Am Hochzeitsmorgen stand Ewian zusammen mit Lili und Sileen vor dem Spiegel, um sich fertig zumachen. Sie musste zugeben, das Kleid war wirklich sch�n. Dunkelgr�n, mit silbernen elbischen Stickereien verziert. Es hatte mittellange �rmel, die an den R�ndern geschlitzt waren und war aus reiner Seide. Der Kragen war etwas tiefer angesetzt, so dass ihr Hals und ein Teil ihres Dekolletees zu sehen war. Aber es sah nicht unanst�ndig aus, ganz im Gegenteil. An der Taille war es schmaler gearbeitet und verbreiterte sich nach unten hin. Allerdings nur ganz leicht. Sie konnte darin besser laufen, als sie vermutet hatte. Abgerundet wurde das Kleid durch den silbernen G�rtel, mit dem Zeichen D�sterwalds, den Legolas ihr heute morgen geschenkt hatte. Sie legte gerade ihre Kette an, die sie nur zu ganz besonderen Anl�ssen trug, und suchte nach einem passenden Armreif, als ihr Lilis Blick im Spiegel auffiel. Die starrte sie verwundert an und Sileen sah genauso aus.
�Was ist?�, wollte Ewian wissen und drehte sich um.
�Meine G�te!�, meinte Lili nur und Sileen nickte zustimmend. Ewian sah verwirrt an sich hinab. Hatte das Kleid einen Fleck oder sa� es schief? Als sie nichts entdecken konnte, sah sie wieder auf.
�Was ist denn?�
�Du siehst toll aus!�, meinte Sileen nur und nickte bekr�ftigend als ihr Ewians unwilliger Blick auffiel. �Doch, ehrlich!�
�Ach, ihr braucht mir nicht so zu kommen. Ich hab die Wette verloren, also trage ich auch ein Kleid. Und den einen Abend �bersteh ich auch noch.�, winkte Ewian ab und drehte sich wieder zum Spiegel. Die Kette mit dem Zeichen ihres Vaters rundete ihr Erscheinungsbild ab. Dieses Medaillon war das einzige, was von ihm noch �brig war. Sie fand noch ein passendes Armband dazu und legte auch dieses an. Danach wandte sie sich den beiden anderen Frauen zu.
Lili trug blau, wie meistens bei feierlichen Anl�ssen. Es passte zu ihrer Augenfarbe. Ihre Haare hatte sie zu mehreren Z�pfen geflochten und diese dann mit einem wei�en Band verwoben. Sie trug, au�er einem Ring, keinen Schmuck. Der Ring war ein Geschenk von Ewian zu ihrem achtzehnten Geburtstag gewesen und Lili trug ihn immer und �berall. Nur zum Baden nahm sie ihn ab.
Sileen hatte ein dunkles Gelb gew�hlt. Und ihre Haare mit farblich passenden Spangen hochgesteckt. Sie sah wundersch�n aus. Sie trug kleine Ohrringe in Tropfenform und ein Diadem, ihrem Rang entsprechend, hatte sie auf dem Kopf. Das ungew�hnliche aber war das Armband, das sie gerade anlegte. Es war golden mit einem schwarzen Edelstein, der in eine Fassung eingearbeitet war. Und diese Fassung trug eindeutig das Zeichen von D�sterwald. Sie warf einen Blick darauf und grinste Sileen dann an.
�Nyon?�, fragte sie und Sileen drehte sich l�chelnd zur Seite. Das war Ewian Antwort genug. Legolas hatte so etwas schon angedeutet. Und wie es aussah, lie�en sich die beiden viel Zeit. Das brachte Ewian zum Schmunzeln. Zeit!! Bei ihr und Legolas war es genau umgekehrt. Sie lie�en sich gar keine Zeit. Der erste Kuss nach wenigen Tagen, und wenige Wochen sp�ter schlief sie mehrmals die Woche in seinem Zimmer. Sie waren nicht verlobt, nicht verheiratet, hatten noch kein Wort �ber Liebe gesprochen. Sie sch�ttelte leicht den Kopf. Ja, sie waren schon ein merkw�rdiges Paar. Hineingeschlittert in eine Sache, aus der es kein Entkommen mehr gab. Und jetzt mussten sie irgendwie einen Weg finden. Sie verbannte diese Gedanken aus ihrem Kopf. Heute war nicht der Zeitpunkt daf�r. Es wurde Zeit zu gehen. Die Trauung sollte in einer Stunde beginnen. Sie nickte Lili und Sileen zu und gemeinsam machten sie sich auf den Weg nach unten.
***
Als Legolas sie entdeckte, blieb ihm der Mund offen stehen. Sie sah wundersch�n aus. Sein Blick fiel auf die Kette, die sie trug. Das Zeichen erinnerte ihn an D�sterwald, aber er konnte es nicht einordnen.
�Thennas Zeichen!�, murmelte Thranduil, doch Legolas sah ihn nicht an. �Ich habe ihm das Medaillon geschenkt. Die Gravur war mein Entwurf. Ich hatte v�llig vergessen, wie es aussah.�
Er sah zu seinem Sohn, der die junge Frau immer noch mit offenem Mund anstarrte. Thranduil l�chelte. Er hatte seine eigene Frau oft genug genauso angesehen. Er stie� Legolas sanft in die Seite und sein Sohn wandte sich stirnrunzelnd in seine Richtung.
�Du starrst!�, kl�rte sein Vater ihn auf, und Legolas sah ihn baff an. Dann sch�ttelte er den Kopf.
�Gar nicht wahr!�, gab er zur�ck, doch das Grinsen das daraufhin das Gesicht seines Vaters �berzog, lie� ihn tief aufseufzen. Und als dann seine Br�der auch noch anfingen zu lachen, wurde es ihm zu bunt. �Ich starre nicht!�, sagte er m�rrisch und verschr�nkte die Arme vor der Brust. Er blickte stur in eine andere Richtung, hielt jedoch nur wenige Minuten durch. Dann sah er wieder zu Ewian, bemerkte aber aus den Augenwinkeln wie sein Vater die Augenbrauen hochzog. Er drehte sich kurz zu ihm hin. Dann nickte er ergeben.
�Na sch�n, dann starre ich eben. Was dagegen?� Er warf kurze, aber t�dliche Blicke in Richtung seiner Br�der, die nur kichernd die Arme hoben, aber nichts mehr sagten. Thranduil hingegen klopfte seinem Sohn beruhigend auf die Schultern.
�Ich habe deine Mutter mehr als einmal so angesehen. Also tue dir keinen Zwang an und starre ruhig weiter.� Thranduil lachte lauf auf, als er Legolas Gesichtsausdruck nach diesem Satz sah.
Lili h�rte das Lachen und drehte ihren Kopf leicht, um sich auf dem Platz umzusehen. Ihre Augen blieben bei der Treppe h�ngen und sie stie� Ewian in die Seite. �Au, was ist denn nun schon wieder?�, brummte die m�rrisch und zog an ihrem Kleid.
�Lass das!�, befahl Lili. �Sieh lieber da r�ber. Da gibt es was h�bsches zu sehen.� Ewian sah in die angedeutete Richtung und erblickte Legolas mit seinem Vater und seinen Br�dern. Er war in eine silberne Robe gekleidet und trug eine schwarze Hose dazu. Die Robe hatte dieselben Verzierungen wie ihr G�rtel. Sie erwiderte seinen Blick und beide l�chelten sich an. Dann wurde sie aber auch schon von ihren Br�dern in Beschlag genommen und nach wenigen Minuten hatte sie Legolas aus den Augen verloren.
Erst bei der Trauung trafen die beiden wieder aufeinander. Sie sa�en nebeneinander weiter hinten und als er ihre Hand ergriff, sah sie zu ihm hin�ber. Ihr L�cheln lie� sein Herz schneller schlagen und als sie den Druck seiner Hand erwiderte h�tte Legolas sie am liebsten in seine Arme gezogen. Aber das Grinsen von Gimli an seiner Seite brachte ihn dazu, sich dagegen zu entscheiden und stattdessen funkelte er lieber den Zwerg b�se an.
Ewian bemerkte nat�rlich den stummen Streit, den die beiden mit ihren Augen f�hrten und konnte sich gerade noch so ein Lachen verkneifen. Den beiden zuzusehen war immer wieder ein Erlebnis. Nach und nach konzentrierten sich aber alle auf die Hochzeit und als dann die Braut in einem wundersch�nen Kleid aus wei�er Seide die Kirche betrat, verstummte auch das letzte Gemurmel.
***
Der Abend war schneller gekommen als erwartet. Die Trauung hatte lange gedauert, danach war man zum Feiern �bergegangen. Es wurde gegessen und getrunken, Musiker spielten ununterbrochen und erst als man die aufgestellten Lichter anz�ndete fanden sich die Paare zusammen. Den ersten Tanz hatte das Brautpaar absolviert und nun fanden sich nach und nach die K�nige, Prinzen und alle anderen zusammen. Ewian und Lili hatten sich bisher erfolgreich dr�cken k�nnen. Sie sa�en bei Gimli, der es kategorisch ablehnte zu tanzen. Die Hobbits und Gandalf hatten sich vor wenigen Minuten zu ihnen gesellt, ebenso wie Mani und die Drillinge.
Der Platz war voll mit Menschen und Elben. Auch in der Stadt h�rte man Musik. Ganz Minas Tirith feierte mit Eldarion und seiner Frau. Ewian hatte sie kurz gesehen, als sie vorgestern, sp�t in der Nacht, mit ihren Eltern und einigen Verwandten eingetroffen war. Sie war eine h�bsche junge Frau, die gerne lachte und deren Augen aufleuchteten sobald sie Eldarion ansah. Ihre Liebe zu ihm konnte jeder sehen. Sie freute sich f�r Eldarion und seine Braut. Ein Kniff in die Seite lie� sie aufschrecken. Ver�rgert sah sie sich nach dem �belt�ter um und ertappte Gimli.
�Du .....�, begann sie aber er winkte mit der Hand ab.
�Legolas steht da hinten. Und seinen Augen nach zu urteilen, sucht er jemanden. Und ich wette meine Barthaare, dass er dich sucht!�, erkl�rte der Zwerg grinsend und Ewian lehnte sich noch etwas weiter in den Schatten. Sie hatte sich extra so gesetzt, das sie zwar alles �berblicken konnte, selbst aber nicht leicht zu entdecken war.
�Verstecken gilt nicht!�, lachte Mani sie an, dem nat�rlich aufgefallen war was sie vorhatte. Er drehte sich in Legolas Richtung und deutete mit dem Finger auf die Ecke, in der sie sa�.
�Du mieser Verr�ter!,� brummte sie und erhob sich schnell um hinter der n�chsten Ecke zu verschwinden. Hinter sich h�rte sie die Hobbits lachen und dann rief jemand: �Geh anders rum, sie will abhauen!� Merry, der Stimme nach zu urteilen. Sie w�rde ihm sp�ter Bescheid sagen, was sie davon hielt. Aber jetzt war es wichtiger, Abstand zwischen sich und Legolas zu bringen. Sie schlich um einige der Zelte herum und sah Legolas kurz darauf wieder ins Licht treten. Er hatte anscheinend ihre Spur verloren, jedenfalls sah er sich suchend um. Er lie� seine Augen langsam �ber den gesamten Platz wandern und stoppte genau in ihrem Blickwinkel. Sie sah suchend an sich herunter. Der G�rtel reflektierte das Licht.
�Mist!�, fluchte sie und sprang ziemlich elegant (wenn man bedachte, dass sie ein Kleid trug) �ber eine Bank und verschwand hinter der n�chsten Mauer. Sie hielt an und sah noch mal zur�ck. Legolas war nicht zu sehen. Also bog sie um die n�chste Ecke, allerdings nur, um in Legolas zu laufen, der wartend an der Mauer lehnte.
�Zu sp�t!�, l�chelte er nur und ergriff ihren Arm.
***
Vier Stunden und zw�lf T�nze sp�ter taten Ewian die F��e weh und sie setzte sich mit einem Glas Wein zu Eldarion und Samuel. Die beiden waren ihr schon vor einigen Minuten aufgefallen, als sie nicht verhindern konnte, von Haldir und zu guter Letzt von Celeborn zum Tanzen aufgefordert zu werden. Aber danach war Schluss. Sie hatte Aragorn und Legolas angedroht, ihnen mit Absicht auf die F��e zu treten und die beiden hatten lachend nachgegeben.
�Wo ist deine sch�ne Braut, Eldarion?�
�Keine Ahnung!�, gab der Thronfolger unumwunden zu und sah sich hilflos auf dem Platz um. �Als ich sie zuletzt sah, ist sie mit Lili und Sileen im Schlepptau losgezogen. Die beiden meinten nur, sie m�ssten einige Frauensachen besprechen und das k�nnte dauern. Allerdings verstehe ich nicht wozu jede von ihnen eine Flasche Wein dabei hatte!�
Ewian verschluckte sich an ihrem Wein und hustete, mehr lachend als alles andere. Das zog die Aufmerksamkeit der Br�der auf sich. �Was ist?�, fragte Samuel und beugte sich neugierig in ihre Richtung.
�Das ist ein Ritual aus Orbania� ,erkl�rte sie schmunzelnd und nahm einen weiteren Schluck Wein. �Wie viel hatte sie eigentlich schon getrunken?` fragte sie sich, dachte aber nicht weiter dar�ber nach. �Wenn bei uns eine Frau heiratet, dann nehmen sich ihre Freundinnen ihrer an und sie feiern das Ende der Freiheit. So nennt man das bei uns. Kurz gesagt, es wird geredet und getrunken und noch mehr geredet und noch viel mehr getrunken. Die hier �bliche Hochzeitsnacht wird auf die n�chste Nacht verschoben, weil meistens Braut und Br�utigam sturzbetrunken sind. Und glaubt mir, die Frauen bei uns haben schon mehr als einmal die M�nner unter den Tisch getrunken.�
Die beiden M�nner sahen sie ungl�ubig an. �Das stimmt doch nicht. Keine Frau trinkt mehr als ein Mann!�, entr�stete sich Samuel und Ewian lachte auf, so seltsam war sein Gesichtsausdruck. Das brachte sie schlie�lich auf eine Idee.
�Wollen wir wetten?�, fragte sie grinsend.
�Das ist nicht dein Ernst?�, Eldarion sah sie an, doch Ewian nickte.
�Ich komme aus Orbania und ich wette, dass ich mehr vertrage als ihr. Also was ist, habt ihr genug Mumm?�
Das lie�en sich die Br�der nicht zweimal sagen. Und so nickten beide. Kurz darauf war die Wette perfekt. Da ihnen nichts besseres einfiel, wetteten sie einfach um ihre Dolche.
***
Thranduil, Elrond und Celeborn sa�en etwas weiter entfernt, aber noch nah genug, um jedes Wort zu verstehen. Die drei warfen sich fragende Blicke zu. So etwas hatte noch keiner von ihnen erlebt. Jeder hatte Kinder und diese stellten in jungen Jahren diversen Unsinn an, aber sich mit einer Frau zu betrinken, das war den Elben neu. Sachen gab es heutzutage.
�Diese jungen Leute kommen auf die seltsamsten Ideen!�, warf Gandalf ein, der sich zu ihnen setzte. Die K�nige nickten nur und wandten sich wieder dem Geschehen zu. Einige der Menschen hatten bemerkt, was da vor sich ging und als Navarre anfing, auf Ewian Wetten anzunehmen, wurde es interessant.
***
Es war schon ziemlich sp�t, als Aragorn und Legolas wieder auf den Platz kamen. Sie hatten sich mit Haldir zu den St�llen zur�ckgezogen um ein wenig Ruhe zu haben und um Neuigkeiten und Tratsch auszutauschen. Aber was sie jetzt sahen lie� ihnen die edlen Gesichtsz�ge entgleisen. Navarre und einige seiner M�nner schliefen mit den K�pfen auf den Tischen. Nyon und Daymon hatten sich etwas abseits mit Elladan und Elrohir zur�ckgezogen. Sie mussten sich gegenseitig halten, um nicht von den B�nken zu kippen. Sie waren betrunken. Alle samt. Und dann sah Aragorn einen der Tische etwas genauer an. Er beugte sich zu Legolas hin�ber, doch der winkte ab. Er hatte Ewian schon entdeckt. Eldarion lag zusammengesunken neben ihr auf der Bank und schlief, Samuel hielt sich den Kopf und st�tzte sich mit den Ellbogen auf dem Tisch ab.
�Was ist denn hier los?�, fragte Haldir.
�Eine Wette!�, meinte Celeborn nur und deutete mit der Hand auf Ewian. �Nachdem viele der Damen sich zur�ckgezogen hatten, hat Ewian unserem Br�utigam von einem Hochzeitsritual aus Orbania berichtet. Und dort hei�t es, h�tten schon viele Frauen ihre M�nner unter den Tisch getrunken, so dr�ckte sie es aus.�
�Ach, und mein Sohn muss das nat�rlich auch versuchen! Und zwar an seinem Hochzeitstag!�
�Nun ja, da seine Frau es auch getan hat, mit Lili und Sileen, glaubte er wohl es spr�che nichts dagegen!�, kl�rte ihn Elrond schonungslos auf. Der Blick, den Aragorn ihm daraufhin zuwarf, brachte alle, die noch wach waren, zum Lachen. Dann sah der K�nig hin�ber zu seinen Kindern. Ewian schien sich als einzige noch zu halten. Jedenfalls sa� sie aufrecht auf der Bank und ihre Augen waren noch offen. Beim genauen Hinsehen erkannte Aragorn jedoch, dass sie teilweise Probleme zu haben schien, mit dem oberen Augenlid das untere zu finden. Er schlug sich die Hand vor die Stirn und sch�ttelte st�hnend den Kopf. Wie kleine Kinder, dachte er nur und ging auf sie zu.
***
Legolas hatte sich inzwischen schon zu Ewian gesellt und sah sie an. Sie erwiderte den Blick, allerdings waren ihre Augen ziemlich eingetr�bt. Er zweifelte nicht daran dass sie ihn erkannte, aber er zweifelte daran dass sie noch einen Schritt aufrecht w�rde gehen k�nnen. Er sch�ttelte nur den Kopf und grinste sie dann an. Er hob Ewian hoch und trug sie, ohne ein Wort zu sagen, ins Haus. Aus den Augenwinkeln sah er noch, dass Aragorn sich Eldarion geschnappt hatte und Elrond sich um Samuel k�mmerte.
Er brachte sie in sein Zimmer und legte sie auf dem Bett ab. Selbst jetzt, betrunken und mit vom Alkohol ger�teten Wangen sah sie wundersch�n aus.
�Sehe ich so schlimm aus?�, fragte sie nuschelnd und drehte sich leicht auf die Seite. Er grinste nur und sch�ttelte am�siert den Kopf. Sie versuchte sich mit den Armen abzust�tzen, aber die Koordination der verschiedenen K�rperteile schien ihr irgendwie abhanden gekommen zu sein und so fiel sie immer wieder vorn �ber. Sie brummelte einige Male ver�rgert und nach ein paar Minuten gab er ihr einen kleinen Schubs und sie fiel auf den R�cken.
�Hey!�, beschwerte sie sich lautstark, aber er lachte nur und begann sie aus dem Kleid zu sch�len. So w�rde sie nicht schlafen k�nnen. Au�erdem steckten drei Dolche in dem G�rtel, den sie von ihm hatte. Er fragte sich kurz ob er sie darauf ansprechen sollte, aber ein Blick in ihr Gesicht reichte aus und er verschob alles weitere auf Morgen.
�Was machst du da?�, fragte sie leicht verunsichert. Wenn er sich nicht irrte war sie noch r�ter im Gesicht geworden.
�Ich helfe dir aus dem Kleid!�, erkl�rte er ruhig und sie runzelte die Stirn, hielt ihn aber nicht auf als er den G�rtel abschnallte, die Dolche neben sich legte und die Verschl�sse des Kleides nacheinander �ffnete.
�Wieso?�, brachte sie nach einer Weile hervor und sah ihm interessiert zu. Ihre Augen folgten jeder Bewegung seiner Finger, aber sie schien st�ndig zu �berlegen was er da eigentlich tat.
�Weil du in dem Kleid nicht schlafen kannst. Und die Dolche w�rden dich vermutlich auch ziemlich st�ren!�, erkl�rte er weiter und zog ihr das Kleid �ber den Kopf. Sie trug ein Unterkleid, an dem sie nun herumzog.
�Hm!�, murmelte sie und schielte auf die Dolche. �Was machen die Dolche hier?�, fragte sie nach einiger Zeit und sah ihn fragend an. Ihr Gesichtsausdruck war zu komisch, er musste automatisch lachen.
�Das m�sstest du doch wissen!�, lachte er nur und sah sie abwartend an. Sie schien eine Weile nachzudenken, aber sch�ttelte schlussendlich den Kopf. Er sah sie weiter an. Sie war wirklich sturzbetrunken. Auf den morgigen Tag freute er sich schon jetzt. Sie w�rde einen Mordskater haben.
�Schlaf jetzt, Prinzessin!�, befahl er leise und zog ihre Decke �ber sie.
***
Gimli sa� neben den Drillingen auf einer Bank im Garten. Es war nach Mittag, fast schon Abend. Jeder von ihnen hielt eine Tasse mit dampfender Fl�ssigkeit in der Hand. Sie sprachen kaum, und wenn dann sehr leise. Alle st�hnten auf als eine T�r laut zugeschlagen wurde und hielten sich dann die K�pfe.
�Dann kommt davon, wenn man nicht wei� wann man genug hat!�, erkl�rte eine Stimme neben ihnen. Und der Spott in dieser Stimme war nicht zu �berh�ren. Gimli war der einzige der den Kopf hob.
�Ach, halt doch den Mund, du Elb!�, brummte er und sah Haldir giftig an. Der jedoch lies sich nicht �rgern, sondern besa� auch noch die Frechheit zu lachen.
�M�chte wissen was so komisch ist?�, wollte Riddick wissen und hob nun ebenfalls den Kopf.
�Ihr!�, kam als Antwort.
�Na vielen Dank auch!�, knurrte Pray ver�rgert und nahm einen Schluck von dem Getr�nk.
�Hast du schon einige der anderen gesehen, Haldir?�, wollte Gimli wissen.
Haldir sah die vier grinsend an. Er wusste von den alkoholischen Nachwirkungen bei Menschen und auch Zwergen, aber so extrem hatte er sie selten gesehen. Sie mussten ganz sch�n lange gefeiert haben, gr�belte er im Stillen. Obwohl er sie gar nicht unter den Wettenden gesehen hatte. Aber der Platz war ziemlich gro�, da konnte man leicht jemanden �bersehen. Und da er au�erdem damit besch�ftigt gewesen war die Zwillinge von Elrond ins Haus zu schaffen, hatte er auch nicht besonders darauf geachtet.
Er lachte innerlich auf, als ihm Thranduil wieder einfiel. Der K�nig hatte einige M�he gehabt, seine betrunkenen S�hne zu b�ndigen. Und ohne die Hilfe von Gandalf h�tten die Zwillinge vermutlich drau�en �bernachten m�ssen.
�Hm!�, meinte Haldir schlie�lich, als er sich an die Frage von Gimli erinnerte und lie� sich neben die Gruppe ins Gras sinken.
�Uns Elben geht es den Umst�nden entsprechend gut. Obwohl die Zwillinge von Thranduil und Elrond heute morgen jegliche Nahrung verweigerten. Die Hobbits lehnten es kategorisch ab, ihre Zimmer zu verlassen, als man sie zum Fr�hst�ck holen wollte. Euren Freunden Mani und Lili geht es ebenfalls nicht sehr gut. Gandalf meinte vorhin, sie w�rden das Licht meiden wie die Flederm�use. Arwens Tochter hat ziemliche Kopfschmerzen, genau wie die Braut und Samuel war genau wie sein Bruder der Br�utigam,........ wie ist doch gleich das Wort daf�r ......sturzbetrunken.�, beendete er lachend seine Ausf�hrungen.
�Und unsere Schwester?�, wollte Etienne wissen.
�Nach der Wette, die sie mit Aragorns S�hnen hatte, was glaubst du wohl?�, warf Pray ein, sah dann aber fragend zu Haldir.
�Sie hat heute noch keiner gesehen. Legolas lief mir vorhin �ber den Weg mit einer Sch�ssel Wasser und verschiedenen Kr�utern in der Hand. Also nehme ich mal an, es geht ihr genauso wie Euch.�
***
Ewian zuckte zusammen und hielt sich den Kopf als Legolas die T�r, mit dem Fu�, hinter sich zuschlug. Es hatte sich angeh�rt, als w�re das Schloss �ber ihrem Kopf zusammengest�rzt.
�Legolas, bitte!�, murrte sie und zog sich die Decke �bers Gesicht.
�Geschieht dir recht!�, fl�sterte der Elb. �Was musstest du dich auch auf diese Wette mit Eldarion und Samuel einlassen!�
�Ich hab immerhin gewonnen, oder?�, nuschelte sie unter der Decke.
�Ja, das hast du! Und was ist der Preis daf�r? Du solltest dich mal im Spiegel betrachten, das w�re bestimmt heilsam!�
�Ich bin doch nicht verr�ckt!�, erkl�rte sie trotzig und h�rte Legolas neben sich leise lachen. Nach ein paar halbherzigen Versuchen von Gegenwehr hatte er ihr die Decke weggezogen und Ewian verzog das Gesicht als Sonnenlicht direkt auf ihre Augen traf. Sie versuchte sich in die andere Richtung zu drehen, wurde aber von Legolas daran gehindert.
�Lass mich, das ist mir zu hell!�, meinte sie und schlug seinen Arm zur Seite.
�Halt still! Ich habe hier etwas, das hilft!�, sagte er nur und kurz darauf hatte sie einen nassen Lappen auf der Stirn. Er war k�hl und roch angenehm nach Pfefferminze und anderen Kr�utern, die sie nicht identifizieren konnte. Ewian seufzte wohlig auf.
�Ist dir mittlerweile wieder eingefallen, wo die Dolche herkommen?�, fragte Legolas und deutete mit dem Kopf auf ihren Nachttisch.
�Wetteinsatz!�, brummte Ewian und schielte ihn mit einem Auge an.
�Du siehst aus, wie ......... wie .......... daf�r gibt es gar keinen Ausdruck!�, meinte er leise lachend und sie funkelte ihn w�tend an, was ihn nur noch mehr zum Kichern brachte.
�Ja ja, sehr witzig, Herr Elb. Du siehst auch nicht aus wie das bl�hende Leben!�, erkl�rte sie ihm daraufhin und er sch�ttelte nur, immer noch lachend, den Kopf.
�Wer hatte denn �berhaupt die Idee f�r diese dumme Wette?�, wollte er wissen und als Ewian schuldbewusst die Wimpern senkte, nickte er verstehend. �Nat�rlich, wer auch sonst!�
�Irgendwie musste ich doch den Schock loswerden, dass du mich beim Kartenspielen geschlagen hast, und das war die beste M�glichkeit!�, versuchte sie sich rauszureden, aber sein hinterlistiges Grinsen machte ihr klar, dass er ihr das keineswegs glaubte.
�Du wolltest nur verhindern, dass du noch mal tanzen musst. Aus Angst, dass du �ber den Saum deines Kleides f�llst oder sonst irgend etwas passiert.�, gab er ihre wahren Gr�nde preis und lachte nur noch mehr, als sie den Kopf sch�ttelte.
�Das stimmt doch gar nicht! Ich habe schlie�lich genug getanzt. Mir taten nur die F��e weh.�, versuchte sie sich rauszureden, doch er winkte lachend ab.
�Und ob das stimmt. Und au�erdem habe ich geschummelt.�, gab er unumwunden zu und sie sah ihn schweigend an. Mit einem Mal blitzten ihre Augen auf und bevor er ausweichen konnte, war sie schon aus dem Bett und hatte ihn umgeworfen.
�Du hast mich reingelegt? Erst dieser Unsinn mit der Liste und dann betr�gst du auch noch?� Sie sah ihn an, als w�rde sie ihm am liebsten den Hals umdrehen.
�Ja!�, meinte er nur.
�Du fieser, hinterh�ltiger .............!� Bevor sie aussprechen konnte, hatte er sich herumgeworfen und lag nun auf ihr. Er verschloss ihren w�tenden Mund mit seinen Lippen und lie� sie nicht eher los, bis sie seinen Kuss erwiderte. Erst als ihnen die Luft ausging, trennten sich ihre Lippen voneinander.
�Nur damit du es wei�t, Legolas Gr�nblatt, das werde ich dir noch heimzahlen!�
�Einverstanden! Dich in dem Kleid gesehen zu haben ist jede Strafe wert!�, erkl�rte er und l�chelte sie an.
�Wirklich?�, fragte sie und sah ihn auf einmal verunsichert an.
�Du warst wundersch�n.�, sagte er ernst und verschloss ihre Lippen wieder mit seinen. Sie erwiderte seine K�sse leidenschaftlich und strich seinen R�cken entlang, bevor sie ihre Arme um seinen Hals legte um ihn festzuhalten. Allerdings zog sie kurz darauf ihre Stirn in Falten und schob ihn von sich weg. Er sah sie verwundert an, aber als sie aufsprang und ins Bad st�rmte, war ihm alles klar. Nach einer Weile kam Ewian wieder ins Zimmer und legte sich ins Bett. Sie ignorierte Legolas v�llig, erst als er zu ihr kam und seine Hand auf ihre Stirn legte, sah sie ihn an.
�Geht�s wieder?�, wollte er besorgt wissen aber die Schadenfreude in seinem Gesicht war nicht zu �bersehen.
�Gib doch wenigstens zu, dass du vor Schadenfreude bald platzt, wegen dem Trinkgelage von gestern Nacht!�, brummelte sie ihn an und er brach wieder mal in schallendes Gel�chter aus. Immer noch lachend nickte er nur und wich dem Kissen aus, das sie ihm ins Gesicht schlagen wollte.
***
Als sie sich kurz vor Sonnenuntergang doch noch aus dem Bett traute, war ihr spei�bel. Es dauerte einige Zeit bis sie es schaffte, sich anzukleiden. Da sie sich nicht vorn�ber beugen konnte, musste sie st�ndig Pausen einlegen. Sie schwor sich, f�r mindestens ein Jahr keinen Alkohol mehr anzur�hren. Im Garten traf sie auf ihre Br�der, die immer noch auf der Bank sa�en. Haldir sa� im Gras und stritt sich freundschaftlich mit Gimli. Die vier sahen sehr mitgenommen aus.
�Na, Schwesterherz? Wie geht�s dir denn so?�, fragte Etienne schadenfroh und grinste sie an.
�Spar dir deine L�sterei. Du siehst genauso mies aus, wie ich mich f�hle!�, hielt sie ihm entgegen und lie� sich zu Haldir ins Gras fallen. Er sah sie schr�g von der Seite an und sch�ttelte l�chelnd den Kopf.
�Was denn?�
Er winkte lachend ab und erhob sich. Mit einer leichten Verbeugung verabschiedete sich der Elb von der Gruppe und entfernte sich lautlos.
***
Aragorn sah von seinem Schreibtisch auf, als die T�r klappte. Er brauchte einige Sekunden bis seine Augen in dem D�mmerlicht Legolas erkannten. Der Elb trat auf ihn zu und sah ihn fragend an.
�Wie geht�s meinen Patenkindern?�, fragte der Thronfolger. Aragorns Grinsen war ihm Antwort genug.
�Ewian?�
Legolas winkte, ebenfalls grinsend, ab und lie� sich in einen der St�hle sinken. Die beiden verstanden sich auch ohne Worte, meistens jedenfalls.
�Wann wirst du es ihr sagen?�, fragte Aragorn nach einiger Zeit und sah von seinen Papieren auf, an denen er den ganzen Tag gearbeitet hatte. Der Papierkram ging ihm sehr gegen den Strich, aber diese gro�e Stadt und sein Land kamen nicht ohne aus. Allein die Einnahmen und Ausgaben in einem Jahr f�llten mehrere gro�e B�cher.
�Was soll ich ihr sagen?�, fragte Legolas ihn.
�Dass du sie liebst!�, erkl�rte Aragorn und sah Legolas direkt in die blauen Augen. Dieser sank nach einigen Sekunden in seinem Stuhl zusammen und st�tzte einen Arm unters Kinn. Aragorn seufzte innerlich auf. Das hatte er sich schon gedacht.
�Hast du Angst?�, fragte er seinen Freund und der Elb nickte.
�Was ist, wenn sie .........?�
�Unsinn!�, unterbrach ihn Aragorn und wischte die Bedenken des Elben mit einer Hand zur Seite. �Ihr beide seid so sehr ineinander verliebt, dass dein Vater schon Hochzeitspl�ne schmiedet ........�
�Was?�, unterbrach ihn Legolas erstaunt, aber Aragorn lie� den Einwurf unbeeindruckt an sich vorbei ziehen, und fuhr fort.
� ....... und ihr beide habt euch noch nicht mal gesagt, das ihr euch liebt!�
�Na ja, es gab schon ein paar Momente .......�
�Hast du es ihr schon gesagt? Ja oder Nein?�, stoppte Aragorn ihn mitten im Satz. Legolas sch�ttelte den Kopf und schien in seinem Stuhl noch etwas kleiner zu werden.
�Dann wird�s aber Zeit.�, schmunzelte Aragorn nur und warf wieder einen Blick auf den Papierberg vor sich. Nahm das denn gar keine Ende?
�Woher wei� ich, wann es der richtige Augenblick ist?�, holte Legolas Frage ihn wieder aus seinen Gedanken zur�ck. Er sah den Thronfolger D�sterwalds einige Zeit schweigend an. Legolas schien wirklich einige Probleme damit zu haben und machte sich ernsthaft Gedanken �ber das weitere Vorgehen. Aragorn musste ihm im Geheimen Recht geben. Ewian war keine der �blichen elbischen Sch�nheiten, die immer um Legolas herum schwirrten und darauf warteten, dass er das Wort an sie richtete. Er hatte das oft genug erlebt, als er Legolas besucht hatte. Und ihm war auch aufgefallen, dass solche Frauen den Elben nicht interessierten.
Aber Ewian war ein schwieriges Exemplar. Sie war sch�n, klug, stur, eigensinnig, konnte k�mpfen, diese Liste lie� sich beliebig vorf�hren. Er brauchte sie nur anzusehen, um zu wissen, dass die beiden zusammen geh�rten. Aber er wusste auch dass die Beziehung der beiden nicht einfach war, und sehr wahrscheinlich auch nie einfach sein w�rde. Ewian hatte eine Vergangenheit, eine sehr bewegte sogar, und Aragorn hatte das Gef�hl dass sie die richtige Ewian noch nicht ann�hernd kannten. Sie hatte viele Geheimnisse, auch vor ihren Freunden und Br�dern. Der einzige der sie gut zu kennen schien war Mani. Dieser junge Mann hatte eine Menschenkenntnis, wie er es selten erlebt hatte.
�Aragorn?�
Der Angesprochene sah verwirrt auf. �Oh entschuldige. Ich war in Gedanken!�
�Das habe ich gemerkt.�, kam schmunzelnd von seinem Gegen�ber. �Woher wei� ich wann der richtige Zeitpunkt ist?�, wiederholte der Elb seine Frage.
�Du wirst es erkennen!�
Legolas seufzte frustriert auf und fuhr sich durch das Haar. �Das hilft mir auch nicht!�, brummte er unwillig. Aragorn lachte nur und widmete sich, diesmal endg�ltig, seinen Papieren. Als die T�r schloss sah er nochmals kurz auf und sch�ttelte den Kopf. Die beiden w�rden schon einen Weg finden, egal wie steinig er auch sein mochte.
***
Die darauffolgende Woche war langweilig und ereignislos. Man feierte die Abende noch ausgiebig. Allerdings stand es jedem frei zu kommen oder auch nicht. Die Bediensteten hatten einen Saal geschm�ckt und dort wurde getanzt und gelacht. Es gab keine Kleidervorschriften wie bei der Hochzeit, so dass einige der hohen G�ste zwar elegant, aber nicht schillernd auftraten. Die Stadt leerte sich langsam wieder. Es kehrte Normalit�t ein.
Im Fall Arian gab es nichts zu vermelden, das beruhigte Aragorn ein wenig. Allerdings war bei den Kopfgeldj�gern das Gegenteil der Fall. Ewian streifte st�ndig durch die Stadt, ohne eine Spur zu finden. Ob er noch nicht wieder zur�ck war? Nach drei Tagen war sie so genervt, dass sie sich Chessan schnappte, um einen Ausritt zu machen. Allerdings hatte sie das niemanden mitgeteilt und so war das Schloss in heller Aufregung, als sie mitten in der Nacht wieder auftauchte. Na toll, das auch noch. Etienne kam auf sie zugerannt.
�Spinnst du?�, schrie er sie gleich an. �Wo warst du zum Teufel? Es ist mitten in der Nacht! H�ttest du nicht Bescheid sagen k�nnen?�
�Was bist du, mein Kinderm�dchen? Wohl kaum!�, schrie Ewian zur�ck und trat drohend auf ihren Bruder zu.
�Verdammt, wir haben uns Sorgen gemacht!�
�Ich bin kein Baby mehr. Ich war oft genug tagelang unterwegs, ohne das gro� anzuk�ndigen. Also, was regst du dich auf?�, fuhr sie ihn an.
Die Schreierei der beiden lockte einige der K�nige auf die Balkone. Selbst die Wachen wandten sich dem Geschehen im Hof zu. Aragorn erschien mit Arwen, Elrond und Legolas auf der Treppe. Mani und Lili waren dicht hinter ihnen.
�Was ich mich aufrege?� Etienne sah sie an, als sei sie verr�ckt geworden. �Ich werde dir sagen warum ich mich aufrege, Schwesterherz! Falls du dich erinnerst, l�uft in dieser Stadt ein Wahnsinniger herum, der eine Menge darum geben w�rde, dich in die Finger zu kriegen. Aber das ist Madame ja anscheinend nicht wichtig genug, um wenigstens Legolas Bescheid zu sagen, wo du hingehst!�
�Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, kapiert? Weder dir, noch Legolas! Und ich reite aus, wann ich will, klar? Und au�erdem scheint er �berhaupt nicht hier zu sein, falls dir das entgangen ist!�
Als Gimli mit den Hobbits dazu kam, hatte Ewians Stimme gerade Orkanlautst�rke angenommen. Die beiden schrieen sich jetzt in ihrer Sprache weiter an. Legolas sah hin�ber zu Lili und Mani. An ihren Gesichter erkannte er, dass sie sich keine Nettigkeiten zuwarfen.
�Was sagen sie?�, fragte er Lili.
�Das �bersetze ich besser nicht. Einige der Ausdr�cke sind etwas, ....... na ja, ........ ich glaube nicht das es in Sindarin daf�r �bersetzungen gibt!�, stotterte Lili schlie�lich und sah fragend zu ihrem Bruder hin�ber. Der erbarmte sich, als er Legolas bittenden Gesichtsausdruck sah.
�Wir k�nnen ja die harmlosen Sachen �bersetzen!�, schlug er vor.
�Meinetwegen!�, sagte Lili nur und sah auf den Platz hinunter. Dann begann sie zu �bersetzen.
�Du bist ein Vollidiot!�, sagte in diesem Moment Ewian gerade zu ihrem Bruder. Der verschr�nkte w�tend die Arme und funkelte seine Schwester an.
�Und du bist eine arrogante Giftnatter! Nur zu meiner Information. Wie h�tten wir denn erfahren sollen, wenn dir etwas passiert w�re, hm?�
Ewians Antwort darauf brachte Lili zum Verstummen. Sie sah entsetzt auf den Platz und dann zu Mani. Der sah genauso geschockt aus.
�Das hat sie nicht ernst gemeint, oder?�, fragte Lili leise.
�Doch ich glaube schon!�, erwiderte Mani nur. Dann kam Bewegung in den jungen Mann. Aber er war nicht schnell genug. Der Kinnhaken traf Ewian, bevor er Etienne zur�ckhalten konnte und sie ging zu Boden. Doch keine Sekunde sp�ter war sie wieder auf den Beinen und ging auf ihren Bruder los. Eine wilde Rauferei entbrannte daraufhin und Mani hatte allein keine Chance, sie auseinander zu bringen.
�Hilft mir endlich mal jemand?�, rief er laut und das l�ste die Starre der anwesenden Personen. Und trotzdem dauerte es noch einige Minuten, bis sie die Streith�hne trennen konnten. Ewian wurde von Legolas, Aragorn und Elrond gehalten. Etienne wurde von seinen Br�dern und Elronds Zwillingen festgehalten. Mani stand zwischen den Gruppen. Etienne und Ewian beschimpften sich immer noch und wehrten sich gegen die M�nner, die sie hielten.
�Schluss jetzt!�, br�llte Mani auf einmal und sofort senkte sich Stille �ber den gesamten Platz. �Seid ihr bescheuert? Ich dachte wir bek�mpfen Arian und nicht uns selbst! Was ist denn los mit euch?�
�Was fragst du mich das? Er hat doch angefangen!�, sagte Ewian nach einer Weile und k�mpfte sich frei. Sie hielt eine Hand vor ihre Nase. Es blutete nur leicht, aber sie war gebrochen.
�Gebrochen?�, wollte Lili wissen und stellte sich zu ihrem Bruder.
�Ja!�, sagte Ewian und keuchte auf, als sie sich mit einem lauten Knacken den Knochen richtete. Ein Rinnsal von Blut lief ihr �ber die Lippen das Kinn hinunter, w�hrend sie in ihren Taschen nach einem Tuch kramte. Elrond kam ihr zuvor und legte vorsichtig einen k�hlen Lappen auf ihre Nase. Wo hatte er den denn so schnell her? Fragte sich Ewian nur.
�Danke!�, nuschelte sie ihn an und der Herr aus Bruchtal nickte ihr zu.
�Also, ich warte immer noch auf eine Antwort!� Mani funkelte beide w�tend an.
�Der Kerl hat .......�
�Dieses sture Frauenzimmer hat ........�
�angefangen, ja ich wei�!�, beendete Mani die S�tze der beiden und rieb sich seufzend �ber seine eigene Nase. Wie konnte sich zwei erwachsene Menschen, oder in dem Fall Elben, nur so kindisch benehmen. Er beschloss ein Machtwort zu sprechen. Sie konnten sich weitere solche albernen Zwischenf�lle nicht leisten. Er richtete seinen Blick auf Ewian und nagelte sie mit den Augen fest.
�Du wirst in Zukunft Bescheid sagen, wenn du weggehst!�, bestimmte er und fuhr ihr �ber den Mund als sie Luft holte um zu protestieren. �Solange wir an diesem Fall arbeiten, wirst du Bescheid geben. Sonst werde ich Aragorn oder Thranduil bitten, dir eine pers�nliche Eskorte an die Seite zu stellen!�
�Das wagst du nicht!�
�Und ob ich es wage. Du bist so was von eigensinnig. Und glaub mir, wenn du noch mal so einen Satz wie eben los l�sst, dann erwartet dich mehr, als nur ein Kinnhaken!�, fauchte er sie an und drehte sich zu Etienne um.
�Und du,�, er deutete mit dem Finger auf ihn, �wirst lernen, deine Wut besser zu z�geln. Du wei�t ganz genau wie schnell deine Schwester es schafft, jemanden auf die Palme zu treiben und doch l�sst du dich immer wieder von ihr �rgern. Werdet endlich erwachsen, alle beide!�
Mit diesen Worten rauschte er davon und zog Chessan am Z�gel hinter sich her. Ewian sah ihm verdutzt nach und drehte sich dann zu Etienne um. Der sah sie ebenfalls an. Nach ein paar Sekunden drehten beide sich um und gingen in verschiedenen Richtungen davon.
�Was soll das denn jetzt?�, fragte Daymon verwirrt.
�Das bedeutet, die beiden sind beleidigt, ganz einfach!�, erkl�rte Lili dann und machte sich auf den Weg ins Schloss.
�Lili?� Legolas Ruf lie� sie stoppen und sie drehte sich noch mal um. �Was hat Ewian eigentlich gesagt?�, wollte der Elb von ihr wissen.
�Sie hat gesagt: Ihr h�ttet es sp�testens dann erfahren, wenn er meine Leiche vor die Tore geworfen h�tte!�, sprach Lili leise und ging dann ohne ein weiteres Wort ins Haus.
�Toll, ganz toll!�, brummte Gimli ver�rgert und sah den Freunden nach. �Als wenn wir nicht schon genug Probleme h�tten!�
***
Am Morgen des zweiten Tages nach dem Streit war die Stimmung immer noch eisig. Etienne und Ewian gingen sich, so gut es ging, aus dem Weg. Mani hatte sich mit Pray und Riddick in die Stadt abgeseilt, um nach Arian zu suchen und Lili versuchte zwischen den sturen Geschwistern zu vermitteln. Ohne Erfolg. Die beiden waren uneinsichtig und schwiegen sich an. Selbst Elrond mit seinem Talent in solchen Dingen hatte bisher nichts erreicht. Auch jetzt sa�en beide schweigend in der Bibliothek. Legolas war neben Elrond und Aragorn noch anwesend. Dieser hatte die beiden hergebeten.
Es war wirklich zum verr�ckt werden. Legolas Blick wanderte abwechselnd zwischen beiden hin und her. Ewian hatte ihre Nase in einem Buch versteckt. Aber sie las nicht, das konnte er sehen. Sie versuchte nur sich mit irgend etwas zu besch�ftigen. Sein Blick wanderte zu Elrond, der gerade fragend die Augenbrauen hoch zog. Anscheinend war dem Herrn von Bruchtal auch aufgefallen, was Ewian da trieb. Legolas sah wieder zu ihr hin�ber. Seit dem Streit mied sie auch ihn.
Aragorn hingegen zweifelte mittlerweile daran, das Arwens Plan funktionieren w�rde. Seine Gattin hatte den Vorschlag unterbreitet, beide in einem Raum zusammen zu rufen und dann einfach abzuwarten. Mit ein wenig Geduld, so hoffte sie, w�rden sich beide anfangen zu fragen, was sie hier sollten. Und hoffentlich wieder miteinander sprechen, um dem R�tsel auf den Grund zu gehen. Aragorn hatte keine Ahnung, wie kurz er davor stand, dass es funktionierte.
Ewian sah unauff�llig zu ihrem Bruder hin�ber. Ihre Blicke trafen sich und Ewian beschloss den ersten Schritt zu machen. Sie hob fragend die Schultern und deutete auf Aragorn. Etienne verstand ihre stumme Frage und sch�ttelte den Kopf. Er wusste auch nicht was hier los war. Aber sie erkannte, dass er nicht mehr lange hier rumsitzen w�rde, genauso wenig wie sie. Sie wartete noch einige Minuten und sprang dann auf. Das Buch warf sie hinter sich auf den Stuhl.
�K�nig Aragorn! Gibt es einen Grund f�r unser Hiersein?�, fragte Ewian laut.
Aragorn sah auf und warf hilfesuchende Blicke zu Elrond und Legolas. Doch die wussten auch nicht Recht, was sie sagen sollten. Ewian hatte sowieso nicht vorgehabt auf eine Antwort zu warten.
�Das dachte ich mir!�, sagte Ewian nur, erhob sich und ging in Richtung T�r. Sie warf Etienne einen fragenden Blick zu und der folgte ihr hinaus.
�Was sollte das denn?�, fragte er drau�en leise, als sie den Gang hinunter gingen.
�Keine Ahnung!�, erwiderte Ewian nur. Keiner der beiden bemerkte die l�chelnden Blicke von Elrond und Legolas. Die zwei Elben waren den beiden gefolgt und hielten nun inne.
�Es hat funktioniert, wenn auch ein wenig anders als erwartet!�, bemerkte Elrond leise fl�sternd. Legolas begn�gte sich mit einem Nicken.
***
�Es tut mir leid!�
Ewian sah sich um und entdeckte Etienne wenige Meter hinter sich. Sie sah ihn stirnrunzelnd an. Was hatte das denn zu bedeuten?
�Ich verstehe nicht.�
�Dass ich dich angebr�llt habe, vor ein paar N�chten!� Er kam n�her und stellte sich neben sie an die Mauer. Ewian betrachtete ihn eine zeitlang und sank dann an der Mauer hinunter, bis sie auf dem Boden sa�. Mit einem leichten Ziehen an seinem Arm deutete sie ihm an es ihr gleich zu tun.
�Du hattest schon Recht. In gewissem Sinne jedenfalls.� Sagte sie nur. Etienne sah sie an und nickte.
�Du meinst wegen unserer Arbeit, Legolas usw ?�
�Hmm.� Kam als Antwort.
�Vielleicht solltest du es ihm sagen, ihn einweihen in unsere, nennen wir es mal, beruflichen Techniken, unser Leben .....�
�Wozu?�, unterbrach sie ihn. �Er wei�, dass wir Kopfgeldj�ger sind, aber er hat keine Ahnung was das wirklich bedeutet. Keiner von denen wei� es!�
�Dann sag es ihm!�
�Wie?�
�Ich wei� es nicht.� Er warf hilflos die Arme in die Luft und seufzte. �Du bist die �lteste von uns.�
�Toll, das hilft mir leider auch nicht weiter!�, grummelte sie und Etienne lachte auf.
Als Elrond auf der Suche nach den beiden in ihre Richtung kam, stoppte er, als er ihre Stimmen h�rte. Sie sprachen sich aus, erkannte er, nachdem er einige Zeit zugeh�rt hatte. Dann drehte er um und zeigte Legolas, der vor ihm auftauchte, mit den H�nden an, dass sie jetzt dort st�ren w�rden. Der Prinz von D�sterwald nickte verstehend und die beiden Elben zogen sich leise zur�ck.
***
Am Abend fing Legolas Ewian im Garten ab. Er hatte Stunden ausgeharrt, bis sie hier aufgetaucht war und Legolas hatte nicht vor sich wieder mit ihrem Schweigen zu begn�gen. Davon hatte er jetzt genug.
�Wie geht es dir?�, fragte er und nahm neben ihr auf der Bank Platz. Ein Schulterzucken war die Antwort. Da platzte dem Elben der Kragen. Er sprang auf und zerrte sie mit sich von der Bank.
�H�r endlich auf mit diesem Unfug!�, forderte er und sah sie an. Sie stie� seine Arme von sich und funkelte ihn an.
�Was willst du, Legolas?�
�Ich will die Frau zur�ck, die ich vor zwei Tagen noch gekannt habe!�
�Genau das ist das Problem! Du kennst mich eigentlich gar nicht!�, gab sie leise zur�ck und drehte sich mit dem R�cken zu ihm.
�Dann gib mir doch die M�glichkeit das zu �ndern.�, sagte Legolas.
�Glaubst du, dass du wei�t worauf du dich da einl�sst?�, fuhr Ewian ihn an. �Was wei�t du schon �ber mich? Nichts, nicht das geringste.� Sie redete sich immer mehr in Rage und begann dabei nerv�s auf und ab zu laufen. �Du siehst nur das was ich dir zeige, das, was ungef�hrlich f�r dich ist. Und selbst dabei muss ich mittlerweile aufpassen. Hast du eigentlich eine Ahnung wie schwer das ist? Das alles hier .....�, sie deutete mit der Hand �ber den gesamten Platz. �st�ndig dreht man sich um, ist immer auf der Hut. Jedes Wort muss genau �berlegt werden. Wir haben sowenig Zeit, um ...... um ..... einfach um einmal Spa� zu haben. All diese Dinge: eine Feier veranstalten, ausreiten um zu fischen, jagen oder einfach so; all diese Dinge, die f�r dich selbstverst�ndlich sind, sind f�r uns so gut wie unm�glich. Wir sind Kopfgeldj�ger und ich glaube kaum dass einer von euch wirklich wei�, was das bedeutet!�
Celeborn trat aus dem Schatten, in dem er gestanden hatte. Er hatte genug geh�rt. Ewian wollte sich von Legolas zur�ckziehen und er musste versuchen es zu unterbinden. Galadriel hatte ihm schon berichtet, wie wichtig Legolas war. Er w�rde ihr eines Tages das Leben retten, doch dazu musste sie endlich vertrauen und sich auf den Thronfolger einlassen. Die ersten Schritte waren bereits getan und er konnte nicht zusehen, wie es zuende ging, bevor es richtig begonnen hatte.
�Wie auch, wenn Ihr alles f�r Euch behaltet!�
Bei der Stimme des Herren von L�rien fuhren Legolas und Ewian synchron herum. Sie sahen den Elben fragend an und der fuhr auch schon fort.
�Euer Leben und auch Eure Arbeit ist ein einziges Mysterium, Ewian. Wir kennen nur eure Familien- und Lebensgeschichte, normalerweise ist das alles was wichtig ist, aber doch seid Ihr ein Geheimnis f�r uns. Selbst vor euren Freunden und euren Br�dern habt Ihr Geheimnisse. Auch sie kennen nur das, was Ihr ihnen erlaubt zu sehen und zu h�ren. Wie lange wollt Ihr euch noch vor allen verstecken, denen Ihr wichtig seid?�, fragte er. Ewian sah ihn eine zeitlang nachdenklich an. Sie hatte erkannt worauf er hinaus wollte.
�Versucht doch zu verstehen!�, bat sie ihn leise, doch Celeborn sch�ttelte nur den Kopf.
�Ihr seid es die verstehen muss!� erkl�rte er nur und deutete auf Legolas, der den beiden schweigend zu h�rte. Ewian sah von einem zum anderen und sch�ttelte schlussendlich den Kopf.
�Ich werde mich solange verstecken, bis ich sicher bin, dass ich niemanden gef�hrde!�, erkl�rte sie dann.
�Ihr k�nnt nie sicher sein!�, sagte Celeborn nur und lie� die beiden allein. Mehr konnte er nicht tun. Er hoffte nur dass Legolas hartn�ckig genug war. Dass sie es nicht schaffte ihn zu vertreiben.
�Ich wei�!�, murmelte sie ihm leise nach und sah dann zu Legolas. Er strich ihr leicht l�chelnd eine Str�hne hinter die Ohren und zog sie dann in seine Arme. Ewian wehrte sich nicht dagegen. Im Gegenteil, sie schlang ihrerseits die Arme um ihn und hielt ihn fest an sich gedr�ckt.
�Ich bin ein guter Zuh�rer.�, h�rte sie ihn leise murmeln.
�Ich wei�, aber ich bin ein schlechter Erz�hler!�, antwortete sie ausweichend.
�So was kann jeder lernen!�, widersprach Legolas.
�Du gibst wohl nie auf, was?�, fragte sie grinsend und sah zu ihm auf. Ein Kopfsch�tteln von seiner Seite war die einzige Antwort die er ihr gab.