Vorbemerkung
Dieses Buch wurde geschrieben, da bis auf wenige Ausnahmen jedes
Traktat und jedes Papier, jedes >geheime< Grimoire, die
ganzen >große Werke< zum Thema Magie nichts anderes als
frömmelnde Fälschungen sind - von schlechtem Gewissen
getriebenes Geschwafel und esoterisches Geschwätz von
Chronisten, die von magischen Überlieferungen berichten und
entweder keinen objektiven Standpunkt dazu einnehmen können oder
wollen. Einer nach dem andern von diesen Schreibern hat es bei
seinen Versuchen, die Grundsätze >Weißer und Schwarzer
Magie< darzulegen, lediglich geschafft, das Thema dermaßen zu
vernebeln, daß der am Hexentum interessierten Schüler letztlich
stumpfsinnig eine Planchette über ein Ouija-Brett schiebt, in
einem Pentagramm steht und auf das Erscheinen eines Dämonen
wartet, ungeschickt I-Ching Stäbchen aus Scharfgarbe
umherschiebt wie überalterte Brezeln, Karten mischt, um die
Zukunft vorauszusagen, mit völlig sinnlosem Ergebnis, und
Seminare besucht, die mit Sicherheit nur seinem Ego- und seiner
Geldbörse - schaden. Und er macht sich ganz allgemein zum Narren
in den Augen derjenigen, die wissen!
Der wahre Magus weiß, daß die okkulten Bücherregale
überquellen mit verstaubten Relikten ängstlicher Gemüter und
steriler Körper, mit metaphysischen Reisen der Selbstverachtung
und Regelbüchern, vollgestopft mit Vorschriften aus dem
östlichen Mystizismus. Viel zu lange schon wurde über das Thema
Satanische Magie und Philosophie von sensationslüsternen
Journalisten des Pfades zur Rechten geschrieben.
Die alte Literatur ist das Abfallprodukt aus Hirnen, die von
Furcht und Niederlage zerfressen sind und die unwissentlich damit
diejenigen unterstützen, die wirklich die Welt regieren, und die
von ihrem Hllenthron vor Verachtung schallend herunterlachen.
Die Flammen der Hölle brennen heller durch das Zündmaterial,
das diese Bände mit ihren vergilbten Fehlinformationen und
falschen Prophezeihungen liefern.
Dieses Buch enthält Wahrheit- und Phantasie. Eines kann ohne das
andere nicht existieren; jedoch muß beides als das erkannt
werden was es ist. Was du erfährst, mag dir vielleicht nicht
immer gefallen, aber du wirst es erfahren!
Dies ist satanisches Gedankengut aus wahrhaft satanischer Sicht.
The Church of Satan , San Francisco, Walpurgisnacht 1968
Prolog
Die Götter des Pfades zur Rechten haben sich ein ganzes
Weltzeitalter lang gezankt und zerstritten. Alle diese Gottheiten
und ihre Priester und Geistlichen haben versucht, Weisheit in
ihren eigenen Lügen zu finden. Die Eiszeit religiöser Gedanken
kann jedoch im großen Plan der menschlichen Exsistenz nur eine
begrenzte Zeit andauern. Die von ihrer Weisheit besudelten
Götter haben ihre Zeit gehabt und ihr Jahrtausend ist vorbei.
Jeder von ihnen hatte seinen eigenen >göttlichen< Pfad zum
Paradies und beschuldigte den anderen der Ketzerei und geistiger
Indiskretionen. Auf dem Ring der Nibelungen lastet tatsächlich
ein immerwährender Fluch, aber nur weil diejenigen, die ihn
suchen, in Kategorien von >Gut< und >Böse< denken -
wobei sie selbst natürlich die >Guten< sind. Um zu
überleben, sind die Götter der Vergangenheit zu ihren eigenen
Teufeln geworden. Ihre Geistlichen spielen kläglich das
Teufelsspiel, um ihre Tabernakel zu füllen und die Miete für
ihre Tempel bezahlen zu können. Aber sie haben sich viel zu
lange schon in >Rechtschaffenheit< geübt und sind dabei zu
armen und inkompetenten Teufeln geworden. Und so reichen sie sich
alle die Hände in >brüderlicher< Einheit, und treffen
sich in ihrer Verzweiflung in der Walhalla zu ihrem letzten
großen ökumenischen Rat. >In der Düsternis zieht die
Götterdämmerung auf.< Die Raben der Nacht sind
davongeflogen, um Loki anzurufen, der die Walhalla in Flammen hat
aufgehen lassen mit dem brennenden Dreizack des Infernos. Die
Dämmerung ist vorbei. Ein Glanz neuen Lichtes wurde aus der
Nacht geboren und Luzifer ist auferstanden, um erneut zu
verkünden: >Dies ist das Zeitalter Satans! Satan regiert die
Welt!< Die Götter der Ungerechten sind tot. Dies ist der
Morgen der magischen, unverfälschten Weisheit. Das Fleisch
herrscht, und eine großartige Kirche soll errichtet und in
seinem Namen geweiht werden. Die Errettung der Menschen soll
nicht länger von seiner Selbstverleugnung abhängig gemacht
werden. Und es wird sich zeigen, daß die Welt des Fleisches und
des Lebens die beste Vorbereitung auf jegliche Freuden der
Ewigkeit ist!
REGIE SATANAS!
AVE SATANAS!
HEIL SATAN!
Die Neun Satanischen Grundsätze
1. Satan bedeutet Sinnesfreude anstatt Abstinenz!
2. Satan bedeutet Lebenskraft anstatt Hirngespinst!
3. Satan bedeutet unverfälschte Weisheit anstatt heuchlerischen
Selbstbetrug!
4. Satan bedeutet Güte gegenüber denjenigen, die sie verdienen,
anstatt Verschwendung von Liebe an Undankbare!
5. Satan bedeutet Rache anstatt Hinhalten der anderen Wange!
6. Satan bedeutet Verantwortung für die Verantwortungsbewußten
anstatt Fürsorge für psychische Vampire!
7. Satan bedeutet, daß der Mensch lediglich ein Tier unter
anderen Tieren ist, manchmal besser, häufig jedoch schlechter
als die Vierbeiner, da er aufgrund seiner >göttlichen
geistigen und intellektuellen Entwicklung< zum bösartigsten
aller Tiere geworden ist!
8. Satan bedeutet alle sogenannten Sünden, denn sie alle führen
zu physischer, geistiger oder emotionaler Erfüllung!
9. Satan ist der beste Freund, den die Kirche jemals gehabt hat,
denn er hat sie die ganzen Jahre über am Leben erhalten!
(Feuer)
Das Buch Satan
Die Höllische Streitschrift
Das erste Buch der Satanischen Bibel ist nicht der Versuch einer
Gotteslästerung sondern eine Meinungsäußerung, die man als
>diabolische Empörung< bezeichnen könnte. Der Teufel
wurde immer von den Gottesmännern gnadenlos und ohne Hemmungen
angegriffen. Niemals hatte der Prinz der Dunkelheit wirklich
Gelegenheit, auf die gleiche Weise wie die Redner des Herrn der
Rechtschaffenen zu Wort zu kommen. Die Kanzelprediger der
Vergangenheit konnten >Gut< und >Böse< nach ihrem
Gutdünken festlegen und haben nur zu gern diejenigen, die ihren
Lügen widersprachen, in der Versenkung verschwinden lassen -
sowohl verbal als manchmal auch physisch. Ihr Gerede von
>Barmherzigkeit< verkommt im Zusammenhang mit Seiner
Höllischen Majestät zur leeren Worthülse und ist ausgesprochen
unfair, wenn man bedenkt, daß ohne ihren satanischen Gegner ihre
Religion ganz einfach zusammenbrechen würde. Wie bedauerlich,
daß die allegorische Persönlichkeit, der die geistigen
Religionen ihren Erfolg am meisten zu verdanken haben, am
wenigsten Barmherzigkeit erfährt und ständig mißbraucht wird -
und das ausgerechnet von denjenigen, die immer salbungsvoll die
Regeln der Fairness verkünden! In all den Jahrhunderten, in
denen der Teufel niedergebrüllt wurde, hat er sich nie gegen
seine Verleumder zur Wehr gesetzt. Er ist immer ein Gentleman
geblieben, während diejenigen, die er unterstützt, lärmen und
toben. Er war ein Musterbeispiel guten Benehmens, aber jetzt ist
seiner Meinung nach die Zeit zum Widerspruch gekommen. Er hat
beschlossen, endlich zu seinem Recht zu kommen. Die
dickbäuchigen Regelbücher mit heuchlerischem Vorschriften haben
ausgedient. Um das Gesetz des Dschungels neu zu erlernen, reicht
eine kleine, dünne Streitschrift aus. Jeder Vers ist ein
Inferno. Jedes Wort ist eine Feuerzunge. Die Flammen der Hölle
brennen gewaltig... und reinigen! Lies weiter und lerne das
Gesetz.
Das Buch Satan
I
1. In dieser kargen Wildnis aus Stahl und Stein erhebe ich meine
Stimme, auf daß ihr mich höret. Nach Osten und Westen rufe ich.
Nach Norden und Süden gebe ich ein Zeichen, welches verkündet:
Tod den Schwächlichen, Reichtum den Starken!
2. Öffnet eure Augen, auf daß ihr sehet, oh Menschen mit
vermoderten Hirnen und hört mir zu, ihr verwirrten Millionen!
3. Denn ich bin angetreten, um die Weisheit der Welt
herauszuforden und die >Gesetze< der Menschheit und
>Gottes< infrage zu stellen!
4. Ich verlange Begründungen für eure Goldenen Regel und frage
nach dem Warum und Weshalb eurer Zehn Gebote.
5. Ich verneige mich vor keinem eurer papierenen Idole in
Anerkennung, und wer zu mir sagt, >Du sollst< ist mein
Todfeind!
6. Ich tauche meinen Zeigefinger in das wässerige Blut eures
impotenten, wahnsinngen Erlösers und schreibe auf seine von
Dornen entstellte Stirn: Der wahre Prinz des Bösen - der König
der Sklaven!
7. Ich akzeptiere keine abgedroschenen Unwahrheiten als Wahrheit;
kein einengendes Dogma wird meine Feder am Schreiben hindern!
8. Ich breche mit allen Konventionen, die nicht zu meinem
irdischen Erfolg und Glück beitragen!
9. Ich setze in einer unerbittlichen Invasion den Maßstab der
Starken!
10. Ich starre in die glasigen Augen eures furchtsamen Jehovas
und ziehe ihn am Bart; ich erhebe eine Streitaxt und spalte
seinen von Würmern zerfressenen Schädel!
11. Ich zerstöre die abscheulichen Inhalte der philosophisch
schöngefärbten Gräber und lache in sardonischem Zorn!
II
1. Sehet das Kreuz; was symbolisiert es? Bleiche Inkompetenz, die
an einem Baum hängt.
2. Ich hinterfrage alle Dinge. Während ich vor den fauligen und
gelackten Fassaden eurer überheblichen moralischen Dogmen stehe,
schreibe ich darauf mit Buchstaben aus flammender Verachtung:
Seht her, all dies ist Schwindel!
3. Komm her zu mit, du Todesverächter, und die Erde wird dir
gehören!
4. Viel zu lange war es der toten Hand erlaubt, lebendiges
Gedankengut abzutöten!
5. Viel zu lange haben falsche Propheten Richtig und Falsch, Gut
und Böse verdreht!
6. Kein Glaubensbekenntnis muß aufgrund seiner
>göttlichen< Beschaffenheit akzeptiert werden. Religionen
sollen angezweifelt werden. Kein moralisches Dogma darf als
selbstverständlich hingenommen, kein Maßstab als göttlich
angesehen werden. Keine Moralvorstellungen sind von Natur aus
heilig. Wie die hölzernen Idole vergangener Zeiten sind auch sie
das Werk von Menschenhand, und was der Mensch erschaffen hat, das
kann der Mensch auch vernichten!
7. Derjenige, der zögert, alles und jedem zu glauben, ist sehr
weise, denn der Glaube an ein einziges falsches Prinzip ist der
Beginn allen Unverstands!
8. Die wichtigste Aufgabe jedes neuen Zeitalters ist es, Menschen
hervorzubringen, die seine Freiheiten neu definieren, es zu
materiellem Reichtum zu führen und die verrosteten Schlösser
und Ketten veralterter Traditionen zu sprengen, die einem
gesunden Wachstum entgegenstehen. Theorien und Ideen, die einmal
Leben, Hoffnung und Freiheit für unsere Ahnen bedeutet haben,
können heute zu Zerstörung und Sklaverei führen und uns
entwürdigen!
9. Mit der Veränderung der Umwelt verändern sich auch die
menschichen Ideale!
10. Wann immer eine Lüge sich selbst auf den Thron erhoben hat,
soll sie ohne Mitleid und Bedauern angezweifelt werden, denn
unter dem Einfluß einer Unwahrheit kann niemand gedeihen!
11. Die überkommenen Scheinargumente sollen vom Thron gestoßen,
ausgemerzt, verbrannt und zerstört werden, denn sie sind eine
ständige Bedrohung der wahren Würde von Gedanken und
Handlungen!
12. Jede angebliche >Wahrheit<, die sich als reine
Erfindung herausstellt, soll ohne weitere Umstände in die
äußerste Finsternis geschleudert werden, hin zu den toten
Göttern, toten Weltreichen, toten Philosophien und all dem
anderen bedeutungslosen Plunder!
13. Die gefährlichste aller herrschenden Lügen ist die heilige,
abgesegnete, die privilegierte Lüge - die Lüge, von der jeder
glaubt, daß sie ein Musterbeispiel an Wahrheit ist. Sie ist die
fruchtbare Mutter aller anderen verbreiteten Irrtümer und
Selbsttäuschungen. Sie ist ein hydraköpfiger Baum der
Unvernunft mit tausend Wurzeln. Sie ist ein gesellschaftliches
Krebsgeschwür!
14. Die Lüge, die als solche enttarnt wird, ist schon halb
ausgerottet, aber die Lüge, die auch von intelligenten Menschen
als Tatsache akzeptiert wird - die Lüge, die schon dem Kleinkind
auf den Knien der Mutter eingetrichtert wird, ist gefährlicher
zu bekämpfen als die schleichende Pest!
15. Eingängige Lügen waren schon immer die stärksten Feinde
persönlicher Freiheit. Es gibt nur einen Weg, mit ihnen
umzugehen: Radikal herausschneiden wie Krebsgeschwüre. Mit
Stumpf und Stiel ausrotten. Vernichtet sie, sonst vernichten sie
uns!
III
1. > Liebet einader<, so heißt es, soll das oberste Gesetz
sein, aber welche Macht hat das bestimmt? Auf welcher geistigen
Autorität beruht dieses Evangelium der Liebe? Warum soll ich
meine Feinde nicht hassen - wenn ich sie >liebe<, liefere
ich mich damit nicht ihrer Gnade aus?
2. Ist es natürlich, daß Feinde einander Gutes tun - UND WAS
IST GUT?
3. Kann das zerfetzte und blutige Opfer das blutverschmierte Maul
>lieben<, das ihm Stück für Stück seine Gliedmaßen
abreißt?
4. Haben wir nicht alle den Instinkt räuberischer Tiere?
Könnten die Menschen weiter existieren, wenn sie völlig damit
aufhörten, einander zur Beute zu machen ?
5. Sind nicht >Lust und körperliches Begehren< die
aufrichtigeren Begriffe, um >Liebe< in Zusammenhang mit der
Arterhaltung zu beschreiben? Ist nicht die >Liebe< der
kriecherischen Heiligen Schrift einfach nur eine beschönigenden
Umschreibung sexueller Aktivitäten, oder war der >große
Lehrer< ein Verehrer von Eunuchen?
6. Liebe deine Feinde und tue denen Gutes, die dich hassen und
ausnutzen - ist das nicht die verachtenswerte Philosophie eines
Spaniels, der sich auf den Rücken rollt, wenn man ihn tritt?
7. Hasse deine Feinde von ganzem Herzen, und wenn jemand dir auf
die eine Wange schlägt, schlage ihn auf die andere! Schlage ihn,
wo immer du ihn triffst, denn Selbsterhaltung ist das oberste
Gebot!
8. Wer die andere Wange hinhält ist ein feiger Hund!
9. Vergelte Schläge mit Schläge, Verachtung mit Verachtung,
Verurteilung mit Verurteilung - mit Zins und Zinseszins! Auge um
Auge, Zahn um Zahn, nicht nur vierfach sondern hundertfach! Werde
zum Alptraum für deinen Gegner, und wenn er von dir geht, wird
er jede Menge zusätzlicher Weisheiten erworden haben, über die
er nachgrübeln kann. So verschaffst du dir Respekt in allen
Lebenslagen, und dein Geist - dein unsterblicher Geist - wird
weiterleben, nicht in einem vagen Paradies sondern in den
Gedanken und Körpern derjenigen, deren Respekt du erworben hast.
IV
1. Leben ist die große Sinnesfreude - Tod die große Abstinenz.
Deshalb mache das Bestmögliche aus dem Leben - HIER UND JETZT!
2. Es gibt kein himmlisches Paradies und keine Hölle, in der
Sünder geröstet werden. Hier und jetzt ist der Tag unserer
Pein! Hier und jetzt ist der Tag unserer Freude! Hier und jetzt
ist unsere Chance! Nutze diesen Tag, diese Stunde, denn es
existiert kein Erlöser!
3. Sage deinem Herzen >Ich bin mein eigener Erlöser.<
4. Gebiete denjenigen Einhalt, die dich verfolgen. Schleudere
diejenigen, die dein Verderben planen, zurück in ihre
Verwirrtheit und Niederträchtigkeit. Lasse sie wie ein Blatt im
Wirbelwind sein, und wenn sie gefallen sind, erfreue dich an
deiner eigenen Errettung.
5. Dann werden alle deine Knochen voller Stolz sagen:>Wer
gleicht mir? War ich nicht zu stark für meine Gegener? Habe ich
mich nicht selbst errettet, durch meinen eigenen Geist und
Körper?<
V
1. Gesegnet sind die Starken, denn sie werden die Erde besitzen -
Verflucht sind die Schwachen, denn sie werden unter das Joch
kommen!
2. Gesegnet sind die Mächtigen, denn sie werden von den Menschen
verehrt werden - Verflucht sind die Schwachen, denn sie werden
ausgelöscht werden!
3. Gesegnet sind die Mutigen, denn sie werden die Herren der Welt
sein - Verflucht sind die selbstgerechten Demütigen, denn sie
werden von gespaltenen Hufen zertrampelt!
4. Gesegnet sind die Siegreichen, denn der Sieg ist die Grundlage
des Rechts - Verflucht sind die Besiegten, denn sie werden für
immer Vasallen bleiben!
5. Gesegnet sind die mit den eisernen Fäusten, denn die
Untauglichen werden vor ihnen fliehen - Verflucht sind die
geistig Armen, denn man wird auf sie spucken!
6. Gesegnet sind diejenigen, die den Tod verachten, denn sie
werden ein langes Leben auf Erden haben - Verflucht sind
diejenigen, deren Blick auf ein besseres Leben nach dem Tode
gerichtet ist, denn sie werden inmitten des Überflusses
umkommen!
7. Gesegnet sind die Zerstörer falscher Hoffnung, denn sie sind
der wahre Messias - Verflucht sind die Gottesanbeter, denn sie
werden wie geschorene Schafe sein!
8. Gesegnet sind die Tapferen, denn sie werden große Reichtümer
erwerben - Verflucht sind diejenigen, die an Gut und Böse
glauben, denn sie ängstigen sich vor Schatten!
9. Gesegnet sind diejenigen, die an das glauben, was für sie am
besten ist, denn niemals wird sich ihr Geist einschüttern lassen
- Verflucht sind die >Lämmer Gottes&<, denn sie werden
ausbluten, bis weißer sind als Schnee!
10. Gesegnet ist der Mann, der zahlreiche Feinde hat, denn sie
werden ihn zum Helden machen - Verflucht ist derjenige, der
anderen Gutes tut, die ihn dafür verspotten, denn man wird ihn
verachten!
11. Gesegnet sind die geistigen Mächtigen, denn sie werden vom
Wirbelwind getragen - Verflucht sind diejenigen, die Lügen zu
Wahrheiten und Wahrheiten zu Lügen erklären, denn sie sind ein
Greuel!
12. Dreimal veflucht sind die Schwachen, deren Unsicherheit sie
niederträchtig macht, denn sie werden dienen und leiden!
13. Der Engel des Selbstbetrugs hat sich in den Seelen der
>Rechtschaffenen< eingenistet - Die ewige Flamme der Kraft
durch Freude lebt im Körper des Satanisten!
(Luft)
Das Buch Luzifer
Die Erleuchtung
Der röische Gott Luzifer war der Träger des Lichtes, der Geist
der Luft, die Personifizierung der Erleuchtung. In der
christlichen Mythologie wurde er zum Synonym für das Böse, was
auch nicht anders zu erwarten war von einer Religion, deren
Fortbestand auf verschwommenen Definitionen und Scheinwerten
beruht. Es ist an der Zeit, dies einmal klarzustellen. Falsche
Moralismen und verborgene Ungenauigkeiten müssen korrigiert
werden. So unterhaltsam sie auch sein mögen , die meisten
Geschichten und Stücke über Teufelsanbetung müssen als das
angesehen werden, was sie sind, nämlich überflüssige
Absurditäten. Es heißt >Die Wahrheit macht den Menschen
frei<. Die Wahrheit allein hat noch nie jemanden befreit. Erst
der Zweifel bringt geistige Emanzipation. Ohne das wunderbare
Element des Zweifels wäre das Tor zur Wahrheit fest
verschlossenund undurchdringlich selbst bei dem heftigsten
Dagegenhämmern von tausend Luzifern. Wie verständlich ist es
doch, daß die Heilige Schrift den Herrscher der Hölle als
>Vater der Lügen< bezeichnet -ein ausgezeichnetes Beispiel
für die Verdrehung eines Charakters. Wenn man der theologischen
Anschuldigung glauben soll, daß der Teufel die Unwahrheit
repräsentiert, so muß man auch einräumen, daß ER ES WAR,
NICHT GOTT, DER ALLE GEISTIGEN RELIGIONEN GESCHAFFEN UND ALLE
HEILIGEN BIBELN GESCHRIEBEN HAT! Wenn immer mehr Zweifel
aufkommen, droht die große, aus lange angesammelten Irrtümern
bestehenden Seifenblase zu zerplatzen. Für diejenigen, die jetzt
schon die angeblichen Wahrheiten anzweifeln, ist dieses Buch eine
Offenbarung. Dann ist Luzifer auferstanden. Jetzt ist die Zeit
für Zweifel! Die Seifenblase der Unwahrheit zerplatzt, und ihr
Klang ist der Aufschrei der Welt!
- Gesucht! -
Gott
Tot oder Lebendig
Es ist eine weitverbreitete falsche Annahme, daß der Satanist
nicht an Gott glaubt. Die Vorstellung des Menschen von
>Gott< hat sich im Laufe der Zeit so oft verändert, daß
sich der Satanist einfach die Definition aussuch, die für ihn am
geeignetsten ist. Der Mensch hat sich immer seine Götter
geschaffen und nicht seine Götter ihn. Für manche ist Gott
gütig, für andere furchteinflößend. Für den Satanisten ist
>Gott< - mit welchem Namen, wenn überhaupt, er auch
benannt werden mag - der ausgleichende Faktor in der Natur und
kein Lebewesen, das für das Leid zuständig ist. Diese mächtige
Kraft, die das Universum durchdringt und im Gleichgewicht hält,
ist viel zu unpersönlich, um sich um das Glück oder Unglück
von Lebewesen aus Fleisch und Blut zu sorgen, die auf diesem
kleinen schmutzigen Erdball leben.
Wer glaubt, daß Satan böse ist, sollte einmal an all die
Männer, Frauen, Kinder und Tiere denken, die gestorben sind,
weil es >Gottes Wille< war. Jeder Mensch, der den
plötzlichen Tod geliebter Angehöriger betrauert, würde diese
wohl lieber bei sich als in Gottes Hand wissen! Statt dessen
werden sie salbungsvoll von ihrem Geistlichen getröstet, der
sagt >Es war Gottes Wille, meine Liebe<; oder >Er ist
jetzt bei Gott, mein Sohn.< Derartige Phrasen waren schon
immer ein bequemer Weg der Frommen, die Erbarmungslosigkeit
Gottes zu dulden oder zu rechtfertigen. Wenn jedoch Gott alles so
völlig unter Kontrolle hat und so gütig ist, wie behauptet
wird, warum läßt er dann zu, daß derartige Dinge passieren?
Viel zu lange schon haben sich religiöse Eiferer auf ihre Bibeln
und Gesetzbücher zurückgezogen, um zu beweisen, zu widerlegen,
zu rechtfertigen, zu verurteilen oder zu interpretieren.
Dem Satan ist bewußt, daß der Mensch sowie die Aktion und
Reaktion des Universums für alles verantwortlich ist, und er
gibt sich nicht der Illusion hin, daß jemand anderes für ihn
sorgt. Wir werden uns nicht länger zurücklehnen und das
>Schicksal< passiv hinnehmen, nur weil es in Kapitel
soundso, Psalm soundso geschrieben steht - ein für allemal! Der
Satanist weiß, daß Beten überhaupt nicht bewirkt - im
Gegenteil, es verringert die Erfolgschancen, da sich die frommen
Eiferer oft einfach nur andächtig zurücklehnen und eine
Situation herbeibeten, die sie selbst viel schneller erreichen
könnten, wenn sie sich nur selbst darum kümmern würden!
Der Satanist meidet Ausdrücke wie >Hoffen< und
>Beten<, da sie ein Anzeichen für eine bestimmte
Geisteshaltung sind. Wenn wir hoffen und beten, damit etwas
eintritt, handeln wir nicht im positiven Sinne, damit es wirklich
eintritt. Der Satanist weiß, daß er alles, was er erreicht,
sich selbst zu verdanken hat, und er übernimmt das Kommando
anstatt Gott darum zu bitten. Positives Denken und positives
Handeln führen zusammen zu Ergebnissen.
Ebensowenig wie der Satanist Gott um Hilfe bittet, bittet er ihn
auch um Vergebung für seine Vergehen. Wenn jemand Missetaten
begeht, so bittet er in anderen Religionen Gott um Vergebung oder
beichtet sie einem Zwischenträger, damit dieser für ihn Gott um
Vergebung für seine Sünden bittet. Der Satanist weiß, wenn
Beten schon nichts nützt, dann nützt es noch weniger, jemand
anderem, der auch nur ein Mensch wie er ist, zu beichten - und
außerdem ist es entwürdigend.
Wenn ein Satanist etwas Verkehrtes tut, weiß er, daß es ganz
natürlich ist, Fehler zu machen - und wenn ihm sein Vergehen
wirklich leid tut, wird er daraus lernen und dafür sorgen, daß
es nicht noch einmal vorkommt. Wenn er seine Tat jedoch nicht
aufrichtigt bedauerd und weiß, daß er das Gleiche immer wieder
machen wird, ist es ebenso unnötig, zu beichten und um Vergebung
zu bitten. Aber genau dies geschieht. Die Menschen beichten ihre
Sünden, um ihr Gewissen zu erleichtern und unbelastet neue
Sünden zu begehen, meistens dieselben.
Es gibt so viele unterschiedliche Interpretationen von Gott im
üblichen Wortsinn wie es unterschiedliche Menschen gibt. Die
Vorstellungen reichen vom Glauben an einen vagen >universellen
kosmischen Geist< bis zu dem antropomorphen Gott mit langem
weißen Bart und Sandalen, der die Handlungen jedes Einzelnen
überwacht.
Sogar in den Grenzen einer vorgegebenen Religion gibt es sehr
unterschiedliche Interpretationen von Gott. Einige Religionen
gehen sogar so weit, jeden, der iener anderen religiösen Sekte
als sie selbst angehört, als Ketzter zu bezeichnen, obwohl die
allgemeinen Doktrinen und Vorstellungen von Göttlichkeit fast
dieselben sind. Zum Bespiel: Die Katholiken glauben, daß die
Protestanten in der Hölle enden werden, und zwar aus dem
einfachen Grund, daß sie nicht der katholischen Kirche
angehören. Außerdem sind viele Splittergruppen des christlichen
Glaubens, wie die Kirche der Evangelisation oder der
Erweckungsbewegung, der Überzeugung, daß die Katholiken Heiden
sind, die Götzenbilder anbeten. (Das Bild von Christus ähnelt
in der Vorstellung jeweils physiologisch stark demjenigen, der
ihn anbetet, und trotzdem kritisieren Christen >Heiden<
wegen Götzenanbetung.) Und die Juden wurden schon immer als
Teufel bezeichnet.
Obwohl der Gott in all diesen Religionen grundsätzlich derselben
ist, betrachtet jede den Weg der anderen als verwerflich, und
obendrein beten diese religiösen Eiferer noch füreinander! Sie
verachten ihre Brüder des Pfades zur Rechten, weil ihre
Religionen einen anderen Namen tragen, und irgendwie muß diese
Feindseligkeit herausgelassen werden. Wie ginge dies besser als
durch ein >Gebet<! Was für eine gekünstelte höfliche Art
zu sagen: >Ich hasse dich wie die Pest<, ist doch dieser
schlecht getarnte Akt, den man als Beten für seinen Feind
bezeichnet! Beten für den eigenen Feind ist nichts anderes als
wie Zorn aus der Billigwarenabteilung eines Kaufhauses, schäbig
und von minderer Qualität.
Wenn es so viele krasse Meinungsverschiedenheiten darüber gibt,
welcher Weg der Gottesanbetung der richtige ist, wieviele
verschiedene Interpretationen von Gott selbst mag es wohl geben -
und wer hat recht?
All diese hingebungsvollen >Weißlichter< sind damit
beschäftigt, Gott zu gefallen, damit sich die >Tore zum
Paradies< für sie öffnen, wenn sie sterben. Und trotzdem,
wenn ein Mensch sein Leben nicht in Übereinstimmung mit den
Vorschriften seines Glaubens geführt hat, kann er immer noch in
letzter Minute einen Geistlichen an sein Sterbebett rufen, um die
endgültige Absolution zu erhalten. Der Priester oder Pfarrer
kommt angerannt, um alles mit Gott >ins Lot zu bringen< und
dafür zu sorgen, daß die Fahrkarte ins Himmelreich korrekt
ausgestellt ist. (Die Yezidis, eine Sekte von Teufelsanbetern,
haben hierzu eine ganz andere Ansicht. Sie glauben, daß Gott
allmächtig, aber auch alles vergebend ist, und daß es deshalb
der Teufel ist, den sie zufreidenstellen müssen, da er ihr Leben
hier auf Erden bestimmt. Sie sind dermaßen fest davon
überzeugt, daß Gott ihnen alle ihre Sünden vergibt, wenn sie
ihre letzte Ölung erhalten haben, daß sie es nicht für nötig
halten, sich um die Meinung Gottes zu ihrem Erdenleben zu
kümmern).
Bei all den Widersprüchen in den christlichen Schriften gibt es
heutzutage viele Menschen, die vom Verstand der das Christentum
nicht mehr in der Form akzeptieren können, wie es in der
Vergangenheit praktiziert wurde. Viele Menschen beginnen an der
Existenz Gottes im herkömmlichen christlichen Wortsinn zu
zweifeln. Deshalb nennen sie sich >christlichen Atheisten<.
Zwar ist die christliche Bibel eine Ansammlung von
Widersprüchen, aber was könnte widersprüchlicher sein als der
Ausdruck >christlicher Atheisten<?
Wenn selbst prominente Oberhäupter des christlichen Glaubens
ihre ursprünglichen Interpretationen von Gott verwerfen, wie
können sie von ihren Anhängern erwarten, daß diese an den
althergebrachten religiösen Traditionen festhalten?
Bei all diesen Debatten, ob Gott tot ist oder nicht - wenn nicht,
sollte er wenigstens eine gute LEBENSVERSICHERUNG haben!
Der Gott, den du rettest, Kannst du selbst sein
Alle Religionen geistiger Natur sind Erfindungen des Menschen.
Allein mit seinem menschlichen Hirn hat er ein ganzes System von
Göttern geschaffen. Da er ein Selbstbewußtsein besitzt und
dieses nicht akzeptieren kann, verlagert er es nach außen in
irgendeine große geistige Einrichtung, die er >Gott<
nennt.
Gott darf all die Dinge tun, die dem Menschen verboten sind - wie
Menschen töten. Wunder vollbringen, um seinen Willen zu
befriedigen, Herrschen ohne irgendwelche sichtbare Verantwortung
usw. Wenn der Mensch einen solchen Gott braucht und ihn
anerkennt, dann betet er ein Wesen an, das ein Mensch erfunden
hat. Das bedeutet, ER BETET DEN MENSCHEN, DER DIESEN GOTT
ERSCHAFFEN HAT, STELLVERTRETEND AN. Wäre es nicht viel
vernünftiger, einen Gott anzubeten, den er selbst geschaffen hat
in Übereinstimmung mit seinen eigenen emotionalen Bedürfnissen
- einer, der am besten das fleischlichee und physische Wesen
verkörpert, das genug Vorstellungskraft besitzt, einen Gott
überhaupt zu erfinden?
Wenn der Mensch darauf besteht, sein wahres Ich in der Form eines
>Gottes< nach außen zu verlagern, warum fürchtet er dann
sein wahres Ich, indem er >Gott< fürchtet - warum betet er
sein wahres Ich an, in dem er >Gott< anbetet - warum bleibt
er von >Gott< getrennt, UM SICH IN RITUELLER UND
RELIGIÖSER ZEREMONIE MIT IHM ZU VERBINDEN?
Der Mensch braucht Ritual und Dogma, aber kein Gesetz schreibt
vor, daß ein externer Gott benötigt wird, um Rituale und
Zeremonien im Namen eines Gottes durchzuführen! Könnte es sein,
wenn er die Kluft zwischen sich und seinem >Gott<
schließt, daß er den Dämon des Stolzes aufsteigen sieht -
diese wahre Verkörperung Luzifers, die ihm dann erscheint? Er
könnte sich nicht länger als zwei Teile ansehen, dem
fleischlichen und dem geistigen, sondern würde merken, wie sie
miteinader verschmelzen und dann zu seinem abgrundtiefen
Entsetzen feststellen, daß beide nur fleischlich sind - UND ES
IMMER WAREN! Dann wird er sich selbst entweder bis in den Tod
hassen, Tag für Tag - oder sich daran erfreuen, daß er das ist,
was er ist!
Wenn er sich selbst haßt, wird er neue und noch komplexere
geistige Wege der >Erleuchtung< suchen, in der Hoffnung,
sich wieder aufzuspalten bei seiner Suche nach noch stärkeren
und entfernteren >Göttern<, die seine jämmerliche Hülle
geißeln sollen. Wenn er sich jedoch akzeptiert und erkennt, daß
Rituale und Zeremonie wichtig Hilfsmittel waren, die seine
erfundenen Religionen eingesetzt haben, um sein Vertrauen in eine
Lüge aufrecht zu erhalten, dann kann DIESELBE ART VON RITUAL
auch angewandt werden, um sein Vertrauen in die Wahrheit
aufrechtzuerhalten - es ist derselbe primitive Prunk, aber er
gibt dem Bewußtsein seines eigenen majestätischen Daseins
Nahrung.
Wenn das religiöse Vertrauen in die Lügen verschwunden ist,
dann hat dies den Grund, daß der Mensch sich selbst näherkommt
und sich von >Gott< entfernt; dem Teufel näher ist. Wenn
es das ist, was der Teufel darstellt, und wenn ein Mensch sein
Leben im Tempel des Teufels lebt, mit der Kraft Satans in seinem
Körper, dann entrinnt er entweder dem Gegacker und Genörgel der
Gerechten, oder er steht stolz an seinen geheimen Orten auf der
Erde und manipuliert die törichten Massen durch die ihm eigene
satanische Macht, bis zu dem Tag, an dem er in voller Pracht
erscheint und verkündet: >ICH BIN EIN SATANIST! VERNEIGT
EUCH, DENN ICH BIN DIE HÖCHSTE VERKÖRPERUNG MENSCHLICHEN
LEBENS!<
Einige Anhaltspunkte für ein neues Satanisches Zeitalter
Die sieben Todsünden der christlichen Kirche sind: Gier,
Eitelkeit, Neid, Zorn, Gefräßigkeit, Wollust und Faulheit. Der
Satanismus befürwortet jede dieser >Sünden<, da sie alle
zu körperlicher, geistiger oder emotionaler Befriedigung
führen.
Ein Satanist weiß, daß nichts verkehrt daran ist, gierig zu
sein, da es nur bedeutet, daß er mehr besitzen will, als er
schon hat. Neid bedeutet, mit Wohlwollen auf den Besitz anderer
zu blicken und den Wunsch zu haben, ähnliche Dinge auch zu
bekommen. Neid und Gier stacheln den Ehrgeiz an - und ohne
Ehrgeiz kann kaum etwas Bedeutendes erreicht werden.
Gefräßigkeit bedeutet einfach, mehr zu essen als man zum Leben
braucht. Wenn du dich bis zur Fettleibigkeit überfressen hast,
wird eine andere Sünde - die Eitelkeit - dich motivieren, wieder
ein solches Aussehen anzustreben, daß deine Selbstachtung
wiederhergestellt wird.
Jeder, der sich ein Kleidungsstück in anderer Absicht kauft, als
seinen Körper damit zu bedecken und ihn vor den Naturgewalten zu
schützen, macht sich der Eitelkeit schuldig, Satanisten treffen
häufig auf Spötter, die behaupten, daß es nicht nötig sei,
sich zu schmücken. Man muß diesen Verweigerern klarmachen, daß
auch sie das eine oder andere Teil tragen, das nicht benötigt
wird, um sich warmzuhalten. Es gibt keinen einzigen Menschen auf
der Welt, der sich überhaupt nicht schmückt. Der Satanist kann
anhand solcher Dekorationen beweisen, daß auch jeder Spötter
eitel ist. So wortgewandt der Zyniker auch erklären mag, wie
frei er ist, er wird doch immer die Elemente der Eitelkeit
tragen.
Morgens ungern aufzustehen heißt, sich der Faulheit schuldig zu
machen, und wenn du lange genug im Bett liegst, wirst du dich
gleich bei der nächsten Sünde ertappen - der Wollust. Das
kleinste Gefühl von Erregung zu empfinden bedeutet schon, sich
der Wollust schuldig zu machen. Um den Fortbestand der Menschheit
zu sichern, machte die Natur die Lust zum wichtigsten Instinkt
nach der Selbsterhaltung. Als die christliche Kirche dies
bemerkte, erklärte sie die Unzucht zur >Erbsünde< und
stellte somit sicher, daß niemand dieser Sünde entgehen kann.
Daß du am Leben bist, ist also das Ergebnis einer Sünde - der
Erbsünde!
Der stärkste Instinkt jedes Lebewesens ist der
Selbsterhaltungstrieb, welcher uns zu der letzten der sieben
Todsünden bringt - dem Zorn! Ist es nicht unser
Selbsterhaltungstrieb, der geweckt wird, wenn uns jemand ein Leid
zufügt und wir so zornig werden, daß wir uns vor einem weiteren
Angriff schützen? Ein Satanist handelt nach dem Motto:
>Schlägt dir jemand auf die eine Wange, schlage ihn auf die
andere!< Laß kein Unrecht ungerächt! Sei wie ein Löwe auf
der Jagd - sei gefährlich, auch in der Niederlage!
Wenn die natürlichen Triebe den Menschen zur Sünde verleiten,
dann sind alle Menschen Sünder; und alle Sünder kommen in die
Hölle. Wenn jeder in die Hölle kommt, dann trifft er dort alle
seine Freunde wieder. Der Himmel ist demnach nur mit wenige Wesen
bevölkert, die ziemlich seltsam sein müssen, wenn sie nur
dafür gelebt haben, einen Platz zu bekommen, an dem sie für
immer auf Harfen klimpern dürfen.
Die Zeiten haben sich geändert. Religiöse Führer predigen
nicht länger, daß alle unsere natürlichen Handlungen sündhaft
sind. Wir glauben nicht mehr, daß Sex schmutzig ist - oder daß
es eine Schande ist, stolz auf sich zu sein - oder daß es
lasterhaft ist, etwas haben zu wollen, das ein anderer hat.
Natürlich nicht, denn die Zeiten haben sich geändert! Wenn du
einen Beweis dafür willst, dann schau dir nur an, wie liberal
die Kirchen geworden sind. Warum? Sie praktizieren genau das, was
du predigst!
Satanisten hören immer wieder solche und ähnliche Aussagen; und
sie stimmen aus vollem Herzen zu. ABER wenn die Welt sich so sehr
verändert hat, warum sollte man dann weiterhin nach dem
Strohhalm eines aussterbenden Glaubens greifen? Wenn so viele
Religionen ihre eigenen Schriften verneinen, weil sie nicht mehr
aktuell sind und stattdessen die Philosophien des Satanismus
predigen, warum nennen sie ihn dann nicht bei seinem richtigen
Namen - Satanismus? Das wäre auf jeden Fall weniger geheuchelt.
In den letzten Jahren hat man versucht, das geistige Konzept des
Christentums menschennäher zu gestalten. Das sieht man an ganz
offensichtlich ungeistigen Mitteln. Messen, die früher in Latein
gehalten wurden, werden jetzt in einheimischen Sprachen gelesen,
was jedoch nur dazu führt, daß man den Unsinn leichter
durchschaut, und es beraubt gleichzeitig die Zeremonie des
esoterischen Charakters, der zu den Inhalten der Glaubenssätze
gehört. Man kann viel leichter Emotionen mit unverständlichen
Worten und Sätzen wecken als mit Aussagen in einer
verständlichen Sprache, die selbst der Einfältigste versteht
und hinterfragen wird.
Hätten die Priester und Pfarrer vor hundert Jahren versucht,
ihre Kirchen durch Maßnahmen zu füllen, wie sie heute angewandt
werden, so hätten sie sich der Ketzerei schuldig gemacht, man
hätte sie als Teufel bezeichnet und sie wären vielfach
verfolgt, auf jeden Fall aber ohne zu zögern exkommuniziert
worden.
Die frommen Eiferer jammern >Wir müssen mit der Zeit
mithalten<, und vergessen dabei, daß bedingt durch die
Schranken und die tief verwurzelten Gesetze der
Weißlicht-Religionen niemals ausreichend Änderungen vorgenommen
werden können, um den Bedürfnissen der Menschen zu entsprechen.
Die alten Religionen haben immer nur die geistige Wesensart des
Menschen berücksichtigt und sich kaum oder gar nicht um seine
körperlichen oder irdischen Bedürfnisse gekümmert. Sie haben
dieses Leben nur als Durchgangsstation und das Fleisch lediglich
als Hülle angesehen: physische Freuden als unbedeutend und
Schmerz als Vorbereitung auf das >Königreich Gottes<. Wie
deutlich wird doch diese ganze Heuchelei, wenn die
>Gerechten< Veränderungen an ihrer Religion vornehmen
müssen, um mit der natürlichen Veränderung des Menschne
mitzuhalten! Der einzige Weg, das Christentum den Bedürfnissen
des Menschen vollkommen anzupassen ist, so zu werden, wie der
Satanismus JETZT ist!
Eine neue Religion ist notwendig, eine, die auf den natürlichen
Trieben des Menschen basiert. Diese Religion hat einen Namen. Sie
heißt Satanismus. Und diese verpönte Kraft ist es, die die
religiösen Kontroverse über die Geburtenkontrolle ausgelöst
hat - ein mürrisches Zugeständnis, daß sexuelle Handlungen aus
Lust ihre Existenzberechtigung haben.
Es ist der >Teufel<, der die Frauen dazu bringt, ihre Beine
zu zeigen, um die Männer zu reizen - dieselben Beine, die man
heutzutage sogar bei jungen Nonnen betrachten darf, die in ihren
kürzer gewordenen Kleidern herumlaufen. Welch reizvoller Schritt
in die rechte (oder linke) Richtung! Werden wir bald Nonnen
>oben ohne< sehen können, die ihre Körper lustvoll zum
>Missa Solemnis-Rock< schwingen? Satan lächelt und sagt,
daß ihm das sehr gefallen würde - schließlich sind viele
Nonnen sehr hübsch und haben schöne Beine.
Viele Kirchen, besonders die mit den größten Gemeinden, haben
ausgesprochen sinnliche Musik, die zum Mitklatschen anregt, -
sind also auch satanisch inspiriert. Der Teufel hat schon immer
die besten Lieder gekannt.
Kirchliche Picknickveranstaltungen sind trotz Tante Emmas Gerede
über die großzügige Ernte des Herrn nichts anderes als eine
gute Ausrede für sonntägliche Freßorgien; und jeder weiß,
daß in den Büschen weit mehr passiert als Bibellesungen!
Die Basare, auf denen Geld für die Kirche eingenommen werden
soll, gleichen oft einem Volksfest (englisch earnival). Ein
Karneval war eine Feier des Fleisches. Heutzutage wird eine
solche Veranstaltung toleriert, weil das Geld der Kirche
zufließt, die dann damit gegen die Versuchungen des Teufles
predigen kann! Sie sagen, daß diese Dinge nur heidnische
Bräuche und Zeremonien sind - die die Christen sich lediglich
für ihre Zwecke ausgeliehen haben. Das stimmt, aber die Heiden
genossen die Freuden des Fleisches in vollen Zügen, und wurden
dafür von genau den Leuten verurteilt, die ihre Rituale
zelebrieren, aber sie anders nennen.
Priester und Pfarrer marschieren an der Spitze von
Friedensdemonstrationen und legen sich auf die Eisenbahnschienen
vor Züge mit Kriegsmaterial mit der gleichen Hingabe, mit der
ihre geistlichen Brüder aus den gleichen Seminaren die Kugeln,
Bomben und Soldaten als Kaplane in den Streitkräften segnen.
Irgend etwas muß hier falsch laufen. Könnte es sein, daß Satan
dazu befähigt ist, als Ankläger aufzutreten? Sie haben ihn
tatsächlich so genannt!
Wenn ein Welpe heranwächst, wird er zum Hund; wenn Eis schmilzt,
nennt man es Wasser; wenn zwölf Monate vorüber sind, kaufen wir
uns einen neuen Kalender mit der richtigen chronologischen
Bezeichnung; wenn >Magie< zur wissenschaftlichen Tatsache
wird, sprechen wir von Medizin, Astronomie usw. Wenn eine
Bezeichnung nicht mehr zu einer bestimmten Sache paßt, ist es
logisch, ihr einen Namen zu geben, der sie besser beschreibt.
Warum bekennen wir dann nicht Farbe bei der Religion? Warum
sollte man eine Religion beim alten Namen nennen, wenn die
Inhalte dieser Religion nicht mehr mit den ursprünglichen
übereinstimmen? Oder aber, wenn die Religion dieselben Dinge
predigt wie gehabt, ihre Anhänger jedoch so gut wie keiner ihrer
Lehren mehr praktizieren, warum nennen sie sich dann immer noch
Anhänger dieser Religion?
Wenn du nicht daran glaubst, was Deine Religion lehrt, warum
solltest du dann weiterhin einen Glauben unterstützen, der im
Widerspruch zu Deinen Gefühlen steht? Du würdest nie jemanden
wählen, an den du nicht glaubst, warum also gilt deine
kirchliche Wahl einer Religion, die nicht im Einklang mit deiner
Überzeugung steht? Du würdest niemals für eine Person oder ein
Thema stimmen, wenn du nicht damit einverstanden bist, warum
solltest du dein kirchliches Stimmrecht ausüben für eine
Religion, die nicht deinen Vorstellungen entspricht? Du hast kein
Recht, dich über eine politische Situation zu beschweren, wenn
du sie selbst gewählt oder in irgendeiner Form unterstützt hast
- das schließt auch ein, sich zurückzullehnen und
selbstzufrieden den Nachbarn, die mit dieser Situation
einverstanden sind, zuzustimmen, nur weil du zu faul oder zu
feige bist, deine Meinung zu sagen. Genauso ist es mit der Wahl
der Religion. Auch wenn du nicht völlig offen deine Meinung
sagen kannst wegen negativer Folgen beim Arbeitgeber, bei
Behörden etc., kannst du wenigstens ehrlich gegenüber dir
selbst sein.Im Privatbereich deines eigenen Heimes und bei deinen
besten Freunden mußt du die Religion unterstützen, der DEINE
Interessen am meisten am Herzen liegen.
>Der Satanismus hat eine sehr vernünftige Grundlage<,
sagen die Emanzipierten. >Aber warum nennt man ihn Satanismus?
Warum nicht irgend etwa so wie `Humanismus´, oder etwas, das
nach Hexentum klingt, mehr esoterisch - weniger kraß?< Dafür
gibt es mehr als einen Grund. Humanismus ist keine Religion. Es
ist nur eine Art zu leben, ohne Zeremonie oder Dogma. Satanismus
aber hat beides, Zeremonie und Glaubenslehre. Und Dogma ist
notwendig, wie später noch erläutert wird.
Der Satanismus unterscheidet sich von allen anderen sogenannten
Weißlicht- oder magischen Gruppen, und >Weißen< -
Hexenzirkeln, die es heute auf der Welt gibt. Diese
selbstgerechten und hochmütigen Religionen beteuern, daß ihre
Mitglieder die Kräfte der Magie nur aus Nächstenliebe
einbsetzen. Satanisten blicken mit Verachtung auf weißmagische
Gruppen, weil sie fühlen, daß Nächstenliebe eine Versündigung
gegen den festgelegten Lebensplan ist. Es ist unnatürlich, nicht
das Bedürfnis zu haben, Sachen für sich selbst zu erreichen.
Der Satanismus stellt eine Art kontrollierte Selbstsucht dar.
Damit ist nicht gemeint, daß man nie etwas für einen anderen
tut. Wenn du etwas tust, um jemanden, der dir viel bedeutet,
glücklich zu machen, wird seine Freude dir ein Gefühl der
Befriedigung geben.
Der Satanismus befürwortet eine abgewandelte Form der Goldenen
Regel. Unsere Interpretation dieser Regel lautet: > Tue
anderen, was sie dir tun; denn wenn du anderen tust, was du gern
hättest, daß sie dir tun und sie dich daraufhin schlecht
behandeln, so ist es wider die menschliche Natur, weiterhin
rücksichtsvoll von ihnen zu sein. Du solltest anderen tun, wie
du möchtest, daß sie dir tun, aber wenn deine Höflichkeit
nicht erwidert wird, sollten sie mit dem Zorn, den sie verdienen,
behandelt werden.
Weißmagische Gruppen sagen, wenn jemand einen Fluch aussendet,
kommt dieser dreifach zu ihm zurück, nistet sich bei ihm ein
oder fällt in irgendeiner Form als Boomerang auf den Absender
zurück. Das ist ein nur weiterer Beweis für die schuldgeplagte
Philosophie dieser neo-paganistischen, pseudo-christlichen
Gruppen. Weiße Hexen wollen sich im Hexentum üben, können sich
aber nicht von dem Stigma lösen, das an ihnen haftet. Darum
nennen sie sich weiße Magier und stützen fünfundsiebzig
Prozent ihrer Philosophie auf die abgenutzten, abgedroschenen
Lehren des Christentums. Jeder, der behauptet, an Magie und
Okkultismus aus einem anderen Grund als dem der persönlichen
Machterlangung, interessiert zu sein, ist der schlimmste
Heuchler. Der Satanist respektiert das Christentum wenigstens
deshalb, weil es in seiner sculdbehafteten Philosophie konsequent
ist, kann aber nur Verachtung empfinden für Menschen, die sich
angeblich von dem Schuldgefühl befreit haben, indem sie sich
einen Hexenzirkel anschließen und dann dieselben philosophischen
Grundlagen praktizieren wie das Christentum.
Weiße Magie wird angeblich nur für gute oder uneigennützige
Zwecke eingesetzt, und Schwarze Magie, so heißt es, nur aus
selbstsüchtigen oder >bösen< Beweggründen. Der
Satanismus kennt keine solche Trennung. Magie ist Magie, ob sie
nun eingesetzt wird, um zu helfen oder zu schaden. Der Satanist
als Magier sollte die Fähigkeit besitzen, zu entscheiden was
richtig ist, und dann die Kräfte der Magie einsetzen, um seine
Ziele zu erreichen.
Während weißmagischer Zeremonien stehen die Teilnehmer inmitten
eines Pentagramms, um sich vor den >bösen< Kräften zu
schützen, die sie um Hilfe anrufen. Dem Satanist erscheint es
einigermaßen unaufrichtig, diese Kräfte zu rufen, wenn man sich
gleichzeitig vor ihnen schützt. Er weiß, daß er die Kräfte
der Dunkelheit nur dann wirksam und ehrlich zu seinem Vorteil
einsetzen kann, wenn er sich mit ihnen verbündet.
Bei einer satanischen magischen Zeremonie tanzen die Teilnehmer
nicht händchenhaltend >Ringelreihen< im Kreis; verbrennen
keine Kerzen in verschiedenen Farben für unterschiedliche
Wünsche; rufen nicht die Namen von >Vater,Sohn und heiligem
Geist< an, während sie angeblich die Schwarzen Künste
praktizieren; sie wählen sich keinen >Heiligen< als
persönlichen Führer zur Lösung ihrer Probleme; sie tauchen
sich nicht in Duftöle, in der Hoffnung, daß das Geld dann vom
Himmel falle; sie meditieren nicht, um zu einem >großen
geistigen Erwachen< zu kommen; sie rezitieren keine endlosen
Zaubersprüche, in denen der Name >Jesus< der guten Ordnung
halber alle paar Worte lang vorkommt, und so weiter und so fort.
DENN DAS IST NICHT die Art, wie satanische Magie praktiziert
wird,. Wer sich nicht von heuchlerischer Selbsttäuschung
befreien kann, wird niemals ein erfolgreicher Magier, geschweige
denn ein Satanist werden.
Die satanische Religion hat die Münze nicht nur ein bißchen
angehoben, sie hat sie komplett umgedreht. Warum sollte sie also
Prinzipien unterstützen, die sie komplett ablehnt und sich
anders bezeichnen als mit dem Namen, der im Gegensatz dazu
stehenden Doktrinen der satanischen Philosophie am besten trifft?
Der Satanismus ist keine Weißlicht-Religion; er ist eine
Religion des Fleisches, des Irdischen, Körperlichen - und all
dies wird von Satan regiert, der Verkörperung des Pfades zur
Linken.
Unvermeidlich kommt als nächste Frage: >Zugegeben, man kann
ihn nicht Humanismus nennen, weil Humanismus keine Religion ist,
aber warum braucht man dann überhaupt eine Religion, wenn alles,
was ihr macht. sowieso von Natur aus geschieht? Warum kann man es
nicht einfach so tun?
Der moderne Mensch hat einen langen Weg hinter sich; er wurde von
den unsinnigen Dogmen vergangener Religionen ernüchtert. Wir
leben in einem Zeitalter der Aufklärung. Die Psychatrie hat
große Anstrengungen unternommen, um den Menschen über seine
wirkliche Persönlichkeit aufzuklären. Wir leben in einem
Zeitalter eines intellektuellen Bewußtseins, wie es die Welt
noch nie gesehen hat.
Das ist alles schön und gut, ABER - es gibt einen Haken bei
diesem neuen Geisteszustand. Etwas vom Verstand her zu
akzeptieren, ist das eine, aber es ist etwas völlig anderes,
etwas auch vom Gefühl her zu akzeptieren. Ein Bedürfnis, das
die Psychatrie nicht erfüllen kann, ist das dem Menschen
angeborene Bedürfnis nach Gefühlsregungen durch Dogma. Der
Mensch braucht Zeremonien und Rituale, Phantasie und Bezauberung.
Die Psychatrie hat, trotz allem Positiven, das sie erreicht hat,
den Menschen der Wunder und der Phantasie beraubt, die früher
von der Religion bereitgehalten wurde.
Der Satanismus hat die heutigen Bedürfnisse der Menschen erkannt
und füllt die große graue Leere zwischen Religion und
Psychatrie. Die satanische Philosophie verbindet die Grundlagen
der Psychologie mit guten, ehrlichen Gefühlsregungen bzw. Dogma.
Sie versorgt den Menschen mit der Phnatasie, die er so nötig
braucht. Es ist nichts falsch an Dogmen, vorausgesetzt sie
basieren nicht auf Ideen oder Handlungen, die völlig gegen die
menschlichen Natur verstoßen.
Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist die Gerade. Wird alle
Schuld, die sich angesammelt hat, in Vorteile umgewandelt, so
entfälltdie Notwendigkeit der intellektuellen Reinigung der
Psyche von solchen Zwängen. Der Satanismus ist die einzige
bekannte Religion, die den Menschen so akzeptiert wie er ist, und
den Grundsatz unterstützt, das Schlechte in Gutes umzuwandeln,
anstatt sich zu verbiegen, um das Schlechte auszulöschen.
Wenn du also deine Probleme mit dem gesunden Menschenverstand
analysiert hast und berücksichtigst, was uns die Psychatrie
lehrt, und du dich trotzdem nicht von ungerechtfertigter Schuld
lösen und deine Theorien in die Tat umsetzen kannst, dann
solltest du lernen, deine Schuld für dich arbeiten zu lassen. Du
solltest dich nach deinen natürlichen Instinkten richten., und
wenn du das nicht kannst, ohne dich schuldig zu fühlen, dann
schwelge in deiner Schuld. Das hört sich vielleicht wie ein
Widerspruch an, aber wenn du darüber nachdenkst, kann Schuld
auch als Anregung für die Sinne dienen. Die Erwachsenen täten
gut daran, sich von den Kindern eine Lektion erteilen lassen.
Kinder haben oft große Freude daran, Dinge zu tun, die sie nicht
tun sollen.
Ja, die Zeiten haben sich geändert, aber der Mensch nicht. Die
Grundlagen des Satanismus haben schon immer existiert. Das einzig
wirklich Neue daran ist die formelle Organisation einer Religion,
die auf den grundlegenden Charaktereigenschaften der Menschen
beruht. Über die Jahrhunderte hinweg wurden prachtvolle Bauten
aus Stein, Beton, Mörtel und Stahl der menschlichen Abstinenz
gewidmet. Es ist höchste Zeit, daß die Menschen aufhören, sich
selbst zu bekämpfen und stattdessen ihre Zeit dem Bau von
Tempeln der Sinnesfreude widmen.
Auch wenn die Zeiten sich geändert haben und immer ändern
werden, bleibt der Mensch im Grunde derselbe. Zweitausend Jahre
lang tat der Mensch Buße für etwas, für das er sich überhaupt
nicht hätte schuldig fühlen müssen. Wir haben es satt, uns die
Freuden des Lebens zu versagen, die uns zustehen. Wie früher
braucht auch der Mensch von heute die Freude am Hier und Jetzt,
anstatt auf seine Belohnung im Himmelreich zu warten. Warum
sollte man also keine Religionen haben, die auf Sinnesfreuden
beruht? Sie steht auf jeden Fall im Einklang mit dem Wesen des
Tieres. Wir sind nicht länger demütige Schwächlinge, die vor
einem ungnädigen Gott zittern, dem es egal ist, ob wir leben
oder sterben. Wir sind selbstbewußte, starke Menschen - wir sind
Satanisten!
Die Hölle, der Teufel und wie man seine Seele verkauft
Satan ist mit Sicherheit der beste Freund, den die Kirche jemals
gehabt hat, denn er hat sie die ganzen Jahre über am Leben
erhalten! Die falsche Lehre von Hölle und Teufel hat es den
protestantischen und katholischen Kirchen schon viel zu lange
möglich gemacht, Erfolg zu haben. Wenn die frommen Eiferer des
Pfades zur Rechten nicht mit dem Finger auf den Teufel zeigen
könnten, hätten sie nichts, womit sie ihre Anhänger
einschüchtern könnten. >Satan führt Euch in Versuchung<;
>Satan ist der Prinz des Bösen<, >Satan ist bösartig,
grausam, brutal<, warnen sie. >Wenn ihr der Versuchung des
Teufels nachgebt, werdet ihr garantiert in alle Ewigkeit verdammt
sein und in der Hölle schmoren.<
Die Bedeutung des Wortes Satan ist >Gegner< oder
>Widersacher< oder >Ankläger<. Das eigentliche Wort
>Teufel< stammt vom indischen Wort >Devi< ab und
heißt soviel wie >Gott<. Satan bedeutet Widerstand gegen
alle Religionen, die den Menschen frustrieren und wegen seiner
natürlichen Instinkte verurteilen. Ihm wurde immer nur deshalb
die Rolle des Bösen zugeteilt, weil er die fleischlichen,
weltlichen und profanen Aspekt des Lebens verkörpert.
Satan, der Oberteufel der westlichen Welt, war anfangs ein Engel,
dessen Aufgabe es war, menschliche Straftaten Gott vorzutragen.
Erst im 14. Jahrhundert wurde er als eine böse Gottheit
dargestellt, die halb Mensch und halb Tier war, mit bocksartigen
Hörnern und Hufen. Bevor das Christentum ihm den Namen Satan,
Luzifer etc. gab, wurde die fleischliche Seite des Menschen von
einem Gott beherrscht, der von den Griechen Dionysos oder Pan
genannt wurde und als Satyr oder Faun dargestellt wurde. Pan war
ursprünglich der >nette Kerl< und symbolisierte
Fruchtbarkeit und Befruchtung.
Immer wenn ein Land eine neue Regierung bekommt, werden aus den
Helden der Vergangenheit die Schurken der Gegenwart. Ebenso ist
es mit der Religion. Die ersten Christen glaubten, daß die
Götter der Heiden Taufel waren, und es war >Schwarze
Magie<, sich ihrer zu bedienen. Wundersame himmlische
Ereignisse nannten sie >Weiße Magie<, das war dar einzige
Unterschied zwischen den beiden. Die alten Götter starben nicht,
sondern sie kamen in die Hölle und wurden zu Teufeln. Der
Kobold, Gnom oder Butzemann, der benutzt wurde, um Kinder
einzuschüchtern, stammt vom slavischen >Bog< ab, was
soviel wie >Gott< bedeutet, ebenso wie Bagha in Hindu.
Viele Vergnügungen, die man vor dem Aufkommen des Christentums
schätzte, wurden von der neuen Religion verdammt. Es waren nur
wenige Veränderungen notwendig, um die Hörner von Pan und seine
gespaltenen Hufe in einen überzeugenden Teufel zu verwandeln!
Pan´s Merkmale konnten geschickt gedeutet werden als > mit
sträflichen Sünden beladen<, und schon war die Metamorphose
komplett.
Der Vergleich des Teufels mit der Ziege stammt aus der
christlichen Bibel, wo der heiligste Tag des Jahres, der Tag der
Buße, begangen wurde, indem man zwei Ziegen >ohne Makel<
aussuchte, von dene eine dem Herrn und die andere Azazel geopfert
wurde. Die Ziege, die mit den Sünden der Menschen beladen war,
wurde in die Wüste getrieben und zum >Sündenbock<. Das
ist der Ursprung des Ziegenbocks, der immer noch in Logen
eingesetzt wird wie seinerzeit in Ägypten, wo er einmal im Jahr
einem Gott geopfert wurde.
Die Menschheit kennt viele Teufel mit unterschiedlichen
Ursprüngen. Zur Durchführung eines satanischen Rituals gehört
nicht das Herbeirufen von Dämonen; von dieser Praxis machen nur
diejenigen Gebrauch, die Angst vor den wahren Kräften haben, die
sie beschwören. Von Dämonen wird angenommen, daß sie
bösartige Geister sind, mit Eigenschaften, die zur
Verschlechterung der Menschen oder Situationen, auf die sie
treffen, beitragen. Das griechische Wort >Dämon< bedeutet
ursprünglich >Schutzgeist< oder Quelle der Inspiration,
und um sicherzugehen, erfanden spätere Theologen ganze Legionen
solcher Vorboten der Inspiration - und alle waren sie bösartig.
Ein Hinweis auf die Feigheit der >Magier< der Pfades zur
Rechten ist die Praxis, einen bestimmten Dämonen (von dem
vermutet wird, daß er ein Günstling des Teufels ist),
anzurufen, um ihm seine Wünsche vorzutragen. Die Überlegung
hierbei ist, daß ein Dämon, der nur ein Lakai des Teufels ist,
leichter zu kontrollieren ist. In okkulten Überlieferungen wird
gesagt, daß nur extrem gut >geschützte< oder völlig
leichtsinnge, verwegene Zauberer versuchen würden, den Teufel
persönlich anzurufen.
Der Satanist ruft nicht verstohlen nach diesen >minderen<
Teufeln, sondern beschwört dreist diejenigen, die diesem
höllischen Heer ständigen Skandals angehören - dei Teufel
selbst!
Wie man sich vorstellen kann, haben die Theologen einige Namen
von Teufeln in ihrer Dämonenliste katalogisiert. Die
nachstehende Aufstellung dagegen enthällt die wirkungsvollsten
Namen für ein satanisches Ritual. Dies sind die Namen und
Ursprünge der angerufenen Götter und Göttinnen, die einen
großen Teil der Bewohner des königlichen Palastes der Hölle
ausmachen:
DIE VIER KRONPRINZEN DER HÖLLE
SATAN - (hebräisch) Widersacher, Gegner, Ankläger; Herr des
Feuers, das Inferno, der Süden
LUZIFER - (römisch) Lichtbringer, Erleuchtung, die Luft, der
Morgenstern, der Osten
BELIAL -(hebräisch) ohne Gebieter, Niedertracht der Erde,
Unabhängigkeit, der Norden
LEVIATHAN - (hebräisch) die Schlange aus den Tiefen, das Meer,
der Westen
DIE HÖLLISCHEN NAMEN
ABADDON - (Hebräisch) Der Zerstörer
ABRAMELSCH - Samarianischer Teufel
AHAPUCH - Teufel der Maya
AHRIMAN - Mazdaistischer Teufel
AMON - Ägyptischer, widderköpfiger Gott des Lebens und der
Fortpflanzung
APOLLYON - Griechisches Synonym für Satan, der Erzteufel
ASMODEUS - Hebräischer Teufel der Sinnlichkeit und des Luxus,
ursprünglich >Geschöpf der Gerichtsbarkeit<
ASTAROTH - Phönizische Göttin der Laszivität, entspricht der
babylonschen Ishtar
AZAZEL - (Hebräisch) Lehrte die Menschen, Kriegsgerät
herzustellen und führte die Kosmetik ein
BAALBERITH - Kanaanitischer Herr des Bundes, der später zum
Teufel gemacht wurde
BALAAM - Hebräischer Teufel des Geizes und der Gier
BAPHOMET - Von den Tempelrittern als Symbol für Satan verehrt
BAST - Ägyptische Göttin der Freude, dargestellt als Katze
BEELZEBUB - (Hebräisch) Herr der Fliegen, vom Symbol des
Skarabäus übernommen
BEHEMOTH - Hebräische Verkörperung Satans in Form eines
Elefanten
BEHERIT - Syrischer Name für Satan
BILÈ - Keltischer Gott der Hölle
CHEMOSH - Nationaler Gott der Moabiter, später ein Teufel
CIMERIES - Reitet ein schwarzes Pferd und beherrscht Afrika
COYOTE - Indianischer Teufel
DAGON - Philistischer Racheteufel des Meeres
DAMBALLA - Voodoo Schlangengöttin
DEMOGORGON - griechischer Name des Teufels; von dem man sagt,
daß Sterbliche ihn nicht kennen sollten
DIABOLUS - (Griechisch) >abwärts fließend<
DRACULA - Rumänischer Name für Teufel
EMM-O - Japanischer Herrscher der Hölle
EURONYMOUS - Griechischer Prinz des Todes
FENRIZ - Sohn des Loki, dargestellt als Wolf
GORGO - Verkleinerungsform von Demogorgon, griechischer Name des
Teufels
HABORYM - Hebräisches Synonym für Satan
HEGATE - Griechische Göttin der Unterwelt und des Hexenwesens
ISHTAR - Babylonische Göttin der Fruchtbarkeit
KALI - (Hindi) Tochter von Shiva, Hohepriesterin der Thuggees
LILITH - Hebräischer weiblicher Teufel, Adams erste Frau, die
ihm die Augen öffnete
LOKI - Teutonischer Teufel
MAMMON - Aramäischer Gott des Wohlstands und Profits
MANIA - Etruskische Göttin der Hölle
MANTUS - Etruskischer Gott der Hölle
MARDUK - Gott der Stadt Babylon
MASTEMA - Hebräisches Synonym für Satan
MELEK TAUS - Teufel der Yezidi
MEPHISTOPHELES - (Griechisch) Der, welcher das Licht meidet
(Faust)
METZTLI - Aztekische Göttin der Nacht
MICTIAN - Aztekischer Gott der Nacht
MIDGARD - Sohn von Loki, dargestellt als Schlange
MILCOM - Ammonitischer Teufel
MOLOCH - Phönizischer und kanaanitischer Teufel
MORMO - (Griechisch) König der Ghude, Gemahl von Hecate
NAAMAH - Hebräischer weiblicher Teufel der Verführung
NERGAL - Babylonischer Gott des Hades
NIHASA - Indianischer Teufel
NIJA - Polnischer Gott der Unterwelt
O-YAMA - Japanischer Name für Satan
PAN - Griechischer Gott der Lust, später zum Teufel umgewandelt
PLUTO - Griechischer Gott der Unterwelt
PROSERPINE - Griechische Göttin der Unterwelt
PWCCA - Walisischer Name für Satan
RIMMON - Syrischer Teufel, der in Damaskus verehrt wird
SABAZIOS - Phrygischer Herkunft, identisch mit Dionysos,
Schlangenverehrung
SAITAN - Henochisch für Satan
SAMMAEL - (Hebräisch) - >Gift Gottes<
SAMNU - Zentralasiatischer Teufel
SEDIT - Indianischer Teufel
SEKHMET - Ägyptische Rachegöttin
SET - Ägyptischer Teufel
SHAITAN - Arabischer Name für Satan
SHIVA - (Hindi) - Der Zerstörer
SUPAY - Inka-Gott der Unterwelt
T`AN-MO - Chinesisches Gegenstück zum Teufel, Begehrlichkeit,
Verlangen
TCHORT - Russischer Name für Satan, >schwarzer Gott<
TEZCATLIPOCA - Aztekischer Gott der Hölle
THAMUS - Sumerischer Gott, der später zum Teufel umgewandelt
wurde
THOTH - Ägyptischer Gott der Magie
TUNRIDA - Skandinavischer weiblicher Teufel
TYPHON - Griechische Verkörperung von Satan
YAOTZIN - Aztekischer Gott der Hölle
YEN-LO-WANG - Chinesischer Herrscher der Hölle
Die Teufel vergangener Religionen trugen immer, zumindest
teilweise, tierische Wesenszüge, ein Beweis dafür, daß der
Mensch ständig das Bedürfnis hat zu leugnen, daß auch er ein
Tier ist. Denn wenn er es zugeben würde, wäre das einen
schlimmen Schlag gegen sein armseliges Selbstbewußtsein.
Das Schwein wurde von den Juden und Ägyptern verachtet. Es
symbolisierte die Götter Frey, Osiris, Adonis, Persephone, Attis
und Demeter und wurde Osiris und dem Mond geopfert. Aber mit der
Zeit wurde es zu einem Teufel degradiert. Die Phönizier
verehrten einen Fliegen-Gott, Baal, von dem der Teufel Beelzebub
stammt. Baal und Beelzebub sind identisch mit dem Mistkäfer oder
Skarabäus der Ägypter, der sich offenbar selbst wiedererwecken
konnte, wie Phoenix, der mystische Vogel, der aus seiner Asche
aufstieg. Aufgrund ihrer Verbindungen zu den Persern glauben die
alten Juden , daß die zwei großen Mächte der Welt Ahura-Mazda,
der Gott des Feuers, des Lichtes, des Lebens und der Güte sowie
Ahriman, die Schlange, der Gott der Finsternis, der Zerstörung,
des Todes und des Bösen waren. Diese und zahllose andere
Beispiele stellen nicht nur die Teufel der Menschen als Tiere
dar, sondern zeigen auch sein Bedürfnis, die ursprünglichen
Tiergötter zu opfern und zu seinen Teufeln zu degradieren.
In der Zeit der Reformation, dem 16.Jahrhundert, entdeckte der
Alchimist Dr. Johann Faustus eine Methode, einen Dämon -
Mephistophels - aus der Hölle zu rufen, und einen Pakt mit ihm
zu schließen. Er unterzeichnete mit Blut einen Vertrag, in dem
er seine Seele Mephistopheles für das Gefühl der Jugend
verschrieb, und wurde daraufhin sofort wieder jung. Als für
Faustus die Zeit zum Sterben kam, zog er sich in sein Zimmer
zurück und zerbarst dort in Stücke, als ob sein Laboratorium
explodiert sei. Diese Geschichte ist ein Protest der damaligen
Zeit gegen die Wissenschaft, Chemie und Magie.
Um Satanist zu werden, braucht man nicht seine Seele dem Teufel
zu verkaufen oder einen Pakt mit Satan zu schließen. Diese
Drohung wurde vom Christentum erfunden, um die Menschen
einzuschüchtern, damit sie sich nicht von der Herde entfernen.
Mit drohendem Finger und zitternder Stimme lehrten sie ihre
Anhänger, daß sie, wenn sie sich den Versuchungen Satans
hingeben und ihr Leben entsprechend ihren natürlichen Neigungen
leben würden, für ihre sündhaften Vergnügungen bezahlen
müßten, indem sie ihre Seele an Satan verkaufen und für alle
Ewigkeit in der Hölle schmoren würden. Die Menschen wurden dazu
gebracht zu glauben, daß eine reine Seele eine Fahrkarte zum
ewigen Leben sei.
Fromme Propheten haben den Menschen gelehrt, Satan zu fürchten.
Aber was sollen Begriffe wie >gottesfürchtig<? Wenn Gott
so barmherzig ist, warum müssen die Menschen ihn dann fürchten?
Müssen wir glauben, daß es nichts gibt, wohin wir vor der Angst
entfliehen können? Wenn man Gott fürchten muß, warum dann
nicht auch >satansfürchtig< sein und dabei noch seinen
Spaß haben, weil man sich die Gottesfürchtigkeit verkneift?
Ohne eine solche generelle Furcht hätten die frommen Eiferer
nichts in der Hand, um auf ihre Anhänger Druck auszuüben.
Die teutonische Göttin des Todes und Tochter des Loki hieß Hel,
ein heidnischer Gott der Qual und Bestrafung. Ein weiteres
>L< wurde hinzugefügt, als die Bücher des Alten
Testaments geschrieben wurden. Die Propheten, die die Bibel
schrieben, kannten das Wort >Hell< nicht; sie verwandten
das hebräische Wort Sheol und das griechische Hades, was soviel
hieß wie Grab; und auch das griechische Tartaros. Aufenthaltsort
der gefallenen Engel, die Unterwelt (unter der Erde) und Gehenna,
ein Tal in der Nähe von Jerusalem, wo Moloch herrschte und
Abfall ausgekippt und verbrannt wurde.Von daher kommt die Idee
der christlichen Kirche von >Feuer und Schwefel< in der
Hölle.
Die protestantische und die katholische Hölle sind Plätze der
ewigen Bestrafung; allerdings glauben die Katholiken auch, daß
es ein >Fegefeuer< gibt, in dem alle Seele eine Zeit lang
schmoren müssen und eine Art >Zwischenhölle<, wo die
ungetauften Seelen hinkommen. Die buddhistische Hölle ist in
acht Abschnitte unterteilt, wobei die ersten sieben zum Büßen
da sind. Die kirchliche Beschreibung der Hölle ist die eines
gräßlichen Ortes des Feuers und der Qual; in Dante´s Inferno.
In nördlichen Klimazonen dachte man, die Hölle sei eine
eiskalte Gegend, ein riesiger Kühlschrank.
(Trotz all ihren Drohungen mit ewiger Verdammnis und
Seele-Rösten sind die christlichen Missionare auf einige Leute
gestoßen, die ihr Gefasel nicht so leicht schluckten. Lust und
Leid sind genau wie Schönheit eine Ansichtssache. Als sich die
Missionare nach Alaska wagten und die Eskimos vor den Schrecken
der Hölle und dem Flammenmeer, das auf Missetäter wartete,
warnten, fragten diese begierig: >Wie können wir dort
hinkommen?<!)
Die meisten Satanisten sehen Satan nicht als anthropomorphes
Wesen mit gespaltenen Hufen. Schwanz mit Widerhaken und Hörnern.
Er repräsentiert lediglich eine Naturkraft - die Kräfte der
Finsternis, - die nur deshalb so heißen , weil keine Religion
diese Kräfte je aus der Dunkelheit hervorgeholt hat. Auch die
Wissenschaft hat keine technische Terminologie für diese Kraft
gefunden. Es ist ein noch nicht angezapftes Reservoir, von dem
nur wenige Menschen Gebrauch machen können, weil es den meisten
an der Fähigkeit mangelt, ein Werkzeug zu benutzen, ohne vorher
die zum Funktionieren notwendigen Teile zerlegt und beschriftet
zu haben. Das unaufhörliche Bedürfnis, zu analysieren, macht es
den meisten Menschen unmöglich, diesen facettenreichen
Schlüssel zum Unbekannten - den der Satanist >Satan< nennt
- zu nutzen.
Satan als Gott, Halbgott, persönlicher Heiland oder wie auch
immer man ihn nennen will, wurde von den Gründern aller
Religionen der Welt nur zu einem Zweck erfunden - um über die
sogenannten bösen Handlungen und Situationen der Menschen hier
auf Erden zu wachen. Daraus folgte, daß alles, was zu
körperlicher oder geistiger Befriedigung führte, als
>böse< bezeichnet wurde - und somit wurde jedem ein Leben
in ungerechtfertigter Schuld garantiert! Wenn sie uns also
>böse< nennen, dann sind wir eben böse - was soll´s! Das
satanische Zeitalter ist mit uns! Warum nicht Vorteile daraus
ziehen und LEBEN!LIVE!(evil rückwärts).
LIEBE UND HASS
Satanismus bedeutet Freundlichkeit gegenüber denen, die sie
verdienen, anstatt Liebe an Undankbare zu verschwenden!
Man kann nicht jeden lieben; es ist lächerlich, das zu denken.
Wenn man alles und jeden liebt, verliert man seine natürliche
Kritikfähigkeit und hat nur noch eine geringe Urteilskraft, um
über Charakter und Qualität zu entscheiden. Wenn etwas zu
locker angewendet wird, verliert es seinen eigentlichen Sinn.
Daher glaubt der Satanist, daß man diejenigen aufrichtig und
vollkommen lieben soll, die diese Liebe verdienen, und daß man
dem Feind niemals die andere Wange hinhalten soll!
Die Liebe ist eines der intensivsten Gefühle, das der Mensch
empfinden kann; ein anderes ist der Haß. Es ist völlig
unnatürlich, sich zu zwingen, vorbehaltlose Liebe zu empfinden.
Wenn man versucht, jeden zu lieben, verringert man nur seinen
Gefühle denjenigen gegenüber, die diese Liebe verdienen.
Unterdrückter Haß kann zu vielen psychischen und emotionalen
Leiden führen. Wenn man lernt, seine Wut gegenüber denjenigen
freizusetzen, die sie verdienen, reinigt man sich von diesen
bösartigen Emotionen und muß den angestauten Haß nicht an
seinen Liebsten auslassen.
In der Weltgeschichte hat es noch nie eine große >Liebe<
gegeben, die nicht unzählige Morde nach sich zog, vermutlich als
Liebesbeweis! Alle Heuchler, die je auf dieser Welt wandelten,
hatten ihre Taschen immer mit Liebe vollgestopft!
Alle scheinheiligen Frommen behaupten, ihre Feinde zu lieben, und
wenn ihnen unrecht widerfährt, trösten sie sich damit, daß
>Gott sie schon bestrafen wird<. Anstatt sich
einzugestehen, daß sie fähig sind, ihre Feinde zu hassen und so
zu behandeln, wie sie es verdient haben, sagen sie:> Um der
Gnade Gottes willen gehe ich hin< und >bete< für sie.
Warum sollten wir uns derart demütigen und erniedrigen, indem
wir solche falschen Schlüsse ziehen?
Der Satanismus wurde immer als Synonym gesehen für Grausamkeit
und Brutalität. Das ist nur deshalb so, weil die Menschen Angst
vor der Wahrheit haben - und die Wahrheit ist, daß nicht alle
Menschen gutartig und liebevoll sind. Nur weil der Satanist
zugibt, daß er fähig ist zu lieben und zu hassen, wird er als
Menschenhasser angesehen. Im Gegenteil, gerade weil er fähig
ist, seinen Haß durch ritualisierte Ausdrucksformen
freizusetzen, ist er weitaus fähiger zur Liebe - der tiefsten
Art der Liebe. Indem er den Haß und die Liebe, die er empfindet,
erkennt und akzeptiert, besteht keine Gefahr der Verwechslung.
Wer eines dieser beiden Gefühle noch nie erlebt hat, kann auch
das andere nicht vollkommen erleben.
SATANISCHER SEX
Die satanische Sichtweise von >freier Liebe< hat viele
Streitfragen ausgelöst. Es wird oft angenommen, daß sexuelle
Handlungen der wichtigste Faktor der satanischen Religion sind,
und daß die Bereitschaft, bei Sexorgien mitzumachen, eine
Voraussetzung ist, um Satanist zu werden. Nichts ist weiter von
der Wahrheit entfernt! Im Gegenteil, Opportunisten, die kein
weiteres Interesse am Satanismus haben als an die sexuellen
Aspekte, werden nachdrücklich abgelehnt.
Der Satanismus befürwortet sexuelle Freiheit, aber nur im
eigentlichen Wortsinn. Mit freier Liebe ist in der satanischen
Vorstellungswelt genau das gemeint - die Freiheit, entweder einem
Menschen treu zu sein oder seine sexuellen Bedürfnisse mit so
vielen anderen auszuleben, wie man es für seine speziellen
Ansprüche für nötig hält.
Der Satanismus fordert nicht diejenigen zu orgiastischen
Handlungen oder außerehelichen Affairen auf, die es nicht von
sich aus wollen. Für viele wäre es äußerst unnatürlich und
schädlich, ihrem auserwählten Lebensgefährten untreu zu sein.
Für andere wäre es frustrierend, sexuell an einen Menschen
gebunden zu sein. Jeder muß für sich selbst entscheiden, welche
Form des Sexualverhaltens am ehesten seinen individuellen
Wünschen entspricht. Sich unter Selbstverleugnung dazu zu
zwingen, außerehelichen oder vorehelichen Verkehr zu haben, nur
um anderen (oder schlimmer noch, sich selbst) zu beweisen, daß
man frei von sexuellen Schuldkomplexen ist, ist nach satanischen
Maßstäben genau so schlimm wie das Unterdrücken sexueller
Bedürfnisse aufgrund von tiefsitzenden Schuldgefühlen.
Viele, die sich ständig abmühen, ihre Befreiung von sexuellen
Schuldgefühlen zu beweisen, sind in Wirklichkeit davon
anhängiger als diejenigen, die sexuelle Handlungen einfach als
einen natürlichen Teil des Lebens akzeptieren und kein großes
Tamtam um ihre sexuelle Freiheit machen. Zum Beispiel ist
erwiesen, daß die Nymphomanin (der Traum eines jeden Mannes und
Heldin vieler aufreizenden Erzählungen) überhaupt nicht sexuell
frei ist, sondern frigide und von Mann zu Mann wandert, weil sie
zu verklemmt ist, um jemals völlige sexuelle Erfüllung zu
finden.
Ein anderes Mißverständnis ist die Vorstellung, daß die
Beteiligung an Gruppensex ein Anzeichen für sexuelle Freiheit
ist. Alle zeitgenössischen Gruppen für freien Sex haben etwas
gemeinsam - Ablehnung von fetischistischen oder abweichenden
Betätigungen.
Diese Beispiele für gekünstelte nicht-fetischistische sexuelle
Betätigung, die angeblich >Freiheit< bedeutet, haben alle
den gleichen Ablauf: Jeder Teilnehmer einer Orgie zieht seine
Kleider aus, wie es von jemandem vorgemacht wird und treibt
mechanisch Sex - genau dem Beispiel des Anführers folgend.
Keinem der Teilnehmer kommt es in den Sinn, daß ihre
>emanzipierte< Form des Geschlechtsverkehrs von
Außenstehenden, die Gleichmacherei nicht als Freiheit
betrachtet, als reglementiert und kindisch angesehen werden
könnte.
Der Satanist weiß, daß er als Kenner und Genießer dieser
Materie ( und wirklich frei von sexuellen Schuldgefühlen) weder
von den sogenannten Sex-Revolutionären noch von der Prüderie
seiner schuldgeplagten Gesellschaft unterdrückt werden kann.
Diese Clubs für Gruppensex mißverstehen vollkommen den Sinn
sexueller Freiheit. Wenn keine individuellen sexuellen Handlungen
stattfinden dürfen (einschließlich persönlicher Fetische),
dann gibt es überhaupt keinen Grund, sich einem solchen Club
anzuschließen.
Der Satanismus akzeptiert jede Art sexueller Betätigung zur
Befriedigung persönlicher Bedürfnisse - sei sie heterosexuell,
homosexuell, bisexuell oder sogar asexuell. Er befürwortet auch
jeden Fetisch und jede Abweichung, die der Bereicherung des
Geschlechtsverkehrs dient, solange niemand beteiligt ist, der
nicht mitmachen möchte.
Der sexuell Unerfahrene wäre erstaunt, wenn er wüßte, wie weit
Abweichungen und Fetischismus in unserer Gesellschaft verbreitet
sind. Es gibt mehr Varianten, als das unaufgeklärte Individuum
sich vorstellen kann: Transvestitentum, Sadismus, Masochismus,
Natursekt-Praktiken, Exhibitionismus - um nur einige der
gängigsten zu nennen. Alle haben ihren persönlichen Fetisch,
aber weil sie nicht wissen, wie verbreitet fetischistische
Aktivitäten in der Gesellschaft sind, fühlen sie sichverdorben,
wenn sie ihre >unnatürlichen Sehnsüchte< preisgeben.
(Fetischismus wird nicht nur von menschlichen Wesen sondern auch
von Tieren praktiziert. Der Fetisch ist ein wesentlicher Teil im
Sexualleben der Tiere. Die sexuelle Duftnote zum Beispiel ist
für Tiere notwendig, damit sie von einem anderen Tier erregt
werden. Laboruntersuchungen haben gezeigt, daß ein Tier seine
sexuelle Attraktivität gegenüber anderen Tieren verliert, wenn
es künstlich geruchlos gemacht wird. Die Erregung durch sexuelle
Duftnoten gefällt übrigens auch dem Menschen, obwohl er es oft
leugnet).
Sogar der Asexuelle weicht von der Norm ab durch seine
Asexualität. Es ist viel unnatürlicher, kein sexuelles
Verlangen zu haben ( es sei denn, Krankheit, Alter oder sonst ein
stichhaltiger Grund haben das Nachlassen bewirkt) als häufig
wechselnde Partnerschaften. Ob der Satanist seine Sexualität
unterdrückt oder offen auslebt, ist jedoch allein seine Sache.
In vielen Fällen von Unterdrückung des Geschlechtstriebes (oder
Asexualität), hätte der Versuch, sich sexuell zu emanzipieren,
verheerende Folgen.
Die Asexuellen werden immer von ihrem Beruf oder ihren Hobbis
aufgesaugt. Die ganze Energie und Antriebskraft, die
normalerweise in sexuelle Aktivitäten investiert wird, wird in
andere Arten von Beschäftigung und Zeitvertreib gesteckt. Wenn
jemand andere Interessen den sexuellen Handlungen vorzieht, ist
das sein Recht, und niemand darf ihn deshalb verurteilen. Nur
sollte er wenistens verstehen, daß es eine Ersatzhandlung ist.
Weil keine Möglichkeit besteht, über geheime sexuelle Wünsche
zu sprechen, bleiben sie oft im Stadium der Phantasie stecken.
Die fehlenden Erfüllung führt zu seelischer Belastung, und
deshalb denken sich viele Menschen heimliche Methoden aus, um
ihren Wünschen Luft zu machen. Nur weil die meisten
fetischistischen Aktivitäten nicht offen gezeigt werden, sollte
der sexuell Unbedarfte sich nicht dazu verleiten lassen, daraus
zu schließen, daß sie nicht existieren. Ein paar Beispiele
dieser raffinierten Techniken: Der männliche Transvestit trägt
Frauenunterwäsche, um sich seinem Fetisch hinzugeben, während
er seinen täglichen Beschäftigungen nachgeht, die
masochistische Frau trägt zum Beispiel einen mehreren Größen
zu kleinen Strumpfhalter aus Gummi, und hat so den ganzen Tag
ihre Lust durch diese fetischistische Unbequemlichkeit, ohne daß
es jemand erfährt. Diese Beispiele sind viel harmloser und
weiter verbreitet als andere, die man noch hätte aufzählen
können.
Der Satanismus unterstützt jede Form des Sexualverhaltens, das
einem gefällt, so lange niemand anderes dadurch verletzt wird.
Diese Feststellung muß getroffen werden, um Mißverständnissen
vorzubeugen. Niemanden anderes zu verletzten bedeutete nicht,
daß sich diejenigen unabsichtlich verletzt fühlen, die nicht
mit dir in Sachen Sex übereinstimmen, da sie um die Moral
fürchten. Natürlich sollte man es vermeiden, diejenigen zu
beleidigen, die einem viel bedeuten, wie z. B. prüde Freunde
oder Verwandte. Wenn du dich jedoch aufrichtig darum bemüht
hast, sie nicht zu verletzen, und sie es trotzdem zufällig
herausfinden, dann kannst du dafür nicht verantwortlich gemacht
werden und sollst dich weder wegen deiner sexuellen Überzeugung,
noch weil du sie damit verletzt hast, schuldig fühlen. Wer
dauernd in Angst lebt, die Prüden mit seiner Einstellung zu
verletzen, schafft es nicht, sich von sexuellen Schuldgefühlen
zu befreien. Allerdings ist auch niemandem damit gedient, wenn
man mit seinen Neigungen hausieren geht.
Die andere Ausnahme von der Regel ist der Umgang die Masochisten.
Einem Masochisten bereitet es Lust, wenn ihm Schmerz zugefügt
wird; verweigert man also dem Masochisten seine Freude am
Schmerz, so verletzt man ihn damit wie man einen
Nicht-Masochisten durch Schmerz verletzt. Das veranschaulicht die
Geschichte vom wahrhaft grausamen Sadisten: Der Masochist sagt
zum Sadisten: >Schlag mich<, und der unbarmherzige Sadist
antwortet:>Nein!<. Wenn jemand verletzt werden will und es
genießt zu leiden, dann gibt es keinen Grund, diesem Wunsch
nicht nachzukommen.
Das Wort >Sadist< bedeutet üblicherweise, daß jemand Lust
aus irgendeiner beliebigen Brutalität zieht. Ein wahrer Sadist
ist dagegen wählerisch. Er wählt sorgfältig aus dem großen
Reservoir geeigneter Opfer aus und erfüllt mit großer Lust
denjenigen ihre Wünsche, die durch Schmerzen aufleben. Der
>kontrollierte< Sadist wählt genießerisch diejenigen aus,
die seine Anstrengungen wirklich verdienen! Wer offen zugibt,
daß er ein Masochist ist und es genießt, versklavt und
verprügelt zu werden, der wird vom wirklichen Sadisten gern
bedient!
Abgesehen von den vorgenannten Ausnahmen würde ein Satanist
niemals absichtlich andere und ihre sexuellen Rechte verletzen.
Wer versucht, seine Wünsche jemandem aufzuzwingen, der diese
Annäherungsversuche, nicht schätzt, verletzt dessen sexuelle
Freiheit. Deshalb befürwortet der Satanismus keinesfalls
Vergewaltigung, Kindesmißbrauch, sexuellen Mißbrauch von Tieren
oder jegliche andere sexuellen Handlungen an Personen, die dies
nicht wollen, oder die durch ihre Unwissenheit oder Naivität
soweit eingeschüchtert oder fehlgeleitet sind, daß sie gegen
ihren Willen handeln.
Sind alle Beteiligten erwachsen und haben die notwendige Reife,
die volle Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen und
freiwillig an einer bestimmten Variante der sexuellen
Ausdrucksmöglichkeiten teilnehmen - auch wenn dabei ein Tabu
gebrochen wird - dann gibt es keinen Grund, diese Neigungen zu
unterdrücken.
Wenn man sich über alle Auswirkungen, Vor- und Nachteile im
Klaren ist und feststeht, daß niemand verletzt wird, der es
nicht wünscht oder es nicht verdient hat, dann besteht kein
Grund, seinen sexuellen Vorlieben nicht nachzugeben.
So wie es keine zwei Menschen gibt, die genau das Gleiche oder
genau die gleiche Menge essen, so unterscheidet sich auch der
sexuelle Geschmack und Appetit von Mensch zu Mensch. Kein Mensch
und keine Gesellschaft hat das Recht, den Ansprüchen oder der
Häufigkeit sexueller Handlungen anderer Grenzen zu setzen. Das
richtige Sexualverhalten kann nur unter der Berücksichtigung der
jeweiligen Situation beurteilt werden. Was der eine für in
Ordnung und moralisch hält, mag den anderen frustrieren. Es gibt
aber auch den umgekehrten Fall; jemand verfügt über große
sexuellen Fähigkeiten, und belächelt unfairerweise andere,
deren Kräfte seinen nicht gleichen. Es ist rücksichtslos von
ihm, sich jemand anderem aufzudrängen, z.B. wenn der Mann einen
großen sexuellen Appetit hat und die Bedürfnisse seiner Frau
dem nicht entsprechen. Es ist unfair von ihm, zu erwarten, daß
sie begeistert auf seine Annäherungsversuche reagiert; aber sie
muß ebenfalls eine gewisse Rücksichtnahme zeigen. Wenn sie
keine Lust verspürt, sollte sie ihm entweder passiv, aber
freundlich entgegekommen oder aber nicht klagen, wenn er seine
Bedürfnisse anderweitig befriedigt - daß schließt auch
Selbstbefriedigung mit ein.
Die ideale Beziehung ist eine, in der die Menschen sich innig
lieben und sexuell zusammenpassen. Allerdings sind perfekte
Beziehungen relativ selten. Es muß hierbei erwähnt werden, daß
geistige und körperliche Liebe Hand in Hand gehen können, aber
dies nicht immer tun. Ist eine gewisse sexuelle
Anpassungsfähigkeit vorhanden, so ist diese oft begrenzt, und es
können zwar einige, aber nicht alle Wünsche erfüllt werden.
Es gibt keine größere Lust als die Vereinigung mit jemandem,
den man auch sehr liebt, vorausgesetzt man paßt sexuell
zusammen. Es muß allerdings betont werden, daß ein Mangel an
sexueller Ergänzung nicht auch fehlende geistige Liebe bedeuten
muß. Eines kann ohne das andere existieren und tut dies oft
auch. In vielen Fällen sucht ein Teil des Paares außerhalb
Zuflucht für seine sexuellen Neigungen, gerade weil er seinen
Partner liebt und der geliebten Person nicht weh tun oder Zwang
antun möchte. Tiefe geistige Liebe wird durch körperliche Liebe
bereichert und ist sicherlich ein notwendiger Bestandteil für
jede befriedigende Beziehung; aber bei unterschiedlichen
Vorlieben sind aushäusige sexuelle Aktivitäten oder
Selbstbefriedigung manchmal eine notwendige Ergänzung.
Selbstbefriedigung wird von vielen Menschen als Tabu angesehen,
und schafft ein Schuldproblem, mit dme man nicht leicht fertig
wird. Dieses Thema muß ausgiebig behandelt werden, da
Masturbation ein sehr wichtiger Bestandteil magischer Arbeit ist.
Seit die judäisch-christliche Bibel die Sünde von Onan
beschrieb ( Ge.38:7-10), hat der Mensch sich mit der Schwere und
den Konsequenzen dieses >einsamen Lasters< beschäftigt.
Obwohl die modernen Sexualforscher erläutert haben, daß die
Sünde von Onan einfach ein Coitus interruptus ist, wurde viel
Schaden angerichtet durch die jahrhundertelange falsche
theologische Auslegung.
Abgesehen von den eigentlichen Sexualverbrechen ist die
Selbstbefriedigung eine der am wenigsten tolerierten sexuellen
Handlungen. Während des letzten Jahrhunderts wurden unzählige
Texte geschrieben, die die entsetzlichen Folgen der
Selbstbefriedigung ausmalen. Praktisch jede körperliche oder
geistige Krankheit wurde dem Übel der Masturbation
zugeschrieben. Blasse Gesichtsfarbe, Kurzatmigkeit, verstohlenes
Aussehen, eingefallene Wangen, Nervosität, Pickel und
Appetitlosigkeit sind nur einige von vielen Merkmalen, von denen
man annahm, daß sie von der Selbstbefriedigung kämen; ein
völliger körperlicher und geistiger Verfall wurde denjenigen
prophezeit, die nicht auf die Warnungen in den Handbüchern für
junge Männer hörten.
Man könnte sich fast über die krassen Beschreibungen in solchen
Texten amüsieren, wäre da nicht die traurige Tatsache, daß die
tiefsitzenden Schuldgefühle, die durch den Unsinn in diesen
Sex-Fibeln verursacht wurden, nur teilweise behoben werden
konnten, obwohl zeitgenössische Sexualforscher, Ärzte, Autoren
usw. viel getan haben, um das Stigma der Selbstbefriedigung
auszuräumen. Ein großer Teil der Menschen, speziell diejenigen
über 40, können es gefühlsmäßig nicht akzeptieren, daß
Selbstbefriedigung natürlich und gesund ist, selbst wenn sie es
vom Verstand her akzeptieren; und sie übertragen ihre Abneigung
oft unbewußt auf ihre Kinder.
Man glaubt, daß jemand geisteskrank würde, wenn er sich trotz
zahlreicher Mahnungen weiter selbstbefriedigte. Dieser absurde
Mythos entstand durch Berichte über die weitverbreitete
Selbstbefriedigung von Insassen psychiatrischer Anstalten. Da
fast alle unheilbare Geisteskranken masturbieren, wurde
angenommen, daß sie dadurch verückt geworden waren. Niemand
dachte darüber nach, daß das Fehlen eines Geschlechtspartners
und die Hemmungslosigkeit, die typisch für schwere
Geisteskrankheiten ist, die wirklichen Gründe für die
Selbstbefriedigung der Kranken sind.
Vielen Menschen ist es lieber, daß ihr Partner sich anderweitig
sexuelle Befriedigung sucht, anstatt sich selbst zu befriedigen,
da sie sich schuldig fühlen und die Verachtung ihres Partners
fürchten, den sie zur Selbstbefriedigung getrieben haben. In
vielen Fällen wird auch der Gedanke als erregend empfunden, daß
der Partner mit jemande anderem Geschlechtsverkehr hat - auch
wenn dies selten zugegeben wird.
Wer durch den Gedanken stimuliert wird, daß sein Partner sich
anderweitig sexuell betätigt, sollte dies offen ansprechen, so
daß dadurch beide profitieren können. Wenn die
Selbstbefriedigung allerdings nur deshalb nicht erlaubt wird,
weil einer von beiden Schuldgefühle hat, sollte alles versucht
werden, diese Schuldgefühle auszuräumen - oder sie für sich zu
nutzen. Viele Beziehungen hätten gerettet werden können, wenn
die Beteiligten kein schlechtes Gewissen bei der
Selbstbefriedigung die einfach natürlich ist, gehabt hätten.
Selbstbefriedigung wird als böse betrachtet, weil es Lust
bereitet, sich mit der eigenen Hand an einer >verbotenen<
Zone des Körpers zu streicheln. Die Schuldgefühle, die meistens
den Geschlechtsakt begleiten, lassen sich durch die aus
religiöser Sicht akzeptable Begründung mildern, daß die
sinnlichen Freuden notwendig sind, um Nachkommen zu zeugen -
selbst wenn man gleichzeitig sorgfältig auf die >sicheren<
Tage im Kalender achtet. Beim Masturbieren kann man sich dagegen
mit dieser Begründung nicht selbst beschwichtigen. Ganz gleich,
was man dir über die >unbefleckte Empfängnis< erzählt
hat - selbst wenn blindes Vertrauen dich dazu verleitet, diese
Absurditäten zu schlucken - du weißt genau, wenn du ein Kind
zeugen willst, muß ein körperlicher Kontakt mit einer Person
des anderen Geschlechts erfolgen! Wer sich schon schuldig fühlt,
diese >Erbsünde< zu begehen, wird sich bestimmt noch viel
schuldiger fühlen, wenn er einen Geschlechtsakt nur zu seinem
eigenen Vergnügen vollzieht und nicht in der Absicht, Kinder zu
zeugen.
Der Satanist weiß genau, warum die frommen Eiferer die
Selbstbefriedigung als Sünde bezeichnen. Wie bei allen anderen
natürlichen Handlungen tun die Menschen es einfach, egal wie
streng sie dafür getadelt werden. Schuldgefühle zu verursachen
ist eine wichtige Facette ihres heimtückischen Plans, die
Menschen zu zwingen, für ihre >Sünden< zu büßen, indem
sie Geld für den Unterhalt der Tempel der Abstinenz spenden!
Auch wenn man sich nicht mehr mit der Last religiös begründeter
Schuld herumplagt (oder glaubt, es nicht mehr zu tun) - der
moderne Mensch hat trotzdem immer noch Schamgefühle, wenn er
seinem Verlangen nach Selbstbefriedigung nachgibt. Oft fühlt ein
Mann sich seiner Männlichkeit beraubt, wenn er sich selbst
befriedigt anstatt sich am Wettkampf bei der Jagd auf Frauen zu
beteiligen. Eine Frau befriedigt sich vielleicht selbst, sehnt
sich aber gleichzeitig nach der Steigerung ihres Selbstvertrauens
durch das Spiel der Verführung. Der Möchtegern-Casanova wie
auch der falsche Vamp finden es unangemessen, sich auf
Selbstbefriedigung zu >beschränken<; beide würden sogar
einen weniger passenden Partner vorziehen. Satanisch gesehen ist
es dagegen viel besser, sich einer perfekten Phantasievorstellung
hinzugeben als sich auf ein unergiebiges Erlebnis mit einem
anderen Menschen einzulassen. Bei der Selbstbefriedigung hat man
die ganze Situation unter Kontrolle.
Hier ist ein weiterer Beleg für die unstrittige Tatsache, daß
Selbstbefriedigung eine völlig normale und gesunde Handlung ist:
Alle Mitglieder des Königreichs der Tiere tun es. Auch
Menschenkinder folgen ihrem instinktiven Bedürfnis nach
Selbstbefriedigung, wenn sie nicht von ihren empörten Eltern
dafür ausgeschimpft werden, wie diese zweifellos auch von ihren
Eltern dafür ausgeschimpft wurden, ebenso wie die Generationen
davor.
Es ist traurig aber wahr, daß die Schuldgefühle der Eltern
unverändert auf ihre Kinder übertragen werden. Um unsere Kinder
vor dem unglückseligen sexuellen Schicksal unsere Eltern,
Großeltern und vielleicht sogar vor uns selbst zu schützen,
muß die pervertierte Moralvorstellung der Vergangenheit als das
entlarvt werden, was sie ist: Eine pragmatische Ansammlung von
Vorschriften, die uns zerstören werden, wenn wir sie strikt
befolgen! Wenn wir uns von den lächerlichen sexuellen
Maßstäben der heutigen Gesellschaft nicht befreien,
einschließlich der sogenannten sexuellen Revolution, werden die
Neurosen, die durch diese einengenden Regeln hervorgerufen
werden, fortbestehen. Die Befolgung der vernünftigen und
humanistischen neuen Moralvorstellungen des Satanismus kann - und
wird - eine Gesellschaft erschaffen, in der unsere Kinder gesund
und ohne die verheerenden moralischen Altlasten unserer kranken
Gesellschaft aufwachsen können.
NICHT ALLE VAMPIRE SAUGEN BLUT!
Satanismus bedeutet Verantwortung gegenüber den
Verantwortungsvollen anstatt Sorge um psychische Vampire!
Viele Menschen auf dieser Erde pflegen die Kunst, anderen
grundlos das Gefühl zu geben, sie seien für sie verantwortlich
oder ständen in ihrer Schuld. Der Satanismus kennt das wahre
Gesicht der Blutsauger. Psychische Vampire sind Individuen, die
anderen ihre Lebenskraft rauben. Dieser Menschentyp ist in allen
Bereichen der Gesellschaft zu finden. Sie erfüllen keinen
nützlichen Zweck in unserem Leben und werden weder von uns
geliebt noch sind sie wahre Freunde. Und trotzdem fühlten wir
uns bisher für diese psychischen Vampire verantwortlich, ohne zu
wissen warum.
Wenn du glaubst, das Opfer eines solchen Zeitgenossen geworden zu
sein, kannst du dies mit ein paar einfachen Regeln herausfinden.
Gibt es jemanden, den du oft anrufst oder besuchst, obwohl du es
eigentlich gar nicht willst, es aber trotzdem tust, weil du dich
sonst schuldig fühlst? Oder ertappst du dich dabei, wie du
ständig jemandem einen Gefallen tust, der dich gar nicht offen
darum bittet, sondern es nur andeutet? Diese psychischen Vampire
wenden oft die umgekehrte Taktik an, indem sie sagen:>Oh, ich
kann dich wirklich nicht bitten, das für mich zu tun< - und
du wirst folglich darauf bestehen, es zu tun. Diese psychischen
Vampire würden dich niemalsum etwas bitten. Das wäre viel zu
offensichtlich. Sie lassen ihre Wünsche einfach dezent
durchblicken und werden somit nicht als Nervensägen empfunden.
Es würde ihnen >niemals in den Sinn kommen, jemandem zur Last
zu fallen< und sie sind immer bereit, ihr Los zu akzeptieren -
nach außen hin!
Ihre Sünden bestehen nicht darin , etwas zu begehen, sondern
etwas zu unterlassen. Es ist nicht das, was sie sagen, sondern
das, was sie nicht sagen, das dir das Gefühl gibt, du seist
ihnen etwas schuldig. Sie sind viel zu gerissen, um dich offen um
etwas zu bitten, weil sie wissen, daß du dich darüber ärgern
würdest und einen konkreten und berechtigten Grund hättest, sie
abzuweisen.
Viele dieser Leute haben besondere >Merkmale<, die ihre
Abhängigkeit von dir noch einleuchtender und zwingender machen.
Viele psychische Vampire sind gebrechlich ( oder behaupten es zu
sein), oder sie sind >geistig oder emotional gestört<.
Andere heucheln Unwissenheit oder Unfähigkeit, damit du aus
Mitleid - oder öfter noch vor lauter Verzweiflung - die Sachen
selber zu erledigst.
Der traditionelle Weg, einen Dämon oder ein Elementalwesen zu
bannen ist, sie als das zu erkennen, was sie sind, und
auszutreiben. Diese modernen Dämonen und ihre Methoden zu
erkennen, ist das einzige Mittel gegen ihren verheerenden
Einfluß auf dich.
Die meisten Menschen nehmen das heuchlerische Wesen dieser auf
passive Weise bösartigen Individuen nur deshalb für bare
Münze, weil sie nie auf ihre heimtückischen Schachzüge
aufmerksam gemacht wurden. Sie glauben einfach, daß diese
>armen Seelen< weniger Glück gehabt haben als sie selbst
und haben daher das Gefühl, ihnen helfen zu müssen, wo sie nur
können. Es ist dieses fehlgeleitete Verantwortungsgefühl ( oder
das grundlose Gefühl von Schuld), das die
>Nächstenliebe<, von der diese Parasiten profitieren,
steigert!
Der psychische Vampir kann nur deshalb existieren, weil er sich
geschickt gewissenhafte, verantwortungsvolle Leute als Opfer
aussucht - Menschen, die ihre >moralischen Verpflichtungen<
sehr ernst nehmen.
Manchmal werden wir anstatt von Einzelpersonen von einer Gruppe
von Menschen vampirisiert. Jede Organisation, die Spenden
sammelt, sei es eine wohltätige Stiftung, ein Gemeinderat, ein
religiöser oder bruderschaftlicher Verein, sucht sich
sorgfältig einen Menschen als Vorsitzenden oder
Geschäftsführer aus, der dazu geeignet ist, anderen das Gefühl
der Schuld zu geben. Die Aufgabe dieses Vorsitzenden ist es, un
einzuschüchtern, bis wir zuerst unsere Herzen und dann unsere
Brieftaschen diesem >guten Menschen< öffnen, wobei nie
erwähnt wird, daß sie ihre Zeit oftmals nicht kostenlos opfern,
sondern einen fetten Lohn für ihren >noblen Taten<
erhalten. Sie sind Meister im Spiel mit dem Mitleid und der
Rücksichtnahme verantwortungsvoller Menschen. Wie oft sehen wir
kleine Kinder, die von diesen selbstgerechten üblen Kerlen
vorgeschickt werden, um dem Gutwilligen mühelos eine Spende zu
entlocken. Wer kann schon dem unschuldigen Charme eines Kindes
widerstehen?
Es gibt zwar Menschen, die nur glücklich sind, wenn sie geben
können, aber es sind nicht viele, die zu dieser Kategorie
gehören. Leider wird oft von uns verlangt, Dinge zu tun, von
denen wir glauben, daß man sie nicht von uns verlangen sollte.
Für einen pflichtbewußten Menschen ist es schwierig, zwischen
freiwilliger und aufgedrängter Wohltätigkeit zu unterscheiden.
Er will tun, was richtig und gerecht ist und findet es
verwirrend, sich entscheiden zu müssen, wem er helfen soll, und
in welchem Umfang Hilfe berechtigterweise von ihm erwartet werden
darf.
Jeder muß für sich selbst entscheiden, welche Verpflichtungen
er gegenüber seinen Freunden, seiner Familie und der
Gesellschaft hat. Bevor man seine Zeit und sein Geld denjenigen
opfert, die nicht zur Familie und zum engeren Freundeskreis
gehören, muß man entscheiden, was man abgeben kann, ohne seine
Nchsten zu benachteiligen. Hierzu gehören auch, bei denen, die
einem viel bedeuten, an sich selbst zu denken. Man muß
sorgfältig die Berechtigung einer Bitte und die Persönlichkeit
oder Motivation des Bittenden prüfen.
Es ist extrem schwierig, >Nein sagen< zu lernen, wenn man
sein ganzes Leben lang >Ja< gesagt hat. Aber wenn man nicht
ständig ausgenutzt werden will, muß man lernen, unter
bestimmten Umständen >Nein< zu sagen. Wer zuläßt, daß
psychische Vampire sich allmählich in seinem Alltagsleben
einnisten, aht blad kein Privatleben mehr - und das ständige
Gefühl der Verantwortung ihnen gegenüber wird seinben Energien
erschöpfen.
Ein psychischer Vampir sucht sich zum Aussaugen immer jemanden
aus, der relativ zufrieden mit seinem Leben ist - jemand, der
glücklich verheiratete ist, zufrieden mit seiner Arbeit ist und
im Großen und Ganzen gut mit der Welt, in der er lebt,
zurechtkommt. Die Tatsache, daß der psychische Vampir sich
glückliche Menschen als Opfer aussucht, zeigt, daß ihm dies
alles fehlt; und er wird alles tun, was er kann, um Ärger und
Zwietracht zwischen seinem Opfer und den Menschen, die es gern
hat, zu schüren.
Deshalb sei vorsichtig bei jedem, der keine richtigen Freunde und
kein wirkliches Interesse am Leben hat (außer an Dir). Er wird
dir wahrscheinlich sagen, daß er sehr wählerisch bei der
Auswahl seiner Freunde ist, oder daß er nicht leicht
Freundschaften schließt, da er besonders hohe Anforderungen an
seine Gefährten stellt ( um Freunde zu gewinnen und zu behalten,
muß man gewillt sein, einen Teil von sich zu geben - aber dazu
ist der psychische Vampir nicht fähig). Und er wird eilig
hinzufügen, daß du jede seiner Anforderungen erfüllst, und
daß du eine wahrhaft große Ausnahme unter den Menschen bist -
du bist einer der wenigen, die seiner Freundschaft würdig sind.
Um nicht verzweifelte Liebe ( die auch sehr selbstsüchtig ist)
mit psychischem Vampirismus zu verwechseln, muß man den großen
Unterschied zwischen beiden klarstellen. Der einzige Weg,
festzustellen, ob man vampirisiert wird, ist, das was man
jemandem gibt, dem gegenüberzustellen, was man von ihm bekommt.
Manchmal sind einem die Verpflichtungen lästig, die die
Angehörigen, ein naher Freund oder gar der Arbeitgeber einem
auferlegen, aber bevor man diesen Menschen als psychischen Vampir
abstempelt, muß man sich fragen: >Was bekomme ich dafür als
Gegenleistung?< Wenn deine Frau oder Geliebte darauf besteht,
daß du sie oft anrufst, du aber auch von ihr verlangst, daß sie
dir über die Zeit, die ihr nicht zusammen verbringt,
Rechenschaft ablegt, mußt du einsehen, daß das eine Situation
des Gebens und des Nehmens ist. Auch wenn ein Freund häufig zu
unpassender Zeit anruft und um Hilfe bittet, von dem du aber auch
manchmal dringend Hilfe benötigst, so ist das ein fairer Tausch.
Wenn dich dein Arbeitgeber fragt, ob du ein wenig mehr tun
könntest als normalerweise in deinem Arbeitsbereich von dir
verlangt wird, aber andererseits darüber hinwegschaut, daß du
gelegentlich zu spät kommst oder er dir bei Bedarf freigibt,
dann hast du sicher keinen Grund, zu klagen und dich von ihm
ausgenutzt zu fühlen.
Es ist jedoch Vampirismus, wenn du unaufhörlich zu etwas
aufgefordert wirst oder ständig jemand etwas von dir erwartet,
der selbst immer gerade dann andere >dringende
Verpflichtungen< hat, wenn du ihn um einen Gefallen bittest.
Viele psychische Vampire schenken dir materielle Dinge in der
Absicht, daß du das Gefühl hast, ihnen eine Gegenleistung zu
schulden, und binden dich so an dich. Der Unterschied zwischen
deinem und ihrem Geben besteht darin, daß deine Gegenleistung
nicht von materieller Art sein muß. Sie wollen, daß du dich
ihnen gegenüber verpflichtet fühlst und wären sehr enttäuscht
und sogar verärgert, wenn du versuchen würdest, ihnen
materielle Dinge zurückzuzahlen. Genaugenommen hast du >deine
Seele< an sie verkauft, und sie erinnern dich ständig an die
Schuld , die du ihnen gegenüber hast, indem sie sie nicht
erwähnen.
Für einen wahren Satanisten ist der einzige Weg, mit psychischen
Vampiren zu verkehren, sich dumm zu stellen und so zu tun, als
wären sie tatsächlich uneigennützig und würden wirklich keine
Gegenleistung erwarten. Erteile ihnen eine Lehre, indem du
liebenswürdig annimmst, was sie dir geben. Du mußt ihnen so
laut dafür danken, daß alle es hören und dann gehst du weg! So
gehst du als Sieger aus der Angelegenheit hervor. Was können sie
schon sagen? Aber wenn sie von dir unvermeidlich erwarten, daß
du ihre Großzügigkeit honorierst (das ist der harte Teil!) dann
sage >Nein< - aber, wie gesagt, liebenswürdig. Wenn sie
merken, daß du ihnen aus den Krallen fällst, werden zwei Dinge
geschehen. Zuerst werden sie den >Niedergeschlagenen<
spielen, in der Hoffnung, daß dein altes Gefühl von Pflicht und
Mitleid wiederkommt, und wenn (falls) dies nicht so ist, werden
sie ihr wahres Gesicht zeigen und böse und rachesüchtig werden.
Wenn du sie erst einmal bis zu diesem Punkt getrieben hast,
kannst du so tun, als wärst du gekränkt. Schließlich hast du
ja nichts Falsches getan - du hattest nur zufällig >wichtige
Vepflichtungen<, als sie dich brauchten, und das ja keine
Gegenleistung für ihre Geschenke erwartet wurde, gibt es
schließlich keinen Grund zur Verärgerung.
Normalerweise merkt der Vampir, wenn seine Methoden entdeckt
worden sind und wird nicht länger auf der Sache herumreiten. Er
wird seine Zeit nicht weiter mit dir vergeuden, sondern sich sein
nächstes ahnungsloses Opfer suchen.
Es kommt jedoch vor, daß der Vampir nicht ohne weiteres locker
läßt und alles nur mögliche versuchen wird, um dich zu
quälen. Er kann viel Zeit darauf verwenden, denn wenn er erst
einmal zurückgewiesen worden ist, wird er alles andere (das
wenige andere, das er sonst noch hat) vernachlässigen, um
ununterbrochen auf Rache zu sinnen, auf die er ein Recht zu haben
glaubt.
Aus diesem Grund ist es das beste, einer Bekanntschaft mit
Menschen dieser Art von Anfang an aus de Weg zu gehen. Du fühlst
dich von ihrer >Schmeichelei< und ihrer Abhängigkeit von
dir am Anfang vielleicht geehrt, und du findest ihre materiellen
Geschenke reizvoll, aber später wirst du alles vielfach
zurückzahlen müssen.
Verschwende deine Zeit nicht auf Menschen, die dich letztendlich
zerstören, sondern konzentriere dich statt dessen auf
diejenigen, die deine Verantwortung ihnen gegenüber zu schätzen
wissen und sich dir gegenüber auch verantwortlich fühlen.
Und wenn du ein psychischer Vampir bist - dann höre zu! Nimm
dich vor dem Satanisten in Acht - er ist bereit und gewillt, dir
voller Schadenfreude den sprichwörtlichen Pfahl ins Herz zu
rammen!
SINNESFREUDE DURCH HINGABE - OHNE ZWANG
Die höchste Ebene der menschlichen Entwicklung ist, sich seiner
Körperlichkeit bewußt zu sein!
Der Satanismus bestärkt seine Anhänger darin, ihren
natürlichen Trieben nachzugeben. Nur so kann man völlig
zufrieden und ohne Frustrationen leben, die für einen selbst und
andere schädlich sein können. Deshalb lautet die einfachste
Beschreibung der satanischen Denkweise:
Sinnesfreude anstatt Enthaltsamkeit!
Die Menschen verwechseln oft Zwang mit Sinnesfreude, aber
zwischen beiden besteht ein großer Unterschied. Zwang entsteht
niemals aus Sinnesfreude, sondern dadurch, daß man nicht zur
Sinnesfreude fähig ist. Wenn etwas tabuisiert wird, verstärkt
sich nur das Verlangen danach, es zu tun. Jeder tut gern Dinge,
die man ihm verboten hat. >Die verbotenen Früchte sind die
süßesten<.
Websters enzyklopädisches Wörterbuch erklärt Sinnesfreude
(indulgence) folgendermaßen: > Sich einer Sache hingeben;
sich nicht zurückhalten oder widersetzen; freien Lauf lassen;
Befriedigung durch Hingeben, gewähren lassen<. Die Definition
des Begriffes Zwang im gleichen Lexikon lautet: >Der Vorgang
des Bezwingens oder Antreibens mittels physischer oder
psychischer Gewalt; Bezwingen des Willens; (zwingend,
obligatorisch).< Mit anderen Worten, Sinnesfreude schließt
die freie Wahl mit ein, während Zwang das Fehlen von
Auswahlmöglichkeiten bedeutet.
Hat jemand keine Möglichkeit, seine Bedürfnisse auszuleben, so
stauen sich diese schnell auf und werden zu Zwängen. Wenn alle
die Möglichkeit hätten, ihre persönlichen Bedürfnisse in
regelmäßigen Abständen an einen bestimmten Ort auszuleben,
ohne Angst vor Peinlichkeit oder Vorwürfen, wären sie so
ausgeglichen, daß sie ein Alltagsleben ohne Frustrationen
führen könnte. Befreit könnten sie voller Schwung jede
Verpflichtung auf sich zu nehmen, die zu übernehmen sie sich
ausgesucht haben, anstatt halbherzig und ohne Kreativität an die
Arbeit zu gehen, da sie ihre natürlichen Triebe verleugnen
müssen. Das trifft jedenfalls in den meisten Fällen zu. Es gibt
aber auch solche Menschen, die besser unter Druck arbeiten.
Allgemein gesehen, sind es meistens die künstlerischen Berufe,
die einen gewissen Druck brauchen, um ihre Fähigkeiten voll zu
entfalten. Das bedeutet aber nicht, daß alle Künstler so
veranlagt sind. Im Gegenteil, viele Künstler können erst
richtig kreativ arbeiten, wenn sie ihre grundlegenden
animalischen Bedürfnisse befriedigt haben.
Meistens sind es jedoch nicht die Künstler oder Individualisten,
denen es an der Möglichkeit zum Ausleben ihrer Bedürfnisse
fehlt, sondern die durchschnittlichen Männern und Frauen der
Mittelschicht. Es ist eine Ironie, daß ausgerechnet der
verantwortungsbewußte, repektable Mensch - derjenige, der die
Rechnungen der Gesellschaft begleicht - derjenige ist, der am
wenigsten zurückbekommt. Er muß ständig auf seine
>moralischen Verpflichtungen< achten und wird verurteilt,
wenn er sich ganz normal seinen natürlichen Bedürfnissen
hingibt.
Die satanische Religion hält dies für eine grobe
Ungerechtigkeit. Derjenige, der seinen Verpflichtungen nachkommt,
sollte vorrangig ein Recht auf Vergnügungen seiner Wahl haben,
ohne Zensur durch die Gesellschaft, der er dient.
Endlich wurde eine Religion (Satanismus) geschaffen, die
diejenigen, die die Gesellschaft, in der sie leben,
unterstützen, lobt und belohnt, anstatt sie für ihre
natürlichen Triebe zu verurteilen.
Aus jeder Sammlung von Grundsätzen (seien sie religiös,
politisch oder philosophisch) kann etwas Gutes abgeleitet werden.
Aus Hitlers wahnsinnigem Konzept ragt ein Punkt heraus als
leuchtendes Beispiel dafür - >Kraft durch Freude!<. Hitler
war nicht verrückt, als er den Deutschen Glück für ihr
persönliches Leben versprach, um sich ihre Treue zu sichern und
sie zu Höchstleistungen anzutreiben.
Es ist längst erwiesen, daß die meisten Krankheiten
psychosomatisch bedingt sind und daß psychosomatische
Krankheiten eine direkte Folge von Frustrationen sind. Man sagt
>die Guten sterben jung.< Die Guten, nach christlichen
Maßstäben, sterben wirklich jung. Es ist die Frustration
unserer natürlichen Triebe, die zu einem vorzeitigen Verfall
unserer geistigen und körperlichen Verfassung führt.
Es ist modern, sich auf die Vervollkommnung von Gemüt und Geist
zu konzentrieren und zu glauben, daß es primitiv, ordinär und
ungehobelt ist, seinem Körper (der doch die eigentliche Hülle
ist, ohne die Gemüt und Geist gar nicht existieren könnten),
Freude zu bereiten. Dabei haben in letzter Zeit die meisten
Menschen, die sich für emanzipiert halten, die Normalität nur
verlassen, um in die Idiotie zu >transzendieren<! Indem sie
ihren Hintern krümmen, bis sie ihren Bauchnabel treffen und sich
von wilden und exotischen Diäten wie braunem Reis und Tee
ernähren, glauben sie, sie würden ein hohes Niveau geistiger
Entwicklung erreichen.
>Unsinn!< sagt der Satanist. Er ißt lieber was Leckeres,
übt seine Imaginationskraft und transzendiert mittels physischer
und emotionaler Erfüllung. Nach Meinung des Satanisten müßte
doch jeder froh sein, nach so vielen Jahrhunderten unsinniger
religiöser Vorschriften endlich einmal Mensch sein zu dürfen!
Falls jemand glaubt, daß er die Mittelmäßigkeit vermeiden
kann, indem er seine natürlichen Bedürfnisse unterdrückt, dann
sollte er sich die östlichen, mystischen Religionen ansehen, die
sich seit einigen Jahren einer großen Beliebtheit erfreuen. Das
Christentum ist ein >alter Hut<, deshalb haben sich
diejenigen, die diesen Fesseln entrinnen wollen, den sogenannten
>erleuchtenden Religionen<, wie dem Buddhismus zugewandt.
Obwohl das Christentum seine Kritik verdient hat, wird ihm
vielleicht mehr Schuld als gerechtfertigt ist zugewiesen. Den
Anhängern des mystischen Glaubens mangelt es genauso wie den
>fehlgeleiteten< Christen an Menschlichkeit. Beide
Religionen basieren auf abgedroschenen Philosophien, aber die
mystisch Frommen beteuern, erleuchtet und befreit zu sein von dem
schuldbelasteten Dogma, das typisch für das Christentum ist. Die
östliche Mystik ist noch mehr darum besorgt als der Christ, alle
animalischen Handlungen zu vermeiden, die ihn daran erinnern,
daß er kein >Heiliger< ist, sondern lediglich ein Mensch -
nur in anderer Form als ein Tier, manchmal besser, häufig jedoch
schlechter als die Vierbeiner, da er aufgrund seiner
>göttlichen geistigen und inellektuellen Entwicklung< zum
bösartigsten aller Tiere geworden ist.
Der Satanist fragt: > Was ist falsch daran, sowohl menschliche
Grenzen als auch Fähigkeiten zu haben?< Indem er seine
Wünsche verleugnet hat, kommt der Mystiker der Überwindung von
Zwängen genauso wenig näher wie seine gleichgesinnte Seele, der
Christ. Die mystischen östlichen Religionen haben dem Menschen
beigebracht, ihren Bauchnabel zu betrachten, auf dem Kopf zu
stehen, nackte Wände anzustarren, sich nicht zu schmücken, und
sich gegen jedes Verlangen nach materialistischen Freuden zu
disziplinieren. Nichtsdestotrotz bin ich sicher, daß du schon
genauso viele sogenannte Yogis gesehen hast, die wie jeder
andere, nicht auf das Rauchen verzichten können; oder genauso
viele angeblich emanzipierte Buddhisten, die ebenso erregt
werden, wie >weniger bewußte< Menschen, wenn sie mit dem
anderen - oder in manchen Fällen auch dem gleichen - Geschlecht
konfrontiert werden. Wenn man sie allerdings nach dem Grund für
ihre Heuchelei fragt, ziehen sie sich auf die Zweideutigkeit
zurück, die für ihren Glauben kennzeichnend sind - niemand kann
sie festnageln, wenn keine klaren Antworten gegeben werden!
Der einzige Grund, der diese Menschen dazu gebracht hat, eine
Religion der Abstinenz zu predigen, ist die Sinnesfreude. Ihr
zwanghafter Masochismus ist der Grund, warum sie sich eine
Religion ausgesucht haben, die nicht nur die Selbstverleugnung
befürwortet, sondern sie dafür lobt; auf diese Weise haben sie
einen sakrosankten Weg für ihre mesochistischen Bedürfnisse
gefunden. Je mehr sie ertragen können, um so heiliger werden
sie.
Der Masochismus ist für die meisten Menschen eine Zurückweisung
der Sinnesfreude. Der Satanismus deckt die tiefergehenden Gründe
auf und hält den Masochismus dagegen dann für eine Art
Sinnesfreude, wenn der Versuch, jemanden von seinen
masochistischen Neigungen abzubringen, auf Unwillen und/oder
Mißerfolg trifft. Der Satanist verurteilt diese Menschen nicht,
weil sie ein Ventil für ihre masochistischen Bedürfnisse
gefunden haben, aber er empfindet eine große Verachtung
denjenigen gegenüber, die nicht ehrlich genug sein können
(wenigstens sich selbst gegenüber), ihren Masochismus als einen
natürlichen Teil ihrer Persönlichkeit zu erkennen und zu
akzeptieren.
Eine Religion als Entschuldigung für Masochismus zu gebrauchen,
ist schon schlimm genug, aber diese Menschen haben obendrein noch
die Unverschämtheit, sich denjenigen gegenüber erhaben zu
fühlen, die ihre Fetische verleugnen! Diese Menschen wären die
ersten, die einen anderen verurteilen, der seine wöchentliche
Befriedigung darin gefunden hat, sich von jemanden durchprügeln
zu lassen, und der sich dadurch von dem Druck befreit , der ihn
sonst zu einem zwanghaften Kirchgänger oder religiösen
Fanatiker machen würde. Indem er ein Ventil für seine
masochistische Veranlagung findet, braucht er sich nicht mehr zu
erniedrigen und zu verleugnen, wie es diese zwanghaften
Masochisten tun.
Die Satanisten werden ermutig, den sieben Todsünden frönen,
womit sie niemandem wehtun; denn diese wurden von der
christlichen Kirche nur erfunden, um ihren Anhängern
Schuldgefühle zu verursachen. Die christliche Kirche weiß
genau, daß niemand diesen Sünden entgehen kann, da es alles
Dinge sind, die wir Menschen von Natur aus tun. Wenn diese
Sünden dann unvermeidlich begangen worden sind, bietet die
Kirche finazielle Möglichkeiten, sich bei Gott
>freizukaufen< und somit das Gewissen des Gemeidemitglieds
reinzuwaschen!
Satan hat noch nie ein Regelbuch benötigt, da die Lebenskraft
von sich aus dafür sorgt, daß der Mensch >sündhaft< und
fest entschlossen ist, sich und seine Gefühle zu erhalten.
Nichtsdestotrotz wird versucht, seinen Körper und seine Existenz
und seiner >Seele< willen zu demoralisieren, was nur
beweißt, wie irreführend und mißbräuchlich die Begriffe
>Sinnesfreude< und >Zwang< verwendet werden.
Sexuelle Handlungen werden vom Satanismus als selbstverständlich
akzeptiert und befürwortet, aber die Tatsache, daß er die
einzigeReligion ist, die diesen Standpunkt einnimmt, ist
offensichtlich der Grund, warum immer so viel darüber
geschrieben wird.
Da die meisten Menschen Religionen angehören, die sie sexuell
unterdrückt, ist es normal, daß alles, was zu diesem
provokativen Thema geschrieben wird, eine reizvolle Lektüre
bietet.
Wenn alle Versuche, etwas zu verkaufen (sei es ein Produkt oder
eine Idee) mißlungen sind - mit Sex klappt es immer. Der Grund
dafür ist, daß, obwohl die Menschen Sex heutzutage bewußt als
normale und notwendige Funktion akzeptieren, ihr Unterbewußtsein
immer noch an das Tabu gebunden ist, das die Religion ihnen
auferlegt hat. Und darum wird das, was ihnen verweigert wird, um
so heftiger begehrt. Das Schreckgespenst Sex überschattet in der
Literatur über die satanische Weltanschauung alles andere, was
sonst noch über Satanismus geschrieben wurde.
Der wahre Satanist wird vom Sex nicht mehr beherrscht als von
irgendwelchen anderen Bedürfnissen, die er hat. Wie bei allen
anderen angenehmen Dingen beherrscht der Satanist den Sex,
anstatt von ihm beherrscht zu werden. Weder ist er der perverse
Teufel, der nur darauf wartet, jede Jungfrau zu schänden, noch
ist er degeneriert und lungert verstohlen in >schmutzigen<
Buchläden herum und sabbert dort über den >schlimmen<
Bildern. Wenn Pornographie genau das ist, was er sich gerade
wünscht, dann kauft er sich eben, ohne sich zu schämen, einige
>Stücke seiner Wahl< und liest sie, wann es ihm paßt und
ohne Schuldgefühle.
>Wir müssen akzeptieren, daß der Mensch wegenseiner
dauernden Unterdrückung verärgert ist, aber wir müssen alles
tun, um die sündhaften Bedürfnisse der Menschen wenigstens
abzumildern, sonst rennen sie zügellos in dieses neue
Zeitalter<, sagen die frommen Eiferer des Pfades zur Rechten
dem fragenden Satanisten. >Warum glaubt ihr immer noch, daß
diese Bedürfnisse sündhaft sind und unterdrückt werden
müssen, wenn ihr jetzt doch zugebt, daß sie natürlich
sind?< entgegnet der Satanist. Könnte es sein, daß die
Weißlichter ein wenig >angesäuert< sind, weil sie nicht
vor den Satanisten auf die Idee gekommen sind, eine Religion zu
schaffen, der man gern folgt; und würden sie in Wahrheit nicht
vielleicht auch lieber ein bißchen mehr Freude am Leben haben,
können dies aber nicht zugeben, um ihr Gesicht nicht zu
verlieren? Und befürchten sie vielleicht, daß die Leute, wenn
sie vom Satanismus hören, sagen: >Das ist etwas für mich -
warum soll ich weiter einer Religion folgen, die mich für alles,
was ich tue, verurteilt, obwohl eigentlich gar nichts an mir
verkehrt ist?< Der Satanist denkt, daß dies mehr als
wahrscheinlich ist.
Zwar gibt es viele Beispiele dafür, daß die alten Religionen
immer mehr von ihren lächerlichen Beschränkungen aufgeben, aber
wenn die ganze Religion auf Abstinenz anstatt Sinnesfreude (wie
es eigentlich sein sollte) basiert, dann bleibt nach der
Modernisierung wenig übrig, was den heutigten Bedürfnissen des
Menschen entspricht. Warum also Zeit vergeuden und >auf ein
totes Pferd setzen<?
Die Parole des Satanismus lautet >SINNESFREUDE< anstatt
>Enthaltsamkeit<. ABER sie bedeutet nicht >Zwang<.
ÜBER DAS MENSCHENOPFER
Der mutmaßliche Grund für ein Opferritual ist, die Energie aus
dem Blut eines frisch geschlachteten Opfers in die Atmosphäre
der magischen Arbeit einzubringen und dadurch die Erfolgschancen
des Magiers zu vergrößern.
Da Blut Lebenskraft bedeutet, nehmen die >Weiß-Magier< an,
daß es keinen besseren Weg gibt, die Götter oder Dämonen zu
besänftigen, als ihnen eine ausreichende Menge davon anzubieten.
Wenn man diese These mit der Tatsache verbindet, daß eine
sterbende Kreatur reichlich Adrenalin und andere biochemische
Energien ausschüttet, so hat man scheinbar eine unschlagbare
Kombination.
Sa dem >Weiß-Magier< natürlich klas ist, welche
Konsequenzen die Ermordung eines Menschen nach sich zieht,
verwendet er für seine Zeremonien Vögel, Hühner oder andere
>niedere< Lebewesen. Offensichtlich empfinden diese
scheinheiligen Schurken keine Schuld, wenn sie anstatt eines
Menschen ein anderes Leben vernichten.
Ein >Magier<, der seinen Namen verdient, ist dagegen fähig
genug, die nötige Kraft aus seinem eigenen Körper zu gewinnen,
anstatt aus einem unfreiwilligen und unschuldigen Opfer!
Entgegen allen herkömmlichen magischen Theorien wird die
Freisetzung dieser Kraft nicht durch das Blutvergießen erreicht,
sondern durch den Todeskampf der lebenden Kreatur! Diese
Entladung bioelektrischer Energie ist dasselbe Phänomen, das bei
einer heftigen Zunahme von Gefühlen auftritt, wie z.B. ein
Orgasmus, blinder Zorn, tödlicher Schrecken, verzehrender Kummer
etc. Von diesen Gefühlsregungen sind Orgasmus und Wut
diejenigen, die man am einfachsten durch eigene Willenskraft
erzeugen kann: Als drittes folgt der Kummer. Wenn man bedenkt,
daß zwei der drei Regungen, die am leichtesten erzielt werden
können (Orgasmus und Wut), den Menschen als >sündhaft<
ins Unterbewußtsein eingebrannt wurden, so ist es kein Wunder,
daß diese von den >Weiß-Magiern<, die riesige Mühlsteine
an Schuld mit sich herumschleppen, gemieden werden!
Die hemmungslose und dumme Absurdität, auf dem Höhepunkt eines
Rituals ein unschuldiges Lebewesen zu töten, wie es von
einstigen >Hexern< praktiziert wurde, hielten sie
offentsichtlich für das >geringere Übel<, um eine
Energieentladungen zu erzeugen. Diese armen, schuldbewußten
Irren, die sich selbst Hexen oder Hexer nannten, hackten lieber
eines Ziege oder einem Huhn den Kopf ab, um ihren Todeskampf für
sich zu nutzen, als die >gotteslästerliche< Tapferkeit zu
besitzen, vor dem Jehova zu masturbieren, dessen Existenz sie
angeblich verleugnen! Der einzige Weg, durch den diese mystischen
Feiglinge sich rituell freisetzen können, ist die Qual des Todes
eines anderen (eigentlich stellvertretend für ihren eigenen)
anstatt sich mit den Kräften zu befassen, die Leben erzeugen!
Diejenigen, die auf dem Pfad des weißen Lichtes wandeln, sind
die eigetlichen Kalten und die Toten! Kein Wunder, daß diese
Kichererbsen der >mystischen Weisheit< sich in schützende
Kreise stellen und die >bösen< Kräfte bannen müssen, um
sich vor Angriffen zu schützen - EIN EINZIGER GUTER ORGASMUS
WÜRDE SIE WAHRSCHEINLICH TÖTEN!
Das Menschenopfer in einem satanischen Ritual bedeutet nicht,
daß das Opfer geschlachtet wird, um >die Götter zu
besänftigen<. Das Opfer wird symbolisch durch einen Spruch
oder Fluch zerstört. Dies führt zu körperlichen, geistigen
oder emotionalen Vernichtung des >Opfers<, auf eine Art und
Weise, die nicht dem Magier zugeschrieben werden kann.
De einzige Grund für ein solches Menschenopfer wäre, wenn es
einen doppelten Zweck erfüllt: Den Zorn des Magiers
freizusetzen, indem er einen Fluch ausstößt, und, weitaus
wichtiger, um ein völlig widerwärtiges Individuum, das es nicht
anders verdient hat, loszuwerden.
Ein Satanist würde unter keinen Umständen ei Tier oder ein Baby
opfern! Jahrhundertelang haben die Propagandisten des Pfades zur
Rechten getratscht über die angeblichen Opferungen kleiner
Kinder und übbiger Jungfrauen durch Teufelsanbeter. Man sollte
meinen, daß bei derart vorurteilsbeladenen Quellen jeder, der
solche abscheulichen Geschichten hört oder liest, sofort ihren
Wahrheitsgehalt anzweifelt. Im Gegenteil, wie bei allen
>heiligen< Lügen, die vorbehaltlos geglaubt werden, wird
diese Unterstellung bis heute aufrechterhalten!
Es gibt vernünftige und logische Gründe, warum der Satanist
keine solchen Opferungen vollzieht. Der Mensch, das Tier, ist
eine Gottheit für den Satanisten. Die reinste Form fleischlicher
Existenz lebt in den Körpern von Tieren und Menschenkindern, die
noch nicht alt genug sind, sich ihren natürlichen Bedürfnissen
zu verweigern. Sie können Dinge wahrnehmen, die der
durchschnittliche Erwachsene niemals wahrnehmen würde. Deshalb
sind dem Satanisten diese Lebewesen heilig, da er weiß, daß er
viel von diesen natürlichen Zauberern lernen kann.
Der Satanist kennt den Brauch von denjenigen, die auf dem Pfad
von Agarthi wandeln; die Vernichtung des Gottes. Da die Götter
immer nach der Vorstellung des Menschen geschaffen wurden - und
der Durchschnittsmensch haßt, was er in sich selbst sieht - muß
das Unvermeidliche geschehen: die Opferung des Gottes, der ihn
selbst darstellt. Der Satanist haßt weder sich noch die Götter,
die er sich eventuell wählt und hat kein Verlangen danach, sich
selbst zu zerstören oder etwas, das für ihn steht! Aus diesem
Grund könnte er nie einem Tier oder einem Kind absichtlich
Schaden zufügen.
Es stellt sich die Frage, >Wer kommt dann als geeignetes
Menschenopfer infrage und wie muß jemand befähigt sein, um
über eine solche Person zu urteilen?< Die Antwort ist brutal
einfach. Jeder, der dir Unrecht getan hat - jemand, der
>seinen Weg verlassen hat<, um dich zu verletzen und dir
und denjenigen, die dir lieb sind, absichtlich Ärger und Kummer
zu bereiten. Kurzgesagt, jemand der durch seine Taten geradewegs
dazu aufruft, verflucht zu werden.
Wenn jemand durch sein verwerfliches Benehmen praktisch danach
schreit, vernichtet zu werden, dann ist es wirklich deine
moralische Pflicht, diesem Wunsch nachzukommen. Derjenige, der
jede Gelegenheit nutzt, um auf anderen >herumzuhacken<,
wird oft fälschlicherweise >Sadist< genannt. In
Wirklichkeit ist er jedoch ein irregeleiterter Masochist, der auf
seine eigene Zerstörung hinarbeitet. Der Grund, weshlab dich
jemand bösartig angreift, ist entweder, weil er vor dir oder
dem, was du verkörperst, Angst hat oder weil er dir dein Glück
neidet. Er ist schwach, labil und bewegt sich auf schwankendem
Boden, wenn du ihn mit deinem Fluch belegst, und er ist das
ideale Menschenopfer!
Manchmal kann man leicht über die Missetaten des Opfers deines
Fluches hinwegsehen, wenn man bedenkt, wie >unglückliche<
diese Person in Wirklichkeit ist. Es ist aber längst nicht so
einfach, die zerstörerischen Fußspuren deines Gegners
zurückzuverfolgen und die Schäden wiedergutzumachen, die er
verursacht hat.
Das >ideale Opfer< ist vielleicht emotional labil, kann
aber trotzdem mit seinen Machenschaften deinem Ungestörtsein
oder guten Ruf ernsthaften Schaden zufügen.
>Geisteskrankheit<, >Nervenzusammenbrüche<,
>Unausgeglichenheit<, >Angstzustände<,
>zerrüttete Familien<, >Rivalitäten unter
Geschwistern< usw. mußten schon immer als bequeme Ausreden
für bösartige und unverantwortliche Handlungen herhalten.
Jeder, der sagt, >wir müssen versuchen, diejenigen zu
verstehen, die anderen unverdientermaßen das Leben schwer
machen<, unterstützt und fördert ein gesellschaftliches
Krebsgeschwür! Die Verteidiger dieser fanatischen Menschen
verdienen, daß man ihnen gehörig auf die Finger klopft!
Verrückte Hunde werden erschlagen, und sie hätten eher Hilfe
nötig als der Mensch, der das Thema irrationales Verhalten zu
leicht nimmt! Es ist einfach zu sagen, >Na und! - diese Leute
sind labil, die können mich nicht verletzen!< Aber es bleibt
dabei - wenn sie die Möglichkeit haben, zerstören sie dich!
Deshalb hast du absolut das Recht, sie (symbolisch) zu
vernichten, und wenn dein Fluch ihre Zerstörung bewirkt, dann
freue dich darüber, daß du es warst, der die Welt von dieser
Pest befreit hat! Wenn sich jemand an deinem Erfolg oder Glück
stört, schuldest du ihm nichts! Er soll zertrampelt werden! Wenn
die Menschen die Konsequenzen ihrer Taten ausbaden müßten,
würden sie es sich zweimal überlegen!
LEBEN NACH DEM TOD DURCH SELBSTERFÜLLUNG
Der Mensch weiß, daß er eines Tages sterben muß. Auch andere
Tiere wissen, wenn der Tod naht, daß sie sterben müssen; aber
erst wenn der Tod sicher ist, fühlt das Tier seinen
bevorstehenden Abschied von dieser Welt. Und selbst dann wissen
sie nicht genau, was Sterben bedeutet. Es wird oft behauptet,
daß Tiere den Tod dankbar annehmen, ohne Angst oder Widerstand.
Das ist eine schöne Vorstellung, die aber nur in den Fällen
stimmt, wenn der Tod für das Tier unvermeidlich ist.
Wenn ein Tier krank oder verletzt ist, wird es mit aller Kraft,
die ihm noch bleibt, um sein Leben kämpfen. Dieser
unerschütterliche Lebenswille würde auch dem Menschen, wenn er
nicht so >hochentwickelt< wäre, den Kampfgeist geben, den
er zum Überleben braucht.
Es ist eine bekannte Tatsache, daß viele Menschen einfach
sterben, weil sie aufgegeben haben und ihnen alles egal ist. Das
ist verständlich, wenn jemand sehr krank ist und keine Hoffnung
auf Heilung sieht. Aber dies ist oft nicht der Fall. Der Mensch
ist faul geworden. Er hat gelernt, den bequemsten Weg zu gehen.
Sogar Selbstmord ist für viele Menschen inzwischen weniger
abstoßend als manche andere Sünde. Die ist ganz allein die
Schuld der Religion.
Der Tod wird in den meisten Religionen al s großes geistiges
Erwachen gepriesen - eines, auf das man sich sein Leben lang
vorbereitet. Diese Vorstellung ist sehr ansprechend für
jemanden, der kein befriedigendes Leben gehabt hat; aber für
diejenigen, die alle Freuden, die das Leben zu bieten hat,
erfahren haben, ist mit dem Sterben eine große Furcht verbunden.
Und so sollte es auch sein. Es ist diese Lust am Leben, die dem
vitalen Menschen ermöglicht, nach dem unvermeidlichen Tod seiner
fleischlichen Hülle weiterzuleben.
Die Geschichte zeigt, daß alle Menschen, die ihr Leben für ein
Ideal gegeben haben, als Märtyrer vergöttert werden. Religiöse
und politische Führer waren schon immer sehr raffiniert beim
Aushecken ihrer Pläne. Indem sie ihren Zeitgenossen den
Märtyrer als leuchtendes Beispiel hinstellen, verhindern sie die
Reaktion des gesunden Menschenverstands, daß vorsätzliche
Selbstzerstörung jeder tierischen Logik widerspricht. Für den
Satanisten ist Märtyrertum und allgemeiner Heldenmut keine
Integrität sondern Dummheit. Dies trifft natürlich nicht zu in
Situationen, in denen die Sicherheit eines geliebten Menschen auf
dem Spiel steht. Aber sein eigenes Leben für so etwas
Unpersönliches wie religiöse oder politische Motive hinzugeben
ist das allerletzte an Masochismus!
Das Leben ist die große Sinnesfreude; der Tod die große
Enthaltsamkeit. Für jemanden, der mit seinem irdischen Dasein
zufrieden ist, ist das Leben ein Fest; und niemand verläßt gern
ein gutes Fest. Aus dem gleichen Grund wird derjenige, der das
Leben auf Erden genießt, dieses nicht gern für das Versprechen
eines Lebens nach demTod aufgeben, über das er nichts weiß.
Die östlichen mystischen Religionen bringen den Menschen bei,
sich gegen jeden bewußten Erfolgswillen zu disziplinieren, damit
sie mit dem >universellen kosmischen Bewußtsein<
verschmelzen - also gegen alles, was zu einem gesunden Gefühl
der Befriedigung oder des ehrlichen Stolzes auf irdische Erfolge
führt!
Es ist interessant festzustellen, daß in Gegenden, in denen
dieser Glaube gedeiht, materieller Reichtum nicht so einfach zu
erzielen ist. Aus diesem Grund muß der vorherrschende religiöse
Glaube seine Anhänger haben, wenn sie materielle Dinge ablehnen
und eine Ausdrucksweise vermeiden, die auf eine gewisse
materialistische Wertschätzung hindeutet. Auf diese Art können
die Menschen soweit besänftigt werden, daß sie ihr Los
akzeptieren, egal wie gering ihr Auskommen sein mag.
Der Satanismus verwendet viele Ausdrucksformen. Wenn es keine
Beziehungen gäbe, würden nur wenige von uns etwas im Leben
verstehen, geschweige denn eine Bedeutung damit verbinden - und
Bedeutung führt zum Verstehen, etwas, das jeder will, speziell
die östliche Mystik, die jedem beizubringen versucht, wie er
noch länger meditieren oder noch größeren Mangel oder Schmerz
ertragen kann als sein Mitmensch.
Die östlichen Philosophien predigen die Zerstörung des
menschlichen Selbstvertrauens, damit es nicht sündigen kann. Es
ist für den Satanisten unergründlich, wie man sich ein
Selbstvertrauen vorstellen soll, das sich selbst verleugnet.
Es ist klar, daß in Ländern, wo diese Taktik als
Beruhigungsmittel für die willig verarmten Menschen eingesetzt
wird, eine Philosophie, die die Verneinung des Selbstbewußtseins
lehrt, einer nützlichen Absicht dient - wenigstens für die
Mächtigen, denn für sie wäre es zum Nachteil, wenn ihr Volk
unzufrieden wäre. Aber wer jede Möglichkeit zu materiellem
Gewinn hat, muß doch verrückt sein, sich diese religiöse
Denkensweise auszusuchen!
Die östliche Mystik glaubt fest an die Wiedergeburt. Für einen
Menschen, der praktisch nichts in diesem Leben hat, mag die
Vorstellung, in einem früheren Leben eventuell ein König
gewesen zu sein oder es im nächsten Leben zu werden, sehr
attraktiv zu erscheinen und trägt dazu bei, sein Bedürfnis nach
Selbstrespekt zu befriedigen. Wenn es nichts gibt, auf das er in
diesem Leben stolz sein kann, dann tröstet er sich mit dem
Gedanken: >Es gibt immer noch die zukünftigen Leben<. Es
fällt dem Menschen, der an die Wiedergeburt glaubt, einfach
nicht auf, daß sein Vater, Großvater und Urgroßvater etc. kein
>gutes Karma< entwickeln konnte, obwohl sie doch alle den
gleichen Glauben und die gleichen ethischen Vorstellungen hatten
wie er - denn warum lebt er wohl jetzt in Entbehrung und nicht
wie ein Maharadscha?
Der Glaube an die Wiedergeburt führt in eine wunderschöne
Phantasiewelt, in der man den geeigneten Weg finden kann, sein
Selbstvertrauen auszudrücken und gleichzeitig behaupten kann, es
aufgelöst zu haben. Das spiegelt sich auch in den Rollen wider,
die sich die Menschen für ihr vergangenes oder zukünftiges
Leben vorstellen.
Wer an die Wiedergeburt glaubt, sucht sich nicht immer einen
ehrenwerten Charakter aus. Wenn er eine respektable und
konservative Persönlichkeit ist, wird er oft einen schillernden
Schurken oder Gangster wählen und befriedigt damit die andere
Seite seines Ichs. Und eine Frau, die einen hohen sozialen Status
genießt, wählt z.B. eine Hure oder eine berühmte Kurtisane
für die Beschreibung ihrer Rolle in einem früheren Leben.
Wenn die Menschen sich von dem Stigma, das mit ihrer
persönlichen Selbsterfüllung verbunden ist, trennen könnten,
müßten sie sich nicht mit solchen Spielen etwas vormachen, wie
an die Wiedergeburt zu glauben als ein Mittel, ihr natürliches
Bedürfnis nach Selbstbewußtsein zu befriedigen.
Der Satanist glaubt an seine vollkommene Selbstverwirklichung.
Der Satanismus ist in der Tat die einzige Religion, die die
Förderung oder Stärkung des Selbstvertrauens befürwortet. Nur
wer ausreichend Selbstvertrauen besitzt, kann es sich leisten,
gütig und höflich zu anderen zu sein, ohne seinen Selbstrespekt
zu verlieren. Wir denken immer, ein Angeber habe ein starkes
Selbstbewußtsein; aber in Wirklichkeit entsteht seine Angeberei
aus dem Bedürfnis, sein unterentwickeltes Selbstbewußtsein zu
befriedigen.
Die religiösen Führer haben ihre Anhänger immer durch die
Unterdrückung des Selbstvertrauens bei der Stange gehalten.
Indem sie ihren Anhängern das Gefühl der Unterlegenheit geben,
wird die Ehrfurcht für ihren Gott gesichert. Der Satanismus
ermutigt seine Mitglieder, ein ordentlich starkes Ego zu
entwickeln, das ihnen den notwendigen Selbstrespekt für ein
kraftvolles Leben auf dieser Erde gibt.
Wenn ein Mensch sein ganzes Leben lang vital war und bis zum Ende
um seine irdische Existenz gekämpft hat, dann weigert sich sein
Selbstbewußtsein zu sterben, selbst nach dem Tod des Körpers,
in dem es untergebracht war. Kleine Kinder sind um ihre
sprühende Begeisterung für das Leben zu beneiden. Dies wird
deutlich an dem Kind, das nicht ins Bett will, weil etwas
Aufregendes im Gange ist, und wenn es ins Bett gelegt wird,
schleicht es sich die Treppe hinunter und guckt heimlich hinter
dem Vorgang hervor. Diese kindliche Lebendigkeit ist es, die es
dem Satanisten ermöglicht, durch den Schleier von Finsternis und
Tod zu schauen und erdverbunden zu bleiben!
Selbstaufopferung wird von der satanischen Religion nicht
befürwortet. Falls es sich nicht um eine extreme Situation
handelt, in der der Tod eine Erlösung von einem unerträglichen
Leben auf Erden bedeutet, wird Selbstmord vom Satanismus
mißbilligt.
Die religiösen Märtyrer haben sich nicht das Leben genommen,
weil es für sie unerträglich war, sondern um ihr höchstes
Opfer als Werkzeug einzusetzen, den religiösen Glauben zu
fördern. Wir müssen daraus schließen, daß Selbstmord, wenn er
für die Kirche begangen wird, verziehen und sogar gefördert
wird - obwohl ihre Schriften ihn als eine schwere Sünde
bezeichnen - denn die alten religiösen Märtyrer wurden immer
verehrt und vergöttert.
Es ist ziemlich merkwürdig, daß der Selbstmord von anderen
Religionen nur dann für Sünde gehalten wird, wenn er freudig
geschieht.
RELIGIÖSE FEIERTAGE
Der höchste aller Feiertage der satanischen Religion ist der
eigene Geburtstag. Dies steht in direktem Widerspruch zum
heiligsten der heiligen Tage anderer Religionen, die einen
bestimmten Gott anbeten, den sie als ihr Ebenbild in
anthropomorpher Form erschaffen haben, und dadurch zeigen, daß
sie ihr Selbstbewußtsein gar nicht begraben haben.
Der Satanist denkt:>Warum sollte man nicht so ehrlich sein und
den Gott, den man sich vorstellt, als sich selbst vorstellen.<
Jeder Mensch ist ein Gott, wenn er sich selbst als Gott
anerkennt. So feiert der Satanist seinen eigenen Geburtstag als
wichtigsten Feiertag des Jahres. Bist du denn nicht glücklicher
über deine Geburt als über die Geburt von jemandem, den du
überhaupt nicht kennst? Oder, mal abgesehen von den religiösen
Feiertagen, warum sollte man dem Geburtstag eines Präsidenten
oder irgend einem Datum der Geschichte mehr Aufmerksamkeit
schenken als dem Tag, an dem wir auf diese großartigste aller
Welten gekommen sind?
Selbst wenn einige von uns nicht gewollt oder zumindest nicht
geplant waren, sind wir doch froh, hier zu sein, auch wenn es
sonst niemand ist! Du sollst dir auf die Schulter klopfen, dir
kaufen, worauf du Lust hast, dich behandeln wie den König (oder
der Gott), der du bist, und Deinen Geburtstag so aufwendig und
prunkvoll wie nur möglich begehen.
Nach dem eigenen Geburtstag sind die Walpurgisnacht und Halloween
oder All Hallow´s Eve (Vorabend vom Allerheiligen) die beiden
wichtigsten Feiertage.
St. Walpurgis - auch Walpurga oder Walburga, je nach Epoche und
Region, wurde in Sussex gegen Ende des siebten oder Anfang des
achten Jahrhunderts geboren und in Winburn, Dorset, erzogen, wo
sie, nachdem sie den Schleier nahm, 27 Jahre lang blieb. Sie zog
dann, auf Drängen ihres Onkels, St. Bonifazius und ihres Bruders
St. Willibald, mit einigen Nonnen nach Deutschland, wo sie
religiöse Ansiedlungen gründete. Ihre erste Niederlassung war
in Bischofsheim in der Diözese von Mainz, und zwei Jahre später
wurde sie Äbtissin des Benediktinerinnenklosters in Heidenheim,
in der Diözese von Eichstadt, Bayern, die ihrem Bruder Willibald
unterstellt war. Dort wurde zur gleichen Zeit ein anderer ihrer
Brüder, Winnebald, Vorsteher eines Mönchsklosters. Als er 760
starb, wurde sie seine Nachfolgerin und führte die Oberaufsicht
über beide Häuser bis zu ihrem Tod am 25. Februar 779. Ihre
Reliquien wurden nach Eichstadt gebracht und in einer Höhle
begraben, aus der eine Art bituminöses Öl austrat, später
bekannt als Walpurgisöl, dem man eine wundersame Wirkung gegen
Krankheiten nachsagte. Die Höhle wurde zum Wallfahrtsort und
eine große Kirche wurde an dieser Stelle gebaut. Man gedenkt
ihrer zu verschiedenen Gelegenheiten, hauptsächlich aber am 1.
Mai, der auf das Datum eines früheren heidnischen Festes fällt.
All dieses langatmige Geschwafel wurde erstaunlicherweise für
notwendig gehalten, um den Fortbestand des wichtigsten
heidnischen Festes des Jahres zuzulassen -den großartigen
Höhepunkt der Früjahrs-Tagundnachtgleiche!
Der Vorabend des 1. Mai ist dafür bekannt, daß alle Dämonen,
Gespenster, Schreckgespenster und Weiße Frauen hervorkommen und
ihre wilden Gelage abhalten, und damit die Verwirklichung der
Frühjahrs-Tagundnachtgleiche symbolisieren.
Halloween - All Hallows´ Eve oder All Saints´Day - fällt auf
den 31. Oktober oder 1.November. Ursprünglich war All Hallows´
Eve eines der großartigen Feuerfeste in Britannien zur Zeit der
Druiden. In Schottland bedeutete es den Zeitpunkt, wenn die
Geister der Toten, die Dämonen, Hexen und Zauberer ungewöhnlich
lebhaft und gnädig sind. Paradoxerweise war All Hallows´Eve
auch die Nacht, in der junge Leute magische Rituale vollzogen, um
ihre zukünftigten Lebenspartner zu bestimmen. Die Dorfjugend
beging den Abend mit viel fröhlichem Getöse und lustvoller
Feierei, aber die älteren Menschen trafen Vorkehrungen, ihre
Häuser vor den bösen Geistern, Hexen und Dämonen zu schützen,
die in dieser Nacht außergewöhnliche Kräfte hatten.
Die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen werden auch gefeiert,
weil sie den ersten Tag der Jahreszeiten ankündigen. Der
Unterschied zwischen einer Sonnenwende und einer
Tagundnachtgleich ist semantisch und definiert die Beziehunge
zwischen Sonne, Mond und den Fixsternen. Die Sonnenwende bezieht
sich auf Sommer und Winter; die Tagundnachtgleiche auf Frühling
und Herbst. Die Sommersonnenwende ist im Juni und die
Wintersonnenwende im Dezember. Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist
im September und das Frühlings-Äquinoktium im März. Sowohl die
Tagundnachtgleichen als auch die Sonnenwenden variieren um ein
oder zwei Tage von Jahr zu Jahr, abhängig vom jeweiligen
Mondzyklus, aber normalerweise fallen sie auf den 21. oder 22.
des Monats. Fünf oder sechs Wochen nach diesen Tagen werden die
sagenhaften satanischen Feiern zelebriert.
DIE SCHWARZE MESSE
Kein anderer Begriff wird so oft mit dem Satanismus in Verbindung
gebracht wie die Schwarze Messe. Die Feststellung, daß die
gotteslästerlichste aller religiösen Zeremonien nicht mehr ist
als eine literarische Erfindung, ist sicherlich eine Aussage, die
näher erläutert werden muß - aber nichts könnte wahrer sein.
Im allgemeinen stellt man sich die Schwarze Messe so vor: Ein
abtrünniger Priester steht vor einem Altar, der aus einer
nackten Frau mit breit abgespreizten Beinen und hervorgereckter
Vagina besteht, in jeder ihrer ausgestreckten Hände hält sie
eine schwarze Kerze aus dem Fett von ungetauften Kindern, und ein
Kelch mit Urin (oder Blut) einer Prostituierten steht auf ihrem
Bauch. Ein umgedrehtes Kreuz hängt über dem Altar, und
dreieckige Hostien aus Mutterkorn oder einer schwarzfleckigen
Rübe werden gesegnet, indem der Priester sie pflichtschuldigst
zwischen den Schamlippen der Altar-Frau hin und hergleiten
läßt. Dann, so wird gesagt, folgt eine Anrufung Satans und
diverser Dämonen, gefolgt von einer Reihe Gebeten und Psalmen,
die rückwärts vorgetragen werden und voller Obszönitäten sind
. . . und all das wird innerhalb der Grenzen eines
>schützenden< Pentagramms vollzogen, das auf den Boden
gezeichnetist. Falls der Teufel erscheint, so tritt er immer in
Form eines ziemlich eifrigen Mannes auf, mit dem Kopf eines
schwarzen Bocks auf den Schultern. Dann folgt ein Schwall von
Geißelungen, Gebetsbuch-Verbrennungen, cunnilingus, fellatio und
allgemeiner Hinterback.Küsserei - alles untremalt mit zotigen
Zitaten aus der Heiligen Schrift und hörbarem Anspucken des
Kreuzes! Wenn ein Baby während des Rituals geschlachtet werden
kann, um so besser; denn jeder weiß, daß das des Satanisten
Lieblingsbeschäftigung ist!
Es ist verständlich, daß diese Berichte über die Schwarze
Messe, die so abstoßend klingen, ihr Ziel erreichen, nämlich,
die Gläubigen an ihre Kirche zu binden. Jeder
>anständige< Mensch würde sich auf die Seite des
Inquisitors schlagen, wenn er von diesen Gotteslästerungen
hört. Die Propagandisten der Kirche haben gute Arbeit geleistet,
indem sie die Öffentlichkeit immer wieder über die Ketzereien
und ruchlosen Taten der Heiden, Katharer, Bogumilen, Templer und
anderer aufklärten, die wegen ihrer dualistischen Philosophien
und manchmal satanischen Logik ausgerottet werden mußten.
Die Geschichten von ungetauften Kindern, die von Satanisten
gestohlen wurden, um sie für die Messe zu benutzen, waren nicht
nur eine wirkunksvolle Propagandamaßnahme, sondern auch eine
zuverlässige Einkommensquelle für die Kirche. Jede christliche
Mutter würde schnellstens ihr Kind anständig taufen lassen,
wenn sie von diesen teuflischen Kindesentführungen hört.
Eine andere Facette der menschlichen Wesensart ist, daß der
Schriftsteller oder der Künstler mit lüsternen Gedanken sich
seine obszönsten Vorlieben ausmalen kann, indem er die
Aktivitäten dieser Ketzer beschreibt. Der Zensor, der sich
pornographisches Material ansieht, damit er weiß, wovor er die
anderen warnen muß, ist das moderne Gegenstück zum
mittelalterlichen Chronisten der obszönen Taten der Satanisten (
und natürlich auch die entsprechenden modernen Journalisten).
Man vermutet, daß die umfassendste pornographische Bibliothek
sich im Besitz des Vatikans befindet!
Es ist leicht ersichtlich, daß das Küssen des Hinterns des
Teufels während der traditionellen Schwarzen Messe ein
Vorläufer des Ausdrucks ist, mit dem man einen Menschen
beschreibt, der jemandem schmeichelt, um einen materiellen
Vorteil von ihm zu erhalten. Da alle satanischen Zeremonien einem
sehr konkreten oder materiellen Ziel dienten, wurde der oscularum
infame (oder Kuss der Schande) eher als symbolische Maßnahme
für den irdischen als für den geistigen Erfolg angesehen.
Normalerweise wird angenommen, daß die satanischen Zeremonien
immer als Schwarze Messe bezeichnet wird. Eine Schwarze Messe ist
nicht die magische Zeremonie, die von Satanisten praktiziert
wird. Der Satanist setzt die Schwarze Messe nur als ein
Psychodrama ein. Außerdem bedeutet der Begriff Schwarze Messe
nicht unbedingt, daß ihre Teilnehmer Satanisten sind. Eine
Schwarze Messe ist in erster Linie eine Parodie auf den
Gottesdienst der römisch-katholischen Kirche, kann aber auch als
Satire auf jede andere religiöse Zeremonie eingesetzt werden.
Der Satanist hält die Schwarze Messe als Gotteslästerung der
orthodoxen Riten für überflüssig. Die Gottesdienste der
etablierten Religionen sind schon an sich Parodien auf alte
Rituale, die von den Anbetern der Erde und des Fleisches
durchgeführt wurden. In dem Bemühen, den heidnischen Glauben
geschlechtslos und entmenschlicht zu machen, haben die späteren
Gläubigen die ehrliche Bedeutung der Rituale verfälscht und zu
den farblosen Inhalten gemacht, die heute als >wahre Messe<
gelten. Selbst wenn der Satanist jede Nacht damit verbringen
würde, eine Schwarze Messe zu feiern, so würde er nicht mehr
eine Karikatur zelebrieren als der fromme Kirchgänger, der
unwissentlich seine eigene >Schwarze Messe< besucht - seine
Parodie auf die ehrlichen und gefühlvollen Riten der heidnischen
Antike.
Jede Zeremonie, die man als Schwarze Messe betrachten kann, muß
schockierend und empörend sein, denn das ist offensichtlich die
Voraussetzung für ihren Erfolg. Im Mittelalter galt
Gotteslästerung als schockierend. Heutzutage hat die Kirche
nicht mehr das ehrfurchtgebietende Image wie zu Zeiten der
Inquisition. Die traditionelle Schwarze Messe ist längst nicht
mehr das ungeheuerliche Schauspiel für den dilettantiscehn oder
abtrünnigen Priester, die sie einmal war. Wenn der Satanist ein
Ritual erstellt, das als Psychodrama zur Bloßstellung einer
etablierten Einrichtung dienen soll, so achtet er sorgfältig
darauf, nicht ein Modethema auszuwählen, das bereits als Parodie
verwendet wurde. Auf diese Weise schlachtet er dann wirklich die
heilige Kuh.
Heutzutage würde eine Schwarze Messe solche >heiligen<
Themen bloßstellen wie östlichen Mystizismus, Psychatrie, die
psychodelische Bewegung, Ultra-Liberalismus, Patriotismus würde
gefördert, Drogen und ihre Gurus schlechtgemacht, kulturlose
Militante würden vergöttert, und der Verfall der kirchlichen
Theologien könnte sogar einen satanischen Anschub erhalten.
Der satanische Magus war immer der Katalysator bei der
Entwicklung gängiger Glaubensvorstellungen, und in diesem Fall
kann eine Zeremonie nach Art der schwarzen Messe einem
weitreichenden magischen Zweck dienen.
Im Jahr 1666 ereigneten sich in Frankreich einige sehr
interessante Vorfälle. Nach dem Tod von Francois Mansart, dem
Schöpfer des Trapezoids, dessen Geometrien zum Prototyp des
Geisterhauses werden sollte, wurde der Palast von Versailles nach
seinen Plänen errichtet. Die letzte glanzvolle Priesterin
Satans, Jeanne-Marie Bouvier (Madame Guyon) wurde übertrumpft
von einer scharfsinnigen Opportunistin und herzlosen
Geschäftsfrau namens Catherine Deshayes, auch bekannt als
>LaVoisin<. Sie war eine ehemalige Kosmetikerin, die,
während sie sich in Abtreibungen versuchte und äußerst
wirkunsvolle Gifte für Damen besorgte, die ihre Ehemänner oder
Liebhaber zu beseitigen wünschten, in den reißerischen
Berichten über >Schwarze Messen< ihre Inspiration fand.
Man kann mit Sicherheit sagen, daß 1666 das Jahr der ersten
>kommerziellen< Schwarzen Messe war! In der Gegend südlich
von St. Denis, heute La Garenne, erwarb die LaVoisin ein großes,
von Mauern umgebenes Haus, ausgestattet mit Apotheken, Zellen,
Laboratorien und . . . einer Kapelle. Bald wurde es ein Muß für
das Königshaus und einfache Laien, an den in diesem Kapitel
schon beschriebenen Zeremonien teilzunehmen. Der organisierte
Betrug, der sich durch diese Zeremonien zog, ging unauslöschlich
als >echte Schwarze Messe< in die Geschichte ein.
Als die LaVoisin am 13. Mai 1679 (übrigens in der Kirche unserer
Lieben Frau der guten Botschaft) verhaftet wurde, waren die
Würfel schon gefallen. Die erniedrigenden Aktivitäten der
LaVoisin hatten die Würde des Satanismus für viele kommende
Jahre zunichtegemacht.
Die Marotte, Satanismus als Spaß und Spiel zu betreiben, begann
in England Mitte des 18.Jahrunderts, in Form von Sir Francis
Dashwood´s Orden der Medmanham Franziskaner, im Volksmund Hell
Fire Club genannt. Indem er Blut, Gemetzel und Baby-Fett Kerzen
wegließ, leitete Sir Francis Rituale voller deftigem Spaß und
schuf somit eine farbenprächtige und harmlose Form des
Psychodramas für viele der führenden Köpfe seiner Zeit. Eine
interessante Nebenbeschäftigung von Sir Francis, die einen
Hinweis auf das Klima des Hell Fire Clubs gibt, war eine Gruppe,
die Dilettanten Club genannt wurde, und deren Gründer er war.
Im 19.Jahrhundert wurde der Satanismus verfälscht durch die
kläglichen Versuche von >Weißmagiern<, >Schwarze<
Magie zu praktizieren. Das war ein sehr paradoxer Zeitabschnitt
für den Satanismus, mit Schriftstellern wie Baudelair und
Huysmans, die trotz ihrer offensichtlichen Bessenheit vom Bösen
nette Kerle zu sein schienen. Der Teufel entwickelte seine
luziferanische Persönlichkeit in aller Öffentlichkeit und wurde
mit der Zeit zu einer Art Salonlöwe. Das war das Zeitalter der
>Experten< der Schwarzen Kunst, wie Eliphas Levi und
zahllosen Trance-Medien, die es mit ihren sorgsam in Grenzen
gehaltenen Geistern und Dämonen bis heute erreicht haben, auch
den Verstand vieler, die sich selbst als Parapsychologen
bezeichnen, in Grenzen zu halten!
Was den Satanismus angeht, so waren die deutlichsten Anzeichen
für diese Entwicklung die neo-paganistischen Riten von MacGregor
Mathers´ Hermetischen Orden der Goldenen Dämmerung, von
Aleister Crowley´s späterem Orden des Silbernen Sterns (A.´.A.
´. - Argentinum Astrum) sowie vom Orden der orientalischen
Tempelherren (O.T.O. - Ordo Templi Orientis); die geradezu
paranoisch jede Verbindung mit dem Satanismus leugneten, trotz
des von Crowley auf sich selbst bezogenen Bildes des Biestes aus
der Offenbarung. (Der O.T.O. ist Crowley´s Imitation der
deutschen Sekte mit gleichen Namens, die ursprünglich 1902
gegründet wurde, und von der einige Prinzipien in diesem Buch
dargestellt sind.) Wenn Crowley nicht gerade auf Berge stieg,
verbrachte er, abgesehen von recht bezaubernder Poesie und einem
Halbwissen an magischem Nippes, seine meiste Zeit als Blender par
exellence und machte Überstunden im Bösesein. Wie sein
Zeitgenosse, Montague Summers, lief Crowley offensichtlich den
größten Teil seines Lebens mit einem Knoten in der Zunge herum,
aber seine Anhänger sind heute irgendwie imstande, einen
esoterischen Sinn aus jedem seiner Worte herauszulesen.
Mit diesen Gesellschaften in Übereinstimmung befanden sich die
Sex-Clubs, die den Satanismus als ihre Grundlage benutzten - und
zwar bis heute, sehr zur Freude der Boulevardpresse.
Wenn es also so aussieht, daß die Schwarze Messe sich aus einer
literarischen Erfindung der Kirche zu einer lasterhaften
kommerziellen Realität entwickelt hat, zu einem Psychodrama für
Dilettanten und Bilderstürmer, zu einem Trumpf im Ärmel der
Messenmedien . . . wo ist dann der Zusammenhang in den Jahren
nach 1666?
Die Lösung dieses Rätsels findet sich in einem weiteren
Rätsel. Praktiziert derjenig, der als Satanist angesehen wird,
wirklich Satanismu in seinem wahrhaften Sinn oder eher aus der
Sicht der Meinungsmacher himmlischer Glaubensrichtungen? Es wurde
oft und richtigerweise gesagt, daß alle Bücher über den Teufel
von Stellvertretern Gottes geschrieben wurden. Deshalb ist es
einfach nachzuvollziehen, wie durch die Lügen von Theologen eine
gewisse Brut von Teufelsanbetern erfunden wurde. Dieser einstige
>böse< Mensch praktiziert nicht unbedingt den wahren
Satanismus. Auch ist er nicht die Verkörperung des
uneingeschränkten Stolzes auf sich selbst, die dazu führte,
daß die neo-paganistische Welt von der Kirche als böse
bezeichnet wird. Er ist statt dessen das Produkt späterer und
ausgefeilterer Propaganda.
Der Pseudo-Satanist hat es immer wieder fertiggebracht, durch
seine schwarzen Messen mit mehr oder weniger heftiger
Gotteslästerung in der modernen Geschichte aufzutauchen; aber
der wirkliche Satanist ist nicht ganz so einfach als solcher zu
erkennen.
Es wäre vereinfacht zu sagen, daß alle erfolgreichen Männer
oder Frauen auf Erden ohne es zu wissen, praktizierende
Satanisten sind; aber das Streben nach irdischem Erfolg und seine
Verwirklichung sind sicher ein guter Grund für den heiligen
Petrus, ein vernichtendes Urteil zu sprechen. Wenn es für den
reichen Menschen so schwierig zu sein scheint, in den Himmel zu
kommen, wie für das Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen; wenn
die Liebe zum Geld die Wurzel alles Bösen ist; dann müssen wir
einfach daraus schließen, daß die mächtigsten Menschen auf
dieser Welt die größten Satanisten sind. Dies trifft auf
Finanziers, Industrielle, Päpste, Poeten, Diktatoren und alle
mit ihnen verbundenen Meinungsmacher und Drahtzieher des
Geschehens auf dieser Erde zu.
Gelegentlich wird durch eine >undichte Stelle< bekannt,
daß einer dieser rätselhaften Männer oder eine dieser Frauen
dabei ertappt wurde, sich in Schwarzer Magie zu versuchen. Diese
gehen dann natürlich als >geheimnisvolle
Persönlichkeiten< in die Geschichte ein. Namen wie Rasputin,
Sacharow, Cagliostro, Rosenberg und ihresgleichen sind sozusagen
Anhaltspunkte für das Vermächtnis-Satans . . . ein
Vermächtnis, das über ethnische, rassische und wirtschaftlich
Unterschiede sowie irdische Ideologien hinausgeht. Der Satanist
hat immer die Welt regiert . . . und er wird es immer tun, egal,
wie man ihn nennt.
Eines ist sicher: Die Maßstäbe, die Philosophie und die
Praktiken, die auf diesen Seiten dargelegt werden, werden von den
selbstbewußtesten und mächtigsten Menschen auf dieser Erde
angewandt. In den geheimen Gedanken jeder Frau und jedes Mannes
mit gesunden und klaren Menschenverstand ruht die Fähigkeit zum
Satanisten. Das Zeichen der Hörner soll Vielen erscheinen und
nicht nur einigen Wenigen; und der Magier wird sich zeigen, auf
daß man ihn erkennt.
( ERDE )
DAS BUCH BELIAL
DIE HERRSCHAFT ÜBER DIE ERDE
Der Grund für die große Anziehungskraft der Magie ist nicht
ihre Anwendung, sondern die Art und Weise, wie sie dargestellt
wird. Das Element des Geheimnisvollen, das die Schwarzen Künste
so sehr umhüllt, wurde stets entweder wohlüberlegt oder aus
Unwissenheit von denen gepflegt, die sich oft als die größten
Experten in diesen Dingen ausgeben. Wenn die kürzeste Entfernung
zwischen zwei Punkten eine Gerade ist, dann haben die etablierten
Okkultisten offensichtlich Labyrinthe geschaffen. Die Grundlagen
der zeremoniellen Magie wurden lange als äußerst geheime
Bestandteile des schulmäßigem Mystizismus betrachtet, und die
Möchtegern-Zauberer wurden das Opfer der Kunst der Irreleitung,
die sie eigentlich selbst einsetzen sollten! Das erinnert an den
Studenten der angewandten Psychologie, der glaubt, alle Antworten
zu kennen, aber nicht in der Lage ist, Freunde zu gewinnen.
Was nützt das Studium der Unwahrheiten, e sei denn, daß alle an
Unwahrheiten glauben? Viele glauben zwar an Unwahrheiten, aber
handeln nach den Naturgesetzen. Auf dieser Prämisse beruht die
Satanische Magie. Dies ist eine Fibel - ein Grundlagentext der
materialistischen Magie. Quasi ein satanischer Duden.
Belial bedeutet >ohne Meister< und symbolisiert wirklich
Unabhängigkeit, geistige Selbstständigkeit und persönliche
Erfüllung. Belial verkörpert das Element Erde, und darin
enthalten ist Magie, die mit beiden Beinen auf dem Boden steht -
greifbare, handfeste magische Arbeit - keine mystischen
Plattheiten ohne objektive Begründung. Probiere nicht länger
herum. Hier geht es um den Kern der Sache!
THEORIE UND PRAXIS DER SATANISCHEN MAGIE
( Definition und Zweck)
Die Definition der Magie, wie sie in diesem Buch beschrieben
wird, lautet: >Veränderung von Situationen oder Ereignissen
entsprechend dem eigenen Willen, die mit allgemein üblichen
Methoden nicht verändert werden können.< Dies läßt
zugegebenermaßen einen großen Spielraum für persönliche
Auslegungen. Manche behaupten, daß diese Anweisungen und
Verfahren nichts anderes sind als angewandte Psychologie, oder
wissenschaftliche Tatsachen, die mit >magischen< Begriffen
bezeichnet werden - bis sie auf eine Stelle im Text stoßen, die
sich >wissenschaftlich nicht erklären läßt<. Aus diesem
Grund wurde auch nie versucht, die Erklärungen für einen
bestimmten festgelegten Begriff zu begrenzen. Magie ist niemals
völlig wissenschaftlich erklärbar, aber Wissenschaft wurde
immer mal für Magie gehalten.
Es gibt keinen Unterschied zwische >Schwarzer< und
>Weißer< Magie, außer in der selbstgefälligen Heuchelei,
der schuldgeplagten Selbstgerechtigkeit und dem Selbstbetrug des
>weißen< Magiers persönlich. In der klassischen
religiösen Tradition wird >Weiße< Magie für
uneigennützige, wohlmeinende und >gute< Zwecke eingesetzt,
während >Schwarze< Magie für persönliche Glorifizierung
und Macht sowie für >böse< Zwecke ausgeübt wird. Niemand
auf dieser Welt, der sich mit okkulten Studien, Metaphysik, PSI,
Yoga oder irgendwelchen anderen >Weißlicht< - Inhalten
beschäftigt, tut dies ohne das Ziel der persönlichen Genugtuung
und Stärkung der eigenen Macht. Der eine geht lieber im
Büßerhemd und der andere in Seide. Des einen Freud ist des
anderen Leid, und das trifft auch auf >Gut< und
>Böse< zu. Jeder praktizierende Magier ist überzeugt
davon, daß seine Art der Magie die >richtige< ist.
Es gibt zwei Katagorien von Magie, rituell bzw. zeremoniell und
nicht-rituell bzw. manipulativ. Ritualmagie beinhaltet die
Durchführung einer formalen Zeremonie, die zumindest teilweise
in einem für diese Zwecke und für eine bestimmte Zeit
abgegrenzten Raum stattfindet. Ihre Hauptaufgabe ist es,
ansonsten anderweitig vergeudetes Adrenalin und emotionell
hervorgerufene Energie zu isolieren und in eine dynamische
übertragbare Kraft umzuwandeln. Das Ritual ist eine rein
emotionale und keine intellektuelle Angelegenheit. Jegliche
intellektuelle Handlung muß vor und nicht während der Zeremonie
stattfinden. Diese Art der Magie wird manchmal als >Höhere
Magie< bezeichnet.
Nicht-rituelle oder manipulative Magie, auch >niedere
Magie< genannt, besteht aus der List und Tücke, die man
erreicht durch den Einsatz bestimmter Mittel und künstlich
hervorgerufener Situationen, und deren Anwendung zu >einer
Veränderung in Übereinstimmung mit dem eigenen Willen<
führt. In früheren Zeiten wurde dies als >Faszination<,
>Ausstrahlung< oder >böser Blick< bezeichnet.
Die meisten Opfer der Hexenprozesse waren gar keine Hexen. Oft
waren die Opfer exzentrische alte Frauen, die entweder senil oder
gesellschaftlich nicht angepaßt waren. Andere waren
außergewöhnlich attraktive Frauen, die die Aufmerksamkeit
mächtiger Männer auf sich lenkten und ihren
Annäherungsversuchen nicht nachgaben. Die richtigen Hexen wurden
selten hingerichtet oder vor Gericht gestellt, da sie die Kunst
der Bezauberung beherrschten und mit ihrem Charme ihr Leben
retten konnten. Die meisten wirklichen Hexen haben mit den
Inquisitoren geschlafen. Das ist der Ursprung des Wortes
>Ausstrahlung<. Die alte Bedeutung von Ausstrahlung war
Hexerei. Das wichtigste Gut einer modernen Hexe ist ihre
Fähigkeit, verlockend zu wirken bzw. ihre Ausstrahlung
einzusetzen. Das Wort >Faszination< hat eine ähnliche
okkulte Bedeutung. Mit Faszination wurde das böse Auge
beschrieben. Den Blick eines Menschen auf sich zu ziehen, mit
anderen Worten, ihn zu faszinieren, bedeutete, ihn mit dem bösen
Blick zu verfluchen. Wenn es also eine Frau die Fähigkeit
besaß, Männer zu faszinieren, wurde sie als Hexe angesehen.
Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung einer Hexe oder eines
Hexers ist der wirkungsvoll eingesetzte Befehl >Hersehen<.
Um jemanden zu manipulieren, muß man zuerst seine Aufmerksamkeit
erregen und halten.
Die Methoden, mit denen der Befehl >hersehen< durchgesetzt
werden kann, sind Sex, Gefühl oder Wunder bzw. eine Kombination
der drei. Eine Hexe muß ehrlich entscheiden, in welche der
Kategorien sie ihrem Wesen nach am besten paßt. Die erste
Kategorie, Sex, ist offensichtlich. Wenn eine Frau attraktiv ist
oder sexuelle Anziehungskraft besitzt, sollte sie alles
unternehmen, um sich so verlockend wie möglich darzustellen und
somit ihr Geschlecht als ihre mächtigste Waffe einzusetzen. Wenn
sie erst einmal die Aufmerksamkeit eines Mannes durch ihre
sexuelle Ausstrahlung erregt hat kann sie ihn nach ihrem Willen
beeinflussen. Die zweite Kategorie ist das Gefühl.
Üblicherweise fallen ältere Frauen in diese Kategorie. Hierzu
gehört die >weise Frau<, die in einem kleinen Häuschen
auf dem Lande wohnt, und von der die Leute denken, daß sie ein
wenig exzentrisch ist. Kinder sind üblicherweise fasziniert von
dieser Art Hexe, da sie ihre Phantasie anregt, und junge
Erwachsene holen sich bei ihr weise Ratschläge. Durch ihre
Unschuld können Kinder ihre magische Kraft wahrnehmen. Indem sie
ihr Image als nette alte Dame von nebenan pflegt, kann sie die
Kunst der Irreführung einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen. Die
dritte Kategorie ist das Wunder. Diese Kategorie paßt zu Frauen,
an deren Aussehen etwas Seltsames oder Furchteinflößendes ist.
Damit können sie die Menschen beeinflussen, weil diese ganz
einfach Angst vor den Konsequenzen haben, wenn sie nicht
gehorchen.
Manche Frauen passen gleichzeitig in mehrere Kategorien. Zum
Beispiel kann das junge Mädchen, das sauber und unschuldig
wirkt, aber göleichzeitig sehr sexy ist, Sex mit Gefühl
kombinieren. Oder die Femme fatale, die ihren Sexappeal mit einem
finsteren Unterton verbindet, kann Sex und Wunder einsetzen. Wenn
dei Hexe ihre Fähigkeiten analysiert hat, muß sie entscheiden,
in welche Kategorie, bzw. Kombination von Kategorie sie fällt
und kann diese dann in der angemessenen Art einsetzen.
Auch ein Mann, der ein erfolgreicher Magier werden will, muß die
für ihn geeignete Kategorie aussuchen. Der attraktive oder
sexuell anziehende Mann fällt natürlich in die erste Kategorie
- Sex. Die zweite Kategorie, Gefühl, paaßt zum älteren Mann,der
z.b. elbenhaft oder als Waldbewohner auftritt. Der nette alte Opa
( oft ein alter Lustmolch!) fällt auch in die Kategorie Gefühl.
Der dritte Typ Mann ist der mit dem finsteren oder teuflichen
Aussehen. Genau wie die Frauen muß jeder dieser Männer seine
spezielle Wesensart einsetzen, um den Blick auf sich zu ziehen.
Sein Aussehen einzusetzen, um emotionale Reaktionen zu erzielen,
ist eines der wichtigsten Mittel in der Praxis der niederen
Magie. Jeder, der so dumm ist, zu sagen >Die äußere
Erscheinung ist unwichtig<, täuscht sich schwer. Gutes
Aussehen ist nicht nötig, aber ein >Aussehen< ist
unbedingt notwendig!
Geruch ist ebefalls ein wichtiger Faktor der Beeinflussung in der
niederen Magie. Tiere fürchten sich und mißtrauen bekanntlich
allem, das nicht riecht. Und auch wenn wir, als menschliche
Tiere, das Urteil, das wir mit dem Geruchssinn fällen, vom
Verstand her ablehnen, so werden wir von ihm doch genau so
beeinflußt wie die Vierbeiner. Wenn du ein Mann bist und eine
Frau bezaubern lassen willst, lasse die natürlichen
Ausdünstungen deines Körpers ausströmen, als animalischen
Kontrast zu deiner korrekten Erscheinung. Wenn du als Frau einen
Mann verzaubern willst, sollst du nicht fürchten, daß du ihn
>beleidigst<, nur weil du die Öle und Düfte deines
Körpers nicht abgeschrubbt hast oder die Stelle zwischen deinen
Schenkeln nicht trocken und steril ist. Diese natürlichen
Gerüche sind die sexuellen Reizmittel, die die Natur in ihrer
magischen Weisheit geschaffen hat.
Alle Gerüche, die angenehme Erinnerungen und Nostalgie
hervorrufen, stimulieren das Gefühl. Den Magen eines Mannes zu
bezaubern beginnt schon mit dem leckeren Duft des Essens! Für
den >Gefühlstyp< unter den Hexen ist diese Art der
Verzauberung am praktischsten. Man braucht sich auch gar nicht
lustig zu machen über die Taktik des Mannes, der eine junge Frau
bezaubern wollte, die ihren Kindheitserlebnissen in einem
Fischerdorf nachtrauerte: Die Methoden der niederen Magie
nutzend, steckt er sich eine Makrele in die Hosentasche und
erntete die Früchte der großen Liebe.
DIE DREI ARTEN DES SATANISCHEN RITUALS
In der satanischen Magie gibt es drei Arten von Zeremonien. Jeder
spricht ein bestimmtes menschliches Grundgefühl an. Die erste
ist das sexualmagische Ritual.
Ein sexualmagisches Ritual ist das, was üblicherweise als
Liebeszauber bezeichnet wird. Der Zweck eines solchen Rituals ist
es, Verlangen nach dir in der Person zu wecken, die du begehrst
oder einen Geschlechtspartner herbeizurufen, der deine Wünsche
befriedigt. Wenn du keine bestimmte Person oder eine Art von
Person im Sinn hast, deren Vorstellung dich so anregt, daß es
zum Orgasmus kommt, wirst du keinen Erfolg bei deiner Arbeit
haben. Und falls du zufällig trotzdem mit dem Ritual Erfolg
hast, wäre es doch ziemlich umsonst, wenn du die Gelegenheit
nicht nutzen kannst, weil es dir an Anregung oder Verlangen
mangelt. Man kann leicht Beschwörung aus tiefergehenden Motiven
mit Liebeszauber zur Erfüllung sexueller Bedürfnisse
verwechseln.
Beschwörungen mittels Zeremonialmagie zur Stärkung der eigenen
Macht sind Mitleids- oder Schadensrituale oder beides. Wenn du
unbedingt etwas haben willst oder brauchst, weil du sonst
unglücklich oder verärgert bist, und du es erhalten kannst
durch die Anwendung von Bezauberung und Beschwörungen, ohne
jemandem Schaden zuzufügen, dann ist das Mitleidsritual das
richtige, um deine Macht zu vergrößern. Wenn du ein Opfer, das
es verdient hat, für deine Ziele verzaubern oder zu etwas
verleiten willst, wendest du ein Schadensritual an. An diese
Formeln sollte man sich strikt halten, weil die Anwendung eines
falschen Rituals zu Problemen komplizierter Art führen kann.
Ein gutes Beispiel ist die junge Frau, die sich belästigt fühlt
von einem unbarmherzigen Verehrer. Wenn sie ihm nicht falsche
Hoffnungen gemacht hat, dann sollte sie ihn als das betrachten,
was er ist, nämlich ein psychischer Vampir und ihn seine
masochistische Rolle spielen lassen. Wenn sie ihn aber frivol
bezaubert und ermutigt hat, dann ist es ihre eigene Schuld, wenn
sie zum Objekt seiner ständigen Begierde wird, und er ihr
lästig ist. Solche Übungen dienen lediglich der
Selbstbestätigung für Charaktere, die aus mangelndem
Selbstvertrauen solche kleinen Hexereien nötig haben. Der
Satanist hat dagegen genügend Selbstbewußtsein, um
Beschwörungen für die eigene sexuelle Erfüllung einzusetzen
oder zur Erlangung von Macht oder eines bestimmtes Erfolges.
Die zweite Art eines Rituals ist mitleidiger Natur. Das Mitleids-
oder Symphatieritual wird durchgeführt, um anderen oder sich
selbst zu helfen. Gesundheit, häusliches Glück, wirtschaftliche
Aktivitäten, materieller oder schulischer Erfolg sind nur einige
der Gründe, aus denen man ein Mitleidsritual anwenden kann. Man
kann durchaus sagen, daß diese Art der Zeremonie die wirkliche
Wohltätigkeit ist, denn, so heißt es, >Wohltätigkeit
beginnt zu Hause.<
Die dritte motivierende Kraft für ein Ritual ist die der
Zerstörung. Diese Zeremonie wird angewendet aus Zorn,
Verärgerung, Geringschätzung, Verachtung oder aus purem Haß.
Dieses Ritual ist bekannt als Verhexen, als Fluch oder als Mittel
der Zerstörung.
Einer der größten Irrtümer der rituellen Magie ist die
Annahme, daß das Opfer eines Fluches, an die Kräfte der Magie
glauben muß, um geschädigt oder vernichtet zu werden. Nichts
ist weiter von der Wahrheit entfernt, denn die größten Spötter
waren schon immer die leichtesten Opfer. Der Grund ist
erschreckend einfach. Der unzivilisierte Stammesangehörige ist
der erste, der zu einem Hexendoktor oder Schamanen rennt, wenn er
glaubt, daß ein Fluch gegen ihn von einem Feind ausgestoßen
wurde. Die Drohung und das Vorhandensein von Schmerz und Pein
sind ihm ständig im Bewußtsein, und der Glaube an die Macht des
Fluches ist so stark, daß er jede Vorsichtsmaßnahme dagegen
ergreift. Durch Anwendung von Sympathiemagie wirkt er jedem
Mißgeschick, das ihm begegnen könnte, entgegen. Dieser Mensch
paßt auf sich auf und geht kein Risiko ein.
Der >Aufgeklärte< dagegen, der keinen Pfifferling für
solchen >Aberglauben< gibt, verbannt seine instinktive
Furcht vor dem Fluch in s Unbewußte, wo sie zu einer enormen
zerstörerischen Macht anwächst, die mit jedem Unglück größer
wird. Selbstverständlich leugnet der Ungläubige nach jedem
neuen Rückschlag automatisch einen Zusammenhang mit dem Fluch.,
besonders sich selbst gegenüber. Dieses bewußte Verleugnen der
Macht eines Fluches führt letztendlich zu seinem Erfolg, weil
des Opfer ständig vom Pech verfolgt wird. In vielen Fällen wird
das Opfer jeglichen magischen Einfluß auf sein Schicksal
abstreiten, sogar bis zum letzten Atemzug - obgleich der Magier
hoch zufrieden ist, daß seine gewünschten Resultate
eingetroffen sind. Es muß noch einmal daran erinnert werden,
daß es unerheblich ist, ob jemand deiner Arbeit Bedeutung
beimißt, so lange die Ergebnisse der Arbeit mit deinem Willen
übereinstimmen. Der Super-Logiker wird das Ergebnis eines
Rituals immer als >Zufall< bezeichnen.
Ob Magie nun für konstruktive oder destruktive Zwecke
praktiziert wird, der Erfolg der Operation ist abhängig von der
Empfänglichkeit der Person, die die Segnungen oder den Fluch
empfängt. Im Falle eines sexuakmagischen oder Mitleidsrituals
hilft es, wenn der Empfänger an die Kräfte der Magie glaubt,
aber das Opfer eines Fluchs ist viel anfälliger für
Zerstörung, wenn es nicht daran glaubt! So lange der Mensch
Furcht empfindet, braucht er Mittel und Wege, um gegen seine
Angst anzukämpfen. Niemand weiß alles, und so lange es Wunder
gibt, wird es immer eine Vorstellung vom Unbekannten geben, wo
potentiell gefährliche Kräfte herrschen. Es ist diese
natürliche Furcht vor dem Unbekannten, ein naher Verwandter der
Faszination für das Unbekannte, die den Logiker zu weiteren
Erklärungen treibt. Natürlich ist auch der Wissenschaftler
motiviert, selbst Wunder zu entdecken. Und dann ist
bedauerlicherweise er, der sich selbst logisch denkend
bezeichnet, oft der Letzte, der die Bedeutung der Ritualmagie
erkennt.
Wenn religiöser Glaube und Inbrunst blutende Wunden
hervorbringen können, ähnlich denjenigen, die Christus
zugefügt worden sein sollen, dann nennt man das Stigmata. Diese
Wunden treten auf als Ergebnis eines extrem empfundenen
Mitgefühls. Warum sollte es also keine zerstörerischen Extreme
von Furcht und Schrecken geben. Die sogenannten Dämonen haben
ebenso die Macht, das Fleisch zu zerreißen und zu vernichten,
wie es eine Handvoll längst weggerosteter Nägel schafft, eine
bluttropfende Extase bei jemandem zu erzeugen, der glaubt, am
Kreuz auf dem Calvarienberg zu hängen.
Darum versuche nie, den Skeptiker zu überzeugen, den du
verfluchen willst. Lasse ihn spotten. Wenn du ihn aufklärst,
schmälert das nur deine Erfolgschancen. Höre dir mit gütigem
Selbstbewußtsein sein Gelächter über deine Magie an, wissend,
daß in seinem Leben ein völliges Durcheinander herrscht. Wenn
er verabscheuungswürdig genug ist, wird er durch Satan´s Gnade
sterben - lachend!
EIN WORT DER WARNUNG GERICHTET AN DIEJENIGEN, DIE DIESE
KÜNSTE AUSÜBEN WOLLEN!
Sex oder Lust betreffend:
Nutze sämtliche Zaubersprüche und Anrufungen, die geeignet
sind; wenn du ein Mann bist, tauche dein erigiertes Glied in sie
mit lasziver Freude; wenn du eine Frau bist, spreize deine
Schenkel weit in lustvoller Vorfreude.
Mitleid betreffend:
Vergewissere dich, daß du es nicht bereust, anderen geholfen zu
haben, falls ihre neuerworbenen Segnungen zum Hindernis für dich
werden. Sei dankbar für die Dinge, die du durch die Anwendung
von Magie bekommen hast.
Zerstörung betreffend:
Sei sicher, daß es dich nicht kümmert, ob das potentielle Opfer
tot oder lebendig ist, bevor du den Fluch ausstößt, und wenn du
seine Vernichtung erreicht hast, dann freue dich und habe keine
Gewissensbisse.
BEACHTE DIESE REGELN GUT - SONST WIRST DU EINE UMKEHRUNG DEINER
WÜNSCHE ERLEBEN, DIE DIR SCHADEN ANSTATT DIR ZU HELFEN!
DER RITUALRAUM ODER DIE > INTELLEKTUELLE UNTERDRUCKKAMMER<
Eine magische Zeremonie kann allein oder in einer Gruppe
durchgeführt werden, aber die jeweiligen Vorteile sollten
erklärt werden.
Ein Gruppenritual fördert sicher mehr die Stärkung des
Vertrauens und das Gefühl der Macht als eine private Zeremonie.
Das Zusammentreffen von Leuten, die sich der selben Philosophie
verschrieben haben, bringt einfach eine Erneuerung des Vertrauens
in die Kräfte der Magie mit sich. Die religiöse
Prachtentfaltung unterstützt dieses Gefühl. Wenn Religion
dagegen dauerhaft zu einer einsamen Angelegenheit wird, dann
führt sie zu Selbstverleugnung und eigenbrödlerischem
Verhalten.
Aus diesem Grund sollte der Satanist versuchen, andere Leute zu
finden, mit denen er zusammen diese Zeremonien durchführen kann.
Bei einem Fluch oder Schadensritual hilft es dem Magier manchmal,
wenn seine Wünsche durch andere Gruppenmitglieder verstärkt
werden. Es gibt nichts bei dieser Art von Zeremonie, das die
Teilnehmer in Verlegenheit bringen kann, da die wichtigsten
Bestandteile des Rituals der Zorn und die symbolische Vernichtung
des Opfers sind.
Dagegen läßt sich ein Mitleidsritual, bei dem Tränen fließen
oder ein sexualmagisches Ritual mit Masturbation und Orgasmus, am
erfolgreichsten allein durchführen.
Im Ritualraum ist kein Platz für Befangenheit, es sei denn, daß
diese Befangenheit Bestandteil einer Rolle ist, die zum eigenen
Vorteil gespielt wird, z.B.: die zurückhaltende Frau, die Scham
verspürt, wenn sie als Altar dient und durch ihre Verlegenheit
plötzlich eine sexuelle Stimulation empfindet.
Auch bei einem ganz persönlichen Ritual sollten die einleitenden
Anrufungen un dGerätschaften vor den intimen Phantasien und
Handlungen eingesetzt werden. Der formale Teil des Rituals kann
im selben Raum ausgeführt werden wie das anschließende
persönliche Werk - oder die formale Zeremonie in einem und die
persönliche an einem anderen. Anfang und Ende des Rituals
müssen in dem Raum stattfinden, wo die symbolischen Gegenstände
sind (Altar, Kelch etc.).
Der formale Beginn und das Ende der Zeremonie sind dogmatisch und
antiintellektuell und sollen die Welt draußen abgrenzen von den
Aktivitäten im Ritualraum, wo der Wille nicht abgelenkt werden
darf. Dieser Aspekt der Zeremonie ist ganz besonders wichtig für
den Intellektuellen, da speziell er den >Unterdruck<-Effekt
des Raumes nötig hat, in Form von Gesang, Glocken, Kerzen und
anderen Dingen, bevor er seinen reinen Willen bei der Darstellung
und Anwendung seiner Vorstellung zeilgerichtet einsetzen kann.
Wie alle religiösen Handlungen kann die >intellektuelle
Unterdruckkammer< des satanischen Tempels als Trainigsraum
für zeitweilige Unwissenheit bezeichnet werden. Der Unterschied
besteht jedoch darin, daß der Satanist weiß, daß er eine Art
künstlicher Unwissenheit ausübt, um seinen Willen zu stärken,
wogegen andere Religiöse dies nicht wissen - oder wenn sie es
wissen, sich sofort in der Kunst der Selbstverleugnung üben, die
solche Erkenntnisse verbietet. Ihr Selbstbewußtsein ist bereits
von der religiösen Indoktrination viel zu angeschlagen, als daß
sie eine Sachverhalt wie selbstauferlegtes Unwissen zugeben
könnte!