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Kapitel 19
Marla


 

Ich konnte es kaum fassen. �ber eine Million Nuyen befanden sich nun auf meinem Konto.
Davon transferierte ich 800.000 Nuyen erst einmal auf Daionie's Konto und schickte ihm eine Nachricht.
Er bot mir an die Insel auf seinem Namen weiterlaufen zu lassen, aber sie w�rde trotzdem uns geh�ren.
Das lehnte ich entschieden ab. Orks hatten keine besonders hohe Lebenserwartung und Daionie sah man sein Alter inzwischen schon ziemlich an. Wenn er starb hatte ich keinerlei Rechte und keinerlei Handhabe zu beweisen das das mein Eigentum war.
In der Matrix beauftragte ich einen Bekannten, der sich damit auskannte, damit f�r Sylvan und mich je eine Fake-SIN herzustellen. Das w�rde seine Zeit dauern, aber so lange konnte ich auch noch in London ausharren.
Jelena/Rise Jelena ging es nicht besonders gut. An einem Abend im Checkpoint erz�hlte sie mir das sie von Knight Aront geschnappt worden war. Die h�tten sie ziemlich in die Mangel genommen, aber letztlich konnte sie �berraschend fliehen.
Was ich davon halten sollte war mir unklar, aber im Grunde war es mir auch egal. Schon bald w�rde ich London verlassen und dann w�re sie weit weg von mir.
Ich muss zugeben mich besch�ftigte auch eine ganz andere Sache. Die silberwei�haarige Elfe.
Sylvan erz�hlte mir das er sie mal f�r einen Run im Team hatte und da wohl einiges schief gelaufen war.
Carasy sollte sie eigentlich an einem bestimmten Treffpunkt abholen, konnte aber nicht weil er River und Sylvan stattdessen abholte und scheinbar hatten sie vergessen 'Artemis', so nannte sie sich n�mlich, Bescheid zu sagen.
Das Ergebnis des Ganzen Wirrwars, Artemis w�re fast bei der Sache drauf gegangen, hatte sich verst�ndlicherweise �ber diese Unzuverl�ssigkeit aufgeregt, wurde scheinbar nicht richtig ernst genommen, und verlie� Konsequenz die Gruppe.
Seither hasste sie Sylvan, wie River. Fand ich irgendwie nachvollziebar.
Sylvan Normalerweise geh�rte Sylvan nicht zu diesen unzuverl�ssigen Leuten, die Teamkollegen im Stich lie�en, aber auch er macht sicherlich mal Fehler und wie er zugab h�tte er nicht gedacht das Artemis dort so in Schwierigkeiten war. Scheinbar wurde sie damals auch ziemlich schwer verletzt.
Artemis faszinierte mich. Sie tat es seit ich sie das erste Mal sah.
Zu der Zeit war ich noch ein blutiger Anf�nger in den Schatten. Sie und ihr Team beeindruckten mich durch ihre ruhige und professionelle Art. An ihnen nahm ich mir ein Beispiel und heute war ich ebenso professionell und hatte meinen Ruf einer der Besten in diesem Genre zu sein.
Ich hatte das Bed�rfnis ihr das zu sagen. Mich, so bl�d das auch klingt, f�r das Zusammentreffen damals zu bedanken.
Mein Versuch sie selbst �ber die Matrix hinweg aufzufinden scheiterte j�h.
Aber ich fand jemanden der gegen eine nicht unbetr�chtliche Summe bereit war ihr eine Nachricht zukommen zu lassen.
Nastassja Danach hie� es abwarten. Darell hatte sich inzwischen ein kleines Anh�ngsel besorgt.
Sie hie� Nastassja und war wie er Ki-Adeptin. Die osteurop�ische Elfe kam aus verdammt schlechten Verh�ltnissen und war erst 15, aber sie gab Darell wieder eine Perspektive.
Er nahm sie in seine Wohnung mit auf, die ihm alleine eh zu gro� war, und begann sie zu unterrichten.
Sylvan und ich waren froh �ber diese Entwicklung, denn das bedeutete das Darell endlich mit Leonie abschlie�en konnte.
Nat�rlich erz�hlte ich Sylvan davon das Falcon eigentlich ganz cool war, aber er guckte nur skeptisch, so das ich lachen musste. Sylvan hielt emotional zu sehr zu Darell, da konnte Falcon schlicht nicht cool sein.
Schlie�lich kam er, der Anruf auf den ich gewartet hatte....
Artemis war misstrauisch und wusste �berhaupt nicht was sie davon halten sollte das ich sie unbedingt kennen lernen wollte. Letztlich stimmte sie aber zu sich von mir ins 'Moonlight' einladen zu lassen.
Gegen�ber Sylvan spielte ich da mit offenen Karten. Er fand meine Faszination ihr gegen�ber am�sant. Vielleicht w�rde sie nach einem Gespr�ch mit mir auch endlich ihren Zorn ihm gegen�ber vergessen.
Beim Moonlight angekommen wartete Artemis bereits drau�en.
Sie sah atemberaubend aus. Passend zu den langen Haaren trug sie ein silbergraues, schimmerndes Kleid, das jede Kontur dieses perfekten athletischen K�rpers betonte. Auf hochhackige Schuhe hatte sie gl�cklicherweise verzichtet. Ich wirkte eh schon so klein neben ihr.
Pl�tzlich schien meine ganze Redekunst verflogen.
Artemis verlangte zu wissen warum ich sie unbedingt treffen wollte, und mir auf einmal wieder klein und bl�d vorkommend gestand ich ihr meine Beweggr�nde.
Zuerst war sie fassungslos und ein Hauch von Unglauben lag in ihrem Blick. Doch je l�nger sie mich beobachtete umso eher schien sie zu verstehen was ich meinte.
'Mein richtiger Name ist Marla.' Verriet sie schlie�lich sanft.
So etwas war ihr ganz sicherlich noch nie passiert. Da sa� jemand vor ihr, den sie zwei Jahre zuvor entf�hrte, mit dem sie vor kurzem einen harten Kampf als Gegner ausfocht und sah v�llig hin und weg zu ihr auf.
Konkurrenzgedanken gab es keine mehr und ich bef�rchtete ganz sicher nicht das sie sich an mir r�chen w�rde wollen.
Jeder hatte seinen Job erledigt, wir gewonnen, sie verloren. Das waren Dinge der Johnsons, die da ausgetragen wurden, nichts pers�nliches.
schlechtes Gewissen Beim Essen lie�en meine Hemmungen dann auch so langsam nach und wir kamen ernsthaft ins Gespr�ch.
Warum sie ihre Ohren vermenschlichte verriet sie mir nicht. Sie erz�hlte allgemein eher weniger von sich und fragte eher mich aus.
Nach dem Essen fuhren wir zu einer Br�cke und Marla zeigte mir einen wirklich sch�nen Platz direkt darunter. Ein Flecken Gras, unber�hrt, versteckt und sauber, lag dort an der Themse.
Ein Ort den sie aufsuchte wenn sie nachdenken musste, gestand sie mir.
Dort lie� sie ihre H�llen fallen.
Ich wollte es... Als h�tte ich nur auf diesen einen Augenblick gewartet reagierte mein K�rper wie elektrisiert.
Hei� k�ssten wir uns, erforschten einander und wollten mehr.
Weder dachte ich dabei an Sylvan, noch an Konsequenzen, ja noch nicht einmal daran was sie denken k�nnte wenn sie mein ziemlich klein geratenes, bestes St�ck zu sehen bek�me.
Im Nachhinein glaube ich sie dachte ebenso wie ich an gar nichts. Es war schlicht nicht wichtig.
Wir liebten uns und rollten wild �ber das Gras. Marla war einfach atemberaubend.
Ersch�pft lagen wir schlie�lich irgendwann nebeneinander. Aufgew�hlte Erde klebte an unseren erhitzen K�rpern und nur langsam setzte, aus dem Rausch der Hormone auftauchend, der Verstand auch wieder ein.
'Ich muss nach Hause.'
Und wie ich das musste. Mitternacht war lange vorbei und Zuhause lag jemand im Bett den ich liebte. Schei�e was hatte ich getan?!
Rasch zogen wir uns an und ich fuhr Marla zum Moonlight zur�ck, wo ihr Auto stand. Sanft ergriff sie meine Hand, beugte sich vor und hauchte mir einen Kuss auf die Lippen.
'Du bist wirklich s��. Sag Sylvan das ich nicht mehr b�se bin. Wir sind jetzt quitt.'
Ich nickte und war froh als sie ging. Marla war mit Sicherheit die absolut faszinierendste Frau die ich in meinem ganzen Leben je kennen gelernt hatte. Sie w�rde sich sehr wahrscheinlich noch in eine ganze Reihe meiner Tr�ume einschleichen.
An mir herunter blickend stelle ich fest das ich so nicht zu Sylvan nach Hause konnte. Ich sah aus als h�tte ich wilden, leidenschaftlichen Sex in einer Erdgrube gehabt!
Mit dem Vidphone holte ich River aus dem Bett, der mich nur Minuten sp�ter in seine Wohnung einlie�.
Man sah der charmant aus mit einem Bademantel der vorne weit genug offen war das das Geh�nge auch genug Luft bekam....
W�hrend ich duschte machte er mir eine Lasagne hei� und wollte dann nat�rlich wissen was �berhaupt los war. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit erz�hlte ich River alles. Mit dem Ergebnis das ihm beinahe die Kippe aus dem Mundwinkel gefallen w�re.
Artemis/Marla Nie, nie, nie h�tte er von mir erwartet so etwas zu machen und nie, nie nie h�tte er von Marla gedacht das sie sich auf jemanden wie mich einlassen w�rde.
Wie sich herausstellte hatte River damals, als sie mit in Sylvan's Team agierte, kurzfristig etwas mit ihr und laut seinen Worten stand sie eigentlich nicht auf so 'abgebrochene Gartenzwerge' wie mich. Ein Grund River zu boxen.
Allerdings war er m�chtig beeindruckt und grinste mich breit an.
Das machte mir mein schlechtes Gewissen jedoch nicht besser. Vor allem weil Sylvan mir so ma�los vertraute. Ich traf erst nach zwei Uhr fr�h bei ihm ein und er gab sich mit einem 'Wir haben uns so lange unterhalten, und ich soll dir sagen das sie nicht mehr b�se ist.' zufrieden.
Ich musste das aus meinem Ged�chtnis verbannen. Marla und ihre Faszination einfach l�schen.
Letztlich fand ich einen Weg. Nach langem �berlegen entschied ich pers�nlich f�r mich das diese Nacht mein Abschied von allen Frauen dieser Erde gewesen w�re.
In einigen Tagen w�rde ich meine SIN bekommen und die Besitzurkunden f�r die Insel unterzeichnen. Dann w�re ich f�r immer mit Sylvan zusammen.
Es konnte eigentlich gar keinen besseren Abschied geben, als die Nacht mit Marla.


 


 

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