Kapitel 1
Erfahrungen
Wenn man 15 war hatte man vornehmlich zwei Dinge im Kopf, Sex und heimliches Rauchen.
Ersteres War eine Erfahrung die ich tunlichst schnell machen wollte.
Zweiteres geschah heimlich weil mein �lterer Bruder es gar nicht mochte mich mit nem Glimmstengel zwischen den Lippen zu sehen.
Wenn ich nicht gerade auf dem Reifenstapel im Hinterhof herumbalancierte begleitete ich die anderen Mitglieder unserer Gang auf diverse Touren und versuchte es zu vermeiden ihnen �rger einzuhandeln.
Uns geh�rte dieser H�userblock und unsere Aufgabe war unter anderem, gegen eine gewisse Geb�hr, auf seine Bewohner aufzupassen.
Wir nannten uns 'The Ronins'.
Unser Anf�hrer war Joey. Er war auch gleichzeitig der �lteste und war schon ewig mit Chris zusammen.
Wenn Chris kalt war dann sah man immer deutlich die Nippel durch ihr Oberteil. Chris durfte keiner anfassen, aber ich glaube wir tr�umten alle mal davon.
Mike war der Bruder von Joey und dessen rechte Hand. Er teilte sich das Zimmer zusammen mit Dean.
Dean liebte, wie ich, das Surfen. Aber er war nicht so gut wie ich. Daf�r konnte er alle Tricks mit dem Skateboard.
Ich selbst teilte mein Zimmer mit Fugee.
Fugee war ein Ork und auf seine Art verdammt cool.
Aber eigentlich teilte ich mein Zimmer mit noch jemandem.
Rechts, direkt neben meinem Bett war eine d�nne Macroplast-Wand aufgebaut und dahinter hatte Livia ihren Bereich.
Wenn ich sie �rgern wollte musste ich einfach nur um die Wand herum schleichen und sie erschrecken.
Gerade jedoch waren Dean und ich die Einzigsten Gangmitglieder, die im Haus herumlungerten und beobachten konnten wie Autos vor fuhren und zwei Leute in die leer stehende Wohnung, direkt �ber unserer einzogen.
Dean grinste nur und meinte ich solle hoch gehen und zusehen was ich bek�me.
So kam es das ich an Martina und Tom's T�r klopfte.
Meine Jacke trug offen das Symbol der Ronins und wenn die beiden nicht gerade gehirnamputiert waren so w�rden sie wissen was das bedeutete. Jeder wusste es. War ges�nder so.
Martina �ffnete mir die T�r und guckte mich fragend an.
Schnell machte ich ihr klar das ich Schutzgeld erwartete, und zwar 150 Nuyen pro Person.
Joey w�rde stolz auf mich sein wenn ich ihm so viel br�chte und arm sahen weder die Tussi, noch der Typ im Hintergrund aus.
Doch zu meinem Erstaunen zeigte mir die Frau nur einen Vogel und knallte mir die T�r vor der Nase zu. Grund genug f�r Dean mich gr�ndlich auszulachen.
So nicht. Das konnte und wollte ich mir nicht gefallen lassen.
Ich griff mir einen schweren Stein und zum Zeichen f�r die Beiden das ich es ernst meinte, zertr�mmerte ich deren Frontscheiben im Auto.
Martina und Tom rasteten w�tend aus, doch da ging Dean dazwischen und meinte sie h�tten nun 200 Nuyen pro Person zu bezahlen.
Dumm wie sie waren weigerten sie sich erneut, woraufhin Dean und ich uns deren Autos komplett vorkn�pften.
F�r die Autoradios bekamen wir coole zwei Kisten Bier.
Und der Preis f�r die Dummficker aus der Wohnung wurde auf 250 Nuyen erh�ht.
Als Joey kam brauchte er weniger als zehn Minuten um ihnen klar zu machen wie die Sache lief.
Herunter kam er dann mit 300 Nuyen pro Person und grinste mich zufrieden an.
Von dem Geld wurde zuerst eingekauft und dann bekam so noch jeder einen Anteil.
Das war verdammt cool.
Weniger cool fanden das Martina und Tom, die nicht nur sechshundert Nuyen los waren, sondern sich nun beide auch neue Autos besorgen mussten.
Welch toller Einstand in die neue Wohnung. Fand Martina.
Ihr ging es allgemein eh nicht so gut. Die Sache mit Venka lag ihr noch schwer im Magen und oft dachte sie dar�ber nach ob sie richtig gehandelt hatte und ob sein Tod nicht vielleicht verhindert h�tte erden k�nnen.
Er fehlte ihr.
Doch Tom sprach von einem Neuanfang. Vom Abschlie�en mit der Vergangenheit.
Martina wollte es versuchen.
Diese Nacht hatte Joey einen Einbruch n einem kleinen Elektroladen geplant.
Es gab da jemanden der etwas bei ihm bestellt hatte und das musste er besorgen. Den Rest konnten wir uns nach Belieben holen.
Ich liebte solche Einbr�che. Nervenkitzel, die Gefahr entdeckt zu werden.
Der kleine Laden war nicht sonderlich gesichert. Nichts womit Fugee nicht locker fertig wurde.
Unsere Ausbeute war verdammt gut. F�r mich selbst klaute ich einen Laptop, ein kleines Radio und etwas was dort wohl ein Kunde repariert lassen hat. Jedenfalls geh�rte das nicht zu dem �blichen Kram der da herumstand. Ein verdammt geniales Cyberdeck-Radio Shack, PCD-100.
Fugee lie� eine ganze Reihe von Minikameras und anderes Zeug mitgehen.
Die Minikameras brachten mich auf eine Idee.
Lautlos verschaffte ich mir Zugang zu Tom und Martinas Wohnung und brachte eine Kamera oberhalb der Dusche an.
Lange musste ich nicht warten, denn als Martina des Nachts mit Tom aus dem Deathrow kam stieg sie sogleich unter die Dusche und wir alle sahen unten life den Film dazu.
Johlend genossen wir den Anblick. Selbst Joey und Chris grinsten �ber meine freche Idee und nur Livia verfiel in ernstes Schweigen. Das war jedoch nichts ungew�hnliches f�r sie.
Diese Nacht hatte ich einen absolut geilen Traum. Das Erwachen war jedoch weniger sch�n.
Es ist wenig angenehm wenn der Schwanz an dem Stoff der Shorts fest pappt.
Zudem sah mich Fugee irgendwie leicht genervt aus den Kissen heraus an.
�Hey man, kannst du das n�chste mal vielleicht leiser tr�umen? Du hast die halbe Bude zusammengest�hnt.�
Hatte ich das wirklich? Schei�e, das war dann doch etwas peinlich.
Sogar Livia grinste mich an und ihr Bett stand hinter der Macroplastwand ja praktisch direkt neben meinem.
Doch f�r Fugee war eines klar, es wurde Zeit das ich meine Triebe auslebte, damit er fortan nicht mein st�ndiges Gest�hne des nachts ertragen musste. Ich quasselte ihm auch so schon gen�gend Mist im Schlaf.
So kam es das er mir eine ganz spezielle Kerze schenkte.
Das Teil bekam man nur auf dem Schwarzmarkt, aber die Wirkung sollte echt Hammer sein.
�Z�nde das Teil an.� Erkl�rte er mir. �Lass die Frau damit f�r ne kleine Weile alleine und komm wieder wenn sie das Zeug voll eingeatmet hat. Glaub mir die klebt schneller an deinem Hosenschlitz als dir lieb ist.�
Das klang genial!
Fugee versicherte mir das das auch wirklich wirkte und von da an war ich damit auf mich alleine gestellt.
An wem sollte ich das ausprobieren? Chris und Livia kamen nicht in Frage und eine von Yureks Nutten, die her im Haus wohnten, wollte ich nicht.
Aber vielleicht die Neue ...
Erneut besah ich mir das aufgenommene Duschvideo.
Gut sah sie auf jeden Fall aus und gegen ihre Hautfarbe hatte ich auch nichts.
Ich musste nur abpassen das dieser Typ weg war. Den konnte ich dabei nicht brauchen.
Den ganzen Tag �ber war ich �u�erst unruhig.
Einmal erwischte mich mein Bruder Nigel mit der Kippe im Mund und stauchte mich ordentlich daf�r zusammen.
Dann sah ich meine Gelegenheit kommen. Ich belauerte ihre Wohnungst�r, indem ich mich auf dem h�heren Treppenabsatz hockte und sah wie Tom sich verabschiedete. Er w�rde erst sp�t wieder kommen, meinte er.
Sofort st�rmte ich in mein Zimmer, verband das Cyberdeck mit der Minikamera und schaltete auf Aufnahme. Das w�rde jetzt einige Stunden lang so gehen.
Dann holte ich die Kerze, zwei Bier und machte mich klopfenden Herzens auf zur Wohnung dar�ber.
So langsam bekam ich Angst. Was wenn sie erkennen w�rde was f�r eine Kerze das war? Was wenn ich meinen Schwanz nicht hoch brachte? Das sollte immerhin mein erstes Mal sein.
Die Angst runter schluckend klopfte ich schlie�lich.
Martina �ffnete die T�r und ihr Blick zeugte sogleich von w�tender Ver�rgerung, als sie mich sah.
Wollte der Kleine etwa schon wieder Geld?
Ich zwang mich zu meinem liebsten L�cheln und hielt ihr die Kerze und das Bier hin.
Meine Worte von wegen falscher Anfang und vers�hnen schienen ihr zu gefallen, denn sie lie� mich ein.
Cool hatten die Beiden die Bude eingerichtet. Die hatten Geld, ohne Zweifel.
Rasch z�ndete ich die Kerze auf dem Wohnzimmertisch an und bat sie das Bier zu �ffnen, w�hrend ich mal ins Bad m�sse.
Im Badezimmer stehend grinste ich in die Kamera unter die Dusche und wurde zusehends nerv�ser.
Was wenn die Kerze gar nicht wirkte?
Sie wirkte enorm. Als ich mich nach einer halben Stunde endlich vom Klo runter traute und ins Wohnzimmer kam, lag Martina auf dem Sofa und verw�hnte sich selbst.
Der Anblick zauberte sofort einen Harten in meine Hose.
Nur Minuten sp�ter war ich es halb, der sie dr�ngte, halb aber auch sie, die mich an sich zog und wir lie�en den Esstisch, auf dem sie lag, kr�ftig wackeln.
Fugee hatte vergessen mir zu sagen das ich unbedingt die Fenster h�tte �ffnen m�ssen und so affektierte das Zeug auch mich und ich hatte nichts anderes im Kopf als es wild mit Martina zu treiben.
Wir trieben es mehrmals miteinander. Nahezu �berall und in jeder Stellung die mir einfiel.
Als Tom sp�t in der Nacht kam stolperte er zuerst �ber eine Unterhose. Dann s�umten weitere Kleidungsst�cke seinen Weg.
Auf dem Sofa und am K�chentisch waren Spermareste und sein Blick verfinsterte sich immer mehr.
Zuerst �ffnete er die Fenster, denn die stickige Luft konnte er nicht ertragen, dann schob er vorsichtig Martinas Zimmert�r auf.
Okay, sie lag mit diesem minderj�hrigen Jungen aus der Gang im Bett. Offensichtlich mussten sie hier zuvor eine wilde Sexorgie gefeiert haben.
Martina w�rde, wenn sie wach war, einiges zu erkl�ren haben!
Der n�chste Morgen begann mit Kopfschmerzen. Dann ein erschreckter Aufschrei, gefolgt von einem �Raus du perverses kleines Schwein!�
Meine Klamotten zusammen kramend machte ich das ich aus der T�r kam, denn Martina war mit einem mal hellwach und stinksauer.
Tom kam nur mit einem riesigen Fragezeichen im Gesicht aus seinem Schlafzimmer gestolpert, sah mich noch fl�chten, etwas geworfenes gegen die Wand fliegen und dann kehrte Stille ein.
Martina hatte keine Ahnung wie das geschehen konnte. Ihr fehlte schlicht die Erkl�rung f�r das Ereignis. Fluchend schrubbte sie die Wohnung sauber und tolerierte das Tom sie etwas befremdlich ansah.
Ich hingegen war der Held schlechthin. Ich hatte das durchgezogen und meine ganze Manneskraft bewiesen.
Und das Beste war. Ich hatte den Teil unter der Dusche auf Band.
So konnte schlie�lich jeder aus der Gang sehen wie ich es Martina kr�ftig besorgte.
Lediglich Livia blickte mit einem gewissen wehm�tig entt�uschten Blick zu mir, drehte sich um und setzte sich an ihren kleinen Schreibtisch um irgendwas auf ihrem Laptop zu tippen.
Ihr Verhalten machte mich neugierig und w�hrend ich duschte dachte ich dar�ber nach.
Was schrieb sie da eigentlich st�ndig? Und warum konnte sie sich nicht wenigstens ein mal f�r mich freuen?
Livia war achtzehn und damit vier Jahre �lter als ich, aber manchmal hatte ich das Gef�hl uns trennten nicht nur vier Jahre, sondern eine ganze Welt.
Als ich aus der Dusche kam und in mein Zimmer ging, sah ich das Livia hinter ihrer Trennwand, auf dem Bett eingeschlafen war.
Der Laptop stand offen auf dem Tisch. Wenn ich ihn kurz hoch fuhr konnte ich heimlich nachsehen was sie immer so tippte.
Mir auf die Lippen bei�end n�herte ich mich dem Ger�t. Leise surrend fuhr es hoch.
Nerv�s versuchte ich so leise wie m�glich zu amen.
Aus dem Wohnzimmer konnte ich Dean lachen h�ren, der Mike mal wieder bei einem Videospiel geschlagen hatte.
Oh bitte seid leise. Bat ich innerlich. Behielt Livia scharf im Auge und begann die Programme auf dem Laptop durch zu sehen.
Gedichte. Eine F�lle von melancholischen Gedichten hatte sie im laufe der Zeit geschrieben.
Neugierig begann ich zu lesen und meine Augen wurden mit einem Mal gro�.
Die Gedichte drehten sich allesamt um Liebe und immer wieder umschrieb sie ein und die selbe Person. Mich.