Hosted by www.Geocities.ws

 


 


Kapitel 18
Eifersucht


 

Nachdenklich sah ich die Sonne aufgehen. Warum sollte dies nicht das letzte Mal sein in der ich sie sah? Ich liebte die Sonne und den Tag. Mochte es ihre W�rme auf meiner Haut zu sp�ren. Es kam mir vor wie endlose Ewigkeiten her das ich im Schatten eines Baumes sa� und in meinen Schulb�chern bl�tterte, w�hrend Lyn neben mir faul herum lag, auf einem langen Grashalm kaute, mir von seinem letzten M�dchen erz�hlte und ab und an neidisch mit den Fingern durch die Spitzen meines langen silberblonden Haares strich.
Venka Lyn hatte nie bemerkt wie mich jede kleine Ber�hrung halb wahnsinnig machte und das ich in seiner N�he unm�glich lernen konnte. Er verstand niemals wieso ich mir kein M�dchen aussuchte, wo ich doch so leicht alle h�tte haben k�nnen. Lyn schob das darauf das ich wegen meines Aussehens wohl zu w�hlerisch sei. Er konnte nicht ahnen wie sehr ich mich nach Ber�hrung und Z�rtlichkeit sehnte. Jedoch nicht nach der einer Frau, sondern nach seiner.
Und nun sa� ich hier am Fenster meiner kleinen Wohnung, beobachtete die zuerst dunstig wirkenden Strahlen der Sonne, die es kaum schafften den Erdboden zu erreichen. Sah sie an Kraft gewinnen und schloss schlie�lich geblendet die Augen als sie mir warm ins Gesicht schien. Ein neuer Tag war herangebrochen.
Nur wenig sp�ter �berbrachte mir Melt per Vidphone die Nachricht das uns ein Johnson um 20 Uhr im Hinterzimmer des Deathrow zu treffen w�nsche. Ich lie� sie zusagen und gab meinerseits Martina und unserem neuesten Teammitglied Tom Bescheid.
Unser Johnson zeigte uns das Hologramm eines chinesischen Schwertes. Es befand sich im Privatbesitz eines Konzernaccess. Innerhalb seiner Wohnung in Santa Monica wurde es strengstens bewacht. Offensichtlich hatten wir es bei unserem Johnson, sowie bei unserer Zielperson mit Sammlern zu tun.
Der Auftrag sollte sich als schwieriger gestalten als gedacht. Auf das Gel�nde selbst zu kommen war nicht das Problem, jedoch beim Eindringen in das Haus wurden wir von zwei Wachleuten entdeckt und unter Beschuss genommen. Tom erwies sich als ausgezeichnete Bereicherung f�r Bloody Circle, denn er erledigte die beiden Wachen gekonnt und sicher.
Nichts desto trotz mussten wir uns beeilen, denn sogleich w�rde noch mehr Security dem Alarm folgen. Ich griff mir das Schwert und verstaute es sicher. Dann verlie�en wir das Haus. Mit einem Mal ert�nte wildes Gebell hinter uns und Melt wurde zu Boden gerissen. Laut schrie sie auf vor Schmerz und k�mpfte verzweifelt gegen die Bisse des halb vercyberten Hundes an. Auch Tom wurde von so einem Tier angegriffen und nur mit M�he gelang es uns diese Bestien zu t�ten.
Rasch brachten Martina und ich die beiden verletzten zum Sra�endoc. Melt hatte es noch relativ glimpflich erwischt, aber Tom verlor eine Hand und ein Bein. Beides musste durch Cybergliedma�en ersetzt werden. Es tat mir leid f�r ihn, aber Tom war tapfer und biss die Z�hne zusammen. Wer hatte schon vor ewig zu leben ...
Unser Johnson war so gl�cklich das Schwert zu bekommen das er sich per SMS noch bei mir bedankte und meinte er w�rde uns weiter empfehlen. Ich l�chelte als ich das las. Es hob meine Stimmung enorm.
Martina hingegen begann mich genau zu beobachten. Noch immer spukten diverse Gedanken ungeordnet in ihrem Kopf herum.
Am n�chsten Tag wollte ich es mir einmal so richtig gut gehen lassen. Geld bedeutete mir nicht viel, aber ich liebte den Luxus. Und so leistete ich mir einen ma�geschneiderten Anzug, den ich bereits nach zwei Stunden aus dem Gesch�ft abholen konnte. Dazu kam ein Gliederring und dazu passende Ohrringe aus Platin. Feinste Lederschuhe und ein Designerobjekt von Vidphone, passend im Platinlook, rundeten die ganze Sache ab. Ich f�hlte mich rundum perfekt.
Der kommende Abend spielte sich, wie so oft, im Deathrow ab. Selbst Darell und Nastassja waren dort und im Grunde hatten wir einen gem�tlichen Abend. Bis Lyn auftauchte.
Aus gro�en Augen starrte Martina ihn feindseelig und �ngstlich an. Meine �berraschung hingegen Lyn ausgerechnet im Deathrow anzutreffen war gro�. Bis zu dem Zeitpunkt an dem er ausflippte...
�Das sind also die die du mir gegen�ber vorziehst!� Dieses und noch viel mehr rief er aus und es hatte kaum Sinn auf ihn einzureden. Zu meinem gro�en Erstaunen bemerkte ich das seine Reaktion eines sehr deutlich zeigte. Lyn war rasend vor Eifersucht! Mit viel M�he schaffte ich es ihn dazu zu bewegen mit mir das Lokal zu verlassen und drau�en zu reden. Doch noch immer war Lyn stark aufgebracht. Zumindest tauschten wir unsere Vidphone Nummern aus, bevor er verschwand.
Als ich ins Deathrow zur�ck trat f�hlte ich die Blicke vieler auf mich ruhen. Auch Darell sah mich sehr merkw�rdig an und sein Blick glitt zu Martina hin. An diesem Abend war ich innerlich selbst zu aufgeregt um dar�ber nach zu denken, aber ich sch�tze das sie Darell und Tom, w�hrend meiner kurzweiligen Abwesenheit, schnell Einiges �ber Lyn gesagt haben musste.
Martina Ich fuhr Martina, die immer noch keinen eigenen fahrbaren Untersatz besa�, nach Hause und h�rte sie bereits knapp f�nfundvierzig Minuten sp�ter panisch und weinend am Vidphone nach mir rufen. Erschrocken fuhr ich sofort zu ihr und fand sie v�llig ver�ngstigt vor. Kaum konnte ich glauben was ich da h�rte. Martina berichtete das sie duschen war, und als sie aus dem Bad kam stand mit einem Male Lyn vor ihr, packte sie hart am Hals und dr�ckte sie gegen die Wand. Offensichtlich Verlangte er das sie mich in Ruhe lie�. Mir gefiel dieses unbedachte Verhalten von Lyn gar nicht. Die ver�ngstigte Martina nahm ich �ber Nacht mit zu mir nach Hause und �berlie� ihr mein Bett.
Tom Am n�chsten Morgen schien sie sich beruhigt zu haben und wir gingen gemeinsam zu Darell, dem wir versprochen hatten bei der Renovierung seines neuen Hauses, das er sich mit seinen Teammitgliedern zusammen gekauft hatte, zu helfen. Dort trafen wir auch Tom, der wenig gl�cklich davon berichtete eine halbierte, tote Teufelsratte in seinem Bett gefunden zu haben. Sowie eine Nachricht am Spiegel. Unzweifelhaft war auch dies Lyn's Werk. Ich nahm mir vor unbedingt mit ihm dar�ber zu reden. Keiner aus meinem Team w�rde mir oder ihm etwas antun. Ich vertraute ihnen.

 

1