hier soll ja vom gemeinen Japaner berichtet werden. Und von den R�tseln, die er mir immer wieder aufgibt. Man kann zwar versuchen, sich das �ber Parallelen aus dem rheinischen Brauchtum zu erschlie�en. Hilft aber irgendwie alles nix. Wie soll man das einordnen, wenn zwei Typen sich erst vornehm und h�flich voreinander verbeugen und sich dann verbissen um den letzten Platz in der U-Bahn pr�geln. Wie ein Land begreifen, in dem die Menschen auf so beengtem Raum leben m�ssen, dass Amoklaufen zur Trendsportart geworden ist? Nun ja, wenn man die Japaner von heute schon nicht versteht, dann kann man wenigstens die Tempel und Schreine der Japaner von gestern bestaunen, herrliche Bauwerke, die speziell rund um Kyoto gleich zu Hunderten die Landschaft zieren. Und so taucht man tief in die Kultur des alten Nippon ein. In die Zeit, da noch die Shogune herrschten, man auf Schritt und Tritt auf Kaiserpal�ste stie� und die Zeit auch in Japan noch nicht schneller lief als der Zeiger an der Uhr. Der alte Palast in Kyoto ist so ein Memento. Ehrw�rdig, mit milimetergenau zugeschnittenen B�umen und geometrisch geharktem Kies ringsum. ZEN oder so. Ruhe, innere Einkehr beim Lustwandeln durch den Landschaftsgarten. Bis ich um die Ecke biege und das Schild sehe: "Le Beaujolais est arrive - Georges Duboeuf". Und da haut sich der Japaner mitten im Palastgarten am hellichten Tag mit Macht einen auf die Glocke. Ausgerechnet mit der Pl�rre von Duboeuf. Ein Fuji-jammer! Zum Gl�ck kann der Japaner am Wein ja nur Nippon, weil er den Alkohol nicht vertr�gt. Nicht alle Japaner wissen das. Und so wurden bei einigen die Laufwege nach dem dritten Glas Beaujolais �hnlich verschn�rkelt wie die Ornamente am Tempel nebenan. |
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