Lost Steele
Lost Steele
Alles an diesem Morgen war entweder Routine oder schon einmal da gewesen.
Der Wecker klingelte wie gewohnt, Laura huschte wie gewohnt unter die Dusche um sich anschlie�end frisch und wohlriechend auf den Weg in ihre Agentur zu machen.
Sie hatte einiges zu erledigen, Vertr�ge mussten �berpr�ft werden und die Revision machte ihre pers�nliche Anwesenheit dringend notwendig. Es gab zwar keine Probleme, Laura war immer sehr gewissenhaft und ihre Zusammenarbeit mit Beh�rden galt schon immer als vorbildlich, trotzdem konnte sie ihrer T�tigkeit nicht wie gewohnt nachgehen. Am Schlimmsten war es f�r sie, dass sie kaum Auftr�ge annehmen konnte, schon gar keine, die sie aus Los Angeles oder gar den USA f�hrten.
So war es gekommen, dass Mr. Steele einen sehr brisanten Fall ohne ihre Hilfe abschlie�en musste. In einem arabischen Land, zu dem die USA keine diplomatischen Beziehungen mehr unterhielten, waren Zivilisten als Geiseln genommen worden. Nach wochenlanger Suche und zahlreichen Videodrohungen wurden die Geiseln zwar entdeckt und freigelassen, hatten aber niemanden, der ihnen bei der Ausreise helfen konnte oder wollte. In ihrer Not wandten sich die Angeh�rigen an die Steele Agentur, die ja international gro�e Erfolge vorweisen konnte und einen ausgezeichneten Ruf hatte.
Vor mittlerweile zehn Tagen war Mr. Steele abgereist, einen Dolmetscher wollte er vor Ort organisieren. Es sah auch nicht sehr kompliziert aus. Ein paar fehlende Papiere hier, unklare Ortsangaben dort. Als er den Fall �bernahm war ihm klar, dass er in seinem Leben schon ganz andere Aufgaben zu meistern hatte.
Laura war alles andere als angetan von Mr. Steeles Abenteuerlust. Zu oft musste sie ihn schon aus gef�hrlichen Situationen herausholen, zu oft seine Wunden verbinden und um sein Wohlergehen bangen. Ihr Bauchgef�hl warnte sie entschieden davor, das Risiko einzugehen. Noch dazu konnte sie ihm nicht beistehen, da ja die Revision bevorstand und sie unabk�mmlich war. An Buchhaltung, Organisation und Dokumentation war Mr. Steele noch nie ernsthaft interessiert gewesen und Laura war als Verantwortliche der Agentur ins Handelsregister eingetragen worden.
Die Provision in H�he von drei Millionen US$ erleichterte aber auch der gewissenhaften und kontrollfreudigen Laura Holt die Entscheidung, Mr. Steele alleine auf die Reise zu schicken. Abgemacht war, dass er sich mindestens t�glich melden sollte, sei es telefonisch oder per E-Mail oder Fax. Alle drei Tage w�rde er einen Zwischenbericht senden und alle voraussichtlichen Aufenthaltsorte und Ansprechpartner mitteilen.
Trotz allem war Laura st�ndig besorgt und von �blen Vorahnungen gequ�lt. Sie ging abends kaum noch aus dem Haus, Mr. Steele k�nnte ja anrufen. Ging es ihm gut, war sie f�r wenige Stunden beruhigt. W�re er in Schwierigkeiten, k�nnte sie sich an Plan B machen.
Zehn Tage lang schien alles reibungslos zu funktionieren. Mr. Steele meldete sich sogar mehrmals t�glich, alleine machte ihm die Arbeit nur halb so viel Spa�. Er vermisste Laura mehr, als es ihm lieb war und er sich jemals eingestanden h�tte. Es machte ihm keine M�he, sich auf den Job zu konzentrieren. Alleine ist es bekanntlich im Paradies nicht sch�n und vom Paradies war er an diesem Ort weit entfernt. Zerschossene Geb�ude in einer grau-braunen Stadt, �rmlich gekleidete M�nner und schwarzverh�llte Gestalten. Eine wahrhaft tr�bsinnige Umgebung, nicht einmal am Anblick sch�ner Frauen konnte sich Remington Steele erfreuen.
Wenigstens das Hotel, in dem er sich samt Dolmetscher eingemietet hatte, entsprach westlichen Standards. Auch die ehemaligen Geiseln, drei amerikanische Touristen, residierten hier. Nach dem durchlittenen Albtraum waren sie aber zurzeit extrem Menschenscheu und mieden die N�he fremder Menschen wie der Teufel das Weihwasser, Menschenansammlungen f�hrten noch immer zu Panikattacken. Daher war es ihnen auch nicht m�glich, sich selbst um die Ausreiseformalit�ten zu k�mmern. Sie waren verst�rt und �u�erst wortkarg, was Mr. Steele die Arbeit erschwerte, da er ihnen alles Wichtige m�hsam entlocken musste. Bald wusste er zumindest so viel, dass es wohl doch l�nger dauern w�rde, als geplant. Die Touristen waren nicht nur irgendwelche Touristen, sondern drei der reichsten Amerikaner, die ihr Leben mehr mit Jet Set als mit Arbeit verbrachten und bisher nur selten Verantwortung f�r ihr Handeln �bernehmen mussten. Auf der Suche nach einem echten Abenteuer ohne Klatschreporter und Paparazzi waren sie mit falschen P�ssen in dieses Land gekommen. Ausgerechnet hier her, wo der Hass auf die USA und die Amerikaner von den Medien und Machthabenden t�glich neu gesch�rt wurde! Die P�sse waren teuer und gut, aber weg. Bei der Einreise wurden die Personalien gespeichert, und nur wer eingereist war, kann auch ausreisen. Die Milliard�re waren nicht unter ihrem eigenen Namen eingereist, also konnten sie auch nicht ausreisen. Da es die drei erfundenen Touristen nicht wirklich gab, konnten auch keine Ersatzdokumente ausgestellt werden. Erst recht nicht, weil keine westliche Nation ein Konsulat oder eine Botschaft hier unterhielten und Hilfe fern war. Als Remington Steele bewusst wurde, in welcher Misere sich die drei befanden, war ihm klar dass es nicht so schnell und unkompliziert gehen w�rde, wie er dachte. Nur die Aussicht auf die Provision und sein Ehrgeiz hinderten ihn daran, aufzugeben und zur�ck zu Laura zu fliegen.
Wie gesagt, zehn Tage waren vergangen, Mr. Steele meldete sich wie besprochen mehrmals bei Laura, gab durch wohin er fahren w�rde und wer seine Ansprechpartner waren. Die Revision war beendet, Laura bekam f�r ihre Arbeit und Buchhaltung viel Lob und sie beschloss, zusammen mit Mildred den Erfolg zu feiern. Einmal w�rde sie den Abend nicht vor dem Telefon verbringen sondern versuchen, sich zu entspannen und auf andere Gedanken zu kommen. E-Mails konnte sie am folgenden Tag noch lesen, der Anrufbeantworter war eingeschaltet, was konnte also noch schief gehen.
Laura und Mildred genossen ihren Damen-Abend in vollen Z�gen. Revision war immer mit harter Arbeit verbunden, und die Freude hatten sie sich mehr als verdient. Abendessen in einem feinen Restaurant, sp�ter waren sie noch gemeinsam in einer angesagten Bar. Einige M�nner hatten versucht, mit Laura zu flirten, aber davon wollte sie nat�rlich nichts wissen. Die Sorge um Mr. Steele und die Sehnsucht nach ihm konnte sie nur vor�bergehend ein wenig unterdr�cken, und mehr h�tte sie sich selbst unter keinen Umst�nden genehmigt. Immerhin gelang es Mildred, f�r die kommende Woche ein Date mit einem eleganten Immobilienmakler zu verabreden. In Gedanken verloren lie�en sie sich schlie�lich und endlich von Fred in der Limousine nach Hause bringen. Mildred bemerkte Lauras geistige Abwesenheit und wusste auch den Grund daf�r. �Bestimmt haben Sie seine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Der Boss ist ja sehr gewissenhaft, hoffentlich war er nicht allzu entt�uscht dass Sie nicht ans Telefon gegangen sind.� �Ach Mildred�, entgegnete Laura und unterdr�ckte ein G�hnen. Vielleicht kann ich es ja noch einmal bei ihm im Hotel versuchen, momentan bin ich aber zu m�de, um auszurechnen, wie sp�t es dort gerade ist. Und um seinen wohlverdienten Schlaf m�chte ich ihn auch nicht bringen.� Laura und Mildred verabschiedeten sich, es waren ja nur wenige Stunden, bis sie sich in der Agentur wieder begegnen w�rden.
Laura eilte die Stufen zu ihrem Loft hinauf. Sie rechnete fest mit einer Nachricht von Mr. Steele, als sie das blinkende Licht an ihrem Anrufbeantworter sah. *Piiiiep* es ist 18:30 Uhr*erste Nachricht*Hallo Miss Holt, hier noch mal Steven Blank vom Revisionsteam, wir schicken Ihnen den Bericht wie besprochen zu*Piiiep* - das war alles, was Laura der Maschine entlocken konnte. Kein Mr. Steele? Die Verunsicherung wich erst der Ver�rgerung, die sehr schnell von aufkommender Panik abgel�st wurde. Warum meldete er sich nicht? Laura war klar, dass es Probleme geben musste. In diesem Land lief er mit Sicherheit keinem ehemaligen Freund �ber den Weg, es gab weder Juwelen noch wertvolle Bilder zu stehlen. Au�erdem war Mr. Steele ja nicht mehr der gleiche, der er vor einigen Jahren noch gewesen war. Ohne auf die Zeitverschiebung zu achten, griff Laura zum Telefon. So lange sie es auch l�uten lie�, niemand hob ab. Die Hotelrezeption war keine Alternative, da dort nur Arabisch gesprochen wurde. Laura tr�stete sich mit dem Gedanken daran, dass Mr. Steele auch Entspannung brauchte und den Abend sicherlich an der Hotelbar verbrachte. Vermutlich w�rde sie am n�chsten Tag eine sehns�chtige Mail auf ihrem Rechner finden. Sie ging zu Bett, es war ihr aber keine wirkliche Ruhe beschieden und sie fand sich in zahlreichen Albtr�umen wieder.
Am n�chsten Morgen wurde Laura von einer nerv�sen und aufgeregten Mildred erwartet. �Miss Holt, wo ist der Boss? Warum haben wir keine Nachricht von ihm?� Laura musste Mildred die Antwort auf diese Frage schuldig bleiben. Verst�rt wanderten die beiden Frauen im Foyer der Agentur auf und ab. Pl�tzlich blieb Laura stehen. �Wir haben keine andere Wahl�, rief sie. �Ich werde hinfliegen und nach dem Rechten sehen. Mildred, buchen Sie mich auf den n�chsten Flug! Ich fahre nach Hause und packe, wir treffen uns dann am Flughafen!�. Mildred begab sich ans Telefon, Laura machte sich auf den Weg nach Hause. W�hrend sie gerade �berlegte, wie lange ihre Reise wohl dauern w�rde und welche Kleidungsst�cke sie mitnehmen sollte, klingelte das Telefon. Mit klopfendem Herzen nahm sie ab, aber es war Mildred. �Miss Holt�, rief sie aufgeregt, �es gibt Probleme. Sie k�nnen nicht fliegen! Alleinreisenden Frauen ist die Reise in dieses streng islamische Land untersagt! Ohne m�nnliche Begleitung ist da gar nichts zu machen. Und dann m�ssten Sie dort auch immer mit Kopftuch herumlaufen, sonst k�nnten Sie hart bestraft werden!� Laura bekam weiche Knie. Sie musste sich setzten, um einen klaren Kopf zu bewahren und einen neun Plan fassen zu k�nnen. M�nnliche Begleitung- M�nner gab es viele, aber wem au�er Remington Steele konnte sie ihr Leben anvertrauen? Wem konnte sie �berhaupt vertrauen? Daniel Chalmers- den Gedanken verwarf sie noch, bevor sie ihn zu Ende gedacht hatte. Wilson, ihr Ex-Freund? Selbst wenn er weg k�nnte, versprach sie sich nicht viel von ihm als Partner. Sie war den Tr�nen nahe, als ihr Blick auf das Foto auf ihrem Fl�gel fiel, das Foto, das ihr Murphy Michaels zum Abschied geschenkt hatte. Remington Steele w�rde nie Murphy�s Freund sein, aber das war jetzt zweitrangig. Er war in Gefahr, und auch Murphy w�rde nicht lange �berlegen, sondern helfen. Schnell rief Laura in Denver an und hatte ihren guten Freund gleich pers�nlich am Telefon. Schnell schilderte sie ihm die Lage. �Wie bitte?� fragte Murphy nach. �Wo steckt er? Seid ihr noch zu retten? Als Amerikaner, die Geiseln waren schon leichtsinnig genug, aber Mr. Steele? Ich dachte ehrlich gesagt, er w�rde mehr an seinem Leben h�ngen!� Aber er war selbstverst�ndlich Freund genug um rasch zu packen und nach Los Angeles zu fliegen. Deutlich sp�ter als geplant ging es dann gemeinsam mit Laura weiter auf die arabische Halbinsel. Wohl war keinem der beiden bei der Aktion, schlie�lich waren sie weder mit der arabischen Sprache noch mit den dort herrschenden Sitten vertraut.
Remington Steele war mehr als genervt. Die Geiseln hatten sich als Br�der ausgegeben, als Andy, Alec und Alan Johnson. Und die vermeintlichen Br�der befanden sich in einer ausweglosen Situation. Geradezu kafkaesk. P�sse auf die Johnson-Namen zu bekommen war unm�glich. P�sse auf die echten Namen zu bekommen war schwer, aber m�glich. Die Ausreise mit diesen P�ssen allerdings ausgeschlossen. Die Beh�rden w�rden merken, dass sie unter falschem Namen eingereist waren und mit der Verurteilung zu einer langj�hrigen Gef�ngnisstrafe reagieren. Die Gef�ngnisse waren in einem verheerenden Zustand und die Verurteilung k�me einem Todesurteil gleich. Mr. Steele lie� sich einiges durch den Kopf gehen. Er war der letzte, der mit halblegalen Tricks Probleme hatte, aber die wahrscheinlichen Konsequenzen waren doch zu abschreckend. Illegale Ausreise- zu riskant. Gerade bei Ausl�ndern waren die Grenzkontrollen sehr hart und genau, und die Nachbarstaaten waren in keiner Weise ein angenehmerer und sicherer Aufenthaltsort. Gef�lschte P�sse? Mr. Steele schauderte bei dem Gedanken, dass er selbst mit einem gef�lschten Pass eingereist war. Er bekam Angst, wie er sie noch nie in seinem Leben hatte. Um seine Anspannung zu verringern beschloss er, ein wenig spazieren zu gehen. Was sollte auch schon passieren? Er steckte seinen Pass und seine Brieftasche ein und ging auf die Stra�e. Gedankenverloren zog er durch die Viertel und merkte weder, dass die Gegend immer �rmer und heruntergekommener wurde, noch dass ihm ein Schatten folgte. Die H�user wichen H�tten, die Stra�en wurden zu Wegen. Es wurde immer dunkler und es kam wie es kommen musste, Mr. Steele realisierte, dass er sich verlaufen hatte. Es blieb ihm nicht viel Zeit sich zu wundern, bevor ihn etwas schmerzhaft am Kopf traf und er das Bewusstsein verlor.
Graue Nebel verzogen sich nur z�h, ein pulsierender Schmerz in seiner Schl�fe beherrschte sein Empfinden. Der Mann, der auf einer verlassenen Stra�e in einem verlassenen Stadtteil wieder zu sich kam, erinnerte sich an nichts. Um sein Gleichgewicht k�mpfend erhob er sich m�hsam. Wo er war, wer er war, was er vorhatte � er hatte keine Idee. In seiner Anzugjacke fand er ein Taschentuch, mit dem er sich vorsichtig das Blut von seiner Schl�fe tupfte. Aber sonst hatte er nichts mehr bei sich. Seine Papiere, seine Brieftasche- von Stra�enr�ubern gestohlen! Desorientiert und m�de wankte er durch die Gegend. Sein Erinnerungsverm�gen war wie ausgel�scht, er hatte keine Ahnung wohin er wollte. Nur die Angst- sie war ihm geblieben. Er erinnerte sich vage an eine auswegslose Situation.
Je l�nger er durch die Stadt irrte, je m�der er wurde, desto mehr kam ein Gef�hl von Resignation und Gleichg�ltigkeit auf. Nach etwa einer Stunde wurde er von einer Milit�rstreife aufgehalten. Zwei M�nner in Uniformen sprachen auf ihn ein und forderten immer nachdr�cklicher etwas von ihm. Wenn er nur verstanden h�tte, was sie wollten! Mit vorgehaltener Waffe zwangen sie ihn mit dem Gesicht an eine Hausmauer und durchsuchten seine Taschen. Da sie nichts fanden, was Aussagen zu seiner Identit�t machte, fackelten sie nicht lange. Ein Ausl�nder ohne Geld oder Papiere war verd�chtig. Entweder ein Lockvogel oder ein Feind. Die aktuellen Gesetze verlangten seine sofortige Festnahme. Bevor Mr. Steele wusste wie ihm geschah, waren seine H�nde auf den R�cken gefesselt und er fand sich auf der Ladefl�che eines Lastwagens wieder. Dort sa�en und lagen bereits mehrere M�nner, offensichtlich waren auch sie wegen irgendeines Fehlverhaltens festgenommen worden. Die holprige Fahrt dauerte nicht lange, der Lastwagen hielt im Hof eines gro�en Geb�udes. Um das Geb�ude waren Wachen entlang eines Stacheldrahtes aufgestellt. Die Fenster waren vergittert. Trotz seines desolaten Zustandes erkannte Mr. Steele das Geb�ude als Gef�ngnis. Er konnte grade noch einen W�rgreiz unterdr�cken, so sehr trafen ihn der Schock und die Verzweiflung.
Noch am Flughafen traf Laura und Murphy die gl�hende Hitze wie eine Welle. Um das geltende Recht nicht zu verletzen, musste Laura ein schwarzes Tuch um den Kopf tragen, das fast bis zu ihrer Taille reichte. Sie schwitzte darunter und f�hlte sich mehr als erniedrigt. Sie konnte es nicht fassen, wie in manchen L�ndern mit den Menschen im Allgemeinen und den Frauen im Besonderen umgegangen wurde. Sie f�hlte sich unterdr�ckt und zweitklassig. Zum Gl�ck gab es wenigstens ein Taxi, das sie und Murphy dann auch z�gig zum Hotel brachte. In der klimatisierten Lobby f�hlte sich Laura auch gleich wieder sicherer und tatkr�ftiger. Sie zeigte dem Portier erst ihren Ausweis, dann ein Foto von Remington Steele. Der Portier erkannte seinen Gast und verstand, dass Laura dessen Partnerin war. Er erkl�rte, dass Mr. Steele seit zwei Tagen nicht mehr auf seinem Zimmer gewesen sei und er ihn auch nicht mehr gesehen habe. Er bot Laura und Murphy auch gleich an, ihnen den Weg zu Steele�s Zimmer zu zeigen. Dort angekommen machte sich Laura auch gleich auf die Suche nach Spuren, bis Murphy sie anhielt. �Stopp, Laura. 20 Stunden im Flieger, die dr�ckende Hitze und dann noch dieser Turban- das h�lt die robusteste Frau nicht aus! Du nimmst am Besten erst mal dieses Tuch ab, ich verspreche hoch und heilig dir nichts wegzugucken. Dann die F��e hoch, die Pause muss sein. Ich habe keine Lust, hier den Notarzt zu suchen weil dein Kreislauf den Stress nicht mitmacht!� Widerwillig gestand sich Laura ein, dass Murphy Recht hatte. Sie setzte sich neben ihn auf die Couch, legte ihren Kopf an seine Schulter- und schlief ein. Murphy war erleichtert, dass sein Vorschlag angenommen worden war und trug Laura auf das Bett. Sie hatte den Schlaf dringend n�tig, und wenn sie Mr. Steele finden wollte, w�rde sie alle Kraftreserven ben�tigen. Und Arbeit und Strapazen w�rden noch gen�gend auf sie warten, da war sich Murphy Michaels absolut sicher.
Das Geb�ude war bewacht wie eine Festung. Die neuen H�ftlinge wurden vom Lastwagen geschubst und gezerrt und in kleine, enge Einzelzellen gebracht. Man machte sich nicht einmal die M�he, Mr. Steele von seinen Handfesseln zu befreien. Ersch�pft und mit schmerzendem Kopf lie� er sich auf dem Boden nieder. Er wusste nicht, wie ihm geschah. Hatte er ein Verbrechen begangen? Sich etwas zu schulden kommen lassen? Er zermarterte sein Hirn, kam aber zu keinem Ergebnis. Es war ihm schleierhaft, wie er in dieses Land gekommen war, wo immer er sich jetzt auch befand. Mitten in der Nacht wurde er unsanft aus einem unruhigen D�sen geweckt. Zwei W�rter packten ihn an den Armen und f�hrten ihn in ein B�ro. Ein Mann in Uniform fragte ihn etwas, das er nicht verstand. Mr. Steele nahm sein gesamtes Konzentrationsverm�gen zusammen und fragte: �Sprechen Sie Englisch? Bitte helfen Sie mir. Ich wei� nicht, wo ich hier bin.� Seine einzige Antwort war schallendes Gel�chter. Er war versucht, mitzulachen, aber die Miene seines Gespr�chspartners verfinsterte sich pl�tzlich. �Ein Amerikaner�, sagte er zu seinem Mitarbeiter. �M�glicherweise ein Spion. Der jetzt behauptet, sich an nichts erinnern zu k�nnen. Dem m�ssen wir vermutlich noch einiges beibringen. Vielleicht k�nnen wir aber auch L�segeld f�r ihn verlangen!�
Laura und Murphy begannen sehr fr�h am n�chsten Morgen mit ihrer Arbeit. Der Hotelmanager bat sie um ein Gespr�ch und fragte Laura, was nun aus den angeblichen Johnson-Br�dern werden sollte. Sie weigerten sich noch immer, ihre Zimmer zu verlassen und der einzige mit dem sie �berhaupt gesprochen hatten, war Mr. Steele gewesen. Laura versprach, sich um die drei und deren Ausreise zu k�mmern, schlie�lich war das ja die Aufgabe, die ihre Agentur �bernommen hatte. Sie klopfte an die T�r und wies sich aus. Die Johnson-Br�der zeigten sich erst ver�rgert �ber die lange Wartezeit, dann aber beunruhigt �ber den Verbleib von Mr. Steele. Sie wussten ja aus eigener Erfahrung, wie wenig R�cksicht in diesem Land auf einzelne Personen und deren Unversehrtheit genommen wurde. �H�ren Sie, Miss Holt�, begann Alec Johnson, �wir bedauern zutiefst, dass sie sich Sorgen um Ihren Chef machen m�ssen. Wir haben auch keine Idee, was mit Mr. Steele geschehen sein k�nnte. Wir hoffen, dass wir helfen k�nnen. Ich sehe schon, es ist an der Zeit dass wir uns zusammenrei�en und uns n�tzlich machen. Mit guten Ideen kann ich nicht dienen, aber was wir im �berfluss haben, ist Geld. Vermutlich spreche ich auch f�r meine Freunde wenn ich sage, Geld spielt keine Rolle. Nicht was unsere Ausreise betrifft, aber auch erst recht nicht, was Mr. Steele betrifft. Wir haben es selbst gemerkt, wie weit man hier mit dem passenden Trinkgeld kommt.�
Laura hatte sich alles angeh�rt. In die Einzelheiten war sie durch Mr. Steeles Aufzeichnungen und Berichte schon eingeweiht. Eine schwierige Situation, aber wie sich jetzt zeigte, keineswegs ausweglos. Auch Murphy war mittlerweile nicht tatenlos gewesen. Am Morgen hatte sich der Dolmetscher bei ihm gemeldet, er hatte vom Hotelmanager erfahren, dass Steeles Kollegen eingetroffen waren. Mit dem Dolmetscher und einem Foto von Mr. Steele bewaffnet durchk�mmten sie Stra�enz�ge in Hoteln�he. Leider konnte ihnen bisher noch niemand weiterhelfen, Murphy f�hlte sich aber in seiner Rolle als �Sp�rhund� ausgesprochen wohl, das Auffinden von verschwundenen Personen z�hlte schon immer zu seinen absoluten St�rken. Beim Mittagessen beruhigte er Laura: �Mach dir keinen Kopf. Ich finde ihn, das wei� ich. Er kann nicht allzu weit sein.� Laura wiederum erz�hlte, dass ihr die drei Ex-Geiseln gro�z�gige finanzielle Unterst�tzung angeboten hatten. �Na dann�, meinte Murphy trocken, �stehen uns ja alle T�ren offen.� Dieser Satz klang Laura eine ganze Weile in den Ohren nach. Ja, das war eine M�glichkeit zumindest das Ausreise-Problem zu l�sen. Mit gen�gend Bargeld waren exzellente Passf�lschungen leicht zu bekommen. Mr. Steele hatte alle Ideen und M�glichkeiten zusammen mit den entsprechenden Ansprechpartnern notiert. Laura und Murphy machten sich mit Dolmetscher auf den Weg zu den zust�ndigen Beh�rden. Die Geiselnahme war ja durch die internationalen Medien gegangen und sie mussten viele Dinge nicht mehr erkl�ren. Zwar fanden sie die Mitarbeiter erst einmal sehr reserviert vor, doch Geldscheinb�ndel, die fast unbemerkt die Besitzer wechselten, l�sten Zungen und schufen L�sungswege. �Bei der Einreise haben wir die P�sse der Johnsons kopiert�, erkl�rte ein Mitarbeiter der Einreisebeh�rde. �Wir m�ssten nur die Herren pers�nlich mit den Bildern vergleichen, dann k�nnten wir aus den Kopien Ausreisedokumente erstellen. Diese w�ren dann aber ausschlie�lich f�r die Ausreise g�ltig. Was die Einreise in die USA betrifft, das ist Sache der amerikanischen Beh�rden.� Laura musste sich stark zusammennehmen, um sich ihre Erleichterung nicht zu deutlich anmerken zu lassen. Das h�rte sich doch mehr als gut an. Die drei waren in der westlichen Welt so bekannt, dass nicht mit ernsthaften Problemen zu rechnen war. Schlimmstenfalls w�rde in den USA die Passbeh�rde wegen des Gebrauchs gef�lschter Dokumente ermitteln, aber selbst eine hohe Geldstrafe konnte nicht wirklich schlimm sein.
H�chst erfreut �ber die gute Nachricht hielten die Johnsons ihr Wort. Mit Hilfe von Freunden wurde eine gr��ere Summe angewiesen die in K�rze zur Verf�gung stehen sollte.
Obwohl es bereits Abend war, machten sich Murphy, Laura und der Dolmetscher noch einmal auf den Weg. Die Stra�en waren wie leergefegt. Das Land befand sich nun bereits so lange im Ausnahmezustand, dass die Angst im Leben der Bewohner einen hohen Stellenwert hatte. Die wenigen Menschen, die sie trafen und ansprachen, sch�ttelten bei dem Bild von Mr. Steele nur hastig den Kopf und beeilten sich, weg zu kommen. Murphy und Laura dachten sich weiter nichts dabei, sie hatten fast bef�rchtet, nicht allzu schnell vorw�rts zu kommen.
In der Zwischenzeit machte Mr. Steele unangenehme Bekanntschaft mit arabischen Gef�ngnissen auf der einen und seiner amerikanischen Staatsb�rgerschaft auf der anderen Seite. Dass er sich nicht ausweisen konnte und die Frage nach seinem Namen nicht beantwortete, legte man ihm als feindliches Auftreten gegen�ber dem Staat aus. Angeblich war er eine Gefahr und eine Bedrohung, vor allem weil er nicht sagte, was er im Schilde f�hrte. Der Mann, der eine Zeit lang Remington Steele war, wusste nicht mehr weiter. Nichts sagen war falsch und gef�hrlich. Sich eine Geschichte ausdenken war falsch und gef�hrlich. Die Wahrheit kannte er nicht. Der Gef�ngnisleiter war sich hingegen sicher, die Wahrheit ziemlich bald herauszufinden. Menschenfreunde fanden sich im Gef�ngnis nicht viele, und so lernte Mr. Steele recht bald, den Begriff �leiden� neu zu definieren. So sehr er sich nach einer Dusche gesehnt hatte, um den Schmutz der an seinem K�rper haftete zu entfernen, so wenig genoss er es, von mehreren Folterknechten mit dem harten Strahl der Wasserschl�uche maltr�tiert zu werden. Bis auf die Knochen nass und vor K�lte zitternd stand er vor seinen Peinigern. Die Fragen kamen jetzt zwar zum Teil auf Englisch, trotzdem fehlten ihm die Antworten. � Wie hei�en Sie? Wer bezahlt Sie? Wer ist Ihr Auftraggeber? Was hatten Sie vor?� Eine Frage jagte die andere, ein Ende war nicht in Sicht. Sie versuchten die Antworten aus ihm herauszupr�geln. Es dauerte nicht lange, und Mr. Steele war sich sicher, dass er alles gestehen w�rde, nur um in Ruhe gelassen zu werden. Aber sein Erinnerungsverm�gen blockierte so gut wie alles und sein Schweigen machte die Schergen nur noch aggressiver.
Nach einer Woche zogen Laura und Murphy Zwischenbilanz. Die drei Johnsons waren sicher in ihrer Heimat angekommen und hatten bei der Einreise keine weiteren Probleme. Vor Dankbarkeit bezahlten sie unverz�glich das vereinbarte Honorar auf das Konto der Agentur und schickten Laura und Murphy als Bonus noch eine gr��ere Summe zur sofortigen Verf�gung. Finanzielle Sorgen w�rde sich Laura bis ans Ende ihrer Tage nicht mehr machen m�ssen. Trotzdem war ihre Stimmung mittlerweile am Nullpunkt angelangt. Noch immer keine Spur von Mr. Steele. In ihrem Innersten sp�rte sie, dass ihr nicht mehr viel Zeit blieb, dass er sich in gro�er Gefahr befand. Auch Murphy verlor immer mehr seine Zuversicht. Alle vermeintlichen Spuren hatten sich verloren, sie waren nicht weiter gekommen und alles was ihnen die Woche gebracht hatte, war Ersch�pfung. M�de legte sich Laura auf ihr Bett. Murphy bemerkte ihre Verzweiflung und setzte sich zu ihr. �Laura, Liebes, entspanne dich ein wenig. Manchmal ist es wichtig, Abstand zu den Dingen zu gewinnen, auch wenn es schwer f�llt.� Laura schloss die Augen. Er hatte Recht. Vielleicht w�rde ein wenig Abstand zu neuen Ideen f�hren. Murphy beschloss, sich ein wenig die Beine zu vertreten. Als er die Stra�en entlang ging, �berlegte er, wo er schon war, wo noch Stadtteile waren, die er �bersehen hatte, ob er alle Stra�en bemerkt hatte. Schlie�lich war dies keine amerikanische Stadt, die auf dem Rei�brett entworfen und sorgf�ltig kartographiert worden war. Nach einer geraumen Zeit realisierte er, dass er sich weit von seinem Hotel entfernt hatte. Murphy nahm sich einen Moment Zeit, um die Situation besser einsch�tzen zu k�nnen. Er sah sich um und suchte nach etwas, das ihm bekannt vorkam oder ihm bei der Orientierung helfen k�nnte. Er stand eine geraume Weile an einer Stra�enkreuzung, als ein Mann an ihm vorbei ging. Mittelgro�, mittelschlank, ungef�hr Mitte drei�ig, schwarzes Haar und einen dunklen Teint. Zu einer abgetragenen Hose trug er ein kurz�rmliges Hemd, das auch schon bessere Tage gesehen hatte. Ein Mann, wie sie hier �berall zu sehen waren. Irgendetwas stach Murphy ins Auge. Irgendetwas stimmte nicht. Murphy beobachte den Passanten, er war sich sicher, dass dieser Mann etwas wusste, was ihn weiterf�hren k�nnte. Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen- die Uhr! Sie passte nicht zu der armseligen und etwas heruntergekommenen Gestalt. Das Gold gl�nzte im Sonnenlicht und Murphy war Detektiv genug um auf den ersten Blick zu erkennen, dass es keine billige F�lschung war. Mehr noch � er kannte diese Uhr. Er hatte Remington Steele insgeheim schon immer um seinen guten Geschmack beneidet, daher war ihm die teuere und elegante Uhr sofort aufgefallen. Murphy war auf der Hut. Er lie� sich seine Aufregung nicht anmerken, der Passant war fast an ihm vorbei, als er den Fremden blitzschnell am Handgelenk packte. Er zog ihm die Uhr vom Handgelenk und war sich auch schon sicher- Remington Steeles Uhr. Murphy zog den Fremden in einen dunklen Hauseingang. �Woher hast du diese Uhr?� fragte er. Zum Gl�ck sprach der andere ein wenig Englisch. �Ich gefunden. Auf Stra�e.� Murphy zweifelte daran, dass in einer Stadt wie dieser irgendetwas auf der Stra�e zu finden sei. �Keine Sorge, ich tu dir nichts, � versprach er. �Aber diese Uhr geh�rt einem Freund von mir. Ich bin auf der Suche nach ihm. Wenn du mir hilfst ihn zu finden, lasse ich dich laufen. Wenn nicht, �bergebe ich dich der Polizei.� Der Uhrendieb war sich bewusst, wie die Polizei mit Menschen seines Berufsstandes umging. Offiziell war das Handabhacken bei Dieben verboten, aber mitunter hatte diese alte Tradition noch Bestand. �ngstlich versprach er, zu kooperieren. Murphy zog das Foto von Steele aus der Tasche. Dem Stra�enr�uber wich alle Farbe aus dem Gesicht, er f�hlte sich ertappt. �Ja. Schon gesehen. Problem gehabt. Polizei mitgenommen.� Murphy war sich nicht sicher, ob er erleichtert sein sollte oder besorgt. Die Polizei- dein Freund und Helfer. Mit diesem Spruch war er aufgewachsen. Im Lauf seiner Detektivkarriere musste er allerdings lernen, dass das nicht immer die richtige Einstellung war und der Staatsapparat nicht in allen L�ndern integer. Den Strauchdieb lie� er laufen und hielt eines der wenigen Taxis auf, die in der Stadt unterwegs waren. Jetzt hie� es erst einmal Laura informieren und dann handeln.
Mr. Steele sa� zitternd am Boden seiner Zelle. Sein Erinnerungsverm�gen war noch immer nicht zur�ckgekehrt, aber er wusste jetzt zumindest, was er wollte: m�glichst schnell aus diesem Loch entkommen. Doch das war alleine unm�glich. Zum einen war das Gef�ngnis zu gut gesichert, und selbst wenn er entkommen w�re h�tte er keine Ahnung, wohin er gehen sollte. Zum anderen f�hlte er sich viel zu schwach, sich �berhaupt zu erheben, geschweige denn an gr��ere Anstrengungen zu denken. Die K�lte in der Zelle und seine nassen Kleider hatten ihm den Rest gegeben. Er hatte Fieber und litt unter Sch�ttelfrost. Er schloss die Augen. In seinem Delirium tauchten immer die gleichen Bilder auf. Schokoladenbraune Augen, die ihn mitf�hlend ansahen, voller W�rme und Sorge. Er ging ganz in diesen Augen auf, konzentrierte sich nur noch darauf und meinte, die W�rme sp�ren zu k�nnen. Die W�rme kam allerdings von seinem Fieber, das st�ndlich stieg. Mittlerweile war er sogar den Folterknechten im Gef�ngnis zu schwach, keiner wagte es mehr Hand an ihn zu legen vor Angst, er k�nne ihnen unter den H�nden wegsterben. Bei Gefangenen wie ihm eine besonders unangenehme Angelegenheit, denn wenn L�segeld zu erwarten war, w�re ein toter H�ftling wertlos.
Im Schlaf registrierte Lauras Unterbewusstsein, dass sie beobachtet wurde. Die Aufregungen der vergangenen Tage hatten ihre Spuren hinterlassen und sie schrak hoch. Murphy legte ihr gleich beruhigend die Hand auf die Schulter. �Schsch, Laura, ich bin es nur, schlaf weiter!� �Oh, Murphy, was ist los?� murmelte Laura im Aufwachen. �Du sitzt nicht zum Spa� neben mir, da bin ich mir sicher!� �Also, es gibt Neuigkeiten. Ob gut oder schlecht kann ich noch nicht beurteilen. Aber ich habe eine F�hrte aufgenommen.� Murphy berichtete von seinem Ausflug, dem Stra�endieb und Steeles vermutlicher Verhaftung. So sehr sie von panischer Sorge um ihren Partner und Chef behaftet war, sie hatten eine Spur! Das war auf jeden Fall besser, als weiterhin im Dunkeln zu tappen. Obwohl es noch mitten in der Nacht war, planten sie energiegeladen ihr Vorgehen f�r den n�chsten Tag. Murphy w�rde mit dem Dolmetscher zusammen Milit�rgef�ngnisse und Polizeistationen abklappern, Laura wollte mit Hilfe des Hotelmanagers eine Liste von Gef�ngnissen und Ansprechpartnern erstellen. Es fiel Laura zunehmend schwerer, mit der Rolle, die den Frauen in diesem Land zugewiesen wurde, zurechtzukommen. Sie war es immer gewohnt gewesen, alleine zurecht zu kommen, und sich nun im Hintergrund halten und in der �ffentlichkeit hinter einem Tuch verstecken zu m�ssen, brachte sie mitunter dem Rand des Wahnsinns nahe. Murphy wusste, was in ihr vorging und mahnte sie daher auch zu Selbstbeherrschung und Zur�ckhaltung. Nicht auszudenken, wenn sie zu den bereits bestehenden Problemen durch Lauras Verlangen nach Gerechtigkeit in Konflikt mit den bizarr anmutenden Vorschriften geraten w�rden.
Allein in dieser Stadt gab es ein Milit�rgef�ngnis, sieben Polizeistationen mit diversen Arrestzellen, ein staatliches Gef�ngnis f�r Kapitalverbrechen und eine Strafanstalt f�r Frauen, die gegen die Kleiderordnung versto�en hatten. Am einfachsten war es, die Arrestzellen zu inspizieren. Der Dolmetscher verwickelte in jeder Polizeistation die Beamten in Gespr�che, die nie zu einem Ende f�hrten und Murphy sah sich um. Die Arrestzellen hatten Fenster, durch die man in das Innere der Zellen sehen konnte. In kaum einer der Zellen fand er Insassen, die meisten waren leer. Sie dienten ja auch nur zur �berbr�ckung, wer l�nger festgehalten wurde, kam ziemlich schnell in eines der anderen Gef�ngnisse. Das Frauengef�ngnis schenkten sie sich, und das staatliche Gef�ngnis f�r Kapitalverbrechen beherbergte nur H�ftlinge, die mit einem g�ltigen Gerichtsurteil �berstellt worden waren. Vorerst blieb ihnen nur noch das Milit�rgef�ngnis. Allein die Tatsache, dass diese Anstalt von der Armee und ihren Befehlshabern gef�hrt wurde, bereitete Murphy schon Kopfzerbrechen. Die Soldaten w�rden nicht ohne weiteres jede Geschichte glauben, arbeiteten mit Geheimdiensten und Untergrundorganisationen zusammen und insgesamt galten dort eben andere Regeln. Murphy �berlegte lange, wie er sich Zutritt verschaffen k�nnte. Ohne konkreten Plan wagte er sich nicht in die H�hle des L�wen.
Endlich waren Lauras F�higkeiten wieder gefragt. Gemeinsam mit Murphy �berlegte und feilte sie an einer Strategie, wie Milit�rgef�ngnisse untersucht und Mr. Steele dann befreit werden k�nnte. Amerikaner wurden als Staatsfeinde eingesch�tzt, milit�rische Gr�nde f�r Steeles Aufenthalt im Land schieden also aus. Lange Zeit br�teten Murphy und Laura �ber verschiedenen M�glichkeiten. �Ich hab�s!� rief Laura aus. �Entwicklungshilfe! Das kann alles sein, internationale Projekte, die nicht unbedingt von staatlicher Seite organisiert sein m�ssen, oftmals stecken da auch Kirchen dahinter!� Obwohl die Situation durchaus ernst war, brach Murphy in schallendes Gel�chter aus. �Mr. Steele als Pater Remington? Laura, das ist nicht dein Ernst! Da geh ich eher als General Moon durch!� Die Komik der Situation �nderte nichts daran, dass Lauras Idee gut war. Es gab auch einiges an Hilfsorganisationen, die im Land t�tig waren. Am n�chsten Morgen w�rden sie mit dem Manager sprechen um herauszubekommen, was derzeit im Land aufgebaut wurde. Bevor sie zu Bett gingen legte Murphy seinen Arm um Laura und seufzte: �Wei�t du, es ist fast wie in alten Zeiten. Wir beide, in Topform, ohne ihn�� Er konnte seinen Satz nicht beenden, Laura hielt ihm einen Finger auf den Mund. �Bitte. Nicht. Danke, dass du mir so ein wertvoller Freund bist. Aber �� Sie brach ab. Zu mehr fehlte ihr der Mut. Dass sie Mr. Steele bis ins Innerste ihrer Seele liebte und vor Sorge um ihn fast umkam, hatte sie sich gerade erst einmal selbst eingestanden.
Das Gespr�ch mit dem Hotelmanager war deutlich ergiebiger als sie zu hoffen gewagt h�tten. �Ja�, sagte er. �Es gibt da etwas. Es soll eine Stra�e hier von der Hauptstadt an die K�ste gebaut werden. Ingenieure aus Europa und Amerika sind hier, vermessen das Land.� Murphy und Laura konnten ihre Freude kaum verbergen. Ingenieur - in dieser Rolle konnte man sich einen Mr. Steele mit etwas gutem Willen durchaus vorstellen. Murphy machte ein paar der Landvermesser ausfindig, schilderte seine Suche nach dem vermissten Freund und bat um Hilfe. Spontan bot der Chef der Gruppe seine Hilfe an und sofort fuhren sie ins Gef�ngnis. Durch den Entwicklungshelfer-Ausweis kamen sie sehr schnell zum diensthabenden General. Murphy zeigte das Foto von Steele, der Ingenieur erkl�rte, was sein Trupp im Land erreichen wollte und dass er einen seiner M�nner vermisste. Murphys ausgezeichnete Menschenkenntnis verriet ihm rasch, dass sie auf der richtigen Spur waren. Der General wurde nerv�s und begann, sich hektisch zu rechtfertigen. �Wie auch immer er hier her kam�, warf Murphy ein, �wir m�chten ihn zur�ck haben.� Murphy wunderte sich insgeheim �ber seine Worte. Vor wenigen Jahren h�tte er eher Heuschrecken gegessen als so etwas �ber Mr. Steele zu sagen. Der General wies die beiden an, ihm zu folgen. Nach einem kurzen Marsch an vergitterten Zellent�ren vorbei traf der zust�ndige W�rter zu ihnen. Als ihm vom General die Situation erkl�rt wurde, traten ihm Schwei�perlen auf die Stirn. �Aber�, stammelte er, �Sie haben ja selber gesagt, er ist bestimmt ein Spion und wir m�ssen ein Exempel statuieren!�. �Was soll das hei�en?� unterbrach ihn Murphy barsch. Der W�rter �ffnete z�gernd die T�r. Auf dem Boden lag ein v�llig apathischer Mann, ausgezehrt, vor K�lte zitternd und vor Fieber gl�hend. Murphy trat vor, um sich das Gesicht anzusehen. Sogar im schlechten Licht der Zelle war zu erkennen, wie mitgenommen der Mann aussah. Eingefallene Wangen, aus denen die Knochen scharf hervorstanden. Die Gesichtsfarbe war unnat�rlich bleich und fahl und die Stirn schwei�gl�nzend. Obwohl es eindeutig Mr. Steele war, fiel es Murphy schwer zu glauben, dass es sich hier um den gleichen Mann handelte, der sich als arroganter Schn�sel in der Agentur eingenistet hatte und dem er alles M�gliche an den Hals gew�nscht hatte, nur nichts Gutes. Der Mann richtete seinen Blick auf Murphy. �Hilfe�, murmelte er fast unh�rbar und rang nach Luft. �Bitte, helfen Sie mir.� Dann schloss er ersch�pft die Augen, Augen in denen zu sehen war, dass er seinem eigenen Ende sehr nahe gekommen war.
Murphy bemerkte, dass Steele ihn nicht erkannt hatte und ihm nur wenig Zeit blieb, wenn er Steele retten wollte. Zum General sagte er: �Ich nehme ihn gleich mit, und wehe Ihnen, wenn er nicht wieder v�llig gesund wird. Das bringe ich bis vor den internationalen Gerichtshof! Von Genfer Konventionen haben Sie hier wohl noch nie etwas geh�rt!� Der General zeigte sich zwar betroffen, weigerte sich aber, Steele gehen zu lassen. �Keine Papiere�, sagte er. �Ich kann ihn nicht gehen lassen, ohne Papiere.� Murphy war sich seines Erfolges schon sicher gewesen, und nun das. Doch einige Tausend Dollar sp�ter hatten er und der Ingenieur einen schwachen und halbtoten Mr. Steele zwischen sich und zogen und schoben ihn zu ihrem Jeep. Murphy brachte den Ingenieur zu seinem Camp zur�ck und versprach der Organisation eine gro�z�gige Spende. Dann fuhr er zum Hotel zur�ck. Seine Erleichterung war gro�, genau so allerdings auch seine Ern�chterung. Die Zeit mit Laura hatte er sehr genossen, sie bedeutete ihm auch nach all den Jahren sehr viel und es erf�llte ihn mit Freude, ihr beistehen zu k�nnen. Das war nun vorbei, nun stand wie so oft Mr. Steele wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit.
Murphy gelang es gerade noch, mit Mr. Steele ins Hotelzimmer zu wanken. Laura war au�er sich und umarmte ihren Partner und Freund erleichtert. �Mr. Steele! Ich habe mir solche Sorgen gemacht�, rief sie, seinen Zustand nicht sofort erkennend. �Laura! Gnadenengel�� murmelte er und sank an ihre Schulter. Das Gef�hl war Laura nicht fremd. Schon einige Male hatte er es noch mit letzter Kraft an ihre Schulter geschafft, um dort zusammenzusinken. Murphy riss sie aus ihren Erinnerungen. �Laura, ich war immer hart mit Mr. Steele und ich werde es auch gerne wieder sein. Aber momentan bin ich froh, wenn sein Leben so lange w�hrt, dass ich es ihm wieder mit Genuss schwer machen kann.� Jetzt erst betrachtete Laura ihren Partner intensiver. Sie legte eine Hand an seine Stirn und sah Murphy entsetzt an. �Das ist ja hei�er als gl�hende Kohlen! Was ist los mit ihm?� Murphy erz�hlte ihr, dass man im Gef�ngnis wohl nicht gerade zimperlich mit ihm umgegangen war. Er habe nur zusammenhangsloses Zeug geredet und so dort den Eindruck erweckt, er k�nne ein westlicher Spion sein. Wie auch immer man sich hier einen westlichen Spion vorstellt, f�gte Murphy noch hinzu. Murphy und Laura legten Mr. Steele vorsichtig auf das Bett, Laura k�hlte seine Stirn mit feuchten T�chern und entkleidete ihn vorsichtig. Am ganzen K�rper fand sie Spuren seiner Misshandlung. �Wir m�ssen ihn so schnell wie m�glich zur�ck nach Los Angeles bringen�, meinte sie. �Da haben wir nur ein Problem�, antwortete Murphy. �In diesem Zustand wird ihn keine Fluggesellschaft der Welt transportieren.� Laura musste ihm Recht geben.
Hilfe kam wieder vom Hotelmanager. Er war mit einem Arzt befreundet, der ohne viele Fragen nach Mr. Steele sah und ihn gr�ndlich untersuchte. Die Sch�rfwunden und Prellungen beunruhigten ihn kaum. Die fast verheilte Platzwunde an der Schl�fe machte ihm schon mehr Sorgen. �Das ist �lter als die anderen Wunden. Es sieht aus, als h�tte ihn jemand mit einem schweren Gegenstand geschlagen. Er hatte mindestens eine Gehirnersch�tterung, wenn nicht einen Sch�delbruch. War er nach dem Schlag lange ohne Bewusstsein? Hatte er Sprachst�rungen oder Erinnerungsl�cken? Nasenbluten?� Murphy d�mmerte langsam, warum Steele ihn nicht erkannt hatte und nur wirres Zeug zu reden schien. �Ich denke, er hatte Probleme mit seinem Erinnerungsverm�gen�, bekannte er. �Das kann noch eine Weile anhalten, sollte aber normalerweise wieder zur�ckgehen. Das muss er in Amerika dringend behandeln lassen.� Neben diesen �u�eren L�dierungen hatte sich Mr. Steele noch eine handfeste Lungenentz�ndung eingehandelt. Er bekam sofort eine Injektion mit hochwirksamen Antibiotika. �Das wird ihm hoffentlich schnell helfen. Sehen sie zu, dass er ausreichend Fl�ssigkeit bekommt. Mehr k�nnen wir im Augenblick nicht f�r ihn tun.� Mit diesen Worten verabschiedete sich der Arzt.
Mr. Steele verbrachte eine unruhige Nacht, Laura stets an seiner Seite. Er schreckte �fter hoch und starrte seine Partnerin an, schien aber nichts um sich herum wahrzunehmen. Es war deutlich zu erkennen, dass ihm das Atmen schwer fiel. Laura fl��te ihm f�rsorglich Wasser und Fruchtsaft ein und betete, dass er wieder auf die Beine k�me.
Am folgenden Morgen konnte Laura gl�cklicherweise Ersatzdokumente f�r Mr. Steeles gestohlenen Pass beschaffen, darin hatte sie mittlerweile �bung. Als sie sich zu ihm ans Bett setzte merkte sie, dass seine Stirn etwas k�hler war als am Vorabend und w�hrend der Nacht. Vermutlich hatten die Medikamente ihre Wirkung getan. Sein Schlaf war ruhiger geworden und er schien sich entspannt zu haben. Sanft strich sie �ber die Bartstoppel auf seinen eingefallenen Wangen. Die Ber�hrung weckte ihn, verwirrt setzte er sich auf. Er erkannte sie. �Laura. Wo bin ich? Was ist passiert? Warum habe ich mich nicht rasiert? Ich muss ja entsetzlich aussehen!� Das war Mr. Steele, wie Laura ihn kannte. Kaum dem Tod von der Schippe gesprungen dachte er als erstes an sein �u�eres. Laura konnte ihn beruhigen. �Immer mit der Ruhe. Wir haben gerade einen Fall abgeschlossen und wie es aussieht, k�nnen wir bald zur�ck reisen, sobald Sie kr�ftig genug sind, in den Flieger zu steigen.� Seine Gesichtsbehaarung lie� Mr. Steele keine Ruhe und Laura begleitete ihn ins Bad, wo er sich duschte und anschlie�end rasierte. Er sah schon wieder ganz manierlich aus, doch sein bleiches Gesicht, die eingefallenen Wangen und sein abgemagerter K�rper lie�en erkennen, wie krank er wirklich war. Als er ersch�pft, aber auch erfrischt wieder in seinem Bett lag, begann Laura vorsichtig mit der Bestandsaufnahme. Mr. Steele erkannte sie wieder, so viel war klar. Er erinnerte sich auch an die Agentur in Los Angeles und der Name Murphy Michaels war ihm nicht fremd. Warum er aber hierher gereist war, daran fehlte ihm jede Erinnerung. Das Einzige woran er sich erinnerte waren seine Festnahme und der Aufenthalt im Gef�ngnis. �Laura�, st�hnte er, �es war einfach nur schrecklich. Ich wusste wirklich nicht, warum ich dort sein musste. Sie hielten mich f�r einen Spion! Als ob ich irgendeine �hnlichkeit mit James Bond h�tte! Das ist doch v�llig absurd!� Die Erinnerung an sein Martyrium war noch sehr pr�sent und er begann zu zittern. Laura ergriff seine Hand. �Schsch, Mr. Steele, das war schon zu viel Aufregung. Legen Sie sich wieder hin und schlafen Sie ein wenig. Sie sind sehr krank und m�ssen sich erst einmal erholen.� Ersch�pft sank er in sein Kissen und bald hatte ihn die M�digkeit �bermannt.
Es dauerte noch zwei Tage, bis Mr. Steele so weit bei Kr�ften war, dass ihm der anstrengende Flug zugemutet werden konnte. Der Arzt sah t�glich nach ihm und best�tigte dann seine Reisef�higkeit. �Aber gesund sind Sie noch lange nicht�, mahnte er Mr. Steele. �Wenn Sie zur�ck sind, m�ssen Sie sich dringend wieder in �rztliche Behandlung begeben, ein R�ckfall k�nnte Ihnen schwer schaden.� Laura war die ganzen Tage nicht von Steeles Seite gewichen. Sie hatte seine Hand gehalten und ihn gest�tzt, wenn er ins Badezimmer musste. Sie hatte ihm Wasser eingefl��t und ihn mit Suppe aufgep�ppelt. Wenn er schwei�gebadet und Albtraum geplagt aufgewacht war, hatte sie ihn liebevoll getr�stet. Gemeinsam hatten sie die Ereignisse der Tage vor seiner Gefangennahme rekonstruiert und ein gro�er Teil seiner Erinnerung war zur�ckgekommen. Laura war erleichtert, dass sich Mr. Steele auf dem Weg der Genesung befand, aber auch von der Krankenpflege sehr ersch�pft. Als Murphy mit den Reiseunterlagen ins Hotel zur�ckkam, begann sie erleichtert mit dem Kofferpacken. In Los Angeles w�rde alles leichter sein. Die Agentur litt schon unter ihrer Abwesenheit und sie freute sich auf den ganz normalen Alltag.
Die Eindr�cke und Erfahrungen hatten alle drei so sehr gepr�gt, dass ihnen die Erleichterung deutlich ins Gesicht geschrieben stand, als sie schlie�lich und endlich in Los Angeles ankamen. Auch wenn sie sich nicht in unmittelbarer Gefahr befunden hatten waren sie froh, als sie ohne Zwischenf�lle ausreisen konnten. Der lange Flug hatte Mr. Steele mehr mitgenommen, als er zugeben wollte, immer wenn er sich unbeobachtet f�hlte rang er nach Luft und wischte sich den Schwei� von der Stirn, denn er fieberte noch immer. Murphy hatte f�r sich gleich einen Anschlussflug nach Denver gebucht und verabschiedete sich. Er sah Laura lange in die Augen. �Pass auf dich auf, und auch auf deinen Sunny Boy. Er ist es wert, da bin ich mir mittlerweile sicher. Auch wenn ich mich insgeheim f�r diese Worte verw�nsche.� Laura kamen Tr�nen der R�hrung. �Murphy, du hast nicht nur sein Leben gerettet. Ich wei� nicht, wie ich dir jemals danken kann.� Nach einer innigen Umarmung und dem Versprechen, sich jederzeit wieder helfend zur Seite zu stehen, machte sich Murphy auf den Weg zu seinem Flieger. Laura nahm Mr. Steele beim Arm und f�hrte ihn zum Ausgang, wo Fred schon mit der Limousine wartete. �Fred, bringen sie uns so schnell wie m�glich ins Community Hospital�, wies Laura den Chauffeur an. Mr. Steele wollte noch widersprechen, sah Laura aber an, dass er chancenlos war.
Im Krankenhaus angekommen mussten sie gl�cklicherweise nicht lange warten, bis sich ein Arzt um Mr. Steele k�mmerte. Bei aller St�rke, die er demonstrieren wollte war Remington Steele froh, sich auf die Liege im Untersuchungszimmer legen zu k�nnen. Vor Publikum zusammenzuklappen w�re jetzt das Letzte gewesen, was er gebrauchen konnte. Vor allem weil er hoffte, die Nacht in seinem Appartement mit Laura verbringen zu k�nnen und nicht im Krankenhaus bleiben zu m�ssen. Der Arzt kam insgesamt zum gleichen Ergebnis wie sein arabischer Kollege. Die Bluterg�sse und Sch�rfwunden waren schmerzhaft aber harmlos und bereits am Heilen. Eine R�ntgenaufnahme zeigte, dass der Schlag auf den Kopf zu einer Fraktur gef�hrt hatte. Die Lungenentz�ndung hatte sich etwas gebessert, das Fieber war gesunken. Mr. Steele wollte sich gerade erheben um sich wieder anzukleiden und nach Hause zu gehen, aber der Arzt legte ihm die Hand auf die Schulter und hinderte ihn am Aufstehen. �Bleiben Sie lieber ruhig liegen. Aufstehen ist jetzt erstmal nicht. Die Sch�delfraktur wird Ihnen noch eine ganze Weile Probleme bereiten, Kopfschmerzen, �belkeit und Schwindel sind nach solchen Verletzungen an der Tagesordnung. Sie bekommen jetzt ein sch�nes ruhiges Zimmer, ich werde gleich noch einmal nach Ihnen sehen.� Steele wollte protestieren und hoffte auf Lauras Hilfe � vergeblich. Laura begleitete ihn, als er ins Krankenzimmer geschoben wurde und wartete noch den Besuch des Arztes ab. Die Strapazen der Reise und die Medikamente lie�en Mr. Steele sehr schnell einschlafen. Auch an Laura war die Aufregung nicht spurlos vor�ber gegangen. Hier konnte sich nichts mehr tun, Mr. Steele war in Sicherheit und in besten H�nden. Eine erholsame Nacht w�rde auch ihr nicht schaden.
Am folgenden erwachte Laura Holt ausgeschlafen und erholt. Ihr erster Weg f�hrte sie zu Mr. Steele. Er schlief noch tief und fest. Laura setzte sich wie so oft in den vergangenen Tagen an sein Bett und beobachtete ihn beim Schlafen. Die Ruhe hatte ihm gut getan und er sah besser aus, als sie ihn in der letzten Zeit gesehen hatte. Er erwachte erst, als der Arzt zur Visite kam und gute Nachrichten brachte. Das Fieber sei weg, die Lunge auf dem Weg der Besserung und der Kopf hatte die Strapazen im Ausland mitgemacht, das Schlimmste sei vermutlich �berstanden. Nat�rlich m�sse er sich noch sehr schonen, solle m�glichst viel liegen, auf ausgewogene Ern�hrung achten und eben alles tun, was der Genesung f�rderlich sei. Aber es bestehe kein Grund ihn l�nger im Krankenhaus zu behalten, wenn er nicht alleine w�re. Laura bemerkte den Hoffnungsschimmer in den Augen ihres Partners und beeilte sich zu sagen: �Ich werde bei ihm bleiben und darauf achten, dass er sich nicht �bernimmt.� Dabei nahm sie seine Hand in ihre H�nde und sah ihm tief in die Augen. Mr. Steele erwiderte ihren Blick, zog sie n�her und beide bemerkten nicht, dass der Arzt l�chelnd das Zimmer verlie�. �Dann gebe ich mein Schicksal erneut ganz in Ihre H�nde, Dr. Holt�, murmelte er, setze sich auf und fragte dann ganz feierlich: �Laura, du hast gesehen wo es hinf�hrt, wenn ich etwas alleine unternehme. Willst du mich in Zukunft begleiten, wohin uns unser Weg auch f�hren mag�..�
� 21.06.2007 by Ruby