Totmüde lies ich mich wie jeden Abend in mein weiches Bett fallen, das auch - wenn alle Welt gegen mich war - immer zu mir halten und mir einen angenehmen Schlaf ermöglichen würde ... Knacks ... ein Balken brach entzwei und sorgte dafür das ich ein wenig nach unten sank. Ich ignorierte dieses Ereignis und schloss meine Augen um ENDLICH den mir wohlverdienten Schlaf zu bekommen. Blind fummelte meine linke Hand in der Luft herum, den AN-Schalter für das Radio suchend, während meine rechte damit beschäftigt war, meinen Körper in einen Kokon zu wickeln, den der normale Mensch als "Zudecke" bezeichnen würde. Doch eingewickelt wie ich es war traf diese Bezeichnung nicht mehr zu. Um die Füsse hatte ich eine kleine Decke geschlungen und eine grosse versteckte mich bis zum Kinn hinauf. Als ich die Decke etwas gelöst hatte und endlich wieder Luft bekam stand dem Schlaf eigentlich nichts mehr im Weg. "Ich muss pissen ..." dachte ich mir und starrte an die Decke. Wer kennt das nicht? Dieser Gottverdammte Harndrang, wenn man sich nichts sehnlicher wünscht als schlafen. Nun sollten die oberen Zeilen noch einmal gelesen werden, um sich den Vorgang nach dem Klobesuch noch einmal vorzustellen ... Danke! Kommen wir nun zum Hauptteil, den ich die ganze Zeit umschrieben hab ... Skurrile Träume Nachdem ich endlich zum Schlafen gekommen war und einige Stunden friedlich geruht hatte, riss ich gut ausgeschlafen die Augen wieder auf. Die Sonne schien bereits durch mein Gardinenbehangenes Fenster, Vögel zwitscherten und der Baum vor dem Glasscheiben schlug mit seinen Ästen dagegen als wolle er mich so wecken. Mir war sofort klar das ich träumte ... denn DIESE Landschaft ist in DIESER Ortschaft unmöglich. Wenn ich aus meinem kleinen Dachfenster schaue, sehe ich Trucks die von einer zementierten Kuhwiese herunterträckern und Bäume gibt es hier schon seit Äonen nicht mehr. Ich stiess mir meinen Fingernagel in die Haut und wollte loslachen, als ich erschrocken hochfuhr ... Schmerz ... Erschrocken über die Tatsache das es doch weh tat, starrte ich auf die Wunde die ich mir selbst zugefügt hatte und gestikulierte wild herum, ohne auch nur einen Ton aus meinem Mund zu stossen. "... Waldi ... ?" tönte es neben mir. Ich starrte in die Richtung aus der ich die Stimme vernommen hatte. Ein Bett stand da und eine junge Frau starrte mich verschlafen an. Die Haare von den Bewegungen im Schlaf zerzaust, die Müdigkeit stand ihr noch in den Augen. Moment ... wo befand ich mich? Im ganzen Zimmer lagen Bücher verteilt, an den weissgeputzen Wänden hingen Poster diverser Bands und ein unordentlicher Schreibtisch stand neben der Braunen Eichenholztür. "Ähä ... Morgen!" grinste ich verschwitzt. Waldi war ich ... klang wie so ein typischer Hundename. Es musste einfach ein Traum sein. "Waldi, du sprichst?!" ungläubig setzte sie sich auf und rieb sich den Schlaf endgültig aus den Augen. "Sag jetzt nichts ... ich bin ein Hund ..." antwortete ich und wollte mich aufrichten, als ich mit entsetzen feststellte, das ich mich in einem Körbchen befand. "Jedenfalls warst du das noch als ich gestern Abend eingeschlafen bin ..." kam es ungläubig leise zurück. Ein Fingerzeig von ihr verwies mich auf einen Spiegel, der auf einen kleinen Nachttisch lag. Ich glaub, ich war so ungläubig wie "Frauchen" selbst, denn ich traute mich kaum in den Spiegel zu sehen, nachdem sie die Güte besessen hatte, ihn mir zu überreichen. Doch Überwindung sei dank, einige Augenblicke später tat ich es und stellte mit entsetzen fest ... "Ich bin ein Löwe ..." Schweigend nickte sie mir zu und lies sich zurück auf ihr Kopfkissen fallen. "Gestern verreckt mir die Karre, dazu noch Stress mit den Alten und jetzt diesen Scheiss hier!" brüllte sie in die Federn und schüttelte wild mit dem Kopf. "Elza, was ist da oben bei dir los?" hörte ich eine andere Stimme rufen. Elza hies das Mädel also. Gut, gut. Name erkannt und gespeichert. "Nichts, Mutt ..." rief Elza zurück, schmetterte wieder ihren Kopf aufs Kissen und starrte mich mit einem Wände zerschmetternden Blick an. "Nun ... Waldi ... Du kannst sprechen und bist über Nacht mutiert. Und sonst so?" fragte sie und hob ihren Finger, um sich damit weh zu tun. "Lass ruhig, habs auch schon probiert, tut weh, ist unangenehm ..." antwortete ich und erst als der Scherzenschrei von drüben erklang, wusste ich das sie mir nun glauben würde. "Sonst kann ich dir nix dazu sagen, ich bin gestern bei mir zuhaus eingeschlafen und nun hier wieder aufgewacht, frag nicht was das zu bedeuten hat ..." "Okay, dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig als es zu nehmen wie es ist und erstmal so zu tun als wäre alles normal!" Elza war leicht aufgebracht, demnoch stand sie der selben Ratlosigkeit gegenüber wie ich. "Aber natürlich, das ist die beste Lösung. Du kommst mit einem sprechenden Löwe die Treppe herunter, der setzt sich mit an den Frühstückstisch und erzählt mit deinen Eltern über dies und das, wie er es jeden Morgen tut!" Mehr als sarkastische Sprüche fielen mit in diesem Moment nicht ein. "Du musst dich ja nicht so benehmen wie du es immer tust, sei doch einfach so wie die Viecher von aus Down under!" antwortete Elza leicht aufgebracht. "... Die Leben aber in Afrika ..." ich hob den Finger und grinste leicht dämlich. "Der Klugschiss musste ja kommen ..." schalmeite es zurück und eh ich mich versah hatte ich ein Kissen im Gesicht. Mit einem leicht mulmigen Gefühl verliesen wir das Zimmer von Elsa und gingen die Treppe hinunter. Wir standen vor der Tür zum Esszimmer, eine Standuhr tickte im Hintergrund und gruselige Gemälde hingen im Vorzimmer, die perfekte Atmosphäre für einen Horrorfilm oder für ein Treffen mit Eltern. "Okay, letzte Instruktionen ... nicht sprechen und immer brav sein ... auf den Befehl 'Platz' hinlegen, bei 'Sitz' hinsetzen ..." "Hälst du mich für bescheuert?" fuhr ich dazwischen. "Ich werd mich schon zusammen reissen können!" "Also gut, dann werden wir uns jetzt in die Höhle des Löwen begeben ..." sagte sie und griff nach dem Türknauf. "Ein selten dämliches Wortspiel ..." den Kommentar musste ich noch loslassen, bevor sich die Tür knarren öffnete und uns ein fröhliches Elternpaar entgegenstrahlte. "Guten Morgen Elza, hast du gut geschlafen?" fiepte es und die Mutter kam uns entgegengelaufen. Eine herrliche Dauerwelle hatte sie in ihren furchtbar Blonden Haaren. Ihre Zähne strahlten furchtbar weiss und in der Hand hatte sie eine Schüssel Müsli. Der Vater hatte eine Pfeife im Mund und trug ein Kariertes Hemd, er las in einer Zeitung und fuhr gerade in seine Plüschigen Hausschuhe, während auf der anderen Seite des Tisches eine kleine Schwester saß und ihre Puppen fütterte. Eine typische Hollywoodfamilie. Es musste einfach ein ALPtraum sein. "Das sind deine Eltern?" fragte leise als der Vater sich von der Mutter verabschiedete um auf Arbeit zu gehen. "... Ja ... das ist kein Traum ..." antwortete Elza und setzte sich an den Tisch. "Aber bevor ichs vergess!" grinste der Vater und ging in den Nebenraum. Dann zog er - ungelogen - ein halbes Zebra herein und grinste als hätte er soeben die Sonne verschluckt. "Für den kleinen Leo!" sagte er und lies das Vieh vor mir fallen. Schockiert sah ich hinüber zu Elza, die mir hastig eine Ess-Bewegung vormimte. Widerwillig biss ich in das Fleisch, um das schon mehrere Fliegen summten ... und kaute ... schmatze ... biss noch einmal hinein ... mein Kopf sagte NEIN doch alles andere in mir schrie JA bis ich in einen regelrechten Fresswahn verfiel. Ich schleuderte ein herausgerissenes Bein umher, fetzte Fleischbrocken hinaus und verschlang diese mit regelrechtem Heisshunger. Der Vater und die Mutter standen vor mir und lachten amüsiert, während Elza kreidebleich auf ihrem Stuhl saß, in der Hand einen Löffel von dem ein dicker Brocken Müsli zurück in die Schüssel klatschte. "Ach unser kleiner Leo!" feixten die Eltern und ich ... ja, ich kam mir dumm vor. Im Mund ein zerfleischtes Zebra saß ich in meiner Ecke und kaute auf dem Ding herum, während sich zwei Klischeehafte Elternteile über den Anblick amüsierten. Der Vater machte sich alsbald auf den Weg und auch die kleine Schwester musste zur Schule, sodass das zweite Filmklischee erfüllt wurde ... eine Mutter bereitet Massen von Nahrungsmitteln auf, jedoch isst die Familie nur einen Happen davon und muss dann fort, sodass die Reste einer Hollywoodfamilie einen ganzen Hungerstaat sättigen könnten. "ELZA!?" rief die Mutter plötzlich. "Kannst du bitte mit Leo eine Runde gehen, ich hab dafür jetzt keine Zeit!" Mir wurde plötzlich ganz kalt und als ich mich zu Elza wandt, war er wieder da - der Wände zertrümmernde Blick. "Gerne doch ... Mutter ..." antwortete sie und lies ein diabolisches Grinsen über ihr Gesicht fahren. Brav wie ich es nun mal sein sollte, nahm ich die von der Mutter bereit gelegte Leine ins Maul und schleppte mich hinüber zu Elza. Ich wagte mich kaum meinen Kopf zu heben, so peinlich war mir das. Auch sie schien nicht ganz ungerührt, denn sie riss mit die ... Löwenleine mit aller Gewalt aus dem Maul. "Vergiss den Maulkorb nicht!" sagte die alte Schranze von einer Mutter im Vorbeigehen und warf Elza sogleich diesen hinüber. Mit allem Kraftaufwand band sie mir das Teil um die Schnauze, zog die Leine fest und schliff mich draussen vor die Tür. "Mir gefällt daf dof auf nif!" lisbelte ich so gut es ging. "Dann soll einer von uns verdammt nochmal aufwachen!" grunzte Elza gereizt und schliff mich auf die Strasse. "du tuft mir weh!" ich versuchte mich verzweifelt aus dem würgendem Griff der Leine zu lösen. Endlich lies sie etwas lockerer. Zum Glück. Denn ich japste schon, als wäre ich minutenlang unter Wasser gewesen. "Stimmt ... du kannst ja auch nix dafür, das wir in dieser Situation sind ... sobald wir zurück sind, leg ich mich wieder hin und verschlaf den Traum hier ..." hörte ich da Resignation in ihrer Stimme? "Bift du dir sifer, daf du im Sflaf flafen kannft?" pfiff ich durch meinen persönlichen Maulkorb. "Mal schauen. Verletzen konnte ich mich ja auch ..." sagte sie. "Und nun mach dein Zeug, ich will wieder rein ..." "If kann nift wenn jemand tfufieht ..." ich errötete und winkte Elza davon. "... Merkwürdiger Fellball ..." keifte sie und wandt sich ab. Glücklich und frei hüpfte ich wieder in die Wohnung, während Elza nach oben in ihr Zimmer ging um sich wieder hinzulegen. Ich tänzelte in die Küche, setzte mich auf einen Stuhl und begann, mir ein Brötchen zu schmieren. Dabei pfiff ich die Auld Lang Syne und warf einen Blick in die Zeitung, die vor mir auf dem Tisch lag. Die Mutter kam grinsend in die Küche gelaufen, starrte mich entsetzt an und lies die Teller fallen, die sie in den Händen gehalten hatte. Verwundert sah ich sie an und biss in das Leberwurstbrötchen. "Was los?" fragte ich und verschränkte die Beine. "EEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEELZAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!" kreischte die Mutter und rannte aus dem Zimmer. "WAS IST DENN MUTTER?!" rief Elza gereizt aus ihrem Zimmer. "DER LÖWE SITZT IN DER KÜCHTE, SCHMIERT SICH EIN BRÖTCHEN, PFEIFT DIE AULD LANG SYNE, LIEST ZEITUNG UND REDET MIT MIR!!!" schrie sie verängstigt. Moment mal ... das hatte GAR keinen Sinn! Die halten sich einen Löwen als Haustier, schleppen mir ein halbes Zebra an, haben eine Löwenleine und einen speziellen Maulkorb ... und wenn man denkt, das das dann auch noch normal sein könnten, sofern man das als normal bezeichnen kann, ist es das nicht und alle drehen durch!? Ich war verwirrt ... Und als Elza die Treppe herunterstampfte, um mich zusammen zu stauchen wurde mir schwindelig und langsam kippte ich zu Boden. Als ich die Augen wieder aufschlug, lag ich in meinem Bett, immernoch verpuppt in meinen selbstgebauten Kokon und den klängen von "My Heart will go on" lauschend, während dicke Regentropfen auf mein Fenster prasseln, das ich mit einer Decke zugehängt hatte, um nicht vom Licht geweckt zu werden. Ich setzte mich auf und sah meine Hände an. Gut, sie waren menschlich ... erleichtert nahm ich einen Schluck aus meiner Flasche, die neben meinem Bett stand und lies mich zurück in mein Kissen fallen. "Doch nur ein Traum ..." grinste ich und machte mich bereit zum aufstehen, ohne die Wunde zu beachten, die auf meinem Arm vor sich hin heilte. +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ Teile dieser Geschichte sind erfunden (z.B. die Wunde) aber der Rest ist wirklich von mir geträumt worden o_O der Traum war so krank, das ich ihn einfach aufschreiben musste^^ +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++