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Kapitel 3
Aus dem Leben lernen


 

Greg hielt sein Wort nicht nur in Bezug auf die Wohnung, sondern auch was den Job anbelangte.
Nat�rlich konnte jemand ohne SIN, der Gesucht wurde, nicht einfach in der n�chstbesten Pizzeria als Tellerw�scher anfangen. F�r Leute wie uns gab es nur noch eine M�glichkeit, wir wurden zu S�ldnern, Shadowrunnern.
Kiste Der erste Job den Greg uns vermittelte war ziemlich einfach. Geht dorthin, holt eine Kiste ab und bringt sie dann da hin. Der Typ, der Leonie den Abend nach Hause gefahren hatte, beteiligte sich an diesem Job. Er stellte sich uns als Jack Crosby vor. Vom Aussehen her h�tte er glatt Leonie's Bruder sein k�nnen, elfisch und blond. Er war hauptberuflich Rennfahrer in einem Team dessen Namen ich jetzt vergessen habe. Nicht wirklich unsympatisch, nur irgendwie eigen. Er nahm wohl des �fteren kleine Jobs als Fahrer f�r jemanden an.
In unserem Versuch professionell zu wirken machten wir wohl eine ganze Menge verkehrt....
Greg kl�rte uns hinterher dar�ber auf warum uns der Mann, dem wir die Kiste �berbrachten, sogleich als Anf�nger erkannte. Wieder etwas gelernt.
Der zweite Job sollte schon schwieriger werden, denn diesmal ging es um etwas Gr��eres.
Die Jacobi Corporation stellte Textilien aus Synthetikleder her und hatte f�r irgendetwas eine geheimnisvolle Formel entwickelt. Ich wei� nicht mehr was f�r eine Formel das nochmal war, auf jeden Fall war es unser Auftrag sie zu beschaffen.
Jeder erfahrene Shadowrunner wird jetzt lachen und denken 'wie simpel'. Eine Fabrikhalle voller Arbeiter, ein paar B�ror�ume und die Bewachung nur ein paar pensionierte Polizisten. Aber f�r uns Anf�nger, ohne jegliche kriminelle Erfahrung, war das etwas �bles.
Zuerst konnten wir drei uns auf keinen Plan einigen. Das reinste Chaos. Anstatt wirklich �berlegt ranzugehen schlichen wir uns einfach in die Fabrikhalle hinein und verteilten uns unkoordiniert.
Leonie ging mir wahnsinnig auf die Nerven mit ihrer �bervorsicht. Nach ihr gehend h�tten wir Jahre im Auto zubringen k�nnen, uns das Geb�ude von au�en ansehend.
Jack war irgendwie �berhaupt kein einzusch�tzender Faktor f�r mich und in der Halle verlor ich ihn auch ganz schnell aus den Augen. Wie ich sp�ter erfuhr versteckte er sich auf der Toilette. Tolle Sache, da war sicherlich alles M�gliche zu finden, aber ganz bestimmt nicht die gesuchten Daten!
Jacobi Corp. So ziemlich alleine auf mich gestellt schlich ich mich eine Treppe nach oben und gelangte zu den B�ror�umen.
Ein Wachmann im Flur lie� mich in das erstbeste B�ro fl�chten. Nat�rlich war es belegt. Ein Mann mittleren Alters sah mich fragend, hinter seinem Schreibtisch sitzend, an.
Ich tat das erstbeste was mir einfiel. Erst quatschte ich ihn mit irgendeinem hohlen Schei� voll, dann bedrohte ich ihn mit der Waffe und fesselte ihn schlie�lich mit seinem eigenen G�rtel auf dem Boden.
Die Durchsicht seines Rechners brachte mir rein gar nichts, also fragte ich ihn schlie�lich wo die Daten zu finden seien. 'Im Keller'. Ich h�tte mir in den Arsch bei�en k�nnen. Problemlos w�re es vorhin gewesen aus der Fabrikhalle in den Keller zu gelangen. Soviel dazu wenn man sich nicht gut vorbereitet. Na gut, das Sicherheitsschloss w�re schon ein kleines Problem.
Der Grund weshalb ich den Kerl mit nach unten schleppte. Meine Waffe in seinem Kreuz und eigentlich gut versteckt, doch den Kameras muss sie dennoch aufgefallen sein, denn pl�tzlich gab es Alarm.
Weglaufen kam f�r mich nicht in Frage. Wenn ich diesen Run versaute dann bek�me ich niemals wieder einen Auftrag, denn welcher Johnson wollte schon die absoluten Looser f�r sich arbeiten lassen.
Ich schleifte den Typen grob zur Kellertreppe. Von der Seite kamen zwei Wachm�nner mit gezogenen Waffen heran.
Die Kellert�r ging auf, noch zwei Wachen, ich, mit dem R�cken seitlich zur Wand, der Geisel meine Knarre an den Sch�del gehalten und weder vor noch zur�ck gewusst.....
Wachmann 'Werfen Sie die Waffe weg!' Und mich von den Bullen festnehmen lassen? Na klar doch. Ich wollte die Daten.
Wo zum Henker blieben Leonie und Jack? Ich schoss auf einen der Wachm�nner vor der Kellert�r, im festen Vorsatz ihn zu t�ten, doch meine Geisel bewegte sich etwas und ich traf ihn nur an der Schulter. Der Typ brach trotzdem blutend und geschockt zusammen. So wussten sie das ich es ernst meinte und keine Skrupel hatte.
Da bot mir die Geisel ihre Freiheit im Gegenzug zu den Daten. Er befahl einem Techniker einen Datenchip zu holen.
Ich konnte diesen nicht testen, aber aufgrund des Ernstes der Lage musste ich davon ausgehen das dies die Daten waren, die ich haben wollte. Au�erdem blieb nur wenig Zeit. Jeden Moment konnte die Polizei, oder Securityfahrzeuge hier eintreffen und dann war es aus.
Meine Flucht war das reinste Chaos, wie ja der ganze Run. Leonie und Jack lenkten irgendwie die Wachm�nner von mir ab, ich kann mich nicht genau erinnern. Ich wei� nur noch wie ich rannte, die Kameras uns Fl�chtenden nachsahen und ich wei� noch das es mir seltsam vorkam das keiner der Wachm�nner geschossen hatte.
Der Auftrag war erf�llt, das ganze Drumherum aber v�llig aus dem Ruder gelaufen.
Jack konnte nicht einfach nach Hause gehen und so tun als sei nichts gewesen.
Sie hatten uns alle drei gefilmt. Damit wurde er zum gesuchten Verbrecher.
Er gab mir w�tend die Schuld. Es tat mir leid, aber wo war er denn gewesen die ganze Zeit �ber? Wo war Leonie? Was hatten sie denn getan, als sinnlos in der Halle herumzuschleichen. Ganz zu schweigen von Jack's Versteck in der Toilette. Ich verstand das er w�tend war. Als Verbrecher in den Knast wandern wollte er nicht, also musste er, wie zuvor schon wir, seine Identit�t aufgeben und in die Schatten gehen.
Leonie und ich halfen ihm soviel von seinem Zeug wie m�glich in meinen alten Van zu stopfen. Anschlie�end z�ndeten wir seine Werkstatt und sein Haus an, um Material wie Haare, oder Hautschuppen zu vernichten. Nur so konnten wir verhindern das ein eventuell angeheuerter Magier ihn ausfindig macht.
Die R�umlichkeit, die Leonie und ich nun schon seit einigen Tagen bewohnten, war immer noch �u�erst ungem�tlich und karg. Als ich Jack mit seinem Krempel dort einlie� lagen einige Klamotten herum, sowie zwei Isomatten mit Schlafs�cken.
stinkender Teppich Die dunkle Stelle am Eingang, von der Leonie, beim Einzug, die Tote Ratte kratzte, war mit einem 1x1m gro�en Filzteppich bedeckt, den sie mal irgendwo aus dem Sperrm�ll zog und der nach feuchtem Hund roch.
Zu dritt in dieser Einzimmerwohnung wurde haarig. Vor allem taxierten mich stets Jack's w�tende Blicke, so das ich zu Sylvan fl�chtete, mit dem ich mich die letzten Tage n�her bekannt gemacht hatte.
Sylvan �bte noch immer diese seltsame Faszination auf mich aus, die ich mir kaum erkl�ren konnte.
Mein anf�nglicher Verdacht, es sei vielleicht ein Zauber, wurde von Leonie verneint. Als Magierin war es ihr m�glich den Elfen Astral zu betrachten. Sylvan besa� keinerlei Magie, daf�r aber einiges an teuren Implantaten. Er war ein Stra�ensamurai, aber keiner dem man seine Fertigkeiten ansieht. Schnelligkeit, Pr�zision und Geschick, gepaart mit unglaublicher Geduld und Ruhe, waren seine St�rken.
Seit sechs Jahren der Leader seines Teams war Sylvan Veteran und lebende Legende gleicherma�en auf der Stra�e. Soviel hatte ich die letzten Tage herausgefunden. Und inzwischen waren mir zwei Dinge sonnenklar:
1.Ich hatte �bermenschliches Gl�ck ausgerechnet an ihn geraten zu sein!
2.Meine Verwirrtheit in seiner N�he hatte etwas mit mir selber zu tun. Sprich meine Hormone brachten mich dazu von ihm angezogen zu werden wie die Motten vom Licht.
An diesem Abend gestand mir Sylvan auch noch das er echte Gef�hle f�r mich entwickelt hatte und bot mir an bei ihm einzuziehen. Ich war ziemlich durcheinander. Nie zuvor bemerkte ich homosexuelle Tendenzen bei mir.
Wie jeder Norm stand ich auf geile Weiber mit dicken Titten, zog mir unendlich viele Pornos illegal auf die Platte und tr�umte davon wie geil doch so eine feuchte M�se war.
Nicht das ich zu dem Zeitpunkt je eine in echt ausprobiert h�tte. Zu viel Tec Wars und eine ganze Menge �bler Komplexe hielten mich bisher ziemlich jungfr�ulich. Peinlich, mit 23 Jahren...
Ich hatte nun also die Wahl. Zuhause Jack, der mich �belst belauerte, Leonie die st�ndig hochtrabendes Zeug laberte das kein Mensch verstand, Schlafs�cke auf dem harten Fu�boden und der nach feuchtem Hundefell stinkende Teppich, der mich vorletzte Nacht sogar schon im Traum heimgesucht hatte.
Hier ein weiches, wenn auch nur 1-Personen-Bett, anst�ndiges Essen, Ruhe, keine b�sen Blicke, oder Anfeindungen und.... Sylvan.
Ich blieb.
Die Gelassenheit, die der Elf ausstrahlte, und einige Worte seinerseits lie�en mich �ber die verschiedensten Dinge nachdenken.
Unser Run war �belste Katastrophe gewesen und soetwas dufte sich nicht nocheinmal wiederholen. Bessere Planung und Vorbereitung war angesagt und eine strikte Aufgabenverteilung von N�ten.
Die Wachm�nner hatten nicht geschossen, obwohl sie es mehrfach easy h�tten tun k�nnen. Sie wollten also nicht schie�en, auch nicht nachdem ich einen niederballerte, der zum Gl�ck �berlebte, wie es sp�ter in den Nachrichten hie�. Und warum? Weil sie das Leben achteten.
Was lief bei mir verkehrt, das ich ohne mit der Wimper zu zucken einen Menschen ins Jenseits bef�rdern konnte?
Die Antwort war im Grunde recht einfach. Jahrelanges Kriegspielen in der virtuellen Realit�t. Nicht nachdenken, einfach handeln. Den Gegner wegballern bevor er es tun konnte. Tec Wars war ein Game dieser Sorte und ich hatte es darin zum amtierenden englischen Meister gebracht. Jahrelang trainierte ich mich selbst zum emotionslosen Killer. Es war nur ein Spiel, doch in der Realit�t starben echte Menschen, konnte auch ich dabei draufgehen. Irgendwo gab es immer jemanden der weinte wenn einer starb.....
Der Run auf die Daten hatte mich einiges gelehrt. Plane sorgf�ltig und t�te nur wenn du musst!


 


 

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