Hosted by www.Geocities.ws

 


 


Kapitel 22
Verbrannte Erde


 

Darell und Tom leckten sich buchst�blich die Wunden. Finster vor sich hinstarrend stie� der kr�ftige Elf einen gemurmelten Fluch nach dem anderen aus. Er hasste Vampire. Schon ein mal hatte er mit diesen Blutsaugern zu tun gehabt und damals hatten sie ihm etwas sehr wertvolles genommen. Dies wurde f�r Darell zu einer pers�nlichen Sache. Innerlich schwor er sich mich entweder zur Vernunft zu bringen, oder aber zu t�ten. Kompromisse gab es nicht.
Lyn war verdammt dazu den Tag �ber im Keller zu bleiben. Auf mein Ansprechen reagierte er m�de, aber dennoch liebevoll. So lie� ich ihm seine n�tige Ruhe und riskierte es in meine Wohnung zu fahren, um ein paar Sachen von dort zu holen.
Am Abend kam Leben in die Disco, ebenso wie in Lyn. Als er mich k�sste f�hlte ich die K�hle seiner Lippen. Er bat mich im Geb�ude zu bleiben und verlie� mich, um auf Beutejagd zu gehen und einige wichtige Leute zu treffen. Als er wieder kam und mich beiseite nahm lag auf Lyn's Z�gen jenes typische, freche Grinsen, das ich an ihm so sehr liebte.
Freunde von ihm waren dabei uns Papiere zu besorgen, so das wir beide gemeinsam nach Europa fliegen konnten . Uns erwartete eine gemeinsame neue Zukunft. Ein neuer Anfang. Zufrieden nickte ich. Dies entsprach genau meinen Vorstellungen.
Doch Stunden sp�ter, obgleich ich in Lyn's besch�tzenden Armen lag, schlief ich sehr schlecht. Katze holte mich auf ihre Metaebene. Finster war ihr Blick und deutlich machte sie mir klar das sie nicht gut fand das ich mich von ihr abwandte. Wenn ich wirklich tat was ich vor hatte, so konnte sie als lebendiges Totem unm�glich bei mir bleiben...
Ein beklemmendes Gef�hl schn�rte mich ein, als ich erwachte. Ich hatte keine andere Wahl als noch einmal in meine Wohnung zu fahren und meine Medizinh�tte auf zu suchen. Ich musste irgendwie mit Katze Kontakt aufnehmen, denn wieder einmal enthielt sie mir meine magischen Kr�fte vor.
Leise singend begab ich mich in das Reich der Sph�ren, doch von Katze keine Spur. B�sartige Visionen von Insektengeistern sch�ttelten meinen K�rper. Ersch�pften meinen Verstand. Selbst als ich mich gewaltsam aus der Trance zur�ck rief verfolgte mich dieser K�fer. Ich konnte ihn mit blo�em Auge sehen. F�hlte ihn mich ber�hren und versuchte mich seiner zu erwehren indem ich einen Stuhl nach ihm warf. Vergebens.
K�fer verschwand lautlos, doch der Nachhall des Klackerns seiner F�hler und Werkzeuge blieb in meinem Kopf. Verst�rt begab ich mich nach drau�en, zu meinem Motorrad, als pl�tzlich etwas wild auffauchte. Eine streunende Katze, die sich eben noch friedlich auf der Bordsteinkante sonnte, sprang bei meinem Anblick auf und pure Panik lag in ihrem wilden Blick, bevor sie rannte als ginge es um ihr Leben. Da wusste ich es mit sicherer Erkenntnis. Katze war gegangen. Das Totem sucht sich den Schamanen selbst, niemals umgekehrt. Ein anderes Totem hatte sich meines Geistes bem�chtigt. Noch hielt es sich zur�ck, aber wenn es soweit war dann w�rde mir das Insektentotem, das mich erw�hlte, mehr Macht geben k�nnen, als es Katze je tat.
Zur�ckgekehrt in der Disco, gab man mir zuerst einmal Fr�hst�ck. Die Leute waren nett und unterhielten sich l�ssig mit mir. Mit einem Male sprang die T�r auf und zu meinem Entsetzen kam Darell, gefolgt von Martina und Tom, hereingest�rmt. In Bruchteilen von Sekunden realisierte ich mehrere Dinge gleichzeitig. Darells fanatischer Blick der auf mir ruhte. Die Flammenwerfer auf den R�cken der Drei und Sch�sse die durch den Raum knallten.
Schon versuchte ich in Deckung zu hechten und meine Waffe zu ziehen, da traf mich etwas zielgerichtet am Hals. Ich schaffte es noch danach zu greifen und den Narcojectpfeil heraus zu ziehen. Mein Blick richtete sich verst�rt auf Martina, die die Waffe in den H�nden hielt, dann f�hlte ich den Erdboden auf mich zukommen.
Als ich erwachte lag ich auf einem �rztlichen Behandlungstisch. Von meinen Waffen keine Spur. Aus dem Nebenraum drang aufgeregtes Stimmengemurmel. Man hatte mich nicht fest gebunden. Offensichtlich war ich fr�her erwacht als sie es vermuteten. Dies war die Praxis unseres Stra�endocs. Ich musste hier raus.
Mein Herz raste wie wild, als ich lautlos die T�r ein wenig auf schob, die zu dem kleinen Badezimmer f�hrte. Das Gitter am sehr schmalen Fenster war d�nn, aber bek�me ich es weg w�rde ich mit M�he und Not hindurch passen k�nnen. Da s�gen nicht in Frage kam w�hlte ich etwas anderes �u�erst effektives. S�ure. Wie immer dachten diese Bildungsidioten nicht daran das mein Verstand ein wenig ausgepr�gter war, sonst w�rden sie mir nicht so effektive Mittel in die Hand spielen, wie sie hier herum standen.
Zuverl�ssig arbeitete sich die konzentrierte S�ure durch das Metall, so das ich es lautlos herausbrechen und auf den Boden legen konnte. Nun war es nur noch eine Kleinigkeit sich durch die enge �ffnung nach drau�en zu zw�ngen. Mit einem gestohlenen Auto raste ich die Stra�e zur Disco hinunter. Mir blieb fast das Herz sehen, als ich den Tr�mmerhaufen vor mir aufragen sah.
Schwarze, verbrannte Balken zogen sich wie drohende Mahnmale nach oben. Zu Klumpen geschmolzenes Glas knirschte unter meinen Stiefeln, als ich durch die Tr�mmer schritt. Lyn. Lyn hatte im Keller geschlafen. Wehrlos, wo drau�en doch die Sonne am h�chsten stand. Es gab schier keine Fluchtm�glichkeit f�r ihn.
Schwarz verbrannte Asche bedeckte die ehemalige Tanzfl�che. Ich f�hlte mich leer. Innerlich rief ich nach Katze, doch sie kam nicht. Sie w�rde nie wieder kommen und mir Trost spenden. Tr�nen liefen mir unkontrolliert �ber die Wangen. Lyn war tot. Sie hatten Lyn, das Liebste was ich hatte, die wertvollste Person in meinem Leben, einfach so get�tet. Sie kannten ihn noch nicht einmal richtig.
Rache. Tief durchatmend wusste ich was ich wollte. Blut f�r Blut. Sie w�rden sterben m�ssen f�r das was sie taten. Auge um Auge. Zahn um Zahn.

 

1