Hosted by www.Geocities.ws

 


 


Kapitel 13
Vom Leben und Sterben


 

Schon am vierten Tage des neuen Jahres erhielt ich den Anruf. Lifecore erwartete nun mein Entgegenkommen f�r den Arm und die Behandlung. Um 20 Uhr, des n�chsten Abends, sollte ich mich mit meinem Team im Maple Leaf zur Besprechung einfinden. Unser Team hatte seit Weihnachten einen offiziellen Namen. Wir nannten und 'Bloody Circle'.
Käfertotem An diesem Abend sah ich ihn wieder diesen K�fer. Er �ngstigte mich. Was wollte ein Insektentotem von mir? Insektentotem standen zwar f�r starke Magie, den Hang zur Macht, aber auch f�r Boshaftigkeit und den Drang zu zerst�ren. Seit eine Insektenwelle, ausgel�st durch einen geistesgest�rten, aber sehr m�chtigen, Schamanen mal New York �berflutete, standen Insektenschamanen auf der Todesliste ganz oben.
Doch ich konnte in mich gehen so viel ich wollte, Katze wollte, oder konnte mir nicht erkl�ren was dies zu bedeuten hatte.
Entgegen aller Erwartungen blieb ich an diesem Abend nicht alleine. Es geschah zuerst mit dem Gef�hl beobachtet zu werden. Dieses Gef�hl wurde st�rker. Und dann stand er mit einem Male vor mir. Lyn!
Lyn Den Kopf leicht schief legend l�chelte er mich auf seine gewohnt freche Art und Weise an. Ich konnte sp�ren das seine Macht, seit unserer letzten Begegnung, stark zugenommen hatte. Lyn sah gut aus, wirkte sehr gepflegt und die Kleidung die er trug wirkte edel. Zuerst fiel es mir sehr schwer auf ihn zu reagieren. Immerhin war ich es der geholfen hatte Miles zu t�ten. Aber andererseits dachte ich mir das es eigentlich egal sei was jetzt geschah. Wollte Lyn mich t�ten so k�nnte ich es nicht verhindern.
Doch Lyn hatte nicht vor dies zu tun. Stattdessen war er gekommen um mich zu warnen. Es g�be noch mehr wie ihn und die seien von Miles Tod nicht gerade erbaut. Im Gegenteil, sie hatten Rache geschworen und w�rden schon bald mit ihrer Jagd beginnen. Doch gleichzeitig ber�hrte er mein Gesicht und k�hler Atem streifte meine Wange als er sprach. Seine Finger griffen sacht in mein langes Haar w�hrend er mir erkl�rte das sie mich jedoch nicht anr�hren w�rden. Er h�tte mir ein Zeichen auferlegt das nur seinesgleichen sehen k�nne, das anderen jedoch zeige wem ich geh�re.
Knoblauch Genau so lautlos wie er gekommen war verschwand Lyn auch wieder und lie� mich alleine im Dunkeln zur�ck. Nur M�hsam schaffte ich es mich aus meiner Lethargie zu rei�en und Ozelot anzurufen, der schon seit einer kleinen Weile mit Li zusammen wohnte. Nachdem ich auflegte wusste ich das die beiden dabei waren die Wohnung hermetisch mit Knoblauch und anderem abergl�ubischen Krims auszustatten.
Diese Nacht tr�umte ich sehr intensiv von den Geschehenissen in Miles Haus und ich bereute es �berhaupt geschlafen zu haben. Gegen Abend duschte ich um mich auf das Treffen mit unserem Johnson vor zu bereiten.
Lyns Geschenk Als ich aus dem Bad kam hielt ich sofort inne. �ber der Lehne meines Stuhles lag eine filigrane Kette an der ein Ring hing. Verwundert nahm ich es in die Hand, besah mir die kostbaren Schmuckst�cke und wusste instinktiv das sie von Lyn stammten.
Ein gewisses Hochgef�hl nicht unterdr�cken k�nnend schwang ich mich eine halbe Stunde sp�ter auf meine Yamaha Rapier und fuhr dem Treffen im Maple Leaf entgegen. Lyns Geschenke f�hlten sich gut an auf meiner Haut. Ich liebte sie, weil sie von ihm kamen.
Pike Unser Johnson war eher der K�hle Typ. Er stellte uns den Stra�ensamurai 'Pike' vor. Ein Norm, mitte zwanzig mochte er sein. Pike sollte uns als Unterst�tzung dienen, denn der Auftrag war sehr heikel und Schwierigkeiten durchaus zu erwarten.
Es ging darum in der Hauptzentrale Pharmakom's die Forschungsdaten zum Projekt Expander zu stehlen. Johnson zeigte uns holographische Bilder eines sternf�rmig aufgebauten Geb�udes, welches in New Arc liegen sollte. Die Lagerung dieser Daten fand auf einem Mastspeicherchip statt, der in einem Safe gesichert sein sollte.
Da uns nur zwei Wochen zur Ausf�hrung des Diebstahls Zeit blieben mussten wir rasch handeln. Li tat das Einzige was sie wenigstens konnte, sie bastelte uns allen gef�lschte SIN's. Pike stellte sich als sehr umg�nglich heraus, auch wenn er nur von einfacher Bildung war, und gemeinsam fanden wir heraus wo in etwa der Safe mit dem Mastspeicherchip lagern sollte. Unsere Daten waren nicht sehr genau, aber an besseres Material heranzukommen war nicht m�glich.
Darell Dieser tage war ich so sehr mit Vorbereitungen und auch mit mir selber besch�ftigt das ich Darells Geburtstagseinladung schlicht verga�. Ich revangierte mich mit einem guten Fr�hst�ck aus echter Nahrung bei ihm, wurde �ber diesen Umstand des vergessens jedoch sehr nachdenklich. Darell verlor an Bedeutung bei mir. Er hatte Nastassja und seine eigenen Pl�ne. Darell w�rde nicht l�nger ein wirklich wichtiger Teil meines Lebens sein.
In New Arc angekommen buchten wir uns in ein kleines Hotel ein. Li wollte zuerst im Hotel bleiben und alles �ber die Matrix hin beobachten, aber wir brauchten jede helfende Hand und von daher lie�en wir sie zetern, mit zu kommen hatte sie trotzdem.
In das Geb�ude hinein zu kommen war leicht. Als Besucher eines B�ros getarnt durchschritt ich n feiner Kleidung und g�nzlich unbewaffnet die Schranke des Eingangs. Niemand hielt mich auf. Im Erdgeschoss gen�gte es ein Badezimmerfenster zu �ffnen, wo Pike bereits au�en auf mich wartete und mir durch das schmale Gitter s�mtliche Waffen, inclusive meines geliebten Katanas, reichte.
Eingangshalle Er, sowie Ozelot und Li kamen schon kurz darauf ebenfalls in leichter Verkleidung recht locker durch den Eingangsbereich. Innerhalb dieses riesigen Geb�udekomplexes gab es einen Flur der wesentlich strenger bewacht wurde. Dies sollte unser erkl�rtes Ziel sein.
Die Macht Katzes str�mte durch meine Adern, als ich mich magisch unsichtbar machte, das Katana hervorzog und in einem beinahe lautlosen Streich die zwei Wachen im Flur skrupellos t�tete. Sofort wurden die Leichen von Ozelot und Pike aus dem Kamerasichtfeld gezogen. Li jedoch war nicht so ruhig wie ich und versuchte f�r uns das Alarmsystem jener T�r lahm zu legen, hinter der zweifelsohne der Safe liege musste.
Sie Versuchte es mehrmals und versaute es so derma�en das schlie�lich greller Alarm durch die langen Flure gellte. Ich sch�tze wir h�tten sie daf�r alle drei am liebsten geschlagen.
Li versagt Jetzt mussten wir uns wirklich beeilen. Pike bracht nun mit Li einfach so das elektronische Sicherheitsschloss der T�r auf und Ozelot bemerkte wie sich Sicherheitstrupps zu beiden Seiten des Korridores n�herten. Noch immer unsichtbar raunte ich Ozelot zu das ich mich um die andere Seite k�mmern werde und machte mich auf den Weg meinen ahnungslosen Feinden entgegen. Ich war v�llig ohne Angst. Im Gegenteil, es machte mir Spa� auf die Jagt zu gehen. Die Soldaten w�rden t�dlichen, monofilament gesch�rften Stahl sp�ren, ohne zu ahnen was da genau eigentlich vor ihnen stand und ihnen zielsicher das Leben aushauchte.
Von der anderen Seite her h�rte ich Sch�sse, dann Pikes lautstarkes Fluchen. Offensichtlich enthielt der Raum mehrere Safes und da keiner wusste in welchem der Chip lagerte mussten sie nacheinander, so schnell wie m�glich, jeden von ihnen �ffnen, bis einer das Gesuchte enthielt.
Neuronale Bombe Ozelot und ich wateten in Blut. Mehrfach schrie der Zwerg zum R�ckzug, doch Pike zwang Li auch weiterhin die Safes zu �ffnen. Erst sp�ter erfuhr ich das Lifecore sich seiner Mitarbeit versicherte indem sie kleine Neuronenbomben in ihn installiert hatten. Sollte Pike nicht bis zu einem gewissen Zeitlimit anrufen und einen gl�cklichen Ausgang des Auftrages verk�nden, w�rden diese Mikroskopkleinen Bomben sein Gef��system v�llig zerfetzen.
Schwer hing der Geruch von Schie�pulver und Blut in der Luft. Ozelot war verletzt und extrem nerv�s. Warum kam auf einmal kein Nachschub an Soldaten? Es war klar das die Wachen sich zur�ckgezogen hatten um einer st�rkeren, vorbereiteteren Einsatztruppe Platz zu machen. Das war der Zeitpunkt in der Ozelot die Nerven verlor. Keiner hatte sich ger�hrt auf seinen Befehl zum R�ckzug hin. Eintauchend in einen Tunnelblick aus Angst und Schmerzen rannte er los. Die Treppen hinab.
Ozelot Auf den Treppen kamen ihm weitere Wachtrupps entgegen. Doch Ozelot wollte nur noch durch und hinaus. Ihm war egal ob und wo er jetzt von Sch�ssen getroffen wurde, er schoss wild um sich und lief was seine kurzen Beine nur her gaben. Irgendwo im ersten Stock schaffte er es sich aus dem Fenster zu st�rzen, rappelte sich sofort auf und wurde im Wegrennen noch von weiteren Kugeln getroffen.
Zum gleichen Zeitpunkt stand ich oben an der Glasfront, dr�ckte meine H�nde gegen die Scheibe und glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Schnurgerade f�hrte diese Stra�e von mir weg und wie wie besessen rannte Ozelot, extrem blutend, da hinab. Kurz drehte ich mich zu Pike und Li um und rief ihnen fassungslos meine Beobachtung zu.
Ich fliehe Li hob den Kopf. Da Katze mich noch verh�llte konnte sie mich nicht sehen, aber sie wusste woher ungef�hr meine Stimme kam und auch in ihrem Blick stand das pure Entsetzen geschrieben.
Die Sache wurde mir zu hei�. Ich hatte nicht vor hier zu sterben. Abrupt machte ich kehrt zu einem anderen Treppenabsatz und lie� ich die Beiden hinter mir zur�ck. Vielleicht schafften sie es, vielleicht aber auch nicht....
Da man inzwischen wusste das ein Magier mit zu den Eindringlingen geh�rte hatte man die magische Sicherheit aktiviert. Diese bestand aus Elementargeistern, die inzwischen dabei waren mich zu suchen. Mein Treppenbereich war menschenleer, da schlug dieses Ding zu. Ich f�hlte mindestes zwei Rippen brechen, meine Lippe platze auf und blutete und mein Zauber fiel ab, da es mir nicht l�nger m�glich war die Konzentration bei zu behalten.
Ich wurde mit einem Male schnell. Das Elementarwesen schlug mehrmals zu, bevor ich es mit viel M�he auf ein wenig Abstand bringen konnte. Mit aller Kraftanstrengung und leisem Singsang bewog ich Katze dazu noch einmal den Zauber der Unsichtbarkeit �ber mich zu legen, bevor ich in die Haupthalle trat. Der Spezialtrupp kam gerade an.
Spezialtrupp Den Atem anhaltend schl�ngelte ich mich zwischen den Menschen hindurch und schl�pfte durch eine T�r, die kurz danach verriegelt wurde. Drau�en. Ich war drau�en. Irgendwie schaffte ich es auch in das kleine Hotel zu kommen, wo ich mich medizinisch versorgte und darauf wartete ob noch irgend etwas geschehen w�rde. Ob es vielleicht irgendwer au�er mir geschafft hatte zu entkommen.
Eine knappe Stunde sp�ter erreichten Li und Pike das Hotel. Pike hatte Gl�ck gehabt, doch Li war sehr schwer verwundet. So gut ich konnte versorgte ich sie mit dem medizinischen Notfallmaterial das wir zur hand hatten. Das alleine w�rde jedoch nicht gen�gen und so sammelte ich alle mir noch verbliebenen magischen Kr�fte und stimmte den leisen schamanistischen Singsang zur Heilung an.
Selber jedoch am Ende meiner Kr�fte und das Gef�hl habend bei Li's Verletzungen in ein Fass ohne Boden zu st�rzen, rebellierte mein K�rper und ich ging ohnm�chtig zu Boden. Wie lange die Bewusstlosigkeit anhielt wei� ich nicht, jedoch sah ich Pike telefonieren, als ich erwachte. Mein Sch�del dr�hnte schmerzhaft, ich hatte alles gegeben um Li zu helfen. .... Doch wo war sie?
Li ist tot �Li hat es nicht geschafft.� Erkl�rte mir Pike schlie�lich. �Ich habe mit Lifecore telefoniert und einen Treffpunkt ausgemacht von wo sie uns abholen und nach Hause bringen. Wir m�ssen uns beeilen.�
An unsere �berst�rzte Abreise aus dem Hotel kann ich mich kaum erinnern. Ich f�hlte nur Leere, mehr nicht. Damit Li's Leichnam nicht sofort gefunden wurde hatte Pike sie in ein Laken gewickelt und unter das Bett geschoben. Ozelot war per Vidphone nicht zu erreichen und ich wusste instinktiv das niemand ihn jemals wieder erreichen konnte.
Pike wirkte ebenfalls nicht sonderlich gl�cklich, doch er trug den Mastspeicherchip, den Li ihm gegeben hatte, wie einen Schatz bei sich, war dies doch immerhin die Versicherung f�r sein eigenes Leben.
Hubschrauber W�hrend des Hubschrauberfluges ging mir vieles durch den Kopf und am meisten erstaunte mich wohl selber die Tatsache das ich nicht nur um Ozelot, sondern auch um Li trauerte. Sie war nervig gewesen, aber sie fehlte mir und ich w�nschte wir w�rden uns gerade streiten und Ozelot, dieser verr�ckteste aller Zwerge, w�rde wie immer v�terlich dazwischen gehen...

 

1