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Kapitel 6
Life goes on


 

Teamlogo Nun waren wir wahrhaftig ein Team. Die Sache 'Euphoria' hatte uns zusammengeschwei�t und mit dem Wissen um die jeweiligen F�higkeiten und Marotten des Anderen konnte man sich auch besser aufeinander einstellen. Wir hatten uns zusammengerauft und auch ein Teamlogo gefunden, das uns allen Zusagte. Von nun an waren wir 'Foxhound'.
Unser n�chster Auftrag war insgesamt eine runde Sache und profitierte von unserem neugewonnenen Selbstbewusstsein. Auch wenn mich niemand zum Anf�hrer ernannte, so gab ich doch die Befehle und wurde widerspruchslos akzeptiert.
Unser Johnson beauftragte uns eine alte Schwarzwei�photographie, in einem Silberrahmen, vom Schreibtisch des HKB-Manager's zu stehlen.
W�hrend ich in der Matrix des Nachts die Sicherheit lahm legte, schlichen sich die Anderen heran, stiegen von au�en mit einer Leiter zum Fenster hoch, zerschnitten das Glas und holten das Bild aus dem B�ro.
Lediglich das Auftauchen eines hochrangigen Erdelementars verursachte Probleme in der Hinsicht, das Myxin sich hinterher eine neue Frontscheibe f�r sein Auto besorgen musste. Endlich war einmal nahezu alles glatt gelaufen.
Sylvester kam und wir feierten wieder bei Greg.
Den komischen Tannenbaum von Widow hatte er immer noch auf der Theke stehen. Allerdings hing da jetzt ein Schild dran: 'Mach mich nicht daf�r verantwortlich'.
Das spontane Karaokesingen war der allerletzte Heuler. Ich kannte nur Musik zu der kein Mensch singen konnte und als ich dann doch mal singen musste wurde ich neben Sylvan immer leiser. Ich war so schlecht!
Widow hingegen hatte es voll drauf, doch die Kr�nung war Euphoria, die wieder mit Myxin zusammen eintraf.
Aus Rache �ber die ganzen Witzchen, die Donald �ber Sylvan und mich machte, stopfte ich ihm, als er besoffen war, Marshmallows in die Ohren.
Myxin fotographierte alles und wir feierten das beginnende Jahr bis in die sp�ten Morgenstunden hinein.
Der wei�e Schnee verschwand leider viel zu schnell und machte dem Eisregen Platz. Das Rad der Zeit h�lt nicht an, blo� weil es dir in dem Moment gut geht.
Paintball Dinge, wie der Gotchaausflug �ber's Wochenende, mit Sylvan, lenken zwar ein Weilchen ab, aber sie dauern nicht ewig an, und manchmal zeigen sie uns auch Erschreckendes.
Von einer der Farbkugeln abgeschossen zu werden tut zwar nicht wirklich weh, aber letztlich stehen sie ja als Sinnbild f�r echte Kugeln.
In dem Augenblick an dem mein blauer Paintball gezielt auf Sylvan's Kleidung zerplatzte, wurde mir bewusst das jederzeit jemand anderes mit einer echten Waffe kommen k�nnte. Er m�sste noch nichteinmal viel besser sein als ich, denn letztlich bedeutete ein Einsatz nicht immer nur K�nnen, vieles war auch vom Gl�ck abh�ngig. Sylvan, der mir bisher unfehlbar erschien, war letztlich auch nur so sterblich wie ich selbst.
Wenn man stundenlang am Fenster sitzt und auf den Eisregen drau�en hinabsieht. Zusieht wie sich ganz langsam Autos unsicher die Stra�e hochk�mpfen, oder einige Punks auf dem Gehweg, in Richtung Stuffer Shack, schliddern. Dann ist die eigene, unbesch�ftigte Psyche wohl bester N�hrboden f�r aufkommende, �ngstliche Gedanken.
Am liebsten h�tte ich Sylvan in Watte gepackt und niemals wieder auf die Stra�e gelassen. Lieber sollte es mich erwischen, als ihn.
Ich beobachtete Sylvan. Wie er a�, fern sah, aufr�umte, schlief, oder mich einfach nur fragenden Ausdrucks anl�chelte.
Ich konnte nicht garantieren das ihm nichts passierte. Ich konnte ihn nicht vom Leben und Sterben au�erhalb fern halten. Sylvan war 9 Jahre �lter als ich und wusste selbst wie er �berlebte. Er war jetzt 32 Jahre lang gut ohne mich ausgekommen und hatte dem Schicksal bisher immer ins Gesicht gelacht.
Es w�rde weiterhin gut gehen. Es musste gut gehen! An etwas anderes zu denken war emotionaler Selbstmord!
Sylvan, der nichts von meinen Gedanken ahnte, tat das einzigst Richtige, er holte mich vom Fenster weg.
Der n�chste Auftrag lie� nicht lange auf sich warten. Die Feiertage waren vorbei, das neue Jahr zeigte sich grau und regnerisch von einer unpers�nlichen Seite und die Johnsons tauchten aus ihren Schlupfwinkeln auf, um der nach Geld hungernden Masse Arbeit zu bieten.
Alissa Valentine sollte unsere Zielperson werden.
Die Sechzehnj�hrige war von zuhause ausgerissen und in der Drogenszene untergetaucht. Unser Auftrag war es das M�dchen zu finden und unbeschadet zu �bergeben.
Ich vermutete hinter unserem Johnson die Familie Alissa's.
Es stellte kein gr��eres Problem dar Lesley Binks ausfindig zu machen, der Dealer bei dem Alissa zuletzt gesehen worden war. Ich stellte mich ihm gegen�ber als ein Freund von ihr vor und erfuhr so von ihrer Drogensucht, ihrem stetigen Abstieg und das er sie bereits seit �ber einer Woche nicht mehr gesehen hatte.
Lesley vermutete das M�dchen jedoch im 'Neon Flash', einer Disco die von einem Chinesen gef�hrt wurde und unter anderem seine eigenen M�dchen, f�r besondere Dienste, haben sollte.
Der Schuppen war schnell gefunden. Ein h�sslicher dreist�ckiger Kasten, dessen Reklameschild sich kr�nkelnd blass gegen das d�stere Sonnenlicht abhob. Die Au�enw�nde verschmiert von Taks verschiedenster Gruppen und die Fenster allesamt mit einem Au�engitter und Stacheldraht versehen. Ringsherum ein schlichter, riesiger Parkplatz, auf dem nur vereinzelt ein paar Karren standen.
Neon Flash Ein Zustand der sich des nachts �ndern sollte. Hohe T�ne und tiefe Basslaute suchten sich ihren Weg nach drau�en, jedesmal wenn die T�r ge�ffnet wurde. Grell flimmerte der Schriftzug 'Neon Flash' in die Dunkelheit und der Platz war erf�llt von Leben.
Die Disco drinnen war ganz nach meinem Geschmack und auch die Musik gefiel mir gut. Ich bedauerte ehrlich gesch�ftlich hier zu sein.
Wir verteilten uns unauff�llig auf verschiedene Positionen, beobachteten die Leute, den Eingang und den, von einem Gorilla bewachten, Aufgang zum n�chsten Stockwerk. Nichts. Von Alissa keine Spur. Manches Mal tanzte ich, schon um unauff�llig zu wirken, und weil ich dem Sound in dem Laden kaum widerstehen konnte.
Zwei Telefonnummern von h�bschen M�dels bekam ich zugesteckt, zugegeben das machte mich ziemlich verlegen. Nicht das ich eines der M�dchen je angerufen h�tte....
Ersch�pft trafen wir uns schlie�lich au�erhalb des Schuppens, als es bereits hell wurde.
Alissa war nicht aufgetaucht, aber �ber die M�dchen, mit denen ich mich unterhalten hatte, hatte ich herausgefunden das sie h�chstwahrscheinlich in den oberen Stockwerken zu finden war. Da wo wir nicht hinkamen.
Widow musste schlie�lich auf ihre F�higkeit der Astralwanderung zur�ckgreifen, um uns Gewissheit zu verschaffen.
Alissa befand sich tats�chlich im ersten Stock des Geb�udes.
Dort ging es, laut Widow's Beschreibungen, zu wie in einem Massengangbang. Schon vorher waren mir die muskelbepackten Typen, in den feinen Klamotten, aufgefallen, die sich scheinbar alle kannten und sogleich rudelweise nach oben bewegten.
Sp�tere Nachforschungen ergaben das es sich dabei um einen exquisiten Kreis von Bekannten des Chinesen handelte. Anabolikaschluckende Muskelfetischisten, die dort ihre perversen kleinen Gel�ste, an drogenabh�ngigen jungen M�dchen, befriedigten.
Jetzt brauchten wir einen guten Plan. An dem Gorilla beim Aufgang gabs kein Vorbeikommen, blieb nur noch der Fenstertrick, der sich schon beim Run zuvor als n�tzlich erwies.
Bei Tage schliefen die M�dchen, wie Widow herausfand. Alissa hatte sogar ihr eigenes Zimmer und Tags�ber war hier au�erhalb tote Hose.
Wir besorgten uns eine Leiter, Myxin kletterte rauf und zers�belte mit dem Laserschneider Gitter und Stacheldraht. Inst�ndig betete ich das uns niemand h�ren, oder sehen w�rde. Es gelang. Mit dem Glasschneider dann wieder das Fenster auf und hinein. Alissa war gerade am Erwachen, als sie den Pfeil der Narcoject in den Hals geschossen bekam. Alissa
Wir verfrachteten sie in meinen Van und Myxin fuhr los. Ein Anruf bei unserem Johnson kl�rte wohin wir sie in zwei Stunden bringen sollten. Alissa w�rde durch die Bet�ubung gl�cklicherweise l�nger schlafen und von ihrem Abtransport nichts mitbekommen.
Umsichtig wickelte ich das M�dchen in eine warme Decke, denn sie war nur in Shirt und Unterhose bekleidet.
Ihr jugendlich-h�bsches Gesicht zeugte von durchwachter, anstrengender Nacht. Noch hatte die Abh�ngigkeit kein dauerhaftes Zeichen hinterlassen. Alissa k�nnte, im Schutz ihrer Eltern, wieder gesund werden.
Wir �bergaben sie schlie�lich und erhielten unser Geld. Ich glaube das wir diesmal sogar etwas richtig Gutes taten. Irgendwo w�rde ein Daddy sein kleines M�dchen wiederbekommen und nur die Zeit w�rde zeigen wie viel Schaden ihre Psyche auf der Stra�e erlitten hatte.
An diesem Tag fuhr ich mit einem guten Gef�hl nach Hause, wieder bereit meinen Geist dem Neuen, das noch k�me, zuzuwenden und alles Schlechte, das mir Angst machte, aus meinem Verstand zu vertreiben.
Denn egal was wir tun, life goes on...


 


 

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