Hinweise zur Lehrtätigkeit an der Universität Jena
Sie finden hier Informationen zu
Kommunikationsregeln - Wichtig!! Für alle Teilnehmer meiner Seminare!
1. Sprechstunde
Meine Sprechstunde findet während der Vorlesungszeit im Wintersemester 2009/10 jeweils Dienstags von 16-17 Uhr statt. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, sollten Sie sich in jedem Fall bei mir im vorhinein bis spätestens Montag Abend per Mail anmelden. Nennen Sie dazu bitte kurz ihr jeweiliges Anliegen (etwa Hausarbeitsbesprechung, Prüfungsvereinbarung o.ä.), damit ich einschätzen kann, wie viel Zeit ich für Ihre Besprechung einplanen muss. Ich werde Ihnen dann einen konkreten Zeitpunkt nennen, zu dem Sie bitte zur Sprechstunde kommen. Natürlich kann ich nicht garantieren, dass Sie "zur Minute" dann auch dran kommen. Ich werde mich aber bemühen, Sie nicht allzu lange warten zu lassen.
Sollten Sie ohne Terminvereinbarung meine Sprechstunde aufsuchen, müssen Sie natürlich warten, bis alle anderen mit Terminvergabe dran gewesen sind (Aushang an der Tür).
Außerhalb der Vorlesungszeit halte ich üblicherweise eine Telefonsprechstunde ab, vom 20.7. - 2.10.2009 (ausgenommen 24.8.-5.9.) jeweils Dienstags von 16 - 17 Uhr (0391 - 400 32 97).
2. Aktuelle und geplante Seminare
Wintersemester 2009/10
Mastermodul (HS) Die Demokratietheorie von Alexis de Tocqueville - T - POL 720/21, 2 Gruppen, Dienstags 10-12 und 14-16 Uhr
Basismodul (PS/Ü) Vertragstheorien - T - POL 220 - 2 Gruppen, Montags 10-12 und 14-16 Uhr
Vertiefungsmodul (HS) Gesetzgebung im Föderalismus - POL 310/11, Mittwochs 10-12 und 14-16 Uhr
Ü Praxis wissenschaftlichen Arbeitens, Donnerstag, 8-10 Uhr, vierzehntägig!
Diese Übung ist als Ergänzung und Vertiefung zu den Tutorien zum wissenschaftlichen Arbeiten für Studierende aller Semester gedacht. Die Veranstaltung ist interaktiv angelegt, das heißt, die Teilnehmer haben die Möglichkeit, zum einen die Themen der Übung zu bestimmen, zum anderen eigene Referate, Seminar- oder Magisterarbeiten (in letzterem Fall deren Entwürfe) zur Diskussion in den Sitzungen einzubringen. Dies hat den Vorteil, dass Fragen zur Praxis wissenschaftlichen Arbeitens - von der Konzeption von Referaten bis zur Entwicklung eines Exposés für Abschlussarbeiten - am praktischen Beispiel behandelt werden können.
Die Übung ist zunächst vierzehntägig angesetzt. Es ist nicht notwendig, an jedem Termin teilzunehmen. Vielmehr können Sie nach Festlegung des Themas in der gemeinsamen Runde je nach Interesse kommen. Es ist auch möglich, während des laufenden Semesters zur Gruppe zu stoßen.
Bezüglich der jeweiligen Seminarinhalte und anderen organisatorischen Angaben wird ansonsten auf das elektronische Vorlesungsverzeichnis der Universität Jena verwiesen.
Informationen zur Arbeit in den Seminaren:
1. Allgemeines
2. Hinweise zur Erstellung von Arbeitspapieren
3. Bewertungskriterien für Seminararbeiten
Vorbemerkung: Seminararbeiten dienen der Vorbereitung auf die Abfassung eigenständiger wissenschaftlicher Arbeiten. Dies können sowohl universitäre Abschlussarbeiten (Magister, Diplom, Examen, B.A./M.A.) als auch eigene Forschungsarbeiten (Dissertation, Projekte) oder Aufsätze für Fachzeitschriften sein. In den Seminararbeiten sollen Sie sich daher die Fertigkeiten, die für die Erstellung einer solchen Arbeit notwendig sind, aneignen und einüben. Dementsprechend richtet sich die Bewertung Ihrer Arbeit daran aus, wie weit diese den Anforderungen einer eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit genügt. Um bei der Bewertung einen Erstsemester-Studenten gegenüber einem Studenten im fünften Semester nicht zu bevorzugen, wird von mir an jede Arbeit der selbe Bewertungsmaßstab angelegt. Dies kann - muss aber keineswegs! - zur Folge haben, dass ein Student aus einem der Anfangssemester mit einer vergleichsweise schlechteren Note zu rechnen hat. Diese scheinbare Ungerechtigkeit nehme ich in Kauf, da sie mit Hilfe dieses Systems Ihre Noten aus früheren Semestern leichter mit denen in späteren Semestern vergleichen können. Sie erhalten so eine deutlich objektivere Selbsteinschätzung über den Fortschritt, den Sie im Laufe Ihres Studiums gemacht haben.
Kriterien: Aufgrund dessen, dass Sie in den Seminararbeiten die Erstellung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten bzw. Aufsätze üben sollen, ergeben sich zwangsläufig drei Bewertungskriterien:
Natürlich stellt der Inhalt hier das wesentliche Bewertungskriterium dar. Das heißt, ein gut geschriebener und mit allen wissenschaftlichen Merkmalen versehener Aufsatz kann nicht mit "Gut" bewertet werden, wenn der Inhalt den Anforderungen nicht entspricht.
Aber: Der von vielen Studenten gern gezogene Schluss, man müsse nur inhaltlich "alles bringen", dann wären sprachlicher Ausdruck, wissenschaftliche und äußere Form nicht so wichtig, ist absolut falsch!!
Warum? Soweit es die sprachliche Qualität betrifft, liegt der Grund zunächst einmal darin, dass Sie als Leser einer solchen Arbeit den Inhalt gar nicht erst verstehen, oder ziemliche Mühe damit haben werden, ihn zu verstehen, wenn sich der Verfasser unklar ausdrückt oder einen schlechten Schreibstil verwendet. Und Sie würden es als Leser gewiss auch nicht wollen, dass der Verfasser einer Arbeit Ihnen zumutet, sich bei jedem zweiten Satz erst einmal kurz überlegen zu müssen, was er nun gerade ausdrücken wollte... Natürlich mindern auch viele Rechtschreib-, Zeichensetzungs- oder Grammatikfehler die Qualität einer Arbeit, wenn auch in geringerem Maße als Ausdrucksschwächen, sofern sie die Lesbarkeit des Textes nicht behindern.
Wichtiger noch ist die Wissenschaftlichkeit der Arbeit. Das heißsst, Sie müssen alle Ihre Argumente und Informationen, die Sie in Ihrer Arbeit verwenden, belegen - es sei denn, sie entspringen Ihrem eigenen "Geist". Dies ist aber in wissenschaftlichen Arbeiten zu höchstens zehn Prozent (!!) der Fall - und zwar unabhängig davon, ob es sich um Seminararbeiten oder Dissertationen handelt. Schlicht und einfach deshalb, weil Sie in der Regel Ihr gesamtes Wissen, das Sie in einer Arbeit "zum Besten geben", irgendwoher haben, auch wenn Sie sich dessen manchmal gar nicht bewusst sind. Insofern stellt die eigene Leistung nicht das "Neuerfinden des Rades" dar, sondern die intelligente "Neuzusammensetzung" von bereits vorhandenem Wissen und das Ziehen eigener Schlüsse daraus! Demgegenüber zählt die äußere Form (Blocksatz, Silbentrennung, Absätze etc.) weniger, wird aber auch in Abschlussarbeiten immer wieder gern in die Bewertung mit einbezogen.
Zu den Kriterien im einzelnen:
1. Sprache und Ausdruck: Darunter sind, wie erwähnt, sowohl Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung als vor allem auch Wortwahl und Satzbau zu verstehen. Eine sehr gute (also mit 1.0 bewertete) Arbeit würde demnach sprachlich in etwa dem Niveau eines Aufsatzes in einer politikwissenschaftlichen Fachzeitschrift entsprechen.
2. Wissenschaftliche Form: Auch hierzu ist schon einiges ausgeführt worden. Eine sehr gute Arbeit verfügt in der Regel über einen umfangreichen Literaturapparat (wenigstens 10 - 15 Titel) und einen ebenso ausführlichen Quellenapparat (=Fußnoten). Hier gilt noch einmal: besser etwas zu viel belegen, als zu wenig!
3. Inhalt: Eine sehr gute Arbeit hat nicht nur eine explizite, klar umgrenzte Fragestellung formuliert, die sie im weiteren Verlauf des Textes ausführlich beantwortet. Sie lässt über der reinen Wiedergabe von Fakten eine dezidiert politikwissenschaftliche Perspektive des Autors erkennen und befindet sich auf der Höhe des aktuellen Forschungsstandes. Auf gut Deutsch: der Verfasser hat nicht nur in ein paar Standardwerken, die womöglich auch noch vom Seminarleiter angegeben wurden, geblättert, sondern auch einen Blick in die Fachzeitschriften geworfen...
Wie Sie sehen, habe ich mich hier darauf bezogen, was eine "sehr gute" Arbeit ausmacht - das heißt aber natürlich nicht, dass Sie um Ihren Schein bangen müssen, wenn Sie diesen Anforderungen nicht entsprechen. Auch jemand, der sprachlich noch nicht so sicher ist, größere Mängel in seiner wissenschaftlichen Form aufweist und inhaltliche Fehler macht, wird noch einen Schein bekommen - wenn auch sicher eher einen im Bereich von 3.0 abwärts. Erst wenn die Mängel und Fehler in diesen drei Bereichen erheblich werden, müsste ich Sie bitten, die Arbeit noch einmal abzufassen, wenn Sie weiterhin an einem Leistungsschein bei mir interessiert sind.
Damit Sie jetzt nicht in Panik verfallen oder gar von einem Besuch meiner Lehrveranstaltungen Abstand nehmen, biete ich Ihnen zwei Hilfestellungen an: zum einen finden Sie hier Tipps und Hinweise zur Erstellung von Hausarbeiten im PDF-Format. Dieses umfangreiche Kompendium basiert auf der Auswertung der häufigsten Fehler der von mir bisher korrigierten Hausarbeiten. Wenn Sie zumindest diese Fehler vermeiden, dürfte dem Erhalt eines Scheines nichts mehr im Wege stehen!
Und: wenn Sie noch gar nicht so recht wissen, wie so eine gute Arbeit überhaupt aussieht, dann werfen Sie einen Blick auf zwei Beispielarbeiten (B1, B2), die mir Studenten aus Jena freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Sie wurden von mir im Original mit 1,3 bzw. 1,7 bewertet und in der hier vorliegenden Form noch etwas um sprachliche Fehler bereinigt.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei der Erstellung Ihrer Hausarbeiten viel Erfolg!
Dr. Sven Leunig