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12. Klass-Jahresarbeit von Lukas Weidauer: Nachhaltige Energieversorgung

3. 6 Biomasse und Biogas

Zu der Biomasse zählt man vor allem Holz und Holzreste, die als Reststoff in Walddurchforstungen, in Sägewerken und als Altholz vorliegen. Schnellwachsende Hölzer, zum Beispiel Weiden und Pappeln, können in Plantagen angebaut und schon nach wenigen Jahren geerntet werden. Ein sehr ertragreich nachwachsender Rohstoff ist das Schilfgras (Miscanthus), welches aber einen Ackerboden von hoher Qualität mit guter Wasserversorgung voraussetzt. Weiterhin kann Reststroh zur Energieerzeugung verwendet werden. Zur Biomasse zählen auch ölhaltige Pflanzen. Durch Pressung und nachfolgende Verarbeitung können zum Beispiel Raps oder Sonnenblumen in flüssige Kraftstoffe umgewandelt werden.

Der Vorteil der Biomasse ist, dass sie nachwächst. Verbrennt man nicht mehr als nachwächst, ist sogar die CO2 - Bilanz ausgeglichen. Denn bei der Verbrennung entsteht nicht mehr CO2 als die Pflanze beim Wachstum aus der Atmosphäre aufgenommen hat. Die heutige Nutzung erfolgt vorwiegend zur Feuerung in Kleinst- (Anlagen unter 125 kW) oder Kleinanlagen (Anlagen von 1 kW bis 1 MW). Bisher spielt die Stromerzeugung aus Biomasse eher eine untergeordnete Rolle. Dabei ist der Ein-satz gerade in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (Siehe 4. Kapitel) eine effiziente Form der Nutzung der Biomasse. In Österreich werden zum Beispiel durch stetige Förderung inzwischen 12 Prozent des Energieverbrauchs aus 360 Anlagen gedeckt. Die Kosten liegen heute je nach Anlagetyp zwischen 4 und 20 Pf/kWh für Wärme und 12 bis 20 Pf/kWh für die Erzeugung von Strom.

Das Biogas entsteht bei der Zersetzung von organischer Materie durch spezielle Methanbakterien. Als Ausgangsstoffe für die Bildung von Biogas eignen sich sämtliche vergärbaren Rohstoffe, zum Beispiel Gülle, Biomüll, Klärschlamm und kommunale Abwässer oder Speisereste. Hundert Kubikmeter Biogas entstehen durch eine halbe bis eine Tonne Haus- oder Biomüll oder die täglichen Exkremente von 90 Rindern bzw. 12 000 Hühnern. Biogas kann zum Beispiel in Blockheizkraftwerken (BHKW) eingesetzt werden und da neben Strom auch Wärme erzeugen. Vor allem für Landwirte hat die Gewinnung von Biogas ein großes Potenzial. Neben der Abdeckung des Eigenverbrauchs kann auch Strom an das öffentliche Netzt verkauft werden. So erlangt die Landwirtschaft eine ganz neue Perspektive als regionaler Energieerzeuger. Biogasanlagen verhindern außerdem, dass - häufig bei schlecht durchlüfteter Kompostierung - unkontrolliert Methan freigesetzt wird. Dieses ist aber mehr als 20-mal so klimawirksam wie CO2.

© Lukas Weidauer | www.lukasweidauer.de.vu | [email protected]
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