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Kapitel 10
Jetzt erst recht


 

Das Leben geht weiter. Zumindest f�r die die �brig geblieben sind.
Anstatt zu resignieren ging ich mit neuer Energie ans Werk. Foxhound musste wiederauferstehen und das ging nur durch neue Leute.
Susanne Susanne war gleich begeistert, als wir sie fragten. Sie war Stra�ensam und wirklich okay. Widow und ich kannten sie von vorhergehenden Abenden im Checkpoint. Myxin war, glaube ich, ein wenig interessiert in sie.
Aber Susan alleine war mir zu wenig Feuerkraft. Bei den harten Jobs die wir inzwischen machten mussten wir auch die n�tige Durchschlagskraft haben.
Trevor Trevor wurde uns von Greg vermittelt. Er war nett, cool, aber dennoch symphatisch und weder psychopatisch noch sonstwie abgedreht, also genau das was wir suchten.
Im Grunde w�re unser Team damit komplett gewesen, doch dann tauchte Bane auf.
Bane war ein Ork, ebenfalls Stra�ensam, und bat darum bei uns mitmachen zu d�rfen. Zuerst war ich skeptisch, aber irgendwie gefiel mir seine �berlegte Art. Er war nicht halb so dumm wie er sich gab, schien mir, und so willigte ich schlie�lich ein.
Atzlan hatte unserem Team den Ruf gegeben alles zu erreichen, und so dauerte es nicht lange bis wir den n�chsten Auftrag erhielten.
Die Zeit des Trauerns war vorbei, jetzt hie� es Geld verdienen!
Unser Johnson war auch sogleich unsere Zielperson. Verhandlungen zwangen ihn in eine unsichere, von Ghulen dominierte Gegend und wir sollten ihn begleiten, besch�tzen und alles �berwachen.
Johnson Wir mussten �ber M�llberge klettern, um zum vereinbarten Treffpunkt mit den Verhandlungspartnern unseres Johnson zu gelangen. Die Stimmung war deutlich angespannt.
Die Verhandlungspartner, Araber wie ich erkannte, erwiesen sich als �u�erst z�h und undurchsichtig.
Letztlich wurde die Diskussion zwischen den beiden Parteien immer hitziger, erbrachte aber keinen Erfolg und man ging unverrichteter Dinge wieder auseinander.
Unsere Zielperson mittig, krochen wir �ber die M�llberge zur�ck, als pl�tzlich Sch�sse knallten und irgendwo jemand aufschrie.
Die Araber, die ebenfalls, an anderer Stelle, �ber den M�llberg mussten, um zu ihren Autos zu gelangen, wurden von einem Scharfsch�tzen der Reihe nach, aus einem der Fenster, abgeknallt.
Araber Schleunigst begaben wir uns zum Auto und brausten los.
Bane hatte f�r die gesamte Aktion sein gepanzertes Wohnmobil zur Verf�gung gestellt. Pl�tzlich aber f�hlten wir uns verfolgt. Zwei Limousinen stie�en sehr dicht zu uns auf. Araber.
Eine bog in eine Seitenstra�e ein und kam pl�tzlich Minuten sp�ter von vorne auf uns zugerast, um uns zum anhalten zu zwingen.
Susanne schoss von der einen Fensterseite auf den Wagen, ich von der Anderen, wobei ich den Fahrer t�tete und wir letztlich in voller Fahrt aufeinanderprallten.
Mit einem Sprung aus dem Fenster versuchte ich das Schlimmste zu verhindern, kam jedoch so ungl�cklich mit dem linken Bein auf die Stra�e auf, das Knochen zersplitterten, Muskeln zerfetzten und Haut zerriss. Der Rest meines K�rpers kam mit blauen Flecken und Kratzern davon.
Im ersten Moment schoss es mir �belst die Tr�nen in die Augen und der Schmerz lie� mich vor aufkommender �belkeit w�rgen.
Zersplitterte Knochen ragten aus meinem Bein und warmes Blut tr�nkte den Asphalt unter mir.
M�hsam, und mit einem Schmerzenslaut, schaffte ich es mich auf den Bauch zu rollen und den Kopf zu heben. Der zweite Wagen war heran und zwei Araber stiegen heraus. Jeden Moment w�rden die mich hier hilflos auf der Stra�e liegen sehen und einfach abknallen....
'So sterbe ich nicht.' Dachte ich mir. Nicht nach all dem was ich durchgemacht hatte.
Ich zwang mich zur Bewegung. Mit den Armen und dem gesunden Bein robbte ich mich b�uchlings die Stra�e hoch.
Mehrere Male glaubte ich fast vor Schmerzen das Bewusstsein zu verlieren, doch ich biss fest die Z�hne zusammen und gab nicht auf, bis ich es geschafft hatte um die Ecke zu kommen.
Ich wei� noch das ich Sylvan anrief, er solle mit dem Doc sofort kommen. Ebenso wei� ich das ich irgendwie meine Pistole zog und einen der Araber sogar gezielt abknallte.
Neben mir hockte einer meiner Teamkameraden, aber ich kann mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern wer es war. Auf jedenfalls knallte derjenige auch noch den zweiten Araber ab.
Die hatten f�lschlicherweise geglaubt nach dem harten Unfall leichtes Spiel mit uns zu haben....
Dumpf erinnere ich mich noch das Sylvan sich irgendwann �ber mich beugte und irgendetwas sagte.
Er nahm mir, glaube ich, die Waffe aus der Hand.
Mein Bein pochte scheu�lich und kurz darauf sa� ich in einem Auto und fragte mich die ganze Zeit �ber weshalb ich in einem Auto sitze und nicht im Krankenwagen vom Doc? Hatte es jemanden noch schlimmer erwischt als mich?
Ich wei� noch das ich Widow gegen�ber immer wieder sagte das ich kein Cyberbein wolle. Ich wollte nicht so viel Metall in meinem K�rper, ich wollte ich selbst bleiben.
Dort enden meine Erinnerungen.
Sie setzen erst wieder nach der OP ein. Die Praxis vom Doc. Ein Bett neben mir. Vertraute Gef�hle. Ramrod?
Nein, unser Johnson. Ihn hatte es also schlimmer erwischt als mich. Und Ramrod hatten wir in Atzlan verloren.
Sylvan trat an mein Bett heran. Er l�chelte und nahm meine Hand.
Es tat fast mehr weh die unausgesprochene Sorge in seinen tiefgr�ndigen, gr�nen Augen zu sehen, als das linke Bein verloren zu haben.
Der Doc wolle seine Beziehungen nutzen und sie w�rden mir innerhalb k�rzester Zeit aus Eigengewebe ein neues Bein z�chten. So lange jedoch m�sse ich so herumlaufen und k�nne wohl erst einmal keine Jobs machen.
So bewegte ich mich also zuhause mit einer Kr�cke durch die Wohnung.
Es ging eigentlich ganz gut und nat�rlich nutzte ich die F�rsorge auch ein wenig f�r mich aus. Sylvan zu necken machte Spa� und er verw�hnte mich wirklich nach besten Kr�ften.
Hinzu kam das Bane f�r etwa zwei Wochen bei uns einzog.
Er hatte in dem Wagen gewohnt, den es bei unserem letzten Run zerlegte.
Der Ork war ein angenehmer Gesellschafter. Ich konnte nicht behaupten das er mich st�ren t�t, und er schien absolut kein Problem damit zu haben zwei Wochen in einem homosexuellen Haushalt mitzuleben.
Nat�rlich war ich trotzdem froh als er endlich sein neues Wohnmobil hatte und wieder auszog.
So richtig zufrieden war ich aber erst als ich mein neues Bein anoperiert bekam und unser Johnson sogar noch f�r alle Arztrechnungen aufkam.
Der Mann war hochzufrieden mit uns und meinte am Ende er werde auf uns zur�ckkommen. Nicht das Schlechteste, wie ich dachte.
Jetzt war ich auch wieder bereit einen P�rchenabend ins Leben zu rufen.
Diesmal sollte er bei Widow und Darell stattfinden. Eine sch�ne gro�e Wohnung hatten die beiden.
Widow hatte einen echten Hackbraten vorbereitet, an dem wir uns g�tlich taten. Anschlie�end ging die Spielerei wieder los.
Diese dummen kleinen Spiele waren irgendwie notwendig f�r mein Gem�t, denn obwohl mir allesamt sehr vertraut waren, musste ich jedes Mal von neuem meine eigene Schamgrenze �berschreiten um mich so offen den anschlie�enden Z�rtlichkeiten hingeben zu k�nnen.
Meine Komplexe w�rde ich wohl niemals v�llig �berwinden....
Tage sp�ter erhielt ich einen Anruf. 'Mr. Bigio erwarte und zu einem Gespr�ch in seinem Haus.'
Salvatore Bigio Salvatore Bigio, der �rtliche Mafiaboss, lebte in einer Villa, die mir fast schon be�ngstigend gro� schien.
In feinen Kleidern trafen wir da ein und wurden erst einmal in einen Salon begleitet. Bigio's Wachm�nner waren sehr freundlich, aber ich kannte diese Sorte von Leuten, die konnten auch ganz anders sein.
Nach einem kurzen Warteaufenthalt begr��te uns der Chef pers�nlich und f�hrte uns in einen gro�en Speiseraum, wo er uns kurzerhand alle zum Essen einlud. Das hatte ich noch nie erlebt!
W�hrend die Haush�lterinnen die gef�llten Wachteln auftrug klammerte ich mich an meine Cola und �berlegte fieberhaft ob das hier f�r Bigio normal war, oder ob er etwas hinterh�ltiges plane.
Bisher kannte ich nur diese streng pragmatischen Johnsons, die nach M�glichkeit stets darauf bedacht waren so wenig Zeit wie m�glich mit dem Abschaum von der Stra�e zu verbringen und nun sa� da ein, wie ich zugeben muss, �u�erst sympathisch wirkender Mafiadon, lud uns zum Essen ein und machte Smalltalk.
Nach dem Essen ging es jedoch um das Gesch�ftliche.
Bigio �berraschte mich. Er hatte sich ernsthaft vorbereitet und wusste scheinbar nahezu alles �ber jedes einzelne Teammitglied.
Alex Norton Er wollte das wir einen Decker namens Alex Norton ausfindig machten.
Dieser habe es geschafft der Yakuza wichtige Daten zu entwenden, die er nun h�chstwahrscheinlich zu verkaufen versuche.
Mr. Norton sei eigentlich kein herausragendes Talent, daher w�re man �berrascht das er das alleine geschafft haben soll.
Zuletzt wurde er in einem Nobelhotel in China-Beiging gesehen. Ob er sich noch immer dort aufhielt sei ungewiss.
Bigio wollte die Daten und dabei war es ihm gleich ob sie sich in der internen Headware Memory des Deckers, oder auf Chip befanden, wir sollten sie ihm bringen.
Desweiteren warnte er uns jedoch. Die Yakuza w�re ebenfalls hinter Alex Norton her, die Zeit lief also gegen uns.
Wir akzeptierten den Job und verlie�en mit gemischten Gef�hlen Bigios Haus.
Tochter Kurz bekamen wir noch seine siebzehnj�hrige Tochter zu Gesicht. Ein h�bsches M�dchen und sie schien ihren Vater ganz gut im Griff zu haben.
Schon einen Tag sp�ter sa� ich mit den Anderen im Flugzeug nach Beiging und sah mir das Dossier �ber Alex Norton an.
Der Decker bewegte sich �ber mehrere Tarn-SIN's, wovon etwa ein Dutzend jedoch bekannt waren.
Ich hoffte inst�ndig der Typ sei noch im Grand Royal Hotel, denn es d�rfte ansonsten enorm schwer werden ihn ausfindig zu machen.
So ein Hotel war verflucht teuer. H�chstwahrscheinlich wollte er darin den Verkauf abwickeln, dann br�uchte er sich auch keine Gedanken mehr um die Rechnung zu machen.
In Beiging angekommen suchten wir uns ein unauff�lliges Mittelklassehotel und machten uns anschlie�end sogleich auf den Weg.
W�hrend ich in ein Internetcafe einkehrte, sollten die Anderen sich mal das Hotel genauer ansehen. Wenn Widow sich etwas nettes anzog sollte es eigentlich kein Problem darstellen hineinzugelangen.
Grand Royal Hotel Sich in die Daten des Hotels einzuloggen war verdammt schwer und mir stand der Schwei� auf der Stirn.
Letztlich war ich gl�cklich es geschafft zu haben mich zur G�steliste vorzuschleichen. Die Sicherheitsprogramme, die ich dabei umgehen musste, machten es mir alles andere als leicht.
Doch da war er. Dwain Hudson, eine von Alex Norton's Tarn-SIN's, und eine ganze Suite hatte er sich gemietet. Unwahrscheinlich das er dort alleine residierte.
Das gesamte Hotel wurde Video�berwacht. Lediglich die Zimmer blieben von dieser �berwachung verschont. Das w�rde eine haarige Mission werden.
Am Sp�tnachmittag trafen wir uns alle in meinem Hotelzimmer. Hungrig schoben wir uns irgendeinen verpackten Fra� hinter die Kiemen, besprachen unseren Plan und legten uns dann erst einmal f�r einige Stunden hin, denn wir waren alle ziemlich �berm�det.
Erst am n�chsten morgen bemerkte ich mit schlechtem Gewissen Sylvan's SMS, in der er fragte ob alles okay sei und das er mich vermisse.
Ich h�tte ihm sogleich nach unserer Ankunft schreiben sollen, doch wenn ich einen Auftrag habe neige ich dazu meine ganze Kraft alleine darauf zu konzentrieren und private Dinge soweit in den Hintergrund zu schieben das ich so etwas sogar vergesse.
Rasch rief ich Sylvan an und telefonierte zwanzig Minuten mit ihm. Das beruhigte ihn und mein schlechtes Gewissen.
Anschlie�end noch schnell ein paar Powerriegel eingeschoben, einen halben Liter Wasser getrunken, um keine Kopfschmerzen zu bekommen, und dann ging es auch schon los.
Da wir immens unter Zeitdruck standen blieb keine Zeit f�r langwieriges Blahblah, wir mussten handeln bevor Norton die Daten verkauft und die Yakuza ihn aufgesp�rt hatte.
Im Internetcafe verst�pselt tauchte ich ein in die mir wohl bekannte Welt der Matrix.
Maske Meine Maske war die eines kleinen Jungen, daher auch mein Stra�enename Child. Unauff�lligkeit war stets die beste Tarnung.
Wenn man das Team im Ganzen betrachten w�rde, k�me kein Mensch darauf das ausgerechnet der Kleinste und am harmlosesten aussehendste, der Leader w�re.
H�bsch ausstaffiert bewegten sich die Anderen in das Hotel, w�hrend ich mich in die Matrixsicherheit dieses Palastes begab.
Ich sp�rte meinen Puls rasen, wie er es immer tat wenn ich etwas heikles zu tun im gange war. Eine Begegnung mit dem schwarzen Ice w�re t�dlich.
Ich aktivierte mein Schleichen -Programm und steuerte mich vorsichtig in den Mainframe hinein. Schon von meiner gestrigen Tour hier hinein wusste ich mit welchen Schilden und Abwehrprogrammen sich die CPU hier sch�tzte.
Schon gelangte ich an ein solches und begann mit der Entschl�sselung. Geschafft, nun weiter.
Da ich �u�erst vorsichtig sein musste dauerte es eine ganze Weile bis ich an die richtigen Stellen kam.
Ich �bernahm die Kameras und Panic Button und kontaktierte Widow. Es ging los.
W�hrend sich Widow, Bane, Trevor und Susanne nun einen Weg in den vierzehnten Stock des Hotels bahnten, hatte ich daf�r zu sorgen das sie keine Kamera zu Gesicht bekam. Gleichzeitig musste ich mich selber versteckt halten.
Ich hoffte das sie sich beeilten und vor allen Dingen leise blieben, denn bei mir war es nur eine Frage der Zeit bis ein Sicherheitsprogramm, oder vielleicht sogar der Sicherheitsdecker, mich bemerkten, wie ich parasit�r an der CPU hing und sie beeinflusste.
Was genau im Hotel von statten ging wei� ich nicht.
Sie st�rmten wohl das Zimmer des Deckers und fanden, wie erwartet, dort nicht nur ihn, sondern ein ganzes Team, vor. Es gab eine Schie�erei, wobei ich Gott danke das teure Hotelzimmer schallged�mpft sind. Susanne und Bane wurden jedoch beide angeschossen.
Alex Nortin konnten sie mit der Narcoject bet�uben, der Rest seines Teams wurde get�tet.
Ein Umstand der mir pers�nlich gar nicht gef�llt. Ich hatte angeordnet nur Narcojects zu benutzen. Die Leute h�tten hinterher noch genug Probleme mit der Polizei gehabt. Wahllos jemanden zu erschie�en missfiel mir sehr. Wer wei� ob wir nicht mal auf der anderen Seite des Hotelzimmers sa�en...
Bei der Durchsuchung des Hotelzimmers lie�en sie sich leider sehr viel Zeit, so das ich wesentlich l�nger als erwartet ausharren musste und schlie�lich tats�chlich von einer Sicherheiteinheit entdeckt wurde.
Sofort schrillte grell der Alarm durch das Matrixgeb�ude und schwarzes Ice wurde hochgefahren.
Mein Heil fand ich nur in der sofortigen Flucht. Innerhalb von Sekunden fanden die Sicherheitsdecker heraus was ich beeinflusst hatte und mussten davon ausgehen das Eindringlinge im Hotel waren.
Auch dort gab es pl�tzlich Alarm.
Das Team hatte inzwischen den Chip gefunden, sich Alex Norton unauff�llig gegriffen und war �ber die Treppen auf dem Weg nach unten, als es sie �berraschte.
S�mtliche Eing�nge des Hotels wurden dicht gemacht und interne Sicherheitstruppen schw�rmten aus, um �berall nach dem Rechten zu sehen und die SIN der Leute zu �berpr�fen. Meine Leute sa�en in der Falle!
Das Risiko eingehend, das man mich getrackt hatte und jede Minute Spezialeinheiten der Matrixsicherheit hier auftauchen w�rde, verharrte ich noch kurz im Cafe und suchte fieberhaft nach einer M�glichkeit die da herauszuholen.
Widow erkl�rte mir �ber Vidphone wie aussichtslos die Lage bei ihnen war und das es nur eine Frage von Zeit sei, bis man sie entdecke. Sie war v�llig in Panik.
Gerade deshalb musste ich einen k�hlen Kopf bewahren. Ich hatte einen Plan.
Rasch verlie� ich das Internetcafe, stahl in einer Seitenstra�e ein Auto und raste los in Richtung Flughafen.
Ein professioneller Hubschrauberverleih sollte die L�sung meines Problems darstellen.
Das Hotel besa� 16 Stockwerke, dar�ber war das Dach, auf dem sich ein Hubschrauberlandeplatz f�r VIP's befand. Wenn es nicht nach unten hinaus ging, dann halt von oben...
Im gro�en Innenhofbereich standen die Maschinen, bewacht von schweren Gorillas. Freundlich fragte ich einen von ihnen nach dem Chefb�ro und er wies mir sehr zuvorkommend den Weg.
Ich hatte nicht vor so ein Geschoss zu stehlen, damit konnte ich nicht umgehen, ich musste es geschickter anstellen. Denn nicht alles erreicht man mit Waffengewalt, manchmal war es zwingend notwendig auch mal seinen Verstand zu gebrauchen.
Chef Der Chef, ein �ltlicher Chinese, begr��te mich freundlich. Ich sagte ihm das ich gerne eine seiner gr��eren Machinen f�r eine Stunde mieten wolle und zwar sofort.
Das stellte f�r ihn kein gro�es Problem dar. Doch dann fragte er mich nach meiner SIN.
Tief atmete ich ein und bot an: '3000 Nuyen wenn Sie das mit der SIN vergessen.'
Nun wurde der Mann nerv�s und ihm war klar mit was f�r eine Art Mensch er es hier zu tun hatte. 'Sie wollen aber doch wohl nichts ungesetzliches tun, oder?' Ich verneinte.
3 K sind eine menge Geld, er �berlegte nicht lange und willigte schlie�lich ein.
Anschlie�end hob er den H�rer seines Telefons ab, um einen seiner Piloten anzurufen. Bei meiner Frage wie lange dieser Typ hierher brauchen w�rde, meinte er eine halbe Stunde. Das dauerte mir zu lange. Soviel Zeit hatten meine Leute nicht mehr!
'5000 Nuyen wenn Sie selber fliegen.'
Der Mann war baff. Er sei selber schon lange nicht mehr geflogen und etwas eingerostet. Dieses Risiko war ich bereit in kauf zu nehmen. Er willigte ein.
Auf dem Weg zum Hubschrauber rief ich Widow an. Sie war fast hysterisch.
K�hl orderte ich das ganze Team auf das Dach des Hotels.
Widow glaubte kaum ihren Ohren zu trauen. 'Was sollen wir da?' 'Da hol ich euch ab.' Das musste gen�gen.
Minuten sp�ter starteten wir und ich erkl�rte dem Chinesen wo es hingehen sollte.
'Wir haben doch aber eine Landeerlaubnis, oder?' 'Nat�rlich.'
Ich hatte gesehen das der Mann sich vorher eine geladene Waffe eingesteckt hatte. Er wollte das ich es sah. Er vertraute mir nicht, das konnte ich ihm unm�glich ver�beln.
Hubschrauber Nur wenig sp�ter befanden wir uns im Anflug auf das Grand Royal.
Dort sah ich bereits meine Leute auf dem Dach stehen und fragend nach oben blicken.
'Ich werde dann jetzt mal die Hotelsicherheit anfunken, wegen der Landeerlaubnis.' Ich zog meine Waffe und hielt sie ihm seitlich an den Sch�del. 'Das werden Sie nicht tun. Landen Sie jetzt.' 'Ich wusste es.' Fluchte er und setzte zur Landung an.
Er konnte unm�glich sehen das meine Waffe nur eine Narcoject war. Ich wollte den Chinesen auf keinen Fall verletzen, und er wusste ganz offensichtlich so gar nicht wie er mich einsch�tzen sollte.
V�llig verdutzt stiegen meine Leute in den Hubschrauber, wo sie mich mit der Waffe auf den Typen angelegt sahen.
Bane grinste pl�tzlich breit und in seinem Blick lag gro�er Respekt.
Beim hochfliegen dr�ckte der Pilot einen fast unsichtbaren Panic Button. Jetzt w�rde uns die Polizei in ganz China orten k�nnen.
Fluchend, und meinen Leuten befehlend sie sollen die Klappe halten, zwang ich den Chinesen uns aus der Hochhausgegend rauszubringen und in die mittlere Gegend zu fliegen.
Eine der belebten Verkehrsstra�en schien mir gerade recht.
Dort, mitten auf der Kreuzung sollte er langsam runtergehen. Mein Team und der Pilot bekamen Panik, aber ich wusste was ich tat.
Schritt f�r Schritt ging es abw�rts. Autos fuhren aufeinander, �berall wimmelte es pl�tzlich von Chaos und L�rm.
Die Kufen des Hubschraubers setzten auf, da br�llte ich die Anderen an das wir uns trennen und sp�ter wieder Kontakt miteinander aufnehmen.
Alle sprangen aus dem Hubschrauber und stoben in die Seitenstra�en hinein.
Mit der Narcoject schoss ich dem Piloten in den Hals, woraufhin er bet�ubt in seinem Sitz niedersank, und verlie� als Letzter die Maschine.
Zur Rechten war sogleich der Einstieg zur Untergrundbahn. Den hatte ich von oben schon gesehen.
Nirgendwo w�rde sich die Spur eines Menschen schneller verlieren, als im Gedr�nge des Untergrunds, denn dort unten hatte keiner eine Ahnung davon was oben gerade los war.
�ber die Bahn kehrte ich als Erster in unser kleines Hotel zur�ck, von wo aus ich die anderen anrief.
Bane hatte sich mit Trevor und dem immer noch bewusstlosen Decker in die Unterstadt zur�ckgezogen.
Widow und Susanne kamen kurz darauf bei mir an.
Gemeinsam r�umten wir unsere Hotelzimmer und zogen in ein Hotel der Unterstadt. Dort konnte Widow auch die verletzte Susanne und Bane behandeln.
In den Nachrichten im Fernsehen sah ich Berichte �ber die Toten SIN-losen im Grad Royal-Hotel und �ber eine spektakul�re Hubschrauberentf�hrung.
Ein kurzes Nachschn�ffeln innerhalb der Matrix verriet mir das ich ab sofort offiziell wegen Matrixverbrechen, Beihilfe zum Mord, der Entf�hrung und noch ein paar anderen Kleinigkeiten, gesucht wurde.
Interpol war ab sofort hinter mir her. Das stie� mir ziemlich sauer auf und ich hoffte nur meine Spuren gut genug verwischen zu k�nnen.
Alex Norton verabreichten wir eine Droge, so das er kaum klar denken konnte und gingen das Risiko ein mit der normalen Flugzeuglinie zur�ckzufliegen.
Sylvan hatte da auf mein Bitten hin etwas gemanaged.
Kaum in London angekommen war ich froh den Decker, samt Chip an Bigio's M�nner �bergeben zu k�nnen. Damit waren wir die hei�e Ware los und konnten sicher sein das die Yakuza uns nicht nachfolgte.
Erst zuhause forderte der ganze Druck seinen Tribut. Ich stieg unter die Dusche, a� etwas und verschwand dann sang- und klanglos im Bett.
Am n�chsten Morgen tat es mir leid Sylvan dabei so links liegen gelassen zu haben und ich k�mmerte mich umso mehr um ihn.
Aber mein schlechtes Gewissen war unbegr�ndet.
Sylvan war wesentlich l�nger durch die Schatten gelaufen als ich, er wusste wie sehr ein harter Run einen beanspruchte und das es nur nat�rlich war danach f�r eine Weile einfach nur seine Ruhe und viel Schlaf haben zu wollen.
Ich sah das er sich wie immer Sorgen machte, aber das er auch stolz war auf mich.
Dieses Gef�hl verursachte wohlige W�rme in mir und ich f�hlte mich gl�cklich wenn ich mich in seinen ausdrucksstarken Augen und seinen z�rtlichen Ber�hrungen verlieren konnte.


 


 

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