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Über die Probleme im Ablauf des Projektes habe ich im Protokoll berichtet, in diesem Kapitel möchte ich auf die ganz konkreten Vorgehensweisen bei der Nachbildung eingehen. Die Vorgeschichte ist schon zum größten Teil beschrieben, eine Sache nur erscheint mir hier noch wichtig. Am Anfang stellte ich mir die Nachbildung aus Stein vor. Doch die Suche ergab, dass ein Gestein, dass möglichst weich ist, gleichzeitig haltbar, schwarz und transportfähig, nicht existiert. Fremdmaterialien gab es dafür genug, man musste also nur das richtige auswählen. Ton wäre in der Bearbeitung ideal gewesen, nur wäre es unmöglich gewesen, auch nur annähernd den Anschein von Gestein zu vermitteln. Zement und Beton wäre hier die Lösung gewesen, nur gab es hier die Schwierigkeit, dass man hierbei erst die Form herstellen müsste und dafür auch jedes Schriftzeichen einzeln vorformen müsste. Ähnliche viele Probleme gab es auch bei Holz und anderen Materialien. So viel meine Wahl letztlich auf Kunststoff. Bei der praktischen Arbeit war eines der größten Hindernisse die Übertragung der Schriftzeichen auf den Stein. Die Plexiglasplatte musste vor dem Übertragen schwarz gefärbt werden, da sonst kein deutlicher Effekt zustande gekommen wäre. Auf einer schwarz gefärbten Platte zu schreiben, ist jedoch dahingehend problematisch, als ich als Graveur diese Zeichen hinterher erkennen muss. Zudem wurde so verhindert, dass die Schreiber die praktische Eigenschaft der Transparenz nutzen konnten. Und so ging ich in die Projektwoche mit bangem Herzen wegen vieler offener Fragen. Probieren geht über studieren war oftmals die Devise. So beispielsweise um herauszufinden, mit welchen Stiften man Schreiben kann und welche auf dem dunkel-matten Hintergrund nicht zu erkennen sind. Es gab auch Rückschläge, oftmals auf Missverständnisse zurückzuführen. Wenn einem etwas logisch erscheint, dem anderen sein eigener Gedanke jedoch ebenfalls, sind Fehler vorprogrammiert. Seitdem weiß ich, dass man jeden Gedanken in eine Arbeitsanweisung übersetzen muss. Natürlich lassen sich die hunderte von Schriftzeichen nicht aus dem Kopf übertragen. Wir hatten uns mehrere Techniken überlegt. Zum einen habe ich ein Plakat von dem Stein von Rosette vergrößert und jede Zeile einzeln ausgeschnitten. So konnte der Schreiber sich die Zeile vor den Stein spannen und so ohne Distanzverlust auf den Stein schreiben. Das hatte den Vorteil, dass auch die Zeichenabstände stimmen. Jonathen bevorzugte jedoch seine handschriftlichen Aufzeichnungen. Diese waren besser zu erkennen, hatten jedoch zwei entscheidende Nachteile: Zum einen stimmen so die Abstände in keiner Weise, zum anderen tragen die Zeichen so Jonathans eigene Handschrift und nicht die des Steinmetzes aus ptolemäischer Zeit. An alle diese Probleme hat vorher niemand gedacht. Wir wären beim nächsten Mal klüger, doch dieser Teil des Projektes ist abgeschlossen. Die Erfahrungen aber können vielfältig in anderen Bereichen angewandt werden, nehmen kann sie uns keiner, aber wir teilen sie gern! |