Brontë Reise

 

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Brontë Country

Willkommen in der Heimat der Brontës

Sie sind hoffentlich wohlbehalten in Haworth und haben ihre zuvor gebuchte Unterkunft bezogen. Falls nicht, kann das jetzt, saisonabhängig, schwierig werden. Haworth ist ein Touristenmagnet und besonders an Feiertagen schnell ausgebucht. Wenn sie keine Unterkunft finden können, versuchen sie es in den benachbarten Dörfern oder auf den Farmen.

Unterkunftsempfehlung:  The Old Registry

Die Gasthäuser haben oft eigene Parkplätze, fragen sie danach. In Haworth sind die Brontës aufgewachsen, haben hier den größten Teil ihres Lebens verbracht und sind hier, bis auf Anne, gestorben. Die meisten führt der Weg als erstes zum alten Pfarrhaus, vorbei an der Kirche und dem Friedhof. Das Haus ist nun erheblich komfortabler als zu der damaligen Zeit. Auch der reiche Bewuchs an Bäumen und Büschen ist erst nachträglich entstanden. Im Museumsladen können sie diverse Andenken und jede Menge Kitsch einkaufen, überlegen sie sich gut was sie mitnehmen, die Preise sind ziemlich hoch. Auf den Friedhoch können sie, wenn sie lange genug suchen, das Grab von "Tabby" finden.

Beachten sie auch die alte Sonntagsschule vor dem Friedhof, wo Charlotte einst Kinder unterrichtete. Direkt vor der Kirche sehen sie den Black Bull, wo sich Branwell einst zu betrinken pflegte und die Apotheke, wo er sein Opium her bekam. Der Verkauf von Opium war übrigens zur damaligen Zeit normal und galt als Arznei. Übrigens, heute unvorstellbar, doch Charlotte bekam sogar einst von einen Arzt Quecksilber verordnet. Solche Praktiken mögen unter anderen das schnelle Ableben so mancher Menschen in jener Zeit erklären.

Eine weitere Attraktion ist die Worth Valley Eisenbahn. Sie können noch heute mit den liebevoll restaurierten historischen Zug nach Keighley fahren. Zurück können sie, wenn sie mögen, den alten Verbindungspfad zwischen Haworth und Keighley laufen. Die Brontëschen Kinder liefen diesen Pfad bei jeden Wetter mindestens einmal die Woche um die Zeitung zu holen. 

Wandern im weiten Moorland

Keine Sorge. Sie müssen kein Überlebenstraining absolvieren um hier zu laufen, doch beachten sie folgendes. Im Sommer ist ein Mückennetz vor dem Gesicht unerlässlich, sonst drehen sie durch. Bei Regen sollten sie auf jeden Fall Gummistiefel nehmen und das Regencape nicht vergessen. Bedenken sie auch das im Herbst dichter Nebel aufsteigen kann und sie sicher sein müssen wo sie gerade sind. Nicht immer sind die Pfade gut ausgebaut und manchmal müssen sie einfach über eine Wiese laufen und die Richtung ungefähr abschätzen. 
Ein einfacher Weg ist den Brontë-Way zu folgen und den Sladgen Fall Wasserfall zu besuchen, den die Brontës häufig aufgesucht haben.


"Emily, die halb auf einen großen flachen Stein lag, spielte wie ein kleines Kind mit den Kaulquappen im Wasser, brachte sie dazu, umherzuschwimmen, und begann dann, während sie mit der Hand antrieb, moralische Betrachtungen über die Starken und die Schwachen, die Tapferen und die Feigen anzustellen".   Ellen Nussey

Der Weg ist im ersten Drittel recht einfach, wird später in einer Schlucht etwas mühsamer und besonders bei nasser Witterung etwas schwierig. Sie können den Weg weiter bis nach Top Wittens folgen, den Ort den nach Meinung der Fachleute Emily als Schauplatz für "Die Sturmhöhe" ausgewählt hat. Wenn sie jetzt noch weiter können, folgen sie den Weg nach Ponden Hall, wo die Brontës öfters die Bibliothek aufsuchten. Übrigens, man kann da auch übernachten, unbedingt vorbuchen.
Weiter zu empfehlen wäre noch eine Wanderung ins Tal bei Lumb Foot.

Diese Wegbeschreibung ist eine von vielen und um alle aufzuzählen die ich kenne, müsste ich extra einen Wanderführer erstellen. Kommt vielleicht noch. Schauen sie sich einfach mal um und besorgen sie sich einen regionalen Wanderführer.

Ausflüge

Unternehmen sie ein paar interessante Ausflüge in die Umgebung von Haworth und darüber hinaus. Besuchen sie Orte, die untrennbar mit den Leben der Brontës verbunden sind.

Wycoller:
Südwestlich von Haworth, etwa 7 Meilen entfernt, links unten am Ende der Straße nach Colne, liegt die Ruine Wycoller. Charlotte besuchte diesen Ort nachweißlich und verwendete ihn wahrscheinlich in Jane Eyre als das verfallene Waldschlösschen in dem Jane Mr. Rochester blind vorfand. Sie können diesen Ort auch zu Fuß über Ponden Hall erreichen, gute Kondition vorausgesetzt. Oder sie nehmen für einen Weg ein Taxi und wandern den anderen. Sie können auch in Wycoller eine Übernachtung buchen auf der Parson Lee Farm. Von hier aus können sie auch einen anderen bezaubernen Teil der South-Pennines erwandern. Wenn sie mit den Auto da sind, besuchen sie auch die Stadt Colne. In der City an der Hauptstraße gibt es ein vorzügliches elegantes italienisches Restaurant, daß überall bekannt ist.

Im März 1850 besuchte Charlotte Sir James- und Lady Kay-Shuttleworth. Das wunderschöne Schloß ist noch heute zu besichtigen und liegt in Padiham. Fahren sie nach Colne und weiter auf die M65 nach Padiham. Der Weg nach Gawthorpe Hall ist gut ausgeschildert. Machen sie den Ausflug zu einer Tagesrundreise. Fahren sie von Padiham auf der A646 nach Todmorden und weiter nach Hebden Bridge. Sehen sie sich die schöne Stadt an oder wandern sie etwas in der Umgebung. Fahren sie dann einen sehr steilen Berg rauf nach Heptonstall. Besuchen sie die alte Priory und sehen sie sich das kleine Örtchen an. Hier liegt übrigens auch die englische Dichterin Sylvia Plath begraben. Der Ort ist an einen steilen Berg terrassenförmig gebaut und schwer zu erlaufen. Auch das Fahren ist nicht ganz ohne. Fahren sie dann weiter durch Heptonstall auf der A6033 nach Haworth.

Bolton Abbey
Dieses mittelalterliche sakrale Bauwerk liegt nördlich von Keighley. Charlotte hat diesen Ort einmal zusammen mit Ellen Nussey besucht. Der Weg dorthin ist sehr gut ausgeschildert.

Cowan Bridge
Jane Eyre, oder die späte Rache der Waise von Lowood

Wenn sie auf der A62 in Richtung Skipton und Ingleton nach Cumbria fahren, kommen sie geradewegs nach Cowan Bridge. Hier befindet sich am Ortsausgang links neben der Brücke das alte ehemalige Internat in der Charlotte einst eine Weile gelebt und gelitten hat. Beachten sie die Widmung an der Außenwand. Dieser Abschnitt ihres Lebens ist in Jane Eyre verewigt worden, genauso wie ihre Schwester Mary in Person der geduldig leidenden Helen Burns. Obwohl nachweißlich in der Schule keines der Mädchen gestorben ist, verendeten einige kurz nachdem sie nach Hause geschickt wurden. Zwei Gräber der armen Schülerinnen kann man noch heute auf den Friedhof der Kirche von Leck finden. Gehen sie schräg rechts gegenüber der Internatsschule auf der anderen Straßenseite eine Straße abzweigend von der A62 hoch bis sie zu einer Kirche gelangen. Die Gräber befinden sich rechts neben den Eingang der Kirche in der hintersten Ecke des Friedhofs. Die Grabsteine sind die dünnsten weit und breit.

Thornton 

Charlotte 1816Patrick 1817

Emily  1818
Anne 1820

Besuchen sie den Geburtsort der Brontës und das Geburtshaus in der Market Street. Sie kommen mit den Auto über Oxenhope (B6141) nach Denholme Gate und dann weiter nach Thornton. Kurz vor der Ortsmitte biegen sie steil in die Market Street ein, doch besser sie lassen den Wagen an der Hauptstraße stehen und gehen zu Fuß. Das Gebäude ist mit einer Widmung versehen und kann besichtigt werden. Versäumen sie nicht auch die Dorfkirche in der Nähe zu besuchen. In den alten Taufbecken wurden noch die drei Schwestern getauft. 
Sie erreichen auch Thornton selbstverständlich zu Fuß über das Moorland. Dieser Weg ist allerdings recht lang und besonders bei schlechten Wetter sehr mühsam, doch dafür entschädigt der Anblick der wilden schönen Landschaft alle Mühen. Sie folgen einfach den Brontë-Way über Oxenhope vorbei am Leeming- und Thornton Moor Reservoir nach Denholme Gate und weiter nach Thornton. Benutzen sie die Karte Outdoor Leisure 21, nehmen sie vorsichtshalber einen Kompass mit, wetterfeste Kleidung ist unerläßlich.

Ich hoffe die Reise hat ihnen gefallen und ich würde mich freuen etwas über ihre Zeit hier und ihre Empfindungen zu erfahren. Leider ist nicht mehr viel aus der Zeit der Brontës erhalten und vieles wurde kitschig verklärt. Wenn sie nach etwas sehr typisch ursprünglichen suchen, dann sehen sie vom Vorplatz der Kirche über die Häuser aufs Moor. Die alten schieferbedeckten Dächer und die Szenerie der Landschaft vermitteln noch heute ein Bild das die drei Schwestern durchaus wiedererkennen würden.

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