Können Katzen BSE bekommen? JA! - Auch Katzen können, wie zahlreiche andere Tierarten auch, BSE bekommen. Die Krankheit trägt den Namen FSE, sie ist zum ersten Mal 1990 in Großbritannien aufgetreten. Die Symptome sind am Anfang gesteigerte Aggresivität/Ängstlichkeit. Später können dann Wahrnehmungsstörungen, Koordinationsprobleme, Muskelzittern und Lähmungserscheinungen dazu kommen. Die Krankheit läßt sich nicht therapieren und führt immer zum Tod.
Wie hoch ist das Risiko? Derzeit kann man die Frage seriös nicht beantworten. Vieles bzgl. BSE ist noch im Unklaren, seien es Übertragungswege neben dem Tiermehl, krankmachende Dosis an Prionen, Durchseuchung des Rinderbestands oder auch die genaue Wirkungsweise der Krankheit. 1996 waren in Großbritannien rund 200 Fälle von FSE bekannt, wobei man mit einer hohen Dunkelziffer rechnen kann. Nicht jeder Tierarzt erkennt FSE und nur die wenigsten Katzenbesitzer sind bereit, ihr Tier nach dem Tod auf eigene Kosten obduzieren zu lassen.
Gegenargumente

Obwohl noch einiger Klärungsbedarf über FSE besteht, hört man häufig Gegenargumente, warum FSE kein Problem sein soll:

"Das Risiko ist doch gering"
Selbst Fachleute könne derzeit nicht einschätzen, wie hoch das Risiko ist, hüten wir uns also vor privaten Schnellschüssen. Ich bin der Meinung, daß man auch (vermeintlich) kleinen Risiken Aufmerksamkeit schenken sollte, treffen sie nämlich ein, hat man mit 100% der Folgen zu tun.
 
"Straßenverkehr ist gefährlicher"
Auch dieses "Argument" hört man öfters, nicht nur im Zusammenhang mit BSE/FSE. Es ist falsch, weder ein Verkehrsunfall, noch eine Erkrankung sind wünschenswert.
 
"Ist jetzt eh egal, die Katze hat schon verdächtiges Futter gefressen"
Bei den BSE-Erkrankungen wird vermutet, daß ein Tier eine gewisse (derzeit unbekannte) Dosis an Prionen aufnehmen muß, um krank zu werden. Diese Dosis ist wohl auch individuell verschieden. Insofern macht es schon Sinn eine weitere Zufuhr von krankmachendem Futter zu vermeiden.
Was unternehmen die Futterhersteller? Seit 1990 dürfen in der EU keine Risikomaterialien mehr zu Tierfutter verarbeitet werden. Leider sind in die Liste dieser Risikomaterialien nicht alle wirklich riskanten Bestandteile aufgenommen. Im Katzenfutter sind weiterhin Darmgewebe, Leber und Niere erlaubt, sie können sich unter dem Begriff tierische Nebenerzeugnisse verbergen. Einige Hersteller (zB Animonda und Finnern) erklären, daß sie nur Rohstoffe verwenden, die auch für den menschlichen Gebrauch freigegeben sind. Allerdings müssen auch sie sich auf die Angaben der Zulieferer verlassen.
Was kann man tun? Am sichersten ist es, kein Futter mit Bestandteilen vom Rind mehr zu verfüttern. Hier stößt man wieder auf das bekannte Problem: Manchem Futter ist anhand der Etiketten nicht anzusehen, ob es Rind enthält. Kauft man Katzenfutter "mit viel Huhn" und findet unter die Formulierung "mind. 4% vom Huhn" kann trotz des Titels Rind der Hauptbestandteil des Futters sein. Sicherheit hat man nur bei Herstellern die ihr Futter zu 100% deklarieren, mehr dazu auf meiner Futterseite. Keine Katze muß hungern, wenn die/der Besitzer/in auf Futter mit Rind verzichtet, es gibt ausreichende Alternativen: Futter auf Geflügel- oder Fischbasis.


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© Ulrich Lang, Januar 2001
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