STEELE UNRECOGNIZABLE

 

Prolog

 

Laura und Remy verfolgten zu Fuß einen Handtaschendieb, den sie vor gerade mal 5 Minuten auf frischer Tat ertappt hatten. Der bärtige, blonde, schlanke Mann um die 35 bog in eine dunkle Gasse ab. Die beiden Detektive taten es ihm gleich, doch sie hatten ihn offensichtlich verloren. Laura lief noch ein Stück weiter, während Remy kurz stehen blieb, um zu verschnaufen. Gerade, als er Laura einholen wollte, spürte er einen Schlag auf seinen Hinterkopf und es wurde ihm schwarz vor Augen.

 

Teil 1

 

Als Remy eine Stunde später wieder zu sich kam, lag er auf der Couch in Lauras Wohnung. Laura bemerkte, dass er aufwachte und ging auf ihn zu: „Oh, Remington, ich bin ja so froh, dass du wieder wach bist.“ Sie setzte sich neben ihn auf die Couch. Er richtete sich auf und fragte: „Wer bist du denn? Wo bin ich hier überhaupt?“

Laura war sprachlos, doch bevor sie ihm eine Antwort geben konnte, murmelte er weiter: „Wow! Das muss gestern Abend ja ein Mega-Besäufnis gewesen sein, wenn ich mich nicht mal mehr an die Nutte erinnern kann, mit der ich die Nacht verbracht habe. War ich gut?“ fragte er schelmisch grinsend. Er kassierte mit dieser Bemerkung jedoch bloß eine Ohrfeige, die sich gewaschen hatte. „Au! Verdammt! Hätte wohl nicht das Wort Nutte benutzen dürfen, wie? OK, ich weiß, ich sollte netter sein zu euch Ladies, aber, hey, ich bin nun mal, wie ich bin…“

„Ich bin keine… Remy, weißt du denn nicht mehr, wer ich bin? Und wer du bist?“

„Natürlich weiß ich, wer du bist. Du bist… ähm…“ Grübelnd runzelte er die Stirn.

„Oh, du Armer. Du hast dein Gedächtnis verloren.“, meinte Laura und umarmte ihn.

Remy verstand das jedoch falsch und wollte mit ihr rummachen, wogegen sie sich heftig wehrte. Schließlich konnte sie sich von ihm losreißen und schrie ihn an: „Was fällt dir ein, du dreckiger…?“

„Ihr Weiber wisst auch nie, was ihr wollt… Zuerst einem um den Hals fallen und dann ´nen Rückzieher machen.“ erwiderte Remy sauer.

„Tut mir leid, aber wir haben nun mal nicht so ´ne Art von Beziehung.“

„Und was mach ich dann hier?“

„Weißt du was? Ich fahr jetzt mit dir zu deiner Wohnung. Da wirst du dich bestimmt an etwas erinnern.“

„Auch gut.“ murmelte Remy enttäuscht, während er dachte: „Ich könnte sie auf der Stelle vögeln, ohne lange zu fackeln.“ Die Kleine gefiel ihm offenbar.

 

Teil 2

 

Laura öffnete die Tür zu Remys Wohnung und die beiden traten ein.

„So, Remy, hier wohnst du. Na, erinnerst du dich an was?“ fragte Laura gespannt.

„Das is echt meine Hütte? Ach, du dicke Scheiße! War der Innenarchitekt schwul? Und was sollen diese ganzen Filmplakate hier? Bin ich etwa im Kino oder was?“

„Oh, mein Gott! Sag bloß nicht… Nein, das kann nicht sein. Der Schlag auf den Schädel muss doch sehr hart gewesen sein. Remy, du liebst alte Filme. Kannst du dich denn nicht mal mehr daran erinnern?“ fragte Laura entsetzt. Verzweifelt fing sie an, berühmte Hollywood-Schauspieler aufzuzählen. Doch bei Remy schien das nichts zu bewirken.

„Kenne ich echt so viele Leute? Wow!“ meinte er nur.

„Remy, du musst doch wissen, wer Humphrey Bogart ist. Der ist dein großes Vorbild. Du willst doch immer so sein wie er. Sam Spade, Philip Marlowe…“

„Hey, mal halblang, Süße, ich bin nicht wie irgendein anderer Typ, auch wenn du das gerne hättest.“ Er sah sich im Rest der Wohnung um. „Coole Küche. Ich wünschte, ich könnte kochen.“

„Aber das kannst du doch. Sehr gut sogar.“

„Echt??“

„Ja, wir haben doch schon öfter hier gegessen. Ente in Rotwein ist deine Spezialität.“

„Wow. Ich kann gut kochen. Geil!“ stellte Remy beeindruckt fest und betrat das Badezimmer, wo er als erstes das Aftershave ausprobierte. „Üärgh! Boah! Sag bloß nicht, ich benutze das Zeug hier wirklich. Das stinkt ja zum Kotzen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten, ging er weiter ins Schlafzimmer, wo er seinen Kleiderschrank inspizierte. „Leck mich am Arsch! Das gibt’s nicht. Wo kommen denn die vielen Anzüge her? Ich trag doch nie welche. Viel zu unbequem und zu langweilig… Ah!“ Er hatte im hinteren Teil des Schranks Freizeitkleidung und Turnschuhe entdeckt. „Schon besser“, meinte er fröhlich.

„Hör mal, Remington, ich muss jetzt mal in die Agentur. Du kannst dich ja noch ein bisschen hier amüsieren und später nachkommen.“

„Wohin?“

„In die Agentur. Weißt du was? Ich sag Fred Bescheid und er kommt dich in, sagen wir, einer Stunde abholen, ok?“

„Jo, is voll phat. Bis dann!“ sagte er und machte mit seiner Wohnungsinspektion weiter.

„Ja“, nuschelte Laura und ging, ohne sich zu verabschieden, traurig weg. Er hätte das sowieso nicht mitgekriegt.

Der Remington Steele, den sie kannte und mochte, existierte nicht mehr.

 

Teil 3

 

Eine Stunde später betrat Remy gutgelaunt die Agentur.

Als Mildred ihn sah, stockte ihr der Atem. Und Laura war mehr als nur entsetzt. Da kam nämlich nicht der elegante Mr. Steele, sondern ein Kaugummi kauender Proll in Jogginghose und Turnschuhen. Seine Haare hatte er mit Gel nach hinten gekämmt und sein buntes Hemd à la Magnum war bis weit unten aufgeknöpft, so dass man seine sonnengebräunte Brust sehen konnte. (Anm. der Autorin: *sabber*, *lol*) Dies in Kombination mit seiner Kette, dem Armband und dem Ring noch dazu verlieh ihm das Erscheinungsbild eines Zuhälters.

Laura marschierte sofort auf ihn zu: „Wie siehst du denn aus?“

„Geilo steilo, hä? Hatte Glück, dass ich das noch gefunden habe, zwischen all den grauen Anzügen.“ antwortete Remy selbstzufrieden.

„Ich fass es nicht. Hoffentlich sieht keiner unserer Klienten dich so.“ meinte Laura sauer und verschwand in ihr Büro.

„Was hat die denn?“ fragte er Mildred.

„Aber, Chef, sonst sind Sie doch immer piekfein angezogen.“

„Chef? Ich? Voll krass! Aber wenn ich der Chef bin, kann ich hier rumlaufen, wie ich will.“

„Na gut, aber Miss Holt ist nicht sehr erfreut.“

„Miss Holt? Wer ist das?“

„Machen Sie Witze?“

„Wieso?“

„Miss Holt. Ihre Assistentin. Die gerade hier war.“

„Ah, die Kleine von heute morgen.“

„Wie bitte?!“ fragte Mildred entsetzt.

„Dann ist sie also doch keine Nutte.“ stellte Remy enttäuscht fest.

Mildred verstand nur noch Bahnhof.

 

Teil 4

 

Remy sah sich derweil in der Agentur um. Er öffnete eine Tür und stand in einem großen Büro. Das war bestimmt seins. Er betrachtete die Fotos an der Wand über der Couch und dachte nur: „Das kann doch unmöglich ich sein. Auf den Bildern seh ich ja total bescheuert aus.“

Dann sah er noch eine Tür. Er öffnete sie und stand in Lauras kleinem Büro. „Ah, hi, Cuttie“, rief er fröhlich.

Laura war stocksauer: „Nenn mich nicht Cuttie.“

„Aber warum denn nicht? Ist doch süß. Das ist das irische Wort für Mädel. Die anderen Tussis stehen drauf.“

„Mein Name ist Laura.“

„OK, Cuttie…ähm… upps…Laura.“

Sie quittierte das mit einem Grunzen.

Remy ging auf sie zu. „Weißt du, Laura, das hier ist genau der richtige Ort.“

„Wofür?“

„Dafür.“ Er zog sie mit einem Ruck an sich und küsste sie.

Laura versuchte, sich zu befreien, musste aber feststellen, dass das gar nicht so leicht war. Remy hatte einen festen Griff und dachte nicht dran, sie loszulassen. Schließlich lockerte er seinen Griff ein wenig und meinte: „Lass es uns gleich hier tun!“

„Was tun?“

„Komm schon. Du weißt genau, was ich meine. Lass es uns gleich hier treiben.“

„Nein!“ schrie Laura.

„Wir schließen ab und schicken den alten Vorzimmerdrachen nach Hause.“

„Hör doch endlich auf damit!“ brüllte Laura. „Zwischen uns läuft nichts. Kapier das doch endlich.“

„OK, du hast recht. In meiner Wohnung wär´s doch besser. Da wären wir ungestört.“

„Ach, du kannst mich mal!“ keifte Laura.

„Aber mit Vergnügen!“, antwortete Remy, worauf Laura ihn mit den Worten „Geh nach Hause!“ aus der Detektei schmiss.

Grinsend meinte er noch zu Mildred: „Die kleine Wildkatze da drin is echt scharf auf mich.“ und ließ sich dann von Fred in der Limo nach Hause fahren.

 

Teil 5

 

Laura plagte bald das schlechte Gewissen. Sie beschloss, noch am selben Abend zu ihm nach Hause zu fahren und mit ihm zu reden. Es war ja nicht seine Schuld, dass er sein Gedächtnis verloren hatte. Wenn Sie ihm heute Abend in aller Ruhe und unter vier Augen die Situation erklären würde, könnte er sich vielleicht doch wieder erinnern.

Als sie an Remys Wohnungstür kam, hörte sie schon laute Popmusik, Gebrüll und splitterndes Glas. Remy öffnete ihr die Tür. Fröhlich und besoffen, mit einer Flasche Bier in der Hand, begrüßte er sie. „Hi, Cuttie, komm rein!“ Hier läuft gerade die wildeste Party des Jahrhunderts.“

Damit hatte er nicht übertrieben, wie Laura bald herausfand. Wo er die ganzen Menschen für seine private Orgie aufgetrieben hatte, war ihr ein Rätsel.

Remy hielt ihr eine Flasche Bier vor die Nase. „Hier, für dich.“ Dabei rülpste er.

„Nein, danke, ich trinke keinen Alkohol.“ lehnte Laura entschieden ab.

„Och bitte. Du kennst doch das Sprichwort: Wie kommen wir zusammen? … Sternförmig. Und wie gehen wir wieder auseinander? … Sternhagelvoll.“

„Ich wollte eigentlich nur mit dir reden.“

„OK, später. Ich muss mich jetzt mal um meine anderen Gäste kümmern.“ Er ging auf eine Gruppe von besoffenen Proleten zu und grölte: „Einer geht noch. Einer geht noch rein.“

Laura saß ziemlich verloren auf der Couch. Sie wusste nicht, ob sie gehen oder bleiben sollte, also wartete sie noch ein bisschen und dachte nach.

Kurz darauf kam Remy zurück, ließ sich neben ihr auf die Couch fallen und meinte: „Schätzeken, ich liebe jeden Muskel in dir. Besonders meinen.“

Und wieder hatte er alle fünf Finger im Gesicht.

„Da mach ich dir ein Kompliment und dann gefällt dir das auch nicht.“ Achselzuckend stand er auf und schwankte wieder zu seinen neuen Freunden. Diesmal grölte er: „Olé, wir fahr´n zum Puff nach Barcelona.“

Jetzt wurde es Laura doch zu blöd und sie verließ die Wohnung, die Tür hinter sich zuschlagend.

Als Remy und seine Freunde das bemerkten, waren sie einen Moment mucksmäuschenstill und dann fingen sie an zu grölen: „My bunny is over the ocean.“

Zu Hause angekommen, ging Laura weinend ins Bett. Sie vermisste ihren eleganten, charmanten Remy.

 

Teil 6

 

Am nächsten Morgen ging Laura zu Remys Wohnung. Vielleicht könnte sie jetzt mit ihm reden. Als sie dort ankam, stand die Tür zu seinem Apartment sperrangelweit offen. Die Wohnung selbst glich einem Schlachtfeld: Leere Bierflaschen waren über den ganzen Boden verstreut, vom Deckenventilator baumelte ein BH runter, überall lagen Plastikbecher, leere Chipstüten und Popcorn. Und inmitten dieses Chaos auf der Couch lag eine Schnapsleiche, die eine leere Whiskyflasche wie einen Teddy umarmt festhielt. Bei näherem Hinsehen musste Laura feststellen, dass der Komatöse dort Remy war. Er rutschte langsam von der Couch und plumpste auf den Boden. Sie schüttelte ihn wach. „Lebst du noch?“ fragte sie ihn besorgt.

Remy setzte sich vorsichtig zurück auf die Couch und forderte Laura dazu auf, sich neben ihn zu setzen, was sie denn auch tat. Er murmelte: „Wow! Sieht so aus, als wär hier drin einer explodiert.“

„Woah, du riechst wie ´ne Schnapsbrennerei!“ meinte Laura.

„Ist das ein neues Kleid?“

„Ja“, antwortete Laura stolz.

Remy beugte sich zu ihr vor und für einen kurzen Moment dachte sie, er wolle sie küssen. Doch stattdessen übergab er sich auf ihr schönes, neues Designerkleid.

„Oh, du bist widerlich“, schrie Laura, verpasste ihm erneut eine schallende Backpfeife, sprang auf und lief ins Badezimmer, um den schlimmsten Schaden zu beseitigen.

Bleich und unrasiert stolperte Remy hinter ihr ins Bad, schnappte sich die Rolle WC-Papier und versuchte, ihr dabei zu helfen, ihr Kleid zu reinigen.

„Fass mich nicht an!“ brüllte sie ihn nur an und stürmte aus der Wohnung.

„Icy calm“, dachte Remy noch. Er verstand allerdings nicht, woher er den Spruch hatte.

 

Teil 7

 

Nachmittags kam Laura zurück zu Remys Wohnung. Es hatte ihr keine Ruhe gelassen, ihn so alleine mit dem Aufräumen zu lassen. Als sie die Treppe hochkam, sah sie gerade, wie eine Putzfrau das Apartment verließ. Offensichtlich hatte er Lauras Hilfe nicht gebraucht. Auch gut. Laura betrat also Remys Wohnung.

Der zögerte nicht lange, sondern drückte ihr gleich 2 riesige, schwere Müllsäcke in die Hand: „Schätzeken, bring das doch mal runter. Ich komm auch mit“, meinte er, schnappte sich die übrig gebliebene, kleine Plastiktüte und ging voraus. „Komm schon!“ fuhr er sie noch an.

Widerwillig tat sie, was er sagte. Da der Lift nicht funktionierte an diesem Tag, mussten sie die Treppe benutzen. Da geschah das Unglück. An der 2. Stufe geriet Laura ins Stolpern und riss Remy mit. Die beiden polterten die Treppe hinunter.

 

Teil 8

 

Remy stand vorsichtig auf und hielt sich den Kopf, den er an der Wand angeschlagen hatte. Erst nach und nach realisierte er, was geschehen war.

Er sah Laura, die bewusstlos auf dem Boden lag. „Oh, mein Gott! Laura! Wach auf, bitte!“ flehte er sie an.

Doch sie reagierte nicht.

Verzweifelt hob er sie auf und trug sie zurück in seine Wohnung. wo er sie behutsam ins Bett legte. Danach räumte er schnell die Sauerei im Treppenhaus weg.

Dabei ging er an einem großen Spiegel vorbei und bemerkte seinen Aufzug: „Was ist denn das? So kann ich doch unmöglich rumlaufen.“

Das Erste, was er also tat, nachdem er in sein Apartment zurückgekehrt war, war sich auch äußerlich in den normalen Remy zurückzuverwandeln.

 

Teil 9

 

Als Laura zu sich kam, saß Remy neben ihr auf dem Bett und hielt ihre Hand. „Laura, ich dachte schon, du würdest nie mehr aufwachen.“

Langsam dämmerte es ihr. Sie war verheiratet, oder?! Und scheinbar war der Kerl auf dem Bett ihr Ehemann. Wow! Sah der gut aus. Eigentlich müsste es verboten sein, so unverschämt gut auszusehen.

Sie setzte sich auf und fiel regelrecht über den verdutzten Remy her.

„Ähm… Miss Holt!“ stammelte Remy verlegen und hielt sie bei den Händen.

„Warum siezt du mich? Ich bin doch deine Ehefrau, Liebling.“

Remy zog eine entsetzte Grimasse. Jetzt begriff er, was los war. Overboard, Goldie Hawn, Kurt Russell MGM, 1987.

Laura hatte bei dem Unfall ihr Gedächtnis verloren.

„Laura, hör mir jetzt mal gut zu. Und unterbrich mich nicht.“

„OK“, sagte Laura mit einem verträumten Lächeln. Sie fand, dass der Typ etwas schüchtern war, aber so was von süß.

Remy versuchte zu erklären: „Also, wie soll ich dir das jetzt beibringen? Du… und ich…“

„Ich weiß, wir sind verheiratet.“

„Nein, Laura, wir sind nur gute Freunde, aber mehr willst du nicht von mir.“

„Ach, Unsinn. Du willst mich bloß veralbern.“

„Nein, bitte, Laura, du musst mir glauben, wir sind nicht verheiratet oder verlobt oder so was. Wir sind, wie gesagt, nur gute Freunde.“

„Du bist nur schüchtern, armer Junge. Aber das ist kein Problem. Das werd ich dir abgewöhnen.“

Remy sah ein, dass es keinen Sinn hatte, lange zu diskutieren. Er musste ihr auf die Sprünge helfen, also fing er an: „Laura, hör jetzt zu. Und sag nichts, bis ich fertig bin. Also wir sind… ach, wie soll ich das jetzt erklären? Ich nehm jetzt mal die einfache Version. Du hast eine Detektei, aber die läuft auf meinen Namen.“

„Wie ist denn dein Name, Liebling?“

„Remington Steele.“

„Schööön“, schwärmte Laura.

“Ja. Äh, also…ich meine… kannst du dich denn an gar nichts mehr erinnern?“ fragte er verzweifelt.

„Wozu denn? Ich liebe dich, du bist hier bei mir. Wer braucht da noch Erinnerungen?“ antwortete sie fröhlich.

Remy würde so nicht weiterkommen.

 

Teil 10

 

„Pass auf, Laura, weißt du. was wir jetzt machen?  Wir gehen ins Büro.“, schlug Remy vor.

„Gehen? Nein, nicht gehen. Ich will hierbleiben. Komm kuscheln!“ bettelte Laura wie ein kleines Kind.

Unter normalen Umständen wäre Remy dieser Aufforderung äußerst gerne nachgekommen, aber er war kein Drecksack. Er würde diese Situation nicht ausnutzen.

Doch Laura bettelte beharrlich weiter: „Liebling, komm ins Bett. Ich will dich doch nur ein bisschen knuddeln.“

„Laura!“ schrie er genervt. Er dachte: „Du meine Güte! Die ist ja noch schlimmer als diese Verrückte, die mich damals in ihrem Schlafzimmer gefangen gehalten hatte. Hoffentlich findet sie keinen Vorschlaghammer.“

Was sollte er nur tun? Er musste Laura unbedingt aus dem Bett und ins Büro kriegen. Mildred könnte bestätigen, dass die beiden nicht miteinander verheiratet waren. Wenn Laura nicht freiwillig mitkäme, müsste er eben ein bisschen Gewalt anwenden. Er stürmte also auf Laura zu.

In der falschen Erwartung flehte sie ihn an: „Bitte, sei zärtlich zu mir!“

„Miss Holt, Sie stehen jetzt sofort auf und kommen mit mir in die Agentur!“ befahl er streng und zerrte sie aus dem Bett. Er ergriff ihre linke Hand und zog sie zu seinem Auburn, mit dem sie zur Detektei fuhren.

 

Teil 11

 

Remy zerrte Laura ins Büro, wo er sie regelrecht gegen Mildreds Schreibtisch schleuderte. Es tat ihm zwar in der Seele weh, so mit ihr umzuspringen, aber er hatte keine andere Wahl. „Au! Sei doch nicht so grob!“ winselte Laura.

Zu Mildred sagte er unterdessen in befehlshaberischem Ton: „Mildred, würden Sie bitte Miss Holt hier davon überzeugen, dass sie nicht meine Frau Gemahlin ist.“

„Ja, aber…“ stammelte die Sekretärin verblüfft.

Da fing Laura an zu jammern: „Remy, du bist überhaupt nicht lieb zu deinem kleinen Frauchen. Was hab ich denn falsch gemacht? Ich wollte doch nur ein bisschen mit dir schmusen. Mildred, Sie müssen wissen, wir beide haben geheiratet. Aber er lässt sich nicht von mir anfassen. Ich liebe ihn doch so sehr und da wollte ich ihn eben ein bisschen knutschen, aber da hat er mich nur angebrüllt und hierhergeschleppt.“

Mildred hatte es die Sprache verschlagen. Sie kam sich vor wie im Irrenhaus.

Remy zerrte Laura nun in sein Büro. Dort sagte er: „Hier, sieh dich um. Vielleicht fällt dir was ein.“

Dann legte er sich erschöpft auf die Couch, schloss die Augen und massierte seine Schläfen mit den Fingerspitzen, um besser nachdenken zu können.

Als er seine Augen öffnete, versuchte Laura gerade, auf ihn drauf zu klettern und mit ihm rumzumachen. Sie versuchte gerade, seine Krawatte zu lösen, da stieß er sie mit den Worten: „Geh von mir runter!“ weg.

Die beiden saßen jetzt nebeneinander auf der Couch.

Remy versuchte nachzudenken und starrte mit einem zornigen Gesichtsausdruck auf den Boden.

Da hörte er ein unterdrücktes Schluchzen. Laura hatte ihr Gesicht in den Händen vergraben. Sie tat Remy leid. Er versuchte sie zu beruhigen: „Nicht doch, Laura, ich kann´s nicht ertragen, wenn du weinst.“ Er wollte sie in den Arm nehmen, um sie zu trösten, aber sie lief weg und schrie: „Lass mich in Ruhe, du hinterhältiger Mistkerl!“

Remy ignorierte das jedoch und lief ihr hinterher.

Laura stolperte und knallte mit ihrem Kopf in die geschlossene Bürotür.

Remy, der direkt hinter ihr war, kriegte das zu spät mit und fiel über Laura, wobei auch er sich den Kopf an der Tür leicht anschlug.

 

Epilog

 

Beide standen vorsichtig auf, beide hatten unheimliche Kopfschmerzen und Laura fing an zu reden: „Remy, hast du dir wehgetan?“

Remy lächelte sie an: „Nein, Cuttie, mir geht´s gut.“ Er umarmte sie fest und wollte sie küssen, doch Laura sträubte sich dagegen. „Wir sind doch nicht verheiratet.“ meinte sie entrüstet.

Remy antwortete bloß: „Schätzeken, ich könnt jetzt ein ganzes Fass Bier leer saufen.“

Lauras Augen weiteten sich vor Entsetzen, während Remy sie erwartungsvoll ansah. Sie sagte: „Oh, nein, du dreckiges, ekelhaftes Ungeheuer. Dich will ich nicht. Ich will meinen echten Remy haben.“

Remy lachte und sagte: „Das war doch bloß ein Scherz. Du glaubst doch nicht, dass ich so was wirklich ernst meine? Du weißt doch, ich trinke kein Bier, oder?!“

 

© 16.05.2006 by MajorPetrofsky

 

 hier ist noch son geiler spruch von miss topisto: "Blue Moon Investigations. Get in some trouble, we'll be there on the double. Wife a philanderer, don't worry, we'll handle her. Need someone tailed? We've never failed. We break every case, we meet every goal and what's more...aqui se habla español"

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