WEIBLICHER ORGASMUS GENETISCH?
Sexleben von Zwillingen verglichen �
Forscher behaupten: gesellschaftliche Einfl�sse haben kaum Auswirkung
aufgelesen von Dario Lindes
Nach Ansicht britischer Forscher bestimmen �ber den Orgasmus einer Frau auch ihre Gene. Orgasmusschwierigkeiten seien zu einem Drittel bis knapp zur H�lfte Veranlagung, so eine britische Studie, in deren Rahmen Zwillinge untersucht wurden. "Gesellschaftliche Einfl�sse wie Familie, Religion und fr�he Erziehung h�tten dagegen kaum Auswirkungen", schreiben Kate Dunn von der Universit�t Keele und Kollegen in den "Biology Letters" (Juni-Ausgabe) der Londoner Royal Society. Die Studie zeige erstmals eine genetische Basis f�r die Orgasmusf�higkeit von Frauen.
3.000 Zwillinge befragt: Trotz der H�ufigkeit von Orgasmusschwierigkeiten bei Frauen sind die Ursachen daf�r kaum erforscht. Dunn und Kollegen sammelten die Antworten von fast 3.000 ein- und zweieiigen weiblichen Zwillingen zwischen 19 und 83 Jahren. Jede dritte Frau gab an, beim Geschlechtsverkehr selten oder nie einen Orgasmus zu erreichen, bei der Selbstbefriedigung war es jede f�nfte. Beim Masturbieren kommen demnach mehr Frauen zum H�hepunkt als mit einem Partner.
Mehr �bereinstimmung bei eineiigen Zwillingen: Die Antworten eineiiger Zwillinge - sie haben die identische DNA - stimmten dabei st�rker �berein als diejenigen zweieiiger, was auf einen klaren genetischen Einfluss hinweist, schreiben die Forscher.
Kritik an soziokulturellen Modellen: Bisher seien Unterschiede in den weiblichen Sexualfunktionen vor allem kulturellen, religi�sen und psychischen Faktoren zugeschrieben worden, betonen die Forscher. Noch keine Studie habe zuvor jedoch die Familiengeschichte oder genetischen Einfl�sse untersucht. Umgekehrt gibt es seit Jahren den Trend, Verhaltensph�nomene als genetisch bedingt zu erkl�ren.
Hormontherapie gegen Orgasmusprobleme? Tim Spector, einer der Autoren der Studie, betonte gegen�ber BBC jedoch, dass es Jahre dauern wird, bis das f�r die Orgasmusprobleme verantwortliche Gen identifiziert sei. Es gebe hunderte M�glichkeiten.
Gyn�kologin: "Viele Faktoren im Spiel" Die britische Gyn�kologin Margaret Rees warnte gegen�ber BBC jedoch vor einer zu einfachen Sichtweise. Es seien viele Faktoren f�r weibliche Dysfunktion verantwortlich. Rees kann sich daher nicht vorstellen, dass k�nftig ein einzelnes Medikament oder eine Hormontherapie Orgasmusprobleme l�sen k�nnen wird. Quelle: http://news.bbc.co.uk/1/hi/health/4616899.stm http://www.orf.at/050608-87832/index.html Kommentar von Dario Lindes: Und schon wieder mal beim Mediensurfen �ber eine neue, skurrile Meldung �ber den weiblichen Orgasmus gestolpert (siehe Link > Bukumatula 4/2004 < ) die mich nicht schlecht staunen lie�. Was will uns diese Nachricht sagen? Dass jegliche K�rper- und andere Therapie f�r sexuelle Probleme eigentlich umsonst ist? Wilhelm Reich hatte ja seine urspr�ngliche Vegetotherapie (aus der Psychoanalyse heraus) gerade anhand von bzw. f�r orgastische Minderfunktionen geschaffen � die Methodik dargelegt in seinem meisterhaften Werk "Die Funktion des Orgasmus". Sein Beitrag war wohl ein Quantensprung in der Diagnostik und Behandlung von sexuellen St�rungen, und sein Ansatz lebt ja auch heute noch weiter und funktioniert auch. Es darf nicht geleugnet werden, dass die Hauptgr�nde f�r (weibl.) Orgasmusst�rungen haupts�chlich intrapsychischer Natur sind. Die Ursachen, die die Lust verhindern, sind fast immer tiefenpsychologische. Verpanzerungen (k�rperliche wie seelische), K�rperverspannungen, mangelnde K�rperkontrolle und K�rperbewusstsein, sich nicht fallen-lassen-k�nnen, mangelnde Hingabef�higkeit � mit einem Wort: Angst. Schon Wilhelm Reich zeigte in seinen Arbeiten, dass Angst das Gegenteil von Lust ist. Und dagegen l�sst sich � und das habe ich ja auch immer wieder in meinen Beziehungen praktisch erlebt und sehr gut angewandt � sehr wohl mit K�rperarbeit etwas machen. Zugang sind die basalen K�rpertechniken: K�rpersp�ren, Tiefatmung, Entspannung der Gliedma�en � f�r mich war es immer wieder ersch�tternd zu erleben, wie wenige Menschen (auch Frauen) es gibt, die ihre 4 Gliedma�en v�llig entspannt und locker lassen k�nnen; kein Wunder, dass das sexuell blockierend wirkt � Beckenbodenarbeit (Perineum: musculus pubococcygeus, rectum sphinkter), daraus folgernd nat�rlich auch die Besch�ftigung mit der eigenen Psyche, dem eigenen Seelenleben: wo halte ich fest, wo halten mich psychische Fussangeln (falsche Gedanken, Glaubenss�tze, Images) zur�ck, von meinem Gl�ck ab. Das ist nat�rlich ein langer, oft steiniger Weg. Eine Gentherapie mit schnellen Tabletten zum Runterschlucken - ein Viagra f�r die Frau - klingt nat�rlich verlockend, wird aber meines Erachtens kein erfolgreicher Weg sein, die k�rperorientierte Psychotherapie in diesem Problemfeld ad�quat zu ersetzen. So bleibt f�r uns Reichianer einzig die Aufgabe, weiterhin auf diesen psycho-physiologischen Hintergrund aufmerksam zu machen, unseren geistigen Denkansatz der Allgemeinbev�lkerung wieder mehr in Erinnerung zu rufen und in der �ffentlichkeit zu propagieren, als Alternative zum pharmazeutischen Pillendrehen. Wir sollten die Erforschung der (orgasmusorientierten) Sexualit�t, die ja einmal eine Urdom�ne von uns Reichianern war, wieder f�r uns als Bastion zur�ckgewinnen, und uns nicht blo� in abgehobenen esoterischen Energie-Spintisiereien verlieren.