Hexen
Hexenglaube
Das alte Wissen „zauberkundiger“ Frauen wurde nicht in Büchern aufgeschrieben. Es wurde mündlich „vererbt“ und entstand aus eigenen Beobachtungen der Natur, der Mondphasen und Jahreswechsel. Der Glaube an magische Kräfte und Fähigkeiten wird auch als Aberglaube bezeichnet.
Hexenverfolgung
Weil Hexerei und Zauberei ab dem 12. Jahrhundert als Verbrechen galt und von der Kirche verfolgt wurde, werkelten die Hexen spätestens seit dieser Zeit nur noch im stillen Kämmerlein und trafen sich nicht mehr öffentlich.
Im 13. Jahrhundert gab es die erste Hexenverbrennung. Die Zeit des Hexenwahns und der Hexenverfolgung kostete unzähligen unschuldigen Frauen und Männern das Leben. Allein in Spanien sollen Ende des 15. Jahrhunderts 10.000 Hexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sein, die Bischöfe von Würzburg und Bamberg sollen Anfang des 17. Jahrhunderts sollen den Befehl gegeben haben, insgesamt nahezu 1800 Frauen hinrichten zu lassen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts gab es die letzten Todesurteile gegen Hexen.
Moderne Hexen
Auch über moderne Hexen herrschen geteilte Meinungen und Vorurteile, sie werden zwar nicht mehr verfolgt, aber doch oft mit Skepsis betrachtet und teilweise gemieden. Ganz klar ist zu sagen, dass moderne Hexen keine Schadenszauberer sind. Eine wahre Hexe hat ein reines Herz und verzaubert nicht sondern unterstützt ihre guten Absichten mit den Kräften der Natur. Nicht umsonst gibt es den Ausdruck Kräuterhexe für Kenner der natürlichen Wirkungen von Pflanzen, Ölen und Düften. Für manche Menschen ist es aber schon Hexerei, wenn jemand leichte Schlafstörungen mit einem Lavendeldufkissen bessert statt mit einer Schlaftablette. Magische Fähigkeiten hat eigentlich jeder nur die wenigsten nutzen sie.
Das Wort Hexe kommt aus dem Althochdeutschen hagussa als Zusammensetzung aus
Hag= Feld und
zussa= Schädigende
Man glaubte, dass diese Frauen Unglück herbeizaubern konnten.
Im Gegensatz dazu wurden Heilkundige Hexen als Kreuterweiblein bezeichnet.
Das englische hag bedeutete ursprünglich heilige Frau. Witch kommt aus dem Altenglischen
wicce= Wissen und dem Angelsächsischen
Wicca= weise Frau
Was eine moderne Hexe alles Braucht:
Positive Gedanken und die klare Absicht, nie jemandem schlechtes zu wünschen. Neugier auf das Wesen der Natur, ihre Kräfte und ihrem Rhythmus. Einen Lieblingsplatz, an dem du Dinge aufbewahrst, die für dich eine besondere Bedeutung haben. Den kannst du ganz nach deinem Geschmack gestalten, mit Blumen, Bildern oder auch Kerzen.
Kerzen gehören auf jeden Fall zum Hexenwerkzeug, ihr flackerndes Licht hat etwas Magisches an sich und macht eine schöne Stimmung.
Eine Duftlampe mit deinem Lieblingsduft zaubert ebenfalls eine schöne Atmosphäre. Vielleicht magst du auch lieber Räucherstäbchen.
(Halb-)Edelsteine sind schon seit der Antike für ihre magische Wirkung bekannt.
Ein Kräutertee bringt dich so richtig in Einklang mit der Natur.
Orakel
1001 Orakel
Orakel bestehen meistens aus einer großen Sammlung von Symbolen, wie z.B. das Runenorakel, oder Bildern wie bei dem bekannte Kartenorakel Tarot. Auch Zahlen und Buchstaben werden zum Orakel benutzt, etwa in der Numerologie. In esoterischen Buchhandlungen kannst du Unmengen von Orakelsets finden. Angefangen vom Baumorakel bis hin zum EdelsteinTarot, Elfenorakel, sogar ein Gummibärchenorakel gibt es.
Delphi
Das Orakel von Delphi ist die berühmteste griechische Orakelstätte. Dort verkünden die Pythien, von den Priestern ausgewählte Frauen, Orakelsprüche, zu denen Apollon, Gott der Weisheit, sie inspirierte. Griechen und Nichtgriechen kamen zum Tempel und Orakel von Delphi, um Rat einzuholen und dafür Opfer darzubringen. Von Priestern wurde der göttliche Rat den Propheten mitgeteilt. Und diese übersetzten den Orakelspruch für die Ratsuchenden. Um 390 n. chr. kam mit dem Verbot aller heidnischen Kulte durch Kaiser Theodosius das Ende für nicht nur diese Orakelstätte.
Zweideutige Antwort
Die Pythia gab teilweise zweideutige Antworten, die falsch gedeutet wurden: Der König Kroisus erhielt beispielsweise den Hinweis, wenn er in den Krieg ziehe, werde er ein großes Reich zerstören. Das Stimmte, nur war es nicht das gegnerische Reich sondern das eigene.
Das Wort Orakel kommt aus dem Lateinischen: oraculum (im Griechischen heißt es: manteion). Orare bedeutet beten. Oraculum bezeichnet sowohl den Ort, an dem die Menschen von ihrer Gottheit die Antwort auf ihre gestellte Frage erhalten, als auch die Weissagung selbst.
Der Rat Des Orakels
Wichtig ist, dass du niemals vom Orakel dein Leben bestimmen lässt und Entscheidungen davon abhängig machst. Sieh es als Ratgeber für den roten Faden in deinem Leben, indem du über die Antwort des Orakels nachdenkst. Sie gibt dir neben deiner eigenen Meinung neue Gesichtspunkte für deine eigene Entscheidung, die du Miteinbeziehen kannst. Ein Orakelspruch kann ein toller Hinweiß sein, wie du ein Problem am besten anpackst. Es ist so etwas wie der Rat des berühmten weisen Mannes oder der weisen Frau, die aus ihrer Lebenserfahrung heraus einen Tipp geben. Grundsätzlich solltest du keine Fragen über Leben und Tod stellen, auch nicht, über andere Personen, um zu erfahren, was sie nicht preisgeben wollen. Denn das ist nicht der Sinn und Zweck eines Orakels. Ein Orakel soll dir helfen, eine Antwort oder Erkenntnis zu finden, die bereits in dir schlummert.
Amulette
Talismane sind persönliche Glücksbringer ganz unterschiedlicher Art. Das kann eine Muschel vom Strand aus dem letzten Urlaub sein, der erste Zahn an einer Kette, ein selbst gefundenes vierblättriges Kleeblatt usw. Alle Dinge, die einen persönlichen Bezug zu dir haben, weil sie dich an etwas erinnern, das für dich wichtig ist. Sie sollen das Glück für dich anziehen wie das beliebte Hufeisen (bei dem ist zu beachten ist, dass es richtig aufgehängt wird, damit das Glück hineinfallen kann). Der Begriff Talisman stammt ab von dem altgriechischen Wort Teleo, was so viel bedeutet wie einweihen oder magisch aufladen. Im Arabischen bedeutet tilasm etwa ein geheimnisvolles Bild mit magischen Buchstaben.
Der Begriff Amulett lässt sich aus dem Arabischen hamalet ableiten, was übersetzt so viel wie Anhängsel bedeutet. Auch kleine Zettel mit magischen Sprüchen bezeichneten die Araber als hamalet. Die Schutzwirkung ist kulturell verankert. Amulette sind schon aus der Frühzeit als Grabbeigaben überliefert: Man gab sie den Verstorbenen als Geleit mit auf den letzten Weg in eine neue Welt. Und aus vielen alten Kulturen sind Gegenstände und Symbole bekannt, die zum Schutz vor dem bösen Blick dienten und schützende Kräfte freisetzen sollten. Auch in der Kirche finden wir Schutzsymbole: Das Kreuz oder Medaillen von heiligen Personen und Stätten. Meistens sind Amulette kleine Schmuckstücke, die man immer bei sich trägt. Du darfst dich allerdings nie abhängig davon machen oder abergläubisch werden. Es sind Symbole, die dich daran erinnern sollen, dass du selbst enorme Kräfte freisetzen kannst, um deinen Weg im leben zu finden und zu gehen.
Abstrakte Symbole wie das Pentagramm
Eines der bekanntesten Symbole überhaupt (wird auch Drudenfuß genannt). Es soll vor bösen und übernatürlichen Kräften schützen und gegen Zauber wirken, indem es alle Angriffe auf den Verursacher zurückwirft.
Göttliche Sinnbilder wie das Udjat (ägyptisch)
oder Horusauge
Das rechte Auge des Falkengottes Horus symbolisiert die Sonne, das linke den Mond. Die Sonne (das rechte Auge) stand für die Zukunft und Aktivität, während der Mond (das linke Auge) für Vergangenheit und Passivität stand
Sonnenamulett
Steht für Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Bringt Sonne und Leben.
Marsamulett
Stärkt körperliche Abwehrkräfte, gibt Energie, um Pläne zu verwirklichen.
Mondamulett
Zur Förderung künstlicher Talente und Intuition.
Venusamulett
Soll Liebe anziehen, indem es die eigene Anziehungskraft verstärkt.
Wichtig ist, dass du dein Amulett für dich persönlich aktivierst, indem du es mit einem kleinen Ritual auf dich einstimmst, um die kosmischen Kräfte für dich zu entfalten.
Rituale
Im Lateinischen bezeichnet ritus einen heiligen Brauch. Ein Ritual wiederholt sich zu bestimmten Zeiten oder Gegebenheiten. Doch auch, wenn die Aktionen sich wiederholen, ist das Ereignis immer neu. Denn beim Ritual bündeln wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Kraft. Das unterscheidet das Ritual so wesentlich von der Gewohnheit. Manchmal sind Gewohnheiten verkümmerte Rituale - wie ist es bei dir? Vielleicht lohnt es sich, aus ein paar Gewohnheiten wieder Rituale zu machen?
Zur Einstimmung auf ein großes Ritual solltest du dich jeweils erden, also fest mit Erdenergien verbinden. Stell dir einfach vor, du bist fest mit der Erde verwurzelt. Für deine Rituale solltest du dir deinen persönlichen Kraftplatz schaffen: Das kann ein kleiner Tisch sein, den du mit einer hübschen Decke schmückst, ein Platz im Regal oder auf der Fensterbank, auch ein Plätzchen unter einem Baum in freier Natur eignet sich hervorragend.