Kapitel 12
Ein Jahr geht zu ende
Ozelot starrte mich an. Li verga� f�r einen Augenblick sogar das Wimmern und alle
beide konnten sie nicht fassen was sie gerade erleben mussten. Mir war klar, ich
brauchte eine Ablenkung, denn erkl�ren konnte und wollte ich ihnen nicht weshalb
ich Lyn zur Flucht verholfen hatte.
Die Metallt�r im Keller. Erinnerte ich Ozelott. Wir hatten uns zu beeilen, bevor
die Wachtrupps heranr�ckten. Die Sch�sse k�nnen nicht unbemerkt geblieben sein. Im
Grunde wunderte es mich sowieso das noch keiner da war. Hatte Miles sie aufgrund
des Rituals vielleicht vom Gel�nde geschickt?
Selbst blutend durch die Angriffe Miles' half ich Li auf die Beine. Mit Magie h�tte
ich einen Teil ihrer Schmerzen lindern k�nnen, aber noch immer verweigerte mir
Katze ihren Dienst.
Die Metallt�r war schnell aufgebrochen und tats�chlich fanden wir einen Raum angef�llt
mit Computern vor. Sch�sse in die richtigen Teile und alle Daten gingen verloren.
Ich �berlegte kurz ob das wirklich sinnvoll war, aber letztlich war es mir eigentlich egal.
Zu sehr beherrschten die Ereignisse der vergangenen Tage meine Gedankenwelt.
Auf unserer Flucht nahm ich Brads Porsche mit. Ich mochte dieses wendige Fahrzeug,
das von Stil zeugte. Beim Stra�endoc Hanniball lie� ich mich schnell verarzten und
fuhr dann mit dem Porsche sogleich wieder los zu Brads Wohnung.
Die T�r war schnell geknackt und kein Mensch begegnete mir w�hrend ich in aller Eile
meine Sachen holte und Dinge aus Brads Wohnung in das Auto lud, die mir gefielen,
wie zum Beispiel sein riesiger Fernseher. Es war seltsam sich in seiner Wohnung zu
bewegen, all das zu sehen und zu wissen das er nicht mehr zur�ck kam. Das er tot war.
Es tat mir leid das Brad tot war. Sicherlich hatte er eine menge Mist gemacht und war
intellektuell ncht besonders hoch und zudem nur ein Norm, aber ich mochte seine Art
mich anzusehen, zudem er im Bett auch gar nicht mal so schlecht gewesen war..
Ich fuhr zwei Mal in die Wohnung und packte den Wagen bis zur Decke voll, danach wurde
es mir zu heikel, zudem ich ja auch nur ein kleines Zimmer bei Darell hatte, in das
schlicht nicht mehr hinein passte. Den Porsche �bergab ich unserem Schieber Franky.
Er sollte ihn in meinem Auftrag verkaufen. Liebend gerne h�tte ich dieses Gef�hrt
behalten, aber man w�rde schon bald danach suchen.
Der Alltag brach mit aller Macht auch �ber mich wieder herein. Zuerst gesch�ttelt von
Entzugserscheinungen diverser Drogen, die ich im Countryclub nur zu bereitwillig
genommen hatte, dann mit dem immer �fter auftauchenden Gef�hl der Leere. Denn egal
was ich versuchte, ich konnte Lyn nirgendwo finden.
Zeitweilig schien Katze sich mit mir zu vers�hnen, doch oft tr�umte ich von jenem K�fer.
Erwachte schwei�gebadet und wollte alles, nur nicht alleine sein.
Ich musste mich ablenken und konzentrierte mich st�rker auf mein Training und auf Darell.
Doch als dieser mal eine komplette Nacht mit mir verbrachte und Nastassja alleine
im Schlafzimmer lag, reichte es dieser. Sie stellte Darell ein Ultimatum, entweder
ich ginge, oder sie w�re fort.
So fand ich mich schlie�lich alleine in der sch�bigen ein-Zimmer-Wohnung wieder, in
die ich Brads Sachen verteilte und die fortan ein klein wenig Distanz zwischen Darell
und mir schaffen sollte.
Die Stille um mich herum nicht ertragend trainierte ich wie ein Besessener meine
physischen und meine psychischen Kr�fte. Gleichzeitig legte ich mein Geld nicht an,
wie die anderen es taten. Mir war klar allzu alt w�rde ich in diesem Gewerbe eh nicht
werden und von daher begab ich mich in die Gesellschaft die mir die angenehmste
erschien.
Unter elektroskopisch zuckendem Neonlicht bewegte ich meinen K�rper anmutig im Rythmus
der Musik. Aus den Lautsprechern dr�hnte hart geschlagener Bass, gepaart mit den
Hardrock Kl�ngen Killians.
Killian gefiel mir. Elf in einer Normband, die sich Decadence nannte. Ihr Leader,
Gittarist und S�nger. Langes,
schwarzes Haar fiel ihm l�ssig �ber die Schultern und im flackernden Licht schimmerten
die Nieten an seiner Kleidung.
Noch nach seinem Auftritt kamen wir ins Gespr�ch und die Nacht mit ihm im Hotel war
verdammt hei�. Killian war ein ganz anderer Typ als Darell. Er besa� die typische
schlanke, schmalgebaute Elfenfigur und konnte nicht nur gut singen ...
Aus dieser Nacht heraus sollte sich ein zwangloses Verh�ltnis aufbauen, das mir ein
wenig �ber den erneuten und m�glicherweise endg�ltigen Verlust von Lyn hinweghalf.
Killian lenkte mich ab und zugleich f�hlte ich mich wohl in seiner N�he. Er schenkte
mir Eintrittskarten, sowie Backstagep�sse f�r drei Personen und ich lud Ozelot, wie
Darell dazu ein.
Killian ging mit mir auch ins Kino und feierte mit seiner Band, Darell, Nastassja,
Ozelot und sogar Li ein sch�nes Grillfest. Seine Gesellschaft tat mir gut.
Umso mehr fiel ich in ein Loch als er weg war. Sicher hatte er Tourverpflichtungen nach
zu kommen und war an Vertr�ge gebunden, doch gerade um die Weihnachtszeit w�nschte
ich mir alles, nur nicht alleine zu sein.
Darell und Nastassja verbrachten Weihnachten auch nicht zuhause. Sie waren auf die Hochzeit
zweier Freunde, auf eine kleine Insel geladen. (Child & Sylvan) So blieb mir nichts
anderes �brig als mich an Ozelot und Li zu halten.
Entgegen aller Erwartungen wurde es recht vergn�glich. Ozelot machte sich einen Spa�
daraus und fuhr als Weihnachtsmann verkleidet mit seinem Trike im Kampfclub vor. Zum
Amusement aller schleppte er Glockenschlagend einen Sack mit billigen S��igkeiten hinein.
Sp�ter sa�en wir und noch ein paar Mannen, nebst einer ausnahmsweise mal nicht zickigen
Li, im Deathrow und lie�en es uns wirklich gut gehen.
Zu Sylvester waren Darell und Nastassja wieder da und wir feierten alle gemeinsam bei
einem hohen Feuer am Strand. Ich lie� mir selber keine M�glichkeit mal ins Nachdenken
zu kommen. Ich wollte nicht denken, ich wollte leben und feiern. Wer wei� wie lange
das noch m�glich w�re.