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Kapitel 1
Der Anfang vom Ende


 

Onkel

Woran erinnere ich mich noch?
An das g�tige Gesicht meines Onkels. Er war immer f�r mich da. Verh�tschelte mich im Grunde viel zu sehr. 'Weltfremd' nannte mich Steve, mein bester Kumpel, manchmal und ich denke er hatte Recht.
Der Cybergames Laden lief einigerma�en und ich hatte nie mehr zu tun als die Ger�te zu warten und ab und zu hinter der Theke zu stehen.
Die restliche Zeit spielte ich Tec Wars. Das war mein Leben. Die virtuelle Realit�t lag mir zu F��en. Ich war gut, k�mpfte mich nach oben und wurde englischer Meister in diesem Game. Ich bekam Fanpost per Mail und immer wenn mein Onkel das mitbekam hatte er so ein stolzes Funkeln in den Augen.
In der kleinen Welt die er so sorgf�ltig um mich errichtet hatte war ich sicher, und ich tat so gut wie nichts um mal �ber den Tellerrand hinauszuschauen.
Was h�tte ich da auch sehen sollen? Das Elend aus dem Steve kam war wenig ansprechend. Der wusste wie hart das Leben zu einem sein konnte. Der wusste wie sich Hunger anf�hlte. Mein Onkel war niemals reich, aber wir hatten das was wir zum Leben brauchten.
Ich erinnere mich das mein Onkel nicht wollte das ich mich so oft mit Steve traf. Er hatte wohl Angst Steve br�chte die Welt au�erhalb der Spielhalle zu nah an mich heran. Ich war zu weich f�r die Wirklichkeit. Ich war zu naiv um mit den anderen Jugendlichen aus der lower Eastside mithalten zu k�nnen. Ich war der Halt meines Onkels, in einer Umwelt die allein darauf ausgelegt ist dich zu zerst�ren. Und er war mir Vater, Mutter und Gott gleicherma�en.
Heute denke ich manchmal dar�ber nach was aus meinen Eltern geworden ist. Er hat nie etwas dazu gesagt und ich habe nie gefragt. Vielleicht als ich noch sehr klein war, aber mein Onkel wusste wie leicht man mich ablenken konnte und so verga� ich es schnell wieder. Sp�ter reimte ich mir meine eigene Geschichte zusammen. Vielleicht waren sie auf der Flucht vor irgendetwas. Wurden nach meiner Geburt ermordet, sind an Vitas krepiert, oder ich wurde ausgesetzt und der Mann, den ich Zeit meines Lebens f�r meinen Onkel hielt, ist noch nicht einmal mit mir verwandt. Ich wei� es nicht....
Steve Manche Dinge aus meiner Vergangenheit scheinen mir heute wie ausgel�scht zu sein. Ich habe Probleme mich an Steve's Gesicht zu erinnern, obgleich er von kleinauf mein bester Freund war.
Am deutlichsten erinnere ich mich an meinen allerletzten Tag im Glashaus, das mir unter den H�nden zerplatzte wie eine Seifenblase, und meine Geburt in die Schatten hinein.
Ich erinnere mich an den Doc der den Rei�verschlu� �ber dem Gesicht meines Onkels zuzog und mir sein Bedauern aussprach.
An Leonie, die �ngstlich in meinem Zimmer auf dem Bett sa�, die H�nde voller Blut.
An den drogens�chtigen Punk mit dem Messer, der meinen Onkel auf dem Gewissen hatte und den ich zuerst verpr�gelte und schlie�lich mit einem Kopfschu�, f�r das Leid das er mir zugef�gt hatte, richtete.
Ich erinnere mich an Steve, der meinte man m�sse sich Franky, die Ratte greifen und bluten lassen daf�r. Immerhin war er es der meinen Onkel zuvor qu�lte und ihm die Hand zertr�mmern lie�, so das mein Glashaus die ersten Risse bekam.
Noch nie in meinem Leben zuvor war ich derma�en kaltbl�tig, das ich drei Menschen in einen Raum locke, mit dem festen Vorsatz sie t�ten zu wollen.
Franky konnte nicht widerstehen. Er gab mir 3000 Nuyen f�r den Laden meines Onkels und glaubte damit das ganz gro�e Gesch�ft zu machen. Er kannte mich, wusste wie weich ich war, daher kam es f�r ihn auch so �berraschend das ich pl�tzlich eine Waffe zog und seinem einem Bodyguard das Hirn an die Wand pustete.
Das war ein merkw�rdiges Gef�hl. So als h�tte jemand gesagt 'Game on' und ich agierte wie ich es in Simulationen schon tausende Male getan hatte. Keine Angst, kein �berlegen, nur schnell sein.
Bis zu dem Zeitpunkt an dem auf mich angelegt wurde und es Steve erwischte, der versuchte mich aus dem Weg zu sto�en. 'Game over'
Aber das war kein Spiel. Steve stand nicht mehr auf. Die Luft war hei� von Pulver und Blut. Mein Glashaus lag in Tr�mmern vor mir. Alles was ich je hatte war verloren. Meine Familie, mein Freund, mein Zuhause, meine Sicherheit.....
Jetzt besa� ich nur noch mein Leben, das ich sch�tzen musste.
Leonie Ich wei� noch wie ich stundenlang mit Leonie, in dem alten Van meines Onkels, die Stra�en hinunterbrauste. Kein Ziel vor Augen.
Ein heruntergekommenes Motel bot schlie�lich halbgare Sicherheit. Weitere Stunden lag ich dort auf dem Bett und heulte wie ein kleines Kind. Doch das besserte meine Lage nicht. Es tat nicht mal gut, wirkte nicht befreiend, im Gegenteil.
V�llig ersch�pft verbrachten wir die Nacht dort, sowie den kommenden Tag. Leonie redete mit mir. Es ist seltsam wie schnell sich zwei v�llig Fremde n�herkommen k�nnen, wenn man einander von der verletzlichsten Seite kennen lernt. Damit meine ich nichts Sexuelles. Ich hatte alles M�gliche im Kopf, aber ganz bestimmt nichts Sexuelles. Leonie k�mmte mir mit den Fingern die langen Haare durch, um sie zu ordnen und irgendwie war ich ihr endlos dankbar, schlicht daf�r das sie da war. Ihr erging es da aber nicht anders. Wir hatten nur noch einander.
Ab diesem Punkt waren unsere Schicksale eng miteinander verwoben.


 


 

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