Kapitel 11
Vampir
Meinem unguten Gef�hl vertrauend gab ich Ozelot per Kurznachricht �ber mein Vidphone den Befehl noch diese Nacht aktiv zu werden. Ich k�derte ihn indem ich die Metallt�r im Keller erw�hnte und das ich die Zentrale der Organisation dahinter vermutete. Letztlich ging es mir jedoch nur darum die Zeremonie, wie auch immer sie geartet sein mochte, zu st�ren und Lyn irgendwie hier herauszubringen. Er war mir wichtiger als Luxus und auch als jeder Auftrag und alles Geld der Welt. Conrad Miles war ganz offensichtlich wahnsinnig und wer wusste schon auf was f�r Ideen er noch kommen w�rde?.
Die Zeremonie begann fr�her als erwartet und von Li und Ozelot keine Spur. Alleine konnte ich nichts verrichten, zudem Katze seit der vergangenen Nacht meine Magie lahm gelegt zu haben schien.
Diesmal trug auch ich eine wei�e Kutte und Lyn zeigte mir wie ich mich einzureihen hatte. Brad wirkte angespannt, was m�glicherweise daran lag das er, seit seiner R�ckkehr vom Training, von mir vollkommen ignoriert wurde.
Als Conrad Miles erschien krampfte sich in meinem Inneren etwas zusammen. Er hielt eine Rede, die ich zwar als gut empfand, die aber jeden au�er mir in eine Art Bann zu ziehen schien. Miles bedachte mich daraufhin mit einem l�ngeren Blick und ein undeutliches L�cheln zeichnete seine Z�ge.
Mit einem Male bat er Lyn nach vorne. Unwillk�rlich wollte ich Lyn festhalten, f�hlte mich jedoch sofort mit eisenharten Griffen von hinten gepackt und meinerseits fixiert.
Lyn drehte sich kurz zu mir um und l�chelte sein gewohnt freches L�cheln, das mir sagen sollte, 'es ist alles in Ordnung, mach dir keine Sorgen'.
Miles fl�sterte Lyn irgendetwas zu und dieser nickte. Abrupt schoss Miles' Hand nach oben, klammerte sich um Lyns Nacken und zog dessen Kopf an seine Schulter. Ich bemerkte kaum wie ich schrie, aber ich k�mpfte gegen die Arme an, die mich hielten. Schaffte es jedoch nicht mich zu l�sen.
Miles' Aura erschlug mich mit einem Male regelrecht. Seine Augen hatten sich ver�ndert, waren stechend und kalt geworden. Er �ffnete de Lippen und entbl��te Reihen wei�er Z�hne. Auff�llig wirkten die Eckz�hne. Das Gebiss eines Vampirs.
Lyn zuckte nur kurz zusammen als Miles ihn biss. Ich tobte und rastete v�llig aus. Sp�rte wie ich jemandem aus purer Verzweiflung eine Rippe brach, dann schn�rte mir etwas die Luft weg und ich sah gerade noch Lyn zu Boden sinken, bevor es schwarz um mich herum wurde.
Klicken ... Da war es wieder ... Dieser riesige K�fer. Er starrte mich an .... Ruckartig schlug ich die Augen auf und schnappte nach Luft. Ich sa� auf einem Sofa. Ein St�ck weiter, in einer Ecke, sa� ein Bulle von Mann, bewaffnet mit einer schweren Axt, und nickte mir kurz zu, bevor sein Blick wieder auf das Bett fiel. Dem Blick folgend bemerkte ich Lyn, der darauf lag und sich nicht bewegte.
Alles vergessend sprang ich auf und ergriff seine Hand. Sie war kalt. Erschrocken lie� ich sie los, �berlegte kurz und tastete dann nach seinem Puls. Nichts.
�An deiner Stelle w�rde ich machen das ich da wegk�me. Der wacht gleich auf und dann hat er einen riesen Hunger.�
Erschrocken sah ich zu dem Mann hin�ber, wich dann aber auch sogleich vom Bett zur�ck. Was hatten sie mit Lyn gemacht? Ich erinnerte mich dumpf an Berichte �ber ein Virus das eine goblinisierung hin zu einem vampirischen Metatypus verursachen sollte, der Blut brauchte, da er keine eigenen Blutk�rperchen mehr herstellen konnte. Ob dieses Virus k�nstlicher, oder nat�rlicher Herkunft sein sollte, dar�ber schwieg man sich aus. Auch �ber die H�ufigkeit des Auftretens war man sich unsicher, da es infizierten Personen in der Regel kaum anzumerken war. Bekannt war lediglich das die Konzentration des Virus im Speichel die h�chste Konsistenz besa� und von daher war jeder Biss ansteckend.
Lyn bewegte sich und schlug die Augen auf. Er war blass, wirkte aber nicht kr�nklich, oder gar mitgenommen. Die Ruhe selbst schien er f�r einen Augenblick zu �berlegen und setzte sich dann auf.
Unsicher kam ich einen Schritt auf ihn zu. Sofort grinste er mich an. �Ich habe dir doch gesagt du brauchst dir keine Sorgen zu machen.� Die Reihe von Fl�chen, die auf ihn niederprasselte, lie� ihn sein Grinsen nur noch mehr vertiefen.
Der Mann mit der Axt hatte sich derweil erhoben. Er lie� Lyn keine Sekunde lang aus den Augen, �ffnete aber die T�r. Es wurde Zeit Conrad Miles aufzusuchen. Brad war ebenfalls vor Ort als wir gemeinsam in die Halle zu Miles traten. Dieser wirkte hocherfreut das Lyn es so gut �berstanden hatte. Und verwies ihn sogleich an einen Mann, der gefesselt auf einem Stuhl zappelte.
Mr blutete das Herz als ich sah wie mit einem Mal die pure Gier in Lyns Z�ge fuhr, alles Liebenswerte daraus verwischte und er seine unnat�rlich langen Eckz�hne in das zitternde Opfer schlug.
Ich sah Brad fast Hilfe suchend an, doch dieser verlie� nur den Raum. Ganz offensichtlich war dies nun seine Strafe, f�r das Ignorieren des vergangenen Tages, an mich.
Lyn trank lange, dann schreckte er hoch und auch Miles Kopf ruckte zur T�r. Es rumpelte einmal kurz, dann flog sie auf und Brad kam hereingestolpert. Gleich einer ein Mann Armee stapfte Ozelot in den Raum, vergewisserte sich wo ich stand und schoss sogleich eine Salve auf Conrad Miles.
Doch Ozelot konnte unm�glich wissen was Miles war und so riss er erschreckt die Augen auf als dieser mit der Leichtigkeit eines T�nzers auswich.
Ozelot schrie nach Li, die offensichtlich irgendwo bewaffnet hinter der T�r stand und sich mal wieder nicht vor wagte.
Lyn zog sich sofort leicht seitlich, um aus der Schusslinie zu kommen. Ozelot feuerte weiter, er hatte keine andere Wahl. Doch selbst wenn er es mal schaffte Miles zu treffen, die Wunden schlossen sich innerhalb von wenigen Sekunden. Mir war klar das wenn ich nichts tat die beiden in jedem Falle tot w�ren. Und mir kam die Idee wie man Miles besiegen musste. Wenn man ihm nur schneller Schaden zuf�gte, als er regenerieren k�nnte, dann w�re es rein theoretisch m�glich. Aber das schaffte Ozelot niemals alleine.
Auf einen weiteren Br�ller hin traute sich Li nun endlich doch in den Raum, setzte ihre Waffe unvern�nftigerweise auf den sich duckenden Brad an, anstatt sich auf Miles zu konzentrieren und flog, noch bevor sie ihren Schuss abfeuern konnte, unter lautem Schmerzensschrei nach hinten zur�ck. Miles hatte sich ihre Unachtsamkeit zunutze gemacht und einen S�ureballzauber auf sie losgelassen. Dank Ozelots Sch�ssen hatte sie das Ding nur gestreift. Kampfunf�hig war sie trotzdem.
Ein gl�cklicher Zufall jedoch wollte es das die Waffe, die ihr aus der Hand geschleudert wurde, direkt in meine Reichweite rutschte. Nur ein kurzes Z�gern und ich griff danach. Meine Ladung bekam Miles gnadenlos und unvorbereitet in den R�cken.
Diesmal schrie er vor Schmerz auf und der Blick, den er mir schenkte, war verachtend. Mit einem unnat�rlichen Sprung stand er pl�tzlich vor mir und griff mit Krallen an. Seine Schnelligkeit machte es mir fast unm�glich auszuweichen und alleine der Umstand das Ozelot nun panzerbrechende Munition durchlud und Miles damit verdammt gro�e L�cher in den Rumpf schoss, rettet mir mit Sicherheit das Leben.
Ozelot und ich gaben was wir konnten. Ich k�mpfte mich zu Li vor um nach zu laden und Miles Kondition sank rasch. Er brauchte dringend Blut. Brad kam ihm da gerade recht. Ich schrie entsetzt auf, da hatte ihm Miles einfach so den Kopf abgerissen und labte sich am warmen Blut. Was �brig blieb war ein toter K�rper.
Doch n�tzen tat Miles dieser Aufschub nicht. Lyn war noch zu geschw�cht um einzugreifen, zudem hatte ich das Gef�hl das er aus irgendeinem Grund nicht konnte. Ich war verdammt froh dar�ber, denn auf Lyn konnte ich nicht schie�en.
Letztendlich brach Miles zusammen. Sen K�rper nur mehr ein Sieb. Um ganz sicher zu gehen zog ich der, vor Schmerzen wimmernden, Li das Messer vom G�rtel und schnitt unter M�hen Miles den Kopf ab.
Ein Fauchen lie� mich jedoch ruckartig aufsehen. Ozelot hatte seine Waffen neu durchgeladen und zielte damit auf Lyn. Sofort sprang ich hoch und hechtete schwer atmend dazwischen. Der Blick des Zwergen wirkte verdutzt, doch darauf reagierte ich nicht. Stattdessen wandte ich mich zu Lyn um und forderte ihn auf: �Flieh!�
Mehrmals befahl ich ihm zu gehen. Schrie ihn halb hysterisch an. Lyn wirkte genau so �berrascht wie Ozelot. Schlie�lich aber machte er abrupt kehrt und mit einem gewaltigen Sprung war er zum splitternden Fenster hinaus.