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12. Klass-Jahresarbeit von Lukas Weidauer: Nachhaltige Energieversorgung

4. 3 Potenziale der Energieeinsparung

Aber auch in Deutschland besteht noch ein erhebliches Potenzial der Energieeinsparung. So geht die Deutsche Energie Agentur davon aus, dass technisch gesehen sich 50 Prozent unseres gegenwärtigen Primärenergieverbrauchs wegsparen lassen - ohne Verzicht. Wirtschaftlich lassen sich bei den gegenwärtigen Preisen rund 30 Prozent vermeiden.(70) Technische Einsparung heißt, ohne verändertes Verhalten der Verbraucher.


Abbildung 4.1: Die Deutsche Energieagentur geht von ei-nem Einsparpotenzial in Deutschland von 20 Prozent im Verkehr, 35 Prozent im Haushalt, 20 Prozent in der Industrie und 20 Prozent im Gewerbe/Handel/Dienstleistung allein durch technische Veränderungen aus.

Ungefähr 30 bis 50 Prozent des Stroms werden in den Industristaaten für den Betrieb von Haushalts- und Kleingeräten im Privat- und Dienstleistungssektor verbraucht.(71) Nachfolgende Tabelle beleuchtet die Einsparmöglichkeiten in privaten Haushalten etwas genauer. So lässt sich bei zahlreichen Elektrogeräten durch einfache technische Verbesserungen sehr viel Energie einsparen. Zum Beispiel bei einem Kühlschrank etwa 70 Prozent. Durch die sehr billigen Energiepreise von 1950 bis 1975 wurde zum Beispiel kaum Acht auf eine gute Isolierung gelegt.

Technisches Einsparpotenzial bei Haushaltsgeräten
Tabelle 4.2: Technisches Einsparpotenzial bei Haushaltsgeräten

Erheblich sind auch die Mengen an Energie, die für die Herstellung von Haushaltsgeräten benötigt werden. Man spricht von der sogenannten "grauen Energie" Man ahnt gar nicht, das zum Beispiel ein Kühlschrank mit dreimal so viel Energie hergestellt wird, wie er selbst in einem ganzen Jahr verbraucht.

Energieaufwand für Herstellung und Betrieb von Haushaltsgeräten
Tabelle 4.3: Energieaufwand für Herstellung und Betrieb von Haushaltsgeräten

Und ein weiteres Gebiet, wo enorme Energieeinsparpotenziale liegen, das ist der Stand-by Verbrauch von Geräten. Die Verluste in Haushalt und Büro belaufen sich in Deutschland jährlich auf etwa 20,5 Mrd. kWh. (Zum Vergleich: 1997 produzierten die Atomkraftwerke Obrigheim, Stade, Biblis Block A, und Brunsbüttel zusammen 20,8 Mrd. kWh.(72) ) Geräte aus der Unterhaltungselektronik, die mit einer Fernbedienung ausgerüstet sind, brauchen zum großen Teil auch dann Strom, wenn sie ausgeschaltet sind, um in Empfangsbereitschaft für die Fernbedienung zu bleiben. Dieser Zustand wird als Standby-Zustand bezeichnet. Die Geräte weisen etwa folgende An-schlußleistungen und Stromverbräuche im Stand-by und im Betrieb auf:



(70) Die Zeit, Wege aus dem Energie-Irsinn, 31/2001. (Interview mit Stephan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen-Energie-Agentur (Dena), die im Herbst 2000 auf Initiative der Minister Werner Müller und Jürgen Trittin gegründet wurde. Die Dena soll für schonenden Umgang mit Energie sorgen.)
(71) Siehe Grundlegend dazu: E.-U. von Weizsäcker, Amory B. und L. Hunter Lovins, Faktor Vier. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch, München 1997, S. 64ff.
(72) Aus: Der Spiegel, Nächtliches Glimmen, 22.02.1999, S. 244ff.


© Lukas Weidauer | www.lukasweidauer.de.vu | [email protected]
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