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Kapitel 4
Nerven liegen blank


 

Greg behielt uns drei Vollidioten weiterhin sorgf�ltig im Auge. Wahrscheinlich fand er es ungemein am�sant uns dabei zuzusehen wie oft wir auf der Fresse landeten, bevor wir lernten worauf es ankam. Oder er war schlicht nur neugierig. Zumindest vermittelte er uns Ramrod.
Ramrod war cool. Eine Messerklaue schlechthin, aber mit unendlicher Geduld und ein Typ mit dem man Pferde stehlen k�nnte. Mit ihm wurden wir endlich ein richtiges Team!
Mr. Brownstone Nun auch legten wir uns Stra�ennamen zu. Jack wurde zu 'Myxin', Leonie zu 'Misa' (von Misere) und ich, Clawrence, zu 'Child'.
Nur wenig sp�ter erhielten wir diesmal auch einen gr��eren Auftrag.
Unser Johnson stellte sich als Mr. Brownstone vor. Er wollte das wir ihm das Fr�hwerk des K�nstlers Lesley Weller besorgten, welches ihm von einem ehemaligem Mitarbeiter gestohlen wurde. Dabei handelte es sich um eine blaue Flasche um die sich ein weibliches Katzenwesen aus Metall schl�ngelt. Mein Geschmack w�re der Kitsch nicht, aber jedem was ihm gef�llt...
Easy fand ich heraus das der Gesuchte des �fteren im Healter Skealter verkehrte. Die wahrhaft �belste Shadowrunnerkneipe die mir je begegnet ist!
Unser Plan war einfach...... Es gab eigentlich keinen, da wir uns mal wieder nicht auf mehr einigen konnten, als das wir da reingehen uns aufteilen und mal abwarten ob der Kerl auftaucht.
Im Gegensatz zu den Anderen, die stumm leidend irgendwo in den Ecken sa�en, begann ich mich mit einem Typen namens George anzufreunden. Ich glaube wir redeten �ber Tec Wars, aber so ganz sicher bin ich mir nicht, denn George meinte es so gut mit mir das er mir einen 'Smash' ausgab.
Dieses Getr�nk, das schon roch wie Fl�ssigbenzin, und das er mir aufzwang, war der totale Absturz. Innerhalb allerk�rzester Zeit war ich megablau und so gar nicht mehr zurechnungsf�hig. Und w�re das nicht schon schlimm genug gewesen tauchte dann auch noch tats�chlich unsere Zielperson auf, mit einem Koffer, der so aussah als enthielte er etwas Wertvolles, wie zum Beispiel die Flasche.
Alle sahen ihn und keiner reagierte.... Das verstand ich nicht. Musste ich denn alles tun?
Meine Erinnerungen sind verschwommen, was eindeutig an dem Smash liegen muss, aber ich wei� noch das George und ich den Typen anlaberten, oder war es nur George alleine? Auf jeden Fall brachte ihn die Waffe eines anderen Typen dazu abzuhauen. Kurz darauf verschwand auch unsere Zielperson und weil immer noch niemand sich r�hrte wollte ich hinterher.
Myxin hielt mich dann auf, schleifte mich w�tend in eine dunkle Ecke der Kneipe und quatschte mich mit irgendeinem Schei� voll.
Ich raffte nichts mehr. Warum lie� er den Typen entkommen? Und dann schlug dieser Penner mich auch noch �belst KO.
Als ich zu mir kam lag ich im Flur seiner und Leonie's Wohnung und hatte den Geschmack von Magens�ure und feuchtem Hund im Maul. Letzteres wohl weil ich auf diesem verdammten stinkenden Teppich lag.
Die vorherrschende Stimmung war komisch. Der Fernseher lief und Misa starrte leer hinein. Myxin fauchte mich an von wegen ich w�re ein Alkoholiker und h�tte deswegen alles versaut, und ich war felsenfest der Meinung mir sei da irgendetwas extrem Wichtiges entgangen.....
Ein kurzer Aufenthalt im Bad beseitigte zumindest halbwegs meinen Kater, doch ein Blick in den K�hlschrank der Beiden verriet mir das es zum Fr�hst�ck wohl nur Bier geben w�rde.
Es stellte sich sp�ter heraus das es Misa �belst erwischt hatte. Sie wurde von irgendeinem Arschloch auf der Toilette vergewaltigt. Sie tat mir verdammt leid!
Myxin glaubte pl�tzlich ich h�tte ein Alkoholproblem und gab mir doch tats�chlich die Schuld daran das der Typ abhauen konnte. Da fragte ich mich doch ernsthaft wer hier ein Problem hat!!!
Meine Bem�hungen den Beiden klar zu machen das der Job vor allen privaten Problemen Vorrang hatte, fruchtete schlie�lich.
Wir konnten in Erfahrung bringen das die Flasche von einem Kunstsammler gekauft wurde, der sein Apartment in Shelsey hatte, einer �u�erst edlen, und f�r uns gef�hrlichen, Gegend.
Die Moral der Truppe war denkbar schlecht. Misa v�llig am Ende, Myxin hasste mich, bedrohte mich sogar einmal mit der Waffe, das ich fl�chtete und Sylvan die Sache kl�ren musste, und lediglich Ramrod blieb immer cool, auch wenn es ihm, wie mir, tierisch auf den Senkel ging.
Meine Nerven lagen blank und da rutschen einem schonmal die falschen Worte heraus.... Es war falsch zu sagen das ich nichts daf�r k�nne das der Typ sie auf dem Klo durchgeochst h�tte, aber deswegen derma�en die Beherrschung zu verlieren....
Misa ging wie eine Furie auf mich los. Sie wollte mir weh tun, ich im Gegenzug dazu aber auf gar keinen Fall ihr. Ich lie� mich von ihr in die K�che zur�ckdr�ngen, wo sie dann einen Zauber auf mich machte. Ich wei� nicht genau was das f�r ein Zauber war, aber er schickte mich zu Boden.
Myxin tat derweil mal etwas sinnvolles und versuchte sie davon abzuhalten mir den Hals herumzudrehen, wurde von ihr dabei aber mit einem unabsichtlichen Schlag auf die Nase zu Boden geschickt. Das k�hlte Misa zumindest ab.
Myxin Ramrod sah sich die Sache nur cool an und dachte sich wohl schlicht seinen Teil.
Als Myxin erwachte und seine Nase besah, war er so voller Zorn das er abhaute. Ramrod half mir in der K�che wenig sp�ter dann wieder auf die Beine und ich entschuldigte mich kleinlaut bei Misa.
Myxin tauchte die n�chsten zwei Tage weder auf noch nahm er Anrufe entgegen. Irgendwann schlie�lich meldete er sich und war bereit mit uns den Bruch zu starten.
Seine Nase sah aus als h�tte ihn eine Dampframme kalt erwischt. Schief und geschwollen wie ein blauroter Ballon hing das Teil in seinem Gesicht. Er hatte sich eine Granate besorgt und spielte �fters damit herum. Damit machte er uns v�llig verr�ckt. Eines war klar, Myxin hatte den absoluten Oberknall!
Trotz all dieser Differenzen und Probleme gelang uns der Einbruch ausgesprochen gut. Innerhalb der Matrix legte ich die Sicherheitsanlagen des Apartments lahm und die Drei konnten sich die Flasche greifen. Unser Auftraggeber wollte sich am Rande eines Schrottplatzes mit uns treffen.
Die �bergabe der Ware verlief jedoch nicht ganz so reibungslos, wie gedacht. Ein Scharfsch�tze erschoss Mr. Brownstone und legte anschlie�end auf uns an. Myxin wurde schwer in den Oberschenkel getroffen und wir mussten fliehen. Die Flasche konnten wir jedoch gl�cklicherweise mitnehmen.
Noch w�hrend Myxin unter das Skalpell Dr. Greenway's kam, sein Bein amputiert, und die Nase gerichtet wurde, loggte ich mich in die Matrix ein und versuchte einen K�ufer f�r die Flasche ausfindig zu machen. Tagelang geschah nichts.
Myxin war gezwungen sich ein Cyberbein zuzulegen und zu lernen damit umzugehen und ich war froh ersteinmal niemanden aus der Gruppe zu sehen. Die Stimmung war jetzt wieder besser, aber insgeheim gab mir Myxin wohl auch die Schuld f�r den Verlust seines Beines. Das soll mal einer verstehen...
Beim Einkaufen erwischte es mich dann. Ich kam gerade mit zwei T�ten aus dem Stuffer Shack, als mich pl�tzlich etwas am Hals traf und ich das Bewusstsein verlor. Stunden sp�ter erwachte ich in einem v�llig finsteren Raum, auf dem Bauch liegend, auf einer Matratze. Die H�nde einschn�rend hinter dem R�cken gefesselt und, bis auf meine Shorts, v�llig nackt.
Nach einiger Zeit �ffnete sich die T�r und ein Typ trat ein, in Begleitung einer Frau. Der Kerl machte den Eindruck einer Messerklaue, ein Shadowrunner. Aber die Frau war seltsam...
Silberwei�es, langes Haar und elfische Z�ge in einem interessiert wirkendem Gesicht, das auch eindeutig menschlich war. Ihr fehlten die spitzen Ohren. Dominant l�chelte sie auf mich herab, das ich G�nsehaut bekam und wollte wissen wer die Flasche h�tte.
Eine Ber�hrung ihres Elektrostabes �berzeugte mich ihr die Nummer von Ramrod zu geben. Die Flasche stand zwar bei Misa und Myxin im K�hlschrank, aber Ramrod schien mir noch am ehesten geeignet auch sofort Ma�namen zu meiner Rettung zu ergreifen und Sylvan wollte ich absolut nicht in diese Sache mit hineinziehen.
Aus der Nase blutend versuchte ich das Beste aus der Sache zu machen. Die Frau w�hlte die Nummer und ich musste Ramrod in knappen Worten die Sachlage schildern. Dabei gab ich ihm so viele Informationen �ber meine Situation, wie nur m�glich.
Es erstaunte mich das die Frau mich gelassen reden lie�, w�hrend ich dabei war sie Ramrod gerade zu beschreiben, in der Hoffnung er k�nne herausfinden mit wem wir es zu tun h�tten. Jeden Augenblick rechnete ich mit der Bestrafung durch den Elektroschocker, aber das blieb aus. Meine Gastgeberin war am�siert.
vermenschlichte Elfe Als sie fort war bat ich den Stra�ensam die Toilette aufsuchen zu k�nnen. Der Typ wirkte nicht unfreundlich, er tat schlicht seinen Job und ich war ja nun wirklich ein harmloser, kleiner Gefangener.
Ich war froh an solche Leute geraten zu sein. Es gab ja auch Spinner die es mochten w�hrend der Wartezeit ihre Geisel zu qu�len. Die Leute hier waren daf�r jedoch viel zu professionell. Sie hatten meinen Respekt.
In der Zwischenzeit trommelte Ramrod, Slyvan, Misa und Myxin zusammen.
Am Boden der Flasche entdeckten sie gut getarnt einen Datenchip, um den es meine Entf�hrer wohl in erster Linie ging. Sie bastelten eine interessante Konstruktion mit einem ferngesteuerten Hubschrauber, der Granate und dem Chip zusammen und brachten das Ganze in die Luft, als ich aus dem Zimmer geholt und an ein offenes Fenster, neben die Frau gezogen wurde.
Der kleine Hubschrauber landete auf dem Dach, wo der Chip �berpr�ft wurde. Gleichzeitig lie� man mich gehen.
Wie froh war ich hinten im Van von Sylvan in die Arme gezogen zu werden, der mir kurz darauf die Handfesseln durchschnitt und seinen Mantel umh�ngte, denn meine Sachen habe ich nicht wiederbekommen.
�ber die Frau fand er sp�ter heraus das sie ebenfalls Shadowrunnerin war. Wie ich es mir schon dachte, ein Team das nur im Auftrag von jemandem arbeitete und ansonsten keinerlei pers�nliche Ziele verfolgte.
Die Flasche hatte wir immer noch und �ber unseren Schieber schaffte ich es schlie�lich das Teil zu einem sehr guten Preis zu verkaufen. Jetzt konnte ich auch endlich Sylvan etwas f�r die Miete in die Hand dr�cken und wir kauften uns ein gr��eres Bett. Das Kleine schenkte er Misa, die total happy war nicht l�nger auf dem Boden schlafen zu m�ssen.
Myxin war immer noch komisch und jetzt wo er nun auch vor Augen gef�hrt bekam das Sylvan und ich nicht nur als Kumpel zusammenlebten, mied er ganz offensichtlich meine direkte N�he. Das war mir aber sowas von schei�egal. Misa fand's cool und Ramrod war das Ganze eh schon viel l�nger klar und irgendwie sah er alles immer ganz easy.
Die Elfe aber verga� ich nicht so schnell. Ich habe Sylvan nichts davon erz�hlt, aber ich tr�umte zwei Mal von ihr .... und das waren echt hei�e Tr�ume.....


 


 

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