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ENTSTEHUNG:
In der Zeit zwischen 800 und 1000 n. Chr. fällt die Enstehung der auf -rod und -hain endenden Orte, in diese Zeit dürfte auch die Gründung von Ruppertenrod fallen. Die Vorbedingungen für alle Ortsgründungen, fließendes Wasser und geschütze Lage, sind in Ruppertenrod beinahe ideal erfüllt. Ruppertenrod war weder kirchlich noch standesherrlich ein Mittelpunkt, der Menschen angezogen ernährt oder gebunden hätte. Auch fehlten ihm besondere Bodenschätze. Ausschlaggebend für seine Entwicklung dürften deshalb das Klima und die Bodenverhältnisse gewesen sein.
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HERKUNFT:
Ohne Zweifel führte der erste Anroder, oder falls es mehrere waren, der bedeutenste unter ihnen den Namen Ruprecht. Aus diesem Eigennamen und den Stamm "-roden" ist der Name unseres Ortes entstanden. In der ersten Urkunde von 1151 n.Chr. die über Ruppertenrod vorliegt lautete der Name Ruprecherode.
1224 erschien der Name erneut in der Niederschrift eines Zeugenverhörs. Eine Frau von Mincenberg stritt mit dem Check von Clingenberg über das Patronat der Kirche zu Amena, wie Ober-Ohmen damals hiess. In diesem Streite wurden, nach einem Solmsischen Kopialbuch, im Zeugenverhör folgende Zeugen vernommen: -Eckardus miles de Rubrethrode -Wernherus de Rubrethrode (Bauer) -Rudolfus de Rubrethrode (Bauer)
Diese 3Namen sind die ältesten und erhaltenen Personennamen von Ruppertenrod. Der Beiname miles bedeutet Kriegsmann. Da das Kriegshandwerk in der damaligen Zeit ausschliesslich Sache des Adels war, muß dieser Eckardus miles de Rubrethrode Angehöriger eines Adelsgeschlechts gewesen sein. Die damaligen Bewohner unseres Heimatdorfes setzten sich also aus Bauern und aus einem Adelsgeschlecht zusammen.
"Ekehardus de Rubrethrode, castellanus in Merlowe, bezeugte 1227 den Vergleich zwischen St. Stephansstift zu Mainz und dem Vogt Gerlach zu Merlau, wegen Güter und Rechte, welche zum Hofe in Ohmen gehören."
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ERSTE URKUNDLICHE ERWÄHNUNG:
Urkundlich wird "Ruprechtrode" zum ersten Mal im Jahre 1151 erwähnt. Dieser Urkunde zufolge erhielt das Kloster Amsburg als Schenkung damals einen Hof in Ruprechterode. |
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GEISEBERGTANNEN:
Über die auf dem Gipfel des 375 m hohen Ruppertenröder Hausbergs, dem Geiseberg stehenden Bäume, schrieb Dorflehrer Strack: "Diese Kiefern wurden im Jahre 1791 am 6.März gepflanzt. Sie haben ihre Wurzeln fest in den Felsboden gekrallt, so daß kein Ruppertenröder je eine gesehen hat, die der Sturm umgejagt hätte". Auch Sturm Kyrill (2007) konnte keiner dieser Tannen etwas zuleide tun! Von weitem sieht man sie schon. Im vorigen Jahrhundert wurde ein großer Teil von ihnen gefällt. Sie dehnten sich damals weiter nach Westen aus. Seit mehr als 100 Jahren sind sie das Wahrzeichen von Ruppertenrod. Jeder sollte die Hände von ihnen lassen. Sie mögen stehen, solange sie der Herrgott duldet." Der 200. Geburtstag der Geisebergstannen wurde am 25. Mai 1991 von der gesamten Dorfgemeinschaft auf einer Wiese am Westhang des Geisebergs in würdigem Rahmen gefeiert. Wie eine Schlange windet sich durch das Tal der Lauf der Ohm.
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DIE OHM: Die Ohm entspringt im Vogelsberg östlich von Ulrichstein an der Westflanke des 607 m hohen Kopf auf ca. 575 m ü. NN. Von ihrer Quelle aus fließt sie in westlicher Richtung durch Ulrichstein und Ober-Seibertenrod. Hier richtet sie ihren Lauf in nordöstliche Richtung. Nach dem Passieren von Unter-Seibertenrod erreicht sich das Gemeindegebiet von Mücke, durchfließt die Ortschaften Ober-Ohmen, Ruppertenrod und Wettsaasen. Zwischen Kirschgarten und Nieder-Ohmen mündet auf der linken Seite der Seenbach.
Von hier an fließt die Ohm in nördlicher Richtung über Nieder-Ohmen und erreicht bei Burg-Gemünden das Gemeindegebiet von Gemünden. Bei Nieder-Gemünden nimmt die Ohm die von rechts zufließende Felda auf und wendet ihren Lauf wieder nach Nordwesten. Von hier an bis Homberg hat die Ohm kaum Gefälle.
Homberg wird nach ein paar Kilometern erreicht, die Stadt liegt erhöht auf der rechten Seite des Flusses. Der im Stadtgebiet liegende 295 m hohe Schlossberg zwingt die Ohm zu einem markanten Bogen. Die Ohm hat hier noch eine Höhenlage von etwa 210 m ü. NN. Durch Ober-Ofleiden, wo sich ein Pegel des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie befindet, und an Nieder-Ofleiden vorbei setzt die Ohm ihren Weg in nordöstlicher Richtung fort. Das Stadtgebiet von Stadtallendorf wird bei Schweinsberg durchflossen. Hier spaltet sich der Lauf der Ohm, links vom heutigen Hauptfluss fließt die Alte-Ohm, die sich erst wieder bei Amöneburg mit der Ohm vereinigt. Von Schweinsberg bis zur Mündung hat die Ohm kaum noch Gefälle, sie durchfließt das Amöneburger Becken.
Zwischen Rüdigheim und Amöneburg nimmt die Ohm linksseitig den Rulfbach auf. Anschließend wird Amöneburg rechts umflossen. Hier nimmt die Ohm rechts die von Stadtallendorf kommende Klein auf, und passiert Kirchhain. Hier mündet die Wohra rechts in die Ohm.
Zwischen Kirchhain, Großseelheim und Niederwald fließ die Ohm durch ein Rückhaltebecken und nimmt den von links kommenden Würf auf. Im weiteren Verlauf liegt Schönbach links, Anzefahr rechts vom Fluss. Zwischen Anzefahr und Bürgeln passiert die Ohm an der Hainmühle einen zweiten Pegel. Bei Bürgeln erreicht die Ohm das Stadtgebiet von Cölbe. Bis zu ihrer Mündung in die Lahn am Cölber Eck bildet sie die Grenze zwischen Marburg und Cölbe.
Ihre Mündung liegt auf ca. 193 m ü. NN, so dass sie auf ihrem 59 km langen Weg einen Höhenunterschied von etwa 384 m bewältigt hat. Beachtenswert ist, dass für den 32 km langen Abschnitt vom Zufluss der Felda bis zur Mündung in die Lahn nur noch 27 m natürliches Gefälle zur Verfügung steht, was einem Sollgefälle von 0,84 ‰ entspricht. Daten der Ohm:
Länge: 59km
Quelle: Bei Ulrichstein
Quellhöhe :577m NN
Mündung: Bei Cölbe in die Lahn
Mündungshöhe: 193m NN
Höhenunterschied: 384m
Flusssystem: Rhein
Kleinstädte: Ulrichstein, Mücke, Gemünden (Felda), Homberg (Ohm), Amöneburg, Kirchhain
Rechte Nebenflüsse: Wohra, Klein, Felda
Linke Nebenflüsse: Seenbach, Rulfbach, Würf
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FACHWERKKIRCHE, Z. T. GESCHINDELT:
Ruppertenrod besaß bis zum Jahre 1710 keine eigene Kirche.
Sogar der eigene Friedhof fehlte. 1710 wurde sie aus Eichenholz vollendet und am 3. Pfingsttag eingeweiht.
1851-1852 Einbau einer Orgel. Bis 1892 aus zwei Glocken bestehendes Geläut, danach Beschaffung eines neuen, aus drei Glocken bestehenden Geläuts, wobei die während der beiden Weltkriege abgegebenen Glocken stets -zuletzt 1948- ersetzt wurden.Zur Zeit der Reformation (etwa 1530) besaß Ruppertenrod schon eine Filialkirche, welche bis sie Anfang des 18.Jahrhunderts Baufällig wurde, noch ca. 170Jahre ihrer Bestimmung diente. Der Turm dieser alten Kirche fand beim Neubau wieder Verwendung. Das Geld für den Neubau wurde Grösstenteils durch Sammlungen aufgebracht, die bis nach Eisenach und im Süden nach Ulm und Augsburg und der früheren Universitätsstadt Altdorf in Bayern durchgeführt wurden.
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HIRZBRUNNEN:
Ein alter Dorfbrunnen im Bereich der Kirche, (gut zu ersehen vor der Kirche zwischen der heimischen Dorfbäckerei und der Metzgerei) der lange Zeit als Wasserentnahmestelle der Feuerwehr diente und 1993 originalgetreu wiederhergestellt wurde. Auch heute kann man sich dort noch immer erfrischen. Die Dorfstrassen sind nicht nach der erst spät in der Dorfmitte errichteten Kirche, sondern einzig und allein nach dem dort fliessendem Quell, dem "Hirzbonn" ausgerichtet. Wie lange er fliesst weis niemand genau zu sagen. Vermutung durch eine Sprachgeschichtliche Untersuchung: "Hirz" ist die mittelhochdeutsche Bezeichnung für "Hirsch", und die zweite Silbe "bonn" eine ebenfalls im mittelhochdeutschen Zeitraum aufgetretene Abwandlung von "Brunnen". Zusammengefasst läßt sich daraus ableiten, das die mundartlich erhalten gebliebene Bezeichnung "Hirzbonn" im jetzt gebräuchlichem Schriftdeutsch Hirzbrunnen bedeutet und im Zeitraum 1050-1350 vergeben worden ist.
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KURZE HESSEN (Straße):
Die Straße "durch die kurzen Hessen" (Frankfurt - Friedberg - Grünberg - Alsfeld - Hersfeld - Eisenach) war einer von drei Straßenzügen, auf denen man von Frankfurt kommend über Eisenach nach Leipzig reisen konnte.
Der zweite Straßenzug hieß "durch die langen Hessen" (Frankfurt - Kleinlinden - Treysa - Homberg - Spangenberg - Waldkappel - Creuzburg - Eisenach. Der erste Teil dieser Strecke war gleichzeitig der erste Abschnitt der Weinstraße beziehungsweise der Strecke von Frankfurt nach Hildesheim.
Die dritte Route war die Via Regia von Frankfurt durch das Kinzigtal nach Fulda und Eisenach und weiter nach Leipzig.
Die Verbindungen waren Naturwege, die die trockenen Höhen bevorzugten und die Talstraßen mied, die zu sehr von der Witterung abhängig waren. Es handelte sich weniger um Straßen im heutigen Sinne, eher an sich auffächernde und am gemeinsamen Ziel wieder zusammenführende Straßenspinnen, wie sie auf der Karte der Messestraßen des 16. Jahrhunderts erkennbar sind.Von Friedberg, einer alten Reichs- und Messestadt nördlich von Frankfurt, führt die Straße über Dorheim und Wölfersheim nach Berstadt und weiter über Utphe und Inheiden nach Hungen. Über den Hessenbrückenhammer, eine Furt durch den Oberlauf der Wetter, Wetterfeld und Münster geht es weiter nach Grünberg und anschließend über Ruppertenrod, Ermenrod und Romrod nach Alsfeld. Stationen nach Alsfeld sind Eifa und Breitenbach am Herzberg. Über Niederjossa geht es nach Asbach und weiter nach Hersfeld. Hinter Hersfeld folgen Friedewald, Kleinensee, Dankmarshausen, Berka, Herda und schließlich Eisenach.
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Ruppertenröder Heimatlied: (Nach dem Seemannslied "Nordseewellen") 
Wo der schöne Vogelsberg zuende geht,
wo von weitem man die Geisbergtannen sieht,
wo die Ohm ganz leise, fliest zum Dörfchen raus,
da ist meine Heimat, da bin ich Zuhaus`. 
Wo die Kirche mitten auf der Kreuzung steht,
wo die Bundesstrasse hoch nach Alsfeld geht,
wo der Ostwind weht wohl über Baum und Haus,
da ist meine Heimat, da ist mein Zuhaus`.
 Mühlgass`, Vorstadt, Unterdorf und Hintergass`,
In der Ecke, Oberdorf und Schützenstrass`,
viele Wege führen bei uns ein und aus,
da ist meine Heimat, da ist mein Zuhaus`.
Wo als Kind gelebt hab ich vor langen Jahrn`,
wo als junge Menschen wir auch glücklich warn`,
wo auch Müh und Plagen gabs`in jedem Haus,
da ist meine Heimat, da ist mein Zuhaus`.
Kommt auch mancher heute nur noch selten hin,
führt zu unserem Dorf ihn doch oft der Sinn,
denkt er dann mit Sehnsucht an sein Elternhaus, ist es seine Heimat, ist es sein Zuhaus`.
Backhaustag und Kramermarkt im Sonnenschein,
und zum Früchteteppich in die Kirch` hinein,
lustig schaut der Bäcker aus der Wirtschaft raus,
da ist seine Heimat, da ist er Zuhaus`.
Wo ich meine Liebe einst im Frühjahr fand,
und ich hielt im Sommer dann um ihre Hand,
wo dann auch mein letzter Aufenthalt wird sein,
da bin ich Zuhause, da bin ich daheim.
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