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Länderinfos
Albanien * Andora * Austria * Belgien *
Bosnien Bulgarien Croatien Cypern
Czechei Danmark Deutschland Estonia
Faroe-Islands Finland Frankreich Gibralta
Griechenland Greenland Ungarn Iceland
Ireland Italien Lettland Lichtenstein
Litauen Luxenbourg Malta Monaco
Nederlande Norwegen Portugal Polen
Romaenien Russland San-Marino Slowakei
Slowenien Spanien Schweden Schweitz
Turkey Ukraine England Yugoslavien


Info*Albanien*

In Albanien (Shqipëri oder “Land des Adlers”) war bis 1992 eines der letzten kommunistischen Regime Osteuropas an der Macht. Nach dessen Ablösung fand die Isolationspolitik der vorangegangenen 50 Jahre ein Ende. Albanien gehört zu den ärmsten und unterentwickeltsten Ländern Europas. Der Lebensstandard ist nur geringfügig höher als der in den meisten Ländern der Dritten Welt. Gewaltsame Stammesauseinandersetzungen und lang anhaltende Blutfehden spiegeln sich auch in der politischen Instabilität auf nationaler Ebene wider. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde darüber hinaus durch weit verbreitete Korruption, den Zusammenbruch des Bankensystems 1997 – verursacht durch ein betrügerisches Schneeballsystem-Programm – und durch die Ankunft Tausender Kosovo-Albaner, die aus der benachbarten jugoslawischen Region in den Jahren 1998 und 1999 flohen, stark beeinträchtigt. Albanien war für die NATO (North Atlantic Treaty Organization: Nordatlantikpakt) während des Krieges mit Jugoslawien 1999 ein wichtiger Stützpunkt. Möglicherweise wird Albanien in der Nachkriegsphase zu den Nutznießern von internationalen Hilfsaktionen und Handelsbegünstigungen gehören.


Albanien ist eines der kleinsten Länder Europas und besitzt eine wilde zerklüftete Gebirgslandschaft. Die Gebirgstäler sind von klaren Seen und reißenden Flüssen durchzogen. Früher war Albanien das waldreichste Land Europas. Große Waldgebiete mit Schwarzkiefern, Tannen und Buchen existieren heute nur noch in den Nationalparks. Die Küste besteht zum Großteil aus herrlichen, unberührten Stränden.


Das Land hat eine reiche und vielseitige Geschichte. Die Bewohner sind vermutlich Nachfahren der Illyrer, die dieses Gebiet in der Antike besiedelten. Im Verlauf der bewegten Geschichte des Landes fielen u. a. Griechen, Römer, Slawen, Kreuzfahrer, Venezianer, Türken, Italiener und – während des 2. Weltkrieges – Deutsche ein. Zu den kulturellen Schätzen Albaniens gehören zahlreiche illyrische, griechische und römische Ruinenstätten, byzantinische Zitadellen sowie türkische Moscheen. Gjirokastër und Berat sind nach Tirana die wichtigsten albanischen Städte. In der Hauptstadt Tirana gibt es einige interessante Museen und Galerien zu besichtigen.



Info*Andora*

Zwei Täler laufen in Andorra zusammen, die des Valira del Nord und des Valira del Orient. Beide sind von Bergen umgeben. Die Straße entlang des Flussufers des Valira hat ihren Ursprung in Seo de Urgell in Spanien. Von Frankreich aus führt der Weg über eine serpentinenreiche Straße zum Grenzpass Pas de la Casa und von dort aus weiter hinauf zum Port d’Envalira, der mit 2 407 Metern der höchste Straßenpass der Pyrenäen ist. Aufgrund seiner versteckten Lage tief in den Bergen zwischen Frankreich und Spanien war Andorra lange Zeit ein Paradies für Schmuggler (paquetaires). Heutzutage bezieht das Land 80 Prozent seines Einkommens aus der Tourismusbranche. Etwa 13 Millionen Besucher reisen jährlich in das winzige Fürstentum mit einer Fläche von nur 467 Quadratkilometern und etwa 64 000 Einwohnern. Die Möglichkeit des zollfreien Einkaufs macht Andorra für viele Besucher aus dem Ausland sehr attraktiv.


Die wichtigsten Einkaufszentren sind Pas de la Casa und die Stadt Andorra la Vella. Obwohl die Verwaltung Andorras dem Bischof von Seo de Urgell und dem Präsidenten Frankreichs gemeinsam unterstellt ist, besitzt das Fürstentum keine EU-Mitgliedschaft, die auch nicht angestrebt wird. Dieser Status erlaubt es dem Land, Tabak, Alkohol, Parfüm, Benzin und Diesel zu weit niedrigeren Preisen als in den EU-Staaten zu verkaufen.


Abseits der Einkaufszentren ist die Gebirgslandschaft weitgehend unberührt. Obwohl keiner der Berggipfel Andorras die 3 000-Meter-Grenze übersteigt, ist es eines der schneesichersten Skigebiete der Pyrenäen. Am Pas de la Casa befindet sich die höchste Basisstation. Im Sommer gibt es die Möglichkeit, auf Wanderwegen das einsame und beinahe unberührte Hochland zu erkunden.



Info*Austria*


In Österreich sind neben ungarischen auch italienische und deutsche Einflüsse zu spüren. Abwechslungsreiche Landschaften und das reiche kulturelle Erbe, das sich vor allem in der Hauptstadt Wien zeigt, haben dafür gesorgt, dass die Republik Österreich eine wichtige Stellung in der Kulturlandschaft Europas einnimmt. Österreich war ehemals ein großes Reich, in dem sich im Mittelalter der Aufstieg der Habsburger zur europäischen Großmacht vollzog. Der Name Habsburg stand damals als Synonym für Österreich. 1918 wurde das Kaiserreich Österreich-Ungarn aufgelöst, und das heutige Österreich konstituierte sich als einer der Nachfolgestaaten. In vielen Städten und Dörfern erinnern prächtige Paläste, prunkvolle Barockkirchen, vornehme Bäder und aufwendig angelegte Parks an die glanzvolle Vergangenheit.


Wien ist für Besucher des Landes wegen seiner architektonischen Vielfalt, seinen weltberühmten Museen und seiner in Europa einmaligen musikalischen Tradition wichtigster Anziehungspunkt. Salzburg mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten rund um Mozart – beispielsweise das Geburtshaus – ist für jeden von großem Interesse, der sich mit dem Leben und Werk des Komponisten befassen möchte. Die Habsburger gründeten im gebirgigen Bundesland Tirol den Ort Innsbruck, der in der Altstadt zahlreiche sehenswerte Gebäude besitzt.


Das heutige Österreich ist in neun Bundesländer gegliedert: Nieder- und Oberösterreich, Burgenland, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg und die Stadt Wien. Etwa drei Viertel des Landes werden von den Alpen eingenommen. Skifahren und Bergsteigen zählen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Von hohem touristischem Interesse sind Weinberge, Schlösser und an Seen gelegene Dörfer. Die Donau verläuft ungefähr 350 Kilometer durch den nördlichen Teil Österreichs. Mit Hilfe von Kläranlagen konnte in den letzten Jahren die Wasserqualität des zeitweise stark verschmutzten Flusses wieder verbessert werden.



Info*Belgien*


Belgien stand jahrhundertelang unter dem Einfluss seiner mächtigeren Nachbarn. Das Land war in zahlreichen Kriegen hart umkämpft. Viele fremde Mächte wie etwa die Herzöge von Burgund, die Habsburger und die Franzosen hielten es besetzt. Auf belgischem Boden wurden einige der erbittertsten Schlachten in der Geschichte Europas ausgetragen, so z. B. bei Waterloo (1815), Ypres Salient (1914) oder Bulge (1944). Nach langer Zeit der Fremdherrschaft erlangte Belgien 1830 seine Unabhängigkeit. Das kleine Königreich entwickelte sich zu einem der wohlhabendsten europäischen Länder, vor allem unter Leopold II., der – auf dem Reichtum des Kongo basierend – Brüssel, Antwerpen und Ostende ausbaute. Nach dem 2. Weltkrieg, der in Belgien deutliche Spuren hinterließ, gehörte das Land zu den Gründungsmitgliedern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der NATO. Heute sind die meisten Institutionen der Europäischen Union in Brüssel ansässig.


Etwas südlich von Brüssel verläuft in West-Ost-Richtung eine Sprachgrenze durch das Land. Im Norden liegt die niederländischsprachige Region Flandern, südlich der Grenze die französischsprachige Region Wallonien. Die Hauptstadt Brüssel ist offiziell zweisprachig, obwohl dort überwiegend Französisch gesprochen wird.


Die bewegte Vergangenheit hat im modernen Belgien eine faszinierende Vielfalt an Architektur, Kunst und Kochkunst hervorgebracht, die man beispielsweise in den vier großen Städten Brüssel, Antwerpen, Brügge und Gent finden kann. Diese lebhaften Kulturzentren bieten ein sehenswertes Kunst- (z. B. von Rubens, van Eyck, Rembrandt und dem Surrealisten Magritte) und Architekturerbe (u. a. die barocke Grand’Place in Brüssel und die Jugendstilbauten von Victor Horta) sowie einige sehr gute Restaurants und Cafés. Besucher mit etwas mehr Zeit fahren meistens auch in die Ardennen oder in die traditionellen Badeorte entlang der Küste. Jede Region Belgiens hat eine eigene Küche, und nahezu jede Stadt braut ihr eigenes Bier. Berühmt ist das Land auch für die Herstellung von Spitze. Die erlesenen Pralinen werden in Spezialitätenläden überall in den größeren Städten verkauft.



Info*Bosnien-Herzegowina*

Der Staat Bosnien-Herzegowina setzte sich lange Zeit aus einer komplizierten Mischung verschiedener Religionen und Nationalitäten zusammen. Nach der Eroberung durch die Türken im 15. Jahrhundert fand die christliche Vorherrschaft ein Ende. Heute setzt sich die Bevölkerung aus orthodoxen Serben, katholischen Kroaten und Muslimen zusammen.


Im Frühjahr 1992, als die Regierung Bosnien-Herzegowinas eine Volksabstimmung zur Unabhängigkeit vom ehemaligen Jugoslawien durchführen ließ, eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen. Die Serben organisierten mit Unterstützung des benachbarten Serbien den bewaffneten Widerstand. Ziel waren die Teilung der Republik und – zusammen mit den anderen, von Serben bewohnten Regionen – die Bildung eines “Großserbiens”. Der blutige Bürgerkrieg endete schließlich mit der Teilung des Landes in zwei gleich große Gebiete. Das Territorium von Bosnien-Herzegowina blieb dabei innerhalb seiner international anerkannten Grenzen erhalten. Im Dezember 1995 übernahm die NATO (North Atlantic Treaty Organization: Nordatlantikpakt) gemäß dem Abkommen von Dayton die Sicherung des Friedens.


Die Landschaft von Bosnien-Herzegowina ist überwiegend gebirgig. Im Westen und in den zentralen Landesteilen erheben sich gewaltige Bergmassive, die im Süden in weite, kahle Kalksteinplateaus übergehen. Die Hauptstadt Sarajevo spiegelt die abwechslungsreiche Geschichte des Landes wider. Besonders charakteristisch sind die Altstadt, die einen starken türkischen Einfluss erkennen lässt, und ein österreichisch geprägtes Stadtviertel mit typisch mitteleuropäischen Bürgerhäusern aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Mostar ist für seine türkische Brücke aus dem 16. Jahrhundert berühmt, die 1994 bei einem Granatenangriff zerstört wurde. Jajce, eine von Mauern umgebene mittelalterliche Stadt, erlangte traurige Berühmtheit als Schauplatz furchtbarer Gräueltaten während des Bürgerkrieges. Bosnien-Herzegowina besitzt trotz der Kriegseinwirkungen zahlreiche touristische Attraktionen.



Info*Bulgarien*

Wegen seiner geographischen Lage auf der Balkanhalbinsel war Bulgarien lange Zeit ein Sammelbecken vieler verschiedener Kulturen. Nesebôr am Schwarzen Meer war unter den Griechen und Römern ein blühender Hafen, und Rom hinterließ seine Spuren entlang der ganzen Küste. Bergklöster zeugen von Bulgariens langer christlicher Tradition. Daneben hinterließen fünf Jahrhunderte türkischer Herrschaft einige der beeindruckendsten islamischen Bauten auf dem Balkan. Byzantinische Ruinen, mittelalterliche Straßen und alte Bergdörfer ziehen die Besucher in den Bann.


Im Westen war das Land lange Zeit vor allem wegen der Strände am Schwarzen Meer und wegen des bulgarischen Rotweins bekannt. In der jüngeren Vergangenheit zählte das Land noch zu den engsten Verbündeten der Sowjetunion, und es gab viele Reiseeinschränkungen. Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft im Jahr 1989 fielen die Beschränkungen in dem 110 912 Quadratkilometer umfassenden Bulgarien mit seiner erstaunlichen landschaftlichen Vielfalt weg. Ebenen reichen von der Donau bis hin zu den Höhen der Stara Planina, und Gebirge erstrecken sich vom Schwarzen Meer bis zur Bundesrepublik Jugoslawien. Die Gipfel des Rila-Gebirges südlich von Sofia bieten Ausblicke, die vergleichbar sind mit denjenigen der Dolomiten oder der Cairngorm Mountains. Auch große Buchten, Küstenseen und lange Sandstrände prägen die bulgarische Landschaft.


Heute bereitet die Inflation große Probleme in Bulgarien, zudem wird die Schwerindustrie stufenweise abgebaut, so dass es vielen Menschen schlechter als unter dem kommunistischen Regime geht. Doch hat das Land den Zusammenbruch nach 1989 verkraftet, und das freie Unternehmertum breitet sich allmählich aus. Geldwechsel ist unkompliziert, die bulgarische Infrastruktur ist gut und Erholungsgebiete sind nicht mehr überlaufen. Nahrungsmittel sind ohne Schwierigkeiten erhältlich, und die legendären Schlangen vor den Geschäften gehören der Vergangenheit an.



Info*Kroatien*

Kroatien erlangte 1991 als einer der Nachfolgestaaten des früheren Jugoslawien seine Unabhängigkeit. Die Gründung des Staates ging einher mit dem Ausbruch des Krieges in der Grenzregion Krajina, wo der Großteil der serbischen Minderheit lebte. Auch andere Teile des Landes, wie z. B. die historische Stadt Dubrovnik, wurden gelegentlich zum Schauplatz erbitterter Kämpfe. Mittlerweile ist in Kroatien wieder Frieden eingekehrt. Das Land hat eine abwechslungsreiche Landschaft zu bieten, mit flachen, weiten Ebenen, zerklüfteten Bergen und einer faszinierenden Küste, unterbrochen von Buchten sowie schmalen Meeresarmen, denen mehr als tausend Inseln vorgelagert sind. Zagreb ist die Hauptstadt und zugleich das bedeutendste kulturelle Zentrum des Landes. Hier findet man zahlreiche Museen und Kirchen sowie interessante Architekturdenkmäler aus der Zeit des Barocks und der Jahrhundertwende. Entlang der Küste liegt eine Reihe eindrucksvoller mittelalterlicher Städte, manche mit Festungsanlagen, die, wie in Dubrovnik, noch sehr gut erhalten sind. Daneben existieren bedeutende Ruinenstätten aus der Römerzeit, wie beispielsweise der Palast Diokletians in Split, den die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization: UN-Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) zum Weltkulturerbe erklärt hat.


Zu Beginn des Mittelalters war Kroatien ein unabhängiger Staat. Später fiel es an Österreich-Ungarn, und die Adriaküste wurde der Kontrolle Venedigs unterstellt. Die Einflüsse dieser Fremdherrschaft spiegeln sich heute vor allem in der Architektur Kroatiens wider. 1918 erhielt das Land seine Unabhängigkeit, als Teil des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen. Kurze Zeit später erhielt dieser Staat den Namen Jugoslawien. Die Beziehungen zwischen den Kroaten und den dominierenden Serben blieben auch in Friedenszeiten äußerst feindselig. 1941 deklarierte man den unabhängigen Staat Kroatien, der im Wesentlichen der Kontrolle faschistischer Mächte unterstand und dessen Terror sich gegen alle richtete, die nicht kroatischer Abstammung waren. Dem kommunistischen Präsidenten Tito war es in der Nachkriegszeit zu verdanken, dass alle Versuche, den Nationalismus wieder aufleben zu lassen, unterdrückt werden konnten. Nach seinem Tode traten die Spannungen jedoch wieder zu Tage und führten schließlich zur Auflösung von Jugoslawien.


Einer der berühmtesten Landessöhne des 20. Jahrhunderts ist der Bildhauer Iwan Meštroviº, der u. a. an der Gestaltung des Museums für kroatische Geschichte in Zagreb mitwirkte. Die Anfänge der kroatischen Literatur reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. Die meisten literarischen Werke sind im Ausland allerdings relativ unbekannt. Kroatien besitzt eine ausgeprägte Volksmusik-Tradition, aber die jüngeren Generationen gehen auch hier lieber in eine Disco als den traditionellen kolo zu tanzen.



Info*Zypern*

Die Republik Zypern ist ein Inselstaat im östlichen Mittelmeer; im Westen der Insel liegt Griechenland, im Norden die Türkei, im Osten Syrien und der Libanon und im Süden Ägypten. Seit der Antike bildete die Insel eine Brücke zwischen Europa und dem Orient. 1974 besetzten türkische Truppen in Folge eines griechischen Militärputsches Nordzypern. Seither ist Zypern geteilt. Im Süden lebt die griechische Mehrheit und im Norden die türkische Minderheit. UN-Truppen bewachen den Grenzstreifen zwischen den beiden Seiten.


Dies ist die traurige jüngste Vergangenheit der Insel der Aphrodite, der alten griechischen Göttin der Liebe. Besucher Zyperns werden jedoch selten damit konfrontiert, außer sie besichtigen die so genannte Grüne Linie in der Hauptstadt Nicosia, die an die Berliner Mauer erinnert. Die Insel ist ein Ferienparadies mit belebten Urlaubsorten, Sandstränden, angenehmen Badetemperaturen und waldbedeckten Bergen. Es gibt die Möglichkeit, zahlreiche Museen und archäologische Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, die von der reichen kulturellen Vergangenheit zeugen. Kirchen, Klöster und Moscheen lassen die große Bedeutung erkennen, die Religion hier schon immer hatte. Unabhängig davon, ob türkischer oder griechischer Herkunft, die Zyprioten sind sehr herzlich und gastfreundlich.


Nordzypern konnte in Folge von internationalen Boykotts seinen ruhigen Charakter bewahren, der ansonsten an den Küsten des Mittelmeers weitgehend verloren gegangen ist. Südzypern ist entlang seiner Küste weitgehend touristisch erschlossen. Hier gibt es Orte, an denen monatelang die Sonne scheint. Besucher, die die alte zypriotische Lebensweise kennen lernen wollen, sollten die Bergdörfer besichtigen, wo das Café Mittelpunkt des öffentlichen Lebens ist. Hier diskutieren, zumeist Männer, über Politik und Fußball, wenn sie nicht gerade in rasender Geschwindigkeit tavli (Backgammon) miteinander spielen.



Info*Tschechei*

Die Tschechische Republik, ein Binnenstaat im Herzen Europas, besteht aus zwei historischen Provinzen: im Westen erstreckt sich Böhmen, in dessen Zentrum die Landeshauptstadt Prag liegt, und im Osten Mähren-Schlesien mit dem Hauptort Brno und dem industriellen Ballungsgebiet um Ostrava. Die Region hat in der europäischen Geschichte immer wieder eine entscheidende Rolle gespielt. Die außergewöhnlichen historischen Architekturschätze von Prag haben die Hauptstadt zu einem der beliebtesten Touristenziele Europas werden lassen. Weniger besucht werden die malerischen Provinzstädtchen sowie die schönen Schlösser und Burgen, deren Stil von der Romanik bis hin zum Jugendstil reicht. In der Tschechischen Republik gibt es einige landschaftlich äußerst reizvolle Gegenden mit zerklüfteten Bergen, sanft hügeligen Wiesen und zahlreichen kleinen Seen.


Die 1918 gegründete unabhängige Tschechoslowakische Republik existierte bis 1938. Anschließend folgten sechs Jahre deutscher Besatzung, diesen wiederum über vierzig Jahre kommunistischer Herrschaft. Erst im November 1989 führten friedliche Massendemonstrationen das Ende des kommunistischen Regimes herbei. Am 1. Januar 1993 spaltete sich der Staat in die Tschechische Republik und die Slowakei. Seit der Trennung verfolgt die tschechische Regierung ein Wirtschaftsreformprogramm. Trotz einer leichten Rezession boomt der Tourismus, und der Dienstleistungssektor wächst.


Deutsche, tschechische und jüdische Einflüsse haben sich über Jahrhunderte in der Region vermischt und eine reiche, vielfältige Kultur hervorgebracht. Zu den wichtigsten Persönlichkeiten der modernen tschechischen Literatur zählen der für seinen braven Soldat Schweijk bekannte Jaroslav Hašek sowie Exil-Autoren wie Josef Škvorecký und Milan Kundera, der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Dichter Jaroslav Seifert und der berühmte Theaterschriftsteller Václav Havel, der 1993 zum Präsidenten gewählt wurde. Bildhauerei und Malerei erreichten Höhepunkte in der Spätgotik sowie Anfang des 20. Jahrhunderts, als Prag ein wichtiges Zentrum der Avantgarde war. Das 19. Jahrhundert brachte ein großartiges Komponisten-Dreigestirn der klassischen Musik hervor: Dvoéák, Smetana und Janá¹ek. Prag ist für seine noch weiter zurückliegende Verbindung zu dem in Österreich geborenen Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart berühmt. Heute gibt es eine lebhafte Jazz-Szene, doch auch Hardrock ist bei den Einheimischen sehr beliebt.



Info*Dänemark*

Dänemark (Danmark) ist ein kleiner Staat mit 5,2 Millionen Einwohnern, der auch die Halbinsel Jütland umfasst, die an Deutschland grenzt. Mehr als 400 dänische Inseln liegen verstreut im Westen der Ostsee. Nördlich von Jütland, das 70 Prozent der gesamten Landesfläche ausmacht, befinden sich die skandinavischen Länder Norwegen und Schweden. Den Mittelpunkt Dänemarks bildet Seeland (Sjaelland), die größte Insel, auf der die Hauptstadt Kopenhagen (København) liegt. Die Stadt ist Zentrum des wirtschaftlichen und politischen Lebens und besitzt zahlreiche kulturelle und historische Reichtümer.


Die dänische Landschaft weist keine Extreme auf. Der höchste Punkt (Yding) – mitten in Jütland – liegt nur 173 Meter über dem Meeresspiegel, der höchste Wasserfall ist 18 Meter hoch. Es gibt keine großen Flüsse. Beinahe die ganze Küstenlinie ist flach und gekennzeichnet von Sandstränden und Dünen. Die meist flache ländliche Gegend wird von Hügeln, Seen und Laubwäldern, die Hans Christian Andersen zu seinen Märchen inspirierten, unterbrochen. Inmitten dieser Landschaft gibt es unzählige Schätze zu entdecken: Überreste prähistorischer Zivilisationen, Runensteine aus der Wikingerzeit, verschlafene mittelalterliche Städte und Dörfer mit engen Gassen, Fachwerkhäuser, mit Fresken ausgeschmückte Kirchenbauten, Landgüter und Schlösser.


Dies alles sind Hinweise auf die bewegte dänische Vergangenheit, die von Schlachten, Blutvergießen und Eroberungen geprägt wurde. Im 11. Jahrhundert, Höhepunkt der Wikingermacht, beherrschte Dänemark neben England ganz Skandinavien. Von dem ehemals verstreuten Kolonialbesitz gehören auch heute noch Grönland und die Färöer zum Königreich, obwohl beide weitgehend selbständig sind. Das moderne Dänemark ist eine konstitutionelle Monarchie. Fairness, Anständigkeit, Toleranz und Gleichheit sind die vorherrschenden Werte des Staates mit einem Lebensstandard, der zu den höchsten der Welt zählt.



Info*Deutschland*

Die im Herzen Europas liegende Bundesrepublik Deutschland umfasst eine große Vielfalt an Landschaften, Orten und Traditionen. Große Städte wie München oder Dresden dominieren ihr Umland, und es gibt jeweils eine stark regional ausgeprägte Identität. Im Zentrum des Landes werden bewaldete Mittelgebirge von den Tälern großer Flüsse wie Rhein, Main, Donau und Elbe durchzogen. Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr erinnern die Ebenen und Küstenlandschaften an die der Nachbarländer Niederlande und Dänemark sowie an die der baltischen Länder. Im Süden bilden die Alpen eine eindrucksvolle natürliche Grenze. Berlin, einst sowohl physisch als auch symbolisch durch eine Mauer getrennt, ist heute Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschland.


Nach den weit reichenden Zerstörungen des 2. Weltkriegs wurden die zahlreichen historischen deutschen Städte oft vollständig wiederaufgebaut, und es entstand eine Hightech-Industrie. Auffällig sind die Verkehrsdichte und das gut ausgebaute Autobahnnetz. Die meisten Städte wachsen nach wie vor, und fast ein Drittel des Landes ist von Wald bedeckt. Eine Reihe großer Flächen sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Das Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (Ostdeutschland) bietet ein anderes Bild, das noch von zahlreichen alten Schwerindustrieanlagen geprägt ist und in dem noch die Strukturen der großen, ehemals staatlichen Landwirtschaftsbetriebe zu erkennen sind. Viele der dortigen Städte und Dörfer entgingen der im Westen praktizierten Modernisierung und konnten sich dadurch ein reizvolles Flair bewahren.


Zahlreiche größere Städte in Deutschland besitzen eine erstklassige Kulturszene mit staatlichen bzw. städtischen Orchestern, Opernhäusern und Theatern sowie zahlreichen Kunstmuseen. Das Land hat diverse bedeutende Komponisten hervorgebracht, von den im 18. und 19. Jahrhundert lebenden Größen der barocken und klassischen Musik, wie Johann Sebastian Bach, Händel und Beethoven, bis hin zu dem Revolutionär der deutschen Oper, Richard Wagner. Philosophen wie Kant und Nietzsche sowie Schriftsteller wie Goethe und die Gebrüder Grimm prägten das literarische Leben, das im 20. Jahrhundert mit berühmten Autoren wie Thomas Mann und Bertolt Brecht einen weiteren Höhepunkt erreichte. In der bildenden Kunst haben die Berliner Sezession und die Expressionisten ihre Spuren hinterlassen, und in Berlin gibt es heute zahlreiche Galerien mit zeitgenössischer Kunst. Auch der deutsche Film hat weltbekannte Namen hervorgebracht: die Babelsberger Studios der zwanziger und dreißiger Jahre, die expressionistischen Filmemacher Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau sowie Regisseure des Neuen Deutschen Films wie Fassbinder und Herzog. Deutschland zählt zu den modernsten Staaten, aber es werden auch Traditionen gepflegt. Das Spektrum der zahlreichen traditionsreichen Festveranstaltungen reicht von nur lokal bekannten Veranstaltungen in Süddeutschland bis hin zu Massenfesten wie dem Kölner Karneval oder dem Oktoberfest in München.



Info*Estland*

Estland, kleinster der Staaten des Baltikums, grenzt im Norden an den Finnischen Meerbusen, im Osten an Russland, im Süden an Lettland und im Westen an den Rigaischen Meerbusen und die Ostsee. Die Hauptstadt Tallinn mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern liegt an der Nordküste. Eine weitere wichtige Stadt ist Tartu, deren Universität das Zentrum der nationalen Wiederbelebung im 19. Jahrhundert bildete. Estlands reizvolle Landschaft ist vorwiegend flach. Die Küstenlinie prägen Buchten, Felsen und Dünen. Flüsse, die das Land durchziehen, formten tiefe Täler und tausende von Seen. Ein Großteil des Landes besteht aus Inseln: Saaremaa und Hiiumaa sind die beiden größten, die ihre ursprüngliche Schönheit bewahren konnten.


Die drei baltischen Staaten erlangten 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Estland wurde lange Zeit von Deutschen, Dänen, Schweden, Polen und Russen besetzt. Es ist die erfolgreichste der drei baltischen Republiken in Hinblick auf die Einführung der freien Marktwirtschaft, obwohl der Übergang zu einer Demokratie nach westlichem Muster nicht immer reibungslos verlief.


Der Aufschwung des Nationalismus drückte sich in einem neu erwachten Interesse an estländischer Sprache, Literatur, Musik sowie an estländischem Brauchtum aus. Estnisch ist wie Finnisch und Ungarisch eine finno-ugrische Sprache und daher vollkommen verschieden von indogermanischen Sprachen wie z. B. Russisch, Litauisch oder Schwedisch. Literatur war im 19. Jahrhundert ein Mittel des Widerstandes gegen die russische Besatzungsmacht. Bekannte zeitgenössische Autoren sind beispielsweise der Novellist Jaan Kross und der Dichter Jaan Kaplinski. Mit dem Erwachen des Nationalstaats im 19. Jahrhundert gewann das Theater an Bedeutung, und auch heute ist eine Avantgarde-Theaterveranstaltung, das Baltoscandal, eines der bedeutendsten Ereignisse des Landes; gleichzeitig findet übrigens das Jazz- und Rockfestival FiESTa statt. Musik spielte eine bedeutende Rolle in den estländischen Unabhängigkeitsbestrebungen, die auch als die “Singende Revolution” bezeichnet werden. So wurden bei Massendemonstrationen Lieder gesungen, um Einigkeit zu symbolisieren. 1869 eingeführte Musikveranstaltungen existieren noch heute. Estland besitzt zudem zahlreiche international anerkannte Chöre.



Info*Färöer  Inseln*

Wappen                  Flagge

Von den rund 48.000 Einwohnern der Färöer sind 98 % „Reichsbürger“, also Färinger, Dänen oder Grönländer. Vom Geburtsort her kann man folgende Herkunft der Einwohner ableiten: Auf den Färöern geboren sind 91,7 %, in Dänemark 5,8 %, und in Grönland 0,3 %. Zusammen mit einigen eingebürgerten Menschen stellen diese drei Gruppen die „Reichsbürger“.


Größte Gruppe an Ausländern sind die Isländer mit 0,4 %, gefolgt von Norwegern und Polen mit jeweils 0,2 %. Insgesamt leben auf den Färöern Menschen aus 77 verschiedenen Ländern der Erde, darunter 22 Deutsche ( Stand 2002).


Von diesen Zahlen auf die färöischen Muttersprachler zu schließen, ist aus zwei Gründen nicht möglich: Erstens leben sehr viele färöische Muttersprachler in Dänemark, und nicht wenige sind dort geboren und kehren im Laufe des Lebens mit ihren Eltern oder als Erwachsene zurück. Zweitens gibt es alteingesessene dänische Familien auf den Färöern, die zuhause dänisch sprechen.



Info*Finland*

Finnland ist einer der am dünnsten besiedelten europäischen Staaten mit etwa 5,2 Millionen Einwohnern. Wälder (Kiefern, Tannen, Birken) bedecken ungefähr zwei Drittel der Landesfläche. Etwa 180 000 Seen liegen vor allem im Süden und in Zentralfinnland. Das im Norden, nördlich des Polarkreises gelegene Land der Mitternachtssonne, Lappland, ist das Verbreitungsgebiet der Tundra. Hier hüten etwa 5 000 Lappen bzw. Samen Rentiere, fangen Fische und fertigen kunsthandwerkliche Gegenstände für den aufblühenden Tourismus an.


Finnland wird im Allgemeinen zu Skandinavien gezählt. Es wird im Westen von Schweden und im Norden von Norwegen begrenzt. Die finnische Geschichte ist eng mit der von Russland verbunden, von dem das Land im Osten begrenzt wird. Finnland wurde seit der Wikingerzeit bis 1809 von Schweden beherrscht, dann kam es in Folge eines Krieges an das zaristische Russland. 1917 erlangte es seine Unabhängigkeit. Von diesem Zeitpunkt an musste Finnland einen Balanceakt zwischen Ost und West aufführen, um die nationale Souveränität bewahren zu können. Die finnische Sprache ist dem Estländischen und Ungarischen verwandt und hat mit dem Schwedischen und Russischen wenig gemeinsam.


Die meisten Finnen leben in den fünf großen Städten des Landes: in der Hauptstadt Helsinki 559000 Einwohner,Espoo 224000 Einwohner,Tampere 201000 Einwohner,Vantaa 184000 Einwohner,und Turku 175000 Einwohner. Dennoch lieben viele Finnen die Weite ihres Landes und halten sich gerne im Freien auf. Zahlreiche Familien besitzen Blockhütten im Wald, meist in der Nähe eines Sees und ausgestattet mit einer Sauna. Dort verbringen sie je nach Jahreszeit ihre Wochenenden und Ferien mit Skifahren, Wandern, Kanufahren oder Fischen. Die Nähe der Finnen zur Natur spiegelt sich auch in der städtischen Architektur des 20. Jahrhunderts wieder, die internationale Anerkennung fand.



Info*Frankreich*

Frankreich ist nach Russland und der Ukraine das drittgrößte Land Europas. Seine Landschaften sind sehr abwechslungsreich: Sie variieren von den sanften hügeligen Wiesen und Apfelplantagen der Normandie und Bretagne bis hin zu den Weinbergen und Olivenhainen im Süden, von den zerklüfteten, schneebedeckten Gipfeln der Alpen an der Schweizer Grenze bis hin zu den brodelnden Vulkankratern, tiefen Tälern und Höhlen in den dichten Wäldern der Auvergne. Aus historischer Sicht gehört das Land zu den wichtigsten europäischen Regionen, und wurde nach dem Zerfall des Römischen Reiches im 6. Jahrhundert n.der Zeitenwende von den Merowingern beherrscht. Heute ist Frankreich eine Demokratie. Die gegenwärtigen Grenzen Frankreichs bildeten sich erst 1860 heraus. Der Staat besteht aus einem bunten Gemenge verschiedenster Kulturen und Traditionen.


Diese Tatsache hatte im Lauf der Jahrhunderte einerseits viel Blutvergießen zur Folge, schuf aber andererseits auch einen vielfältigen kulturellen Reichtum, der das Land ein Jahrtausend lang zu einem kulturellen Wegbereiter machte. Im Hochmittelalter ging die Errichtung mittelalterlicher gotischer Kathedralen wie Saint Louis einher mit den erbitterten Schlachten gegen die Engländer in Aquitanien. Die Renaissanceschlösser von Franz I. wurden teilweise in den Religionskriegen zerstört, in denen Tausende von Hugenotten den Tod fanden. Die Monarchie des “Sonnenkönigs” Ludwig XIV. und seiner Nachfolger endete mit der Französischen Revolution von 1789, in deren Folge Ludwig XVI. und Marie Antoinette hingerichtet wurden. Anschließend folgte eine kurze napoleonische Periode, in der die Monarchie wieder eingeführt wurde. Nach dem Sturz Napoleons I. im Jahr 1815 kam es zu Unruhen, die 50 Jahre andauern sollten. Anschließend folgte die Belle Époque. Dann folgten der 1. Weltkrieg sowie die deutsche Invasion und Besetzung im 2. Weltkrieg.


Jede Region verfügt über ihre Spezialitäten – die Normandie über mit Butter verfeinerte Köstlichkeiten, das Périgord über Gänseleberpastete und Walnüsse, die Provence über Basilikum, Knoblauch und Tomaten sowie das Elsass über Kohl- und Wurstgerichte. Die französische Literatur kennzeichnen u. a. die Satiren Rabelais und Molières sowie die sozialen Abhandlungen Balzacs und Hugos, aber auch die philosophischen Werke von Sartre. Künstler wie Manet und Monet schufen den Impressionismus, George Braque prägte den Kubismus, Cocteau und Satie kündigten die Avantgarde an. Sängerinnen wie Josephine Baker und Edith Piaf veränderten das Kabarett grundlegend, während u. a. Roger Vadim und Brigitte Bardot die Grundlagen für die Nouvelle Vague im französischen Film schufen. Zahlreiche französische Modedesigner gelangten zu internationalem Ruhm, darunter Balmain, Cardin, Chanel, Dior und Saint Laurent. Die Präsidenten Pompidou und Mitterrand förderten z. B. einige der bedeutendsten Architekturprojekte des späten 20. Jahrhunderts, zu denen das Centre Pompidou oder die gläserne Pyramide vor dem renovierten Musée du Louvre gehören.



Info*Gibralta*

Die Phönizier wurden zu gegebener Zeit durch die Römer abgelöst, und deren Herrschaft endete wiederum, als die Vandalen, ein ostgermanischer Stamm, um 410 im Zug der grossen europäisch-asiatischen Völkerwanderungen - die Iberische Halbinsel und gleich auch den gegenüberliegenden Küstenbereich Nordafrikas eroberten.
Im 6. Jahrhundert wurden die Vandalen ihrerseits durch die Westgoten verdrängt, deren König Rekhared I. in der Folge die ganze Iberische Halbinsel zum Christentum bekehrte.
Im Altertum war Gibraltar eine der Säulen des Herakles.
711 wurde Gibraltar von den muslimischen Arabern und Berbern eingenommen,die warscheinlich auch die Affen mitbrachten.
732 lies Feldherr "Tarik ibn Zeyad"massive militärische Verteidigungsanlagen auf dem Felsen errichten, der nun zu «seinem» Felsen wurde: «Dschebel al Tarik» («Berg des Tarik») heisst der Felsen noch heute auf marokkanisch - und wir haben daraus «Gibraltar» gemacht. Die Muslime beherrschten Gibraltar bis zur Reconquista 1462.
Erst 1462 gelang es schliesslich dem Herzog von Medina, die Festung für Spanien zurückzugewinnen. Damit begann die spanische Herrschaft über Gibraltar, die fast 250 Jahre lang dauerte.
Am 4. August 1704 wurde Gibraltar von den Briten im Spanischen Erbfolgekrieg erobert. 1713 wurde das Gebiet im Vertrag von Utrecht formell den Briten zugesprochen und ist seit 1830 britische Kronkolonie.
Eine Legende besagt, dass die britische Herrschaft in Gibraltar beendet sein wird, sobald der letzte Affe den Felsen verlassen hat.
In Gibraltar leben etwa 28.800 Einwohner. Seit langem kommt es zu Spannungen zwischen dem Vereinigtem Königreich und Spanien, weil Spanien die Hoheit über Gibraltar wiedererlangen möchte. Die Grenze nach Spanien war von 1969 bis 1985 geschlossen. Spanien darf bis heute von Gibraltar aus nicht angeflogen werden.
Die Straße von Gibraltar, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet, ist für das Militär von strategischer Bedeutung. Das Vereinigte Königreich unterhält in Gibraltar einen Flottenstützpunkt.
Gibraltar liegt an der Nordseite der gleichnamigen Meeresstraße, an der Europa und Afrika am dichtesten beieinander liegen. Die Grenze zwischen Gibraltar und Spanien ist die kürzeste der Welt.
Der an der Ostseite steil aus dem Meer aufragende Felsen (Upper Rock) fällt schon von weitem über die Bucht von Algeciras ins Auge. Die allgegenwärtigen Affen, die Tropfsteinhöhle St. Michael's Cave und die in den Felsen geschlagenen Verteidigungsanlagen der Belagerung von 1779-1783 (Siege Tunnels) sind die touristischen Hauptattraktionen. Die Stadt Gibraltar erstreckt sich auf dem schmalen Streifen der Westseite, wo der Felsen flacher zum Meer abfällt. An der Südspitze des Felsen, dem Europa Point, steht der 1841 eröffnete Leuchtturm von Gibraltar.
Die Flagge Gibraltars besteht aus zwei horizontalen Streifen: oben, in doppelter Breite, weiß und unten rot.
In dem weißen Streifen ist eine dreitürmige rote Burg dargestellt. Aus dem Burgtor hängt ein goldener Schlüssel.
Amtssprache: Englisch
Hauptstadt: Gibraltar (Stadt)
Status Britische Kronkolonie, Teil der EU
Staatsoberhaupt: Elisabeth II.
Gouverneur: Sir Francis Richards
Fläche: 6,5 km²
Einwohnerzahl: 27.884 (Stand 2005)
Bevölkerungsdichte: 4.290 Einwohner pro km²
Währung Gibraltar-Pfund
Zeitzone: UTC+1 (MEZ)
Kfz-Kennzeichen: GBZ
Vorwahl +350



Info*Grichenland*

Griechenland (Hellas), das sich über das zerklüftete, gebirgige Südende der Balkanhalbinsel erstreckt, ist die Wiege der westlichen Zivilisation. In dem Land von Homer, Sokrates und Alexander dem Großen liegen die Ursprünge westlicher Philosophie, Wissenschaft, Architektur und Theaterkunst, Demokratie und athletischer Traditionen. Das antike Griechenland erlebte seine Blütezeit im 5. Jahrhundert v. Chr. Sein Niedergang wurde durch die zahlreichen Kriege zwischen seinen Stadtstaaten verursacht, die schließlich unter römische Herrschaft kamen. Der Niedergang setzte sich im Mittelalter fort, als nacheinander Byzantiner, Slawen, Kreuzfahrer und Türken das Land beherrschten. Die antiken Städte und Monumente verfielen. Reisende zog schon immer das reiche kulturelle Erbe in Griechenland an, das die bedeutenden Ruinen und Denkmäler bezeugen: die Akropolis von Athen, Delphi, Olympia und Delos. Zahlreiche Besucher werden auch von Sonne und Mittelmeer nach Griechenland gelockt. “Inselhüpfen” in Griechenland ist zu einer Attraktion für Rucksackreisende aus aller Welt geworden, gleichzeitig verbringen jährlich Millionen von Pauschalurlaubern ihre Ferien auf Kreta oder Rhodos.


Der moderne griechische Staat entstand im 19. Jahrhundert nach einem Freiheitskampf und Krieg gegen die Türkei, überstand einen Bürgerkrieg und eine Militärdiktatur. Heute ist Griechenland Mitglied der Europäischen Union. Über ein Drittel der zehn Millionen Griechen leben in der Hauptstadt Athen.


Griechenland hat ein trockenes Klima, die Landschaft ist jedoch erstaunlich abwechslungsreich: Die kahlen Felsen der Kykladen bilden einen Kontrast zur üppigen subtropischen Vegetation Korfus oder des westlichen Peloponnes. Der Seefahrerstaat besitzt stark zerklüftete Küsten und 1 300 Inseln, von denen rund 80 ständig bewohnt sind. Heute ist die Schifffahrt nach dem Tourismus die wichtigste Einnahmequelle des Landes. Zahlreiche Dörfer und Städtchen schmiegen sich in die Schluchten der gebirgigen Landschaft Griechenlands. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wurde Griechenland weniger stark von der Moderne überrollt. Im internationalen Vergleich war das Land bis in die neunziger Jahre dieses Jahrhunderts kulturelle Provinz. Dann verwandelte der neue Konzertsaal von Athen die Stadt in ein internationales Zentrum der klassischen Musik. Die jährlichen Athener Festspiele ziehen ebenfalls ein internationales Publikum an.



Info*Grönland-Greenland*

Geschichte: 986 · Entdeckung und Besiedlung Grönlands durch Norweger 1397 · Grönland kommt durch die Kalmarer Union an Dänemark 15.Jhd. · die Existenz Grönlands gerät in Vergessenheit, Hilfslieferungen (Brennmaterial) aus Norwegen bleiben aus, von Norden her eindringende Eskimo rotten die Norweger auf Grönland aus 18.Jhd. · Wiederentdeckung Grönlands als Wirtschaftsraum 1721 · beginnende dänische Kolonisierung 1931–1935 · norwegische Besetzung von Ostgrönland 1941 · die USA beginnen Militärstützpunkte in Grönland zu errichten 1953 · Grönland wird gleichberechtigter Bestandteil des Königreichs Dänemark 1979 · Gewährung innerer Selbstverwaltung 1985 · Grönland verlässt die EG (EU)



Info*Ungarn*

Der Binnenstaat Ungarn erstreckt sich von der Grenze zu Österreich im Westen nach Osten über das sanft gewellte Transdanubische Hügelland bis zu den weiten Ebenen des Großen Ungarischen Tieflands. Im Norden bilden die Donau und ein bewaldetes Mittelgebirge die Grenze zur Slowakei. Nach Süden hin öffnet sich das Land zu den Ebenen Kroatiens und Serbiens. Die Metropole Budapest und der Plattensee, der “ungarische Ozean”, sind international bekannt, aber auch die anderen Regionen Ungarns sind interessant. Hirtentraditionen sind im Großen Tiefland noch lebendig, dessen steppenartige Landschaft im weltberühmten Hortobágy-Nationalpark geschützt wird. Die Mittelgebirge sind besonders bei den Stadtbewohnern ein beliebtes Erholungsgebiet, vor allem die Gegend um das Donauknie. Die Provinzstädte Ungarns, vom industriellen Miskolc bis hin zum 2 000 Jahre alten Pécs, haben eine starke eigene Identität.


Ende des 9. Jahrhunderts n.der Zeitenwende. überquerten ungarische Völker die Karpaten und nahmen das Donaubecken in Besitz. Die ungarische Geschichte ist durch eine Reihe von Invasionen geprägt: zuerst durch die Invasion der Mongolen im 13. Jahrhundert, dann durch die Türken, Habsburger und schließlich durch sowjetische Panzer. Alle brachten dem Land und seiner Bevölkerung entweder Zerstörung oder unwillkommene Besatzung. Vor dem 1. Weltkrieg war Ungarn dreimal so groß wie heute, deshalb leben viele Ungarn außerhalb der heutigen Landesgrenzen. 1989 beschleunigte Ungarn den Zusammenbruch des Kommunismus, indem es seine Grenzzäune abbaute und den Ostdeutschen den Weg in den Westen ermöglichte. Das Land gehörte nach dem Kalten Krieg zu den ersten Beitrittskandidaten für die Europäische Union und wurde im März 1999 Mitglied der NATO.


Ungarn erlebte seine kulturelle Blüte im 19. und im frühen 20. Jahrhundert, als Musik, Kunst und Architektur international bekannte Namen hervorbrachten. Franz Liszt war einer der besten romantischen Komponisten des 19. Jahrhunderts, während Zoltán Kodály und Béla Bartók im 20. Jahrhundert mit ihrer modernen Interpretation ungarischer Volksmusik Beachtung fanden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Mihály Munkácsy aufgrund seiner großformatigen realistischen Gemälde berühmt. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts gehörte Victor Vasarely zu den bedeutendsten Vertretern der Op-Art. Der Architekt Frigyes Schulek griff Ende des 19. Jahrhunderts mittelalterliche Bauformen auf, und zwei seiner Gebäude, die Fischerbastei und die Matthiaskirche, gehören heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Budapests. Trotz der bemerkenswerten Lyrik von János Arany und Sándor PetÞfi und der Romane von Mór Jókai ist die ungarische Literatur jedoch außerhalb des Landes nicht sehr bekannt.


Besonders erwähnenswert auch die Stadt Esztergom Nordwestlich von Budapest.
Kleiner Tip:Wenn ihr von Wien aus über die A4 dann Ungarn M1 einreist,fahrt ab Györ auf die Landstr 10 ein Stück an der Donau entlang.



Info*Iceland*

Nur etwas über eine Viertelmillion Menschen leben auf Island (Ísland), Europas westlichem Inselvorposten im Nordatlantik, direkt südlich des Polarkreises. Auf Island gibt es viele, zum Teil gegensätzliche Naturextreme: Gletscher und aktive Vulkane, Geysire und Wasserfälle, unberührte Wildnis und schwarze Sandwüsten. 1996 brach unter dem Vatnajökull, dem größten Gletscher Europas (8 400 Quadratkilometer), ein Vulkan aus, brachte einen neuen Berg hervor und verursachte eine Flut, die Eisberge über die unbewohnte Südküste spülte. Der größte Teil des Landes ist unbewohnbar, und erst seit kurzem sind auch die Gegenden leichter zugänglich, die nicht an der Ringstraße entlang der Küste liegen.


Im Juni und Juli geht die Sonne fast nicht unter, von Mitte November bis Ende Januar gibt es dagegen höchstens ein paar Stunden Tageslicht. Aufgrund der ungewöhnlichen Umweltbedingungen in Island kann man im Sommer mitternachts Golf spielen oder selbst im Winter in von Erdwärme beheizten Pools unter freiem Himmel baden.


Rund 40 Prozent der Isländer leben in der Hauptstadt Reykjavík, dem Sitz der Regierung und Zentrum der geschäftlichen sowie kulturellen Aktivitäten. Nur drei andere Orte – Kópavogur und Hafnarfjör»ur nahe der Hauptstadt sowie Akureyri im Norden – haben mehr als 10 000 Einwohner. Die Wirtschaft stützt sich auf die Fischerei und einige Zweige der Produktionsgüterindustrie, die erneuerbare, umweltfreundliche Energien wie Wasserkraft und Erdwärme nutzen. Island ist eine parlamentarische Demokratie. Staatsoberhaupt ist der Präsident, der nur repräsentative Aufgaben hat.


Die Bevölkerung Islands ist kulturell sehr aktiv. Es gibt ein Symphonieorchester, eine Oper und drei professionelle Theater. In diesem Jahrhundert erlebten die bildenden Künste einen Boom, und es gibt zahlreiche Ausstellungen älterer und moderner Kunst. Das alle zwei Jahre im Juni stattfindende, zweiwöchige internationale Kunstfestival Listahátíd í Reykjavík ist die größte Kulturveranstaltung des Landes. Die Isländer sprechen noch heute die fast unveränderte, alte Sprache der Wikinger, in der die mittelalterlichen Sagen geschrieben sind. Auch heute gibt es bemerkenswerte isländische Literatur, der bekannteste Vertreter ist Halldór Laxness (*1902), der 1955 den Nobelpreis erhielt.



Info*Ireland*

Irland, eine Insel mit etwa fünf Millionen Einwohnern, liegt am westlichen Ende Europas. 26 ihrer insgesamt 32 Grafschaften bilden die Republik Irland. Die übrigen sechs in Nordirland sind Teil von Großbritannien und Nordirland. Abgesehen von Dublin, einer der lebhaftesten Hauptstädte der Welt, ist Irland vorwiegend ländlich. Die wichtigsten Wirtschaftszweige der Republik sind nach wie vor Landwirtschaft und Fischerei. Trotz der üppigen Vegetation in den Ebenen der zentralen Landesteile und der Flüsse, die reich an Lachsen sind, war das Landleben in Irland lange sehr hart, da die Bauern meist nur winzige Felder inmitten von felsigem Boden und Mooren zur Verfügung hatten. Ein Hauptgrund für eine Reise nach Irland ist die Schönheit der Landschaft: Im Norden ist die Küste Donegals wild und unberührt, an der mittleren Westküste befinden sich die Kalksteinebenen von Burren und der Westen von Cork ist mit den mit Fuchsien bewachsenen schmalen Wegen sehr malerisch. Aber auch die warmherzige, witzige Art der Iren und ihre Geselligkeit sind sehr einladend.


Das irische Volk ist ein Resultat jahrhundertelanger Fremdherrschaft und der dabei entstandenen Mischehen. Etwa 500 v. der Zeitenwende. wanderten die Kelten ein, mit blutigen Ritualen und wunderschönem Schmuck. Im 12. Jahrhundert, nach jahrelangen, vereinzelten Übergriffen durch die Wikinger, eroberten die Anglo-Normannen nach England auch noch die irische Insel. In dieser Zeit nahmen die Auseinandersetzungen um die Religion ihren Anfang, die heute, ein Jahrtausend später, noch immer eine äußerst wichtige Rolle spielen. Aber man kann auch das ganze Land bereisen, ohne mit ihnen konfrontiert zu werden.


Irland steckt voller Widersprüche und galt lange Zeit neben dem Vatikan als das konservativste Land. Aus den letzten zwei Präsidentschaftswahlen gingen jedoch Rechtsanwältinnen, von denen eine eine führende liberale Politikerin war, als Siegerinnen hervor. Irland verfügt über eine gut entwickelte Industrie, und die Kombination von hoch qualifizierten Arbeitskräften und attraktiven Steuervorteilen zieht viele ausländische Investoren an.


Die kulturelle Identität Irlands entwickelte sich hauptsächlich durch die Macht des Wortes. Daher sind auch die bedeutendsten künstlerischen Persönlichkeiten – von James Joyce über Samuel Beckett bis hin zu Roddy Doyle – fast alle Schriftsteller. Die traditionelle irische Volksmusik und die Tänze, die schon immer allgemein beliebt waren, finden neuerdings weltweite Beachtung. Daneben gibt es eine überaus erfolgreiche Popmusikszene mit so namhaften Gruppen wie U2, The Cranberries oder Boyzone.



Info*Italien*

Italien erstreckt sich von den Alpen im Norden, die seine Grenzen mit der Schweiz und mit Österreich bilden, als schmale Halbinsel ins Mittelmeer Richtung Südosten. Das Land ist bekannt für seinen Reichtum an Kunst- und Architekturschätzen, Musik, Literatur, kulinarischen Genüssen, Mode und modernem Design. Die Sehenswürdigkeiten reichen von den antiken römischen Ruinen des Kolosseums, des Pantheons, der versunkenen römischen Stadt Pompeji und der griechischen Tempel in Paestum und Sizilien bis hin zur Lagunenstadt Venedig und den Kunstwerken der Renaissance in Florenz und in der Toskana. Ebenso vielseitig gestaltet sich die Landschaft Italiens. Während im Norden die alpinen Gipfel der Dolomiten und die Italienischen Seen dominieren, beherrschen südlich der Poebene Olivenhaine und Weinberge in der Toskana und in Umbrien das Landschaftsbild. In Süditalien und auf der Insel Sizilien wird die Landschaft dann wieder etwas rauer. Auch die Badestrände der gesamten Halbinsel sind überaus beliebt.


Vor 2 000 Jahren war Italien das Zentrum des Römischen Reiches. Von Rom aus wurde der größte Teil der damals bekannten Welt regiert und zu dem Christlichen Glauben gezwungen. Gegen Ende des 2. Jahrhunderts n.der Zeitenwende wurde die Hauptstadt zum Sitz der Päpste und damit zum mächtigsten Zentrum der römisch-katholischen Kirche in der westlichen Welt. Ab dem 9. Jahrhundert erlebte Venedig durch den Handel mit Gewürzen und Edelsteinen aus dem Osten einen gewaltigen Aufschwung und entwickelte sich zu einer der größten Seemächte aller Zeiten. Die wirtschaftliche und kulturelle Blüte Italiens begann im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts mit der Massenproduktion von Gebrauchswaren und großzügigem Mäzenatentum für die Kunst. Im Lauf der Jahrhunderte hatte das Land viele politische Krisen zu überstehen. Erst 1860 gelang es dank fähiger Politiker wie Mazzini und Cavour und mit Hilfe Garibaldis, das Land zu vereinigen. Nach einer langen Periode politischer und finanzieller Instabilität nach dem 2. Weltkrieg zeichnet sich derzeit eine etwas stabilere Lage Italiens ab. Das Industrie- und Handelszentrum des Landes ist Mailand, und der Tourismus ist weiterhin eine bedeutende Einnahmequelle.


Überall in Italien gibt es schöne Kirchen, Palazzi, Gemälde und Skulpturen, die von der Schlüsselrolle der italienischen Renaissance im 15. Jahrhundert zeugen. Diese “Wiedergeburt” der Klassik hatte ihren Ursprung in Florenz und brachte einige der weltweit berühmtesten Künstler hervor, darunter Michelangelo, Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian, Donatello und Botticelli. Großen Einfluss auf die Literatur hatte die Aeneis des römischen Dichters Vergil, die etwa um 30 v.der Zeitenwende entstanden ist. Dante Alighieris Meisterwerk Die göttliche Komödie entstand zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Damit wurde Italienisch zur führenden Literatursprache Europas. Mozarts Librettist, Lorenzo da Ponte, trug mit der Oper erfolgreich zur Kombination von italienischer Literatur und Musik bei. Viele berühmte Musiker stammen aus Italien – von Scarlatti und Vivaldi Anfang des 18. Jahrhunderts bis hin zu Rossini und Verdi, den großen Opernkomponisten. Auch heute noch ist Italien für seine Kreativität berühmt. Im Modebereich sind vor allem Armani, Moschino, Versace und Valentino bekannt. Auf dem Gebiet des Films wurden in den vergangenen 40 Jahren einige ausgezeichnete Filme unter der Regie von Visconti, Pasolini, Fellini und Bertolucci produziert.



Info*Lettland*

Lettland ist der mittlere der drei baltischen Staaten mit einer Fläche von 63 700 Quadratkilometern. Es grenzt im Norden an Estland, im Osten an Russland und Weißrussland sowie im Süden an Litauen. Die vielseitige Landschaft Lettlands reicht von weißen Dünen an der Küste über das grüne Flusstal des Gauja bis hin zu einer Seenregion und abgelegenen Hügellandschaften im Osten des Landes. Die von verschiedenen Volksgruppen bewohnte Hauptstadt Riga, in der etwa ein Drittel der Bevölkerung Lettlands lebt, ist eines der am schnellsten wachsenden Handelszentren der baltischen Staaten. Im übrigen Teil des Landes gibt es Burgen, malerische Fischerdörfer und historische Kleinstädte wie KuldÌga.


Lettland wurde 1991 von der ehemaligen Sowjetunion unabhängig und sucht die Unterstützung der NATO und der Europäischen Union. Ein großer Teil der Bevölkerung Lettlands ist slawisch: Russen, Ukrainer und Weißrussen (Familienangehörige der in großer Zahl vertretenen Angehörigen des vormals sowjetischen Militärs). Sie sind allerdings rechtlich nicht mit den lettischen Bürgern gleichgestellt. Die Wirtschaft Lettlands unterlag wiederholten Phasen hoher Inflation und einem Absinken der industriellen Produktivität. Ausländische Investitionen haben jedoch zur wirtschaftlichen Erholung beigetragen, und Firmen aus Deutschland und anderen Ländern haben in Lettland ihre baltischen Hauptniederlassungen gegründet. Heute ist Riga ein wachsendes Handelszentrum, das jedoch stark vom Umschlag russischer Güter abhängig ist.


Das kulturelle Erbe Lettlands zeigt sich in vielen nationalen Volksfesten. Religiöse Feste und Wallfahrten spielen seit der Unabhängigkeit 1991 eine wichtige Rolle. Volksmusik, Tanz und Trachten werden beim jährlichen Baltika Folk Festival vorgestellt. Ein nationaler Liederwettbewerb zieht Tausende von Teilnehmern an. Außerdem gibt es auch eine lebendige moderne Musikszene, die sich in vielen Rock-, Pop- und Jazzfestivals äußert.



Info*Lichtenstein*

Das nur 25 Kilometer lange und sechs Kilometer breite, gebirgige Fürstentum Liechtenstein liegt am Ostrand der Schweiz und hat rund 30 000 Einwohner. Trotz seiner geringen Größe hat das Fürstentum einiges zu bieten: malerische Landschaft mit schneebedeckten Berggipfeln und grüne, wellige Täler, das mittelalterliche Schloss (Sitz der Fürsten von Liechtenstein) sowie zunehmende Bekanntheit auf den Gebieten Musik und Kunst. Die Liechtensteiner haben eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Arbeitslosigkeit, Steuern und Verbrechen sind so gut wie unbekannt, ebenso der Militärdienst, der ein so fester Bestandteil des Lebens der benachbarten Schweizer ist – die Liechtensteiner Armee wurde 1868 aufgelöst.


Die starke Verbindung Liechtensteins zur Schweiz, die durch eine Reihe von Abkommen über Währung, Zoll, Post und diplomatische Vertretung gefestigt wurde, entstand erst im 20. Jahrhundert. Bis dahin war das Fürstentum mit dem Kaiserreich Österreich-Ungarn verbündet. Seinen Status als Reichsfürstentum erlangte Liechtenstein im frühen 18. Jahrhundert, als ein Vorfahr des derzeitigen Fürsten das Territorium verarmten deutschen Adeligen abkaufte. Die Auflösung des Deutschen Bundes 1866 führte schließlich zur vollen staatsrechtlichen Autonomie. Heute ist Fürst Hans Adam II. von und zu Liechtenstein Staatsoberhaupt, die Gesetze des Fürstentums werden jedoch von einem 25-köpfigen Parlament (Landtag) erlassen, und die Gemeinden genießen eine beachtliche Autonomie. 1995 entschied Liechtenstein, sich dem Europäischen Wirtschaftsraum anzuschließen, während sich die Schweiz dagegen aussprach.


In der Hauptstadt Vaduz befinden sich viele der Sehenswürdigkeiten des Landes, u. a. das Fürstenschloss und die eindrucksvolle Liechtensteinische Kunstsammlung. Die Weinkeller des Fürsten und das Briefmarkenmuseum erlauben einen Einblick in die zwei wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Im schönen Bergdorf Triesenberg, südlich von Vaduz, befindet sich das Walser-Heimatmuseum, in dem die Geschichte der im 13. Jahrhundert aus dem Südschweizer Kanton Wallis eingewanderten Bevölkerung dargestellt ist. Liechtenstein hat nicht viele berühmte Künstler hervorgebracht, seine sommerlichen Festivals und Meisterklassen ziehen jedoch weltbekannte Jazz- und Klassikmusiker an.



Info*Litauen*

Litauen ist der größte und südlichste der drei baltischen Staaten. Die Bevölkerung spricht eine der ältesten Sprachen Europas, die entfernt mit dem Sanskrit verwandt ist. Die Hauptstadt Wilna hat ein einladendes, ruhiges Flair. Dieses steht im Kontrast zur Atmosphäre der zweitwichtigsten Stadt, Kaunas, die ein lebhaftes industrielles und kulturelles Zentrum ist. Die litauische Landschaft umfasst einen kurzen Küstenabschnitt mit weißen Dünen, die für ihre reichen Bernsteinvorkommen berühmt sind. Der östliche und südliche Teil Litauens ist ländlich. Ein Großteil dieser Region ist von Wäldern bedeckt, in denen noch Elche, Hirsche und Wildschweine vorkommen.


Litauen war das Land in Europa, das am längsten an seinem Glauben festhielt, es konvertierte 1378 zum Christentum. 1795 verlor das Land zum ersten Mal seine Unabhängigkeit, als es von Russland annektiert wurde. Es folgte ein strenges Kolonisationsprogramm und die Unterdrückung der einheimischen Sprache und Religion Litauens. Mit dem Ende des russischen Zarenreichs nach dem 1. Weltkrieg erlangte Litauen wieder seine Unabhängigkeit und konnte zwei Jahrzehnte lang aufgrund seiner landwirtschaftlichen Exporte Wachstum genießen, bevor es wieder unter sowjetische Besatzung fiel. 1990 erklärte Litauen sich zur unabhängigen demokratischen Republik, 1991 wurde es auch von Russland und den anderen ehemaligen Sowjetrepubliken als unabhängig anerkannt.


Das kulturelle Leben Litauens ist in den Städten am lebhaftesten. Alleine in Wilna gibt es sieben professionelle Theater sowie mehrere Kammer- und Symphonieorchester. Kaunas zieht seit Generationen die talentiertesten Komponisten, Schriftsteller und Künstler Litauens an. Auch die historische Tradition hat einen bedeutenden Einfluss: Ein Großteil der litauischen Literatur stammt aus dem Mittelalter. Damals wurden Balladen, Geschichten und Sprichwörter erstmals schriftlich festgehalten. Die einfachen Formen und symbolischen Muster der Volkskunst finden sich immer wieder in der dekorativen Kunst Litauens.



Info*Luxenbourg*

Das Großherzogtum Luxemburg ist ein Binnenstaat, der in den Ardennen zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich liegt. Es ist ein überwiegend katholisches Land, Staatsoberhaupt ist ein Großherzog aus dem Haus Nassau. Der größte Teil des Landes ist bewaldet, die einzige größere Stadt ist die Hauptstadt Luxemburg. Heute ist das Land, das in der Vergangenheit unzählige Invasionen erleiden musste, ein engagiertes Mitglied der Europäischen Union. Mehrere europäische Institutionen sind in der Stadt Luxemburg angesiedelt, u. a. der Europäische Gerichtshof.


Bis zum 19. Jahrhundert war Luxemburg ein armer Staat, der von Land- und Forstwirtschaft abhing. Erst die Entdeckung großer Eisenlagerstätten im Süden verwandelte das Herzogtum Ende des 19. Jahrhunderts in ein wohlhabendes Land. In neuerer Zeit trägt die Steuerpolitik Luxemburgs zur Ankurbelung der Wirtschaft bei. Mehr als 220 internationale Banken haben sich in der Hauptstadt niedergelassen, und heute sind zehn Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung im Bankwesen beschäftigt. Unternehmen schätzen die Sprachkenntnisse der Einwohner, von denen viele Französisch, Deutsch, Englisch und die einheimische Landessprache Luxemburgisch (Lëtzebuergesch) sprechen. Das wirtschaftliche Wachstum hat zu ständigem Überschuss an Arbeitsplätzen geführt, so dass viele ausländische Arbeitskräfte eingestellt wurden. Fast ein Drittel der Wohnbevölkerung sind nun Ausländer. Darüber hinaus pendeln viele Deutsche, Belgier und Franzosen täglich nach Luxemburg, wodurch 50 Prozent der Beschäftigten Ausländer sind.


Die Stadt Luxemburg liegt spektakulär auf einem Felsrücken, und mächtige Brücken führen über die zwei tiefen Talschluchten im Osten und Süden. Ihre Architektur stellt eine Mischung aus französischem Klassizismus und deutschem Barock dar. Es gibt jedoch auch einige bemerkenswerte moderne Gebäude wie den Hauptsitz des Senders RTL. Die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts zeigt starke französische und deutsche Einflüsse: Künstler wie Erich Kubierschky folgen der deutschen romantischen Tradition, während Jean-Pierre Thilmany und Joseph Kutter sich auf den deutschen Expressionismus beziehen. Das wichtigste Werk der luxemburgischen Literatur ist Mechel Rodanges Renert, ein langes Gedicht, das zwischen 1867 und 1872 geschrieben wurde und viele satirische Spitzen gegen das luxemburgische Establishment der damaligen Zeit enthält. Die Romanschriftsteller Roger Manderscheid und Guy Rewenig erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. In letzter Zeit hat Luxemburg begonnen, in Museumsprojekte zu investieren. Zwei hervorragende Museen, ein naturkundliches und eines zur Geschichte Luxemburgs, sind schon eröffnet worden. Ein außergewöhnliches Museum für moderne Kunst, das im Jahr 2002 fertig gestellt werden soll, wird derzeit innerhalb der Mauern der ehemaligen Festung gebaut.



Info*Malta*

Die Vandalen entrissen die Insel 454 den Römern, mussten sie aber 494 den Goten überlassen. Der Feldherr Belisar vertrieb diese 534 und eroberte Malta für das byzantinische Reich. Im 9. Jahrhundert begannen die Angriffe der Muslime auf die Insel. 870 wird meist als das Jahr der ersten muslimischen Eroberung genannt, doch gab es auch Rückeroberungsversuche des byzantinischen Reichs. 904 bemächtigten sich die Araber endgültig der Insel und änderten den Namen Melite in Maltacheum (woraus später Malta wurde). Die Normannen nahmen Malta 1090 unter dem Grafen Roger ein, verbanden es mit Sizilien und errichteten auf der Insel ein Marquisat. 1284 siegten die Aragonier unter Loria mit der sizilischen Flotte in einer Seeschlacht bei Malta über die Franzosen, die genötigt wurden, Malta zu verlassen. Kaiser Karl V. wies 1525 dem aus Rhodos vertriebenen Johanniterorden die gänzlich verwahrloste und verödete Insel zu und nachdem eine päpstliche Bulle von 1530 den Besitz der Insel durch den Orden bestätigt hatte, ließ sich dieser am 26. Oktober 1530 hier nieder und wurde fortan Malteserorden genannt. Im Juni 1798 nahm Napoleon Bonaparte auf seinem Zug nach Ägypten infolge der Schwäche des Ordens Malta ohne Widerstand ein, aber schon im September 1800 musste sich die französische Besatzung nach einer Blockade der Engländer ergeben. Nach dem Frieden von Amiens (1802) sollte zwar Malta an den Orden zurückfallen, aber England verweigerte die Rückgabe, und im Frieden von Paris (1814) wurde den Engländern der Besitz von Malta definitiv zugestanden. Am 21. September 1964 wurde Malta unabhängig. Seit dem 1. Mai 2004 ist Malta Mitglied der Europäischen Union. Es ist das kleinste der EU-Länder.



Info*Monaco*

Das kleine unabhängige Fürstentum Monaco liegt an der Mittelmeerküste im Südosten Frankreichs nahe der italienischen Grenze. Nach der Vatikanstadt ist es das zweitkleinste Land Europas. Monaco überstand den Niedergang der alten Gesellschaftsstrukturen als Fürstentum. 1297 gelang es François Grimaldi in der Verkleidung eines Mönches, die Festung in seine Gewalt zu bringen. 1308 erwarb seine Familie das Land offiziell von Genua. Seither regieren die Grimaldis, die älteste Dynastie der Welt, das Land.


Sowohl die Währung als auch der Staatsminister (Chef der Regierung) des kleinen Staates sind französisch. Gemäß einem Vertrag von 1918 wird Monaco offiziell Frankreich angegliedert werden, sobald das Staatsoberhaupt ohne männlichen Erben stirbt. Der bisherige Regent,(gestorben im April 2005) Fürst Rainier III., bestieg 1949 den Thron und heiratete 1956 den Hollywoodstar Grace Kelly. Er war der weltweit am längsten amtierende Monarch. Die Thronfolge ist durch seinen Sohn, Prinz Albert, gesichert.


Das Fürstentum gliedert sich grob in zwei Teile – die alte Stadt Monaco-Ville, die innerhalb der Mauern des Festungspalastes auf einer Klippe liegt, und den neueren Handelsbezirk von Monte Carlo (benannt nach Fürst Karl III.) in der Nähe des Hafens und des Kasinos. Karl eröffnete 1861, als seinem Land der Bankrott drohte, das legendäre Kasino, dessen Erfolg seine kühnsten Erwartungen überstieg. Hier trafen sich die Reichen und Prominenten aus ganz Europa. Innerhalb nur weniger Jahre konnte er es sich leisten, sämtliche Steuern abzuschaffen. Trotz der mittlerweile entstandenen Konkurrenz durch Spielkasinos anderer Länder verfügt Monaco heute aufgrund des Tourismus, der Attraktivität als Steuerparadies und durch Spekulationen mit teuren Grundstücken noch immer über ein immenses Einkommen. Außer dem Spielkasino ist es hauptsächlich für die Villen, palastähnlichen Hotels, herrlichen Jachthäfen und Haute-Couture-Boutiquen bekannt.



Info*Niederlande*

Die Niederlande liegen an der Nordwestküste Europas zwischen Deutschland und Belgien. Nur wenige andere Länder von so geringer Größe haben einen so großen Beitrag zu Kunst, Wissenschaft, Landwirtschaft, Publizistik, Technologie, Architektur und Design geleistet. Die niederländischen Städte mit ihren baumgesäumten Grachten und adretten Ziegelhäusern gehören zu den attraktivsten Europas. Das Verkehrssystem ist sogar eines der besten der Welt: Es gibt ein hervorragendes Zug-, Straßenbahn- und Busnetz sowie 15 000 Kilometer Radwege. Trotzdem befinden sich die Niederlande in einer unsicheren Lage, da sie an Nordsee und Rhein liegen. Das Land hat unzählige Fluten erlitten: von der Flut am Elisabethstag 1421 bis hin zur Zeeland-Katastrophe 1953. Diese war der Auslöser für den ehrgeizigen und umfassenden Delta-Plan, der 1957 beschlossen wurde. In seinem Rahmen wurde eine Reihe von Dämmen und Sturmflutbarrieren gebaut, die die Küstenlinie schützen.


1648 gingen die Niederlande als unabhängiger Staat aus einem achtzigjährigen Religionskrieg gegen Philipp II. von Spanien hervor. Mittlerweile war das Land zu einer der größten Mächte Europas aufgestiegen. Dies war auch die Epoche der Seefahrer, in der holländische Schiffe neue Seewege nach Asien und Australien erforschten, und so weit entfernte Orte wie Neuseeland (nach Zeeland), Kap Hoorn (nach dem Hafen Hoorn) und Harlem (nach der Stadt Haarlem) benannten. Zur gleichen Zeit arbeiteten Hydraulikingenieure im Norden des Landes an großen Projekten zur Landrückgewinnung. Sie benutzten Windmühlen, um die als Polder bezeichneten Landstücke zu entwässern, auf denen heute in großem Stil Blumenzucht und Milchwirtschaft betrieben werden.


Am bekanntesten sind die Niederlande jedoch für ihre Kunst des 17. Jahrhunderts. Werke von niederländischen Künstlern wie Rembrandt, Frans Hals, Vermeer, Cuyp und Hobbema sind heute Teil aller bedeutenden Kunstsammlungen der Welt. Die Kreativität ist bis heute ungebrochen: Sehr interessante Arbeiten kommen von Künstlern wie Karel Appel und Jan Dibbets, von den Architekten Aldo van Eyck und Piet Blom, von Schriftstellern wie Harry Mulisch und Ces Nooteboom, vom Nederlands Dans Theater und von den experimentellen Jazz-Workshops in Amsterdam.



Info*Norwegen*

Norwegen erstreckt sich an der westskandinavischen Küste in einem Bogen von Dänemark im Süden bis nach Russland im Norden. Dabei schirmt es Schweden und Finnland vom Nordatlantik und dem Nordpolarmeer ab. Im Süden Norwegens befinden sich bewaldete Täler, fruchtbare Felder und Strände, die für den Tourismus geeignet sind. In diesen Regionen leben die meisten der 4,3 Millionen Einwohner. Über 2 000 Kilometer davon entfernt, in der baumlosen Region nördlich des Polarkreises, geht in den Mittsommerwochen die Sonne nicht unter. Im Winter ist es für eine gleich lange Zeit völlig dunkel. Trotz der Nähe zur Arktis ist das Klima an der Küste aufgrund des wärmenden Golfstroms relativ mild. Am Nordkap, dem nördlichsten Punkt Europas, kann die Lufttemperatur im Sommer bis zu 20 °C betragen, während das Meer auch im Winter nie zufriert.


Die Hauptattraktion Norwegens ist die Schönheit der Landschaft mit schneebedeckten Bergen, blauen Gletschern und den berühmten Fjorden, die tief ins Land reichen. Wintersportarten sind in Norwegen sehr beliebt. Es gibt zahlreiche Ferienorte mit Abfahrtshängen, und ein Netz von Langlaufloipen durchzieht das Land – das Wort “ski” stammt aus dem Norwegischen. Im Frühjahr kann man gut in den Bergen wandern, Lachse und Forellen angeln oder auf den Fjorden segeln.


Die Geschichte Norwegens war bewegt: Einige der an den norwegischen Küsten lebenden Wikinger überfielen Britannien, Irland und Frankreich, andere erforschten Island, Grönland und Amerika. Trotzdem kam Norwegen zuerst unter die Herrschaft Dänemarks und dann (1814) Schwedens. Erst 1905 wurde das Land schließlich unabhängig. Als Folge sind die meisten Norweger sehr patriotisch. Ihre bedeutendsten Nationalhelden sind die beiden Forscher Fridtjof Nansen und Roald Amundsen. Im 20. Jahrhundert kam es in Norwegen zu einer Blüte der bildenden und darstellenden Künste. Der Dramatiker Henrik Ibsen, der Komponist Edvard Grieg und der Maler Edvard Munch sind weltweit bekannt.



Info*Polen*

Polen erstreckt sich zum großen Teil in einer Tiefebene, nur im Süden wird es durch Gebirge begrenzt. Das überwiegende Fehlen natürlicher Grenzen hat zu einer Geschichte von Invasionen und Teilungen geführt, die den Staat zwischen Osten und Westen hin- und hergerissen haben. Nachdem es im 18. Jahrhundert dreimal zwischen Österreich, Preußen und Russland aufgeteilt wurde, verschwand Polen 1795 vollständig von der Landkarte. Erst nach dem 1. Weltkrieg trat es wieder als unabhängiger Staat in Erscheinung. Im 2. Weltkrieg erlitt Polen schreckliche Gräuel, und nach dem Warschauer Aufstand 1944 wurde die Hauptstadt von der deutschen Armee systematisch dem Erdboden gleichgemacht. Es folgten über 40 Jahre kommunistischer Herrschaft, während der die Polen jedoch nie ihren Nationalstolz verloren. Das seit 1990 demokratische Land befindet sich im Aufschwung, mit einem sich schnell entwickelnden freien Markt und einem parlamentarischen System, das jedoch meist von Koalitionsregierungen aus mehreren Parteien abhängt.


Die Landschaft der nördlichen zwei Drittel Polens – eine weite Region mit Ebenen und flachem Hügelland – steht im Gegensatz zum Süden, der von Mittelgebirgen und einer schmalen Bergkette gekennzeichnet ist. Diese landschaftliche Vielfalt macht Polen zu einem attraktiven Reiseziel. Die schneebedeckten Berge der Tatra bieten Gelegenheit zum Ski laufen, auf dem Fluss Dunajec ist Rafting möglich, in den Dünen des SÓowinski-Küsten-Nationalparks kann man Vögel beobachten, und im Nationalpark BiaÓowieûa das Bisonreservat besuchen. Auch die polnische Architektur ist abwechslungsreich: Burgen des Deutschen Ordens und hanseatische Hafenstädte im Norden, bemerkenswerte Renaissance-Bauten in Kraków und Barock in Wilanów spiegeln die bewegte Geschichte des Landes wider.


Die größte kulturelle Anerkennung hat Polen auf dem Gebiet der Literatur gefunden. In der Romantik des 19. Jahrhunderts war der Dichter Adam Mickiewicz herausragend. Beachtung verdient auch Henryk Sienkiewicz, der 1905 für seinen historischen Roman Quo Vadis den Nobelpreis erhielt. Zu den bekannten Schriftstellern nach 1945 zählen Jerzy Andrzejewski, Stanislaw Lem und Zbigniew Herbert. Der polnische Exil-Dichter und Essayist Czeslaw MiÓosz erhielt 1980 den Nobelpreis und ist vor allem für seine Studie über das Leben unter dem Stalinismus bekannt, die unter dem Namen Verführtes Denken erschien. Die berühmtesten polnischen Komponisten sind Frédéric Chopin und, in neuerer Zeit, Karol Szymanowski sowie Henryk Górecki. Jazz ist in Polen sehr beliebt und oft besonders avantgardistisch. Das Land hat außerdem eine lange Folkloretradition mit Volksmusik, Tanz und Trachten, die jedoch durch die Urbanisierung nach dem Krieg an Bedeutung verloren hat.



Info*Portugal*

Das am äußersten Westrand Europas gelegene Portugal ist für seine 560 Kilometer lange Atlantikküste und als von Entdeckern, Händlern und Fischern geprägte Seefahrernation berühmt. Den typischen Charakter des Landes prägen entscheidend die entfernt von den Stränden im Landesinneren liegenden kleinen Dörfer, beispielsweise Óbidos, Elvas oder Marvão. Viele Menschen leben noch von den Erträgen der Olivenhaine, Pfirsichgärten oder Weinberge, die sich in Familienbesitz befinden, oder bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Fischfang. In Städten wie Lissabon, Porto, Évora und Coimbra gibt es zahlreiche Museen, elegante Stadthäuser und hübsche Plätze. In der Hauptstadt Lissabon fand 1998 die große Weltausstellung (Expo) statt. Die steilen gepflasterten Straßen sind von eleganten Häusern mit eisernen Balkongittern gesäumt, von denen keines dem anderen gleicht.


Im Lauf der letzten 2 500 Jahre fielen in Portugal Phönizier, Römer, Wandalen, Westgoten, Mauren, Spanier und Franzosen ein. Mit Unterstützung der Engländer unter John of Gaunt konnten die Portugiesen 1386 Spanien abwehren. In dem selben Jahr kam der so genannte Windsorvertrag zustande, der seit über 600 Jahren Bestand hat. 1387 heiratete der portugiesische König John of Gaunts Tochter Philippa, deren Sohn, Heinrich der Seefahrer, entscheidenden Anteil an dem goldenen Zeitalter der Entdeckungen hatte. 1498 machte der portugiesische Kapitän Vasco da Gama die erste erfolgreiche Reise um das Kap der Guten Hoffnung und öffnete damit den Seeweg nach Indien. 1500 nahm der Seefahrer Cabral Brasilien für Portugal in Besitz, und es kamen noch Besitzungen in Indien, China, Indonesien, Afrika und Südamerika hinzu. Portugal wurde zu einer Weltmacht von enormem Reichtum. Die Wirtschaft des heutigen Portugal stützt sich u. a. auf den Export von Portwein und Kork, der nahezu den gesamten Weltbedarf decken kann. Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist jedoch der Tourismus, allein die sonnige Algarve besuchen Millionen von Urlaubern.


Portugal besitzt ein reiches künstlerisches und kulturelles Erbe, das diverse europäische Einflüsse aufweist. Typische Produkte des portugiesischen Kunsthandwerks sind die aufwendig gestalteten azulejos (bemalte und glasierte Keramikkacheln), die seit dem 15. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil portugiesischer Architektur sind. Typisch für Portugal sind auch die melancholischen und sehnsuchtsvollen fados (Lieder). Im 16. Jahrhundert bildete sich die Emanuelinische Malerschule heraus, die sich durch ihre Feinheit in der Darstellung, durch lebensgroße Figuren und realistisch gestaltete Hintergründe auszeichnet. Der Kubismus entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer beliebten Kunstform, und mit Paula Rego besitzt Portugal eine der bekanntesten zeitgenössischen Op-Art-Künstlerinnen.



Info*Rumaenien*

Seit dem Sturz des kommunistischen Diktators Nicolae Ceauêescu im Jahr 1989 treibt Rumänien die Einführung der Marktwirtschaft voran. Der Lebensstandard ist insgesamt noch immer sehr niedrig, und in der Entwicklung einer touristischen Infrastruktur liegt das Land im Vergleich zu anderen osteuropäischen Staaten weit zurück. Einfache Verbrauchsgüter wie Toilettenpapier sind in den Hotels nicht mehr so schwer wie früher zu bekommen, und die Läden der größeren Städte führen ein beinahe westliches Sortiment – das einzige Problem besteht darin, dass sich nach wie vor nur die wenigsten Rumänen solche Produkte leisten können.


Rumänien ist nur halb so groß wie Frankreich, weist aber die gleiche landschaftliche Vielfalt auf. Am bekanntesten ist Rumänien wohl durch die Taten des Fürsten Vlad Tepeê geworden, der im 15. Jahrhundert Pfählungen durchführte und damit lebendiges Vorbild für den legendären Grafen Dracula wurde. Die Touren, die u. a. einen Besuch des Dracula-Schlosses Bran umfassen, gehören heute zu den wichtigsten Einnahmequellen im Tourismussektor. Die Heimat des Grafen, Transsilvanien, besteht u. a. aus an die Alpen erinnernden Gegenden und tiefen Wäldern, in denen es noch wilde Bären gibt. Die Schwarzmeerküste um Constanta und der sich zunehmender Beliebtheit erfreuende Wintersportort Poiana Braêov sind die beiden wichtigsten Ferienziele. Die Karpaten erstrecken sich über einen großen Teil Westrumäniens und bieten eine eindrucksvolle Landschaft mit hervorragenden Wandermöglichkeiten. Das breite Donaudelta, in das der große mitteleuropäische Fluss nach etwa 2 850 Kilometern mündet, ist ein ökologisch einzigartiges Feuchtgebiet, das einer bemerkenswerten Tier- und Pflanzenvielfalt Lebensraum bietet. Zahlreiche gut erhaltene mittelalterliche Städte zeigen ungarische, deutsche und türkische Einflüsse. Zum christlichen Erbe des Landes zählen die berühmten Klöster der Bukowina.


Viele traditionelle Bräuche gehören in den abgelegenen, ländlichen Gebieten Rumäniens immer noch zum Alltag. Zu den wichtigsten ethnischen Minderheiten zählen mit 2 Millionen Menschen die Magyaren (Ungarn), die überwiegend in Transsilvanien leben.



Info*Russland*

Russland ist mit einer Fläche von über 17 Millionen Quadratkilometern das größte Land der Erde. Seine kontrastreiche Landschaft reicht von gefrorenem Ödland nördlich des Polarkreises und im schneebedeckten Sibirien über Berggipfel im Kaukasus und hügeligen Steppen bis hin zu Stränden am Schwarzen Meer. Russland hat über 140 Millionen Einwohner, von denen die meisten westlich des Urals leben. Diese Region ist sehr reich an architektonischen Schätzen: Bauwerke wie den Kreml, befestigte Klöster und Kirchen mit Zwiebeltürmen in Moskau findet man auch in den Städten nordöstlich der Hauptstadt, während es in Sankt Petersburg eine Reihe beeindruckender Schlösser gibt.


Im Lauf des 20. Jahrhunderts musste Russland gewaltsame politische Veränderungen hinnehmen. 1905 wurde eine Demonstration für bessere Arbeitsbedingungen blutig niedergeschlagen. Das Massaker ging als “Blutsonntag” in die Geschichte ein. In der Revolution von 1917 brachten die Bolschewiken mit dem Versprechen “Frieden, Land und Brot” die öffentliche Meinung auf ihre Seite, und Lenin ergriff die Macht. 1929 führte Stalin die Fünfjahrespläne und die Kollektivierung der Landwirtschaft ein, was die UdSSR schließlich zu einer der wichtigsten Industriemächte werden ließ. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurden Schwer- und Rüstungsindustrie auf Kosten von Landwirtschaft und Produktion von Verbrauchsgütern ausgebaut. Die politischen Reformen Gorbatschows, zusammengefasst in den Begriffen glasnost (“Offenheit”) und perestroika (“Umbau”), ebneten den Weg für die Privatisierung. Der Übergang zur freien Marktwirtschaft wurde 1991 von Jelzin abgeschlossen.


Die moderne Kunst Russlands hat trotz ihrer kurzen Geschichte außergewöhnliche Werke hervorgebracht. Ende des 19. Jahrhunderts wurden drei russische Schriftsteller weltberühmt: Turgenjew, Dostojewskij und Tolstoj, dessen episches Werk Krieg und Frieden (1863-69) als einer der perfektesten Romane gilt, die je geschrieben wurden. Religiöse Gesänge und Motive aus der slawischen Volksmusik, die am besten in den Kompositionen von Mussorgskij und Rimskij-Korsakow zur Geltung kommen, haben die klassische Musik Russlands stark beeinflusst. Die populären Ballettkompositionen Tschaikowskys sind eine gelungene Mischung aus Volksmusik und westlicher Musik. Das Ballett gehört zu den herausragendsten Kunstformen Russlands: Tänzerinnen und Tänzer wie Anna Pawlowa, Vaclav Nijinski und Rudolf Nurejew erlangten weltweit Berühmtheit. Zur zeitgenössischen Kultur gehören eine lebendige Rock- und Popszene, die sich in den sechziger Jahren im Untergrund zu entwickeln begann, sowie Kino, Zirkus und Sport.



Info*San-Marino*

Der kleine Binnenstaat San Marino liegt etwa zehn Kilometer südwestlich von Rimini, einem Urlaubsort an der Adriaküste. Die Fläche beträgt nur gut 61 Quadratkilometer und besteht überwiegend aus gebirgigem Terrain. San Marino ist eine der ältesten Republiken Europas und der einzige Stadtstaat, der nach der Vereinigung Italiens von 1860 noch existiert. Der Legende zufolge entstand es um 300 n.der Zeitenwende Sein Gründer, Marinus, war ein Steinmetz, der vor der Christenverfolgung durch den römischen Kaiser Diokletian aus seiner Heimat Dalmatien floh. San Marinos gleichnamige Hauptstadt ist mit Mauern befestigt. Sie liegt auf der Kuppe des Monte Titano. Von den drei mittelalterlichen Wachtürmen aus – das Wahrzeichen der Stadt, das auch auf der Flagge abgebildet ist – hat man einen herrlichen Ausblick auf den Appenin und die Adriaküste. Die Stadt mit ihren gewundenen Kopfsteinpflasterstraßen ist ein lebhaftes Touristenzentrum.


Die Republik San Marino geht zurück auf das Jahr 1263. Abgesehen von kurzen Perioden der Fremdherrschaft unter Cesare Borgia im 16. Jahrhundert und Kardinal Giuliano Alberoni (1739) war San Marino immer ein freier, unabhängiger Staat. Während des 2. Weltkriegs blieb er neutral und nahm 100 000 Flüchtlinge auf. Die Regierung der 25 000 Einwohner setzt sich aus zwei regierenden Kapitänen und einem Staatsrat mit zehn Mitgliedern zusammen. Die Kapitäne werden alle sechs Monate von der Legislative, dem Großen und Allgemeinen Rat mit 60 Mitgliedern, gewählt. Dieser wiederum wird alle fünf Jahre vom Volk gewählt.


Die bedeutendste Einkommensquelle San Marinos ist der Tourismus. Aber auch Wein, Olivenöl, Textilien und Kunsthandwerksarbeiten sind wichtige Wirtschaftsgüter. Weitere Einnahmen erzielt San Marino mit seinen Briefmarken, die bei Sammlern in aller Welt sehr begehrt sind. Trotz ihres unabhängigen Geistes unterhält die Republik enge Beziehungen zu Italien und erhält von der italienischen Regierung Subventionen. Die Amtssprache ist Italienisch. Die Währung basiert auf der italienischen Lira, weist allerdings eine andere Prägung auf.



Info*Slowakei*

Die Slowakei ist einer der jüngsten Staaten Europas. Erst 1993 ging das Land neben der Tschechischen Republik aus der Spaltung der Tschechoslowakei hervor und erlangte seine Eigenständigkeit. Der Binnenstaat liegt in einer reizvollen, gebirgigen Region. In der Hohen Tatra erheben sich die höchsten europäischen Gipfel außerhalb der Alpen. Die Slowakei ist traditionell fast ausschließlich ein Agrarland. Unter dem Einfluss des Kommunismus wurde das Land jedoch systematisch industrialisiert. Der Großteil der Bevölkerung lebt in der Umgebung der Hauptstadt Bratislava im äußersten Westen oder entlang der Nebenflüsse der Donau. Die meist von modernen Vororten umgebenen Städte besitzen beinahe alle historische Stadtkerne.


Tausend Jahre lang gehörte die Slowakei zu Ungarn, und auch heute noch gibt es eine bedeutende ungarische Minderheit, die größtenteils an der Donau und in der Nähe der zweitgrößten Stadt des Landes, Košice, lebt. Außerdem gibt es, hauptsächlich im Osten des Landes, eine große Anzahl von Roma (abfällig auch als Zigeuner bezeichnet). Im östlichen Landesteil leben zudem die Ruthenen (Ukrainer), deren Dörfer für ihre Holzkirchen bekannt sind. Im Mittelalter siedelten in dieser Region Deutsche, die sich am Bau solch sehenswerter Städte wie Levo¹a, Keûmarok und Spišská Nová Ves beteiligten und außerdem Edelmetalle abbauten. Letztere brachten malerischen Städtchen wie Banská Štiavnica und Kremnica, die zu den architektonischen Schätzen der Slowakei zählen, ihren Reichtum ein. Im gesamten Land errichteten Adlige Burgen und Schlösser, die heute teils verfallen sind, teils auch detailgetreu wiederaufgebaut worden sind.


Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich eine eigene slowakische Literatur, die im Ausland relativ unbekannt ist. Zu den bekanntesten literarischen Vertretern zählen Pavol Hviezdoslav, Svetozár Vajanský, Ivan Krasko sowie Petr Jilemnický, Verfasser epischer Romane, der hauptsächlich in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen aktiv war. Zu den zeitgenössischen Autoren zählen der Dissident Ladislav M×a¹ko und Petr Jarouš. Die slowakische Musik ist stark von der Volksmusik beeinflusst, die auch heute noch vor allem in ländlichen Gegenden gepflegt wird. Entsprechende Motive finden sich in vielen klassischen slowakischen Kompositionen wie denen von Ján Levoslav Bella oder in den Werken der Komponisten Eugen Sucho× und Alexander Moyzes aus dem 20. Jahrhundert. Bratislava besitzt eine lebendige Jazz-Szene, aber auch Hardrock ist eine beliebte Musikrichtung.



Info*Slowenien*

Die Republik Slowenien, die knapp zwei Millionen Einwohner zählt, war das erste Land, das sich im Juni 1991 vom ehemaligen Jugoslawien lossagte (heute offiziell Bundesrepublik Jugoslawien, jedoch oft als Serbien und Montenegro bezeichnet). Nach nur zehn Tagen anhaltenden Militäraktionen wurde ein Waffenstillstand geschlossen, und die von Serben beherrschte jugoslawische Armee zog sich wieder zurück. In dem darauf folgenden Jahr wurde Slowenien international als unabhängiger Staat anerkannt und hat es seitdem erfolgreich vermieden, in den Konflikt verwickelt zu werden, der sich aus der Spaltung Jugoslawiens entwickelt hat. Deshalb konnte sich das Land auch zu einem attraktiven Reiseziel entwickeln. Die abwechslungsreiche Landschaft reicht von schneebedeckten Bergen (mit Skifahr- und Wandermöglichkeiten) über fruchtbare, von Weinbergen bedeckte Ebenen bis hin zu einer reizvollen Küste. Etwa ein Drittel des Landes ist von einer Karstlandschaft bedeckt, eine Region aus Kalkgestein mit unterirdischen Abflüssen und Schluchten sowie einigen bizarren Felsformationen und Höhlen. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land. Die Hauptstadt Ljubljana ist eine fortschrittliche europäische Großstadt.


Fast 600 Jahre lang, bis zum Ende des 1. Weltkriegs, wurde der größte Teil Sloweniens vom Kaiserreich Österreich-Ungarn aus regiert. Die Küstenregion unterstand lange Zeit der Republik Venedig. Slowenien gehörte knapp siebzig Jahre zu Jugoslawien. Die slowenische Kultur weist viele Ähnlichkeiten mit derjenigen in Deutschland und Italien auf, wie die Architektur und die einheimische Küche bezeugen. Ljubljana und Maribor besitzen immer noch das typische Flair habsburgischer Städte, während man an der Küste einige bemerkenswerte Bauten im Stil der venezianischen Gotik findet. Slowenien besitzt ein reiches kulturelles Erbe: In den Kirchen um Ptujska Gora, Bohinj und Hrastovlje kann man herausragende gotische Malereien und Skulpturen bewundern; Ljubljana bietet einige äußerst sehenswerte Barockgebäude.


Die slowenische Literatur bildete sich schon im 10. Jahrhundert heraus, ist jedoch im Ausland relativ unbekannt. Der wohl bedeutendste slowenische Schriftsteller ist der romantische Dichter France Prešeren, der im 19. Jahrhundert lebte. 1701 wurde die Slowenische Philharmonie gegründet. Es gibt eine Reihe guter, aber nicht herausragender klassischer Komponisten, von denen Anton Foerster und Hugo Wolf die beiden bekanntesten sind. Im 20. Jahrhundert erlebten die Künste in Slowenien eine Blüte, u. a. im Bereich der Architektur, wo beispielsweise Joûe Ple¹nik internationalen Ruf genießt. Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Kunstszene von der Multimediagruppe Neue Slowenische Kunst und der Künstlerkooperative IRWIN angeführt.



Info*Spanien*

Spanien liegt im Südwesten Europas und ist eines seiner größten Länder. Vor allem seine Küstengebiete sind ein beliebtes Reiseziel. Das ursprünglichere Spanien beginnt abseits von den Stränden, nur wenige Kilometer im Landesinneren. Dazu gehören auch die Hochlandregionen in den Pyrenäen, die Picos de Europa und die Sierra Nevada im Süden, in der es noch Bären, Luchse und Geier gibt, oder das wüstenähnliche Spanien der Almería. Hier wurden unzählige Westernfilme gedreht. Die traditionellen Dörfer mit malerischen Steinhäusern sind meist von Olivenhainen, Weingärten und Mandelbäumen umgeben.


Die Ursprünge des spanischen Volkes gehen auf verschiedene Kulturen zurück. Die Phönizier gründeten Gadir (Cádiz), die Griechen errichteten Empúries, die Karthager machten Cartagena zu ihrer neuen Hauptstadt, die Römer erbauten Córdoba, Mérida und Tarragona und die Mauren gründeten nach ihrer Landung im Jahr 711 das Reich Al-Andalus, das bis zum Ende der christlichen Reconquista im Jahr 1492 bestand.


Das bedeutende Kulturerbe des Landes ist von der Tourismusindustrie kaum beachtet worden. Das größte antike römische Theater befindet sich z. B. nicht in Rom, sondern in Mérida in der Extremadura, in Córdoba (Andalusien) befindet sich eine der schönsten Moscheen, und eines der sinnlichsten Bauwerke der Welt ist die Alhambra in Granada. Der Prado in Madrid stellt eine der größten Kunstgalerien weltweit dar. Darüber hinaus hat Barcelona nicht nur mehr Museen und Galerien zu bieten, als die meisten europäischen Hauptstädte, sondern hat sich zu einer der schönsten und dynamischsten Städte überhaupt entwickelt – vor allem nach Austragung der Olympischen Spiele 1992.


Seit dem Tod General Francos im Jahr 1975, des letzten Diktators in Westeuropa, hat sich vieles verändert. Die Mitgliedschaft Spaniens in der Europäischen Union seit 1986 zog gewaltige Investitionen in die Infrastruktur nach sich. Die Wirtschaft des Landes fand plötzlich weltweites Interesse, der Tourismus nahm stark zu: Mehr als 40 Millionen Touristen (hauptsächlich Briten und Deutsche) besuchen Spanien jährlich, viele davon zum Badeurlaub und im Rahmen einer Pauschalreise. Hinzu kommen noch etwa 20 Millionen Tagesbesucher. Auch in der Kultur beschritt Spanien neue Wege. Beispiele hierfür sind die anarchistischen Filme von Pedro Almodóvar oder die “neue Flamenco”musik.



Info**Schweden**

Schweden, das durch den Bottnischen Meerbusen von Finnland getrennt ist, bildet den östlichen Teil der skandinavischen Halbinsel. Der Süden des lang gezogenen Landes grenzt an Dänemark, der Norden und Westen an Norwegen. Die Entfernung von der Südspitze bis zum Norden des Landes entspricht der Distanz Malmö–Rom. Trotz seiner Größe hat Schweden nur etwa 8,5 Millionen Einwohner, die sich vor allem in Stockholm, Göteborg, Malmö und Uppsala konzentrieren. Abgesehen von diesen Städten ist Schweden ein Land mit einer scheinbar grenzenlosen, unberührten Natur und kleinen Dörfern, die oft malerisch an den Ufern der 20 000 Seen oder an der zerklüfteten Küste liegen.


Im Gegensatz zum Süden besitzt der dünn besiedelte Norden Schwedens eine Landschaft mit schnell fließenden Flüssen und an Bodenschätzen reichen Bergen. Vor allem in Mittel- und Nordschweden gibt es noch immer viele große Bergwerke, die der Kupfer-, Eisen- bzw. Stahlproduktion dienen. Weiter nördlich dominieren dichte Kiefernwälder – Rohstoffquelle für die schwedische Holz-, Zellstoff-, Papier- und Möbelindustrie – die Landschaft. Jenseits des nördlichen Polarkreises erheben sich an der Grenze zu Norwegen die Gletscher der Kjølen-Berge auf über 2 000 Meter Höhe. Hier leben auch Lappen (Samen) mit ihren Rentierherden, die ihnen Fleisch, Milch, Kleidung und Leder liefern.


Zentren der schwedischen Kunst sind Stockholm und Göteborg. Die beiden größten schwedischen Städte sind besonders sehenswert. Stockholm umfasst mehrere durch Brücken miteinander verbundene Inseln, die zu einem Archipel gehören, der sich über die Ostsee bis nach Finnland erstreckt. Die Stadt weist eine vielfältige Architektur auf, die von den mittelalterlichen Holzhäusern der Altstadt (Gamla Stan) bis zu den ultramodernen Hochhäusern des Geschäftsviertels reicht. Stockholm bietet außerdem bedeutende Museen und hervorragende Restaurants sowie das abwechslungsreichste Nachtleben des Landes. Das kulturelle Leben der Hauptstadt wird u. a. von dem Drottningholm-Theater geprägt, das für die Aufführungen der Königlich Schwedischen Oper und des Königlichen Balletts berühmt ist.



Info*Schweitz*

Die Schweiz ist weitgehend ein Gebirgsland und bildet seit der Zeit des Römischen Reiches das kommerzielle und geographische Zentrum Europas. Vom 19. Jahrhundert an ließen sich Romantiker wie Byron, Shelley und Goethe von den schneebedeckten Gipfeln und den nebligen Ufern der zahlreichen Schweizer Seen inspirieren. Angefangen bei den wellenförmigen Gebirgskämmen des Jura im Nordwesten bis hin zu den zerklüfteten Gletschern des Engadins im Osten bestimmen die Berge entscheidend den Charakter des Landes. In den Schweizer Alpen entstanden bedeutende Skigebiete, die zu den interessantesten, aber auch zu den teuersten Winterurlaubsorten Europas gehören. Wanderer und Bergsteiger werden vor allem von der klaren, frischen Luft, den schäumenden Wasserfällen und den Wildblumenwiesen angezogen.


Zürich ist eine der wohlhabendsten und weltoffensten Städte und Mittelpunkt des Bankwesens. In Genf befindet sich das europäische Hauptquartier der Vereinten Nationen. Bern ist mit seinen mittelalterlichen Gebäuden aus goldfarbenen Steinen der Inbegriff einer mitteleuropäischen Stadt. Die Schweiz ist ein Bundesstaat, der aus 20 Vollkantonen und sechs Halbkantonen besteht. Die Mehrheit der Wähler des modernen und neutralen Staates lehnte im Dezember 1992 einen Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum ab. Dieses Wahlergebnis wurde als Ausdruck der allgemeinen Ablehnung eines Beitritts zur Europäischen Union betrachtet. Die heutigen Landesgrenzen entstanden erst allmählich ab dem 14. Jahrhundert im Zuge der Machtkämpfe zwischen Burgund, Savoyen und den Habsburgern.


In der Schweiz gibt es vier Amtssprachen (Französisch, Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch). Die Bevölkerung, zu der die eleganten Piazza-Anwohner Locarnos genauso wie die Bauern aus Appenzell und die Bankiers von Zürich zählen, besteht aus mehreren ethnischen Gruppen und hat einen Anteil von mehr als einer Million Ausländern.



Info*Türkei*

Im Lauf ihrer langen Geschichte nahm die Türkei immer wieder eine Schlüsselstellung als Brücke zwischen Ost und West ein. Das vielfältige historische Erbe des Landes haben zahlreiche Kulturen wie z. B. die Hethiter, Griechen, Römer, Byzantiner und Türken geprägt. Die Ruinenstätten von Ephesus, Didyma, Pergamon und Aphrodisias zählen zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der klassischen Antike im Mittelmeerraum. Das Landschaftsbild ist überaus abwechslungsreich. Hinter den Stränden der sonnigen Südküste, die zu den schönsten des Mittelmeeres gehören, erhebt sich im Osten das ungeschützte, baumlose Hochland, das in die Regenwälder der Bergketten der Region am Schwarzen Meer übergeht. Die Türken sind für ihre schon sprichwörtliche Gastfreundschaft bekannt. Faszinierend ist die kulturelle Vielfalt, die dem Besucher der Türkei geboten wird. Neben den orientalischen Moscheen, Palästen, Basaren und Karawansereien (große Herbergen mit Innenhof, die früher von den Kaufleuten als Rastplätze genutzt wurden) der Seldschuken und Osmanen finden sich hier auch bedeutende Stätten des frühen Christentums wie in Antiochia, heute Antakya, oder in Istanbul (Hagia Sophia).


Die moderne Türkei entstand nach dem 1. Weltkrieg aus den Überresten des untergegangenen Osmanischen Reiches. 1923 wurde unter der Führung von Mustafa Kemal Atatürk die Republik ausgerufen. Seit 1950 existiert ein demokratisches Mehrparteiensystem, das allerdings in der Vergangenheit mehrmals kurzzeitig von Militärdiktaturen unterbrochen wurde. Auch heute noch ist das Militär politisch einflussreich. Mit den zunehmenden Autonomiebestrebungen der kurdischen Minderheit kommt es seit den achtziger Jahren in den südöstlichen Grenzgebieten der Türkei immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen, die in den übrigen Landesteilen allerdings kaum nennenswerte Spannungen zur Folge haben. Die Türkei ist Mitglied der NATO (North Atlantic Treaty Organization: Nordatlantikpakt). Das Ziel, ein Mitglied der Europäischen Union (EU) zu werden, konnte bisher nicht erreicht werden.(Ein weiteres Hindernis ,die Türkei gehört nur zu einem kleinen Teil zu Europa der Rest zu Asien) Die Landwirtschaft ist nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftssektor; Baumwolle und Tabak sind allerdings von Textilien als wichtigste Exportgüter des Landes abgelöst worden. Weite Teile der Türkei sind vom Tourismus weitgehend unberührt geblieben, allerdings hat sich die Branche vor allem an der Südwestküste, in Istanbul sowie in der zentralen Region Kappadokiens zu einer bedeutenden Einkommensquelle entwickelt.



Info*Ukraine*

Die Ukraine ist nach Russland das zweitgrößte Land Europas. Ihre Ost-West-Ausdehnung beträgt mehr als 1 300 Kilometer. Als Verbindungsglied zwischen Europa und Asien war die Ukraine häufig in Machtkämpfe mit den benachbarten Reichen verwickelt. Ständig änderte sich der Grenzverlauf. Die Touristenattraktionen des Landes vermitteln einen Eindruck von der Vielfältigkeit des kulturellen Erbes. Kiew ist für seine vielen Kirchen berühmt, deren byzantinische Bauweise aus der Zeit der Kiewer Rus stammt. Lwow vermittelt mit seinen gotischen, barocken und Renaissancegebäuden den Eindruck einer mitteleuropäischen Stadt. Auf der Krim finden sich Überreste früherer Kulturen; ab dem 8. Jahrhundert v.der Zeitenwende besiedelten die Griechen die Küstengebiete, die Tataren gründeten hier im 15. Jahrhundert ein Khanat (oder Fürstentum), und auch der muslimische Einfluss ist auffallend stark ausgeprägt. Zu den ukrainischen Urlaubsorten am Schwarzen Meer gehören Jalta, das Schauplatz der Krim-Konferenz während des 2. Weltkrieges war, und der große Welthafen Odessa.


Die Ukraine besteht größtenteils aus weiten, flachen Ebenen, deren Erhebungen in der Regel 300 Meter nicht übersteigen. Sie war das landwirtschaftliche Zentrum der ehemaligen Sowjetunion. Auch heute erzielt man in der fruchtbaren Region im Westen des Landes noch beachtliche Erträge. Eine Tatsache, die die Hungersnot von 1932 und 1933 noch unbegreiflicher erscheinen lässt. Sie war das Resultat der stalinistischen Kollektivierungspolitik und kostete über sieben Millionen Menschen das Leben. Die Ukraine hatte schwer unter den Auswirkungen des 2. Weltkrieges zu leiden. 1986 ereignete sich eine weitere Katastrophe: In Tschernobyl explodierte der Reaktor eines Kernkraftwerks. Durch diesen Unfall wurden mehr als zehn Prozent der gesamten Landesfläche kontaminiert. Seit der Unabhängigkeitserklärung von 1989 ist man um die Schaffung einer Koexistenz mit Russland bemüht. Ein Großteil der Bevölkerung, vor allem im Osten der Ukraine, ist russischer Abstammung, und besonders auf der Halbinsel Krim gab es Bestrebungen, die die Wiedervereinigung mit Russland zum Ziel hatten.


Die Ukraine verfügt über eine reiche und vielfältige Kultur. Besonders hervorzuheben sind die Ikonen und die orthodoxe Kirchenarchitektur. Eine bedeutende Rolle spielen auch volkstümliche Traditionen, die vor allem in der Musik zum Ausdruck kommen. Die eigentliche Entwicklung der ukrainischen Sprache begann erst im 19. Jahrhundert, als der Nationaldichter Shevenko die bedeutendste Persönlichkeit in der Literatur darstellte. Einige der größten russischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts lebten in der Ukraine, wie z. B. Michail Bulgakow und Isaak Babel. Kiew ist das wichtigste Kulturzentrum, mit mehr als 20 Theatern und zahlreichen Museen und Galerien.



Info*England*

EnglandSchottland

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland hat eine Gesamtbevölkerung von 58 Millionen Einwohnern. Es ist mit einer Landesfläche von 242 429 Quadratkilometern eines der größten Länder der Europäischen Union. Fast 200 Jahre lang, bis Mitte des 20. Jahrhunderts, war es ein Knotenpunkt der Weltindustrie und des Handels, dem große Gebiete in Übersee angegliedert waren. Die Hauptstadt London hat noch immer eine Schlüsselstellung im internationalen Finanzwesen. Die Auflösung des Kolonialreiches (nur Gibraltar und einige kleine Inseln blieben erhalten) fiel zeitlich mit dem Zusammenbruch der britischen traditionellen Schwerindustrie (Kohle-, Eisen- und Stahlindustrie) zusammen. Der damit verbundene wirtschaftliche Niedergang wurde durch die Nachwirkungen der beiden Weltkriege noch verschärft. In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts begann mit der Ölförderung in der Nordsee und dem Beitritt Großbritanniens in die Europäische Gemeinschaft ein erneuter Aufschwung.


Die Gründung des Vereinigten Königreiches erfolgte in drei Etappen. 1536 und 1543 wurden England und Wales durch vom Parlament verabschiedete Gesetze offiziell vereinigt. 1707 fand die offizielle Angliederung Schottlands an Großbritannien statt, obwohl die englische und schottische Krone bereits seit 1603 vereinigt war. Mit dem Act of Union besiegelte man 1800 die Union zwischen Irland und Großbritannien. Die katholische Mehrheit der irischen Bevölkerung akzeptierte jedoch die Herrschaft Londons nie vollständig, und 1921 erklärte man den Großteil Irlands zu einer unabhängigen Republik. Die sechs nördlichen Grafschaften mit einer überwiegend protestantischen Bevölkerung entschieden sich für die weitere Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich. 1999 traten zum ersten Mal die neu gewählten Landesparlamente der Schotten und der Waliser zusammen. Die oberste Staatsmacht behielt aber London, und auch die Auflösung des Vereinigten Königreiches stand nie zur Debatte. Eine Weiterentwicklung der Verfassung in Nordirland, wo in drei Jahrzehnten gewaltsamer Auseinandersetzungen 3 000 Menschen gestorben sind, wird nach wie vor durch anhaltende Uneinigkeit verhindert: Die protestantischen Unionisten bestehen auf der Beibehaltung enger Beziehungen zu Großbritannien, während die katholischen Republikaner eine Annäherung an die Republik Irland fordern.


Seit 1950 haben viele Städte – und auch die nationale Küche – durch die Integration von Millionen von Einwanderern aus den ehemaligen Kolonien einen multikulturellen Charakter entwickelt, vor allem durch karibische, asiatische und afrikanische Einflüsse. Die traditionelle britische Kultur ist vor allem in den Bereichen Theater, Literatur, Malerei und Bildhauerei herausragend. Auch die neuere, zeitgenössische Kunst Großbritanniens (Popmusik, Mode, Fernsehen und Film) hat bereits seit zwei Generationen eine weltweit führende Stellung eingenommen. Jährlich kommen Millionen Besucher aus aller Welt hierher, um die vielen Bauwerke und archäologischen Stätten zu besuchen, die vom kulturellen Erbe und der langen Geschichte der Nation zeugen. Eine weitere Attraktion ist natürlich das englische Königshaus, auch wenn die Funktion des Monarchen als Staatsoberhaupt heute größtenteils nur noch zeremonieller Art ist. Die eigentliche Macht liegt beim demokratisch gewählten Parlament. Das Vereinigte Königreich hat als Inselstaat eine lange Seefahrertradition aufzuweisen. Segeln gehört auch heute noch zu den beliebtesten Freizeitsportarten der Briten. Daneben bietet die abwechslungsreiche Landschaft mit Hügeln, Küstengebieten, Seen und Flüssen ideale Bedingungen zum Wandern.



Info*Yugoslavien*

Die Bundesrepublik Jugoslawien entstand 1992 nach dem Zusammenbruch der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Sie setzt sich aus den Republiken Serbien und Montenegro zusammen. Die früher autonome Provinz Vojvodina gehört zu Serbien. Kosovo, eine weitere früher autonome Provinz Serbiens, ist zwar offiziell noch Teil Jugoslawiens, aber in der Praxis ist es – in der Folge des Krieges zwischen Jugoslawien und der NATO (North Atlantic Treaty Organization: Nordatlantikpakt) im Jahr 1999 – eigenständig und steht unter internationalem Militärschutz.


Die Landschaft Jugoslawiens ist sehr vielfältig. Während im Norden fruchtbare Ebenen vorherrschen, ist der Osten überwiegend von Kalksteinbergen und Beckenlandschaften geprägt. Auch der Südosten ist gebirgig und hügelig. Die Adriaküste bildet die Landesgrenze im Südwesten. Zu den eindrucksvollsten Naturschönheiten gehören die Tara-Schlucht, die zweitgrößte dieser Art weltweit, und die herrliche Bucht von Kotor. Die bedeutendsten historischen Stätten stellen mehrere orthodoxe Klosteranlagen und die geschichtsträchtigen Burgen entlang der Donau dar.


Im Lauf der Jahrhunderte waren Serbien und Montenegro immer wieder in Kriege verwickelt. Nach dem 1. Weltkrieg schlossen sich die beiden Länder mit den slawischen Provinzen des Habsburger Reiches zusammen und bildeten das Königreich Jugoslawien, das der König von Serbien mit Sitz in Belgrad regierte. Der gewaltsamen Aufteilung von 1941 bis 1945 folgte das kommunistische Regime unter Marschall Tito, der bis zu seinem Tod im Jahr 1980 Präsident blieb. Ein Jahrzehnt später, nach dem Zerfall Jugoslawiens, gründeten Serbien und Montenegro 1992 einen neuen Staat. Im Gegensatz zu den anderen Landesteilen des früheren Jugoslawien blieb diese Region zunächst von den furchtbaren Beschädigungen durch die Kriegsereignisse Anfang der neunziger Jahre größtenteils verschont. Aber die tief greifenden Probleme verschärften sich noch durch die internationalen Sanktionen, die man erlassen hatte, um dem kriegerischen Serbien im Kampf gegen Kroatien und Bosnien die Mittel zu entziehen. Die gewaltsame Unterdrückung der nach Eigenständigkeit strebenden Albaner im Kosovo durch die serbisch dominierten Sicherheitskräfte führte jedoch zur militärischen Intervention der NATO. Durch die darauf folgende dreimonatige Bombardierung wurden große Teile der jugoslawischen Industrieanlagen und Infrastruktur zerstört. Aufgrund seines autoritären Regimes und der wirtschaftlichen Einbußen ist Jugoslawien derzeit in Europa relativ isoliert.


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