Info*Portugal*
Das am äußersten Westrand Europas gelegene Portugal ist für seine 560 Kilometer lange Atlantikküste und als von Entdeckern, Händlern und Fischern geprägte Seefahrernation berühmt. Den typischen Charakter des Landes prägen entscheidend die entfernt von den Stränden im Landesinneren liegenden kleinen Dörfer, beispielsweise Óbidos, Elvas oder Marvão. Viele Menschen leben noch von den Erträgen der Olivenhaine, Pfirsichgärten oder Weinberge, die sich in Familienbesitz befinden, oder bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Fischfang. In Städten wie Lissabon, Porto, Évora und Coimbra gibt es zahlreiche Museen, elegante Stadthäuser und hübsche Plätze. In der Hauptstadt Lissabon fand 1998 die große Weltausstellung (Expo) statt. Die steilen gepflasterten Straßen sind von eleganten Häusern mit eisernen Balkongittern gesäumt, von denen keines dem anderen gleicht.
Im Lauf der letzten 2 500 Jahre fielen in Portugal Phönizier, Römer, Wandalen, Westgoten, Mauren, Spanier und Franzosen ein. Mit Unterstützung der Engländer unter John of Gaunt konnten die Portugiesen 1386 Spanien abwehren. In dem selben Jahr kam der so genannte Windsorvertrag zustande, der seit über 600 Jahren Bestand hat. 1387 heiratete der portugiesische König John of Gaunts Tochter Philippa, deren Sohn, Heinrich der Seefahrer, entscheidenden Anteil an dem goldenen Zeitalter der Entdeckungen hatte. 1498 machte der portugiesische Kapitän Vasco da Gama die erste erfolgreiche Reise um das Kap der Guten Hoffnung und öffnete damit den Seeweg nach Indien. 1500 nahm der Seefahrer Cabral Brasilien für Portugal in Besitz, und es kamen noch Besitzungen in Indien, China, Indonesien, Afrika und Südamerika hinzu. Portugal wurde zu einer Weltmacht von enormem Reichtum. Die Wirtschaft des heutigen Portugal stützt sich u. a. auf den Export von Portwein und Kork, der nahezu den gesamten Weltbedarf decken kann. Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist jedoch der Tourismus, allein die sonnige Algarve besuchen Millionen von Urlaubern.
Portugal besitzt ein reiches künstlerisches und kulturelles Erbe, das diverse europäische Einflüsse aufweist. Typische Produkte des portugiesischen Kunsthandwerks sind die aufwendig gestalteten azulejos (bemalte und glasierte Keramikkacheln), die seit dem 15. Jahrhundert ein wichtiger Bestandteil portugiesischer Architektur sind. Typisch für Portugal sind auch die melancholischen und sehnsuchtsvollen fados (Lieder). Im 16. Jahrhundert bildete sich die Emanuelinische Malerschule heraus, die sich durch ihre Feinheit in der Darstellung, durch lebensgroße Figuren und realistisch gestaltete Hintergründe auszeichnet. Der Kubismus entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer beliebten Kunstform, und mit Paula Rego besitzt Portugal eine der bekanntesten zeitgenössischen Op-Art-Künstlerinnen.