::part 8::

Ein schweres Los


Globluk sa� am Tisch hinter ihrem Palantir und starrte in die gl�serne Kugel. Die Hexe sch�umte vor Wut. Sie konnte ihren Augen nicht trauen! Was tat dieses kleine, missratene Mistst�cke von Stieftochter da? Konnte sie sich nicht einfach an den Plan halten? Musste sie immer alles falsch machen? Sie h�tte die Dinge wohl besser selbst in die Hand genommen, anstatt dieses wichtige Gesch�ft von Lily und ihrer Missgeburt von Stieftochter ausf�hren zu lassen.

Globluk erhob sich, fuhr wutentbrannt mit dem Unterarm �ber den Tisch, wobei sie mehrere Glasbeh�lter mit Zaubermixturen vom Tisch fegte. Sie wirbelte herum, nahm einen Totensch�del, der ihr als Kerzenst�nder diente, vom Regal und pfefferte ihn in eine Ecke des Raums, so das er zerbarst. Eine Zeit lang gab sie sich ihrer Wut hin und zerschmetterte so ziemlich alles, was ihr gerade in die H�nde viel oder ihr im Weg stand. Als sie sich wieder gefangen hatte, lie� sie sich in den gro�en, ledernen Ohrensessel fallen und begann danach zu ersinnen, wie sie es anstellen k�nne, damit sich das Blatt wende und sich alles zu ihren Gunsten entwickeln w�rde.

Eine Weile kehrte Stille in den Raum, doch diese Stille wurde j�h unterbrochen, als die T�r aufflog und Ghazk�r eintrat. Mit blut�berstr�mten Gesicht kniete er vor seiner Herrin nieder und erstattete ihr Bericht. �Du Trottel von einem Ork!�, br�llte Globluk ihn an und verpasste ihm einen Tritt mitten in seine h�ssliche Visage. �Nun gut, es ist bis jetzt nicht gut f�r uns gelaufen, also lass uns �berlegen, wie wir weiter vorgehen werden. Es kann nicht sein, dass Thranduil ungeschoren davon kommt.� Globluk grinst ihren Hauptmann diabolisch an. �Wie lange, sie in D�sterwald bleiben werden, konntest du nicht in Erfahrung bringen?�, erkundigte sie sich. Ghazk�r sch�ttelte den Kopf. �Auch sonst habe ich keine Neuigkeiten in Erfahrung bringen k�nnen Eure Boshaftigkeit.�, antwortete der Ork. �Aber Abraxas hat mir Bericht erstattet. Thranduil und seine Gemahlin Alcfalasien, diese Bergziege, werden ein Fest zu Ehren des Prinzen und seines Freundes geben, um sie zu Hause willkommen zu hei�en. Da w�rde sich eine Gelegenheit bieten. Aber dieser Schachzug will gut �berlegt sein.� Globluk stand auf, ging zu einem der unz�hligen Regale hin�ber, zog eine Karte heraus und breitete diese vor dem Ork auf dem Tisch aus. �Wir werden auf jeden Fall hier, hier und hier Truppen aufstellen.�, sagte sie und wies mit dem Finger auf verschiedene Stellen rund um den D�sterwald. �Es werden kleine Truppen sein, die nicht zu sehr auffallen und wir werden sie tarnen m�ssen. Ein kleiner Zauber sollte hier gen�gen.� Ghazk�r nickte zustimmend. �Wir sollten jedoch noch zus�tzlich einen Spion so nah wie m�glich an das Geschehen heranbringen. Damit wir �ber alles bescheid wissen und entsprechende Ma�nahmen ergreifen k�nnen.�, gab der Ork zur�ck. Globluk grinste ihren Hauptmann an. �F�r einen Ork bist du gar nicht so dumm. Ich habe auch schon die geeigneten Spione gefunden. Gollum wird sich nach D�sterwald hineinschmuggeln und Abraxas wird alles aus der Luft beobachten.� Globluk lief zur T�r, riss sie auf und br�llte nach Gollum.

Kurze Zeit sp�ter stand dieser im Raum und blickte verwirrte von Globluk zu Ghazk�r und wieder zur�ck. �Du wirst dich auf den Weg nach D�sterwald machen und dort ein wenig unsere Freunde beobachten. Du wirst einmal t�glich zu Ghazk�r gehen und ihm Bericht erstatten, er wird dir dann weitere Anweisungen geben. Hast du das verstanden du Sabbermaul?!�, herrschte sie Gollum an. �Ja... gollum... ja.... beobachten... gollum.�, grunzte der. �Gut und damit du es nicht vergisst...�, sagte sie und sah ihn mit Abscheu an. �Ghazk�r, nimm ihn mit und erinnere ihn schon im Voraus daran, was passiert, wenn er nicht gehorcht.� Der Ork verneigte sich kurz, packte den hilflosen vor sich hin winselnden Gollum im Genick und schleppte ihn aus dem Raum. Eine Zeit lang stand Globluk noch unbeweglich da und starrte auf die T�r. Zufrieden grinsend ging sie zu ihrem Sessel und lies sich hineinfallen. Die Schreie die durch die dunkeln G�nge bis zu ihr ins Zimmer drangen, erf�llten sie mit Wonne. �So wird er bestimmt nicht vergessen, wem er sein Leben zu verdanken und wem er zu gehorchen hat.�, dachte Globluk und schlo� die Augen.

*~*

Ghazk�r zog den jammernden und winselnden Gollum quer durch die dunklen G�nge hinter sich her, nicht ohne ihm gelegentlich einen Fu�tritt zu verpassen oder ihn gegen eine Ecke zu sto�en. �H�r endlich mit diesem Gezeter auf du stinkender Haufen Fischged�rme.�, br�llte der Ork ihn an und trat ihm mit seinem schweren Stiefel mitten ins Gesicht. Gollum schrie auf und biss dem Ork ins Bein, woraufhin dieser ihn gegen die Wand schleuderte. �Das wirst du mir b��en du Scheisshaufen eines Nazg�l!�, br�llte Ghazk�r. Der Ork eilte die G�nge entlang und schlie�lich gelangten sie in die unteren Verlie�, wo sich Globluk�s Folterkammern befanden.

Ghazk�r packte den jammernden Gollum an beiden Handgelenken, legte ihn auf die Streckbank und kettete ihn an. �So du Missgeburt, jetzt werde ich dir Grund zum Schreien geben.�, sagte er barsch, holte eine gro�e Peitsche von der Wand und schlug damit auf den hilflosen Gollum ein. Dieser schrie auf und riss an seinen Ketten um sich zu befreien, aber es half nichts, er war dem Ork ausgeliefert. �Du schreist noch! Na warte!�, br�llte der Ork und spie ihm dabei ins Gesicht. Ghazk�r drehte sich um, ging zu dem Schrank, in dem die verschiedensten Folterger�te aufbewahrt wurden, �ffnetet die T�ren und blickte suchend hinein. Er entschied sich schlie�lich f�r einen gro�en Eisenstab, den er �ber dem Feuer erhitzte bis er anfing rot zu gl�hen. Ghazk�r ging zu Gollum, der wimmernd auf der Streckbank lag, sah in aus boshaft funkelnden Augen an und hielt ihm den gl�henden Eisenstab zuerst unter die Fu�sohlen. Gollum schrie laut auf. Ghazk�r begann am�siert zu grinsen. �Hast du noch nicht genug? Nun denn dem kann geholfen werden.�, sagte er und hielt den Eisenstab ins Feuer. Gollum wimmerte und flehte ihn an, ihn gehen zu lassen, doch der Ork kannte kein Erbarmen. Er dr�ckte den gl�henden Stahl in eine der offenen Peitschenstriemen und sah gen��lich mit an, wie das Fleisch verschmorte und Gollum sich vor Qualen wandt. Das letzte was Gollum h�rte war das gr��liche Lachen des Orks und das letzte was er sah, war dessen gr��liche Visage und die gelben Z�hne die er beim Lachen entbl��te. Danach wurde ihm schwarz vor Augen.

*~*

�Sie werden D�sterwald noch vor dem Fest verlassen.�, fuhr Thranduil seine Gemahlin an. �Aber du wei�t doch gar nicht weshalb sie hier sind.�, versuchte ihn seine Gattin zu beruhigen. �Was werden die hier schon wollen?! Die beiden sind die T�chter von Celenauriel. Na gut, diese T�ra ist nur ihre Stieftochter. Aber du wei�t, was sie uns damals angedroht hat, als ich sie aus D�sterwald verbannt habe und diese beiden M�dchen sind bestimmt nicht zu ihrem Vergn�gen hier. Ich m�chte zu gerne wissen, was diese alte Hexe jetzt wieder ausgeh�ckt hat?!� �Du siehst das alles viel zu eng mein Lieber. Vielleicht sind die beiden ja v�llig ohne Hintergedanken nach D�sterwald gekommen?!� �Ja sicher und Il�vatar war ein Ork.�, gab der K�nig ironisch l�chelnd zur�ck �Nein, das kann und will ich nicht einsehen. Celenauriel hat bestimmt nichts Gutes im Sinn. Jemand der sich Sauron angeschlossen hat und ihm helfen wollte die Macht �ber Mittelerde zu gewinnen kann nichts gutes im Sinn haben. Und jetzt Ende der Diskussion.�, sagte Thranduil und verlie� ohne weiteren Kommentar den Raum.

Alcfalasien blieb allein zur�ck und sah ihrem Gatten nach. Hatte er Recht? Hegte Celenauriel wirklich Rachepl�ne gegen ihren Ehemann, der sie damals aus D�sterwald verbannte, weil sie sich Sauron angeschlossen hatte? Oder wollte sie sich vielleicht an ihr r�chen, weil Thranduil damals mit ihr den Bund eingegangen war? Sie musste es wissen. Aber wie sollte sie das anstellen? Einfach fragen? Nein, auf eine direkte Frage w�rden T�ra und Lily ihr bestimmt nicht antworten oder alles abstreiten.

Die K�nigin setze sich in einen Sessel nahe dem gro�en Kristallfenster und sah hinaus in den Garten. Die Sonne durchflutete den Raum und tauchte ihn in ein goldenes Licht. Von �berall aus den B�umen klangen Vogelstimmen und alles war friedlich. Wie nur sollte sie es anstellen ohne dass die beiden gleich Verdacht sch�pften? Alcfalasien beschloss noch bis zum Fest zu warten, dort w�rde sich bestimmt eine Gelegenheit bieten die beiden zu fragen. Sie stand auf, verlie� den Saal und ging hinunter in den Garten.

Alcfalasien lie� sich auf einer Marmorbank in der N�he eines kleinen Brunnens nieder und begann �ber die Vergangenheit zu gr�beln. Wie war es damals sch�n gewesen. Thranduil war ein so stattlicher junger Elb gewesen als sie ihn kennen gelernt hatte, nicht dass er es jetzt nicht mehr war. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen. Damals wusste sie noch nicht, dass er der Thronerbe von D�sterwald war, aber das war ihr auch egal. Sie h�tte ihn selbst dann genommen, wenn er der �rmste Elb ganz Mittelerdes gewesen w�re. Es war eine wundersch�ne Zeit. Wie stolz hatte sie ihrer damals besten Freundin Celenauriel erz�hlt, dass sie jemanden kennengelernt hatte und wie toll er war. Anfangs hatte sich Celenauriel auch f�r sie gefreut, doch als diese sah, wer der Geliebte von ihr war, ver�nderte sich ihr Verhalten. Zunehmend distanzierte sich ihre beste Freundin von Alcfalasien und wurde immer merkw�rdiger. Vor Wut und Entt�uschung kapselte sich Celenauriel von allem ab und mied den Kontakt zu Alcfalasien. Hatte Thranduil nicht ihr ewige Liebe und Treue geschworen? Als dann bekannt gegeben wurde, dass Alcfalasien und Thranduil sich verm�hlen w�rden, kannte die Wut von Celenauriel kenne Grenzen mehr. Sie konnte den Gedanken nicht ertragen und so verschrieb sie ihre unsterbliche Seele dem Dunklen Herrscher Sauron, der ihr im Gegenzug versprach Alcfalasien zu beseitigen und daf�r zu sorgen, dass Thranduil nur sie liebte. Als herauskam, dass Celenauriel gemeinsame Sache mit Sauron machte, verbannte Thranduil sie aus D�sterwald und seit diesem Zeitpunkt wart von ihr nichts mehr geh�rt und gesehen.

Weshalb trat sie ausgerechnet jetzt wieder in Erscheinung? Die K�nigin konnte sich keinen Reim darauf machen und entschloss sich nicht weiter den d�steren Gedanken nach zu h�ngen, sondern sich lieber um das anstehende Fest zu k�mmern. �Genau das werde ich tun. Ich werde eine G�steliste vorbereiten und mit unseren G�rtnern die Dekoration besprechen.�, sagte sie zu sich selbst und verlie� den Garten.

*~*

Gollum sa� in seinem dreckigen Verlie� und betrachtete seine geschundenen F��e. �Du ... Otterngez�chchchchcht von einem Ork ... gollum ... du wirst dein Zzzzzielnicht erreichen... gollum ...�, zischte er. Warum taten sie soetwas mit ihm? Hatte er Globluk nicht immer treu gedient seit sie ihn aus den Flammen des Schicksalsberges gerettet hatte? Hatte sie ihm nicht sogar versprochen er w�rde seinen Schatz wieder bekommen? �Nichtssssss ... Sie hat ihn mir nichchchcht wieder gegeben ... Meinen Schatzzzzzz ... Mein Geschenk ... Dieb.... garstige Hexe!�, sagte er zu sich selbst und versetzte der kleinen Wasserschale neben sich einen Schlag, so dass diese laut scheppernd durch den schmutzigen Raum flog. Warum also sollt er ihr weiter helfen?

Gollum leckte �ber seine Wunden und versuchte sich daran zu erinnern, wie es war, als er seinen Schatz noch hatte. Doch er konnte sich nur noch dunkel daran erinnern. Aber immer wieder blitzten Bilder vor seinem inneren Auge auf. Bilder, die er nicht zuzuordnen vermochte. Bilder, die Hobbits zeigten, die in einem Schiff sa�en. Einer von ihnen sprang ins Wasser und tauchte. Als er wieder hochkam hielt er etwas in der Hand, doch was es war, konnte er nicht erkennen. Das n�chste Bild zeigte den Hobbit, der das Ding geholt hatte, tot am Boden liegend und von dem anderen fehlte jegliche Spur. Was hatten diese Bilder zu bedeuten? Er verstand sie nicht. M�de legte er sich auf den alten schmutzigen Strohsack in der hintersten Ecke des Verlie�es und viel in einen unruhigen Schlaf.

Als er aufwachte, war sie Sonne bereits versunken und der Mond tauchte die Kammer in ein fahles, silbernes Licht. M�hsam erhob Gollum seinen geschundenen K�rper vom Lager und verlie� seine Kammer. Er lief die vielen G�nge entlang und sp�hte, nach unz�hligen Treppen und Kurven, in die stinkende K�che. Niemand war zu sehen. Gollum ging zu den Vorratsf�ssern, die �berall standen, packte einen kleinen Beutel mit Proviant und verlie� die K�che. Er ging �ber den Hof und zum gro�en Hauptportal. Leise �ffnete er es und stahl sich in die Dunkelheit davon. Er wusste was er zu tun hatte.



- Ende Kapitel 8 -



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So, jetzt nicht, dass einige von euch denken ich w�rde hier Gewalt verherrlichen. Das tue ich nicht! Aber ich musste es schreiben, da es der Geschichte dient. Ansonsten w�rde sie n�mlich wenig Sinn machen. 1
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