Teil 8

Laura, Remy und Mildred fuhren mit ihrem Mietwagen zum ‚Big Pine Inn’. Auf der Fahrt schwiegen sie sich an. Remy hätte Laura gerne etwas Romantisches gesagt. Doch mit Mildred im Schlepptau war das nicht möglich. Die Fahrt schien ewig zu dauern, dabei war die Pension mit dem Auto nur knappe 20 Minuten vom Griswoldschen Haus entfernt.

Endlich waren sie an ihrer Bleibe angekommen. Es war erst 21.37 Uhr. Eigentlich viel zu früh für’s Bett.

Doch Mildred verkündete gleich in der Hotellobby: „Ich bin müde. Ich gehe schlafen. Wir sehen uns dann morgen früh.“ Und schon war sie weg.

Laura und Remy blieben eine Weile unschlüssig stehen.

Dann schlug Remy vor: „Ich glaube, das mit dem Bett ist eine gute Idee.“

Laura wollte schon protestieren, doch Remy hakte sie bei sich unter und ging mit ihr gemächlich die Treppe hinauf.

Oben angekommen, betraten sie ihr Zimmer. Beide waren unsicher. Beide ermahnten sich selbst: „Komm schon. Du bist doch ein erwachsener Mensch.“

Laura hatte trotzdem immer noch Angst davor, Remy wollte sie einfach so zu sich in die Falle locken. Und sie ausnutzen. Sie setzte an, um was zu sagen, genauso wie Remy, der das Gleiche im selben Moment tat und ihr so das Wort abschnitt. Beide waren sie nicht weit gekommen, also meinte Remy: „Du zuerst.“

„Wo wirst du schlafen?“, fragte Laura unverblümt. Denn es gab hier zwar ein Doppelbett, aber keine Couch.

Er antwortete: „Mach dir um mich keine Sorgen. Ich komme schon zurecht.“ Daraufhin schnappte er sich ein Kissen und eine Decke und verschwand damit ins Badezimmer.

Während Laura sich auszog, kam er noch einmal ins Zimmer zurück, um seinen Pyjama zu holen. Er wendete diskret den Blick von Laura ab, die nur in Unterwäsche da stand.

Remy packte nur schnell seinen neuen Pyjama aus und machte sich dann, ohne weiteres Wort, zurück ins Badezimmer.

Laura zog ihr Nachthemd, ein simples, weißes Oma-Teil an, das sie sich vorhin gekauft hatte und schlüpfte unter die Decke. Sie dachte nach: „Warum vertraue ich ihm nicht? Er scheint doch ein richtiger Gentleman zu sein. Er hat nicht mal versucht, einen Blick auf mich zu werfen, geschweige denn, seine Hände auf mich zu legen, dabei stand ich fast nackt vor ihm. Und jetzt will er in der Badewanne übernachten.“

Sie sah sich im Zimmer um. Da erblickte sie in der Ecke ein Klappbett. Sie wollte gerade aufstehen, um Remy zu holen, als dieser ächzend aus dem Badezimmer geschlurft kam.

„Remy.“, schrie sie. „Guck doch mal, in der Ecke da, steht ein Klappbett. Wir stellen das auf und dann legst du dich da rein.“

„Oh, gut. Gute Idee, Laura. Mein Genick tut höllisch weh.“, stimmte der Detektiv zu, glücklich darüber, die Nacht doch nicht in der harten Wanne verbringen zu müssen.

Während er nun das Klappbett aufstellte, holte Laura sein Bettzeug aus dem Badezimmer.

Schlussendlich lag Remy einigermaßen bequem auf dem Ersatzbett und Laura stieg wieder ins Doppelbett. Sie löschte das Licht und meinte: „Gute Nacht, Mr. Steele.“

„Gute Nacht, Miss Holt.“, antwortete der und versuchte, zu schlafen.

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