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Kapitel 2
Willkommen in den Schatten Chummer


 

'Checkpoint' prankte gro� �ber der Eingangst�r. Was f�r ein versiffter Laden, dachte ich mir. Ein Bekannter von Leonie hatte ihr den Tipp gegeben uns da mal umzuschauen. Er meinte dies sei eine Anlaufstelle f�r Leute die Probleme h�tten und verdammt schnell irgendwie Hilfe br�uchten. Aber als ich den Laden da vor mir sah konnte ich mir nicht vorstellen dort eine andere Hilfe zu bekommen, als die eines Gnadenschu�', zwischen die Augen.
Innen best�tigte sich dieser Eindruck sogar noch. Finstere Gestalten sa�en im Halbdunkel der Tische. Einige sahen auf und grinsten.
Obwohl meine Knie weich wie Soypudding waren schleifte ich Leonie mit nach hinten an den Tresen.
Noch Minuten sp�ter klammerten wir uns an unser Bier und versuchten jeglichen Blickkontakt mit den Typen um uns herum zu vermeiden. Da sprach uns der Barkeeper an. Er stellte sich als Greg vor und es war seltsam, aber ich hatte das Gef�hl vor diesem Mann, mit dem rechten Cyberarm, nichts verheimlichen zu k�nnen. Er versprach uns sich nach einer kleinen Wohnung und einem Job f�r uns umzuh�ren.
Die Art mit der er mich musterte erinnerte mich an meinen Onkel. Ich glaube ich mochte Greg deswegen auch sofort.
Ich wei� nicht mehr wie lange wir da sa�en und versuchten uns an diese neue Welt zu gew�hnen, als pl�tzlich dieser Elf von hinten an uns beide herantrat. 'Du hast einen echt geilen Arsch.'
Leonie wollte diesem Typen bereits emp�rt, oberstudienhaft ihre Meinung geigen, als der Elf sie mit einer Geste zum schweigen brachte, mich nun direkt ansah und erkl�rte das er mich meine.
Vor Schreck w�re ich beinahe vom Hocker gefallen. Auf jeden Fall besah ich mir diesen frechen Kerl mal genauer. Ein Elf, hochgewachsen und schlank, wie alle Elfen. Hellblondes Haar das ihm l�ssig auf die Schultern fiel. An die Klamotten erinnere ich mich nicht mehr, aber daf�r umso mehr an die Sonnenbrille und den am�sierten Ausdruck seines Gesichtes.
Der Elf stellte sich mir als Sylvan vor und begann mich zu fragen worauf ich denn so st�nde. Tec Wars, war meine spontane Antwort. Woraufhin er mich sogleich zu einer Runde, in einem nahe gelegenen Cybercenter einlud.
Ich erinnere mich noch ganz genau was mir damals durch den Kopf gegangen ist. 'Freunde Dich, so schnell wie m�glich, mit so vielen Leuten wie nur geht an, denn die k�nnten Dir helfen dich zurechtzufinden und zu sch�tzen. So war ich also einverstanden. Leonie bekam fast einen Krampf neben mir weil ich sie alleinlassen wollte, aber was hatten wir denn f�r eine Wahl? Dazusitzen und nichts zu tun brachte rein gar nichts!
Mit Sylvan's Motorrad ging es dann also in die Spielhalle. Er war verdammt gut f�r jemanden der nicht t�glich spielte. Seine Reflexe erstaunten mich. In Tec Wars konnte er mir nichts vormachen, aber in anderen Games schlug er mich teilweise haushoch.
Als er die Cyberbrille abnahm konnte ich das erste Mal in seine Augen sehen. Faszinierende gr�ne Augen voller Ausdruck von Pers�nlichkeit. Ich gebe zu sie verwirrten mich und ich hatte das Gef�hl mich in ihnen verlieren zu k�nnen. Fast bedauerte ich es als er den Sichtkontakt unterbrach, indem er die Sonnenbrille davor schob.
Cocktailbar Weil wir gewettet hatten und ich verlor musste ich mit ihm mitgehen, als er mich in eine kleine Bar einlud.
Die Bar war seltsam. Winzig und der Eingang leicht zu �bersehen. Eine Cocktailbar, schweineteuer. Er bestellte f�r uns beide. Den Namen des Cocktails habe ich vergessen, aber nicht das es gr�n war und fruchtig schmeckte. Das Zeug war der Hammer und mir wurde leicht schwindelig davon.
Und die ganze Zeit �ber dieser am�sierte Ausdruck auf seinem Gesicht. Unf�hig auch nur zu erraten was Sylvan dachte schleppte er mich anschlie�end �ber einen Vorwand in seine Wohnung.
Jetzt bekam ich es mit der Angst zu tun. Der Typ war schwul, soviel war klar und er hatte es ganz offensichtlich auf mich abgesehen! Zudem verwirrte er mich, das mir hei� und kalt wurde. Meine H�nde zitterten und ich wurde immer nerv�ser.
Ich tat so als sehe ich mir die Plakate an der Wand an, da trat er von hinten an mich heran und umarmte mich. Mein K�rper reagierte wie elektrisiert. Ich f�hlte mich als Maus in den F�ngen einer Katze, die mit mir ihre Spielchen trieb.
Meine halbherzigen Fluchtversuche unterband Sylvan sanft mit geschickten Griffen. Mein Versuch nach unten wegzutauchen zog mir den Pulli aus. Er dr�ckte mich auf den Teppich, kam �ber mich und sah mir in die Augen.
Da waren sie wieder, diese faszinierenden gr�nen Augen. So selbstsicher, am�siert und voller W�rme. Je l�nger er mich so ansah, desto schw�cher wurde mein Widerstand gegen seine Ber�hrungen. Mein K�rper reagierte ganz eigen, schien es zu wollen und alsbald gab ich mich dem ganz hin und verlor mich in seinen Z�rtlichkeiten.
Es war seltsam. Die Zeit verging, aber es k�mmerte mich nicht. Leonie, die unterdessen alleine ver�ngstigt im Checkpoint sa� und gl�cklicherweise jemanden fand der sie ins Motel fuhr, war mir mit einem male v�llig gleich. Ich wollte nicht mehr gehen und Sylvan h�tte dies auch nicht zugelassen.
Den Nachmittag des n�chsten Tages tauchte ich jedoch mit einem furchtbar schlechtem Gewissen im Motel auf. Von Leonie keine Spur!
Panik �berkam mich, aber auch sofortige Erleichterung, als ich erfuhr das Greg eine kleine Wohnung f�r uns zwei hat ausfindig machen k�nnen. Leonie war am putzen, als ich dort eintraf.
Der neunte Stock eines heruntergekommenen Mietshauses. Es roch nach Urin und Verwesung. Letzteres stammte von der Ratte, die sich �ber Wochen in den Betonfu�boden unseres Zimmers gesaugt hatte. War ich froh das Leonie die bereits entsorgte!
Wer waren wir nun? Nichts Besseres als der Abschaum von der Stra�e.
Leonie auf der Flucht vor den H�schern von Universal Omnitech, weil sie angeblich in eine Verschw�rung gegen den Konzern verstrickt war, was sie heftigst bestritt, und ich auf der Flucht vor der Polizei, wegen Mordes, und Franky's M�nnern, die zumindest f�r ein Weilchen noch versuchen w�rden ihren Oberboss zu r�chen. Zumindest so lange bis die Nachfolge gekl�rt war.
Regen Was w�rde aus dem Laden meines Onkels werden? Ich erinnere mich wie ich am Fenster stand und beobachtete wie der Regen die Stra�e dunkler f�rbte. In London regnete es st�ndig, aber ich mochte es so.
Ich glaube dieser Moment war der in dem ich mich von meinem alten Leben verabschiedete. Meine SIN war nutzlos geworden, ich musste meine Identit�t aufgeben. Leonie und ich hatten noch viel zu lernen um hier zu �berleben. Wer w�rde uns helfen? Greg? Sylvan?
Der Himmel schien mir d�ster, aber warum sollte er auch nicht, immerhin war dies der Tag meiner Geburt in den Schatten.


 


 

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