Ich weiss, dass du nicht schläfst. Ich höre Dich in Deinem Zimmer auf und ab gehen. Du bist verzweifelt, verzweifelt und müde. Dennoch findest Du keinen Schlaf.
Du bist mehr derselbe. Ich erinnere mich noch an Dein übermütiges Lachen, als wir aus dem Zuge stiegen. Du warst gespannt auf Deutschland. Deine Begesterung war uns, die wiruns fürchteten, wilkommen. Wir hatten Angst, Angst vor der Sprache und Angst vor den Menchen. Du hast nur über uns gelacht.
Die Anforderungen, die der Sprachkurs stellte, waren nicht hoch. Und doch hast Du Tag und Nacht gearbeitet. Du mentest, dass es endlich an der Zeit sei, den 'Taugenichts' auf deutsch zu lesen. Als ich Dich kennenlernte, lag das Buch schon auf Deinem Nattisch. Auch Dich zog es hinaus in die Fremde, fort von Deines Vaters Mühle.
Deine Bücher waren es, die Dich betrogen haben. Sogar Eichendorff hat Dich zum Narren gehalten. Dass Deutschland inn Dir einen Fremden sehen würde, daran hattest Du nicht gedacht. Die Menchen haben sich von Dir abgewendet. Auch Dein Lachen haben sie überhört. Vom Lebenwollen sie nichts mehr wissen, sie haben aufgehört, nach Schönheit zu streben. Dir war, als ob Du mit jedem Tag dahinstürbest.
Du fuhrst zurück in die Heimat, und trotsdem war uns beiden nicht wohl dabei. Wir hatten uns nicht geirrt. Zwei Wochen später standest Du an der Tür. Du hatten beschämt den Blick gesenkt. Als ich bat, mich anzusehen, sagtest Du nur:"Lieber Fremder in der Fremde als Fremder im eigenen Land."