Nick Igel in Afghanistan
Mit der Bundeswehr auf dem Friedhof in Kunduz
Kaum gibt die Bundeswehr in Afghanistan mal eine etwas moderne Variante des Hamlet, schon heult daheim wieder die Betroffenheitsorgel als g�be es kein Morgen. Totensch�del haben die tats�chlich angefasst, die von Berufs wegen eigentlich sogar darauf trainiert worden sind, im Notfall Totensch�del �berhaupt erst herzustellen. Isses denn zu glauben?! Die BL�D-Zeitung schie�t gleich einmal mit der dicken Moralinkanone auf die Spatzenhirne unserer Soldaten und haut m�chtig auf den Putz, wie man bei der Bundeswehr ja die Berufskleidung nennt. Das Blatt erf�llt auch brav seinen Informationsauftrag und zeigt nicht nur alle Fotos, sondern entr�stet sich auch �ber die Truppe, auch wenn das Entr�sten �ber die r�stigen Aufr�ster irgendwie paradox erscheinen mag.

So dass das Blatt seine moralischen Anspr�che nicht mehr nur in den �blichen Tittenm�dchen (B-R�sten) und Puffinseraten dokumentiert, sondern endlich auch im redaktionellen Teil, wo die Menschenw�rde mindestens so hoch gehalten wird, wie die schimmligen Knochen bei Kabul. Das dr�ngt sogar f�r eine Weile die detailgetreuen Berichte �ber die fachgerechte K�hlschranklagerung von Kinderleichen in den Hintergrund, mit denen BL�D sonst gerne dazu beitr�gt, die Menschen �ber die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Gemeinwesens auf dem Laufenden zu halten und sie zur verantwortlichen Wahlentscheidung beim n�chsten Urnengang zu bef�higen.

Wobei sich beim Thema Urnengang ja der Kreis zu den Leichen irgendwie wieder zu schlie�en scheint.
Manchmal frage ich mich, wer eigentlich die Ma�st�be festgelegt hat, aus denen sich ergibt, dass die j�ngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse �ber die drohende Klimakatastrophe h�chstens audiovisuelle Fu�notentauglichkeit haben d�rfen, w�hrend wieder einmal die komplette Hundertschaft der Betroffenheitsnutten unbegrenzte Sendezeit erh�lt, um das im Raum-Zeit-Kontinuum betrachtete ebenso belang- wie geschmacklose Ablichten von Gebeinen heuchlerisch auszuschlachten. Obwohl, Ausschlachten ist an dieser Stelle vielleicht ein etwas unpassendes Wort? Vielleicht sagen wir eher, die Soldaten haben ein wenig den Kopf verloren. Obwohl, kopflos waren ja nun eher die betroffenen Afghanen, das passt auch nicht.

Was soll�s, Nick Igel war in Kunduz mit dabei und hat die deutsche Fahne hoch gehalten, siehe oben. 
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