Part 39


Zwischen Himmel und H�lle

Orlandos Arm lag schwer um meine Taille, sein gleichm��iger, warmer Atem strich meinen Nacken und seine Beine waren mit meinen verschlungen. Es war traumhaft, es war perfekt. Es war, wie es sein sollte. Sollte es so sein? Mein Blick folgte seit geraumer Zeit den Sonnenstrahlen, welche sich immerweiter in das Zimmer fra�en. Ich hatte kein Zeitgef�hl, wusste nicht, wie lange ich schon wach war und die letzte Nacht noch einmal erlebte. Wie ich noch einmal vor ihm stand, Worte sinnlos erschienen und verletzten, wie wir uns k�ssten. Ich hatte die Wohnung verlassen, hatte ihn verlassen und doch hatte mich etwas zu ihm zur�ckgezogen. Etwas, von dem ich nicht wusste, was es war. Liebe? Einsamkeit? Verlangen? Sehnsucht? Schw�che? Wut? Irgendetwas hatte mich dazu veranlasst, das Apartment wieder zu betreten. Wir hatten nicht mehr viele Worte gewechselt, hatten beide nicht mehr nachdenken wollen.
Und nun? Wie w�rde es weitergehen? Was w�rde nun geschehen? Wie hatte ich nur glauben k�nnen, die Zeit w�rde stillstehen, der Morgen w�rde nie kommen? Ich hatte wirklich nicht mit ihm dar�ber sprechen, sondern diesen Gedanken von mir r�cken wollen. Doch nun war der Morgen da, schob sich mit jeder Sekunde weiter in unsere Leben und trennte das B�ndnis, welches wir letzte Nacht geschlossen hatten. Doch was w�rde nun kommen?
Hallo, die Nacht war sch�n, bis irgendwann mal wieder? Oder: Hey, bleibst du noch zum Fr�hst�ck oder musst du gleich wieder los? Oder aber: Sorry, w�rde dir gerne noch einen Tee anbieten, aber ich habe einen wichtigen Termin. Ich melde mich bei dir.
Mein Kopf begann zu dr�hnen und meine Atmung stockte bei diesen Gedanken. Ich zog meine Beine vorsichtig unter Orlandos hervor, blieb jedoch weiterhin liegen. Orlando gab ein grummelndes Ger�usch von sich, schob seinen Arm von meiner Taille weiter hinauf und zog sich dichter an mich heran.
Ob er wach ist?, �berlegte ich und lauschte nach hinten. Seine Atemz�ge gingen wieder ruhig und gleichm��ig.
Vielleicht stellt er sich ja auch schlafend, so wie ich es tue?
Ich wartete einen weiteren Augenblick und war mir dann sicher, dass er schlief. Wenn Orlando sich nicht ge�nderte hatte - wovon ich ausging - w�rde er nicht tun, als schliefe er. Das hatte er noch nie getan. Nein, sobald er wachgewesen war, hatte er mit allen K�nsten der Z�rtlichkeit mich ebenfalls geweckt, indem er meinen Nacken k�sste und seine H�nde �ber meinen K�rper wandern lie�. An Schlafen war da nicht mehr zu denken. Selbst wenn ich noch m�de gewesen war, hatte er nie aufgegeben und so lange den Verf�hrer gespielt, bis ich letztendlich wach wurde.
Bitte Gott, lass ihn noch schlafen. Gib mir bitte mehr Zeit. Lass mir diesen Augenblick noch einen Moment. Bitte nimm mir nicht wieder alles. Ich verlange doch keine Ewigkeit, nur etwas mehr Zeit, ein kleines bisschen...
Die Sonnenstrahlen waren weiter �ber den Teppich gewandert. Wir konnten nicht mehr zur�ck. Wieder drehten sich Gedanken in meinem Kopf. Ich hielt es nicht mehr aus. Nochmals versicherte ich mich, dass Orlando schlief, dann hob ich seinen Arm an, welcher schlaff und schwer in meinen H�nden lag, und robbte unter diesem hervor. Es war nicht einfach, zum Ende des Bettes zu gelangen, ohne die Decke komplett mitzuziehen und gegen Orlandos Beine zu sto�en.
Wenn er jetzt wach wird, was denkt er dann wohl, was ich hier unten mache? Hoffentlich nicht, dass ich ihn mit einer z�rtlichen Morgennummer wecken m�chte?
Unter anderen Umst�nde w�re ich gegen eine solche Aktion gar nicht abgeneigt, doch es handelte sich eben nicht um andere Umst�nde. Nein, es handelte sich noch immer um den Umstand, dass ich nicht wusste, was nun eigentlich war, was geschehen w�rde. Und ehe ich wieder irgendwelche Dummheiten - so sch�n diese auch sein mochten - mit ihm machen w�rde, w�rde ich diesen Zustand gekl�rt haben wollen.
Am Fu�ende des Bettes glitt ich zu Boden und schaute hinauf. Orlando streckte sich, zeigte aber kein Anzeichen, dass er wach w�re. Bei dem Anblick, wie er sich im Bett ausbreitete, flog unwillk�rlich ein L�cheln �ber mein Gesicht. Wenn er schlief, sah er unheimlich jung aus. Jung und verletzbar. Doch diese Verletzbarkeit endete, sobald er die Augen aufschlug. Dann war er sofort wieder mit Leben erf�llt, welches man in jeder Faser seines K�rpers sehen konnte. Ich betrachtete ihn noch einen Moment und begab mich dann auf die Suche nach meiner Kleidung. Bis auf meine Strickjacke und das Shirt konnte ich alles hier im Schlafzimmer auffinden. Leise schl�pfte ich in die Unterw�sche, zog die Jeans dar�ber und schloss den Rei�verschluss.
�Wo willst du hin?�
Ich stoppte meine Bewegungen. Entweder war er von allein erwacht oder ich war doch nicht leise genug gewesen.
Orlando sah mich aus verschlafenen Augen an, l�chelte aber bei meinem Anblick. Verlegen senkte ich den Blick und fluchte innerlich dar�ber, dass mein Shirt im anderen Zimmer auf der Couch war. Nat�rlich hatte Orlando mich auch schon mit weit weniger Bekleidung als Jeans und BH gesehen, doch peinlich ber�hrt hatte ich mich immer gef�hlt. Ich konnte mir selber einfach nichts abgewinnen. Und in jenem Moment f�hlte ich mich noch besch�mter aufgrund der ganzen Situation.
Himmel, wenn er wenigstens mein Freund w�re... Aber ich stehe hier total l�cherlich im Schlafzimmer eines... Ja, eines was eigentlich? Was ist nun?
�Ich muss nach Hause�, sagte ich, ohne ihn anzusehen und b�ckte mich nach meinen Schuhen.
Ich h�rte, wie Orlando sich �ber das Bett rollte, bem�hte mich jedoch, mich weiterhin meinen Schuhen zu widmen.
�Es ist noch saufr�h�, klang seine Stimme hinter mir.
Kaum hatte ich mich aufgerichtete, sp�rte ich, wie er seine Arme um mich legte und meinen Hals k�sste. Seine H�nde rutschten tiefer auf meine H�ftknochen.
�Du hast verdammt abgenommen, wei�t du das? Hast du mich etwa so sehr vermisst, dass du nicht einmal mehr Appetit hattest?�, sagte er und k�sste im n�chsten Moment mein Ohr.
Ich richtete meinen Blick auf den Spiegel vor mir und konnte selber sehen, was Orlando eben angedeutet hatte. Ich war wirklich mager geworden. Noch magerer als sonst. Aber das war nicht grundlos geschehen. Die vergangenen Wochen hatten nicht nur an meiner Seele gezerrt. Meine Augen wanderten �ber meine Gestalt und schlie�lich begegnete ich Orlandos Blick im Spiegel. Er l�chelte mir zu.
�Keine Angst, wir p�ppeln dich schon wieder auf.�
�Das ist nicht witzig�, sagte ich barsch und befreite mich aus seiner Umarmung.
�Tut mir leid. Ich wollte dich nicht kr�nken.�
�Schon okay.� Ich warf ihm einen kurzen Blick zu. Er wirkte ziemlich hilflos, verstand meine patzige Art wohl nicht. Ich wandte mich ab und lief in den Salon. Dort zog ich mir mein Shirt �ber den Kopf und griff nach der Strickjacke. Meine Armbanduhr lag auf dem Couchtisch. Orlando hatte sie mir w�hrend unserer K�sserei abgenommen, da ich ihn ungewollt mit dem Armband gekratzt hatte. Au�erdem hatte ich sie ohnehin nicht ben�tigt. Ich ergriff und legte sie um mein Handgelenk, blickte mich anschlie�end nochmals suchend um, ob ich etwas vergessen hatte.
�Du willst doch nicht tats�chlich einfach so gehen?�
Orlando war mir gefolgt. Er stand in Shorts gekleidet im Raum, kratze sich verschlafen am Kopf und blickte mich an.
�Ist es nicht das, was du willst?�, fragte ich und sah ihn zum ersten Mal wirklich an.
�Das ist, was du denkst, was ich will.�
Wir sahen uns stumm an.
�Und was willst du?�
�Das sagte ich doch�, sagte er mit fester Stimme. �Ich will, dass du bei mir bist.�
Ich nickte und lie� mich auf die Couch sinken. �Okay... Okay.�
Meine Gedanken fuhren Karussell. Er will also, dass ich bei ihm bin. Aber wie zur H�lle meint er das? Soll es so werden wie zuvor? War ich nun seine Freundin oder wieder lediglich eine Aff�re? Er will wohl nicht verstehen, was er mir antut.
Orlando schien meine Gedanken zu erraten, denn er kam zu mir her�ber, kniete nieder und ergriff meine Hand.
�Yvonne, ich handle nicht leichtfertig. Ich habe �ber alles nachgedacht. Mehr noch, ich habe so viele Ratgeber und anderen Kram �ber Depressionen gelesen...�
Nun sah ich ihn �berrascht an. �Das hast du?�
Er nickte sch�chtern l�chelnd. �Ich habe Zeit gebraucht, aber nachdem du einfach nicht aus meinen Gedanken verschwunden bist, blieb mir nichts anderes �brig, als mich mit diesem Thema auseinander zusetzen und ich denke, wir k�nnen es schaffen. Ich will es auf jeden Fall versuchen.�
�Okay�, sagte ich erneut. �Aber diesmal muss einiges anders laufen.�
�Ich wei� und glaub mir, das wird es. Ich werde dich nicht mehr f�r selbstverst�ndlich nehmen. Allerdings glaube ich, dass du dem Presserummel nicht gewachsen bist. Zumal ich mein Privatleben nicht in der �ffentlichkeit ausbreiten m�chte.�
Ich zog die Stirn kraus. �Aber was wird sich dann �ndern?�
�Der Deal ist folgender: F�r die �ffentlichkeit werde ich weiterhin Single sein und nichts �ber mein Liebesleben preisgeben. Sobald ich n�mlich nur andeute, dass es eine junge Dame in meinem Leben gibt, werden sie nach dir suchen. Dar�ber bist du dir doch bewusst?�
�Oh Gott, bitte, blo� das nicht�, sagte ich erschrocken. �Mein Leben ist nun schon nicht alles andere als leicht und wenn...�
�Hey, eben deshalb m�chte ich ja nicht, dass die �ffentlichkeit von dir wei�. Nein, es ist besser so.�
�Die �ffentlichkeit�, wiederholte ich. �Tut mir leid, Orlando, aber f�r mich bedeutet das, dass sich gar nichts �ndern wird.�
�Ich werde dich zwar nicht mit zu Premierenfeiern oder Society-Partys nehmen, aber du wirst definitiv zu meinem Privatleben geh�ren. Wir werden Zeit miteinander verbringen, mit Freunden, denen wir vertrauen k�nnen...�
�Also mit deinen Freunden?�, fragte ich misstrauisch.
�Wenn es dein Wunsch ist, werde ich mich eben auch mit deinen Leuten arrangieren. Ich zweifle zwar daran, dass einer der beiden Coles Interesse daran haben wird, aber es sind nun mal deine Freunde. Ich werde wirklich versuchen, mit ihnen auszukommen.�
�Wirst du?�
�Ich verspreche es dir. Sie z�hlen zwar nicht gerade zu den Menschen, mit welchen ich normalerweise zu tun habe, aber wie gesagt, wegen dir... Und mal ehrlich, so �bel war das Babysitten damals doch auch nicht, oder?� Er grinste mich an.
�Und du wirst meinem Leben genauso viel Beachtung geben wie deinem? Egal wie langweilig es dir erscheinen mag?�
�Wenn du mir nie wieder eine Aff�re mit einer Kollegin unterstellst, dann ja.�
Nun grinste ich ebenfalls. Allerdings fiel es mir nicht ganz so leicht wie ihm.
�Also Miss Marx, wie schaut es aus? Erteilen Sie mir die Ehre und fr�hst�cken mit mir?�
Aus dem Fr�hst�ck wurde doch noch ein Brunch und letztendlich ein Abendessen. Orlando hatte so viel zu erz�hlen. Schw�rmend berichtete er von Australien und konnte es nicht lassen, mir von dem bevorstehenden Dreh mit Johnny Depp zu erz�hlen. Nat�rlich �bertrieb er was das anging mal wieder ein wenig und lie� eine gewisse Arroganz heraush�ngen, doch l�chelte ich lediglich und verkniff mir einen Kommentar. Denn etwas, dass Orlando nicht bedachte war, dass der Dreh f�r ihn eine andere Bedeutung hatte als f�r mich. W�hrend er Spa� und einem weiteren Schritt in seiner Karriere sah, w�rde es f�r mich wieder hei�en, alleine hier zu sein und zu warten. Doch etwas anderes w�rde mir nicht �brigbleiben. Im Gegensatz zu fr�her war ich mir nun sicher, dass ich nicht mit ihm gehen, sondern hier bleiben wollte. Nat�rlich war mein Leben hier nicht einfach, doch wurde es nicht besser? Ich hatte einen neuen Job bekommen, der mir wirklich Chancen f�r eine sp�tere Anstellung verschaffte. Au�erdem waren meine Freunde hier. Nein, mein Leben war hier. Selbst wenn Orlando mich fragen w�rde, die Antwort w�re nein. Ich konnte nicht von Drehort zu Drehort mit ihm gehen. Ich brauchte eine gewisse Routine in meinem Leben und diese konnte mir sein Beruf nicht bieten. Es sei denn, er w�rde nur noch in England arbeiten. Sehr positive Aussichten waren das nicht gerade. Doch immerhin gab es nun einen anderen Aspekt: Er wollte mit mir zusammensein und wusste, dass er hierf�r ebenfalls t�tig sein musste und ich nicht wie das brave Hausm�tterchen warten w�rde. Er ging sogar noch einen Schritt weiter, indem er meinte, er w�rde mich w�hrend der Dreharbeiten so oft wie m�glich zu sich holen, damit ich mal einen Einblick in seine Arbeit bekam. Au�erdem k�nnten wir die drehfreien Wochenenden auf der Karibikinsel, auf welcher der Film gedreht werden sollte, f�r romantische Stunden zu zweit nutzen. Er versuchte also tats�chlich, mich in sein Leben zu integrieren. Nach Australien hatte er mich schlie�lich nie eingeladen. Nein, da hatte es sich um berufliche Angelegenheiten gehandelt, aus denen er mich hatte raushalten wollen. Es war ein Bereich seines Lebens gewesen, zu welchen er mir keinen Zutritt gew�hrt hatte. Am fr�hen Abend machte ich mich auf den Weg nach Hause. Zwar hatte Orlando gefragt, ob ich bleiben m�chte, aber ich hatte abgelehnt. So gern ich bei ihm gewesen w�re, so sehr qu�lte mich auch mein Gewissen. Ehe ich n�mlich dar�ber gl�cklich sein konnte, dass wir eine zweite, bessere Chance bekommen hatten, musste ich mich erst einmal mit den Menschen aussprechen, die mir ebenso wichtig waren wie er. Und aus unerkl�rlichen Gr�nden hatte ich vor einem negativen Ausgang eines Gespr�ches mit ihnen mehr Angst als ich vor dem Gespr�ch mit Orlando gehabt hatte.
Mein Herz war irgendwo bei meinen Zehen verschwunden, als ich die Wohnung betrat. Aus Flur und K�che drang kein Ger�usch und ich glaubte erst, dass ich meiner Hinrichtung entkommen w�rde, doch dann vernahm ich leise Stimmen und Musik. Es handelte sich um die Stimmen von David und Chiar�n. Kurz darauf lachte Chiar�n. Sein Lachen klang nicht anders als sonst, was mich vermuten lie�, dass sie den gestrigen Abend eventuell bereits vergessen hatten.
Na los, Yvonne. So schlimm kann es doch gar nicht werden, sprach ich mir selber Mut zu, obwohl ich wusste, dass ich mir etwas vormachte. Ich hatte mich gestern wie das hammelhafteste Schaf auf Erden benommen. Ich hatte meine Freunde beleidigt, ihnen bewusst wehgetan und war anschlie�end einfach abgehauen, hatte mich die Nacht nicht mehr gemeldet. Nein, das war wirklich das Verhalten eines naiven Kindes gewesen.
Ich steckte die H�nde in die Taschen meiner Jeans und folgte den Stimmen, welche mich in den Salon f�hrten. Au�er David und Chiar�n hielt sich auch Simon in diesem auf. Die drei sa�en am Couchtisch und aus den Wortfetzen konnte ich schlie�en, dass sie den Abend planten. Unsicher blieb ich im T�rrahmen stehen, wusste nicht, was ich tun sollte. Mein schlechtes Gewissen qu�lte mich zunehmend. Ich zog gerade in Erw�gung, den R�cktritt anzutreten, als die Unterhaltung verstummte und sie mich ansahen.
�Hallo�, fl�sterte ich nahezu.
Es erfolgte keine Antwort, stattdessen tauschten die drei einen Blick. David seufzte und lehnte sich im Sessel, in welchen er sa�, zur�ck, missachtete mich allerdings.
Chiar�n und Simon tauschten weitere Blicke, sahen beunruhigt zu Boden und schwiegen ebenfalls.
�H�rt mal�, versuchte ich schlie�lich und meine Stimme klang d�nn und kraftlos. �Das wegen gestern tut mir unheimlich leid. Ich habe die Kontrolle verloren... Ich meine, ich habe nat�rlich gemeint, was ich gesagt habe, aber ich h�tte es nicht vor versammelter Mannschaft aussprechen sollen.�
Erneut wurden Blicke getauscht, wobei Simon und Chiar�n auf ein Signal von David zu warten schienen. Ich trat nerv�s von einem Fu� auf den anderen, h�rte keinen Laut von meinen Freunden, sondern lediglich �Turn my head� von Live aus der Stereoanlage.
�Your eyes are crazy
I bowed to save my head and
I can't forget you
but I can't remember�

W�hrend ich diese Zeilen h�rte, suchte ich nach Worten, doch alles, was heraus kam, war: �Ich kann mich wirklich nur entschuldigen.�
David nickte kaum merklich und Chiar�n und Simon sahen mich daraufhin kurz an.
�Schon gut�, murmelte Chiar�n in meine Richtung und richtete sich dann an meine beiden Mitbewohner. �Ich bewege mich mal eben unter die Dusche, damit wir zeitig loskommen.�
�Ja, und ich werde in der Zwischenzeit die K�che aufr�umen.� Simon sprang von seinem Platz auf.
Chiar�n erhob sich ebenfalls und als sie an mir vorbei den Salon verlie�en, beugte sich Simon, der hinter Chiar�n ging, kurz zu mir herunter.
�Viel Gl�ck�, wisperte er. �Falls du mich brauchst, ich bin in der K�che.� Mit einem letzten Augenzwinkern ging er weiter.
Ich blickte ihn einen Moment verwundert nach. Es war doch besser gelaufen, als ich vermutet hatte. Doch als ich meinen Blick wieder dem Raum zuwandte, realisierte ich, dass David noch hier war. Das eigentlich Gespr�ch w�rde also erst stattfinden. David sah mich nicht an, sondern hatte den Kopf gegen die Hand gest�tzt und die Augen geschlossen.

Ich sammelte meinen Mut und ging mit einem aufgesetzten L�cheln auf David zu.
�War das gestern aber nicht der Knaller?�, fragte ich grinsend. �Simon kloppt Orlando Bloom! Das muss man sich mal geben.�
Wenn ich nett und gl�cklich bin, f�rbt das vielleicht auf ihn ab und ich entgehe seiner Predigt?
�Schau an, du hast wieder hergefunden?�, sprach er nahezu tonlos.
Okay, ich habe mich mal wieder geirrt.
�Nun ja, ich wohne schlie�lich hier und...� Ich sprach nicht weiter. Ich konnte es nicht und wusste auch nicht, was ich ihm sagen sollte. Mein Blick schweifte von ihm ab und glitt �ber den Teppich.
�Noch wohnst du hier.�
Ich sah auf. David schaute mich nicht an, sondern hatte die Augen noch immer geschlossen, wollte mich wohl ignorieren.
�Was?�, fragte ich unverstanden. �David, jetzt komm mal wieder runter. Ich habe mich entschuldigt. Was willst du noch?�
David sah mich kurz an, wandte sich jedoch gleich wieder von mir ab.
�Wenn ich dich ver�rgert habe, sei bitte so fair und sag mir warum. Dein grandioses Schweigen bringt uns nicht gerade weiter.�
�Warum?�, fragte er und sah mich endlich an. �Ich fasse es nicht... Das ist wirklich ph�nomenal.�
�Ich habe mich bereits entschuldigt!�, keifte ich ihn an und mit einemmal d�mmerte mir, dass ich etwas vergessen hatte. �Ich wollte das von uns beiden nicht sagen. Es ist mir rausgerutscht. Du hast mich so w�tend gemacht... Ich hoffe, dass Monique und du...� Ich brach ab und sah ihn an, doch da David mir in dieser Sache keinen Schritt entgegen kam, regte sich in mir erneute Wut. Wieso sollte ich ihm nun zu F��en kriechen? Er war an der Situation immerhin nicht schuldlos. Es war nicht ich gewesen, die ihn verf�hrt hatte. Deshalb w�rde ich nicht mir die ganze Verschuldung aufladen lassen.
�Na ja�, sagte ich in einem giftigeren Ton. �Da du immerhin nicht mit ihr zusammenbleiben wolltest, ist das Ganze ja nicht so tragisch, oder?�
�Pass gut auf, M�dchen�, fuhr er mich daraufhin an und ich zuckte bei dem scharfen Ton seiner Stimme zusammen. �W�rst du nicht die Freundin meiner Schwester, w�rde ich keine Sekunde z�gern und dich rauswerfen.�
�Du machst es dir wieder verdammt leicht. Ich bin nicht nur eine Freundin deiner Schwester!�
�Ach Gottchen, behauptest du etwa, dass wir auch Freunde sind? M�dchen, was sollte mir eine Freundschaft mit dir bringen?�
Ich schluckte. David stand auf und lief wie ein gefangenes Raubtier umher, ohne mich aus den Augen zu lassen.
�Mir pers�nlich�, fuhr er derweil fort, �hat die Freundschaft zu dir bisher nur �rger bereitet. Du bist mit nichts und als Nichts hierher gekommen. Ich habe dich in meiner Wohnung aufgenommen, habe das mit deinem Studium geregelt. Sogar das Bett, in dem du schl�fst, habe ich besorgt. Du hast dich lediglich ins gemachte Nest gesetzt. Immerzu habe ich dich aus irgendeiner Schei�e ziehen m�ssen. Und was hast du f�r mich getan? Nichts. Nada. Niente. Wenn etwas schief lief, hast du dir nie gro� Gedanken gemacht. Ja, David wird das schon wieder richten. Und ich war auch noch so bescheuert und habe es getan.� Nun brach er ab, schwieg einige Sekunden. �Sag, was f�r eine Freundschaft ist das? Wer bist du schon, als dass ich auf eine Freundschaft zu dir Wertlegen w�rde?�
Wie benommen stand ich da und h�rte ihm zu, versuchte zu atmen. Es war, als h�tte jemand die Luft aus dem Raum gesaugt.
�Wie kannst du so etwas sagen?�, fragte ich mit fiepender Stimme. �Wir sind Freunde und gerade die Freundschaft zu dir war mir immer besonders wichtig. Wenn ich nur daran denke, was wir schon alles zusammen unternommen haben. Die Ausfl�ge nach Hastings und die vielen Familienfeiern...�
David rollte genervt mit den Augen und sch�ttelte den Kopf. Eine Tat, die erneute Wut in mir aufsch�umen lie�.
Trotzig blickte ich ihn an. �Gut, dann eben keine Freundschaft, aber f�r eine Nacht war ich dir trotzdem gut genug?�
�In jener Nacht habe ich mir lediglich eine Art Gegenleistung f�r all das genommen, was du von mir bekommen hast.� Seine Worte schienen in der Luft zu gefrieren, so kalt war seine Stimme. �Schau dich doch mal an. Das, was du geworden bist, bist du dank mir. Ohne mich h�ttest du es nie bis hierher geschafft. Du w�rst weder in London, noch w�rdest du studieren. Ach, und Bloom w�rde nicht einmal von deiner Existenz wissen, h�tte ich dich nicht mit ins Theater genommen. Aber gestern Abend hast du den Bogen �berspannt. Ich werde mich nicht l�nger von dir zum Trottel machen lassen.�
�Du bist wahrhaftig ein totales Arschloch�, erwiderte ich trocken. �Aber du musst mich nicht rauswerfen. Ich bezweifle n�mlich, dass ich deine N�he noch in irgendeiner Weise ertrage.�
�Wo m�chtest du denn hingehen?�
�Zu Orlando.� Meine Stimme war nun etwas gefestigt.
David hob die Augenbrauen an. �Du warst die Nacht �ber bei ihm?�
Ich nickte.
�Dann hat er also bekommen, was er wollte?�
�Nein, ich habe bekommen, was ich wollte.�
Er sah mich etwas verwirrt an.
�Wir versuchen es noch einmal.�
David drehte mir den R�cken zu und fluchte vor sich hin. Ich wollte gerade zu ihm gehen und versichern, dass ich wusste, was ich tat, als sein Fluchen in ein Lachen �berging.
�Schei�e�, stie� er lachend aus. �Du raffst es einfach nicht.� Belustigt sah er mich an.
�Diesmal ist es anders�, r�umte ich ein. �Es ging von ihm aus und ich glaube... Ja, ich denke, er liebt mich.�
�Wie r�hrend. Mir kommen gleich die Tr�nen.� Er wurde wieder ernst und sah mich an. �Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass es diesmal anders wird?�
�Er hat es mir versprochen. Wir werden mehr Zeit miteinander verbringen. Nat�rlich nicht nur wir beide miteinander, sondern auch mit euch, mit Rachel, mit Tim, mit Simon, mit dir...�
�Na danke. Ich kann es kaum erwarten.�
�Es ist richtig, dass du mir nahezu alles hier erm�glicht hast und ich bin mir durchaus dar�ber bewusst, auch wenn ich es nicht mehr wirklich beachtete, sondern als eine Selbstverst�ndlichkeit hingenommen habe. Und ich bin dir dankbar. Doch nehme ich es nicht hin, dass du mir vorwirfst, ich h�tte all dies nicht zur Kenntnis genommen!�
�Wei�t du,�, unterbrach er mich. �Mir kommt es so vor, als sehe ich einen beschissenen Film gerade zum zweiten Mal...�
�Sag mal, hat Orlando etwa Recht? Ertr�gst du den Gedanken nicht, dass du nicht mehr die Nummer 1 f�r mich bist?�, sprach ich einen Verdacht aus, den Orlando gehegt hatte.
Er sah mich an und sein Gesicht verfinsterte sich. �Du denkst doch nicht ernsthaft, dass es mir wichtig ist, weiterhin in deinem Leben irgendeine Bedeutung zu haben?�
Ich hatte seine ganzen Anschuldigungen nicht nur ertragen, sondern hatte auch �ber diese nachgedacht. Vor meinem inneren Auge waren Bilder vorbei geglitten. Bilder von meiner Ankunft. Ich hatte mich mit Simon in meinem heutigen Zimmer gesehen, wie wir dieses eingerichtet hatten. Hatte David und mich in Gedanken erneut zu Beh�rden begleitet und ihm wieder beim Ausf�llen meiner Papiere beobachtet. Ich sah uns beim Lernen, beim Einkaufen und Kochen. Die Bilder flogen geradezu vorbei und letztendlich war ich im Theater angekommen. Doch mit dieser Erinnerung kam auch die an Tom Moore und an einen Abend, welchen ich mit diesem verbrachte. Wieder kam mir die Geschichte ins Ged�chtnis, die er erz�hlt hatte. David hatte seine Freundin Anna auch aus dem Nichts in die WG geholt, hatte so ziemlich alles f�r sie getan und als er von einem Auslandsemester zur�ckkam, war sie zu seinem Mitbewohner in dessen Zimmer gezogen � zu einem Schauspieler. War das dieser beschissene Film, von dem er sprach? Verglich er mich etwa mit Anna? Ging es ihm eigentlich um mich oder hatten die Ereignisse lediglich schlechte Erinnerungen in ihm wieder hervorgerufen? Ich ignorierte seinen letzte Aussage und griff ihn mit meinem eigenen Verdacht an, legte bewusst einen arroganten Ton in meine Stimme.
�Oder ist es die Tatsache, dass du schon wieder ein M�dchen an einen Schauspieler verlierst?�
�Yvonne, reiz mich besser nicht!�
�Oh, anscheinend habe ich ins Schwarze getroffen. Dann m�chte ich dich aber daran erinnern, dass wir nicht zusammen sind, nie ein Paar waren und laut deiner Aussage nicht einmal Freunde sind!�
�Wieso zum Teufel begreifst du es nicht?�, fuhr er mich erneut an. �Du wirst dich selber kaputtmachen. Sein Leben ist nichts f�r dich!�
�Ach, aber das Leben, welches du mir vorschreibst, das ist es?�, schrie ich zur�ck.
�Nicht das, das ich dir vorschreibe, sondern das, das du mit mir lebst.�
�H�rt endlich mit diesem Schei� auf!�, rief Simon pl�tzlich. �Seht ihr denn nicht, was ihr tut? Wie bekloppt seid ihr eigentlich? Wie zwei sture Esel!� Er kam auf uns zu und sah von einem zum anderen. �Nein, stur ist der falsche Ausdruck. Der eine Esel leidet an Stolz und der andere ist einfach nur blind.�
Ich sah Simon perplex an, der w�hrend er sprach, ein Geschirrtuch in der Hand umherschwang. Eigentlich sah es l�cherlich aus, aber seine Stimme klang energisch, weshalb ich ein Lachen unterdr�ckte.
�David, wieso...�
�Nein�, schnitt David seinem Bruder das Wort ab. �Lass es einfach.�
�Verflucht! Ich verstehe nicht...�
�Simon, du wei�t, was wir besprochen haben.�
Simon schnaubte und zog David am Arm mit sich. David, von dieser aktiven Aktion seines Bruders �berrascht, stolperte hinter diesem her. Am anderen Ende des Raumes blieb Simon stehen, drehte sich um und sprach eindringlich auf David ein. Dieser sch�ttelte den Kopf, wich ihm aus. Ich beobachtete das Geschehen aus schmalen Augen.
Aha, dachte ich mir, es geht also um diese Sache, �ber die Simon mehr wei� als ich.
Ich schluckte und hielt den Atem an in der Hoffnung, etwas mitzubekommen. Doch es gelang mir nicht. Gerade wollte ich einfach fragen, wollte mich nicht weiter ausgrenzen lassen, als David mit energischem Kopfsch�tteln Simon stehen lie� und an mir vorbei zur T�r rauschte. Dort drehte er sich noch einmal um, sah allerdings nicht zu Simon, sondern zu mir. Er hielt sich einen Augenblick an der T�r fest und schien mit sich zu k�mpfen, mir etwas zu sagen. Ich versuchte, die Angespanntheit aus meinen Gesichtsz�gen weichen zu lassen, wollte ihm zeigen, dass ich ebenso f�r ihn da sein konnte, wie er es f�r mich gewesen war. Ich konnte sein Z�gern nicht nur sehen, sondern geradezu sp�ren.
�So drive me out, out to that open field
Turn the ignition off and spin around
Your help is here, but I'm parked in this open space
Blocking the gates of love
I am overcome, I am overcome
Holy water in my lungs, I am overcome�
, klang die Stimme des Live-S�ngers durch den Salon.
Auch ich f�hlte mich vollkommen �berw�ltigt, vollkommen kraftlos, wenn ich betrachtete, was aus der Freundschaft von David und mir geworden war. Oder hatte Simon Recht und wir beide - David und ich - blockierten uns gegenseitig, machten einander das Leben schwer? Aber wieso sollte ich an Stolz leiden? Ich war doch auf David zugegangen! Ich wollte doch wieder eine Freundschaft mit ihm!
�Yvonne�, sprach er schlie�lich. �Ich werde deine Worte zwar verzeihen, aber ich werde sie nicht vergessen. Und vergiss nicht, dich auch noch bei den anderen zu entschuldigen.�
Ich presste die Lippen aufeinander und nickte lediglich. Mir war zum Heulen zumute. Wieso redete er nicht mit mir?
�Wei�t du, mir hat dein Angriff nicht sonderlich wehgetan, aber Amber h�ttest du genauso gut auf die U-Bahngleise werfen k�nnen. Ja und Rachel...� Er gab ein schwaches Grinsen von sich. �Tja M�dchen, du tust mir jetzt schon leid.�
Er warf einen letzten Blick auf Simon und zog die T�r hinter sich zu. Nun sahen Simon und ich uns an. Mein Gehirn schaltete automatisch von Verletztheit auf Neugierde und Wissensdrang. Simon bemerkte diesen Wechsel und wollte sich ebenfalls zur T�r begeben, doch ich sprang zwischen ihn und diese.
�Oh nein, junger Mann! Du kommst hier erst raus, wenn du mir endlich sagst, was zum Teufel eigentlich los ist!�
�Was soll los sein?�, fragte er dumm.
�Was verheimlicht ihr vor mir?�
�Wir verheimlichen gar nichts. Du interessierst dich lediglich nicht daf�r. W�rdest du ihn fragen, w�rde er es dir sicher sagen.�
Simon machte einen Schritt zur Seite und wollte an mir vorbei. Wieder sprang ich vor ihn, stemmte meine H�nde gegen seine Brust und mein ganzes Gewicht gegen ihn.
�Ich werde dich hier nicht rauslassen!�
�Ach Muffy, was soll das jetzt?�, lachte er und umschloss mit seinen H�nden meine Handgelenke.
�Himmel, ich will doch nur wissen, was los ist!�, sagte ich verzweifelt und sah ihn an.
�Simon, er leidet doch nicht etwa an einer unheilbaren Krankheit und wird bald sterben?�
�Leider nicht�, st�hnte Simon gespielt und grinste. �Glaub mir, er ist quicklebendig.�
�Kommt er etwa in die Midlife Crisis?�
�Ist er daf�r nicht ein bisschen zu jung?�
�Simon!�, beharrte ich weiter.
�Du hast es doch mitbekommen. Ich darf und will dir auch nichts sagen.� Er hievte mich anhand meiner Handgelenke ein St�ck von sich und wagte einen erneuten Schritt zur T�r. Sofort versuchte ich meine H�nde zu befreien und schob meinen K�rper wieder in seinen Weg.
�Simon, bitte.�
Ich sah zu ihm hinauf, er sah auf mich herunter und seufzte erneut. Er lie� eine meiner H�nde los und fuhr mir mit dem Daumen �ber meine Wange, zog mich dann an der anderen Hand an sich. Ich kuschelte mich nahezu in seine Umarmung. Er war der Einzige hier, der mir freundschaftlich entgegenkam.
�Mein Gott�, fl�sterte er. �Nachdem du gestern abgehauen bist, war der Teufel los. Und Schei�e, Mann, ich hatte solche Angst um dich, dass du irgendeinen Mist abziehen w�rdest.�
�Wenigstens hast du dir Sorgen um mich gemacht.�
�Das haben wir alle. Auch wenn du mit deinen Aussagen so manchen Schock verpasst hast, so waren alle in Aufruhr, wo du stecken k�nntest.�
�Ihr habt nach mir gesucht?�
�Jein. Du wei�t selber, dass ein M�dchen wie du hier in London mit einer Nadel im Heuhaufen zu vergleichen ist. Nachdem du abgezischt bist, sind Monique und Rachel erst mal auf David losgegangen. War ziemlich unsch�n.�
Ich trat einen Schritt zur�ck und sah ihm ins Gesicht. �Was haben sie gesagt?�
Er presste die Lippen aufeinander.
�Simon?�
�Monique hat voll den Terror geschoben. Gilfte die ganze Zeit rum, dass sie es schon immer wusste, dass man dir nicht trauen kann und du schon allezeit an David interessiert gewesen w�rst. Sie h�tte die Bedrohung von eurer ersten Begegnung an gesp�rt.�
�Bedrohung. Leidet die unter Halluzinationen?�
�Rachel hingegen warf David vor, dass er seine Position dir gegen�ber ausgenutzt h�tte.�
�Position? Was ist denn das f�r ein Quatsch?� Ich sch�ttelte ungl�ubig den Kopf. �Er ist nicht mein Chef. Es ist einfach passiert.�
�Jedenfalls fragte Schneider irgendwann unter all den Anschuldigungen, ob wir nicht einmal nach dir sehen sollten. Ich sah zun�chst in der Wohnung nach, aber wie erwartet warst du dort nicht. Also berieten wir, was wir tun konnten.�
�Wir?�
�Ja, wir. Und es war David, der Bloom nach Hause schickte. Der wollte n�mlich eine Suchaktion in den Stra�en starten, aber David meinte, dass wenn du nicht gefunden werden m�chtest, du eine M�glichkeit hierf�r findest, zumal eine Suche vollkommen zwecklos w�re. Nein, er meinte sofort, Bloom sollte nach Hause gehen, weil du sicherlich dort auftauchen w�rdest.�
�Tats�chlich?�
Er nickte. �Bloom zickte erst rum und dachte, dass wir ihn lediglich ausschlie�en wollen, doch Mike, Tim und Schneider konnten ihn �berzeugen. Und wie ich es mitbekommen habe, hat David sich nicht geirrt.�
�Nein, hat er nicht. Ich war die Nacht bei Orlando.�
Simon zog die Stirn kraus. �Ich werde mich dazu nicht �u�ern, da du meine Meinung kennst. Ich m�chte dir lediglich sagen, dass ich es von Bloom ziemlich schwach finde, dass er nicht einmal Bescheid gegeben hat, dass du bei ihm bist. Darum haben wir n�mlich alle gebeten.�
�Das tut mir leid.�
�Es muss nicht dir leid tun, sondern ihm.�
Ich l�chelte schwach. �Aber falls dich das tr�stet: Du hast ihn ziemlich gut erwischt.�
�Habe ich das?�
Mein L�cheln wurde breiter. �Ja, hast du. Aber sag, was ist mit Ben, Amber und Chiar�n?�
Ein weiteres Seufzen drang aus Simons Kehle. �Ben ist fertig. Erst der herbe Schlag, dass du keine tieferen Gef�hle f�r ihn hast und dann die Offenbarung, dass du und David...� Er lie� den Satz unvollendet. �Chiar�n nimmt es ziemlich locker und Amber? Ich denke, sie wusste schon immer, dass sie nie an David rankommen w�rde.�
�Du wei�t davon?�
�Na h�r mal, wie sie ihn anhimmelt, ist nicht zu �bersehen�, grinste er. �Also, ich denke, sie wusste, dass sie nie eine Chance gehabt h�tte, aber dass du dann mit ihm geschlafen und ihr nichts gesagt hast...�
�Ich weiߓ, unterbrach ich ihn. �Ich bin eine total beschissene Freundin.�
�Nein, ich finde, man kann dir deshalb keinen Vorwurf machen. Sie ist immerhin nicht mit David zusammen.�
�Aber es tut ihr trotzdem weh.�
�Sie wird es �berleben.�
Wir l�chelten einander an und ich konnte mich in diesem Moment kaum an einen anderen Augenblick erinnern, in welchem ich derart froh war, dass es Simon gab.
�Und was ist nun mit Bloom und dir?�, fragte er.
�Wir wollen es nochmals miteinander probieren. Wir haben Fehler gemacht und vielleicht aus diesen gelernt.�
�Dann w�nsche ich dir, dass es diesmal besser l�uft. Wenn nicht breche ich ihm das Genick.�
�Es ist besser als Nichts.�
Seine Augen weiteten sich ungl�ubig. �Wie meinst du das jetzt? Bist du nicht froh dar�ber?�
�Doch, es ist nur, dass ich mich schwer dar�ber freuen kann, wenn hier derweil alles schief l�uft.�
�Das renkt sich schon wieder ein.�
�Ich hoffe es�, seufzte ich. �Ihr geht heute also noch aus?�
�Ja, ich w�rde gerne sagen, dass du mitkommen sollst, aber Monique wird auch anwesend sein.�
�Die sind noch zusammen?�
Simon grinste breit. �Klar. Sie gibt schlie�lich dir die Schuld und nicht David.�
�Wie nett. Nein, ich verzichte.�
�Es ist nur schade, weil du deshalb Sam nicht kennen lernst.�
Ich sah ihn fragend an. �Sam? Du f�hrst heute deine Freundin vor?�
�Bitte sei jetzt nicht b�se. Wir haben das schon vor einer Weile ausgemacht. Ich hatte ja keine Ahnung, dass sich vorher solch ein Drama abspielen w�rde.�
�Ich bin nicht b�se. Nur ein bisschen traurig.�
�Du wirst sie auf jeden Fall ebenfalls kennen lernen.�
�Das erwarte ich auch. Aber bitte nicht erst, wenn sie schon wieder zu deinen Verflossenen z�hlt.�
�Versprochen. Aber du, ich muss mich langsam fertig machen. Sonst m�ssen wieder alle auf mich warten.� Er l�chelte mich an und ging zur T�r, sah nochmals zu mir. �Gehst du wieder zu Bloom?�
Ich sch�ttelte den Kopf.
�Muffy, mir w�re lieber, wenn du nicht alleine hier rumsitzen w�rdest. Es ist Samstagabend.�
�Mach dir keine Sorgen. Ich habe den Abend bereits verplant�, grinste ich. �Ich habe eine Verabredung mit dem PC.�
�Na wenn das so ist.�
Er zwinkerte mir zu und verlie� den Raum. Ich sah noch auf die Stelle, an welcher eben gestanden hatte und lief dann zur HiFi-Anlage. Die CD von Live war inzwischen abgespielt und der Wechsler hatte die n�chste CD eingeworfen, bei welcher es sich erneut um selbstmordf�rdernde Musik von David handelte. Ich wollte gerade die Stoptaste dr�cken, wurde jedoch vom Liedtext daran gehindert.
�Do you know how hard I�ll try to lose this foolish pride
Can you take me as I am, can you understand me?
I�m changing now
If all we lose is the skin,
I�m putting you under within
We�re gonna make this life together
The symptoms are too deep
I got you on my mind in my sleep�

Meine Gedanken wanderten wieder, kn�pften ein Band mit dem Lied. Auch ich w�nschte mir, dass David mich akzeptierte, wie ich war. Dass er akzeptierte, dass ich mit Orlando zusammensein wollte. Dass er es verstand. Dass er verstand, dass ich mich ver�nderte und nicht mehr die kleine Freundin seiner Schwester war. Symptome... Das Wort stand nahezu in fetten, roten Lettern vor meinen Augen. In mir erwachte eine neue Theorie.
Da wurde die T�r aufgerissen. David trat schwungvoll herein, stoppte jedoch, als er mich sah. Ich wagte ein zaghaftes L�cheln. David reagierte auf dieses anders wie erwartet. Er kam zu mir her�ber und griff nach zwei CDs auf dem Regal. Er stand dicht neben mir und ich versp�rte eine Unruhe zwischen uns beiden. Er war ziemlich bem�ht mich zu ignorieren, also versuchte ich es ebenso.
�We�re gonna make this life together
The symptoms are too deep
I got you on my mind in my sleep�

Der Refrain erklang erneut und ich schielte aus den Augenwinkeln zu David, bemerkte dabei, dass er dasselbe tat.
�Solltest du nicht langsam mit dem Packen anfangen?�, fragte er m�rrisch.
�Wie?�
�Du ertr�gst meine N�he doch nicht mehr und wolltest zu Bloom.�
Perplex sah ich ihn an, meine Theorie war verworfen. �Du...�
�Fein, wenn du bleiben m�chtest, bitte. Aber glaub mir eines, Sch�tzchen, meine letzten Tage hier werde ich dir zur H�lle machen.�
Mit einem raschen Knopfdruck stoppte ich die Musik, stemmte die H�nde in die H�ften und sah ihn feindselig an. �Du m�chtest also einen offenen Krieg? Bitte, kannst du haben!�
�Super!�, sagte er mit gespielt euphorischer Stimme. �Wir werden jede Menge Spa� miteinander haben.� Und damit zischte er samt CDs wieder ab.
Dieser arrogante, eingebildete Mistkerl! Und ich habe vorhin gedacht, dass wir Frieden geschlossen h�tten! Dass Simon als Streitschlichter ermittelt h�tte.
Doch nun wurde ich mir dar�ber bewusst, dass Simon den Streit lediglich unterbrochen hatte. Was mich jedoch beunruhigte war, dass ich keinen Schimmer hatte, was David plante. Ich konnte nur ahnen, dass er mich aus der Wohnung haben wollte. War das ein irischer Rachfeldzug? Reagierte er auf diese Art, wenn man seine Gef�hle beleidigte? Tom hatte doch erz�hlt, dass er nach der Beendigung der Beziehung mit Anna alle anderen auch aus der WG geworfen hatte. Wollte er mich jetzt ebenso loswerden? Vielleicht hatte aber auch Monique ein Machtwort gesprochen und gefordert, dass ich nicht mehr mit ihm zusammenwohnen sollte. Das w�rde ich mir jedoch nicht bieten lassen.
Ich h�rte die T�rklingel und kurz darauf Stimmen im Flur. Die drei brachen auf. Ich wollte jedoch nicht, dass David das letzte Wort f�r heute gesprochen hatte. Ich st�rmte aus dem Salon. Mike war gekommen, um sie abzuholen und lehnte l�ssig an der Wohnungst�r. Auch Chiar�n und David standen dort. Simon fehlte jedoch noch. Die drei anderen gaben hierzu sp�ttische Kommentare und endlich erschien Simon aus seinem Zimmer.
�Okay, wir k�nnen�, verk�ndete er und bemerkte mich, wie ich am anderen Ende des Flurs stand. �Also Muffy, bis nachher, ja?�
Ich nickte und sie wandten sich zur T�r. Ich zitterte vor innerer Wut.
�David!�
Sie blieben stehen und drehten sich nach mir um.
�Nur das du es wei�t�, sagte ich mit holpriger und dennoch w�tender Stimme. �Ich werde mich nicht von dir oder sonst wem verjagen lassen. Wenn du nicht damit umgehen kannst, dass ich hier bin, ist das dein Pech. Aber ich werde bleiben!�
David sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an und grinste dann zu Mike.
�Himmel, Yvonne kann ja richtig leidenschaftlich werden�, sp�ttelte dieser.
�Genau das hatte ich bef�rchtet�, seufzte David. �Eine Nacht mit mir und ich werde sie nicht mehr los. Dann muss Bloom aber sehr entt�uschend gewesen sein.�
Die anderen lachten auf. W�tend sah ich mich um und ergriff eine Drachenskulptur von der Kommode neben mir. Ich versp�rte nur noch den Wunsch, David gegen�ber aggressiv und gewaltt�tig zu werden.
Die vier M�nner besahen meine Handlung, verstummten und blickten einander �berrascht an. Gut nicht alle. David verzog n�mlich keine Miene.
�Yvonne, stell das wieder hin�, sagte er mit ruhiger Stimme. �Die war teurer, als deine Zimmereinrichtung. Du wei�t doch, dass das mit uns beiden keinen Sinn macht.�
Davids Augen fixierten mich eisern, Mike lachte leise auf, Chiar�n und Simon blickten mich abwartend an. Ich hatte keine Chance. Ich knallte die Skulptur zur�ck auf die Kommode, gab eine Mischung aus Knurren und Fauchen von mir und verschwand t�rknallend in meinem Zimmer. Dort warf ich mich auf das Bett und wartete darauf, dass die Kerle verschwanden. Ich h�rte, dass David noch etwas sagte, wor�ber die anderen lachten, verstand jedoch nicht, worum es ging. Doch ich konnte es mir denken.
Nach einer Weile ging ich zur�ck in den Salon, schnappte mir das Telefon und rief Orlando an. Ich berichtete ihm, wie die Lage war. Sofort bot er mir an, zu ihm zu kommen. Er h�tte zwar bereits etwas mit Eric und Christopher ausgemacht, da ich den Abend ja nicht mit ihm hatte verbringen wollen, w�rde ihnen aber meinetwegen absagen. Ich �berzeugte ihn, dass dies nicht n�tig w�re, da ich ohnehin zu tun h�tte. Allerdings verabredeten wir uns f�r den n�chsten Tag.
Anschlie�end rief ich Andr� an. Aus seiner Stimme h�rte ich Erleichterung und er beteuerte selber, wie froh er war zu h�ren, dass es mir gut ging. Ihm erz�hlte ich schlie�lich die ganze Geschichte, wie es �berhaupt dazu gekommen war, dass ich bei Orlando geblieben war. Auch die Diskussion mit David lie� ich nicht aus. Andr� horchte zu, urteilte nicht �ber mich.
�Glaubst du, dass es falsch war?�, fragte ich.
�Man kann nichts gewinnen, wenn man nicht riskiert�, meinte er nachdenklich. �Ich hoffe nur, dass du wei�t, worauf du dich einl�sst. Es k�nnte wieder sehr verletzend f�r dich werden.�
�Ich wei�, aber wie kann ich es wissen, wenn ich es nicht versuche?�
Er antwortete nicht.
�Andr�?�
�Um zu sehen, musst du die Augen �ffnen. Um zu erkennen, musst du sie schlie�en und denken. Merkst du den Unterschied?�
�Ich verstehe nicht wirklich, was du mir sagen willst�, antwortete ich ehrlich.
�Gef�hle spielen uns gerne einen Streich, wenn wir auch noch visuell beeinflusst werden. Manchmal ist es besser, blind zu sein und sich nur auf sein Wissen zu konzentrieren. Denn dort liegt die Antwort.�
�Andr�...�
�Glaub mir, du kennst die Antwort bereits schon. Du �bersiehst sie lediglich noch, da sie sich in deinem Unterbewusstsein aufh�lt.�
�K�nntest du dich nicht klarer ausdr�cken?�
Er lachte am�siert ins Telefon. �Ihr macht das schon. Ich verlasse mich auf euch. Es ist nur wichtig, dass du dir die Zeit nimmst, die du brauchst.�
Andr� gab mir keine Antwort, die mich zufrieden stimmte. Er sagte weder dass er sich f�r Orlando und mich freute, noch dass wir eine Riesendummheit begangen h�tten.
Montagmorgen musste er nach Deutschland zur�ckfliegen und es w�rde sich keine Gelegenheit finden, dass wir uns nochmals treffen konnten. Ich entschuldigte mich abermals f�r dieses Wochenende, das f�r ihn auch nicht gerade angenehm gewesen sein musste. Er nahm es gelassen, verlangte lediglich, dass ich mich k�nftig noch bei ihm melden w�rde.
Nach dem Telefonat f�hlte ich mich ein wenig besser. Voller Tatendrang setzte ich mich an den PC, �ffnete das Word-Programm und begann zu schreiben: Mein sogenanntes Leben...

*

Ich hatte an diesem Abend ziemlich viel geschrieben. Insgesamt vier Kolumnen, welche unterschiedliche Themen behandelten. Als ich den PC abschaltete, war ich sehr zufrieden gewesen.
Ehe ich zu Orlando ging, schaute ich bei Timothy vorbei. Richy war dort ebenfalls anzutreffen. Im Gegensatz zu David konnte ich mich mit diesen beiden in aller Ruhe aussprechen. Tim hielt mir keine gro�artige Ansprache und meinte lediglich, dass es gut w�re, dass die Liaison von David und mir nun bekannt w�re. Ich empfand das zwar nicht so, aber akzeptierte seine Meinung. Ferner glaubten sie, dass David nur aufgrund der Tatsache, dass Monique von seinem Ausrutscher mit mir wusste, derart reagierte. Schlie�lich hatte ich es ausgesprochen und er deshalb �rger bekommen und nun wollte er sich auf irgendeine Weise r�chen. Doch �u�erten sie auch ihre Bedenken bez�glich Orlando. Dies nahm ich ihnen nicht �bel. Ich hatte schlie�lich selber welche. Mit dem Wissen, dass ich die beiden auf meiner Seite hatte, machte ich mich schlie�lich auf nach Notting Hill.

*

Montag lie� mir die Arbeit keine Zeit, �ber mein Privatleben nachzudenken. Jedoch hatte ich mir vorgenommen, nach Feierabend bei Rachel vorbeizugehen. Zugegeben, sie empfing mich nicht gerade freundlich. Ich redete nicht lange um den hei�en Brei und entschuldigte mich f�r meinen Ausraster am Wochenende. Ganz unerwartet blieb ich sogar ziemlich lange bei ihr. Einmal den Mut gefunden mit ihr zu reden, erz�hlte ich ihr von all meinem Gedanken und den Geschehnissen der vergangenen Wochen, berichtete von der Angst, die mich erf�llte, da sich eine Distanz zwischen uns aufgebaut hatte. Rachel war diese auch nicht unbemerkt geblieben, doch hatte sie keine M�glichkeit gesehen, an mich heranzukommen. Ich hatte ihr auch keine gegeben. Was sie allerdings kein bisschen leugnete, war ihre Wut auf David. Irgendwann w�hrend der Unterhaltung �ber ihren Bruder, klingelte mein Handy. Es war Orlando, der sich erkundigte, wo ich bleiben w�rde. Wir hatten uns verabredet und vor lauter Gerede mit Rachel hatte ich die Zeit vergessen. Rachel lauschte still w�hrend des Telefonats und l�chelte mich an.
�Ich hab ihn doch glatt vergessen�, sagte ich, als ich das Handy wieder einpackte und l�chelte verlegen.
�Er wird dich doch wohl eine gewisse Zeit entbehren k�nnen?�, lachte sie und sah mich dann nachdenklich an. �Wei�t du, was ich glaube?�
�Hm?�
�Diesmal schafft ihr es. Er w�re nicht zur�ckgekommen, wenn es ihm nicht ernst w�re. Ich habe das schon am Freitag gedacht, als er bei euch aufgetaucht ist.�
�Dann bist du bisher die Einzige, die das glaubt�, sagte ich traurig.
�Vergiss einfach die Ereignisse, die das Ganze momentan �berschatten. Wenn Amber und Ben dir nicht verzeihen, wei�t du wenigstens, woran du bist. Und sei mal ehrlich, auf solche Freunde kann man verzichten.�
�Das sagt sich so leicht. Ich m�chte es eben allen recht machen.�
�Das kannst du aber nicht. Also h�r auf, dies zu versuchen. Du hast Fehler gemacht, aber es handelt sich um welche, die verzeihbar sind. Gut, wenn Monique David nicht verzeiht, nehme ich dir das ganz bestimmt nicht �bel.� Sie grinste verschw�rerisch.
�Da muss ich dich entt�uschen. Wie ich das mitbekommen habe, sind sie noch zusammen.�
�Mist! Dann hat die ganze Aktion doch nichts gebracht!�, lachte sie nun auf.
Ich lachte einen kurzen Moment ebenfalls.
�Rachel, du bist nicht b�se?�
�Genaugenommen habe ich keinen Grund, da ich schlie�lich in keiner Weise betroffen bin. Ich bin lediglich entt�uscht, weil du mal wieder nichts gesagt hast.�
�Tut mir leid.�
�Daran m�ssen wir wirklich arbeiten.� Sie l�chelte, wurde aber gleich wieder ernst. �Yvonne, unsere Freundschaft ist mir wichtig und es tut weh, tatenlos mit ansehen zu m�ssen, wie sie immer mehr zerbricht. Alleine kann ich sie aber nicht aufrechterhalten. Von dir muss auch was kommen.�
�Ich wei�. Und ich werde das �ndern. �berhaupt wird so manches anders.�
�Das hoffe ich. Und wie gesagt, ihr k�nnt gerne mal als Babysitter einspringen. Und wenn er doch wieder mehr mit seinen Freunden unternehmen will, dann zeig ihm mal, wo es langgeht!�, sprach sie im Kommando-Ton. �Und wegen der Sache mit David: Ich wei� wie mein Bruder aussieht und das er �ber eine sehr starke �berzeugungskraft verf�gt. Und immerhin ist er so etwas wie der Schwarm deiner Jugend.�
�Das ist ewig her�, protestierte ich.
�Pass nur auf, dass es nicht wieder passiert. Ihr riskiert damit n�mlich eine sehr gute Freundschaft.�
Ich biss mir auf die Unterlippe und nickte. Ich hatte ihr nicht erz�hlt, wie es bereits um diese �Freundschaft� stand. Nein, Rachel glaubte, dass es sich um einen One Night Stand aufgrund von Alkohol handelte. Dies hatte David allen erz�hlt und ich behielt die Geschichte bei.
�Okay, dann gehst du nun aber besser zu deinem M�rchenprinzen. Meiner wird schlie�lich auch bald nach Hause kommen.� Rachel erhob sich von der Couch, auf welcher wir die ganze Zeit �ber gesessen hatten.
Ich stand ebenfalls auf und folgte ihr zur T�r. �Macht Dave mal wieder �berstunden?�
�Notgedrungen. Ein gr��eres Haus ist f�llig.�
�Ein gr��eres Haus? Aber ihr habt doch gen�gend Platz.� Irritiert sah ich Rachel an und um ihre Mundwinkel bildete sich ein L�cheln. �Nein! Nicht schon wieder.�
�Doch.�
�Himmel! Wollt ihr Arsenal London neue Spieler f�r die Zukunft sichern?�
�Hey, ich hoffe, dass es ein M�dchen wird. Ich habe schon zwei Jungs von ihm!�
Ich fiel Rachel um den Hals. �Mensch, das ist gro�artig, aber auch be�ngstigend.�
�Ein weiteres Baby ist nicht geplant. Aber sage den anderen bitte noch nichts. Ich m�chte noch abwarten, bis ich den dritten Monat erreicht habe.�
Mein Gesicht musste ein einziges Strahlen sein, so sehr freute ich mich f�r meine Freundin. Mit der Erlaubnis, dass ich wenigstens Orlando von ihrer Schwangerschaft in Kenntnis setzen durfte, entlie� sie mich.

*

Der Krieg zwischen David und mir war Ende der Woche im vollen Gange. Wir wechselten beleidigende Kommentare, polterten eingeschnappt durch die Wohnung und warfen einander finstere Blicke zu. Leider wurde er von meinen Blicken nicht get�tet.
Wenn ich ihm ernstgemeinte Fragen stellte, gab er nur einsilbige Antworten von sich. Simon stand hilflos zwischen uns und ergriff f�r keinen Partei, lachte sehr wohl �ber die Bemerkungen, die ich �ber David machte als auch �ber die, die sein Bruder �ber mich von sich gab. Doch David hatte sich geirrt. Die Wohnung glich nicht der H�lle, sondern vielmehr einer Irrenanstalt.

*

W�hrend mir eine Aussprache mit Ben ziemlich gleich war, dr�ckte ich mich um die mit Amber. Wenn ich an sie dachte, f�hlte ich mich einfach nur miserabel. Es war eine Woche seit der �Nacht der Bekenntnisse� vergangen und ich hatte in dieser keinen Kontakt zu Amber gehabt. Stattdessen hatte ich mich verbal mit David geschlagen oder Zeit mit Orlando verbracht oder gearbeitet.
Als ich Dr. Fleming bei meiner Therapiesitzung von den neuesten Ereignissen erz�hlte, wurde er so derma�en mit Informationen �berh�uft, dass er gar nicht wusste, wo wir beginnen sollten, zumal er eigentlich noch mit mir meine Jugend besprechen wollte. Doch hatte diese an Priorit�t verloren.
Freitag brachte ich meine Kolumnen beim Brit�s Week vorbei. Alison Rutherford bekam ich nicht zu Gesicht. Allerdings nahm ihre Assistentin meine Arbeiten entgegen und reichte mir den Arbeitsvertrag. Als ich diesen in den H�nden hielt, dachte ich daran, dass f�r gew�hnlich David alle gesch�ftlichen Unterlagen f�r mich pr�fte. Doch das w�rde er nun ganz sicher nicht mehr tun. Also �berflog ich den Vertrag und setzte meine Unterschrift auf das Papier. Ehe ich ging, informierte mich die Assistentin noch dar�ber, dass Mrs. Rutherford sich Anfang der n�chsten Woche bei mir melden w�rde.

*

�Seit gestern redet er nicht mehr mit mir�, gab ich w�tend von mir. �Ich kann neben ihm auf der Couch sitzen und wenn er was will, dann bittet er Simon, dass dieser mir ausrichtet, ich solle doch zum Beispiel meinen Hintern in die K�che bewegen, weil ich K�chendienst h�tte. Und wenn keiner da ist, der mir seine Mitteilungen �berbringen k�nnte, schreibt er mir Nachrichten!�
Orlando und ich sa�en einander gegen�ber an einem Tisch im Oxo Tower. Es war Montagabend und ich hatte einen grausamen Sonntag hinter mir, welchen ich gerne mit ihm verbracht h�tte, doch dieser war seinerseits mit seiner Familie verabredet gewesen.
�Wei�t du, es geht allm�hlich ins L�cherliche�, berichtete ich weiter. �Er versucht mit allen Mitteln, mich aus der Wohnung zu bekommen, da ich ihn gekr�nkt habe. Rauswerfen darf er mich nicht, sonst ist er schlie�lich der B�se. Aber ich drehe noch durch!�
Orlando hatte den Kopf in seine Hand gest�tzt, nickte l�chelnd und sah mich interessiert an. Allerdings hatte ich das Gef�hl, dass er �berhaupt nicht auf meine Worte einging und sein Kopfnicken nicht Verst�ndnis oder Zustimmung bedeutete, sondern das es sich lediglich um eine Reaktion handelte. Ich brach mit meiner Erz�hlung ab und blickte ihn an.
�Was ist?�
Er schrak kurz auf, l�chelte dann wieder. �Nichts. Was soll sein?�
�Das frage ich dich. Wieso schaust du mich so an?�
�Nun�, sagte er und schluckte, als h�tte ich ihn bei einer Straftat ertappt. �Es ist so... Mich faszinieren deine Lippen unheimlich.�
�Bitte?�
�Diese Wellenbewegung deiner Lippen wenn du sprichst�, erkl�rte er und l�chelte mich etwas verlegen an. �Ich sehe das unheimlich gerne und versp�re jedes Mal den Wunsch, dich immerfort zu k�ssen.�
Ich sp�rte, wie ich rot wurde und senkte den Blick. Eigentlich sollte ich nicht so reagieren. Ich hatte ihm eben von etwas berichtet, dass mir schwer auf dem Herzen lag und er hatte mir gar nicht wirklich zugeh�rt, sondern lediglich auf meine Lippen gestarrt und daran gedacht, mich zu k�ssen. Doch war dies nicht unheimlich lieb? Wann bekam ich schon einmal solch ein Kompliment?
�Danke�, sagte ich und l�chelte ihm zu.
Orlando erwiderte mein L�cheln und fasste �ber den Tisch nach meiner Hand, lie� seinen Daumen sanft �ber meine Fingerkn�chel gleiten und dr�ckte diese schlie�lich kurz, ehe er seine Hand zur�ckzog, da ein Kellner an unseren Tisch kam und unsere georderte Bestellung servierte.
Uns gegenseitig Blicke zuwerfend, machten wir uns an das Essen und ich sprach nicht weiter �ber die Probleme, welche ich Zuhause hatte. Stattdessen erz�hlte er mir von seiner Familie und von einem Rollenangebot, das er heute erhalten hatte.
In mir kam alles zur Ruhe. Es war einfach nur sch�n, mit ihm zusammenzusein, dem anderen Stress zu entkommen. Es handelte sich lediglich um acht Tage, seit er wieder bei mir war, aber mir kam es so vor, als w�re er nie fortgewesen. Und doch war es anders. Er hatte mich jeden Tag angerufen, zuerst nach meinen Problemen gefragt. Er verhielt sich r�cksichtsvoll und zuvorkommend. Es war einfach nur traumhaft.
Nach dem Essen fuhren wir per Taxi in die Innenstadt. Es war eine sch�ne Nacht und Orlando wollte noch nicht nach Hause, sondern noch zwischen Piccadilly Circus und Covent Garden umherlaufen, eventuell auch einen Tee trinken gehen und einfach den Sommer in der Stadt genie�en. Nat�rlich gingen wir dabei ein gewisses Risiko ein, da Orlandos Bekanntheitsgrad weiter angestiegen war und die Leute ihn inzwischen auch ohne Elben-Kost�m erkannten, doch wollte er keinesfalls immer nur mit mir in seinem Apartment herumsitzen.
Am Leicester Square befand sich wie gew�hnlich eine gro�e Menschenansammlung. Einige warteten darauf, dass eine der Filmvorstellungen im Empire begann, andere hatten das H�agen Dasz im Auge und erhofften eine Sitzgelegenheit im Freien und manch andere hatten den Platz als Treffpunkt auserkoren, um den weiteren Verlauf des Abends zu planen. Ein Pantomime-Darsteller h�pfte zwischen den Menschtrauben umher und versuchte Aufmerksamkeit zu erlangen.
Orlando und ich sprachen nicht miteinander, w�hrend wir �ber den Platz gingen. Wir ben�tigten keine Worte, lie�en einfach die Eindr�cke, die wir sahen, auf uns wirken und genossen es, zu zweit zu sein. Meine Hand lag in seiner und mit seinem Daumen spielte er an meinem Ring. Er dirigierte mich die Stra�e entlang und blieb schlie�lich nahe eines Geb�udes stehen, damit wir die anderen Passanten nicht ihres Weges behinderten.
�Sollen wir nach Soho?�, fragte er. �Da ist sicher mehr los und ich w�rde gerne mal wieder Transvestiten sehen.� Er l�chelte und fuhr mir dem Daumen wieder �ber den Ring, welchen er sehr interessant zu finden schien.
�Meinetwegen�, erwiderte ich. �Aber wehe, einer der Herren in St�ckelschuhen versucht, dich mir auszuspannen!�
�Da wird er keine Chance haben.�
Ein weiteres L�cheln und er neigte den Kopf zu mir herunter und k�sste mich. Dann richtete er sich wieder auf, besah allerdings nun meine Hand mit dem Ring.
�Der ist sch�n.�
�Ich habe ihn von David zum Geburtstag bekommen�, erkl�rte ich, besah ebenfalls den Claddagh-Ring und dachte, dass ich ihn nun eigentlich anders tragen m�sste, da ich immerhin vergeben war.
�Von Cole?�
Mein Blick wanderte von meiner Hand zu Orlandos Gesicht, welches beunruhigt und zugleich verschlossen wirkte.
�Bist du etwa eifers�chtig auf David?� Ich konnte mir ein erfreutes L�cheln nicht verkneifen.
�Ist das nicht verst�ndlich?�, stellte er eine Gegenfrage. �Er ist ein gutaussehender, intelligenter Kerl, ziemlich erfolgreich...�
�Du bist eifers�chtig!�
�Und du hast mit ihm geschlafen.�
Mein L�cheln schwand. �Ich w�rde es bestimmt nicht wieder tun.�
�Hey, tut mir leid�, entschuldigte er sich mit sanfter Stimme und k�sste mich erneut, zog mich dabei dichter an sich.
Die Menschen um uns herum waren vergessen. Knutschende Paare waren hier nichts Au�ergew�hnliches.
�Nachdem ich erfahren habe, dass du mit ihm geschlafen hast, wurde ich fast wahnsinnig. Du bist einfach weggerannt und ich stand da mit den anderen Kerlen. Ich hab Cole nur angesehen und bei dem Gedanken, dass er dich gek�sst, dich ber�hrt hat... Mann, ich h�tte ihn am liebsten umgebracht.�
�Du bist wirklich ein Idiot. Ich m�chte gar nicht daran denken, wie viele M�dchen ich t�ten m�sste, wenn es darum ginge.�
�Einige.� Nach einem Grinsen folgte ein weiterer Kuss.
�Orlando, wollten wir nicht nach...� Mehr brachte ich nicht heraus, da seine Lippen schon wieder auf meinen lagen. Lachend schob ich ihn von mir. �Was ist denn los?�
�Es sind deine Lippen. Sobald du zu sprechen beginnst, kann ich nicht mehr anders.�
�Du bist solch ein Spinner.�
�Siehst du, ich muss es schon wieder tun.�
Ich bot keinerlei Widerstand, empfing seine Lippen mit gro�en Wohlgefallen, w�hrend meine Finger eine seiner wirren Nackenlocken umwickelten. Schlie�lich lie� er von mir und l�chelte mich an.
�Das f�hlt sich einfach besser an, als ich in Erinnerung hatte�, schw�rmte er.
�Entschuldigung?�
Wir sahen auf. Eine Gruppe junger Frauen hatte sich uns gen�hert. Orlando lockerte seine Umarmung und sah mich kurz an. Auf seinem Gesicht lag wohl dieselbe Unruhe wie auf meinem. Mein Pulsschlag erh�hte sich. Hatten die M�dchen ihn etwa erkannt?
�Entschuldigung�, sprach eine Dunkelhaarige. Bei ihrer Stimme handelte es sich um die, welche uns zuvor angesprochen hatte. �K�nnt ihr uns vielleicht sagen, wie wir zum Piccadilly Circus kommen?�
Orlando und ich tauschten einen weiteren Blick, diesmal aus Erleichterung.
�Nat�rlich�, antwortete er und sah wieder mich an. �Soll ich oder m�chtest du den Damen den Weg weisen?�
�Tu dir keinen Zwang an.�
Orlando l�ste seine Umarmung vollkommen und erkl�rte den M�dchen, wie sie an ihr Ziel gelangen k�nnten. Dabei l�chelte er charmant und wies mit den H�nden die Richtung an. Ich be�ugte derweil die Gruppe. W�hrend die Dunkelhaarige sich auf Orlandos Wegbeschreibung konzentrierte, steckten die anderen die K�pfe zusammen und tuschelten. Schlie�lich bedankte sich das M�dchen bei Orlando und forderte ihre Truppe auf, ihr zu folgen.
�Junge, wenn alle Briten so aussehen, lohnt sich der Aufenthalt hier mit Sicherheit�, sagte ein M�dchen, als sie losliefen.
Aha. Deutsche.
Die M�dels drehten sich nochmals um, um Orlando ein letztes Mal anzusehen. Dieser l�chelte und hob die Augenbrauen. Winkend und lachend entfernte sich die Gruppe.
�Okay�, wandte sich Orlando wieder an mich. �Du hast das doch eben verstanden, oder irre ich mich?�
�Ja, ich habe es verstanden und glaub mir, es war nichts Wichtiges.�
�Olle L�gnerin�, widersprach er lachend und hauchte mir einen Kuss auf den Haaransatz.
�Aber als die uns eben angesprochen haben, ist mir fast das Herz stehen geblieben.�
�Nicht nur dir, Tiger-Lily.� Er ergriff wieder meine Hand. �H�r mal, was ich dich eigentlich fragen wollte...�
�Ja?�
�Wie w�re es, wenn du bis zu Coles Abreise zu mir kommst?� Erwartungsvoll blickte er mich an. �Meinetwegen kannst du auch anschlie�end noch bleiben, bis sich die Wogen wieder gegl�ttet haben.�
�Das ist so lieb von dir�, sagte ich und vor lauter Gl�cksempfinden hatte ich wahrscheinlich ein Dauerl�cheln im Gesicht. �Aber ich werde bleiben. Ich werde David keinen Sieg g�nnen. Au�erdem sollten wir beide es doch etwas langsamer angehen lassen. Du wei�t, was letztes Mal passiert ist.�
�Schon okay�, sprach er rasch. �Also, lass uns weitergehen.�
Mit einem kurzen Ruck zog er mich mit sich. Ich stolperte einen Moment neben ihm her, bis ich mich seinem Schritt angepasst hatte. Sein Handeln verwirrte mich ein wenig. Daf�r, dass ihm diese Frage so wichtig gewesen schien, schien ihm meine Antwort nicht weiter zu k�mmern. Hatte er mich lediglich gefragt, weil er vielleicht glaubte, dass ich es erwartete? Und war er froh, dass ich abgelehnt hatte?
Wir bogen in eine weitere Stra�e ab und n�herten uns den beleuchteten Gassen von Soho. Abermals zog Orlando mich an die Seite des Menschenstroms.
�Was h�ltst du davon, wenn wir morgen gemeinsam zu Amber gehen?�
Irritiert sah ich ihn an.
�Yvonne, ich wei�, wie unbehaglich du dich wegen dieser Sache f�hlst. Ich m�chte nicht, dass du den ganzen Stress alleine durchmachst. Immerhin hast du diesen auch aufgrund von mir.�
Seine dunklen Augen hielten mich gefangen und sein Blick bat mich um Erlaubnis f�r seine Anfrage. Ich verlor mich gerade zu in diesen sch�nen Augen. Dieses sanfte Braun und die Wimpern, um deren L�nge und Schwung ich ihn beneidete. In mir begann ein warmer Strom der Zuneigung zu flie�en. Er wollte unsere Leben wirklich vereinen, wollte, dass wir ein Team bildeten. Ein krisenfestes Duo.
�Du bist so wunderbar�, hauchte ich nahezu tonlos hervor. �Aber das Gespr�ch mit Amber wird weniger mit dir zu tun haben.�
Nun sah er mich verunsichert an.
�Nat�rlich wird sie mir vorwerfen, dass ich wieder mit dir zusammen bin. Doch denke ich, wird es eher um David gehen.�
Orlandos Augen wurde schmaler und er besah mich argw�hnisch.
�Sie ist in ihn verliebt.�
�Bitte?�
�Schon eine ganze Weile�, erkl�rte ich. �Und ich denke, was zwischen David und mir abgelaufen ist, verletzt sie eher als die Tatsache, dass du und ich... Na ja.�
�Verstehe... Da werde ich also keine gro�e Hilfe sein?�
�Nicht wirklich. Aber ich schaffe das schon.�
Er nickte. �Okay, dann sorge mal daf�r, dass sie Cole bekommt, damit ich mir keine Sorgen mehr machen muss.�
Wir sahen uns an und ein L�cheln zeichnete sich auf seinem Gesicht. Ich sah in dieses L�cheln, sah in diese braunen Augen. Alles um uns herum verschwand, wurde zu einem unscharfen Bild.
Diesmal wird uns nichts und niemand im Weg stehen. Diesmal wird mich nicht und niemand fernhalten k�nnen. Zwei Schatten vereinen sich wieder. Und es gibt keinen Ort, an welchem ich lieber w�re als hier bei dir. Ich habe dich vermisst. Sag mir, dass es nichts in der Welt gibt, das je zwischen uns kommen k�nnte. Zeig mir, dass du dich heute Abend nicht f�rchtest. Lass mich glauben, dass es nichts in dieser Welt gibt, das mir diesen Moment stehlen k�nnte.
Ich sch�ttelte den Kopf, konnte all das nicht glauben. �Was habe ich nur all die Zeit ohne dich gemacht?�
�Genau das frage ich mich auch.�
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