Talents

Nachdem mir das Musical Talents (1. und 2. Februar 2003 in Aschaffenburg) so viel Spaß bereitet hat, habe ich in meiner Begeisterung fürs Schreiben folgenden "Artikel" verfasst, der allerdings nirgends veröffentlicht ist. Daher habe ich ihn auf mehrfachen Wunsch auf meine Homepage hochgeladen. Viel Vergnügen beim Lesen. Kommentare sind stets willkommen! Danke Maren, für deine Unterstützung! Und weiterhin viel Erfolg an alle Mitwirkenden!

Die Macher präsentieren ihre Arbeit bei www.auris-musicteam.de.




Talents ist Englisch und heißt �Talente�

oder: Was Duden und Griechenland mit einem Musical in Aschaffenburg zu tun haben

�Wir von MT1� sind in der Tat Talente! Der Titel verspricht nicht zu viel, erst recht, wenn man die ursprüngliche Bedeutung des Wortes zu Grunde legt. Es steht laut Duden sowohl für Begabung und Fähigkeit als auch für jemanden, der auf einem bestimmten Gebiet � beispielsweise Schauspiel � begabt ist. Beides trifft in diesem Fall zu.

Doch der Reihe nach: Das Musical hat mich mehrfach fesseln können. Es hat sich � nicht zuletzt wegen der lieben Menschen, die ich nach langer Zeit wiedergesehen hab � gelohnt, an diesem Sonntag nach Hause zu kommen. Die schrillen Kostüme und mitunter gewaltigen Stimmen wie zum Beispiel die von Sigrid Borchert, die mir eine Gänsehaut auf den Körper zauberte, machten diesen Abend zu einem Erlebnis für alle Sinne. Zwar war der Fan-Chor nicht so laut wie in einem Fußballstadion, doch sangen ja auch �nur� zwanzig junge Darstellerinnen und Darsteller und eben nicht 20.000. Dafür hat mich die professionell einstudierte und rübergebrachte Choreographie, insbesondere der Putzkolonne, beeindruckt.

Dass das Orchester bisweilen zu sehr abgemischt und damit künstlich klang, war vor dem Hintergrund der tollen Melodien mit ihren eingängigen Texten wenig störend. Denn vor allem die Charaktere überzeugten, allen voran Musikproduzent Fred, Maskenbildner Edgar und Showmasterin Amanda.

Die intelligente Namensgebung durch die Autoren des Stücks tat ihr übriges. Gerade Manuela Plischke haftet etwas Loriot-ähnliches an. Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden Personen � wie der Name der Röschen � waren natürlich rein zufällig. Oder ist ein Röschen kein Blümchen? Selbst die Mythologie kam nicht zu kurz. Wie die Kassandra der griechischen Sage gegenüber Apollon wies die Cassandra in Talents zunächst Horstens Liebe zurück, wobei sie allerdings entgegen ihrer antiken Namensbase schon zuvor keine Überzeugungskraft bei Fred aufbringen konnte. Wie musicalhaft, dass sie am Ende Horst einen Stern vom Himmel holt � ihm ganz alleine!

Da wir grad bei Fred und Griechenland waren. Noch nicht genug mit dem Duden! Dort heißt es nämlich weiter: Talent ist � wir ahnen es � eine altgriechische Gewichts- und Geldeinheit. Dabei denke ich sofort an Freds Millionen *Geld* und Juwelen *Geld*. Die Autoren des Stücks wurden hier einmal mehr von der Muse geküsst, ohne ans *Geld* zu denken, wie die drei Damen, die stets treu und gekonnt ihrem Geldheld hinterher kokettierten. Alles in allem also bot das Stück von den Machern über den Orchestergraben bis hinauf auf die Bühne eine gelungene Talentshow. Ich wünsche uns ein solches Ergebnis immer, wenn junge Talente und alte Hasen derart gelungen zusammenarbeiten. Eine Frage ließ das Musical wohl aber offen: Was macht denn nun die Palme in der Ecke? Was mich betrifft, so hab ich jetzt Pauseeeeeeee *bananeverführerischess*

Jens Kutscher Hier ist der Text zu Ende.

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