Freiherren von Winzeln?

Vom Winzelnhof ist bereits in den Kapiteln �Das 19. Jahrhundert, zweiter Teil� und �Von Bahn und Post� kurz die Rede gewesen. Hingegen hat man bis heute noch keinen sicheren Hinweis auf das Bestehen einer frühern Burgstelle auf Winzeln gefunden. Dafür sind in alten Dokumenten die nachstehenden Freiherren, ja sogar ein Ritter von Winzeln genannt:

Am 31. Oktober 1248 erscheint ein �Hugo de Winzelun� im Zusammenhang mit einem Erblehen zu Waltikon und einer Schuppose mit Zehnten zu Egg. Auch ein �Ulrich von Winzeln, Ritter� ist einmal genannt. Und unterm 20. Dezember 1295 finde ich folgende Notiz:

�Peter von Winzeln (Petrus de Winzelon), Bürger von Waldshut, verkauft mit Willen seines Sohnes Peter und seiner Kinder, seinen Leibeigenen Konrad Sohn Ulrichs von Vogelsang um 5 Pfund dem Deutschordenshaus Beuggen.�

Unter dem 6. Dezember 1313 erscheint nochmals ein �Peter von Wentzeln im Wehnthal�, freiherrlichen Geschlechts, eventuell der obgenannte Sohn?

Dass unter den Zeugen des Dokumentes von 1295 einer �Konrad von Wiach� heisst, lässt gern darauf deuten, dass es unsere Winzeln angeht. Allerdings besteht auch im württembergischen Oberamt Oberndorf eine Ortschaft namens Winzeln, ebenso in der Pfalz, unweit der Stadt Pirmasens. So könnte dieses Freiherrengeschlecht seinen Namen von einem dieser letzteren Orte abgeleitet haben. Deshalb wagte ich es nicht, diesen, wie auch nachstehenden Abschnitt im Hauptteil unterzubringen, sondern verweise ihn vorsichtshalber in den Anhang.

Und nun dieser �Konrad von Wiach�, der zweimal als Zeuge auftritt, eben im vorgenannten Schriftstück von 1295 und vorher schon einmal am 24. September 1276 in einer Urkunde des Johanniterhauses Leuggern. Also nochmals ein hiesiges Freiherrengeschlecht? Wohl kaum, denn im Mittelalter war es öfters Brauch, als Zeugen bei urkundlichen Handlungen neben wirklichen Adeligen zuweilen auch einen angesehenen, reichen Bauern heranzuziehen. Stolz darauf, eines solch �höheren Dienstes� gewürdigt zu sein, setzten diese dann gerne das adelige Wörtchen �von� vor ihre Unterschrift. Ähnlich mögen die heute noch ziemlich verbreiteten Familiennamen von Rüti, von Allmen, von Tobel (Vontobel) und andere entstanden sein. Endlich erwähne ich der Kuriosität halber auch noch einen �Hans Wyacher, allter vogt zue Oberlouchringen, by den 70 jarn allt�, der als Zeuge um 1509 in einem Zehntenstreit zu Stetten auftrat.

 

Hosted by www.Geocities.ws

1