Teil 3
L.A.X.
Remy, Laura und Mildred hatten gerade den Check-In erledigt und waren, erstaunlicherweise problemlos, durch die Personenkontrolle gegangen. Eigentlich schien das ein gutes Zeichen für den restlichen Verlauf der Reise zu sein. Nur eines bedauerte Remy: Durch den Feiertagsbetrieb war es nicht mehr möglich gewesen, einen Platz neben Laura zu bekommen. Das versprach also, ein langweiliger Flug zu werden.
„Ach, Boss…“, tröstete Mildred ihn, „in vier Stunden sind wir da. Sie werden sehen, die gehen schnell vorbei.“
„Wenn Sie meinen, Mildred. Mir kommt’s so vor, als ob wir ewig unterwegs sein werden. Vier Stunden sind eine verdammt lange Zeit.“, meinte er enttäuscht.
Die drei tranken einen Kaffee in der Snack-Bar des Flughafens, während sie darauf warteten, dass ihr Flug von L.A. nach Colorado Springs aufgerufen werden würde.
Laura meinte spöttisch: „Ich hoffe, Mr. Steele, dass du genug Wintersachen mitgenommen hast. In Colorado herrschen nämlich gerade Temperaturen von angenehmen 20 bis 25°C unter Null.“
Remy zog einen Flunsch: „Oh, nö!“ Dann aber fiel ihm etwas ein und er antwortete mit einem schelmischen Grinsen: „Nun, Miss Holt, dann müssen wir eben sehr eng zusammenarbeiten.“
„Das hättest du wohl gern.“, erwiderte sie mit einem ahnungsvollen Grinsen.
„Du kannst dir nicht vorstellen, wie gerne.“, gab er charmant zurück.
Da unterbrach Mildred ihre Flirterei: „Boss, hören Sie mal, unser Flug ist dran.“
„Also dann, Ladies, auf nach Colorado Springs.“, meinte Remy und die drei standen auf, um ihr Flugzeug zu erwischen.
*****
In der Boeing 747.
Flug Nummer 368759 L.A.X. – Colorado Springs Airport.
Laura saß eingequetscht in der mittleren Reihe zwischen zwei stämmigen Frauen mittleren Alters, die sich lautstark und ohne Unterbrechung auf Spanisch unterhielten. Lauras Kopf dröhnte. Sie hoffte, den beiden würden bald die Gesprächsthemen ausgehen. Dem schien jedoch nicht so.
‚Na toll!’ dachte sie mürrisch. ‚Wenn das so weitergeht, fallen mir hier noch die Ohren ab.’
Remy hatte es nicht besser getroffen. Er saß neben einer jungen, hübschen aber hochschwangeren Frau um die 30, die ihn die ganze Zeit schwärmerisch angrinste. Das war ihm sichtlich unangenehm.
‚Die sucht wohl `nen Vater für das Kind.’, dachte er. ‚Dann soll sie mal schön weitersuchen.’ Er hoffte insgeheim, dass er hier nicht noch Geburtshelfer würde spielen müssen.
Nur Mildred hatte anscheinend das große Los gezogen. Sie saß neben einem älteren, eleganten Herrn mit grauen Haaren, der einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und rot-schwarz-gestreifter Krawatte trug. Dieser Mann machte der Sekretärin den ganzen Flug über Avancen und diese war mehr als geschmeichelt. Die beiden tauschten Telefonnummern aus, als sie feststellten, dass sie gut miteinander harmonieren würden.
Endlich, nach vier endlos scheinenden Stunden, landete der Jumbo-Jet auf dem kleinen Flughafen von Colorado Springs.
*****
„Gott sei Dank!“, stöhnte Laura erleichtert, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Das Gleiche dachte auch Remy. Doch Mildred erzählte gutgelaunt von ihrer neuen Bekanntschaft.
„Schön für Sie!“, entgegneten die beiden Detektive gespielt freundlich.
Alles, was Laura und Remy jetzt wollten, war, ihr Gepäck abzuholen und dann so schnell wie möglich zum ‚Big Pine Inn’, ihrer Unterkunft für die nächsten paar Tage, zu fahren.