Teil 4

Auf die 3 Detektive wartete jedoch eine böse Überraschung am Flughafen. Ihr Gepäck war verschwunden. Einfach verloren gegangen.

„Wie, in drei Teufels Namen, kann man drei Koffer verlieren?“, schrie Laura aufgeregt.

Mildred sah sie nur ratlos an.

Remy ergriff die Initiative und machte einen Vorschlag, nachdem er eine große Werbetafel eines nahe gelegenen Einkaufszentrums erspäht hatte: „Wisst ihr was? Wir fahren jetzt in die ‚Hancock Shopping Mall’, und kaufen uns einfach neue Sachen, hm? Was meint ihr?“

Mildred meinte arglos: „OK, Chef.“

„Tja, das scheint wohl wirklich das Beste zu sein.“, stimmte Laura widerstrebend zu.

Es blieb ihnen auch keine andere Wahl. So stiegen sie also in ein Taxi vor dem Flughafengebäude und fuhren los.

****

Die ‚Hancock Shopping Mall’ war gigantisch und lag auf einem riesigen Gelände mitten im Nirgendwo. Hier konnte man alles finden, was das Herz begehrt: Von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Spielzeug, Elektronik, Büchern, CDs und DVDs, Schreibwaren, Deko- und Geschenkartikeln, Haushaltswaren, Badezimmerausstattungen, Möbeln und noch vieles mehr. Es gab auch mehrere Restaurants, Cafés und sogar ein Kino mit 14 Sälen. Letzteres wäre für Remy zwar ideal gewesen, aber zum Filme gucken hatten sie jetzt wirklich keine Zeit.

Das Shopping-Center war natürlich auch festlich geschmückt. Mehrere Weihnachtsbäume standen verteilt im Mittelgang, von überallher lachten und winkten Pappweihnachtsmänner und Plastikrentiere von den Wänden. Und die Beleuchtung war atemberaubend. Eben typisch amerikanischer Weihnachtskitsch.

Laura meinte schließlich: „Ich schlage vor, wir trennen uns und treffen uns in zwei Stunden wieder hier am Haupteingang.“

„Ist gut, Miss Holt.“, stimmte Mildred zu und watschelte kauffreudig davon.

„Bis nachher, Mr. Steele.“, wandte Laura sich nun an Remy und noch bevor er was sagen konnte, war sie weg.

Remy blieb enttäuscht stehen. Soweit zu seinem romantischen Einkaufsbummel mit Laura. Dann entschloss er sich jedoch, erstmal in die Herrenbekleidungsabteilung zu gehen.

Mildred kaufte sich ein paar einfache Kleider, wie sie sie immer trug.

Laura kaufte sich einen schicken Zweiteiler und mehrere Blusen verschiedener Farben.

Remy hatte sich ein paar Anzüge gekauft, graue, blaue und schwarze. Er hasste zwar Kleidung von der Stange – es ging schließlich nichts über maßgeschneiderte Ware – aber unter den momentanen Umständen musste er in den sauren Apfel beißen. Er hatte jetzt noch fast eine Stunde Zeit und er brauche noch unbedingt ein Weihnachtsgeschenk für Laura.

Da kam er an einem Dessous-Laden vorbei. Er überlegte kurz und betrat das Geschäft schlussendlich. Er sah sich drinnen kurz um und blieb an einem Wühltisch mit Damenunterwäsche stehen.

Gleich darauf trat eine Verkäuferin auf ihn zu. Die 24jährige hatte Modelmaße und ein schönes Gesicht, mit großen, dunkelbraunen Augen, dazu lange, braune Haare. Alles in allem eine attraktive Erscheinung. Jetzt fragte sie den Detektiv mit ihrer sexy Stimme: „Kann ich Ihnen helfen, Sir?“

Remy schreckte auf und stammelte: „Ich bin nur so am Fummeln… äh… Bummeln.“ Er errötete und zog einmal an seinem Hemdkragen. Dann fuhr er weiter: „Ist wirklich eine Busenhitze… äh… böse Hitze.“

„Sie haben ja auch Ihren Mantel an.“, stellte die Verkäuferin fest.

„Wirklich? Ah ja, stimmt.“

„Suchen Sie was Bestimmtes?“

„Na ja, es soll ein Geschenk sein.“, stotterte er unsicher.

„Für Ihre Frau oder Ihre Freundin?“

„Frau… äh… Freundin… na ja…“

Die Verkäuferin zeigte ihm verschiedene Sachen.

Doch Remy konnte sich für nichts entscheiden. Was tat er überhaupt hier? Sollte es wirklich eine gute Idee sein, Laura Dessous zu kaufen? Er wollte gerade ablehnen und erklären, er würde sich doch besser nach was anderem umsehen, als Mildred auf ihn zukam.

Sie meinte hektisch: „Kommen Sie, Boss, wir müssen los. Miss Holt wartet schon auf uns.“

„Ja, aber…“

„Kein Aber.“, erwiderte sie streng und zerrte ihren Chef rabiat zum Haupteingang.

Laura hatte von einem Münzfernsprecher aus ein Taxi bestellt. Dieses wartete nun draußen auf sie, um sie zu ihrem Hotel, dem ‚Big Pine Inn’, zu bringen.

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