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Kapitel 11
Erfolgreich


 

Wie immer war das Checkpoint erf�llt vom L�rm seiner Anwesenden. Greg unterhielt sich am Tresen mit einem b�rbei�ig aussehenden Typen in Tarnklamotten, irgendwo prahlte ein Anf�nger von seinem Kampfstil und wurde verlacht und aus den Lautsprechern dr�hnte zur Abwechslung mal Hardrock.
Ich sah auf, als ich Greg aufst�hnen und den �ffnungsmechanismus der Eingangst�r bedienen h�rte. Sylvan betrat l�ssig die Bar.
Moment, das konnte nicht sein, Sylvan sa� direkt neben mir.
�berrascht stie� ich ihn an und vernahm auch von ihm dieses abwertende St�hnen, das eben schon Greg von sich gab.
'keine Sorge Greg, diesmal verw�ste ich deinen Laden nicht.' Gab der Doppelg�nger von sich, entdeckte dann Sylvan zu meiner Rechten und kam zielgerichtet auf uns zu.
Ich war v�llig perplex. Dieser Elf glich Sylvan bis aufs Haar.
River 'Hey Bruder, sch�n Dich auch mal wieder zu sehen. Dachte mir doch das du hier bist.' Ich sah zu Sylvan, der �u�erst unwirsch wirkte.
'Was machst du hier?' Frech setzte sich der Elf zu uns an den Tisch. Bane und Widow starrten ihn ebenfalls entgeistert an.
'Mein j�ngerer Bruder River.' Stellte Sylvan schlie�lich unbegeistert vor.
Ich pers�nlich h�tte eher auf Zwillinge getippt, aber River und Sylvan unterschied tats�chlich ganze 6 Jahre.
Bei n�herer Betrachtung konnte ich schlie�lich feine Unterschiede zwischen den Beiden ausmachen. River rauchte, was Sylvan nicht tat. Seine Augen waren mit mehr Blau untersetzt und ihnen fehlte die Erfahrung und innere Ruhe, diese Faszination, wie ich sie von Sylvan her kannte.
Meine Neugierde war geweckt und ich begann Fragen zu stellen. So erfuhr ich das River eine Zeitlang mit in Sylvan's Team gearbeitet hatte, wohl aber ein ziemlicher Chaot war und deswegen rausgeflogen ist.
Allgemein schienen eine menge Leute hier River zu kennen und zwar zumeist in negativer Hinsicht.
Ich pers�nlich fand den Elfen sofort sympathisch, und als er fragte ob er eine Zeitlang bei uns wohnen k�nnte hatte ich so gar nichts dagegen.
Sylvan und ich wohnten noch nicht lange in der neuen Wohnung. Sie war gr��er als die Alte, mit mehr R�umen.
Die neue Badewanne Den Gr��ten hatten wir zu einem Trainingsraum, mit Matten auf dem Boden, ausgestattet. Und ich hatte endlich meine so hei�gew�nschte Badewanne bekommen.
F�r River war bedenkenlos Platz und die Badewanne fand er so toll das er sie sogleich den ersten Abend �ber ausprobierte.
An diesem Abend fragte ich Sylvan �ber seine Vergangenheit aus und erfuhr das seine Kindheit keine leichte war.
Seine Eltern geh�rten in das Kleingangstermillieu, wandten sich dann aber einer stark religi�sen Sekte zu und versuchten die Kinder ebenfalls dahinein zu dr�ngen. Allerdings hatte das vorhergehende Leben diese bereits so gepr�gt das sie es ablehnten und damit zu Versto�enen wurden.
Es fiel Sylvan sichtlich schwer dar�ber zu sprechen.
Innerlich musste ich an meinen Onkel denken. Er war mir immer Familie gewesen, denn mehr wusste ich nicht. Ich war meinem Onkel endlos dankbar f�r seine F�rsorge, die mir eine unbeschwerte Kindheit erm�glichte. Doch er war tot. Nun war Sylvan meine Familie.
Mit River verband mich schnell ein innig freundschaftliches Verh�ltnis, auch wenn ich es nicht mochte das er in unserer Wohnung rauchte. Immer wenn ich ihn dabei erwischte flog die Kippe aus dem Fenster. Er nahm dies mit gelassenem Humor.
Sein Frauengeschmack entsprach nicht so ganz dem meinen. Zudem brachte er fast jede Nacht eine Andere mit. Sylvan mochte das nicht sonderlich, mir war es egal.
Ich fand es eher schockierend das sich die beiden sogar nackt fast bis aufs Haar glichen.
Nat�rlich lernte ich schnell die kleinen Unterschiede zwischen ihnen kennen, aber Sylvan erz�hlte mir das sich River fr�her, als Sylvan noch Frauen zugewandt war, so manches mal f�r seinen �lteren Bruder ausgegeben und Sylvan's Freundinnen ins Bett gezogen hatte. Ich fand das sehr am�sant!
Eigentlich war ich fast ein wenig traurig als sich River schlie�lich eine eigene kleine Wohnung nahm. Ich mochte seine Gesellschaft, denn er brachte mich oft zum Lachen.
Nicht lange danach bekam ich eine Einladung zu einem Treffen in einem Matrixkonferenzraum.
Al Capone-Verhandlungspartner Mein Auftraggeber hatte sich die Maske eines Al Capone Typen zugelegt. Das Bild muss leicht skurril gewirkt haben, wie sich ein Gangsterboss mit einem kleinen Jungen �ber gesch�ftliches unterh�lt.
Ihm sei daran gelegen die HKB-Filiale f�r eine Zeit lang lahm zu legen.
Unsere Aufgabe w�rde es sein einen Grippevirus mit kurzer Inkubationszeit einzuschleusen. Der Virus bef�nde sich in einem Beh�lter mit Zeitz�ndemechanismus, den wir einstellen k�nnten, damit sich keiner von uns jene Grippe zuz�ge.
Ich willigte, f�r mein Team mitentscheident, ein.
Tarnbehälter für den Virus Das Beh�ltnis des Virus war als Farbdose getarnt und befand sich in einem Schlie�fach.
Die Daten zum Aufbau und der Sicherheit des HKB-Geb�udes aus der Matrix zu ziehen war leicht.
Um eine ideale Verteilung des Virus zu gew�hren musste die Dose zum zentralen Verteilerpunkt der L�ftungszentrale gebracht werden. Erreichen konnte man dieses durch die schmalen L�ftungssch�chte.
Nat�rlich w�re es das Beste gewesen wenn ich als Kleinster und Schmalster durch die Sch�chte gekrochen w�re, doch die Sicherheit in dem Geb�ude zwang mich in die Matrix.
Widow wurde ausgew�hlt �ber die Toilette da hindurchzukrauchen. Bane, Trevor und Susanne versteckten sich in der Toilette und waren f�r Notf�lle da, sollte sie entdeckt werden.
Vorsichtshalber banden sie Widow ein Seil um den Fu�, f�r den Fall das sie irgendwo stecken blieb. Von mir hatte sie vorher genaueste Instruktionen �ber die Verwendung des Zeitz�nders erhalten.
Unser gr��tes Problem war das wir da tags�ber nach Dienstantritt der Leute hinein mussten, damit auch m�glichst viele Menschen von dem Virus befallen wurden. Schienen- Fahrzeug- und Flugdrohnen machten den Auftrag nicht gerade leichter.
Doch es gelang. Nur einmal steckte Widow arg fest und Bane musste heftigst am Seil ziehen, um sie frei zu bekommen, doch weiter gab es keine Probleme.
Dieser mal absolut gut verlaufende Run war ein Grund gemeinsam etwas im Checkpoint zu trinken.
So langsam wurde mir auch bewusst was f�r Auswirkungen meine Arbeit auf meine Umwelt hatte.
Es gab pl�tzlich fremde Leute, die im Checkpoint auf mich zukamen und mir auf die Schulter klopften. Sie hatten von Foxhound geh�rt und wussten das ich der Leader war. Menschen, die mir zu Anfang nie zugetraut h�tten �berhaupt etwas auf die Reihe zu bekommen, wollten mit mir trainieren.
Ich war aus Sylvan's Schatten herausgetreten. Ich war nun selber wer. Das gefiel mir!
Es erstaunte mich nicht wirklich als Salvatore Bigio erneut an uns herantrat und zu sich einlud.
Essen bei Bigio Inzwischen kannte ich die Prozedur und war sichtlich entspannter beim gemeinsamen Essen mit ihm.
Wie auch schon das erste mal war es ein Genuss und es war mir ein diebisches Vergn�gen Sylvan hinterher den Mund w�ssrig zu machen, indem ich davon erz�hlte.
Au�erhalb Londons, in gehobener Gegend gab es eine Lagerhalle offiziell f�r Elektronik.
Im Keller jedoch befand sich eine Gelddruckanlage der Yakuza und darum ging es Bigio.
Er wollte das wir m�glichst unauff�llig diese Gelddruckanlage zerst�rten. Wenn wir ihm die Druckplatten unbesch�digt br�chten, dann bek�men wir das Doppelte an Geld. Na wenn das kein Anreiz war.
Innerhalb der Matrix fand ich nur grob etwas �ber die Sicherheit der Anlage heraus. Der Eingang wurde von Kameras �berwacht. Im hinteren Bereich der Lagerhalle gab es einem Raum in dem drei stark vercyberte Wachleute residierten. Die Luke zum Keller befand sich nahezu mittig. Die Halle war ausstaffiert mit gestapelten Kisten, d�rfte also eine gute Deckung bieten. Die Kamera am Eingang war nicht an die Matrix angeschlossen.
Ein unsichtbares Eindringen bot sich jedoch �ber Luken im Dach. Dort mussten wir nur hinaufgelangen und dann sehr sehr leise sein.
Lagerhalle Mit Hilfe einer Enterhakenpistole gelang uns das Raufkommen ziemlich leicht.
Widow sa� im Auto und �berwachte den Ort Astral. So konnte sie uns im Falle eines Gegners warnen.
Ich seilte mich zuerst in die dunkle Lagerhalle ab und kam m�helos auf ein paar Kisten auf, von denen ich lautlos herunterkletterte und auf die Anderen waren.
In meiner Tasche bef�rderte ich ein stabiles Gef�� mit metallzersetzender S�ure. Wir hatten uns �berlegt damit die Druckerpresse zu zerst�ren. War in jedem Falle leiser als Kugeln.
Als n�chstes seilte sich Bane auf die Kisten ab, doch er war zu schwer und es gab ein lautes Ger�usch, woraufhin die drei Samurais im hinteren Raum auf uns aufmerksam wurden.
Lautlos fluchte ich und versteckte mich zwischen den Kisten, die Narcoject ziehend.
Den Ersten bet�ubte ich m�helos, um den Zweiten k�mmerte sich Bane.
Der Dritte jedoch zog aus seinem Finger pl�tzlich eine Monofilamentschnur und ehe Bane es sich versah rutschten ihm die Beine unterm K�rper hinweg und er lag zitternd und blutend auf dem Fu�boden der Lagerhalle.
Susanne und Trevor hatten sich derweil ebenfalls abgeseilt und einer der Beiden erledigte den Typen.
W�hrend Trevor und Susanne sich um Bane k�mmerten schlich ich zur Kellerluke und �ffnete sie. Ein Mann mit Gewehr stand unten pl�tzlich vor mir, doch auf so etwas war ich gefasst. Ich warf mich in dem Moment zur Seite in der er abdr�ckte und entkam damit nur knapp dem Tod. Die Wucht der Einschl�ge sp�rte ich ganz dich neben mir.
Von meiner Narcoject getroffen ging der Mann schlie�lich zu Boden.
Mir blieb nicht viel Zeit, wer wei� wie schnell Verst�rkung hier sein w�rde.
Vorsichtig entfernte ich die empfindlichen Druckplatten aus dem Ger�t, holte die S�ure aus der Tasche und begann alle sensiblen Stellen zu betr�ufeln. Gierig fra� sich die Substanz durch das Metall und hinterlie� einen eklig scharfen Geruch in der Luft.
Die Druckplatten noch schnell in ein weiches Tuch gewickelt machte ich das ich da raus kam.
Bane hatte es in der Mitte seiner Oberschenkel beide Beine abgetrennt und er blutete wie ein abgestochenes Schwein. Widow k�mmerte sich im Auto um ihn, so gut sie konnte. Trotzdem mussten wir rasend schnell zum Doc.
Cyberbeine, oder klonen. War Doc Greenway's Antwort auf die unausgesprochene Frage was man da machen k�nne. Bane bestand auf klonen und war somit f�r eine ganze Weile out of order. Es war seltsam ihn im Rollstuhl durch die Gegend schippern zu sehen.
Bigio jedenfalls war hochzufrieden mit uns.
Tochter Seine Tochter dr�ckte mir am Ende sogar etwas in die Hand. Als ich im Auto nachsah bemerkte ich das es ein Zettel mit ihrer Telefonnummer war.
Erstaunt rief ich bei ihr an. Okay, ich glaubte nicht wirklich das sie wolle das ich einen Job f�r sie erledigte, aber da ging ich lieber auf Nummer sicher. S�� sah sie ja aus. Ob ich denn mal mit ihr ausgehen w�rde.
Sie brachte mich ganz sch�n ins Schlucken. Ich bejahte schlie�lich und meinte ich w�rde sie bei Gelegenheit wieder anrufen.
Damit lie� sie sich vorerst zufriedenstellen. Zuhause angekommen zerkn�llte ich den Zettel und warf ihn in den M�ll.
Das M�dchen war die Tochter des Mafiabosses und damit hei�e Ware, ich hatte keine Lust mit Betongaloschen auf dem Grund der Themse zu landen. Zudem war ich bereits fest liiert.
Um mich selber zu beruhigen erz�hlte ich Sylvan von dem M�dchen und dem Zettel. Er wirkte sehr zufrieden.
Darell machte schlie�lich den ultimativen Vorschlag.
Er kannte einen Ork dem eine kleine Insel in der Karibik geh�rte, auf die er ab und zu Urlaubsg�ste nahm.
Noch nie in meinem Leben hatte ich Urlaub gemacht, das sollte ein ganz besonderes Erlebnis werden.
Darell, Leonie, Sylvan und ich flogen bis nach Port Royal, einer Stadt die tats�chlich von Piraten bev�lkert wird und Daionie, der Ork, holte uns am Hafen mit seinem Schnellboot ab.
Daionies Insel Es war herrlich. Frische, w�rzige Seeluft, glasklares Wasser, in dem man tats�chlich baden konnte, echte, selbst angebaute Nahrung und ein wei�er Sandstrand auf dem sich die Sonne spiegelte. Hier f�hlte ich mich lebendig.
Wenn ich �ber den Strand lief dann grub ich die Zehen in den warmen, weichen Sand und nahm ihn intensiv wahr.
Innerhalb von drei Tagen hatten Darell und ich eine gesunde Br�unung angenommen, wohingegen Leonie und Sylvan, als sehr helle Typen, mit einem Sonnenbrand zu k�mpfen hatten.
In Port Royal gingen wir einkaufen und sahen uns die Sehensw�rdigkeiten an.
N�chtlich liebten wir uns exzessiv am Strand, um morgends von Daionie hochgescheucht zu werden.
Ganze vier Wochen verblieben wir auf der Insel, genossen unser Leben in Lachen, Sonne, baden und gutem Essen und als ich in London wieder aus dem Flugzeug stieg und in die graue, verregnete Eastside kam f�hlte ich mich hundeelend und wollte nur zur�ck ins Paradies.
Ich hatte mit Daionie geredet. Er besa� noch eine zweite Insel in der N�he, fast genau so gro�. F�r 800.000 Nuyen w�rde er sie mir �berlassen. Weitere 200.000 Nuyen w�rde es kosten sie wohnlich zu gestalten, Strom und Wasser zu verlegen.
Ich sa� am Fenster, w�hrend ich �ber dieses Angebot nachdachte.
Drau�en regnete es in str�men und kein Mensch war auf der Stra�e zu sehen.
Sylvan klapperte leise in der K�che mit etwas Geschirr herum und bereitete unser Essen vor.
Eine Million Nuyen war verflucht viel Geld und ich hatte Sylvan bisher noch nicht einmal die 200.000 f�r den Arm geben k�nnen.
Ich w�rde h�rter arbeiten m�ssen. Die Johnsons in ihren Preisen nach oben verhandeln m�ssen. Mich noch mehr anstrengen m�ssen...
Ich hatte nun ein Ziel vor Augen, endlich eine Perspektive f�r die Zukunft.


 


 

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