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12. Klass-Jahresarbeit von Lukas Weidauer: Nachhaltige Energieversorgung

2. 3. 5 Ein neues Politikfeld

Der von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) auf der 2. Weltklimakonferenz 1990 in Genf gegründete Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), in dem die führenden Kli-maforscher der Welt, als auch Regierungsvertreter vertreten sind, trägt in Abständen von einigen Jahren den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum anthropogenen Treibhauseffekt zusammen. Der IPCC schrieb auch den "Entwurf einer Rahmenkonvention zum Klimawandel", den 1992 auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro 154 Staaten unterschrieben. Darin enthält der Artikel 2 die Verpflichtung, die Emissionen der klimawirksamen Spurengase weltweit weit genug abzusenken, um "die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf einem Neveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. Ein solches Niveau sollte innerhalb eines Zeitraums erreicht werden, der ausreicht, damit sich die Ökosysteme auf natürliche Weise den Klimaänderungen anpassen können."

Auf dem Klimagipfel 1995 in Berlin, bei dem der Entwurf für das Kyoto-Protokoll entstand, wurde der erste Widerstand von großen Ölfirmen, aber auch von dem Kohleexportland Australien, gegen die CO2-Ruduktionsziele laut.(38) 1997 Auf dem Klimagipfel von Kyoto im Dezember 1997 haben sich 160 Staaten auf ein Abkommen zum Klimaschutz u.a. mit folgendem Ziel geeinigt:
- Die Industriestaaten reduzieren ihren Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Zeitraum 2008/2012 gegenüber 1990 durchschnittlich um 5,2 Prozent. Japan reduziert um sechs Prozent, die USA um sieben Prozent und die EU um acht Prozent.(39) Die letzten Verhandlung zum Kyto-Protokoll fand im Juli 2001 in Bonn statt.
Die USA sind im Februar 2001 aus der Vereinbarung ausgetreten. Zu einem amerikanischen Lebensstil, würde das Sparen nicht passen, so Präsident Bush. Weitere Argumente waren: Das Kyto-Protokoll basiere auf ungesicherten wissenschaftlichen Erkentnissen und die geforderte Emissionsreduzierung schade der US-Wirtschaft.(40)


Quelle: BMU
Abbildung 2.11: Die CO2- Emission pro Einwohner ist den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. Ein Amerikaner emmitiert im Durchschnitt das Doppelte als ein Deutscher.

2. 3. 6 CO2 Reduktionsziele

Von 1990 bis 1999 sanken die gesamten CO2-Emissionen in Deutschland um 15,4 Prozent auf rund 859 Mio. Tonnen. Die energiebedingten CO2-Emissionen verringerten sich im gleichen Zeitraum um 15,6 Prozent auf rund 833 Mio. Tonnen.(41) Diese Senkung ist vor allem auf das Zusammenbrechen der DDR-Industrie zurückzuführen. Deutschland hat sich verpflichtet seinen CO2 - Ausstoß bis 2005 um 25 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die Entwicklung in den einzelnen Bereichen verlief sehr unterschiedlich. Während die CO2-Emission in der Industrie um 31 Prozent und die der Energiewirtschaft um 16,1 Prozent abnahm, emittierten die privaten Haushalte 6 Prozent und der Verkehr sogar 11,1 Prozent mehr CO2 als 1990.(42)
Die energiebedingten CO2-Emissionen haben sich weltweit von 1990 bis 1999 um über 2 000 Millionen Tonnen auf jetzt 24 800 Millionen Tonnen erhöht.(43) Es wird deutlich, wie schwierig das Problem der CO2-Verringering ist, vor allem, wenn man von eine, weiteren Bevölkerungsanstieg und Wirtschaftswachstum in den Entwicklungsländern ausgeht. Um aber die Erwärmung begrenzen zu können, sagt die Enquete-Kommission "Schutz der Erdatmosphäre" des Deutschen Bundestags, wäre eine Reduktion des Hauptverursachers CO2 bis zum Jahr 2050 global um 50 bis 60 Prozent nötig.


Quelle: BMU
Abbildung 2.12: Die Reduktionsziele und die bisherige Entwicklung geht in vielen Ländern deutlich auseinander.

2. 3. 7 Wie wird sich das Klima ändern?

Die neueste IPCC-Studie geht von einer zu erwartenden Erderwärmung zwischen 1,5 und 6,0 Grad Celsius in den nächsten 100 Jahren im Vergleich zu 1990 aus und hat damit die bisherige Prognose einer globalen Erwärmung von 1,0 bis 3,5 Grad Celsius deutlich verschärft.

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass die bevorstehende Klimaveränderung wahrscheinlich sprunghaft, zerstörerisch und unberechenbar sein wird. Regionale Wetterstrukturen können plötzlich und unerwartet umschlagen. Durch weltweit ansteigende Temperaturen werden Überschwemmungen, Dürren, Brände und Hitzewellen wahrscheinlich zunehmen. Höhere Wassertemperaturen können das Ökosystem und die Meeresströmungen verändern und dadurch eine unvorhersehbare zusätzliche Belastung der großen Fischgebiete mit sich bringen. Durch einen Anstieg des mittleren Meeresspiegels der Erde bis 2100 vermutlich um etwa 50 cm, würde Land und vor allem Feuchtgebiete, die schon heute zu den am meisten gefährdeten Naturlandschaften der Welt zählen, überschwemmt werden.(44) In vielen Teilen der Welt könnte ein leichter Anstieg der durchschnittlichen jährlichen Lufttemperatur die Gefahr vermehrter Insektenplagen heraufbeschwören. Die Erwärmung kann auch zu Veränderung der regionalen Niederschlagsmengen führen. An manchen Orten Dürre und Vernichtung der Felder durch Hitze, an anderer Stelle Vernichtung durch sinnflutartigen Regen und Überschwemmung.

Durch die Erwärmung schmelzt auch das Eis von den Polen. Die Meeresspiegel steigen und das Eis des Nordpols kühlt den Golfstrom ab, was zu einer Abkühlung Nord- und Mitteleuropas führen könnte. Die größte Erwärmung wird in den kalten Regionen des Nordens im Winter erwartet, und zwar deshalb, weil Eis und Schnee das Sonnenlicht reflektieren. Weniger Schnee bedeutet also, dass mehr Sonnenenergie aufgenommen werden kann.

2. 3. 8 Auswirkungen in Sachsen

Um die Klimaveränderung lokal zu bestimmen, muss man die globalen Modelle und Klimasimulationsergebnisse auf regionalen Maßstab übertragen. Es ist festgestellt worden, dass die Sommer in den letzten 50 Jahren trockener waren, verbunden mit weniger Niederschlägen. Weiterhin ist mit einer deutlichen Zunahme der Häufigkeit warmer Wetterlagen in Verbindung mit vorherrschender Südwestanströmung und damit einer Verstärkung der mit Niederschlagsabschwächung verbundenen Lee-Effekte (Lee = vom Wind abgewandte Seite) nördlich des Erzgebirges zu rechnen. Die mittlere Jahrestemperatur wird um bis zu 2,7 Grad ansteigen. Während die jährlichen Niederschlagssumme abnehmen wird. Ein Rückgang ist vor allem im Frühjahr und Sommer zu erwarten und damit wird es in der Vegetationsperiode wesentlich trockener. Auch die Sonnenscheindauer nimmt vor allem im Frühjahr und Sommer deutlich zu. Durch die Kopplung dieser Tendenz mit dem erwarteten Temperaturanstieg und der Abnahme der Niederschläge muß mit entsprechenden Konsequenzen für Wasserhaushalt und Vegetation gerechnet werden.(45)

(38) E.-U. von Weizsäcker, Amory B. und L. Hunter Lovins, Faktor Vier. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch, München 1997, S. 247ff.
(39) www.bmu.de: Prtokoll von Kyto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen
(40) Im Mai 2001 stellte die US-Regierung ihr neue Energiepolotik vor, in der die Förderung von Erdgas, Erdöl und Kohle zu forcieren, eben den fossilen Brennstoffen, die hauptsächlich für die Treibhausga-semiossionen verantwortlich sind. In den USA leben 4,6 Prozent der Weltbevölkerung, die ein Viertel der globalen Treibhausgase emitieren.
(41) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI): Nachhaltige Energiepolitik für eine zukunftsfähige Energieversorgung, Energiebericht, Berlin, Oktober 2001, S. 74.
(42) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) (Hrsg.), Energie mit Zukunft 3/2000, Berlin 2000.
(43) Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) (Hrsg.), Energiedaten 2000, Bonn, 2000, www.bmwi.de
(44) Weiter Grundlegend dazu: Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) (Hrsg.), Klimawandel-Informationsmappe, Aktualisierte Auflage, Chatelaine, Schweiz 1999.
(45) Dipl. Met. Wilfried Küchler, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG), Klimapro-gnose für Sachsen - Zusammenfassender Bericht, Projektlaufzeit: 1999 - 2000, www.umwelt-sachsen.de/lfug


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