Zwei Tage sp�ter war Lilis Beerdigung. Da Mani nicht in der Lage war irgend etwas zu entscheiden, hatte Ewian in Absprache mit ihren Br�dern beschlossen Lili nach Art der Menschen zu bestatten. W�hrend der gesamten Zeremonie stand Mani nur neben ihnen und starrte stur gerade aus. Seit sie Lili gefunden hatten sprach er nicht mehr. Alle machten sich Sorgen, vor allem Elrond. Egal was er bisher versucht hatte, es war kein Wort aus dem jungen Mann heraus zu kriegen.
Aragorn sah zu dem jungen Menschen hin�ber und seine Stirn legte sich in tiefe Sorgenfalten. Arwen ergriff seinen Arm. �Auch wenn das sehr egoistisch klingen mag, so bin ich doch froh dar�ber, das wir uns wenigstens nicht um unsere Kinder sorgen m�ssen!�, sprach sie leise zu ihm.
�Ich wei�, was du meinst!�, nickte Aragorn und dr�ckte ihre Hand.
Eine Woche sp�ter hatte sich das Befinden der Drillinge und Ewians wieder etwas gebessert. Die vier sprachen miteinander und halfen sich so gegenseitig. Aber auch von anderer Seite nahmen sie Hilfe an. Ewian von Legolas und Aragorn, die Jungs von Gandalf und Gimli und auch von Haldir. Mani hingegen ging es nicht besser. Alle Versuche von seitens Ewian und ihrer Br�der waren ergebnislos verlaufen. Elrond hielt sich beinahe ununterbrochen bei ihm auf. Immer unterst�tzt von Arwen.
***
Auch jetzt sa� der Lord von Bruchtal wieder bei Mani. Er hatte ihn �berreden k�nnen an die frische Luft zu gehen. Und so hielten sich die beiden seit einer knappen Stunde im Garten auf. Ewian beobachtete sie vom Balkon aus. Sie stand hinter einer Pflanze so das weder Elrond noch Mani sie sehen konnten.
�Wie geht es ihm?�
Ewian zuckte erschrocken zusammen und fuhr herum. Legolas stand hinter ihr. Sie hatte ihn nicht kommen geh�rt. Das war ihr in den letzten Tagen schon einige Male passiert.
�Unver�ndert!�, sagte sie nur und versuchte ihre Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen. Er hatte sie ziemlich erschreckt.
�Geht�s wieder?�, wollte er wissen und legte eine Hand auf die Stelle ihres Herzens. Ewian seufzte nur. Sie konnte aber auch gar nichts mehr vor ihm verheimlichen. Dann nickte sie und drehte sich wieder um. Er legte den Arm um sie und zog sie an seine Brust.
�Es ist keine Schw�che, nerv�s zu sein!�, murmelte Legolas leise.
�Bei meinem Job schon. Es kann mein Leben kosten, erinnerst du dich?�
�Besser als mir lieb ist.�, brummte Legolas. �Er wird keine M�glichkeit bekommen in deine N�he zu gelangen. Keine einzige!�
�Versprich nicht, was du nicht halten kannst!�, murmelte sie nur.
Legolas drehte sie zu sich herum. �Lass uns nicht streiten, nicht schon wieder!�, bat er.
�Ich will nicht streiten, aber ich will auch nicht das du meinen Job machst und dabei dein Leben riskierst!�
�Hast du nicht etwas vergessen? ..... Du bist nicht mehr allein!�
�Ich wei�, Legolas. Aber das macht es nicht leichter f�r mich. Im Gegenteil, ich muss mir noch mehr Sorgen machen, das Leuten die mir wichtig sind etwas passiert!�, sagte sie nur und strich eine Str�hne seines blonden Haares von seiner Schulter nach hinten.
�Wir passen auf uns auf und auf dich!�
Sie nickte und lehnte sich wieder an ihn. Haldir hatte Recht behalten. Legolas w�rde immer f�r sie da sein, wenn sie es nur zulie�.
�Was gibt es neues?�, fragte sie dann und sp�rte nur sein Schulterzucken. Er antwortete nicht, aber sein Schweigen sagte ihr alles was sie wissen musste.
�Meine Br�der hatten Recht, wir h�tten niemals herkommen sollen!�, fl�sterte sie nach wenigen Minuten.
�Sag das nicht.�
�Wei�t du was ich mir w�nschte?�, fragte Ewian leise murmelnd.
�Sag es mir.�, forderte Legolas fl�sternd.
�Ich w�nschte, es w�re m�glich die Zeit zur�ck zudrehen. Alles ungeschehen machen.�
�Auch uns?�, fragte er, obwohl er sich innerlich vor ihrer Antwort f�rchtete.
�Wenn ich damit Leben retten k�nnte, Ja!�, antwortete sie schlicht. Legolas sagte nichts dazu. Was h�tte er auch erwidern k�nnen. Seine Antwort auf diese Frage w�re genauso gewesen.
***
�Wie haltet Ihr das nur aus?�
Elrond fuhr herum und sah Mani an. Der erwiderte seinen Blick, traurig und verloren, aber er sah ihn an. Das erste Mal seit langer Zeit. Elrond sammelte sich. �Was meint Ihr?�, wollte der Elb dann von Mani wissen.
�Ich dachte ich k�nnte es schaffen. Einfach dar�ber hinwegsehen, einfach emotionslos sein. Aber das geht nicht. Ich habe schon oft Menschen sterben sehen, ich habe selbst welche get�tet, aber als Lili .....� Er stockte kurz und holte tief Luft bevor er fortfuhr. �Ihr seid so alt und seht st�ndig Menschen sterben, die Euch wichtig sind. Wie k�nnt Ihr nur damit leben?�, fragte Mani leise und sah dann auf den Brunnen vor ihnen.
�Diese Frage zu beantworten ist nicht einfach.�, begann Elrond nach einiger Zeit. �Mit der Zeit habe ich gelernt den Tod nicht als etwas entg�ltiges zu sehen. Vielmehr ist es nur der Beginn von etwas Neuem. Eine neue Welt, oder auch ein neues Leben, wie immer Ihr es nennen wollt.�
�Wollt Ihr sagen, Ihr glaubt das meine Schwester in einer neuen Welt ist?�, fragte Mani nach einiger Zeit.
�Elben gehen nach Valinor, warum sollte es einen solchen Ort nicht auch f�r euch Menschen geben. Als Aragorn noch ein Kind war, sagte er einmal seine Eltern w�rden vom Himmel auf ihn hinabsehen. Ich glaube das er damit Recht hatte!�
�Unsinn!�, begehrte Mani auf und erhob sich von der Bank. Er fuhr sich einige Male mit den H�nden �ber die Arme, als w�re ihm kalt und dann drehte er sich von Elrond weg. Dieser erhob sich ebenfalls und ergriff Mani an seinen Schultern. Der junge Mann wehrte sich als der Lord von Bruchtal versuchte ihn zu sich zu drehen, aber der Elb war st�rker.
Es dauerte mehrere Minuten bis Elrond es schaffte das Mani seinen Blick erwiderte. Die Augen des Menschen waren ein offenes Buch der Gef�hle f�r den erfahrenen Elb. Er hielt ihn mit seinem Blick gefangen, bis der junge Mann die Tr�nen zulie�, die seine Seele so dringend brauchte.
***
Von Arian gab es weiterhin keine Spur. Haldir hatte es �bernommen Aragorn und die Burg zu sch�tzen. Die wenigen von Navarres M�nnern patrouillierten rund um die Uhr in der Stadt. Die Bewohner von Minas Tirith hatten nat�rlich bemerkt was vor sich ging und alle waren nerv�s. Die vielen Toten in letzter Zeit machten ihnen Angst. Und seit sogar einer der Kopfgeldj�ger sein Leben verloren hatte, brach bei vielen Panik aus. Bei Einbruch der Dunkelheit verwandelte sich der gesamte Ort in eine Geisterstadt. Niemand traute sich auf die Stra�en. Selbst viele Lokale und M�rkte blieben geschlossen. Gro�e Angst hatte sich in der einst so prunkvollen Stadt breitgemacht.
***
Arian sah sich im Schatten des Ganges um. Keine Wache war zu sehen. Er schlich weiter auf dem Flur entlang zu den Gem�chern der K�nige. Es hatte Tage gedauert eine M�glichkeit zu finden, wie er unbemerkt in das Schloss und wieder hinaus kommen w�rde. Dieses mal w�rde es nicht schief gehen. Denn dieses Mal war kein treusorgender Ehemann in der N�he, der sie sch�tzen w�rde. Er hatte alles �berpr�ft. Aragorn war mit Elrond in der Bibliothek, der Zwerg und der Zauberer leisten diesem Bastard aus L�rien an der Mauer Gesellschaft und Ewian schlief bei ihrer neuen Eroberung.
Der Wahnsinn trat in seine Augen und die Wut beeintr�chtigte f�r kurze Zeit sein klares Sehverm�gen. Sie hatte ihn verraten, daf�r w�rde sie bezahlen. Arian hatte erst mit dem Gedanken gespielt einen der Drillinge zu kidnappen aber da die immer zusammen waren, konnte er das vergessen. Also hatte er sich nach einem neuen Ziel umgesehen. Und er war f�ndig geworden. Die T�r zum Gemach des K�nigs schwang lautlos auf und Arian schl�pfte hinein. Er sah auf die Elbin, die im Bett schlief. Tats�chlich war Arwen Abendstern wundersch�n. Er ging langsam auf das Bett zu.
Arwen sp�rte instinktiv die Gefahr und wachte auf. Als sie die Augen �ffnete sah sie in die glitzernden Augen des Mannes der ihr fast ihre Tochter genommen hatte. �Hallo.�, fl�sterte der Mann nur und bevor sie schreien konnte, schlug er ihr mit der Faust mitten ins Gesicht. Sie versuchte bei Bewusstsein zu bleiben, aber der zweite Schlag folgte kurz danach und vor ihren Augen wurde alles schwarz.
***
Gandalf sah auf. Er hatte das Gef�hl, das irgend etwas nicht stimmte. Der Zauberer sah sich wachsam um konnte aber nichts entdecken.
�Gandalf, was ist los?�, fragte Haldir und sah sich ebenfalls um.
�Ich wei� nicht, irgend etwas stimmt nicht. Aber ich kann es nicht deuten. Es ist nur so ein Gef�hl von Gefahr. Wie ein Schatten �ber der Burg!� Gandalf sah sich weiterhin um. Er sp�rte die Gefahr, war aber nicht in der Lage sie zu finden. Etwas war geschehen, etwas unerwartetes. Dann wandte er sich an Haldir.
�Seid auf der Hut, etwas ist geschehen!� Mit diesen Worten erhob sich der Zauberer und schickte sich an die Mauer zu verlassen. Gimli folgte ihm.
�Was habt Ihr vor?�, fragte der Zwerg und hatte einige M�he mit den ausschweifenden Schritten des gro�en Menschen mitzuhalten. Er warf einen schnellen Blick zur�ck zu Haldir und sah wie der Elb mit seinen M�nnern per Handzeichen kommunizierte.
�Ich will nachsehen ob alles in Ordnung ist!� Gandalf stoppte und beugte sich zu Gimli hinunter. �Sieh bitte nach den Drillingen und Mani. Ich werde die anderen �bernehmen.�
***
Aragorn kn�llte vor Schreck den Brief, an dem er gerade arbeitete, zusammen, als Gandalf die T�r aufschlug. Auch Elrond sah sofort alarmiert auf. Der Zauberer sah sich kurz und genau um, dann kam er in den Raum. �Wo ist Arwen?�
�Sie schl�ft schon, wieso?�, wollte Aragorn wissen und stand langsam auf. Da war doch etwas faul, sonst w�re Gandalf nicht so in Eile. �Gandalf, was ist los?�
�Sieh nach ihr, schnell!�, forderte der Zauberer und der Klang seiner Stimme sorgte bei Aragorn f�r eine G�nsehaut. Der ehemaliger Waldl�ufer hielt sich nicht weiter mit Fragen auf, sondern rannte aus der Bibliothek.
�Legolas, Ewian, die anderen?�, wollte Elrond wissen, w�hrend sie Aragorn folgten. Gandalf sch�ttelte den Kopf.
�So weit war ich noch nicht! Gimli sieht nach den Kopfgeldj�gern!�
Als die beiden um die Ecke bogen, kamen ihnen drei der besagten Objekte, angef�hrt von einem meckerndem Zwerg, jedoch schon entgegen. Legolas kam gar nicht dazu eine Frage zu stellen, da Gandalf ihn sogleich aufforderte Aragorn zu folgen.
Ewian schloss gerade den letzten Verschluss von ihrem Hemd, als ihr auffiel das sie eines von Legolas gegriffen hatte. Das schien auch Elrond bemerkt zu haben, allerdings sch�ttelte er nur mit dem Kopf und sagte nichts weiter dazu. �Was ist denn los?� Ewian wurde in ihren weiteren Gedanken unterbrochen, als die Drillinge um die Ecke gerannt kamen, Mani war ihnen dicht auf den Fersen. Etienne sah fragend zu Ewian hin�ber.
�Das frage ich mich auch!�, brummte Gimli sarkastisch, grinste aber gleichzeitig zu Gandalf hin�ber. Der Zauberer lie� sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und suchte sorgf�ltig die Gesichter durch. Es waren alle da. Ob er sich get�uscht hatte?
�Nettes Hemd!�, bemerkte Pray grinsend, verstummte jedoch als er von Mani einen Sto� in die Rippen bekam. Dem Gesichtsausdruck des Zauberers zu urteilen, hatten sie jetzt keine Zeit f�r solche Witze. Anscheinend war etwas passiert. Alle Blicke richteten sich fragend auf den Zauberer.
�Verzeiht, anscheinend habe ich mich geirrt!� Gandalf sah entschuldigend in die Runde.
�Was war denn?�, fragte Ewian und zog gleichzeitig das Hemd enger um sich. Die Nacht war kalt und in der Hektik nach Gimlis eindringen hatte sie weder Schuhe noch Jacke angezogen. Auch die Drillinge begannen langsam aber sich mit den Z�hnen zu klappern. Ewian h�rte Gimlis gemurmeltes �schw�chliche Elben` genau, und trat ihm freundlich l�chelnd gegen den Fu�. Leises Gekicher ert�nte kurz, dann zerst�rte Gandalf den Moment.
�Ich hatte das Gef�hl von Gefahr. Ich konnte es beinahe greifen. Aber da alle hier sind, habe ich mich wohl geirrt!�, schloss Gandalf ab.
***
�Dieser verfluchte Bastard ......!� Aragorn konnte sich gar nicht beruhigen. Er hatte es tats�chlich gewagt und war noch mal ins Schloss eingedrungen. Und er hatte Arwen geholt. Seine Arwen. Angst, Panik, Wut und noch vieles mehr stand im Gesicht seines Freundes und Legolas musste sich selber schwer beherrschen, um sich nicht von diesen Gef�hlen anstecken zu lassen. Er rannte nach drau�en und lie� Aragorn tobend zur�ck.
Die Gruppe stand noch im Flur, als Legolas um die Ecke bog. Er hielt kurz vor Elrond an. Der Elb sah ihn forschend an, doch Legolas konnte dem Blick kaum standhalten. �Arwen.�, murmelte er nur. Elrond sah ihn ruhig an.
�Du beliebst zu scherzen!� Der tiefe Klang in der Stimme des Elbenf�rsten lie� alle automatisch einen Schritt zur�ck treten. Der Elb hatte seinen Blick weiterhin auf Legolas gerichtet, doch der sch�ttelte den Kopf.
�Es tut mir leid!�, sagte Legolas und wich weiter zur�ck. Der Lord von Bruchtal sah aus, als w�rde er gleich gewaltt�tig werden. So einen Gesichtsausdruck hatte selbst Gandalf an ihm noch nicht gesehen. Der Zauberer erkannte das nicht mehr viel fehlte und Elrond w�rde die Beherrschung verlieren. Doch das hatte bereits ein anderer �bernommen.
In der Sekunde kam Aragorn den Gang entlang gest�rmt. Zwei M�nner seiner Leibgarde folgten ihm, w�hrend er unaufh�rlich Befehle erteilte. Die drei rannten an der Gruppe vorbei, die, im Schock erstarrt, noch immer im Gang stand. �Aragorn!�, rief Gandalf ihm nach, doch der K�nig hielt nicht inne.
�Jetzt nicht!�, br�llte er nur zur�ck und war schon um die n�chste Ecke verschwunden.
�Das geht schief.� Alle sahen zu Mani hin�ber, der diese drei Worte ausgesprochen hatte. �Er wird was dummes anstellen, wenn wir nicht an seiner Seite bleiben und auf ihn achten!�
***
Arwen kam langsam wieder zu sich. Sie konnte nichts erkennen, es war zu dunkel. Wer wei� wie lange sie hier schon lag, oder wo sie �berhaupt war? Ihre H�nde waren auf den R�cken gefesselt, sonst jedoch konnte sie sich frei bewegen. Sie k�mpfte sich auf die F��e und begann systematisch damit den Raum nach Schwachstellen abzusuchen.
***
Mittlerweile war das ganze Schloss auf den Beinen. Jeder Soldat suchte die Stadt ab. Aragorn hatte die Tore verschlie�en lassen, niemand kam mehr hinein oder hinaus. Legolas und Haldir teilten die elbischen Soldaten neu ein, w�hrend Gandalf und Elrond versuchten Aragorn im Zaum zu halten. Und das war nicht einfach, denn Elrond hatte selbst einige Schwierigkeiten mit der Situation klarzukommen. Allerdings halfen ihm seine mehrere tausend Jahre an Erfahrung dabei, nicht vollends in Panik zu geraten. Eines seiner Kinder war entf�hrt worden und er hatte es nicht verhindern k�nnen.
So wie es aussah war Aragorn wild entschlossen jeden Stein in dieser Stadt umzudrehen, und um Hilfe brauchte er nicht lange zu bitten. Niemand hatte vergessen was mit Lili geschehen war, daher durchk�mmten Suchtrupps die ganze Stadt. Sie verursachten einen H�llenl�rm dabei, um Arian aufzuschrecken und jeder der auf den Stra�en erwischt wurde, wurde verh�rt und wenn n�tig festgesetzt.
Im Garten, den Aragorn zum allgemeinen Sammelpunkt erkl�rt hatte, trafen alle paar Minuten neue Nachrichten ein. Eine Karte der Stadt lag auf einem Tisch ausgebreitet und jedes Haus in dem bereits gesucht worden war, wurde abgestrichen. Es gab allerdings ein kleines Problem, die Stadt war gro�, zu gro�! Sie w�rden nicht gen�gend Zeit haben alles umzukrempeln, bevor ..... Nein, niemand sprach diesen Gedanken laut aus. Es hatte nur wenige Tage gedauert, bis man Lilis Leiche gefunden hatte und das war zu wenig Zeit um die gesamte Stadt zu durchsuchen.
Es war etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang. Ewian strich gerade drei weitere H�user ab, als Mani mit den Drillingen wieder in den Garten kam. Sie diskutierten untereinander ziemlich heftig und bemerkten auch nicht den Jungen, der ihnen hinterher schlich. Ewian runzelte die Stirn, ihr Gesicht wandte sich wieder der Karte zu, ihre Augen hingegen lie�en das Kind nicht aus den Augen. Er war zerlumpt und dreckig, schien seit Ewigkeiten weder ein Bad genommen, noch etwas gegessen zu haben. Seine H�nde spielten unentwegt mit einem Zettel herum und langsam wurde Ewian nerv�s. Auf einmal sah der Junge in ihre Richtung und erstarrte.
Sie hatte es geahnt, er wollte zu ihr. Ewian sah auf und blickte ihn direkt an. Sie deutete auf den Zettel und er nickte. Als sie um den Tisch herum ging, legte der Junge den Zettel auf den Boden und flitzte dann, schnell wie ein Wiesel, davon. Ewian hatte keine Chance ihn einzufangen, daf�r waren viel zu viele Leute hier. Sie verzog sich in eine Ecke und faltete das Blatt auseinander.
Willst du mich, so wie ich dich will?
Willst du sie, so wie du Lili wolltest?
Dann komm heute um Mitternacht zum Glockenturm!
Und komm allein, sonst stirbt sie!
Ewian faltete das Papier zusammen und steckte es in ihren Stiefel. Dann sah sie sich um, niemand hatte etwas bemerkt oder vermisste sie. Es fiel ihr nicht besonders schwer sich nichts anmerken zu lassen, als sie sich wieder zu den anderen gesellte und sich weiter an der Suche beteiligte. Heute nacht, hatte in dem Brief gestanden. Damit bestand die M�glichkeit das Arwen in Sicherheit war, zumindest w�rde er sie nicht t�ten. Denn sie war das Pfand daf�r das er Ewian in die H�nde bekam.
Bei Sonnenaufgang legte Ewian eine Pause ein um etwas zu essen und um sich nach Legolas umzusehen. Sie spielte mit dem Gedanken es ihm zu erz�hlen, um R�ckendeckung zu haben. Aber nachdem sie ihn einige Zeit bei Haldir beobachtet hatte, entschied sie sich dagegen. Er w�rde es nicht erlauben, ganz im Gegenteil. Eher w�rde er sie einsperren lassen und Aragorn w�rde ihm mit Freude dabei helfen.
***
Das Knarren einer T�r lie� Arwen wieder aufschrecken. Nachdem sie die Suche nach einer Fluchtm�glichkeit ohne Ergebnis abgebrochen hatte, war sie schlie�lich wieder eingenickt. Sie sah auf und erblickte Arian der, breit l�chelnd und mit einer Fackel in der Hand, in den Raum trat.
�Willkommen Hoheit!�, scherzte er und trat auf sie zu. Arwen stand langsam auf und blickte ihn direkt an. Das schien ihn zu am�sieren, denn er lachte leise und zog einen Stuhl in die Mitte des Raumes. Er bot ihr galant den Platz und Arwen nahm an. Sie war vorsichtig und behielt ihn im Auge. Sie hatte auch schon ein wenig seiner dunklen Seite kennen gelernt, die blauen Flecken an ihren Armen bewiesen das deutlich. Und herausfordern wollte sie ihn keinesfalls. �Keine Fragen, nach dem Wieso und Weshalb?�, riss er sie wieder aus ihren �berlegungen.
�Das Wieso kann ich mir selber beantworten. Mich w�rde interessieren, warum ich?�, fragte Arwen.
�Nun, das ist eine einfache Frage. Ich konnte es, also holte ich Euch, ganz einfach!�
�Das ist keine Antwort!�
�Manchmal muss man Umwege machen, um sein eigentliches Ziel zu erreichen!�, l�chelte er freundlich und bot ihr etwas zu trinken an. Arwen betrachtete den Becher misstrauisch, woraufhin er wieder lachte. �Ich habe nicht vor Euch zu vergiften, falls Ihr das annehmt. Noch seit Ihr zu wertvoll, Hoheit!� Mit diesen Worten verschwand er wieder und lie� ein Tablett mit Essen und Trinken zur�ck.
Der Tag war bald vor�ber und er hatte noch viel vorzubereiten f�r seinen neuen Gast. Das Ewian sein Angebot annehmen w�rde, daran gab es f�r ihn keinen Zweifel. Sie war eine eiskalte Killerin, wenn es darauf ankam. Aber trotzdem war sie viel zu emotional, obwohl er genau das an ihr immer so anziehend fand.
***
Gegen Mittag war es dann mit Aragorns aufgesetzter Ruhe endg�ltig vorbei. Die Suchaktion dauerte zu lange und er wusste selber das sie so nichts erreichen konnten. Der letzte Strohhalm an den er sich geklammert hatte, zerplatzte wie eine Seifenblase. Wenn ihnen nicht bald etwas besseres einfiel, w�rde er Arwen nie wieder sehen.
Als Elrond seine R�ume betrat lag Aragorn in seinem Bett und schlief. Der Elb war zuerst erstaunt, denn das hatte Estel das letzte Mal wenige Wochen nach seinem dreizehnten Geburtstag getan. Damals waren er und seine Br�der von Orks angegriffen worden und nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Der Mensch hatte wochenlang nicht schlafen k�nnen und sich dann schlie�lich zu ihm ins Zimmer gestohlen. Dort hatte er Ruhe gefunden und auch die Angst vor der Dunkelheit war nach und nach gewichen.
Die ersten Wochen hatte Estel immer eine Kerze auf dem Nachttisch haben wollen und Elrond hatte, zusammen mit seinen S�hnen, einige Zeit gebraucht um einen Weg zu finden den Schrecken aus Aragorn zu bannen. Der Junge hatte ihnen diesen Weg dann selbst gezeigt, als er sich nachts in das Zimmer seines Ziehvaters geschlichen hatte um dort in einem Sessel, im Bett oder auf dem Boden zu schlafen.
Elrond trat n�her an ihn heran und sah dass Estel sich offenbar in den Schlaf geweint hatte. Die Augenr�nder waren ger�tet und Tr�nenspuren fanden sich auf den Wangen. Einem Impuls folgend strich der Elb sanft �ber die Wange und Aragorn �ffnete abrupt die Augen.
Blaue, wachsame Augen blickten forschend in graue, die sich bereits wieder mit Tr�nen zu f�llen begannen. Aber auf einmal unterbrach Aragorn den Kontakt und richtete sich auf. Er atmete ein paar mal tief durch und stand dann auf. �Entschuldige, ich sollte mich nicht so kindisch benehmen.�, murmelte er leise und versuchte an Elrond vorbei und aus dem Zimmer zu kommen. Die Worte seines Ziehvaters hielten ihn jedoch zur�ck.
�Gef�hle offen zu zeigen, ist die gr��te St�rke die ein Mensch haben kann!�, sagte Elrond leise und zog Aragorn am Arm zur�ck, bis der Waldl�ufer direkt vor ihm stand. �Aragorn?�
�Er h�tte mich nehmen sollen, nicht sie. Sie ist ein besserer Mensch, als ich es je sein werde!�, fl�sterte Aragorn und Elrond h�rte die Schuldgef�hle seines �Jungen` aus diesen Worten genau heraus. Er tat das einzige was ihm richtig erschien. Er zog Aragorn in eine feste Umarmung, die prompt, mit ungeahnter Heftigkeit, erwidert wurde.
�Wenn sie stirbt, will ich auch sterben!�
Elrond zuckte zusammen und schob Aragorn zur�ck. �Wage es ja nicht, Aragorn. Denke nicht einmal daran. Selbst wenn Arwen sterben sollte .......� Aragorn sch�ttelte heftig den Kopf und wollte sich von Elrond losmachen. Doch der Elb lie� sich nicht aufhalten. Er zog Aragorn, mit Gewalt, wieder n�her und sprach einfach weiter. �Wenn meine Tochter sterben sollte, dann ist es deine Aufgabe f�r eure Kinder da zu sein, f�r ihre Zukunft. Das ist deine Pflicht!�
Vor der T�r h�rte Ewian weiter zu. Sie h�rte wie Aragorn weinte und wie Elrond versuchte ihm Mut und Trost zu spenden. Dieser Elb war so stark, Ewian bewunderte ihn daf�r, genau wie sie es bei Legolas tat. Und je l�nger sie zuh�rte, umso fester wurde ihr Entschluss. Als sie Schritte h�rte, stie� sie sich von der Wand ab und verschwand in den G�ngen des Schlosses. Ewian hatte ihre Entscheidung getroffen.
***
Sie stand vor dem Spiegel und starrte hinein. Es war noch knapp eine Stunde bis Mitternacht. Nach ein paar Minuten wandte sie die Augen ab und drehte sich zum Bett. Dort lag ihr Umhang, ihre anderen Sachen hatte sie schon an. Waffen w�rde sie keine mitnehmen. Ewian sch�tzte das sie sowieso nicht die Chance haben w�rde sie einzusetzen.
Das Klappen der T�r lie� sie aufblicken. Legolas kam herein und warf seine Kurzschwerter, zusammen mit dem Bogen, auf einen Sessel. Der Mantel folgte wenig sp�ter. Erst dann sah er auf und ein fragender Blick wurde in Ewians Richtung geworfen.
�Du gehst noch mal weg?�, fragte er erstaunt.
�Ich werde sowieso kein Auge zutun, also unterst�tze ich die Wachen auf der Mauer!�, log sie ihn an. Legolas nickte, er sch�pfte keinen Verdacht. �Gehst du ins Bett?�, wollte sie wissen, w�hrend er im Bad verschwand. Ewian folgte ihm, ein bisschen Zeit hatte sie noch und die wollte sie in seiner N�he verbringen. Sie wusste das die M�glichkeit bestand das sie morgen um diese Zeit bereits tot war.
�Nein, ich will mich nur waschen und umziehen. Dann gehe ich zu Aragorn.�
�Er braucht dich!�, stimmte Ewian ihm zu und erinnerte sich an das was sie heute Mittag erlebt hatte. Sie bezweifelte das Elrond gegen�ber den anderen auch nur ein Wort erw�hnt hatte. Das war nicht seine Art.
�Und wen brauchst du?�
Seine Frage riss Ewian aus ihren Gedanken und sie sah ihn verwundert an. Er hatte auf einmal einen merkw�rdigen Ausdruck in den Augen, einen Ausdruck den sie nicht zu deuten vermochte. �Dich!�, sagte sie einfach aber ehrlich.
***
Der Glockenturm lag in v�lliger Dunkelheit. Ewian schlich eine zeitlang um das Geb�ude herum, konnte aber keine Falle entdecken. Dann trat sie durch die T�r und stieg die Treppen nach oben. Im Turm brannte eine Fackel, auf dem Boden lag Arwen. Sie war gefesselt, der Mund mit einem Knebel verschlossen. Aber sie war wach und blickte Ewian wachsam an. Es schien ihr gut zu gehen. Ein paar blaue Flecken, aber sonst konnte Ewian auf den ersten Blick nichts entdecken.
Als sie auf die Elbin zuging, trat Arian aus dem Dunkeln. Er sagte nicht, zog einfach ein Kurzschwert und deutete ihr an zur�ck zubleiben. Dann ging er auf Arwen zu und durchschnitt die Fu�fesseln. Dann trat er wieder zur�ck.
�Ich halte mein Wort, was ist mit dir?�, fragte er ruhig und sah sie an. Ewian brauchte nicht lange zu �berlegen. Wenn Arwen dadurch freikam, w�rde sie sich eben opfern. Arwens leises Gemurmel ignorierte Ewian. Sie konnte, trotz des Knebels verstehen das Arwen sie davon abhalten wollte. Also nickte sie schnell und verlie� den Glockenturm, Arian folgte ihr, ohne Arwen einen weiteren Blickes zu w�rdigen. Er hatte was er immer gewollt hatte, diese Elbin war unwichtig geworden. Sollte sie ruhig zu ihrer Familie laufen, das w�rde Ewian dieses mal nicht retten.
Arwen brauchte nicht lange um ihre anderen Fesseln zu l�sen, dann rannte sie los. Sie w�hlte den schnellsten Weg zum Schloss und lief am Tor Haldir in die Arme. W�hrend des Laufens berichtete sie was sich zugetragen hatte und Haldir machte an der T�r wieder kehrt. Er musste Legolas finden.
***
Wieso hatte sie das getan? Sie hatten Arwen �gefunden` und Ewian verloren. Legolas stand in seinem Zimmer und starrte die Wand an. Gimli und Haldir sa�en hinter ihm auf dem Bett und tauschten besorgte Blicke aus. Der Zustand des Freundes machte ihnen Sorgen. Die aufgehende Sonne blendete die zwei f�r kurze Zeit und als sie wieder aufsahen hatte Legolas sich umgedreht und sah sie an. �Ich wei� ja nicht was ihr vorhabt, ich allerdings werde meine zuk�nftige Frau suchen gehen!� Mit diesen Worten st�rmte der Elb aus dem Raum, zwei besorgte Freunde folgten ihm.
Zwei Tage sp�ter sah Legolas aus als w�re er auf einmal eine v�llig andere Person geworden. Tiefe Sorgenfalten hatten sich in sein sonst so h�bsches Gesicht gegraben und er schien meistens abwesend, mit den Gedanken v�llig woanders, zu sein. Es schien als w�re er um tausend Jahre gealtert. Elrond kam nicht mehr an ihn heran und das machte dem Lord aus Bruchtal ziemliche Sorgen. Er kannte Legolas seit langer Zeit, doch dieses Verhalten war neu, er erkannte den jungen Elben nicht wieder.
Er war eigenbr�tlerisch und seilte sich mehrmals allein in die Stadt ab um Ewian zu suchen. Haldir hatte alle H�nde voll zu tun, ihn im Auge zu behalten. Au�erdem geriet er des �fteren mit Aragorn aneinander und Gandalf �u�erte den Verdacht, das die beiden sich wohl bald an den Hals springen w�rden, so hatte der Zauberer es ausgedr�ckt.
***
Es war kurz nach dem Mittagessen, am dritten Tag, als eine elbische Wache auf Elrond und Gandalf zutrat. Die beiden hatten sich in den Garten zur�ck gezogen um ein wenig nachzudenken. Der Elb berichtete das es zwischen Legolas und Aragorn zu einer Auseinandersetzung gekommen war. Die beiden sahen sich kurz an, sie hatten es ja geahnt. Deshalb kehrten sie sofort ins Schloss zur�ck um sich um die beiden zu k�mmern.
Als Elrond und Gandalf in den Gang zum Thronsaal bogen, h�rten sie die beiden bereits. Haldir stand vor der T�r und atmete erleichtert aus, als er den Elbenf�rsten und den Zauberer erblickte. �Endlich!�, sagte er. �Ihr m�sst etwas tun, bevor die beiden sich schlagen!�
Selbst als die beiden wenige Sekunden sp�ter lautstark den Raum betraten st�rte das die Streitenden nicht weiter. Im Gegenteil, Legolas und Aragorn sahen nur kurz zu ihnen hin�ber und schon ging der Disput unvermindert weiter. �Das musst du gerade sagen, Arwen ist ja wieder hier. Ewian dagegen stirbt da drau�en gerade!�, schrie Legolas seinen Freund an. Aragorn hingegen war genauso w�tend, weil Legolas ihm st�ndig in seine Vorgehensweise hinein redete und ihn und auch die anderen damit v�llig verr�ckt machte.
�Das wei� ich, aber du machst uns wahnsinnig. Wir werden sie finden, Legolas!�
�Ach ja? Genauso wie du Arwen gefunden hast?�, antwortete Legolas sarkastisch.
Elrond konnte gerade noch verhindern das Aragorn Legolas einen Kinnhaken verpasste. Gandalf und er hatten einige M�he die beiden Streith�hne auseinander zu bringen. Seit Ewian sich f�r Arwen hatte austauschen lassen, ohne das mit ihnen abzusprechen, stand Legolas kurz vor einem Zusammenbruch. Aragorn hingegen machte sich Vorw�rfe und beides zusammen, war eine gef�hrliche Mischung.
�H�rt auf, alle beide!�, donnerte Gandalf und riss Legolas zu sich herum. Der sah ihn nicht an, sondern starrte stur auf die Wand. Also zog der Zauberer ihn zu einem Stuhl und dr�ckte ihn in die Polster.
�Hey!�, beschwerte sich Legolas, ein Blick von Gandalf brachte ihn jedoch zum Verstummen. Er erkannte das er es zu weit getrieben hatte und ein schneller Blick zu Aragorn best�tigte ihm das dieser ebenso dachte.
�Was ist los mit euch?�, fragte Elrond und sah zwischen den beiden umher. �Ich wei� das diese Situation nicht einfach ist, f�r niemanden. Aber wir k�nnen uns diese Streitigkeiten nicht leisten, weder jetzt noch sonst. Legolas hat Recht, meiner Tochter geht es gut und das haben wir Ewian zu verdanken. Und gerade deshalb verlange ich das ihr beide euch zusammen nehmt. F�r Ewian, denn sie braucht uns.�
Nach dieser Standpauke des Elbenf�rsten herrschte erst mal Schweigen im Saal. Aragorn und Legolas warfen sich vorsichtige aber auch entschuldigende Blicke zu. Sie hatten beide Fehler gemacht und sich gegenseitig die Schuld zugeschoben. Und da die Nerven von Legolas zum zerrei�en gespannt waren, verstand Aragorn ihn sogar. Die Liebe zu Ewian stand offen in den Augen des Elbenprinzen geschrieben und die Angst sie zu verlieren brachte ihn beinah um den Verstand.
�Verzeih!�, bat Aragorn leise und sah entschuldigend zu seinem Freund. Legolas sah ihn an und stand dann auf, um Aragorn in eine kurze aber feste Umarmung zu ziehen.
�Mellon n�n! [1]�, erwiderte Legolas nur.
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Am Nachmittag platzte Mani in eine Diskussion im Thronsaal. Aragorn hatte sich dort mit Elrond, Gandalf, Legolas, Gimli und Haldir zusammen gesetzt um eine neue Suchaktion zu planen. Die Gruppe sah erstaunt auf, denn Mani war au�er Atem und hatte es offensichtlich ziemlich eilig.
�Legolas, komm mit. Ich hab ein Idee!�, rief er dem Elben zu und machte dann wieder auf dem Absatz kehrt um hinaus zu laufen. Aragorn sah fragend zu Legolas, der jedoch ahnungslos mit den Schultern zuckte und sich erhob um Mani zu folgen.
Wenig sp�ter standen alle im Stall und h�rten sich den Vorschlag des Kopfgeldj�gers an. Ungl�ubige Blicke wanderten untereinander umher, aber man sah auch hier und dort einen Hoffnungsschimmer aufblitzen. Es war eine Chance.
�Das k�nnte hinhauen!�, brummte Gimli und sah ziemlich begeistert aus.
�Gute Idee, und wer folgt ihm?�, fragte Gandalf und sah fragend zu Mani hin�ber. Der nickte in Legolas und Haldirs Richtung.
�Ich w�re f�r Legolas und Haldir. Sie sind am schnellsten und haben das gr��te Durchhalteverm�gen.�
�Ganz unsere Meinung!� Die Drillinge kamen in den Stall und hielten eines von Ewians Hemden hoch. Legolas und Haldir sahen sich kurz an und nickten dann gemeinsam.
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Nach 10 Minuten brachen sie auf. Legolas f�hrte Chessan, Haldir und einige elbische Krieger folgten ihnen. Wenn Chessans Nase wirklich so gut war, w�rde der Hengst vielleicht in der Lage sein Ewian ausfindig zu machen.
Aragorn, Mani und einige Soldaten brachen in eine andere Richtung auf, ebenso Gandalf, Gimli und die Drillinge. Elrond sollte mit den anderen l�thlorischen Wachen im Schloss bleiben, f�r alle F�lle. Au�erdem war der Lord von Bruchtal nicht bereit seine Tochter allein zu lassen. Es ging ihr zwar gut, aber die Angst und Sorge blieb.
Sie suchten stundenlang alle dreckigen Nebenstra�en und Gassen ab, ohne Erfolg. Dann aber wurde Chessan auf einmal nerv�s und galoppierte davon. Die Elben hatten M�he ihm zu folgen, verloren ihn sogar einige Male aus den Augen. Aber ein Wiehern brachte Legolas und Haldir schlie�lich auf die richtige Spur.
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Chessan t�nzelte unruhig hin und her, die N�stern suchten den Boden ab. Er wieherte und schabte mit den Hufen auf. Legolas und Haldir beobachteten den schwarzen Hengst und gingen dann langsam auf ihn zu. Sie standen vor einem Gasthaus, es war schon ziemlich sp�t und der Laden so gut wie leer. Haldir schickte einen seinen M�nner los um Verst�rkung zu holen, dann traten sie ein. Augenblicklich wurde es still in der Schenke und die Anwesenden, zumindest die dazu noch in der Lage waren, musterten sie unverhohlen neugierig aber gleichzeitig auch misstrauisch.
�Kann ich Ihnen helfen?�, kam der Wirt hinter der Theke zum Vorschein und grinste sie an.
�Habt Ihr einen Kellerraum?�, fragte Legolas unwirsch und heftete seine Augen auf den Wirt. Der schien nicht sehr erfreut �ber ihr Eindringen, hielt sich aber zur�ck, da er anscheinend genau wusste mit wem er hier sprach.
�Nat�rlich, wo sollte ich sonst meine Waren lagern?�, antwortete er �bertrieben freundlich.
�Wir wollen ihn sehen!�, befahl Legolas mit einer Stimme, in der deutlich die Autorit�t seiner Herkunft mitschwang. Haldir stand hinter ihm und h�rte genau, wie einige der M�nner emp�rt die Luft einsogen. Er betete das es nicht zum Kampf kam, jedenfalls nicht bevor Verst�rkung eingetroffen war.
�Warum?� Der Wirt sah Legolas irritiert an und warf das Handtuch, mit dem er die ganze Zeit Gl�ser poliert hatte, mit Schwung �ber seine Schulter.
�Weil ich es befehle!�, forderte Legolas laut und deutlich. Ein Raunen ging durch den Raum und dann erhob sich der erste Gast. Er runzelte missbilligend die Stirn und trat vor. Haldir erkannte mit einem Blick das er betrunken war.
�Was willscht du B�rschchen, hm?�, lallte er und lehnte sich schwer an einen Holzbalken. �Glaubst wohl, weil de nen Elb bist, kannste hier enfach Forderungen stellen, hm?�
Bevor Legolas einen Streit vom Zaun brechen konnte, griff Haldir nach ihm und zog ihn in seine N�he. Sie waren immer noch allein und das wollte er dem Prinzen klar machen. Sollte es hier zum Kampf kommen waren sie hoffnungslos unterlegen. �Legolas bitte, vergiss nicht warum wir hier sind!�, fl�sterte er leise auf elbisch, seine Hand wanderte gleichzeitig unter seinen Mantel und umfasste sein Schwert fester. �Ein Streit bringt uns Ewian nicht n�her!�
Legolas fuhr zu ihm herum. �Das wei� ich, aber .....�
Weiter kam er nicht, denn in der Sekunde trafen Soldaten ein und der Raum f�llte sich. Aragorn war unter ihnen, ebenso Mani. Die Anwesenden erkannten den K�nig sofort und Ruhe kehrte ein. Der Wirt erkl�rte sich nach einigen Minuten bereit sein Gasthaus durchsuchen zu lassen.
Eine Stunde sp�ter waren sie keinen Schritt weiter gekommen. Sie hatten nichts gefunden, aber Chessans Verhalten machte sogar Aragorn klar, das sie etwas �bersehen haben mussten. Also teilten sie sich wieder auf und durchsuchten Gasthaus und Schenke erneut.
�Dar! [2]�, sagte Haldir auf einmal und blieb stehen. Legolas und Aragorn hielten dicht hinter ihm und sahen sich fragend um. Der lothl�rische Elb deutete auf einen Schrank in der hintersten Ecke des Raumes. Der Wirt kam hinter den Leuten zum Stehen. Auch er sah in die Richtung. Verwirrung stand in seinen Augen.
�Der Schrank, was ist damit?�, wollte er wissen und sah seinen K�nig an. Aragorn sah weiter zu Haldir.
�Nicht der Schrank, sondern was dahinter ist!�, murrte der Elb und ging darauf zu.
�Dahinter? Ich verstehe nicht!�, stotterte der Wirt, nun vollends verwirrt.
�Gott Mann, was ist hinter dem Schrank?� brauste Aragorn nun auf und ergriff den Mann am Kragen seines dreckigen Hemdes. Legolas ging zu Haldir hin�ber und untersuchte gemeinsam mit seinem Freund den Boden.
�Ein ehemaliger Lagerraum, der bei einem Feuer v�llig zerst�rt wurde. Hinter dem Schrank war die T�r, aber die habe ich zumauern lassen!�, sagte der Mann und Aragorn lie� von ihm ab.
�Gibt es noch einen Weg da rein?�, fragte Legolas und sah auf. Der Wirt legte die Stirn in Falten und �berlegte angestrengt. Dann nickte er.
�Ein alter Eingang, der ist zwar auch verschlossen aber nicht zugemauert. Er ist auf der anderen Seite des Ganges, im Raum wo der Wein lagert.� Mit diesen Worten war er auch schon losgelaufen und Legolas folgte ihm, die anderen waren dicht hinter ihm.
Der Raum war un�bersichtlich und voll gestellt, aber der Wirt bewegte sich schnell und wenige Sekunden sp�ter standen sie vor einem h�ft hohen Schrank. �Hier hinter!�, sagte der Wirt und begann gleichzeitig den Schrank beiseite zu schieben. Haldir und Legolas griffen nach kurzem Z�gern mit zu und halfen ihm. Der Schrank war nicht schwer und dann standen sie auch schon vor einer Fallt�r. Sie war ein wenig kleiner als der Schrank aber das interessante war das, das Schloss brandneu war.
�Dieses Schloss habe ich nicht angebracht!�, sagte der Wirt und sah zu Aragorn.
�Kommt man ungesehen in den Keller?�, fragte dieser.
�Nein, es sei denn man klettert durch das Fenster im Gang!�
�Danke, wir machen das schon!�, schickte Aragorn ihn mit einem schnellen Nicken fort. Der Wirt hatte es nicht gewagt ihn anzul�gen und wenn Arian hier gewesen war, hatte er es nicht gewusst. Man konnte dem Mann nur den Vorwurf machen zu leichtgl�ubig zu sein, aber sonst war er unschuldig. Aragorn wandte sich wieder den Elben zu. Einige von Haldirs M�nnern standen im Raum und sahen zu, wie Legolas und Haldir versuchten die Fallt�r zu �ffnen. Nach einigen erfolglosen Versuchen verlegten sie sich auf eine etwas rabiatere Methode und warfen sich mit den Schultern gegen das Holz. Es konnte dem Ansturm nicht standhalten und gab wenig sp�ter knirschend nach.
�bler Gestank drang aus dem Dunkeln und die Elben zogen angewidert die Nasen kraus. Zwei wandten sich ab und rannten davon, Aragorn h�rte deutlich ihre w�rgenden Ger�usche als sie fl�chteten. Die Neugier und Sorge �berwog jedoch sehr schnell und Legolas ging als erster in die Knie um in den Raum zu sehen. Es war stockfinster, sehen konnte er nichts, aber h�ren. Und er h�rte eindeutig das rasselnde Atmen einer einzelnen Person. Es kam links von ihm, weit hinten an der Wand. Als er weiter hinein wollte, hielt ihn ein Arm zur�ck und Legolas drehte sich w�tend um.
�Lass mich, es k�nnte eine Falle sein!�, warf Haldir ein und zog seinen Freund mit Gewalt zur�ck. �Holt Fackeln!�, befahl er noch und verschwand dann in der Dunkelheit. Auch Haldir h�rte das leise Atmen und zog zur Sicherheit seinen Dolch. Wer immer dort wartete, er w�rde nicht unvorbereitet n�her gehen.
�Kannst du was erkennen?�, fragte Legolas leise und folgte ihm wenig sp�ter in den Raum. Es dauerte einige Minuten, doch dann wurde endlich eine Fackel zu ihnen gereicht und tauchte den Raum in ein wenig Licht. Mittlerweile war auch Aragorn den beiden gefolgt, sowie ein elbischer Bogensch�tze. Dieser hielt eine zweite Fackel und sah sich um. Haldir versuchte mit Hilfe der Fackel die Gr��e des Raumes zu sch�tzen, als er ein aufkeuchen h�rte. Alles wandte sich der elbischen Wache zu.
�Deleb! [3]�; fl�sterte der in dieser Sekunde und wandte den Blick ab. Legolas trat auf ihn zu und musste tief Luft holen als er sah, was den Elb so schockierte. In der ersten Sekunde glaubte er zusammen zubrechen, doch er zwang sich mit eisernem Willen zur Ruhe. Panik konnte er sich jetzt nicht leisten. Auch Aragorn und die anderen hatten aufgeschlossen und starrten mit geschockten Augen auf die Szenerie.
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Ewian lag in der Ecke, oder das was sie als Ewian kannten. Sie lehnte mit dem R�cken an der Wand, beide H�nde waren �ber ihrem Kopf in Ketten gelegt. W�re nicht der sich leicht bewegende Brustkorb, h�tte man sie f�r tot halten k�nnen. Ihre Augen waren offen, blickten stumpf und leblos auf die Elben und Menschen. Ob Ewian sie erkannte, vermochte nicht mal Legolas zu sagen. Er ging vor ihr in die Knie und versuchte ihren Blick einzufangen. Sie reagierte nicht. Selbst als Haldir mit einer Fackel etwas n�her zu ihr trat, passierte nichts.
Sie sah f�rchterlich aus. Das Gesicht v�llig zerschlagen, getrocknetes Blut, Striemen von einer Peitsche �berzogen sie �berall. Brandwunden waren �ber ihren K�rper verteilt und ein tiefer Schnitt verlief �ber ihren Hals. Es schien keinen Knochen zu geben, der an ihr noch heil war. Legolas wagte sich n�her an Ewian heran. Niemand konnte vorhersagen wie sie reagieren w�rde.
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War es schon morgen, oder warum war es auf einmal so hell? Die Sonne vielleicht? Ewian versuchte ihren zerschlagenen K�rper zu einer Reaktion zu bewegen. War das der Tod? Das war das erste was ihr in den Sinn kam. Das Licht war warm und sie versuchte ihren Kopf in diese Richtung zu drehen. Auf einmal tauchte neben dem Licht ein Gesicht auf und sie zuckte unwillk�rlich zur�ck. H�llische Schmerzen zogen durch ihren gesamten K�rper, doch sie wich so weit sie konnte an die Wand zur�ck. Arian, war alles was durch ihren Kopf schwirrte und sie schrie. Denn das was alles, wozu sie letztendlich noch im Stande war.
Ein fester Griff und eine vor den Mund gepresste Hand brachten sie schlie�lich zum verstummen. Sie h�rte die Stimmen von mehreren Personen. Und eine davon sprach leise und stetig zu ihr. Nach einer Weile sp�rte sie instinktiv das von dieser Stimme keine Gefahr ausging und ihr Atem beruhigte sich. Sie konnte kaum etwas sehen alles war verschwommen und so beschloss sie einfach der Stimme zuzuh�ren. Die Hand verschwand wieder und sie �ffnete leicht den Mund. Es war leichter so zu atmen, als durch die Nase. Ewian versuchte das Gesicht zu der Stimme zu finden, aber es gelang ihr nicht. Dennoch h�rte sie weiter den sanften Worten, die an sie gerichtet waren, zu und sp�rte dann wie eine weitere Person einen Mantel �ber sie legte. Dann wurden ihre Ketten ge�ffnet und sie brach in sich zusammen.
Warme, sanfte H�nde griffen nach ihren Schultern und zogen sie hoch. Sie sp�rte wie sie langsam und vorsichtig hochgehoben, und dann fortgetragen wurde. Wohin wusste sie nicht, aber es war ihr auch egal. Sie wusste nur eines, sie war in Sicherheit, sie war frei.
Ende Teil 14
[1] mellon n�n � mein Freund
[2] dar � halt (anhalten)
[3] deleb � schrecklich