12. Klass-Jahresarbeit von Lukas Weidauer: Nachhaltige EnergieversorgungVorwort"Die Kreativität, die Ideale und der Mut der Jugend der Welt sollen mobilisiert werden, um eine weltweite Partnerschaft zu schaffen und so eine nachhaltige Entwicklung und eine bessere Zukunft für alle zu sichern."(1)Grundsatz 21 der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung (Rio-Deklaration) Das 21. Jahrhundert wird uns vor schwerwiegende Probleme stellen. Die Weltbevölkerung wird von Mitte 2001 bis zum Jahr 2050 voraussichtlich um 50 Prozent wachsen: von 6,1 Milliarden auf 9,3 Milliarden Menschen. Das größte Bevölkerungswachstum findet in den Entwicklungsländern statt, vor allem in Indien, China, Pakistan, Nigeria, Bangladesch und Indonesien. 2050 wird in den Entwicklungsländern 85 Prozent der Weltbevölkerung leben. Die Bevölkerung in den Industrieländern wird bei rund 1,2 Milliarden Menschen verharren.(2) Die Globalisierung hat ohne Zweifel den weltweiten Wohlstand auf der Grundlage eines unaufhaltsamen volkswirtschaftlichen Wachstums erhöht. Sie hat aber auch deutlich die Einkommensunterschiede und die Umweltzerstörung in der Welt verschärft. Trotz einer Weltwirtschaft, die jährlich rund 30 Billionen Dollar umsetzt, haben etwa 1,2 Milliarden Menschen pro Tag weniger als einen Dollar zur Verfügung. Die Schere droht noch weiter auseinander zu klaffen zwischen Menschen die im Wohlstand und Überfluss leben und Menschen, die jeden Tag ihre bloßen Existenzbedingungen sichern müssen. Dieser Überlebenskampf macht verständlich, warum sie bedenkenlos natürliche Ressourcen ausbeuten. Die Vorstellung einer nachhaltigen Entwicklung muss ihnen anmaßend vorkommen, wenn sie doch um ihr täglich Brot bangen. Die reichen Industrieländer haben hier eine hohe Verantwortung, denn sie können sich Umweltschutz und eine zukunftsfähige Entwicklung leisten, aber sie müssen es auch tun. Dabei kann die Politik nur begrenztes leisten. Sie kann Ziele setzen, Rahmenbedin-gungen schaffen und umsteuern. Der entscheidende Faktor allerdings ist der Mensch. Es kommt auf jeden Einzelnen in seinem Bereich an, wie er handelt, was er tut oder unterlässt, ob er Verantwortung übernimmt. "Ich habe ja nichts gewusst" oder "ich kann doch sowieso nichts ändern" werden uns nachfolgende Generationen nicht abnehmen. Die Energieversorgung ist eines der Hauptfelder einer nachhaltigen Entwicklung. Die Frage ist, wie all die Menschen, einschließlich derer, die in Zukunft noch zu den jetzt lebenden 6 Milliarden Menschen hinzu kommen, mit Energie versorgt werden können, ohne die Natur auszubeuten, das Weltklima durcheinander zu bringen, Kriege um Rohstoffe zu führen und ohne sich auf Kosten anderer zu entwickeln. Das Problem scheint unlösbar. In der nachfolgenden Arbeit versuche ich mich gerade deswegen mit der Frage auseinander zu setzen, wie eine nachhaltige Energieversorgung gestaltet werden könnte. Dabei sollte erwähnt werden, dass ich mit einer inneren Grundhaltung der Verantwortung gegenüber Welt und Leben und deren Erhaltung für viele zukünftige Generationen herangehe. In der Einleitung wird versucht, die Anfänge und den aktuellen Stand des Umweltschutzgedankens zu erläutern. Außerdem wird kurz der Ansatz der Nachhaltigkeit geschildert. Im ersten Kapitel geht es darum, den heutigen Energieverbrauch und derzeitige Verbrauchsstrukturen darzustellen. Dies erfolgt sehr knapp und faktisch. Im zweiten Kapitel werden die Probleme der heutigen Energieversorgung heraus gearbeitet. Dieses Kapitel ist etwas umfangreicher. Im dritten Kapitel werden die erneuerbaren Energiequellen vorgestellt. Wie eine zukünftige Entwicklung in der Energiepolitik gestaltet werden könnte, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, darum geht es im letzten Kapitel. Im Anhang wird der vom Braunkohlentagebau bedrohte Ort Heuersdorf behandelt. Das ist gewissermaßen der praktische Teil meiner Jahresarbeit, aber auch ein aktuelles Beispiel der Problematik einer nachhaltigen Energieversorgung. Hier treffen die Interessen der Wirtschaft, die Bedürfnisse der Natur und die Ansprüche der Gesellschaft direkt aufeinander. Mein Dank geht an erster Stelle an meinen Bruder Friedemann für die Begleitung bei dieser Arbeit und die vielen Hinweise am Text vor allem grammatikalischer Art. Besonders danken möchte ich Jeffrey Michel(3) für seine so schnelle und ausführliche Durchsicht der Texte und die vor allem inhaltlich wertvollen Hinweise. Des weiteren sage ich Dank an meinen Betreuer seitens der Schule, Herrn Andreas Becker für die unkomplizierte Art der Zusammenarbeit. Dresden, im April 2002
Lukas Weidauer
(1) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.), Umweltpolitik. Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro - Dokumente -, S. 43. (2) Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) (Hrsg.), Weltbevölkerungsbericht 2001. Bevölkerung und Umwelt, Hannover 2001, S. 3, Oben genannte Stiftung im Internet:www.weltbevoelkerung.de. (3) Jeffrey Michel arbeitet für die Deutsche- Energie- Agentur in Berlin. Außerdem ist er Energiebeauftragter der Gemeinde Heuersdorf. © Lukas Weidauer | www.lukasweidauer.de.vu | [email protected] |