Steele the Ripper
Diese Geschichte basiert auf der Story von Jack the Ripper, der Ende des 19.
Jahrhunderts im Londoner East End Prostituierte erstach, verstümmelte,
zerstückelte, etc. Der Täter wurde nie gefunden.
Teil 1
20:45 Uhr. Remy ist in der Küche seines Apartments und bereitet seine berühmte Ente in Rotwein zu. Eine blonde, ca. 1,80m große, dünne Frau räkelt sich währenddessen auf Remy’s Sofa mit einem Glas Champagner in der Hand.
***
Fröhlich steigt Laura aus ihrem weißen VW Golf Cabrio und geht die von nur einigen Laternen beleuchtete Straße zu Remy’s Wohnung entlang. Sie betritt das Haus, fährt in den 16. Stock und steht vor seiner Wohnung. Heute zeige ich es ihm, heute Nacht, diesmal werde ich keinen Rückzieher machen, denkt sie sich. Dann verwurschtelt sie sich noch mal ihre brauen Haare und los geht’s. Ihr Finger berührt die Klingel, doch dann macht sie einen Rückzieher. Nein, ich will ihn doch überraschen, er liegt bestimmt schon in seinem Bett, beschließt sie. Sie packt ihr Nagelset aus und knackt Remy’s Türschloss mit einer Nagelfeile, so wie er es ihr beigebracht hat. Die Tür öffnet sich einen kleinen Spalt, Laura bemerkt, dass noch Licht brennt. Bestimmt guckt er sich noch einen alten Film an, denkt sie sich. Sie öffnet die Tür ganz leise und schleicht sich durch die Wohnung bis hin zu seiner Wohnzimmertüre. Sie guckt durch den Türspalt. Oh Gott, dieser verdammte Drecksack. Was macht denn diese Schlampe da auf seinem Sofa. Na warte. Laura verschwindet aus der Wohnung und düst davon.
Teil 2
Am nächsten Morgen in der Agentur beschloss Laura, Remy noch nicht vom gestrigen Abend zu erzählen. Sie wollte es ihm zum passenden Zeitpunkt heimzahlen. Remy meinte, er müsse noch mal kurz weg und verließ die Agentur. Knappe 10 Minuten später wurde Lauras Büro von zwei Polizisten gestürmt. „Miss Holt? Wo finden wir Mr. Steele. Wir müssen ihn auf Grund eines Mordfalles dringend befragen.“
„Es tut mir sehr Leid aber Mr. Steel hat vor ungefähr 10 Minuten die Agentur verlassen, er musste etwas erledigen, kommt aber sicher bald wieder. Sie können gerne so lange hier warten.“
„Das ist sehr freundlich. Kennen sie zufällig diese Person hier?“, fragte der Polizist und zeigte Laura ein Foto des Mordopfers, ihr Atem stockte.
Teil 3
Die Polizisten hatten das Büro inzwischen wieder verlassen, nachdem Remy nach einer Stunde noch nicht wieder aufgetaucht war. Er konnte das doch nicht wirklich getan haben, oder? Nicht nachdem er all die Jahre hier gearbeitet hat. Aber wer soll es sonst schon gewesen sein? Er hatte eben eine kriminelle Vergangenheit. Und warum bleibt er jahrelang in der Detektei und macht sich an mich ran und jetzt betrügt er mich mit dieser Frau. Er muss es gewesen sein. Er hat die ganzen verdammten Jahre nur gelogen.
Laura hatte keine ruhige Minute mehr. Als sie wieder auf die Uhr schaute war es bereits 21 Uhr. Sie hatte gar nicht mitbekommen, dass Mildred schon gegangen war. Es gab nichts mehr zu tun, also fuhr sie zurück zu ihrer Wohnung.
Teil 4
Gegen 22Uhr klingelte dann das Telefon. Die Polizei war am Apparat. Laura sollte so schnell wie möglich zu Remy’s Wohnung kommen. Sie machte sich auf den Weg. Als die dort eintraf stand eine Horde von Polizeibeamten vor dem Haus. Sie fuhr hinauf zu seiner Wohnung. Dort wurde sie schon von dem gleichen Polizisten wie gestern erwartet. Auf dem Boden sah sie eine Leiche, die mit einem weißen Tuch bedeckt war. „Ist das Mr. -“
Der Polizist zog das Tuch beiseite. Darunter verbang sich eine Frauenleiche, sie sah schlimm aus, überall Einschnitte, auch im Gesicht. Doch ohne Zweifel. Es war keine andere als Felicia.
Teil 5
Laura musste das ganze erstmal verkraften. Die Polizisten hatten sie zurück nach Hause gebracht. Sie legte sich direkt ins Bett und versuchte, zu schlafen. Gegen 2Uhr wurde Laura plötzlich geweckt, indem ihr jemand die Hand vor den Mund hielt. Sie riss die Augen auf. Dort stand Remy, sie wollte schreien, aber es ging ja nicht.
„Psst, keine Angst Laura, ich tu dir nichts. Du musst mir glauben, ich war das alles doch nicht.“
Laura nickte zaghaft. Remy nahm seine Hand weg. Laura machte Remy ein paar Brote, er sei sehr hungrig, hatte er ihr gesagt. Gegen viertel vor 3 klingelte dann das Telefon. Laura nahm ab. Es war die Polizei. Eine weitere Leiche sei gefunden worden, diesmal in der Agentur.
„Um wie viel Uhr ist die Person ungefähr ermordet worden?“
„Gegen viertel nach 2. Wir haben den Täter noch wegfahren sehen. In Mr. Steele’s Auburn.“
„Es war nicht Mr. Steele. Er ist hier bei mir. Seit kurz vor zwei.“
„Sagen sie ihm, er soll morgen früh um 10 Uhr zur Vernehmung erscheinen.“
Laura legte auf und wollte Remy die Brote bringen. Doch er war weg. Auf ihrem Bett lag nur ein Zettel. Ruf mich unter dieser Nummer an : 2643832734. Dein Remington.
Teil 6
Am nächsten Morgen begleitete Laura Remy ins Polizeipräsidium. Sie hatte ihn angerufen und bescheid gesagt. Die Polizei konnte ihn nicht dabehalten. Sie hatten jetzt keine Beweise mehr gegen ihn, da er ja bei Laura gewesen war und alle Morde vom selben Täter begangen worden sein müssen. Am Abend war Laura in Remy’s Wohnung. Sie lag auf dem Sofa, Remy schenkte ihr gerade ein Glas Dom Perignon ein. Sie war ganz sicher, dass er es nicht getan hatte, er liebte sie doch. Sie schloss die Augen und genoss die Musik, die den Raum füllte.
***
Die Polizei stürmte Remy’s Haus, alle Mann in den Aufzug, der Rest nimmt die Treppe.
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Laura öffnete ihre Augen, sie wollte noch einen Schluck von diesem köstlichen Champagner trinken. Doch dann sah sie Remy, er stand vor ihr, mit einem riesigen Küchenmesser in der Hand, seine Augen eiskalt. Diesen schrecklichen Schrei konnten die Polizisten ihr Leben lang nicht mehr vergessen …
Von SuiteIrlandaise, 2006