Part 11


Sturk�pfe

�Du bist ein arroganter, eingebildeter .....�
Ihr Streit war noch auf dem Gang zu h�ren. Aragorn und Elrond sahen sich seufzend an. Das war ja klar gewesen. Sie hatten Legolas vorgewarnt. Aber der Elb war so besorgt um Ewian gewesen, das er leider �bersehen hatte, das die junge Frau schon seit langer Zeit f�r sich selbst sorgen konnte, und seinen Wunsch, sie m�ge sich doch bitte etwas zur�ckhalten, hatte Ewian nat�rlich in den falschen Hals bekommen.
Sie hatte den ganzen Tag schon schlechte Laune gehabt, und durch den Streit mit Mani nach dem Mittagessen war ihre Stimmung auf den Nullpunkt gesunken. Legolas brachte schlie�lich das Fass zum �berlaufen als er Ewian bat in Zukunft doch vorsichtiger zu sein. Ein Wort ergab das andere und schon befanden sich die beiden im sch�nsten Streit. Und den trugen sie jetzt im Thronsaal aus.
Der Rest der Anwesenden hatte diesen vor wenigen Minuten, als sich der Streit anbahnte, verlassen. Und au�er Elrond und Aragorn stand nur noch Arwen im sonst verlassenen Flur. Da es schon sp�t war hoffte Aragorn inst�ndig das nicht jeder im Schloss diesen Streit mitbekommen w�rde.
�Was machen wir jetzt?�, fragte Aragorn und verfluchte gleichzeitig seine guten Ohren. Die Worte mit denen Ewian Legolas gerade bedachte, waren nicht sehr schmeichelhaft.
�Am besten lassen wir das die beiden allein ausfechten. Wir sollten lieber gehen. Denn ich wei� nicht was passiert, wenn die T�r aufgeht und wir noch hier stehen!� Arwen sah ihren Mann und ihren Vater an und drehte sich dann um, um sich in ihr Zimmer zur�ck zuziehen. Die beiden M�nner sahen sich einige Sekunden an und folgten ihr dann.

***

�Wenn du klug bist, Legolas Gr�nblatt, dann h�ltst du dich aus meinen Angelegenheiten raus. Ich bin alt genug um auf mich aufzupassen. Ich brauche kein Kinderm�dchen.� Ewian funkelte ihn w�tend an, die Arme vor der Brust verschr�nkt. Er starrte ebenso w�tend zur�ck.
�Deine Angelegenheiten?? Ich dachte eigentlich seit einigen Wochen w�ren es unsere Angelegenheiten. Und was soll das hei�en Kinderm�dchen? Ich habe bis vor einigen Minuten noch geglaubt ich w�re mehr als nur ein Kinderm�dchen!�
�Ach so, bis vor einigen Minuten? Was denkst du denn bist du f�r mich seit einigen Minuten, hm?
Er sah sie �berrascht an. Das hatte sie schon wieder v�llig falsch verstanden. Legolas kam langsam zu dem Schluss, dass er sich etwas einfallen lassen musste. Sie war so w�tend, das sie jedes Wort von ihm falsch auslegte.
�Du verstehst mich nicht.�, meinte er daraufhin leise. Er sah sie an und ahnte das sie bald Rei�aus nehmen w�rde. Das tat sie seit neuestem st�ndig. Seit der versuchten Entf�hrung von Sileen, durch Arian, lagen die Nerven aller im Schloss blank. Und unter den Geschwistern krachte es andauernd, weil Ewian alles versuchte um ihre Geschwister von der Suche nach Arian fernzuhalten. Mani dagegen wollte die Br�der dabei haben, weil sie eine gute Nase f�r Gefahr hatten und einen verdammt guten Orientierungssinn. Lili schlug sich mal von einer Seite auf die andere, entschied sich letztendlich f�r ihren Bruder. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen bis es zum gro�en Knall kommen musste.
�Was es gibt es da falsch zu verstehen, Herr Elb. Du redest mir in meinen Job rein. Das kann ich auf den Tod nicht ausstehen. ......... Wei�t du was, vergiss es einfach!�
Sie sprang vom Tisch und st�rmte an ihm vorbei zur T�r. Aber Legolas war wieder einmal schneller und hatte mit so einer Reaktion gerechnet. Er schlang einen Arm um ihre Taille und wollte sie zu sich umdrehen. Aber Ewian stie� ihn, mit einem schmerzhaften Schlag gegen seine Rippen, fort. Er zuckte zur�ck, aber bevor sie diese M�glichkeit nutzen konnte, griff er schon nach ihrem anderen Arm und nach einem kurzen Handgemenge gingen beide schlie�lich zu Boden. Ewian str�ubte sich gewaltig und konnte sich einige Male von ihm befreien, aber immer wieder bekam Legolas sie zu fassen.
Schlie�lich sa� er auf ihr, und, um m�glichen Tritten zu entgehen, klemmte er ihre Beine zwischen seinen Knien ein. Ihre H�nde hielt er �ber ihren Kopf fest. Beide atmeten heftig, als sie sich unerbittlich in die Augen sahen. Sie wehrte sich immer noch gegen ihn und sie war stark, das musste Legolas eingestehen. Au�erdem tat der Schlag gegen seine Rippen ziemlich weh, und er fragte sich ob er wohl verletzt war.
Als er keine Sekunde nachgab, gab sie schlie�lich auf und lag still unter ihm. �Und was nun, Herr Elb?�, knurrte Ewian und sah zur Seite. Sie wollte ihm nicht in die Augen sehen. Denn dann w�rde sie nachgeben. Genau wie jedes mal, wenn er sie so ansah. Wie machte dieser Elb das nur. Es war ihr ein R�tsel. Sie verstand ja das er sich Sorgen machte, aber diese st�ndige Einmischung ging ihr gewaltig auf die Nerven. War sie der Kopfgeldj�ger, oder er?
Legolas sah auf sie hinunter. Ihr Gesicht war leicht ger�tet und ihr Atem ging schnell. Er beugte seine Arme etwas um ihr n�her zu kommen. Der Wunsch sie zu k�ssen tauchte auf einmal in seinen Gedanken auf und lie� sich nicht mehr verscheuchen.
Sie hatte anscheinend nicht erkannt was er vorhatte, denn als seine Lippen schlie�lich die Narbe an ihrem Hals streiften, zuckte sie zusammen als h�tte man sie geschlagen. Sie versuchte sich von ihm zur�ck zuziehen, erreichte aber das Gegenteil. Mit dem Boden unter sich hatte sie keine R�ckzugsm�glichkeit und so drehte sie stattdessen den Kopf noch mehr von ihm weg. Damit erleichterte sie Legolas aber nur den Zugang zu ihr.
Seine Lippen wanderten die Narbe entlang, den Hals hinab, bis zum Ansatz ihrer Kleidung. Dann kam er wieder zur�ck, streifte das Kinn und ihre Wange. Ihr leises St�hnen entging ihm keineswegs und auch ihren schneller werdenden Herzschlag �berh�rte er nicht.
Sie wand sich immer mehr unter ihm, nun aber nicht mehr um zu entkommen, sondern um mehr K�rperkontakt herzustellen. Er beschloss ihr den Gefallen zu tun und legte sich halb auf, halb neben sie. Damit gab er eines ihrer Beine frei, das sie sofort anwinkelte um sich n�her an ihn zu schieben. Er lachte leise auf und gab nach einigen Sekunden ihre Arme frei um seine eigenen links und rechts von ihrem K�rper abzust�tzen. Dann wartete er ab.
Ewian schob einen Arm unter seinem K�rper hindurch und legte ihn um seine H�fte. Er war immer noch zu weit weg, f�r ihren Geschmack. Sie versuchte ihn n�her zu ziehen, aber seine Stimme hielt sie davon ab.
�Wenn du mehr willst, musst du mich nur ansehen, Ewian!� Sie drehte den Kopf zu ihm und beide sahen sich schweigend an.
�Du ...... du ........�, begann sie, fand aber nicht die richtigen Worte.
��berleg ruhig eine Weile, dann wird dir schon noch das passende Schimpfwort f�r mich einfallen!�, fl�sterte er mit seinen Lippen bereits wieder an ihrem Hals.
�Du bl�der Elb!�, murrte sie und h�rte sein leises Lachen an ihrer Schulter.
�Legolas?�
�Hm?�
Sie hatte das Gef�hl das er ihr �berhaupt nicht zuh�rte und so stie� sie schlie�lich mit dem Arm leicht an seine Schulter. Erst beim dritten Mal zeigte es den gew�nschten Erfolg und er sah sie fragend an.
��hm, ..........�, begann sie und sah sich schlie�lich um. Ihr Blick deutete ihm, ihren Augen zu folgen und schlie�lich grinste er.
�Oh, schon klar! Du meinst also das dieser Raum nicht der geeignete Ort ist f�r das was du planst?� Er lachte laut auf, als er ihr entr�stetes Gesicht sah. Kurz darauf hatte sie ihn schon zur Seite geschubst und sprang beh�nde auf die F��e, leise vor sich hin fluchend.
�Ich plane gar nichts, Herr Elb! Nur damit du Bescheid wei�t. Du bist der einzige hier mit .......... mit ..........�
�Schmutzigen Gedanken?�, unterbrach er sie lachend.
Sie sah sich nach etwas um, mit dem sie nach ihm werfen konnte. Als sie nichts fand begn�gte sie sich mit einem giftigen Blick und rauschte an ihm vorbei zur T�r. Schon wenige Meter sp�ter war er wieder hinter ihr. Er sagte nichts und sie wusste auch wieso. Sie hatten schon oft �herumgeknutscht`, wie Gimli es nannte, aber mehr hatte sie sich bisher nicht getraut. Sie konnte nicht genau sagen warum. Es war nicht so das sie Angst vor ihm hatte. Er w�rde ihr nie weh tun und er w�rde sie auch nicht dr�ngen. Das tat er nicht, obwohl sie seit einiger Zeit schon bei ihm schlief.
Was ihre Br�der wohl dazu sagen w�rden, das sie nur noch offiziell in ihrem eigenen Zimmer schlief. Oder Thranduil. Oh je, sie wollte gar nicht dar�ber nachdenken. Wahrscheinlich w�rde er seinem Sohn die Ohren noch ein bisschen l�nger ziehen. Sie kannte zwar die �blichen Gesetze von den Elben f�r solche F�lle nicht, allerdings glaubte sie nicht, das man einfach dar�ber hinweg sah. Legolas war immerhin ein Thronfolger und sie selbst nicht gerade eine passende Partie f�r jemanden seines Standes. Das schien ihn allerdings wenig zu st�ren, ganz im Gegenteil.
Ein Thronfolger teilt das Bett mit einer unbescholtenen Frau. S�mtliche K�nige in diesem Haus w�rden sich die Haare raufen. Was w�rde wohl ihr Vater sagen? Mit dem letzten Gedanken kam sie wieder in die Wirklichkeit zur�ck und fand sich vor der T�r zu seinem Zimmer wieder. Er hatte die Hand am T�rgriff und sah sie fragend an. Auch wenn er es nie aussprach, er wollte sie, an seiner Seite, in seinem Leben, in seinem ........ Bett, und zwar nicht um zu schlafen, jedenfalls nicht nur. Es war das erste Mal das sie den Gedanken zu Ende f�hrte ohne rot zu werden.
�Du bist so feige, Ewian. Es ist doch nicht das erste Mal.` schimpfte sie sich im Stillen und sah den Gang entlang. Sie hatte seinen Geruch in der Nase. Frisch, sauber, einfach herrlich. Er roch nach frischer Luft und Wald und seine Lippen schmeckten auch so. Gott sie wollte ihn so sehr, was war daran so schlimm? Sie kannte die Antwort darauf und Ewian hatte das Gef�hl Legolas kannte sie auch. Wenn sie diesen letzten Schritt machte, gab es kein zur�ck mehr.
Sie konnte nicht mit ihm schlafen und dann nach Hause gehen. Er w�rde sie auch nicht gehen lassen, jedenfalls nicht allein. Dazu war er viel zu gut erzogen. Er w�rde mit ihr gehen oder sie mit ihm. Anders ging es nicht. Sie dachte jetzt nicht an die Zukunft, die lag in weiter Ferne. Er riss sie aus ihren �berlegungen.
�Wenn du lieber in deinem Zimmer schlafen m�chtest? ....... Ich bringe dich ......�
�W�rde es dich st�ren, ab morgen, dein Zimmer zu teilen?� Die Frage kam leise und klar, trotzdem sah sie weiter an ihm vorbei. Legolas legte eine Hand unter ihr Kinn und zwang Ewian damit ihn anzusehen. Eine Frage lag in seinem Blick. Sie sagte nichts, sondern belie� es bei einem kurzen Nicken.
�Willst du das wirklich?�
Ewian legte eine Hand um seinen Nacken und zog ihn zu sich hinunter. Sie presste ihre Lippen auf seine und er reagierte prompt und erwiderte den Kuss. Er hatte verstanden.

***

Zum Training am n�chsten Morgen hatte sich die restlichen von Navarres M�nnern, die in der Stadt geblieben waren, als Schaulustige angemeldet. Es hatte sich rumgesprochen das Mani, Lili und Ewian eine andere Art von Kampf praktizierten als �blich. Es wurde auf Waffen verzichtet, man setzte nur H�nde und F��e ein. Sehr schnell, gef�hrlich und effektiv.
Es war ziemlich fr�h, die wenigen der Hoheiten, die in der Stadt geblieben waren, schliefen noch und so hoffte vor allem Ewian das es nicht zu viel Aufregung geben w�rde. Sie hasste diese Trainingseinheiten bei denen mehr gegafft wurde als alles andere. Dabei konnte man nichts lernen, sondern sich h�chstens verletzen, weil man unaufmerksam war. Aber ihre Br�der brauchten das Training und da Mani noch nicht so weit war, musste sie wohl oder �bel aufpassen und wenn n�tig eingreifen.
Lili war eine erstklassige K�mpferin und gute Lehrerin f�r die Br�der. Denn die verlie�en sich meistens eher auf ihre Instinkte als auf Fertigkeiten. Das war bei den meisten Elben so aber im Zweikampf hatte man meistens nicht gen�gend Zeit um sich nur auf die Instinkte zu verlassen. Ihre Br�der waren nicht schlecht, aber solange Mani und Lili, junge Menschen von nicht einmal 30 Jahren, sie noch besiegen konnten, waren sie nicht gut genug. Besonders bei dem Job den sie gew�hlt hatten.
Etienne war ein Taktiker und Planer, man konnte sich immer auf ihn verlassen, aber solange es nicht unbedingt notwendig war hielt er sich, bei K�mpfen, meistens im Hintergrund. Pray war schnell und ausdauernd, aber ihm fehlte die Erfahrung und er fiel immer wieder auf die gleichen Finten und Tricks herein. Riddick war der beste in der Truppe, aber er lies sich zu leicht ablenken. Und das war gef�hrlich und hatte ihm schon einmal eine sehr schwere Verletzung eingebracht.
Als sie schlie�lich um die Ecke auf den Platz einbog bekam sie beinahe einen Herzinfarkt. Der Platz war voller Menschen. Sie kam sich vor wie bei einem Volksfest. Da hatte doch wieder jemand nicht die Klappe halten k�nnen. Sie schwor sich den Schuldigen am n�chsten Baum aufzuh�ngen, sollte sie ihn je erwischen. Lili kam ihr entgegen. Sie hatte eine m�rrische Miene aufgesetzt.
�Sieh dir das mal an. Wie sollen wir denn hier vern�nftig trainieren. Das ist das reinste Irrenhaus.� Sie drehte sich einmal im Kreis und deutete dann auf die Trib�ne. �Es sind alle auf. Von Aragorn �ber Elrond bis Gimli. Ich komm mir vor als erwarten die alle ein Schauspiel und kein normales Training.�
�Du bist der Lehrer, Lili! Willst du es absagen?�, wollte Ewian wissen und sah sich nach Legolas um.
�Er steht da hinten, bei Haldir!�, riss Lili sie aus ihren Gedanken.
�Wo?�
�Na da!� Lili wollte auf etwas deuten doch Ewian riss ihren Arm herunter.
�Geht es nicht noch ein wenig auff�lliger?�, fluchte Ewian leise und sah sich um. Lili sah ihr einen Moment zu und lachte dann.
�Was ist so komisch?�
�Ihr beide!�, konterte Lili und drehte Ewians Gesicht ein St�ck nach rechts. �Dort, �ber dem Brunnen. Auf der Treppe!�
Und schlie�lich entdeckte Ewian wonach sie suchte. Er stand auf den obersten Stufen der Treppe und unterhielt sich mit Haldir. Und als h�tte er gesp�rt das man ihn beobachtete, sah er genau in ihre Richtung. Sie sahen sich einen Moment lang an, dann senkte Ewian den Kopf.
�Er lacht. Willst du nicht hinsehen?�, fragte Lili kichernd.
�Nein!�
�Ach, du hast keine Ahnung was du verpasst!�, stichelte Lili weiter bis Ewian ihr gegen das Schienbein trat.

***

�Was war das denn?�, wollte Haldir wissen, der die Szene auf dem Platz verfolgt hatte.
�Oh ich sch�tze mal, Lili hat sie ge�rgert!�, erkl�rte Legolas noch immer grinsend.
�Und deshalb tritt sie ihr gegen das Schienbein?� Haldir warf Legolas einen verwunderten Blick zu. Aber als er den Gesichtsausdruck des Elben bemerkte war alles klar. �Ach so, schon klar!�, meinte er grinsend, was ihm von Legolas einen kurzen Blick einbrachte. Kurz darauf brachen beide in schallendes Gel�chter aus, was die Aufmerksamkeit von Aragorn und Elrond auf sich zog.
�Ach sieh mal einer an. Unsere Verliebten spielen gerade ein bisschen!�, meinte Aragorn leise lachend.
�Eine interessante Wortwahl, aber es trifft wohl den Punkt!�, meinte Elrond nur und widmete sich dann wieder dem Geschehen auf dem Platz.

***

�So viele Leute, man, muss denn das sein?� Lili sah sich nach den Drillingen um.
�Willst du nun absagen, oder nicht?�
�Nein, aber ich werde es kurz halten. Ein normaler Angriff pro Person und dann, wenn noch Lust und Zeit ist ein Dreierangriff. Die �bungen lasse ich weg!�, erkl�rte Lili nach einer Weile und lief dann auf die Jungs zu, die gerade ankamen.

***

Das Training begann langsam und vorsichtig. Bei den Einzelk�mpfen verfeinerten sie nur ihre Techniken und probierten ein paar neue Methoden aus. Nichts weltbewegendes, doch die Zuschauer die solche Art von Kampf noch nie gesehen hatte, atmeten bei jedem Schlag aus, wenn niemand getroffen wurde. Die Schlag und Trittabfolge war genau einstudiert, aber das hatten weder Lili noch die anderen preisgegeben. Es war schlie�lich Training und kein echter Kampf.
Nach etwa einer Stunde machte Lili eine Pause, weil einige Soldaten Fragen zu diesen oder jenen Techniken hatten. Die Neugier stand den meisten der M�nner ins Gesicht geschrieben. Selbst Aragorn und Elrond schienen interessiert zu sein. Sie warf einen Blick zu Legolas und Haldir, die ihr mit einem Nicken ihren Respekt bezeugten. An Ewians Seite blieb sie schlie�lich stehen.
�Das l�uft doch gut, oder?�, wollte Lili wissen.
�Ja es geht. Sie haben die Schlagabfolgen drauf, allerdings sind sie alle zu langsam bei der Umsetzung.�
�Ich wei�, ich kann viele ihrer n�chsten Schritte erkennen, bevor sie sie machen. Bei Pray zum Beispiel zuckt die Schulter wenn er vorsto�en will.�
�Hm, hab ich gesehen!�, erwiderte Ewian nur und besah sich den Platz. Lili sah sie von der Seite an.
�Was?�
�Vergiss das Training. Wie w�r�s mit einer Dreierherausforderung?�
�Sie sind m�de!�
�Eben! Umso schneller hast du sie besiegt und wir k�nnen von diesem Zirkus abhauen!�, meinte Ewian lapidar, woraufhin Lili die Augenbrauen hochzog. Ewian war sauer, ziemlich sogar.
�Ewian, was ist los?�
�Nichts!�
�L�g mich nicht an!�, forderte Lili in ihrer eigenen Sprache, was dazu f�hrte das sich die Drillinge pl�tzlich zu ihnen umdrehten und sie beide fragend musterten.
Ewian sah sich panisch nach einer Fluchtm�glichkeit, fand aber keine. Das Gespr�ch von letzter Nacht war auf einmal wieder in ihren Gedanken aufgetaucht, und je mehr sie dar�ber nachdachte um so mehr stellte sich die Frage ob sie sich richtig verhalten hatte. �Dein Zimmer teilen!` Gott, wenn heute die Sonne unterging w�rde sie, sehr wahrscheinlich sogar, mit Legolas ........!
�Ich habe Angst. Ich f�rchte mich wie nie zuvor in meinem Leben!�, fl�sterte sie Lili zu.
�Wieso denn?�
�Na weil, weil ...........�
�Liebst du Ihn?�, unterbrach sie Lili, mit einem wissenden L�cheln in den Augen.
�Ja!�
�Willst du Ihn? .... Und ich meine mehr als nur k�ssen!�, fragte sie dann.
�Ja!�
�Dann nimm ihn dir!�
Ewian sah ihre Freundin baff an. Diese grinste jedoch nur und lie� sie stehen um sich wieder den Drillingen zu widmen. Sie sprach einige Minuten mit ihnen und dann nickten die drei. Die Herausforderung war angenommen. Lili ging zur Mitte des Platzes und die drei stellten sich um sie herum in Position. Lili nickte Ewian zu die das Wort an die Menge richtete.
�Bitte h�ren Sie mir zu!�, forderte sie Ruhe und das Getuschel und die leisen Gespr�che verstummten sofort. �Wir werden jetzt etwas anderes zeigen, als urspr�nglich geplant. Wir werden einen echten Kampf simulieren. Ein Verteidiger gegen drei Angreifer.� Sie verstummte und sah sich kurz um. Kein Laut war zu h�ren, die Menge hatte verstanden. Sie sah zu Lili und nickte zum Zeichen das der Kampf er�ffnet war. Die Menge hielt den Atem an.

***

Gimli sah fragend zu Aragorn. �Was h�ltst du davon?�, wollte er von seinem Freund wissen. Der sch�ttelte nur den Kopf.
�Keine Ahnung! Warten wir einfach ab!�
Elrond besah sich das Ganze mit gemischten Gef�hlen. Er hatte so eine Ahnung das es hier Verletzte geben w�rde. Er sah zu Legolas hin�ber. Der Thronfolger hatte die Stirn in Falten gelegt und beobachtete Ewian angestrengt. Ihm schien die Sache genauso wenig geheuer.

***

Keiner der vier bewegte sich. Lili taxierte die M�nner mit Blicken und drehte sich langsam im Kreis. Wer w�rde den Angriff beginnen. Diese Frage wurde ihr gleich darauf beantwortet. Aus den Augenwinkeln erkannte sie hinter sich eine Bewegung. Bevor Pray sie treffen konnte, wich sie nach links aus und wehrte sogleich den Schlag von Etienne ab und stie� ihm die freie Faust ins Gesicht. Er st�hnte auf und wich zur�ck.
Lili parierte einen Schlag von Etienne und lie� ihn ins Leere laufen. Bevor Riddick diesen Moment ausnutzen konnte hatte Lili sich bereits gedreht und ihn mit dem Fu� in der Magengegend erwischt. St�hnend kr�mmte er sich zusammen und sackte zu Boden. Die Anwesenden keuchten gemeinsam auf. Doch Lili lie� sich nicht aus der Ruhe bringen. Etienne hatte sich wieder aufgerappelt und preschte von der Seite auf sie zu. Lili lie� sich auf die Knie fallen um ihm keine Sekunde sp�ter den Ellbogen in die Rippen zu rammen. Er ging genauso zu Boden wie vorher sein Bruder.
Der Kampf ging einige Zeit so weiter. Lili wich den Schl�gen aus oder parierte sie. Sie war dabei so schnell, wie es sonst nur den Elben zu eigen war. Die Anwesenden kamen den Bewegungen mit ihren Blicken kaum nach. Je l�nger der Kampf dauerte umso mehr erm�deten die Br�der. Ihre Bewegungen wurden langsamer.
Ewian besah sich ihre drei Br�der genau. Riddick hatte sich mindestens zwei Rippen gebrochen. Bei Pray hatte die Nase anscheinend was abbekommen. Au�erdem war seine linke Schulter ausgerenkt. Um das zu erkennen musste sie kein Heiler sein. Sie w�rde sie ihm nachher wieder einrenken. Etienne hielt sich ebenfalls die Schulter und auch bei ihm waren einige Rippen hin�ber. Alle hatten kleine Schnittwunden und es bildeten sich bereits Prellungen und blaue Flecken auf den Armen und im Gesicht.
Sie sah zu Lili hin�ber. Die stand aufrecht, hatte aber eine Platzwunde �ber der Stirn und hielt sich ebenfalls die Rippen. Es war genug. Sie konnte die Blicke von Aragorn und den anderen direkt sp�ren. Das w�rde noch einige Fragen auf sich ziehen, vermutete sie und drehte sich nach Legolas um. Er stand an der selben Stelle wie vorhin aber sein versteinertes Gesicht war selbst f�r Ewian ein Schock. Er starrte auf den Platz als k�nnte er nicht glauben was er gerade sah.
Sie drehte sich wieder um. Lili machte gerade einen Radschlag um sich aus der Reichweite der Br�der zu bringen. Ein deutliches Zeichen das sie genug hatte.
�Genug!�, rief sie laut und alle Anwesenden atmeten erleichtert auf. Sie ging zu Lili auf den Platz und unterhielt sich einige Minuten leise mit ihr und den Br�dern. Sie besah sich die Schulter ihres Bruders und renkte sie ihm mit einem lauten Knacken wieder ein. Bei dem Ger�usch ging ein Raunen durch die Menge. Dann nickte sie den vier zu und die verlie�en, sich gegenseitig st�tzend, den Platz. Ewian wandte sich wieder an die Zuschauer.
�Ich denke sie haben genug gesehen. Das Training ist beendet!�

***

Einige Minuten sp�ter war der Platz so gut wie leer. Die meisten der M�nner hatte sich verzogen, nachdem sie einigen ein paar �bungseinheiten versprochen hatte. Allerdings erst, wenn die Verletzungen verheilt waren. Sie war gerade im Begriff den Platz zu verlassen als die Frage eines der Soldaten sie zur�ckhielt.
�Warum habt Ihr nicht mittrainiert, Lady Ewian?�, fragte er und alle die noch anwesend waren, drehten sich in ihre Richtung. Das hatte sie vermeiden wollen. Diese Frage. Die kam jedes Mal wenn sie bei diesen �bungen Zuschauer hatte. Es war immer das gleiche.
�Versteht meine Antwort jetzt nicht falsch, Hauptmann Jahitas. Aber es gibt hier niemanden, au�er Mani, der gut genug w�re gegen mich zu bestehen. Von besiegen spreche ich gar nicht erst!�
Sie hatte arroganter geklungen als beabsichtigt und sie hoffte das sie jetzt niemanden beleidigt hatte oder gar schlimmer noch eine Herausforderung herauf beschwor. Allerdings schien der Soldat nicht darauf aus sich zu messen sondern sah ihr einen Moment nur in die Augen. Dann nickte er l�chelnd.
�Navarre sagte schon das ihr gef�hrlicher seid, als man annimmt, wenn man euch ansieht. Keine Sorge. Ich habe nicht vor es auszuprobieren. Daf�r sind mir meine Knochen zu wichtig!�, meinte er dann und die anderen M�nner lachten als er ihr kurz zunickte und dann, mit den Leuten im Schlepptau, abzog.

***

Als sie im Esssaal ankam, herrschte eisernes Schweigen. Die Blicke die Aragorn und Elrond ihr zuwarfen machten deutlich was sie von dem Geschehen dort drau�en dachten. Sie sah sich kurz um. Mani sa� am Tisch und sah in ihre Richtung. Dann besah er sich kurz die Gesichter der anderen und seufzte.
�Wie schlimm?�, wollte er wissen.
�Schlimm genug. Deswegen hasse ich es, wenn man beim Training G�ste hat.�, murrte sie nur und setzte sich dann neben ihren Freund.
�Training? .... Das nennst du Training?�
Legolas Stimme hatte ruhig und klar geklungen, aber das Erschrecken war nicht zu �berh�ren. Und sie glaubte auch etwas anderes vernommen zu haben. Abscheu. Sie hob den Blick und sah ihn an. Er wartete auf eine Antwort, wie alle hier.

�Wir sind keine reinen Elben, Hoheit! Unser Leben ist weit aus gef�hrlicher als Eures. Und darauf m�ssen wir uns einstellen. Solche K�mpfe �ben wir circa einmal im Monat. Und das muss auch sein, denn meine Br�der verlassen sich leider viel zu oft nur auf ihren Instinkt als auf ihre Fertigkeiten. Eine typisch elbische Eigenschaft.�, erkl�rte sie n�chtern und erntete einen w�tenden Blick.
�Kein Wunder das ihr das nur einmal im Monat macht. Bei den Verletzungen geht das gar nicht anders!�, knurrte Legolas sichtlich ver�rgert.
Die anderen im Raum sahen abwechselnd von einem zum anderen. Hier bahnte sich ein Streit an. Wieder einmal. Aragorn sah zu Elrond, Gandalf, Gimli und Haldir. Ihre Blicke sagten ihm das auch sie das was geschehen war nicht guthie�en aber ein weiterer Blick in die Augen seiner Frau bes�nftigte seinen eigenen �rger. Arwen hatte recht. Sie hatten kein Recht zu urteilen.
�Legolas�, begann er und dieser drehte sich herum. �Wir haben kein Recht zu urteilen. Das wei�t du!�
�Das war kein Training, das wahr ........ so was kann man gar nicht beschreiben!�, fuhr jetzt Gimli auf.
Ewian sah von einem zum anderen. Das hatte keinen Sinn. Egal was sie sagte, es w�rde jetzt nichts �ndern. Alle hier waren zu aufgew�hlt. Zu ver�rgert.
�In Zukunft wird keiner von euch mehr bei einer Trainingseinheit zusehen!�, erkl�rte sie ruhig und stand auf.
�Willst du es uns verbieten?�, wollte Legolas aufgebracht wissen.
�Ja, ganz genau!�, erwiderte sie nur und ging zur T�r.
�Und wenn wir uns nichts verbieten lassen?�, setzte Legolas nach.
�Dann, verehrter Thronfolger aus D�sterwald, werde ich dir eigenh�ndig die Ohren ein St�ck l�nger ziehen und dich vom Platz entfernen!�, meinte Ewian kalt und sah ihn an.
�Das werden wir ja sehen!�, provozierte er sie weiter.
�Legolas bitte!�, warf Elrond warnend ein wurde aber ignoriert.

�Reiz mich nicht Legolas, oder du wirst mich kennen lernen!� Mit diesen Worten verlie� sie den Raum und schlug die T�r hinter sich zu. Wutentbrannt rannte sie den Gang entlang. Jedes mal das gleiche. Sie hatte von Anfang gewusst wie das enden w�rde. �Dumme Nuss`, schalt sie sich selbst, denn sie h�tte es Lili ja verbieten k�nnen. Eine weitere T�r fiel krachend ins Schloss, als sie in ihr Zimmer st�rmte.

***

�Ihr versteht das alles nicht, oder?� Alle starrten noch immer die T�r an, durch die Ewian den Raum verlassen hatte, als Manis Worte sie aufschreckten. Die allgemeine Aufmerksamkeit wandte sich dem Kopfgeldj�ger zu, der nickte als er die Blicke sah.
�Das dachte ich mir!�, meinte Mani nur und legte die H�nde auf den Tisch.
�Wie meint Ihr das?�, wollte Haldir wissen und beugte sich neugierig nach vorn.
�Diese Einheiten sind wichtig und sch�tzen unser �berleben!�, begann Mani wurde aber von Legolas unterbrochen.
�Muss man deshalb so ..... so ......... �
�Brutal sein? Wolltet Ihr das sagen?�, beendete Mani den Satz und sah Legolas fragend an. Dieser nickte und wandte sich ihm jetzt direkt zu.

�Die Antwort darauf ist ja! Was f�r euch brutal erscheint, rettet uns das Leben. Wir sind Kopfgeldj�ger. Wir werden nicht von Soldaten oder einer Garde besch�tzt. Wir m�ssen uns oft genug aufteilen um Verbrecher zu stellen oder Informationen zu sammeln. Das ist f�r Frauen genauso gef�hrlich wie f�r Halbelben. Ihr wisst doch selbst das es gen�gend Orte gibt an denen Elben nicht willkommen sind. Und ihr seht doch was die Drillinge schon hier f�r Aufsehen erregen. Bei den Frauen ist es genauso. In den meisten St�dten betrachtet man sie nur als Freiwild und billige Huren. Glaubt ihr vielleicht ich w�rde meine Schwester allein herumziehen lassen, wenn ich nicht w�sste das sie sich selbst verteidigen kann?�

Er sah fragend in die Runde und erkannte das langsame Verstehen in den Augen aller Anwesenden. Sie begannen zu begreifen und zu akzeptieren.
�Ist es jedes Mal so?�, wollte Legolas dann wissen.
�Nein, aber wir sind alle nerv�s und unruhig. Und ich denke Ihr wisst auch warum. Die Jungs sind nicht schwer verletzt. Ein paar gebrochene Rippen, und einen Haufen blauer Flecken. Das ist in ein paar Tagen Schnee von gestern.�
�Mist!�, brummte Legolas leise und st�tzte den Kopf auf seine H�nde. �Ich denke da ist wohl eine Entschuldigung f�llig!�
�Ja ich denke da sollten wir uns was einfallen lassen!�, meinte auch Gimli und zog nachdenklich an seiner Pfeife.
�Ich glaube das es das beste w�re, diese Angelegenheit Legolas zu �berlassen!�, sagte Elrond auf einmal und der Prinz sah auf.

�Das sehe ich auch so!�, erwiderte Mani unger�hrt und erhob sich. �Es ist noch fr�h. Ich sollte noch mal nach meinen Freunden sehen und ziehe mich dann f�r eine Weile zur�ck. Herr Elrond, K�nig Aragorn w�rdet Ihr mich begleiten? Ein paar H�nde mehr kann man immer gebrauchen.�
Legolas sah irritiert zu wie sich alle erhoben und zur T�r strebten. Dann ging ihm ein Licht auf und sofort war ihm klar was alle meinten. Er war wohl der einzige der imstande war das Temperament von Ewian zu bremsen.
�Ach so, die Herrschaften wollen sich also aus der Aff�re ziehen?�, fragte er und alles drehte sich zu ihm um.
�Nun, das kann man ..........�, begann Gandalf und h�stelte in seinen Bart

�Ganz genau! Wir ziehen uns aus der Aff�re!�, erkl�rte Aragorn und alles lachte als Legolas w�tender Blick den des K�nigs von Gondor traf.

Ende Teil 11 1
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