SERIAL STEELE

 

Teil 1

 

Remy stürmte an den Empfangsschalter des Community General Hospitals. Man hatte ihm lediglich erzählt, Laura habe einen Unfall gehabt, aber nähere Details hatte man ihm nicht mitgeteilt.

Er fragte die Krankenschwester hinter dem Schalter: „Wo ist Miss Holt? Ich meine, wie geht es ihr?“

„Sind Sie der Ehemann oder ein Verwandter?“ fragte ihn die Frau teilnahmslos.

„Ich… nein, ich bin nur ein guter Freund.“ stammelte er, worauf die Frau ihn barsch abwies: „Dann dürfen Sie nicht zu ihr.“

Remy war sauer. So leicht würde man ihn nicht von seiner Laura fernhalten können. Seine blauen Augen waren mit einem Mal so kalt wie der Nordpol. Er schnauzte die Krankenschwester an: „Hören Sie mal gut zu, Lady. Ich hab noch nie eine Frau geschlagen. Bringen Sie mich nicht dazu, jetzt damit anzufangen.“

Sichtlich erschrocken stotterte die Frau: „Warten Sie bitte…einen Moment.“ Sie griff zum Telefonhörer. 1 Minute später meinte sie zu Remy: „Bitte, Mr…äh…“

„Steele, Remington Steele.“ gab dieser genervt zurück.

„Mr. Steele, Dr. Sloan möchte Sie noch sprechen, bevor Sie zu ihr gehen.“

„Na bitte, geht doch.“ meinte Remy selbstzufrieden lächelnd.

Kurz darauf klärte ihn der Chefarzt auf dem Weg zur Intensivstation über Lauras Zustand auf.

„Es war leider ein sehr schwerer Unfall. Wir haben alles Menschenmögliche getan, aber…“

„Sie ist doch nicht etwa…?“ fragte Remy, das Schlimmste befürchtend.

„Oh, nein, aber ihr Zustand ist sehr kritisch. Wir wissen nicht, ob sie die nächsten 24 Stunden übersteht.“

„Oh, nein“, flüsterte Remy, den Tränen nahe. Das konnte doch nicht sein. Nicht seine Laura. Sie war doch das Einzige, wofür es sich für ihn zu leben lohnte.

 

Teil 2

 

Als Laura aufwachte, lag sie in einem Krankenhausbett. Wie war sie dahingekommen? Und wo genau war sie überhaupt? Um letztere Frage zu klären, genügte ihr ein Blick auf die Aufschrift der Bettwäsche, die da lautete: „L.A. Mental Hospital.“ Sie erschrak. Was, zur Hölle, machte sie in einer Irrenanstalt? Und wo war Remy? Wieso war er nicht hier? Er wusste wahrscheinlich nicht mal, dass sie hier war. Aber eines stand fest: Sie musste hier raus. Sofort. Also stand sie auf und ging zum Kleiderschrank. Sie konnte schließlich nicht im Nachthemd herumlaufen.

Sie zog also ihre Kleider an und schlich sich vorsichtig aus der Klinik. Um 5.00 Uhr nachts war kaum Personal da.

Endlich war sie draußen. Sie atmete erleichtert auf. Es war einfacher gewesen, als sie gedacht hatte.

Sie winkte ein Taxi heran. Als sie im Fonds saß, sah sie die Lizenz des Fahrers: Colt Seavers.

„Sagen Sie, Colt, könnten Sie vielleicht etwas schneller fahren? Ich darf nicht zu spät zu Mr. Steeles Wohnung kommen.“ fragte sie freundlich bittend.

„Geht klar, Miss, ich drück dann mal auf die Tube.“ Colt raste wie ein Henker durch L.A., nicht ohne dabei ein paar gewagte Stunts mit dem Auto durchzuführen.

Kurz darauf waren sie bei Remys Wohnung angekommen.

 

Teil 3

 

Remy trat langsam an Lauras Bett. Es war so still hier. Nur das stete Piepen der Maschinen war zu hören. Er ergriff sanft Lauras Hand. Wie sie so dalag, blass und leblos, sah sie so zerbrechlich aus. Er traute sich kaum, sie anzufassen, aus Angst, er könnte ihr wehtun. Er schluckte. Das hier war zuviel für ihn.


 

Teil 4

 

Laura klingelte an Remys Wohnungstür. Er öffnete ihr: „Was wünschen Sie?“

„Remy, hör auf mit dem Unsinn“, entgegnete sie.

„Bitte, wie meinen?“

Ungeduldig stürmte sie an ihm vorbei in seine Wohnung. „Remy, du musst mir helfen.“

„Verzeihung, Gnädigste, hätten Sie vielleicht erst mal die Güte, mir Ihren Namen zu nennen?“

„Was quasselst du denn da? Ich bin´s doch. Deine Laura Holt. Jedenfalls war ich´s heute morgen noch.“ schrie sie genervt.

„Na ja, wenn ich mir Sie so näher anschaue, sehen Sie Laura ja ein bisschen ähnlich. Aber, Verehrteste, wenn Sie Miss Holt suchen, die ist in der Küche.“ antwortete Remy hilfsbereit und freundlich.

Da sah Laura eine Frau aus der Küche kommen, die fragte: „Remy, mit wem redest du? Ist unser Besuch schon da?“

Laura traute ihren Augen kaum: Das war ja sie selbst.

Die andere Laura blieb stehen und fing an, mit Remy zu streiten: „Wer ist das denn? Wieder eins von deinen billigen Flittchen?“

„Nein, Laura, es ist nicht, was du denkst. Ich kenne die Dame gar nicht. Sie stand einfach vor meiner Tür und hat mich um Hilfe gebeten.“

„Hilfe?? Wobei? Die Nacht rumzukriegen? Die Harts werden jeden Moment hier sein. Wir wollen doch Jonathans Geburtstag feiern. Also, schaff diese… Person da raus.“

Remy wandte sich an eine sprachlose Laura: „Es tut, mir leid, Miss, aber Sie haben´s ja selber gehört. Es wäre vielleicht besser, wenn Sie jetzt gehen würden.“ Er bugsierte sie hinaus.

Das hier war doch absurd. Wer war diese andere Laura da? Und wieso hatte Remy sie nicht erkannt? Sie würde diesem Geheimnis wohl alleine auf die Spur kommen müssen.

 

Teil 5

 

Remy zog sich einen Stuhl an Lauras Bett und setzte sich. Seine Knie zitterten. Er hatte sich noch nie so schlecht gefühlt. Obwohl er Laura jetzt mit eigenen Augen dort liegen sah. konnte er das Geschehene nicht realisieren. Sie hatten doch heute Abend ins Kino gehen wollen, in den Film „Jack allein im Serienwahn“,  John Candy, Mariel Hemingway, MGM, 1991.

 

Teil 6

 

Laura brauchte Hilfe bei ihren Ermittlungen. In die Agentur konnte sie nicht gehen, denn dort würde Mildred sie für eine Betrügerin halten. Aber vielleicht könnten David und Maddie ihr helfen. Also ging sie zur nächsten Telefonzelle und rief in deren Detektei an. Miss Topisto, die reimende Sekretärin, meldete sich: „Detektei Addison.“

 

„Hallo. Kann ich bitte mit Mr. Addison sprechen?

„Wenn ich Sie durchstelle, wird sich das bitter rächen.“

 

„Bitte, David muss mir helfen.“

„Tut mir leid, das mit den Elfen.“

 

„Bitte, ich weiß nicht mehr weiter.“

„Na, das wird ja heiter.“

 

„Aber ich weiß mir keinen Rat.“

„Tja, da hilft auch nicht die gute Tat.“

 

Laura war mit den Nerven am Ende. Das hier hatte auch keinen Sinn. Wortlos legte sie den Hörer wieder auf. Was sollte sie jetzt nur tun?

 

Teil 7

 

Remy starrte mit leerem Blick auf die leblose Gestalt im Bett. Er fühlte sich so hilflos. Er wünschte, er könnte irgendwas tun. Er wünschte, Laura würde wieder aufwachen. Er wünschte, er hätte den Unfall irgendwie verhindern können. Aber er war ja nicht mal dabei gewesen.

 

Teil 8

 

Laura überlegte weiter. Wen könnte sie denn noch fragen? Da bemerkte sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite zwei Männer in grellbunten Anzügen mit aufgerollten Ärmeln. Einer von den beiden hatte einen dunkleren Teint und schwarze, gekräuselte Haare. Sie schienen Laura zu beobachten. Und irgendwie kamen sie ihr bekannt vor. Ach ja, das waren Crockett und Tubbs aus Miami. Sie kamen langsam auf Laura zu. Diese hatte ein ungutes Gefühl. War ihr Verschwinden aus der Klapse schon nach 3 Stunden bemerkt worden? Sie hatte keine Lust, das herauszufinden und fing an, schneller zu gehen. Crockett und Tubbs taten es ihr nach. Jetzt begann sie zu laufen. Crockett und Tubbs taten dasselbe. Schließlich holten sie sie ein.

Sie verhafteten Laura wegen Betrugs und schleppten sie zum Polizeipräsidium.

 

Teil 9

 

Remy wurde langsam müde. Der Tag war sowieso schon hart gewesen und die ganze Aufregung hatte ihm noch mehr zu schaffen gemacht. Wie hatte er sich darauf gefreut, mit Laura ins Kino zu gehen. Und dann passierte so was. War das Gerechtigkeit? Halt, Remy! ermahnte er sich selbst. Kam da etwa ein Anflug von Egoismus über ihn? Er wollte doch nichts weiter, als seine Laura wiederhaben. Aber sie rührte sich kein bisschen. Sie lag immer noch da wie tot.

 

Teil 10

 

Laura saß auf einem harten Stuhl an einem alten Tisch in einem grauen, kahlen, unfreundlichen Raum. Die Tür öffnete sich und herein kamen zwei andere Männer. Der eine hatte braune, gelockte Haare und schien nur ein Assistent zu sein.

Der andere hatte eine Glatze, trug eine Sonnenbrille, einen hellen Anzug mit Hut und hatte einen Lolli im Mund. Er schnauzte Laura an: „So, hier ist also die kleine Hochstaplerin.“

„Was?“ fragte Laura verblüfft.

„Mir machst du nichts vor, Kleine. Ich kenne so Mädchen wie dich.“

„Hören Sie mal, äh, Detective…“

„Lieutenant. Theo Kojak.“

„Lieutenant Kojak, das muss ein Irrtum sein.“

„Das sagen sie alle. Aber ich will Ihnen mal eins sagen, Sie Lügnerin: Ich kenne die echte Laura Holt. Und Sie sehen ihr kein verdammtes Bisschen ähnlich.“

„Aber, so glauben Sie mir doch, ich bin Laura Holt.“ beteuerte sie, den Tränen nahe.

„Entzückend, Baby. Aber dieser billige Trick mit dem Druck auf die Tränendrüse funktioniert nicht bei mir. Schafft sie mir aus den Augen!“ bellte Kojak die Wärter an, die Laura daraufhin ohne Umschweife einbuchteten.

 

Teil 11

 

Remy hatte sich einen Becher Kaffee geholt und saß nun wieder an Lauras Bett. Er wollte, nein, er musste wach bleiben. Um jeden Preis. Er trank wieder einen Schluck. Seine Augen taten weh. Gleich würden sie ihm zufallen und das musste er verhindern. Er durfte auf keinen Fall einschlafen. Er musste doch hier sein, wenn Laura aufwachte. Er sagte immer wieder zu sich selbst: „Noch 5 Minuten. Bald wird sie die Augen aufmachen. Ganz sicher. Dann muss ich doch wach sein.“

Aber seine schmerzenden Augen offenzuhalten, fiel ihm immer schwerer.


 

Teil 12

 

Jetzt saß Laura in einer Einzelzelle. Sie war mit ihrem Latein am Ende. Da kam ein Wärter mit einem älteren, weißhaarigen Mann in einem hellgrauen Anzug heran.

Der Mann wandte sich an Laura: „Guten Tag. Ich bin Ihr Pflichtverteidiger, Ben Matlock.“

„Mein Pflichtverteidiger?“ fragte Laura erstaunt.

„Ja, ich habe auch die Kaution für Sie hinterlegt.“

Daraufhin öffnete der Wärter die Zellentür. „Kommen Sie mit, Miss“, befahl er.

Draußen, vor dem Polizeigebäude, meinte Matlock zu Laura: „Mein Kollege, Perry Mason, glaubt nicht dass Sie schuldig sind. Es wird kein Verfahren gegen Sie geben. Sie sind frei, aber es gibt eine Bedingung.“

„Aha. Und die wäre?“

„Dass Sie jetzt mit mir in dieses Taxi steigen. Sie werden nämlich noch von jemandem erwartet.“

Gesagt, getan. Laura hatte im Übrigen auch keine andere Wahl.

 

Teil 13

 

Remy öffnete ruckartig die Augen. Verflucht! Er war kurz eingenickt. Er schaute auf die Uhr- Glücklicherweise war er nur ganz kurz weg gewesen. Er sah auf Laura. Ihr Zustand war immer noch unverändert. Das ständige Piepen der Maschinen machte ihn fast wahnsinnig.

„Mr. Steele?“

Keine Reaktion.

„Mr. Steele?“ sagte die junge, blonde Stationsschwester, diesmal etwas lauter.

Remy erschrak. Jetzt erst hatte er die Frau bemerkt. „Entschuldigung“, murmelte er.

Die Krankenschwester sah ihn mitfühlend an und meinte: „Gehen Sie doch nach Hause und schlafen Sie sich aus. Sie können hier doch nichts tun.“

„Nein, Miss…“

„Gloria, aber alle nennen mich Rippchen.“

Remy konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Er antwortete: „Ich muss hierbleiben.“

„Na schön, aber wenn Sie etwas brauchen, sagen Sie Bescheid, ok?“

„OK, Rippchen. Danke.“ Dann wandte er seinen Blick wieder starr auf Laura.

Er tat Rippchen leid.

 

Teil 14

 

Das Taxi, in dem Laura und Ben Matlock saßen, fuhr aufs Firmengelände der „Knight Industries“. Dort stieg Laura aus. Zu Matlock, der sitzen blieb, meinte sie: „Kommen Sie nicht mit?“

„Nein, Miss, mein Auftrag war nur, Sie hierherzubringen. Gehen Sie an die Rezeption. Man erwartet Sie bereits.“

Daraufhin fuhr das Taxi wieder ab.

Skeptisch betrachtete Laura das riesige Gebäude, ging aber schließlich hinein. Dort begrüßte sie ein gutaussehender, schlanker, dunkelblonder Engländer mit blauen Augen. „Ah, verehrte Miss Holt, ich bin Lord Sinclair und ich glaube, ich kann Ihnen behilflich sein. Aber lassen Sie uns doch in mein Büro gehen.“

Das Büro des Lords war jedoch nicht ganz leer. Ein Mann, der das genaue Gegenteil des Lords zu sein schien, vor allem, was Sprache und Manieren anging, gammelte mit einem Glas Scotch in der Hand auf der Couch rum.

„Ah, die Verblichene“, meinte er bei Lauras Anblick.

„Das ist mein Geschäftspartner, Mr. Daniel Wilde, ein Bürger Ihres Landes, wie es scheint.“ stellte der Lord den anderen vor.

„Geschäftspartner?“ fragte Laura verwundert.

„Ja, leider war mein eiskalter Freund ein bisschen zu lange in England, darum spricht er auch so komisch und jagt in seiner Freizeit Fasane und erschießt Bauern.“ antwortete Wilde vergnügt, woraufhin Lord Sinclair eine Augenbraue hochzog. Zu Laura meinte er schließlich: „Wussten Sie denn noch nicht, dass „Knight Industries“ neuerdings uns gehört? Zu jeweils 50%?“

„Ach, wie interessant“, meinte Laura verwirrt.

„Aber nun zum eigentlichen Grund Ihres Kommens“, fuhr Sinclair fort. „Wir können Ihnen vielleicht weiterhelfen. Wir warten nur noch auf jemanden.“

Laura war gespannt. Aber mehr war aus den beiden nicht rauszukriegen. Sie wusste immer noch nichts, was ihr hätte helfen können.

 

Teil 15

 

Remy versuchte immer noch verzweifelt, sich wachzuhalten. Also fing er an, mit Laura zu reden: „Weißt du, was wir machen, wenn du wieder hier rauskommst? Wir fahren in Urlaub. Warst du schon mal auf den Fidschi-Inseln, oder auf Bora-Bora? Oder wir fahren nach Rio de Janeiro, an die Copacabana, zur Schönen von Ipanema.“

Keine Reaktion. Nur das monotone Piepen der Maschinen war zu hören.

 

Teil 16

 

Kurz darauf betrat ein großer Kerl mit braunen, lockigen Haaren und Schnurrbart das Büro von Lord Sinclair. Der Typ trug ein Hemd mit rotem Hintergrund und gelben Palmen drauf, sowie khakifarbene Bermudashorts: „Hallo, Leute. Sorry für die Verspätung. Die Officers Baker und Poncherello von der California Highway Patrol haben mich angehalten. Hab´n Knöllchen für zu schnelles Fahren gekriegt. Wenn Higgins das wüsste…“ entschuldigte er sich.

Der Lord griff ein: „Magnum, das hier ist Miss Holt.“

„Ah, das ist sie also? Remington hat mir schon viel über Sie erzählt. Er ist ganz verrückt nach Ihnen“, meinte Magnum.

„So, ist er?“ fragte Laura leicht sauertöpfisch.

„Ja, Miss. Michael ist in Urlaub, also müssen Sie mit mir vorlieb nehmen. Verlieren wir keine Zeit.

Die vier verließen das Gebäude und Laura stieg zusammen mit Magnum in einen schwarzen Pontiac Trans Am, Baujahr 1982. Magnums roter Ferrari war nämlich schon die Woche davor von der Polizei beschlagnahmt worden. Mit quietschenden Reifen fuhren sie los.

Laura kam das Ganze immer mysteriöser vor.

 

Teil 17

 

Remy brabbelte weiter. Zwar mit heiserer und müder Stimme, aber immerhin. „Oder, wenn du das lieber willst, können wir auch nach Irland fahren, Leprechauns suchen gehen.“ meinte er mit einem matten Lächeln. Er fuhr fort: „Skiurlaub ist wohl nicht so gut, was meinst du? Weißt du noch, was letztes Mal passiert ist… erinnerst du dich noch daran, als das Dach einstürzte?“ Er hielt inne und wartete vergeblich auf eine Reaktion von Laura. Aber da war nichts. Nicht das geringste Zucken. Er war verzweifelt. Was würde er nur tun, wenn… nein, an so was durfte er gar nicht erst denken.

 

Teil 18

 

Nach einer Stunde hielt Magnum an einem normalen Reihenhaus. „Da wären wir. Gehen Sie ruhig rein. Er kann Ihnen mehr erzählen.“

„Wer?“ fragte Laura ahnungslos.

„Adrian Monk. Er ist der Beste auf diesem Gebiet. Wenn jemand Ihnen helfen kann, dann nur er. Viel Glück.“ meinte Magnum zum Abschied und brauste davon.

Zögerlich betrat Laura das Haus. Sie ging ins Wohnzimmer, wo ein schwarzhaariger Mann gerade an den Gardinen herumfuhrwerkte. Er versuchte scheinbar, die Falten aus besagten Gardinen zu entfernen. Jedoch hoffnungslos. Der Typ schien nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben. „Miss Laura Holt?“ fragte er sie, ohne von seiner Beschäftigung aufzusehen.

„Ja“, antwortete diese skeptisch.

„Sharonah, machen Sie uns doch bitte eine Tasse Tee.“

„Ist gut, Adrian.“ erwiderte eine junge, blondgelockte Frau.

„Sie suchen nach der Aufklärung dieser mysteriösen Zwischenfälle, nicht wahr?“ fragte Monk Laura.

„Ja, ich hatte gehofft, Sie könnten mir etwas sagen.“ meinte diese schüchtern.

Monk fuhr fort: „Die Lösung ist wirklich ganz einfach: Sie gehören nicht hierher.“

„Wie? Das verstehe ich nicht ganz.“ Jetzt war sie vollends davon überzeugt, dass dieser komische, kleine Mann hier einen Sprung in der Schüssel hatte.

„Nun, Sie sind in einer Traumwelt gefangen. Wir, das heißt, alle, die Sie getroffen haben, sind nicht echt. Wir sind nur Figuren aus TV-Serien. Auch Remington Steele ist nichts weiter als eine Krimiserie. Und als Seriencharaktere müssen wir nun mal tun, was die Autoren schreiben. Sie müssen wieder in Ihre Welt zurück. Und zwar sofort.“ fügte er fordernd hinzu.

 

Teil 19

 

Remy wartete immer noch auf irgendein Lebenszeichen von Laura, wie winzig es auch sein mochte. Doch es geschah immer noch nichts. Er wusste nicht mehr, was er tun sollte. Aus Wut und Verzweiflung legte er seinen Kopf auf das Bett und fing an zu weinen.

Einen kurzen Moment später spürte er eine Hand, die durch sein Haar fuhr.

Erschrocken sah er auf. Jetzt merkte er, dass es Lauras Hand war. Sie war wach.

Remy wischte sich die Tränen aus den Augen. „Laura?“ fragte er heiser und ungläubig.

„Remy, warum weinst du denn? Ich bin doch hier. Und ich werde dich nie mehr verlassen.“ flüsterte sie leise.

Remy umarmte sie und fing wieder an zu weinen. Doch diesmal waren es Freudentränen.

 

© 06.06.2006 by MajorPetrofsky

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