Arian warf seinen Beutel auf den Boden und streckte sich ausgiebig. Dieser Marathonritt war selbst f�r ihn ein wenig viel gewesen. Aber er hatte alles bekommen was er wollte. Und der schmierige kleine Gauner w�rde nie auf die Idee kommen, ihn zu verraten. Daf�r verdiente er an Arian viel zu gut. Er lie� sich leise auf dem Boden nieder und r�umte den Beutel aus. Ja, diese Werkzeuge waren perfekt. Er w�rde bald Gelegenheit haben sie auszuprobieren. Vorzugsweise an einer kleinen Prinzessin, wenn alles so klappte wie er es wollte.
Arian r�umte alles wieder ordentlich zusammen und suchte nach ein paar Decken. Mit denen errichtete er ein provisorisches Lager. Er streckte sich noch mal und lie� sich nach hinten fallen. M�digkeit �berfiel ihn und Arian schloss die Augen. Heute w�rde er ausschlafen, und morgen Abend dann zuschlagen. Prinzessin Sileen w�rde ihr blaues Wunder erleben. Und der K�nig w�rde wahnsinnig werden. Arian stellte sich vor seinem geistigen Auge bereits den Gesichtsausdruck des K�nigs vor, wenn er seine tote Tochter finden w�rde. Das w�rde ein Spa� werden, ohne gleichen.
***
�Was denkst du wirklich?�
Ewian sah auf, um Sileens Gesicht zu studieren. Die junge Prinzessin war vor einer Stunde ins Zimmer hinein geschneit um sich Rat zu holen. Sie rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her und trommelte gleichzeitig mit den Fingern auf die Lehnen.
�Liebst du ihn?�, fragte Ewian und legte ihre Notizen beiseite, um sich der Prinzessin zuzuwenden. Die sah nachdenklich in die Luft und nickte dann.
�Ja!�
�Wo ist dann das Problem?�, fragte Ewian. Sileen sah sie ungl�ubig an.
�Er ist unsterblich, ich nicht. Das ist das Problem!�, sagte sie und warf hilflos die Arme in die Luft. Ewian musste grinsen. �Und au�erdem ist er soviel �lter als ich. Vater wird niemals .......�
�Wie alt bist du eigentlich? Und wie alt ist Nyon?�
�Nyon ist 1228 ich bin 21!�
�Puh, das nenn ich einen alten Knacker!�, witzelte Ewian und begann zu lachen, als Sileen die Stirn in Falten zog.
�Das ist nicht komisch, Ewian!�, brummte sie dann.
�Doch das ist es!�, erwiderte Ewian nur und bem�hte sich verzweifelt um einen ernsten Gesichtsausdruck. Es war hoffnungslos. Sileens Gesichtsausdruck verfinsterte sich daraufhin immer mehr.
�H�r auf zu lachen!�, forderte die Prinzessin, begann aber selbst zu grinsen.
�Ok, o.k.! Du willst also wissen was ich dar�ber denke!�, begann Ewian und Sileen nickte schnell und heftig. �Schwer zu sagen. Aber wenn ich an seiner Stelle w�re, ich w�rde meine Unsterblichkeit f�r dich aufgeben.�
�Wirklich? Aber das geht doch nicht. Dann stirbt er doch .....�
�Ganz genau!�, unterbrach Ewian sie. �Aber wenn er sterblich ist, stirbt er mit dir. Wenn er unsterblich ist, bleibt er lange, sehr lange allein. Ich k�nnte nicht zusehen, wie du stirbst und dann wieder von vorn anfangen.�
�Was. wenn Legolas ein Mensch w�re?�, fragte Sileen.
�Ich muss dir gestehen - ich bin froh dass er ein Elb ist. Denn so habe ich mehr Zeit mich an den Gedanken zu gew�hnen, dass da noch jemand ist.� Ewian kratzte sich an der Stirn und sah aus dem Fenster. �Es ist nicht leicht sich mit ihm einzulassen.�, fuhr sie dann fort.
�Warum?�
�Er hat so eine Art an sich, alles aus einem heraus zu kitzeln. Das ist ab und zu sehr st�rend. Und au�erdem leben wir in v�llig verschiedenen Welten.�
�Das scheint ihn aber nicht zu st�ren!�, fuhr Sileen dazwischen.
�Ich wei�, das sollte es aber. Denn mein Job ist gef�hrlicher als seiner!�
�Seiner??� Sileen sah sie fragend an.
�Ist er nun Thronfolger, oder nicht?�, sagte Ewian nur und Sileen verstand was sie meinte. Er w�rde bald ein ganzes Volk regieren und das war bestimmt nicht leicht.
�Aber du liebst ihn, oder?�, fragte Sileen nach einer Weile.
�Nat�rlich tut sie das. Sie ist nur zu stur um es zu sagen!�, kam von der T�r und beide Frauen sahen in das frech grinsende Gesicht von Lili. Ewian st�hnte nur und winkte die Frau ins Zimmer. Lili warf sich zu ihrer Freundin auf das Bett und sah zwischen den beiden Frauen hin und her.
�Also, liebst du ihn?�, wiederholte Sileen ihre Frage. Beide sahen zu Ewian, die L�cher in die Luft zu starren schien. Es verging eine kleine Ewigkeit, dann �berzog ein leichtes L�cheln Ewians Gesicht und sie nickte.
�Wusste ich es doch!�, entfuhr Lili, woraufhin alle lachten. �Worum ging �s �berhaupt?�, wollte Lili dann wissen und Sileen erz�hlte von ihren Sorgen. Die junge Kopfgeldj�gerin h�rte schweigend zu, nickte nur dann und wann. Sileen sah sie fragend an, als sie geendet hatte.
�Ich stimme Ewian zu. Und ich wette, er sieht das genauso.�
***
Ein paar Zimmer weiter fand gerade dieselbe Diskussion statt. Nyon lief im Raum auf und ab und machte Legolas, Haldir und Gimli damit langsam v�llig verr�ckt. Mani sa� auf dem Fenstersims und grinste ununterbrochen, w�hrend Nyon berichtete was Sache war. Daymon und die Drillinge standen am Kamin und sahen interessiert zu.
�Wieso grinst du eigentlich die ganze Zeit?�, fragte Gimli entnervt. Mani sch�ttelte nur den Kopf und sprang dann vom Sims. Er griff nach Nyon und zog ihn zu einem Stuhl. Er zuckte kurz zusammen, als sich seine Wunde bemerkbar machte.
�Liebst du sie?�, fragte er den Prinzen von D�sterwald. Der nickte, unsicher was er davon halten sollte. �Was m�chtest du denn tun?�, fragte Mani weiter, unbeeindruckt von den fragenden Blicken der anderen.
�Bei ihr bleiben, f�r immer!�
�Sie ist sterblich, vergiss das nicht!�
�Ich wei�!�, sprang Nyon wieder vom Stuhl hoch und fuhr sich durchs Haar. Er sah zu seinen Br�dern und Legolas zog bei seinem Blick die Augenbrauen hoch. Daymon starrte ihn nur an.
�Vater wird toben.�, sagte er nur und Legolas bekam seinen Mund nicht mehr zu. Daymon sah zwischen seinen Br�dern hin und her, sagen konnte er nichts. Er wusste genau was Nyon vorhatte.
�Du willst deine Unsterblichkeit f�r sie aufgeben?�, fragte Legolas seinen j�ngeren Bruder. Alle anderen atmeten h�rbar ein, sagten jedoch nichts, sondern entschieden sich daf�r, diese Sache Legolas zu �berlassen.
�Ja.�, kam von Nyon als Antwort. Legolas sah seinem Bruder genau in die Augen, studierte minutenlang, was er in ihnen erkannte. Liebe stand dort geschrieben, aber auch Sorge um seine Familie. Nyon hatte Angst vor der Reaktion seines Vaters, aber auch vor der von Aragorn. Was, wenn der K�nig von Gondor dagegen war?
�Vater hat nichts dagegen!�, sagte Eldarion, der lautlos ins Zimmer getreten war. Der Mensch hatte am Gesichtsausdruck des Elben erkannt, worum es ging.
�Woher willst du das wissen?�, fragte Nyon.
�Warum sollte ein Vater etwas gegen die Liebe haben? Immerhin wei� er selbst, wie sch�n das ist!�, grinste Eldarion und die anderen nickten zustimmend.
�Aber was ist wenn er .....?�
�Ach, er wird nichts sagen. Und selbst wenn, er ist uns hoffnungslos unterlegen!�, brummte Gimli und alle begannen zu lachen. Niemand au�er Legolas bemerkte die fragenden Blicke Haldirs, aber er wich ihnen aus. Er wusste genau, welche Frage der Elb aus L�rien ihm stellen wollte. Aber was sollte er schon darauf sagen? Der Elb allerdings schien auf eine Antwort zu brennen, denn er fing Legolas einige Zeit sp�ter, nachdem sie sich getrennt hatten, im Gang zur Bibliothek ab.
�Was ist denn nun zwischen euch?�, fragte der Gardist aus Lothl�rien. Legolas hob frustriert die Schultern, blieb jedoch eine Antwort schuldig. �Liebst du sie?�, fragte Haldir weiter. Der Elb nickte. �Dann sag es ihr!�
�Was ist, wenn sie nein sagt?�
�Mein Freund, du siehst viele Dinge, aber manchmal bist du anscheinend blind. Sie wird nicht nein sagen!�, sagte Haldir l�chelnd und zog Legolas hinter sich her in die Bibliothek.
***
Sileen lehnte mit geschlossenen Augen an der Mauer, als sie die leisen Schritte h�rte. Sie musste unwillk�rlich l�cheln, denn sie erkannte den typischen Gang mittlerweile sogar im Schlaf. Nyons Schritte waren schnell und leicht, aber sie h�rte sie �berall und immer aus der Menge heraus.
Der Elb legte den Arm um sie und zog sie sanft an sich. Es war ihm egal, ob Aragorn oder sein Vater ihn entdecken w�rden. Er hatte sich entschieden und das wollte er alle Welt zeigen. Sileen sah ihn fragend an, aber als er sie k�sste, waren alle Fragen f�rs erste vergessen. Sie wusste, dass sie ihn wollte und sie wusste auch, das sie ihn f�r immer wollte. Was auch immer das f�r sie beide bedeutete.
�Was jetzt?�, fragte Sileen leise und schmiegte sich an ihn.
�Es ist mir egal, wer oder wann sie uns sehen!�
�Mir auch!�, bekam er als Antwort.
�Ich liebe Dich, Sileen!�, fl�sterte in ihr Ohr und sah kurz darauf das L�cheln, das ihr Gesicht �berzog. Sie hob den Kopf zu ihm und sah ihn an.
�Ich liebe Dich auch, Nyon!� So standen beide, engumschlungen und sich k�ssend, noch einige Zeit dort. Sie bemerkten ihren heimlichen Beobachter nicht und sahen auch nicht den geschockten Ausdruck in seinem Gesicht.
***
Aragorn stand im Garten und studierte gedankenverloren die Blumen. Sein Blick ging in die Ferne, tief in sein Innerstes. Er wusste nicht so recht, wie er damit umgehen sollte. Geahnt hatte er es schon seit einiger Zeit, doch vor wenigen Minuten hatte er die Gewissheit bekommen. Sileen und Nyon!! Er hatte die beiden k�ssend und engumschlungen �berrascht, sich jedoch rechtzeitig zur�ckgezogen. Nur, was nun?
Elrond beobachtete Aragorn schweigend. Arwen stand neben ihm, der besorgte Gesichtsausdruck entging ihrem Vater nicht, genauso wenig �bersah er Aragorns Unsicherheit. Es war etwas geschehen, etwas wichtiges. Und Elrond sah genau, das die beiden nicht wussten, wie sie jetzt verfahren sollten.
�Arwen, was ist geschehen?�, fragte er seine Tochter. Sie antwortete erst nach einigen Minuten.
�Sileen ist verliebt!�
Elrond sah Arwen an. �Warum steht dann Trauer in deinen Augen?�, wollte er wissen. Arwen sah zu Boden.
�Es ist Nyon.�
Elrond fuhr zu ihr herum und hob mit der Hand ihr Kinn hoch. Er studierte kurz das Gesicht und die Aura seiner Tochter. Dann lie� er sie wieder los und seufzte leise. �Ich verstehe!� Da erkannte er, warum Aragorn so verunsichert war. Es war dieselbe Situation wie bei ihm selbst, als er sich in Arwen verliebt hatte. Arwen drehte sich schweigend um und ging. Sie sp�rte, dass sie Aragorn jetzt nicht w�rde helfen k�nnen, aber sie wusste, dass er zu ihr kommen w�rde, wenn er soweit war.
�Wie denkst du dar�ber?� Elrond sah auf. Die Frage war leise gestellt worden, doch sie war eindeutig an ihn gerichtet, da au�er ihm und Aragorn niemand im Garten war. Dieser drehte sich jetzt zu ihm um und kam auf ihn zu.
�Diese Frage hat mir Arwen vor langer Zeit schon einmal gestellt. Und ich wusste damals genauso wenig wie du heute, wie ich damit umgehen sollte. Erinnerst du dich, was ich dir damals sagte?�
Aragorn nickte. �Nur wenn du deiner Bestimmung folgst, werde ich der Verbindung zu meiner Tochter zustimmen!` Diese Worte hatten ihm fast das Herz gebrochen, aber er h�tte alles getan, um Arwen zu halten. Also war er seiner Bestimmung gefolgt, wie Elrond es verlangt hatte. �Ich habe den Satz nicht vergessen!�, sagte er nach einigen Minuten.
�Ich wei�, was ich dir damals mit diesen Worten angetan habe. Aber es war notwendig. Doch heute ist die Situation ein wenig anders. Sileen hat keine Bestimmung zu erf�llen.�
�Sie ist sterblich.�, erinnerte ihn Aragorn.
�Genau wie du.�, sagte Elrond nur und sah ihn an. �Es ist Nyons Entscheidung, genau wie es damals Arwens war. Du kannst dich nicht einmischen, sie w�rden es nicht zulassen, sondern trotzdem ihren Weg gehen. Glaube mir, ich spreche aus pers�nlicher Erfahrung!�
�Du denkst also, die beiden sollten das allein entscheiden, ohne unsere Ablehnung oder Zustimmung?�, fragte Aragorn und blickte seinem Ziehvater in die Augen. Der Blick von Elrond war Antwort genug f�r Aragorn und beide schwiegen. Es war alles gesagt.
***
Am Abend, kurz nach Sonnenuntergang, lief Ewian mit Gimli im Schlepptau auf der Mauer umher. Sie hatte Haldir f�r diese Nacht abgel�st, da der Elb beim Abendessen beinahe eingeschlafen war. Navarre und seine M�nner sicherten zwar ebenfalls die Mauern, aber elbische Augen sahen mehr als menschliche. Au�er ihr waren noch sechs weitere Elben an strategisch wichtigen Posten eingesetzt. Jeder hatte den anderen im Blickfeld, so dass sie sich immer verst�ndigen konnten, ohne erst ihre Posten verlassen zu m�ssen.
Sie dachte schmunzelnd an Legolas s�uerliches Gesicht, als sie ihm erz�hlt hatte, dass er heute Nacht allein w�rde schlafen m�ssen. Gimli beobachtete sie. Legolas war nach dem Essen ziemlich misslaunig gewesen, wollte aber auch nicht mit auf die Mauer, weil er zu m�de gewesen war.
�Was grinst du so schmutzig?�, fragte der Zwerg sie.
�Legolas war nicht sehr begeistert dar�ber, heute Nacht allein zu schlafen!�, sagte sie nur und Gimli plusterte sich unter seinem Kettenpanzer auf.
�Ach so, der Herr Elb mal wieder!�, murrte er spielerisch emp�rt, grinste aber dabei. �Er wird wohl mal eine Nacht ohne deine Lippen ...... �h, Gesellschaft auskommen.�, verbesserte er sich, doch Ewian sah ihn strafend an.
�Gimli Gloinssohn!�, beschwerte sie sich, wurde aber von ihm unterbrochen.
�Ja, das ist mein werter Name, My Lady. Vergesst ihn ja nicht, wir Zwerge sind in solchen Dingen sehr eigen!�
Die anderen Wachen drehten sich erstaunt um, als sie das laute Gekicher von der Mauer vernahmen. Die restliche Nacht verlief ziemlich ruhig und vor Morgengrauen l�ste Haldir, frisch ausgeruht, sie mit neuen M�nnern ab. Er nickte ihr dankbar zu und auch Gimli bekam einen h�flichen Gru�.
***
Der Tag verlief ruhig. Ewian holte den vers�umten Schlaf nach, w�hrend Mani mit den Drillingen mal wieder ihre restlichen Informanten abklapperte. Lili hingegen hatte es vorgezogen, gemeinsam mit Sileen und Arwen einen gem�tlichen Tag im Garten zu verbringen. Eldarion war mit Samuel, seiner Braut und einigen anderen zu einem Ausritt aufgebrochen. Sie w�rden erst sp�t am Abend zur�ckkehren.
Die restlichen Besucher und Hoheiten machten sich langsam aber sicher wieder zum Aufbruch bereit. In drei Tagen wollten Thranduil, Elrond, Celeborn und Galadriel mit ihren Familien wieder in ihre L�ndereien zur�ckkehren. Dass Legolas bleiben w�rde, hatte er seinem Vater schon berichtet und Thranduil hatte nichts dagegen.
Legolas trat zu Aragorn in dessen Zimmer. Der K�nig schien v�llig in Gedanken versunken, denn er reagierte �berhaupt nicht, als der Elb ihn ansprach. Legolas setzte sich einen Sessel und beschloss abzuwarten. Es dauerte auch nicht lange, da drehte Aragorn den Kopf in seine Richtung. Er schrak regelrecht zusammen, als er den Elb entdeckte.
�Legolas, hast du mich erschreckt. Ist irgendwas?�
�Ich denke die Frage sollte ich lieber dir stellen, mein Freund!�, erwiderte Legolas ruhig und sah Aragorn fragend an. Der nickte nach einiger Zeit.
�Es ist etwas geschehen, das stimmt.� Der K�nig fuhr sich durchs Haar und wandte sich wieder dem Fenster zu.
�Nyon und Sileen?�, fragte Legolas n�chtern und wurde mit zwei stahlblauen, fragenden Augen belohnt.
�Woher .....?�
�Ich bin nicht blind! Au�erdem hat Nyon es mir erz�hlt!�
�Wer wei� es sonst noch?�, wollte Aragorn wissen. Legolas zuckte die Schultern.
�Alle, denke ich! Mit Ausnahme der Eltern und zuk�nftigen Schwiegereltern.�, sagte Legolas und l�chelte leicht, als er den s�uerlichen Gesichtsausdruck des Menschen entdeckte.
�Das ist ja wieder typisch. Die Eltern erfahren es als letzte!�, brummte der K�nig endlich.
�Hast du etwas anderes erwartet?�
***
Arian schlich leise durch den Gang und schl�pfte durch Sileens Zimmert�r. Er stellte sich von innen an die T�r und begann zu lauschen. Er hatte fast zwei Stunden gebraucht, um so weit ins Schloss zu kommen. Er w�rde jetzt nicht durch eine Unachtsamkeit alles verderben. Arian sah sich kurz, aber genau, im Zimmer um. Es war fast dunkel und sein Zielobjekt d�rfte wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Jetzt hie� es einfach nur abwarten.
***
�Wor�ber denkst du nach?�
Die leise gestellte Frage holte Legolas aus seiner Trance und er sah von dem Buch auf in das er, ohne etwas zu lesen, seit fast einer Stunde gestarrt hatte. Gedanken an die ungewisse Zukunft, die Sorge um sein Patenkind, Aragorn und all die anderen und der Gedanke an Ewian hatten ihn v�llig wegtreiben lassen. Wie sollte es weitergehen? Er wusste es nicht, jetzt wo Nyon vorhatte, seine Unsterblichkeit aufzugeben. Er wusste einfach nicht, wie er mit all dem umgehen sollte. Vielleicht sollte er mit jemandem sprechen, �ber das, was ihn bewegte, was ihm Angst machte. Aber mit wem? Aragorn hatte selber genug Sorgen und Haldir wollte er auch nicht schon wieder mit Problemen bel�stigen. Denn der hatte mit der Bewachung der Hoheiten genug zu tun.
Ewian l�chelte zwar, aber der Elb konnte auch leichte Sorge in ihren Z�gen erkennen. �Ist nicht wichtig!�, meinte er und schlug das Buch zu um es wieder in das Regal zu r�umen. Er sah aus den Augenwinkeln, wie Ewian die Arme vor der Brust verschr�nkte und ihn weiterhin fragend musterte. Als er nichts sagte, bildete sich eine steile Falte zwischen ihren Augen, ein eindeutiges Zeichen, dass er sie ver�rgert hatte.
�Du erwartest von mir Offenheit, aber selbst l�gst du mich an!�, brummte sie dann und machte auf dem Fu� kehrt um die Bibliothek zu verlassen.
�Ewian, warte!�, bat Legolas leise, doch sie hatte ihn entweder nicht geh�rt oder beschlossen seine Bitte zu ignorieren. Als sie die T�r aufriss, lief sie Haldir in die Arme und beide zuckten erschrocken zur�ck.
�Was ....?�, fragte der Elb und sah zwischen den beiden umher. Er hatte Ewian am Arm gepackt und hielt sie fest, obwohl sie ziemlich heftig versuchte sich loszumachen. Haldir blickte sie stirnrunzelnd an, doch sie wich seinem Blick aus. Als er von Legolas dieselbe Reaktion erhielt, st�hnte er innerlich auf. �Diese Kinder!`, dachte er und beschloss ein wenig nachzuhelfen. Es konnte doch nicht so schwer sein, die beiden Sturk�pfe zusammen zu bringen.
Er zog Ewian in den Raum zur�ck und schloss die T�r hinter sich. �K�nnt ihr mir vielleicht mal erkl�ren was dieser Unsinn soll, den ihr betreibt?�, fragte er dann.
�Ich wei� nicht wovon du .....�, begann Legolas, verstummte aber als er den erbosten Blick seines Freundes auf sich ruhen sah.
Haldir blickte Legolas noch einige Zeit schweigend an und wendete sich dann Ewian zu. Die sah zu ihm auf und verzog ihr Gesicht. Sie schien zu schmollen. �Sieh mich nicht an, ich wei� von nichts, denn der werte Elb redet ja nicht mit mir!�, nuschelte sie ihn an und sah dann w�tend zu Legolas. Der stand immer noch unschl�ssig vor dem Regal und schien hochkonzentriert die Buchdeckel durchzulesen. Haldir seufzte theatralisch auf und schob Ewian entschlossen in die Arme des Prinzen.
�Was soll das?�, fragten beide unisono und sahen sich dann erstaunt an. Das brachte Haldir kurz zum Grinsen, allerdings nur kurz, dann wendete er sich wieder dem aktuellen Problem zu.
�Ich werde euch sagen was das soll!�, brauste er auf und hatte sofort die uneingeschr�nkte Aufmerksamkeit der beiden Dickk�pfe. �Dass du stur bist, Legolas, das wei� ich schon seit einigen Jahrhunderten aber das es so schlimm ist, ist mir neu. Und Ewian ist anscheinend nicht besser. Was treibt ihr beide eigentlich f�r Bl�dsinn?�, fragte er dann ziemlich unelbisch und wurde w�hrend seiner Standpauke immer lauter. Er schwieg kurz und sah dann, sanft l�chelnd in zwei verwundert fragende Gesichter.
�Wann wollt ihr zwei endlich einsehen, dass ihr euch liebt?�, fl�sterte er und deutete mit einem Nicken auf ihre H�nde, die sie unbewusst ineinander verschlungen hatten. Mit einem Kopfsch�tteln wandte er sich dann ab und verlie� die Bibliothek ohne ein weiteres Wort.
Ewian und Legolas sahen ihm schweigend nach. Ewian wich langsam von ihm zur�ck, doch bevor sie sich endg�ltig abwenden konnte zog er sie in seine Arme. �Entschuldige, ich wollte dich nicht verletzen!�, murmelte er an ihrem Ohr.
�Das tust du aber! Jedes mal, wenn du mich ausschlie�t.�
�Das geht mir genauso!�, erwiderte er leise und sie senkte schuldbewusst den Kopf. Er hatte ja Recht, sie hielt ihn im Bezug auf ihre Arbeit, ziemlich von sich fern.
�Ich wei�, aber versteh mich doch. Ich will nicht dass du verletzt wirst!�, sagte sie und sp�rte Erleichterung in ihm aufwallen. Dann nickte er.
�Friede?�, fragte Legolas endlich und sp�rte ihr Grinsen an seiner Schulter.
�Friede!�, antwortete sie schlicht und sah dann zu ihm auf. �Sagst du mir, wor�ber du so lange gegr�belt hast?�
�Viele Dinge! Nyon und Sileen zum Beispiel.�
�Verstehe! Die beiden kriegen das hin, glaub mir!�, versicherte sie ihm.
�Denkst du?�
�Klar, die beiden sind immerhin nicht so... wie sagte Haldir vorhin: �bl�dsinnig�, wie wir!�, lachte sie ihn an und riss sich von ihm los, als er die Stirn runzelte. �Allerdings frage ich mich, wer von uns der dickk�pfigere ist.�, zog sie ihn weiter auf und rannte lachend aus dem Raum. Legolas folgte ihr kopfsch�ttelnd und vor sich hin grinsend.
***
Sileen verabschiedete sich lachend von Lili und den anderen. Sie hatten sich alle nach dem Abendessen noch einmal zusammengefunden, als Abschied sozusagen. Der Gro�teil der Besucher wollte los, die meisten Sachen waren bereits gepackt. Es war schon ziemlich sp�t und Sileen war hundem�de. Auf der Treppe lief sie Ewian und Legolas in die Arme.
�Wollt ihr auch schon ins Bett?�, fragte sie die beiden.
�Schon? Es ist fast Mitternacht, und du solltest eigentlich schon schlafen!�, erwiderte Legolas v�terlich.
�Ja ja, Papa!�, bekam er kichernd als Antwort. Sie und Ewian begannen zu lachen als sie Legolas Gesicht sahen. Doch wenig sp�ter stimmte der Elb in dieses Lachen mit ein.
***
Arian horchte auf. Da kam jemand, direkt in seine Richtung. Er lauschte und grinste kurz darauf hinterh�ltig. Sileen war endlich da. Wurde auch langsam Zeit, w�tete er im Stillen. Es war Stunden her, seit er sich in ihr Zimmer geschlichen hatte und mittlerweile war seine Geduld am Ende. Er ging hinter der T�r in Stellung.
Sileen g�hnte noch einmal und schob dann die T�r auf. Ein merkw�rdiges Gef�hl �berkam sie und bevor sie richtig �berlegen konnte, hatte sie die T�r bereits gegen die Wand geschlagen. Ein kurzer schmerzhafter Aufschrei war die Folge.
***
Ewian blieb wie angewurzelt stehen und Legolas rannte in sie hinein. Der Elb sah sie fragend an, doch Ewian ignorierte ihn und ging einige Schritte zur�ck.
�Ewian?�
�Hast du das geh�rt?�, fragte sie und ging nicht weiter auf ihn ein.
�Nein, was soll ich geh�rt haben?�
�Ein Schrei!�
Legolas ging zu ihr und sah sich ebenfalls forschend um. Es war nichts zu h�ren, aber wenn Ewian behauptete dass etwas geschehen war, dann musste etwas zu finden sein. Sie hatte sich bisher noch nie get�uscht. Beide gingen langsam den selben Weg zur�ck, den sie gekommen waren.
***
Zur gleichen Zeit hatte Arian sich Sileen bereits gegriffen. Es war nicht schwer gewesen sie zu �berw�ltigen, aber es war verdammt schwer sie zu halten. Die Prinzessin wehrte sich wie ein wildgewordenes Tier. Sie schien zu wissen, dass sie um ihr Leben k�mpfte und so wie es aussah war sie nicht bereit so schnell aufzugeben.
�Diesen Dicksch�del hast du wohl von deinem Vater!�, keifte Arian und schlug ihr wieder ins Gesicht. Zum dritten Mal, aber weil er nicht richtig traf ging der Kampf unvermindert weiter. Er stie� sie zu Boden und zog ein Messer aus dem Stiefel. Doch das war ein Fehler, erkannte Arian. Aber er erkannte es zu sp�t. Sileen schrie, trotz des Knebels im Mund, so laut sie konnte. Jetzt wurde es brenzlig. Es gab garantiert jemanden, der das geh�rt hatte. Er zerrte sie wieder auf die F��e und warf sie, die T�r hinaus, auf den Flur.
***
Elladan sah von dem Buch auf, das er gelesen hatte. Das war doch ein Schrei gewesen. Leicht ged�mpft aber eindeutig zu identifizieren. Und die Stimme war ihm seltsam bekannt erschienen. Er erhob sich vom Bett und verlie� sein Zimmer. Gleichzeitig ging er in seinem Kopf s�mtliche Gesichter der Leute aus dem Schloss durch und suchte die passenden Stimmen zu diesen Gesichtern. Und er wurde f�ndig.
�Sileen!�, murmelte er entsetzt und rannte los.
Arian zog sie an den Haaren auf die F��e und trat ein paar Mal nach ihr. Doch sie machte sich nur noch schwerer und er geriet leicht in Panik. Das dauerte viel zu lange, sein Zeitplan war bereits v�llig durcheinander. Er riss sie grob zu sich. �Das n�chste Ma, werde ich dich mit einem Kn�ppel nieder pr�geln! Mal sehen ob du dann immer noch so k�mpfen kannst!�, schrie er sie an und hob sie, trotz ihrer Gegenwehr, in seine Arme. Er hielt sie kurz fest und schlug ihr dann mit dem Messerknauf gegen die Stirn. Sie sackte zusammen, wehrte sich dennoch gegen ihn, halbherzig zwars aber es behinderte ihn ungemein.
Elladan bog um die Ecke in den Gang, aus dem der Schrei gekommen war. Er erkannte sofort, wem er da gegen�ber stand. Arian hatte Sileen in seinen Armen. Obwohl sie gefesselt und halb bewusstlos war, wehrte sie sich dennoch mit all ihrer verbliebenen Kraft gegen ihren Entf�hrer. Ein Knebel in ihrem Mund minderte die Lautst�rke ihrer Schreie, aber der Elb hatte sie trotzdem geh�rt. Ohne an die Gefahr zu denken oder zu z�gern st�rmte er auf die beiden zu.
Arian h�rte ihn kommen und lie� Sileen auf den Boden fallen, um sich gegen seinen Angreifer zu stellen. Die Prinzessin schlug mit dem Kopf auf und r�hrte sich jetzt endg�ltig nicht mehr. Elladan wehrte mit Leichtigkeit das Messer ab, das Arian gegen ihn einsetzte. Ein Zweikampf entbrannte, der jedoch nicht lange anhielt.
Eine Dienerin bemerkte den Kampf und lief, um Hilfe schreiend davon. Arian wusste das ihm keine Zeit mehr blieb. Er konnte bereits Stimmen h�ren, zwar noch entfernt aber nah genug, um seine Entf�hrung zu vereiteln. Der verfluchte Elb stand �ber der Prinzessin und w�rde sich dort nicht wegbewegen, es sei denn, er t�tete ihn. Aber daf�r hatte Arian keine Zeit mehr. Flucht war die einzige M�glichkeit, zumindest f�r heute. Als die ersten Wachen in den Gang bogen, ergriff er die Flucht und st�rmte davon.
***
Ewian und Legolas sahen nur einen Schatten um die Ecke biegen, dann knallte es auch schon und die beiden gingen zu Boden. Arian war sofort wieder auf den Beinen und rannte weiter. Er hatte sehr wohl erkannt, in wen er da hinein gerannt war, aber leider war keine Zeit, einen solchen Vorteil auszunutzen. Die Wachen bogen kurz darauf ebenfalls in den Gang, es krachte erneut und Ewian und Legolas, die sich gerade hoch rappelten, wurden wieder zu Boden gerannt.
Als sie dann endlich wieder auf sicheren F��en standen, war Arian l�ngst �ber alle Berge verschwunden. Ewian hielt sich das Gesicht und Legolas humpelte leicht. Auch zwei der Wachen waren bei dem Zusammenprall verletzt worden. Navarre wusste gar nicht, was er sagen oder tun sollte.
�Lady Ewian, Prinz Legolas. Es tut mir leid. Wir haben euch wirklich nicht gesehen!�, stotterte einer der M�nner entschuldigend und die anderen nickten dazu. Legolas winkte jedoch ab.
�Ist schon gut, Soldat! Was ist eigentlich geschehen? Warum diese Aufregung?�, fragte Legolas die M�nner.
�Dieser M�rder hat versucht Prinzessin Sileen zu entf�hren und ....� Weiter kam Navarre nicht, denn Legolas und Ewian waren bereits losgerannt.
***
Als Sileen wieder zu sich kam, sah sie als erstes in Nyons besorgtes Gesicht. Er begann leicht zu l�cheln, als sie die Augen aufschlug. �Sie ist wach!�, sagte er leise zu einigen weiteren Personen im Raum. Aragorn und Arwen traten an die Seite ihrer Tochter und musterten sie erleichtert. Elrond hatte sie bereits versorgt, es ging ihr soweit ganz gut. Ihre linke Gesichtsh�lfte schillerte in allen Farben und die Platzwunde am Kopf war gro�, aber nicht sehr tief. Sie musste nicht gen�ht werden.
�Hey!�, fl�sterte Sileen schwach und griff nach der Hand von Nyon. Der Elb ergriff sie und lie� sich von ihr auf das Bett ziehen. Dann sah sie fragend zu ihren Eltern. Ewian hielt den Atem an. Jetzt war die Stunde der Entscheidung gekommen und sie hoffte, dass Aragorn und Arwen sich richtig entscheiden w�rden. Legolas sah sie neugierig aber auch fragend an, doch Ewian ignorierte seinen Blick und starrte stur geradeaus.
�Viel Gl�ck, euch beiden!�, sagte Aragorn und sah zu Arwen. Die l�chelte nur und nickte zustimmend. Ein leichtes Aufatmen ging durch den Raum und dann sah Nyon zu seinem Vater.
�Vater?�, fragte er.
Thranduil betrachtete die beiden nur wenige Sekunden, und ein sanftes L�cheln �berzog sein Gesicht. Ein Nicken war die einzige Antwort von ihm, doch Nyon reichte das aus. Mehr brauchte er nicht und dann zog er Sileen in seine Arme und k�sste sie sanft.
***
Nach zwei Tagen ging es Sileen bereits wieder gut genug, dass sie im Garten herumlief. Allerdings war sie nie allein. Aragorn hatte darauf bestanden und meistens war Nyon bei ihr. Sie und Ewian konnten sich Konkurrenz machen. Beide hatte je eine Gesichtsh�lfte die bereits in verschiedenen Blau- und Gr�nt�nen schimmerte. Die beiden lachten zwar dar�ber, aber tief in Sileen sa� der Schock �ber das Geschehene noch tief. Sie schlief schlecht und das machte allen Sorgen. Jetzt sa� sie wieder mit Nyon, Gimli und Ewian im Garten. Die vier spielten Karten, was von den Hobbits mit lautstarkem Gel�chter und guten Ratschl�gen kommentiert wurde.
Auf dem Balkon standen Aragorn, Legolas, Elrond und Thranduil und sahen ihnen mit gemischten Gef�hlen zu. Aragorn hatte sein Gesicht leicht abgewandt und schien mit den Gedanken ganz woanders zu sein. Legolas griff leicht nach seinem Arm und sp�rte deutlich das Zusammenzucken seines Freundes.
�Woran denkst du, Estel?�, fragte Elrond leise und sah in seine Richtung.
�Kannst du Sileen mit nach Bruchtal nehmen?�, fragte Aragorn leise und bekam von allen Seiten verwunderte, aber auch besorgte Blicke zugeworfen. Dann nickte Elrond verstehend.
�Du m�chtest sie aus der Gefahrenzone bringen?�, fragte der Elb leise. Ein Nicken war die Antwort.
�Wir sollten auch die anderen aus der Stadt schaffen!�, sagte Ewian und alle fuhren zu ihr herum. Die Kopfgeldj�gerin war unbemerkt zu ihnen gekommen und lehnte sich nun mit den Armen auf die Mauer. �Jeder ist gef�hrdet, das wisst ihr. Es ist besser, wenn alle gehen!�, fuhr sie fort.
�Denkt Ihr?�, fragte Thranduil nach.
�Wen wollt Ihr beerdigen, bevor Ihr mir glaubt?�, fragte sie zur�ck und verschwand dann so schnell, wie sie aufgetaucht war. Schweigen erf�llte den Balkon eine ganze Weile, dann ergriff Legolas das Wort.
�Sie hat Recht, auch wenn es uns nicht gef�llt!�, war alles was er sagte, bevor er ebenfalls den Balkon verlie� und denselben Weg wie Ewian einschlug. Die erwartete ihn einige Ecken weiter. Sie lehnte an der Wand und hatte die Augen geschlossen. Er ging leise auf sie zu, war aber nicht leise genug.
�Und?�, fragte sie ihn und �ffnete die Augen. Legolas lehnte sich neben sie.
�Sie werden gehen.�, meinte er.
***
Am n�chsten Morgen bat Aragorn alle seine Freunde in den Thronsaal. Innerhalb der n�chsten Stunde berichtete er was er zusammen mit Elrond und Thranduil am Vortag beschlossen hatte. Es entstanden einige hitzige Diskussionen, die Gandalf schlie�lich beendete. Der Zauberer bekr�ftigte Aragorns Wunsch, erkl�rte aber gleichzeitig, dass er in der Stadt bleiben w�rde. Elrond schloss sich dem an, was von seinen S�hnen �berhaupt nicht gut gehei�en wurde. Elrond war schlie�lich gezwungen die beiden daran zu erinnern, dass er ihr Vater war und die Entscheidungen f�r sich selbst treffen w�rde. Die Zwillinge verstummten daraufhin, allerdings waren sie mehr als nur ver�rgert und beteiligten sich nicht mehr an den weiteren Gespr�chen. Arwen beschloss, sp�ter zu vermitteln.
Gegen Mittag waren sich dann alle einig. Eldarion und seine Frau w�rden mit ihrer Familie nach Rohan reisen und dort auf Neuigkeiten warten. Aragorn hatte beschlossen, dass Samuel mit seinem Bruder gehen w�rde, was dieser schweigend und ohne Kommentar hinnahm. Elladan und Elrohir w�rden mit Sileen und Nyon nach Bruchtal gehen. Thranduil und Daymon w�rden sie begleiten und von dort aus nach D�sterwald weiterreisen
Celeborn und Galadriel waren schon am Morgen abgereist, denn es gab wichtige Dinge in L�rien zu regeln. Sie hatten aber Haldir und seine Garde in der Stadt gelassen, da der Gro�teil von Navarre und seinen M�nnern ebenfalls am Morgen aufgebrochen war, um sich um Grenzstreitigkeiten zu k�mmern. Aragorn hatte ihr Angebot dankend angenommen, da er mit Haldir einen sehr erfahrenen K�mpfer und guten Freund um sich hatte.
Die Hobbits beschlossen, sich Elladan und Elrohir anzuschlie�en und dann ins Auenland weiter zu reisen. Ab Bruchtal w�rden, auf Bitten Elronds, einige Elben sie begleiten. Zwar waren die Zeiten ruhig, aber vier Hobbits allein waren immer noch ein leichtes Ziel f�r eine Gruppe Orks. Gimli hingegen blieb bei Legolas und Ewian. Einer m�sse ja auf die beiden aufpassen, war sein einziger Kommentar, als Thranduil ihn nach seinen Gr�nden fragte. Das sorgte f�r w�tende Blicke bei Legolas und Ewian und f�r Gel�chter bei den anderen Anwesenden.
Nach dem Essen trennten sich die Freunde dann. Auch wenn die Umst�nde nicht lustig waren, wurde es doch ein herzlicher Abschied. Jeder versprach, dem anderen, auf sich aufzupassen und Ewian und ihre Br�der mussten mehrmals versichern, auch ja vorsichtig zu sein. Legolas kommentierte Ewians Augenrollen nur mit einem grinsenden Schulterzucken. Gimli schlug ihr in die Seite als sie leise st�hnte.
�Sie machen sich halt Sorgen um euch!�, brummte er.
�Ich wei�, aber muss deswegen jeder dasselbe verlangen?�, fragte sie und sah auf ihn hinunter. Gimli baute sich vor ihr auf und nickte bekr�ftigend. Legolas schob ihn lachend zur Seite und zog sie dann von der Menge fort. Aragorn und Elrond sahen den beiden l�chelnd nach.
�Die beiden schaffen das schon!�, kam von Haldir, als er sich zu den beiden Hoheiten gesellte. Er sah fragend zu Elrond und nickte dann in Richtung von dessen S�hne. �Sind Eure S�hne immer noch w�tend?�, fragte er den Lord von Bruchtal leise. Der sah lange Zeit zu den Zwillingen, die seinen Blicken jedoch so gut es ging auswichen, sch�ttelte dann aber den Kopf.
�Ich denke nicht. Sie haben einfach nur Angst, wie jeder hier.�
Haldir nickte verstehend und ging dann zu Gimli hin�ber. Der Zwerg sah zu ihm auf und grinste dann. Haldir st�hnte innerlich auf. Das konnte nichts gutes bedeuten. Aber diesmal t�uschte er sich. �Es wird deine Arbeit erleichtern, oder?�, fragte Gimli und musste sich das Lachen verkneifen, so verwundert sah der Elb ihn an.
�Wie meinst du das?�, fragte Haldir dann, nachdem er seinen offenstehenden Mund wieder zugeklappt hatte. Er hatte n�mlich mit allem gerechnet, au�er so einer Frage.
�Es ist leichter, auf f�nf oder sechs Personen zu achten, als auf dreimal so viele!�, sagte Gimli dann und sah ernst zu Haldir auf. Der Elb nickte nach einigen Sekunden verstehend.
�Obwohl ich w�nschte dass die Umst�nde anders w�ren, aber du hast Recht, mein Freund!�, antwortete er schlie�lich. Sie sahen mit den anderen zu, wie die Gruppen das Tor passierten und dann in verschiedene Richtungen davon ritten.
***
Der Abend kam sehr schnell und Ewian wanderte in den G�ngen des Schlosses umher. Die Stille war seltsam. Sie hatte sich so daran gew�hnt immer das Lachen von jemandem in den Ohren zu haben, aber jetzt war alles ruhig. Sie traf auf Lili, Mani und die Drillinge, die sich ihrer Wanderung anschlossen und am Ende standen alle im Hof und vollf�hrten ein paar �bungen. Etienne hatte das vorgeschlagen, einfach um Dampf abzulassen und ihre Nervosit�t abzubauen.
Nach einer halben Stunde hatte Ewian keine Lust mehr und stach ihr Schwert in den Boden. Sie gesellte sich zu Mani, der sich nicht am Training beteiligt hatte, und gemeinsam beobachteten sie die Drillinge noch eine Weile.
�Geht�s dir gut?�, fragte sie Mani. Der nickte nur, sagte aber nichts weiter. Sie wollte gerade zu einer weiteren Frage ansetzen, als sie Aragorn und Elrond an der Treppe bemerkte. Die beiden sahen interessiert zu und eine Frage stand in ihren Augen. Sie sch�ttelte den Kopf, doch Lili sah sie merkw�rdig von der Seite an.
�Nein, tu das nicht!�, bat sie leise.
�Warum denn nicht?�, fragte Lili zur�ck.
�Lass es einfach.�, sagte Ewian nur und starrte auf den Fu�boden.
�Es ist doch nur ein Training.�, warf Lili ein.
�Sie w�rden es nicht verstehen!�
�Denkst du?�, fragte Lili mit einem merkw�rdigen Unterton nach.
�Nein, ich wei� es!�, antwortete Ewian und sah wieder auf. Mani stand hinter seiner Schwester, die Drillinge standen ebenfalls wartend auf dem Platz. Ewian gab sich mit einem Schulterzucken geschlagen.
�Macht doch was ihr wollt!�, brummte sie und verschwand im Schloss. Elrond und Aragorn sahen ihr fragend nach und gingen dann zu den anderen hinunter. Haldir und Legolas, die das ganze vom Stall aus beobachtet hatten, sahen neugierig dem Treiben auf dem Hof zu.
��bermorgen bei Sonnenaufgang!�, sagte Lili zu den beiden Hoheiten, dann zog die Gruppe ab.
Am n�chsten Tag versuchten die �briggebliebenen eine neue Taktik zu planen. Allerdings war es ziemlich schwer, s�mtliche Meinungen und Vorschl�ge unter einen Hut zu bringen, was zu heftigen Auseinandersetzungen f�hrte. Elrond kam aus dem Schlichten gar nicht mehr heraus und war nach einigen Stunden selbst ziemlich genervt.
Mani wollte Aragorn und die anderen in die Suche mit einbeziehen. Ewian war nat�rlich dagegen, im Gegenteil, sie wollte sogar, dass die Drillinge sich etwas zur�ck hielten, und das f�hrte dann nach dem Mittagessen zu einem heftigen Streit zwischen den beiden. Sie gingen zwar am Ende freundschaftlich auseinander, aber die schlechte Stimmung hielt an.