Bei
einer Motordrehzahl von 5800U/min beträgt die Drehzahl am G-Lader ca. 11.000
U/min. Ein Turbolader dreht dabei mit ca. 100.000 U/min. fast 10 mal so schnell.
Der G-Lader verbraucht durch den Antrieb von der Kurbelwelle, allerdings selbst
ca. 18 PS (bei Nenndrehzahl). Die Ansaugluft wird fast über den gesamten
Drehzahlbereich auf 0,7 bar verdichtet. Im Teillastbereich wird ein Teil der
komprimierten Luft drucklos zur Ansaugseite zurückgeleitet. Ab Modelljahr 91
wurde beim Corrado die Laderübersetzung geändert, die Kennfeldzündung überarbeitet,
eine kürzere Achsübersetzung und ein Metallkat eingebaut. Das Ergebnis ist ein
früheres Ansprechen des Laders und ein um ca. 7% höheres Drehmoment, außerdem
wird bei Verwendung von Super Bleifrei Plus das Leistungspotential optimal
ausgeschöpft. Für Tuningzwecke kann der Ladedruck durch ein kleineres
Riemenrad erhöht werden. Bei einem Ladedruck von über 0,8 bar muss man
allerdings auch eine erhebliche Motormehrbelastung in Kauf nehmen. Ein größerer
oder zusätzlicher Ladeluftkühler kann den Wirkungsgrad und die Klopfneigung
des Motors verbessern und eine Leistungssteigerung bewirken. Diese Maßnahme,
wird beim G60-Tuning empfohlen.
Verschiedene Tuningfirmen bieten ein Leistungskit bestehend aus Ladedruckerhöhung
und angepasstem Kennfeld (Chiptuning), an. Durch diese relativ einfache und
preiswerte Tuningmassnahme werden etwa 30 Mehr-PS erzielt. Man sollte aber beim
Chiptuning kritisch sein, den nicht jeder angebotene Chip stammt von seriösen
Anbietern und ein kapitaler Motorschaden kann die Folge sein. Tip: Chiptuning
nur bei Firmen, die auch eine umfangreiche Garantie anbieten, durchführen
lassen.
ACHTUNG
! Den kleinen Zahnriemen von der G-Lader-Antriebswelle zur Hilfswelle regelmäßig
auf Beschädigungen prüfen und spätestens ab ca. 70.000 km austauschen.
Empfehlenswert ist eine Generalüberholung des Laders. Auch der G-Lader
unterliegt, wie alle mechanischen Teile, einem Verschleiß. Z.B. Dichtleisten,
Lager und Dichtringe. Deshalb ist eine regelmäßige Wartung wichtig. Leider
werden von einigen Firmen minderwertige Teile angeboten und verbaut.
Tip: Auf den Einbau von Originalteilen bestehen.
Es wurden über 100.000 G-Lader für die Modelle Corrado, Polo, Passat und Golf
gebaut. Die Zuverlässigkeit des G-Laders ist viel besser wie der leider
schlechte Ruf, der in den Jahren 1988-1990 zustande kam. Nach Aussage von Frau
Dr. Wellbrock (VW's G-Lader Expertin) liegt die Schadenshäufigkeit unterhalb
derer von Turboladern.
Der
G-Lader besteht aus einem Gehäuse, in dessen spiralförmigen Kammern sich ein
ebenfalls spiralförmiger Verdränger exzentrisch (d.h. von der Mitte versetzt)
bewegt. Angetrieben wird die Verdrängerwelle (beim Polo) durch einen
Doppelkeilriemen von der Riemenscheibe der Kurbelwelle. Damit man eine gleichförmige
Drehbewegung des Verdrängers gewährleisten kann, läuft exzentrisch hierzu
eine Nebenwelle, die durch einen kleinen Keilriemen mit der Verdrängerwelle
verbunden ist. Durch diese exzentrische Bewegung des Verdrängers wird die
einströmende Luft verdichtet und beschleunigt.

- G-Lader - Animation -
Da
bei Teillastbetrieb (wenn also kein Vollgas gegeben wird) der G-Lader mehr Luft
zu Verfügung stellt wie in Wirklichkeit benötigt wird, gelangt die überschüssige
Luft über eine Bypassklappe (sitzt auf dem Ansaugkrümmer) wieder zurück zum
G-Lader. Die Bypassklappe arbeitet entgegengesetzt zur Drosselklappe. Das
bedeutet, daß bei geschlossener Drosselklappe (z.B. im Leerlauf) die
Bypassklappe geöffnet ist und die komplette (verdichtete) Luft wieder zurück
zum G-Lader geleitet wird und umgekehrt.
Zur
Schmierung der Lager im G-Lader wird dieser über zwei Anschlüsse mit Öl
versorgt. Eine Ölleitung dient zur Hinleitung und zur Rückleitung des Öl´s
zum Motor.
Die
Arbeitsgänge im G-Lader lassen sich wie folgt beschreiben: In einer im Ladergehäuse
eingegossenen G-förmigen Spirale kreist exzentrisch eine Zweite (der "Verdränger").
Dabei bilden sich zwischen den Wänden beider Spiralen Hohlräume (oder auch
Kammern genannt), die sich - von außen (Lufteinlass) nach innen (Luftauslass) -
durch die exzentrische Bewegung des Verdrängers im Volumen verkleinern und so
die darin befindliche Luft beschleunigen und verdichten.

- Luftströhmung im G-Lader -
Dabei
geschieht die Verdichtung im G-Lader in vier Stufen:
-
Die
innere Kammer ist in Richtung Lufteintritt (-lass) offen.
-
Nun
schliesst sich die innere Kammer und leitet die Luft durch die
exzentrische Bewegung des Verdrängers zur G-Ladermitte (Auslass). Die äußere
Kammer öffnet während dessen in Richtung Lufteinlass.
-
Die
Luft in der inneren Kammer ist nun verdichtet. Gleichzeitig wird die Luft in
der äußeren Kammer weiter Richtung G-Ladermitte verdrängt/ getrieben.
-
In
der inneren Kammer beginnt nun die Luftverdrängung von Neuem. In der äußeren
Kammer ist die Luft nun nahezu fertig verdichtet.