Du bist das Licht

Oft habe ich mich gefragt, was anders gelaufen wäre, hätte ich eine andere Entscheidung getroffen . Nicht, daß ich es bereue. Keine Sekunde. Die Entscheidung ist mir leichter gefallen, als ich zugeben wollte und nie hätte ich es anders gewollt. Doch ich habe Angst. Angst vor dem, was kommen wird.

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Alles begann  am 17. Dezember. Es war ein recht kühler Wintertag und Mr. Steele hatte mich hier rausgeschleppt in ein Kaff, dessen Namen ich mittlerweile nicht einmal mehr weiß. Es lag jedenfalls am Mount Marcie, nähe der kanadischen Grenze. Wir verfolgten  wie übellich jemanden, diesmal aber einen Mörder.

Ich hatte immer auf den Tag gewartet, an dem Mr. Steele einen Richtigen Verbrecher ausfindig macht, ehrlich gesagt haette ich ihm das gar nicht zugetraut und ich hatte mich darauf gefreut, ihn auslachen zu können. Was ich auch wirklich tat, als er mir mit einem schiefen Grinsen seine Reisepläne unter die Nase hielt.

Das Lachen verging mir allerdings schnell wieder, mir einleuchtete, wie wichtig es war, und er eine richtig heisse Spur gefunden hatte.

Mißmutig stapfte ich nun hinter Mr. Steele durch den Schnee. Ich wußte, daß er mittlerweile keine Ahnung mehr hatte, wo wir hingingen, geschweige denn, wie wir zurückkehren konnten. So stapfte ich motzend und schlecht gelaunt hinter ihm her und seine überschwänglich gute Laune machte mich nur noch wütender.

Es war mittlerweile 15.14h und die Mittagstemperatur von -3°C sank rapide.

Wäre ich nicht so verdammt wütend über Mr. Steele und mich selbst gewesen, nicht auch auf den Weg aufgepaßt zu haben, wäre es ein verdammt romantisch-kitschiger Anblick gewesen.

Die Schneeflocken tanzten um uns herum und die Bäume waren mehr weiß als grün. Durch ihre Zweige hatte man eine tolle Sicht auf einen zugeschneiten See. Ein See? Unsere einzige Chance zurück zur Zivilisation.Mit einem Mal war Mr. Steele alles vergeben und ich warf einen Schneeball nach ihm, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Ich lächelte ihm zu und nickte Richtung See. Übermütig rannten wir den Berg hinunter, den wir zwei Stunden zuvor mühsam bestiegen hatten und beschmissen uns mit Schnee. Ich glaube, hätte uns jemand gesehen, er hätte gedacht, wir wären high gewesen.

Am Seeufer angelangt sahen wir ein kleines Häuschen am gegenüberliegenden Ufer. Doch auch als wir dort angekommen waren, sahen wir keinen Weg, der in die nächste Stadt führte. Wenigstens hatten wir einen Unterschlupf für die Nacht. Die Sonne würde in etwa 30 Minuten untergehen und damit die Temperatur rapide sinken lassen.

Doch das Haus war schon vor langer Zeit verlassen worden, Spinnweben hingen im ganzen Haus, die Möbel waren mit Laken bedeckt, das Holz war morsch und so war es auch kein Wunder, dass es zog. Doch es gab genug Zeug, das wir verbrennen konnten.

Und 10 Minuten später kuschelten wir uns in eine Wolldecke vor den Kamin. Ganz recht, unter EINER Wolldecke. Mr. Steele hatte wohl ein ziemlich schlechtes Gewissen, daß er mich in diese verdammte Kälte - die in seiner Nähe zu einer verdammten Hitze wurde - geschleppt hatte.

Nein, mir gefiel es eigentlich ganz gut. Neben ihm, in einer einsamen Hütte, auf dem Fußboden, vor einem romantisch knisternden Feuer - wäre da nicht meine innere Stimme gewesen die mir immer wieder ins Ohr flüsterte

"Er ist dein Partner! Es ist nicht gut, was du da gerade tust. Kind, du schmeißt dich an ihn ran, du weißt nichtmal, ob er es ernst meint mit dir!"

"Doch Remington liebt mich, genauso wie ich ihn liebe, warum sonst hatte er mir all die Jahre über vertraut!"

"Weil er das muß und du zweifelsohne seine beste Freundin bist."

Verdammt, manchmal haßte ich meine verfluchte Rationalität. Sie hatte mich bisher immer beschützt und mir Kraft gegeben, doch vor meinem Herzen konnte sie mich nicht beschützen.

Grübelnd saß ich neben ihm, bis ich seine Augen auf mir spürte. Er schien zu wissen, was ich gerade dachte, so wie er es immer getan hat.

"Hör auf dein Herz!"

Ich starrte ihn an:

"Was?"

Er lächelte:

"Du grübelst doch über etwas Wichtiges, hm? Immer wenn du die Augenbrauen zusammen ziehst, denkt du nach.  Du sollst auf dein Herz hören; es weiß, was das Richtige ist!"

"Was ist, wenn dieses auf ein anderes Herz hören muß, um eine Entscheidung zu treffen?"

Er schaute mir tief in die Augen und ich war gefesselt von ihrem Glanz. Schon jetzt wußte ich, daß mein Herz die Schlacht gewonnen hatte, doch dieses Spiel gefiel mir zu gut, um jetzt damit aufzuhören.

"Ein anderes Herz? Du grübelst also über jemanden?"

"Ja, das tue ich!"               

stimmte ich ihm zu und starrte in seine wunderschönen blauen Augen. Ja, ich liebe ihn, von Kopf bis Fuß. Seine Art, wie er sich bewegt, wie er mit mir redet und wie er riecht, aber seine Augen, die haben so was Geheimnisvolles und doch Vertrautes. Meistens konnte ich in seinen Augen lesen, doch nicht jetzt.

Ein Windstoß zog durch das Haus und ich wickelte mich instinktiv enger in die Wolldecke. Unsere Arme berührten sich und er legte seinen um mich. Am liebsten wäre ich ihm um den Hals gefallen und hätte ihm alles gestanden, doch weder meine Muskeln, noch meine Stimme reagierten auf meine Befehle und so konnte ich ihm nur schüchtern in seine Augen starren, die mich so warm und herzlich ansahen.

"Möchtest du mir etwas sagen?"

Gott, jetzt war es an mir. Eben war ich noch kurz davor, es ihm mit einem Kuß zu demonstrieren, doch jetzt pochte mein Herz schmerzvoll in der Brust. Ich haßte es, diese Entscheidung treffen zu müssen; daß könnte jetzt mein ganzes Leben verändern, seines, unseres...Unseres, daß klang gut. Okay, wenn nicht jetzt, nicht hier, wann dann!

"Ich...weißt du, ich vertraue dir mehr .. na ja meisten auf jeden Fall, als ich je einem Menschen zuvor vertraut habe und du bist weit mehr..."

Er näherte sich mir gefährlich langsam.

"...als mein Partner."

Ich spürte bereits seinen Atem auf meinem Gesicht, seine Lippen nur wenige Zentimeter vor meinen. Ein wohliges Prickeln lief mir die Wirbelsäule hinunter. Seine Augen trafen erneut meine.

"Wieviel mehr?"

versuchte er aus mir herauszukitzeln.

Doch ehe ich antworten konnte, spürte ich seine Lippen auf meinen. Vorsichtig, fast ehrfürchtig. Ich schloß meine Augen und genoß die süße Wärme, die sich durch ihn in meinem Körper ausbreitete.

"Ich liebe dich!"

brachte ich hervor als er, nur für einen Sekundenbruchteil, sich von meinen Lippen löste.

Er lächelte:

"Ich weiß."

Er legte seine Arme um meine Hüfte und küßte mich erneut. Inniger, stürmischer. Unsere Zungen tanzten verbotene Tänze, als ich die Arme von seinen Schultern, langsam zu seinen Hemdknöpfen gleiten ließ.

"Ich liebe dich mehr"

hauchte er als Antwort.

Doch bevor ich auch nur einen Knopf öffnen konnte, hob er mich auf seine Arme und trug mich zum Bett, daß er mit so ungefähr 6 Decken bestückt hatte. Wann hatte er das gemacht? Egal, jetzt war bestimmt nicht die Zeit, darüber nachzudenken. Vorsichtig legte er mich auf den Laken nieder.

"Du bist verrückt!"

lachte er.

"Ich bin was? Wer hat mich denn hier raus geschleppt?"

"Und wer ist gerade dabei, mich zu verführen?"

"Oh du Ärmster!"

Ich tröstete ihn mit einem Kuß, den er wohl nie im Leben vergessen wird, denn er starrte mich an, als hätte ich mich vor seinen Augen zu Angelina Joliet verwandelt.

"Wow!"

war alles, was er hervorbrachte, als er mich zurück in die Kissen drückte.

  

Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich die Sonne durch das Fenster scheinen. Mr. Steele der war...wo war Remington?! So lag ich nun da, nackt und allein.

Ob er es bereute? Wahrscheinlich hatte ich ihn da in eine ziemlich blöde Lage versetzt.

Doch alle meine Zweifel wurden weggewischt, als Remington durch die Tür trat und mich mit einem Lächeln begrüßte.

Ja, seine Augen sagten mir, daß er keine Sekunde bereute. Schön, damit konnte ich leben. Und weiter? Zunächst mußten wir hier endlich weg, dann zurück zur Agentur.

Ja, was dann? Grundsätzlich war es ja nicht verboten, eine Affäre mit seinem angeblichen Boss zu haben. Und ausserdem die Vorstellung das jetzt die Leute dachte das Sie Sich bei ihrem Chef hochgeschlafen hat war nicht gerade angenehm.

Außerdem würden wir uns wieder 24 Stunden am Tag sehen. 24 Stunden! Schien mir gar keine schlechte Idee. Hörte sich eigentlich ziemlich verlockend und aufregend an.

Unwillkürlich mußte ich lächeln.

"Morgen, Darling! Woran denkst du?"

Riß er mich aus meinen Gedanken und gab mir einen Guten-Morgen-du-siehst-süß-verschlafen-aus-Kuss.

Darling? Neu, aber gut. Besser als Laura. Vor allem besser als Hase oder ähnlich süße Tiernamen.

"Nichts Wichtiges! Wo warst du? Ich hab dich vermißt!"

"Oh! Ich dich auch! Ich hatte vor, nach einem Weg hier raus zu suchen...es sei denn du möchtest noch bleiben...und noch eine heiße Nacht mit mir verbringen?"

" Auf den letzten Teil werde ich wohl noch einmal zurückgreifen, aber dann doch lieber zu Hause, im Warmen!"

Plötzlich hörten wir, wie die Rotorblätter eines Hubschraubers sich näherten.

"Zieh dich an, Süße! Ich hab nicht vor, vor unseren Flitterwochen noch mal hierher zu kommen!"

Er lief raus, um auf uns aufmerksam zu machen.

  

Es stellte sich anschließend heraus, daß unser Motelbesitzer unsere Pläne spitz bekommen hatte und sich dann Sorgengemacht hatte, als wir nicht zurückgekehrt waren. Es waren wohl schon mehr als nur 2 Menschen im Wald verschollen.

 Zurück in L.A haben hat uns Jarvis mitgeteilt das man den Möder tot im Wald aufgefunden habe , aber uns haette er nicht mehr erreichen können um uns das mitzuteilen.

 

Wir beschlossen, unser Verhältnis möglichst lange geheim zu halten. Wir gingen zu unterschiedlicher Zeit zur Arbeit und nach Hause, trafen uns anschließend bei ihm.

Bei unseren Motelaufenthalten hatten wir weiterhin getrennte Zimmer, obwohl eins davon immer leer blieb.

Während der Arbeit änderte sich nichts, außer das Remingtons  Scherze privater wurden.

Außer unseren Arbeitsstreiterein und Auseinandersetzungen kamen jetzt noch zu Hause die Situationen, wo unsere Dickköpfe aufeinanderprallten. Oft genug wäre ich am liebsten schreiend davon gerannt, schließlich haben wir uns dann doch wieder vertragen und unsere 'Versöhnungszeremonie’ war um so besser.

Schnell vergingen einige Monate und ich würde keinen einzigen Tag davon ändern wollen. Doch dann kam der Tag, der wieder alles verändern würde. Es war der 06.Dezember - Nikolaus!

Schon seit Tagen quälten mich fürchterliche Bauchschmerzen. Remington erzählte ich davon nichts, eine dunkle Ahnung schwirrte durch meinen Geist. Kein Essen konnte ich bei mir behalten.

Ich weiß bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, es vor Remington geheim zu halten. Sogar den Arzttermin.

 Nach etwa 30 Minuten betrat ich unser Agentur. Er sah mir an, daß ich geweint hatte. Seine Augen suchten meine, doch ich vermied jeden Blickkontakt. Ich setzte mich schließlich vor ihn auf die Tischkante seines Schreibtisches und nahm seine Hand in meine, froh mich an etwas festhalten zu können.

Gott, es war schwerer, ihm das beizubringen, als es selber zu erfahren.

"Laura, was ist los?"

Besorgt drückte er meine Hand fester.

"Ich komme gerade vom Onkologen. Er hat etwas gefunden..."

Seine Miene versteinerte sich.

"...ich habe Gebärmutterhalskrebs! Anfangsstadium."

"Aber man kann doch... ich meine, es ist doch operabel oder zumindest behandelbar!"

Obwohl er beinah flüsterte, hörte ich, daß seine Stimme zitterte. Ich schloß kurz meine Augen und atmete tief ein, bevor ich fortfuhr:

"Nicht unter diesen Umständen..."

"Umständen?"

Erst jetzt konnte ich ihm in die Augen sehen und so starrte ich in diese blauen, geheimnisvollen Augen.

"Ich bin im 4. Monat schwanger!"

Diesmal war es an ihm, mich anzustarren.

"Bist du dir sicher? Ich meine...es könnte doch auch...?"

"Eine Scheinschwangerschaft?"

Ich atmete tief durch.

"Das dachte ich zunächst auch , deshalb habe ich alle Symptome dafür ignoriert, aber es ist eindeutig!"

Ich warf ihm ein Ultraschallbild auf den Schoß. Es vergingen bestimmt 10 Minuten, in denen er den Blick nicht von dem Bild ließ, bevor er weiter sprach.

" Aber...man kann doch, unter diesen Umständen, bis zum 6. Monat...abtreiben?"

Gott, er war sowas von begriffsstutzig!

Verzweifelt schrie ich ihn an:

"Remington, das ist unsere einzige Chance auf ein Kind!"

"Was hast du von einem Kind, wenn du tot bist?!"

Wütend und verletzt starrte ich ihn an. Ich hab ihn nie zuvor so durcheinander und verzweifelt gesehen.

"Ich spüre es in mir,Remington."

Meine Worte waren leise.

"...Es lebt! Und sein Leben hat doch gerade erst begonnen...wie kann ich entscheiden, ob es weiterleben darf?"

Ohne es verhindern zu können, lief mir eine Träne über die Wange. Schluchzend saß ich vor ihm, und zum ersten Mal in meinem gottverfluchten Leben war es mir egal, ob ich meine Gefühle zeigte. Doch auch durch meine tränenverschmierten Augen konnte ich sehen, wie eine Träne auf seiner Wange der Schwerkraft nachgab und schließlich auf den Boden tropfte.

Er nahm mich in den Arm und drückte mich so fest an sich, als wolle er mich nie wieder loslassen.

Bis er schließlich die bedrückende Stille unterbrach:

"Du hast dich bereits entschieden?"

Es war mehr eine Feststellung als eine Frage.

"Wir haben zwei Wochen Zeit, darüber nachzudenken!"

Damit verließ ich das Büro. Er mußte jetzt allein sein. Ich mußte allein sein.

  

Verwirrt lief ich durch die Straßen von L.A. , bis ich unwillkürlich vor einem Geschäft mit Babyartikeln stehenblieb. Ich starrte in das Schaufenster und legte eine Hand auf meinen Bauch. Tatsächlich spürte ich es in mir.

"Ja, ich habe mich bereits entschieden!"

antwortete ich schließlich mir selber.

Während den nächsten zwei Wochen haben wir nie wirklich über dieses Thema gesprochen. Solange für das Kind keine Gefahr bestand, war ich meiner Sache sicher. Oft saßen wir nur schweigend am Eßtisch und tauschten Blicke aus.

Irgendwann hatte er meinen Entschluß akzeptiert und mehr konnte ich wohl kaum verlangen. Konnte er nicht verstehen, daß dieses Baby der Sinn meines Lebens geworden war?

Meiner Familie  erzählte ich nach langen Überlegungen die volle Wahrheit. Mom erlitt einen Kreislaufkollaps und mußte mehrere Tage in eine Klinik, Donald hingegen hätte fast  Remington verprügelt, wären Frances und ich nicht dazwischen gegangen.

 

Ich genoß meine Schwangerschaft, schaffte es sogar, die Tumorschmerzen zu ignorieren. Doch Remington zog sich mehr und mehr von mir zurück. Er berührte mich nur noch wie zufällig und redete kaum noch mit mir. Bis dann der 13. Januar kam.

Remington kam überraschend früher von der Arbeit und brachte mich zum besten Chinesen der Stadt. Ich war verrückt nach chinesischem Essen. Nachdem unser Tisch abgeräumt wurde, lächelte er mich an.

"Laura, du weißt, daß ich dich liebe, egal was passiert. Aber...ich dachte, ich könnte nicht ohne dich leben, bis ich begriffen habe, daß ich jetzt mit dir leben muß und darauf hoffen, daß man dir helfen kann."

Er machte eine Pause und wir lächelten uns verliebt an.

"...Und ich schwöre dir, was auch immer passieren wird ich bin bei dir!"

Ich laechelte, ja dieser Mann verstand es mich zum Lachen zu bringen.

"..Aber ich kann dich so nicht gehen lassen...möchtest du meine Frau werden?"

Ich...Gott, war das süß! Was für eine Frage! Weiß er denn nicht...

"Ja! Natürlich will ich!"

Ich beugte mich über den Tisch, ihm entgegen und küßte ihn. Er zauberte einen Royal Lavulitering hervor streifte ihn mir über den Finger. Er verstand es auch, mich glücklich zu machen. Endlos glücklich.

"Er strahlt wie die Sterne. Remnington, der ist wunderschön!"

"Kaum so schön wie du! Er funkelt wie deine Augen, deshalb hab ich ihn gekauft und gedacht, daß er ein guter Anlaß zur Verlobung ist!"

Verschmitzt lächelte er mich an, als ich ein Schluchzen neben mir hörte und meinen Kopf Richtung Nebentisch drehte. Ein älteres Pärchen, das unser Gespräch anscheinend verfolgt hatte, saß da Arm in Arm, schluchzte und lächelte mir dann zu.

Das war vorläufig der schönste Tag meines Lebens und, naja, auch die beste Nacht!

 

Auch über eine neue Wohnung oder Haus machte ich mir gedanken.Wollte wir in Remingtons Wohnung leben? Nein ich wollte es nicht.Hier möchte ich nicht das unser Kind aufwaechst.

Ich beschloß, die nächsten Tage der Haussuche zu widmen. Mom meinte, daß diese Gedanken in der Schwangerschaft normal waren, Frances schob alles auf die Hormone, Remington der sagte gar nichts und mir war es total egal. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, zog ich das auch durch.

Bis wir schließlich das perfekte Haus gefunden hatten. Eigentlich war es eher ein Häuschen, aber es war wunderschön.

Auch Remington gefiel es, obwohl er anfangs bloß trotzig hinter mir her getrottet war. Ich wußte, was in ihm vorging, jedenfalls dachte ich, ich wüßte es. Aber für mich war das schließlich auch nicht einfach, eine Zukunft zu planen, die ich nie haben würde.

 

Am 15. März war dann der große Tag unserer Hochzeit gekommen. Es war ein wunderschöner, sonniger Tag, aber es hätte auch regnen können und es wäre trotzdem ein schöner, sonniger Tag gewesen. Wir hatten beschlossen, so klein wie möglich zu feiern, schließlich war aber doch das halbe Polizeipraezidium da, inklusive Jarvis. Murphy mit Familie und Daniel. Als ich ihn sah, konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.

Ich hatte Murphy  dazu verdonnert, mich zum Altar zu führen und er freute sich zwar, mich glücklich zu sehen, allerdings nicht mit Remington an der Seite. Remington sah bezaubernd aus. Einfach sexy. Er war mein Stern im Universum!

Obwohl die Leute Fotos machten und mein Kleid bewunderten, mußte ich ausgesehen haben wie ein Rhinozeros. Jedenfalls fühlte ich mich so und da ich anschließend die halbe Hochzeitstorte alleine verschlang, war es auch nicht sehr unwahrscheinlich. Ich stand da, vor dem Altar, ich hörte nicht, was der Priester redete, ich konnte Remington nur in die Augen starren. Ihm schien es nicht anders zu gehen.

Diese drei kleinen Worte, heilig, wichtig, ehrerbietig, endgültig. Nie sind mir Wörter leichter über die Lippen gekommen.

"Ja, ich will!"

Ich liebte diesen Mann und ich war so glücklich. Der Priester redete weiter und auch Remington gestand seine Liebe durch diesen einen schönen Satz. Doch eine Träne wollte ihm nicht gehorchen und rollte langsam seine Wange hinunter.

In guten, wie in schlechten Zeiten, bis daß der Tod euch scheidet. *ingutenwieinschlechtenzeitenbisdaßdertodeuchscheidet* Dieser Satz! Wer begreift schon die wahre Bedeutung dieses Satzes? Hieß er doch, daß ich Remington allein lassen würde. Allein mit seiner Angst und seiner Trauer. Seinem Leben.

Wie schwer es für ihn sein mußte! Er verlor nicht nur den Menschen, den er liebte, er verlor alles: seine beste Freundin, seine Hoffnung, seinen Halt. Alles das, was er für mich darstellte und für mich so selbstverständlich war. Gab er mir hiermit ein Versprechen, mich über den Tod hinaus zu lieben. Durch seine Liebe und Stärke hatte ich Halt und Mut, diesen Weg zu gehen; wer außer Remington wäre ihn mit mir gegangen?

"Sie dürfen die Braut jetzt küssen!"

bemerkte der Pfarrer und das ließ sich Remington nicht zweimal sagen.

In guten wie in schlechten Zeiten, bis daß der Tod euch scheidet, dieser Satz spukte noch lange durch meinen Kopf.

Das Fest war großartig, aber ich merkte schnell, daß meine Kondition nachgelassen hatte und so lagen wir schon um 23.00 Uhr im Bett. Was auch keine schlechte Idee war.

Trotz dieses dunklen Schattens, der die ganze Zeit über uns hing, haben wir viel gelacht und ich habe mich von Minute zu Minute mehr in ihn verliebt. Doch nachts, wenn Remington schlief, kroch ich aus meinem Bett, ging ans Fenster und starrte in die Sterne. Manchmal weinte ich auch. Einmal aber kam er mir nach, stellte sich hinter mich, sagte kein Wort und legte seine Hände auf meinen Bauch. Lange haben wir da gestanden und die Sterne betrachtet, bis er mich an sich drückte und sagte:

"Siehst du den Stern dort oben?"

Er deutete ins All. Ich nickte, folgte seiner Geste in den Himmel und ließ mich von dem Stern beeindrucken.

"Dort werde ich mit dir hinfliegen! Irgendwann! Und niemand und nichts wird uns davon abhalten!"

  

Zu schnell vergingen die Monate und so wachte ich eines Nachts auf und ja, es war soweit.

Vorsichtig weckte ich Remington mit sanften Küssen. Er grinste mich verstohlen an, ohne seine Augen dabei zu öffnen.

"Es ist noch nicht wirklich Morgen! Sag, daß es noch nicht Morgen ist!"

"Es ist noch nicht morgen! Es ist 2:34h! Aber es ist so weit, sie will raus!"

Plötzlich saß er senkrecht im Bett, starrte mich an:

"Oh Gott...oh...oh Gott!"

Er sprang aus dem Bett und lief orientierungslos in der Wohnung herum. Männer sind so niedlich, wenn sie nicht mehr weiter wissen! Er raufte sich derweil die Haare

"Gut...ähm. Halt! Ich...also, wenn du...dann..."

Er fuchtelte verzweifelt mit seinen Armen durch die Luft. Ich konnte nur lachen, ich hatte ihn nie so gesehen. Er konnte traurig, komisch, durcheinander, verzweifelt, liebevoll und geduldig sein, aber so überfordert hatte ich ihn mir nie vorstellen können.

"Beruhige dich, Darling!"

schaffte ich es dann hervor zu bringen.

"...Wir haben jede Menge Zeit! Erstgeburten dauern Stunden. Hilf mir lieber, aus dem Bett zu kommen!"

Mühsam versuchte ich, aus dem Bett zu klettern. Er blieb stehen und lächelte mich verlegen an. Es war ihm peinlich, so hysterisch reagiert zu haben. Jesus, das war wieder einer dieser Momente, die ich vermissen werde.

"Sie?"

fragte er schließlich.

"...Woher weißt du....warte! Sag nichts! Weibliche Vorahnung?!"

Ich nickte zwar und lächelte triumphierend, wußte ich es doch schon seit Monaten.

Er versuchte zwar mich zu stützen, stand mir aber nur im Weg rum, so schickte ich ihn das Auto holen. Er war wie ein Kind und brauchte eine sinnvolle Beschäftigung.

Doch erst, nachdem er sich 7 mal vergewissert hatte, daß es mir gut ging und ich zurecht kam, machte er sich auf den Weg. Die Krämpfe wurden stärker. Das konnte noch heiter werden. Auf der Fahrt zum Krankenhaus hat er 7 Stoppschilder und 4 rote Ampeln überfahren und wurde dabei 2 mal von der Polizei geblitzt Aber ich wäre genauso gefahren, hätte er neben mir gesessen und geschrien, als würde er fritiert werden. Das einzig Lustige an der Fahrt war wohl die Tatsache, daß meine Fruchtblase genau vor dem Aussteigen, also noch in Remingtons Wagen, platzen mußte. Mich hat das wieder einigermaßen versöhnlich gestimmt.

 

Es stellte sich wirklich heraus, daß Erstgeburten Stunden dauern.

Ich lag also da, auf dieser unbequemen Geburtsliege - wobei mir alles im Moment unbequem vorkam - und führte artig meine Meditations- und Atemübungen aus, die mir in den letzten Monaten ankonditioniert wurden. Die können mir erzählen was sie wollen, aber das hilft trotzdem nicht!

Wegen des Tumors und der damit verbundenen Risikoschwangerschaft wurden mir nur wenige schmerzstillende Mittel verabreicht. Ich glaub, man hätte mir zwischenzeitlich den Arm brechen können und ich hätte es nicht mitbekommen..

Obwohl die Hebamme und der Stationsarzt freundlich waren, ließen sie sich beunruhigend selten in meinem OP sehen.

Remington hatte mich anfangs nur mitleidig angestarrt, bis ihm das langweilig wurde und er das gynäkologische Arztbesteck näher untersuchte. Ich wollte das jetzt nicht sehen . Ich war wütend und hatte Schmerzen und so schrie ich ihn an, was sonst eigentlich nicht meine Art ist, bis draußen ein Priester vorbei kam und der Meinung war, mich beruhigen zu müssen.

"Eva hat sich versündigt und Gott hat sie bestraft, seitdem müssen Frauen unter Schmerzen Kinder zur Welt bringen, daß soll sie daran erinnern, ehrfürchtig zu sein!"

Typisch Mann! Hat keine Ahnung, wovon er da redete. Ich wünschte ihm 10 Schwerstgeburten an den Hals und so fragte ich ihn, ob er nicht mit mir tauschen wolle.

Lächelnd sagte er dann:

"Mein liebes Kind, wie ich bereits erwähnte, hat Gott die Frau dazu bestimmt!"

Das war einfach zuviel. Mit meiner gesamten Kraft, die ich als Walroß noch übrig hatte, bäumte ich mich auf und verpaßte ihm einen Kinnhacken, der ihn bewußtlos zu Boden gleiten ließ.

DAS hat geholfen und ich werde es der netten Schwangerschaftsbegleiterin  demonstrieren.

Auch  Remington, der die Sache mißmutig verfolgt hatte gesellte sich wieder zu mir. Das Arztbesteck wurde wieder uninteressant. Von da an sagte er mir 50 mal, wie stolz er auf mich war und massierte mir liebevoll den Rücken.

Gegen 14:00 Uhr war es dann auch endlich soweit. Die Kleine hatte sich doch entschlossen, ihre Eltern kennen zu lernen, hatte sich brav umgedreht und war nun auf dem Weg nach draußen. Ich hatte mich irgendwie doch damit abgefunden, daß die ganze Sache mit Schmerzen verbunden war und um 00:15 Uhr am 06. Mai ließ das erste kleine Wimmern erraten, daß ein kleines Mädchen soeben das Licht der Welt erblickt hatte.

Sie wurde mir auf den Bauch gelegt und der Streß und die Schmerzen der vergangenen Stunden waren vergessen.

Remington durfte, wenn auch mit zitternden Händen die Nabelschnur durchschneiden. Er war so stolz wie ein Vater sein konnte.

Ich weinte. Erstaunt sah die Hebamme mich an. Wie konnten sie mich auch verstehen?

"Ich dachte nicht, daß es so weh tun würde!"

schluchzte ich erklärend.

Lächelnd sah mich die Hebamme an:

"Deshalb nennt man es ‘Wehen’, Schätzchen!"

Ich schüttelte den Kopf.

"Es tut weh, zu wissen, sie allein lassen zu müssen!"

Remington ergriff zärtlich meine Hand. Ich sah ihm in die Augen.

"Euch beide!"

setzte ich hinzu.

Das kleine Wesen auf meinem Bauch, inzwischen in Decken gewickelt, daß bis eben geweint hatte, sah mich nun an.

Sie war so schön, gesund und mit allem was ein Baby haben mußte. Ihre winzigen Finger ballten sich zu kleinen Fäusten.

Sie hat meine Augen, stellte er freudig fest. Sie hatte Remingtons Lippen, seine großen Füße, seine schwarzen Haare und meine Nase..

Sie kniff die Augen zusammen und gähnte. Wir saßen da und starrten sie an. So süß!

"Wie soll sie denn heißen?"riß der Stationsarzt uns aus unseren Gedanken.

Remington zuckte ratlos die Schultern."Was hältst du von Lauren, hm?"

Meine Frage ging sowohl an Remington, als auch an meinen Nachkömmling, der mittlerweile begonnen hatte, zu sabbern. Remington schaute die Kleine fragend an, diese aber gab nur glucksende Laute von sich.

"Ich glaub, sie ist einverstanden!"

lächelte er..

Die Hebamme lächelte ebenfalls:

"Lauren, ein schöner Name.

Ich nickte, sie hatte mich durchschaut.

Ich hätte ihn schon wieder fast zum Weinen gebracht, an einem Tag wie diesem. Der doch der schönste Tag meines Lebens war. Glücklich. Ich war so glücklich!

"Na, dann sollte Lauren mal ihre Familie kennen lernen!"

Remington nahm das kleine Bündel auf den Arm und lächelte mir nochmal zu, bevor er den OP verließ.

So konnte ich dem schönsten Dornrößchenschlaf nachgeben. Doch es gab kein schönes Erwachen. Als Schwester Hathaway mich um 6:00 Uhr aus den Federn schmiß, erklärte sie mir, daß ich nüchtern bleiben sollte, da um 11:30 meine OP angesetzt sei.

War doch vor nicht einmal 24 ein kleines Kind diesen Weg gegangen, so wurde heute schon wieder daran herum hantiert. Dafür war Lauren die ganze Zeit bei mir und auch Remıngton, Mom und Frances fanden sich um 8:35 ein. Wild diskutierend. Wenigstens wurde Remıngton als Teil meiner Familie anerkannt, hatte er doch seine ganz verloren.

Remıngton blieb, bis ich der Narkose nachgab, bei mir. Er war auch der erste, den ich sah, als ich die Augen wieder öffnete.

Er lächelte mich an und gab sich alle Mühe, dabei nicht traurig auszusehen, aber dafür kannte ich ihn zu gut. Er war es auch, der mir sagte, daß es ziemlich hoffnungslos aussah. Die Ärzte hatten vorsichtshalber den ganzen Uterus entfernt, konnten den Metastasen aber nur Chemotherapie entgegensetzten. Gleich morgen sollte die Therapie beginnen.

Ich liebte ihn so sehr dafür, daß er bei mir blieb und einfach nur meine Hand hielt. Er hatte sogar die Ärzte davon überzeugen können, daß es notwendig war, daß er bei mir blieb. So hielt er mich den ganzen Abend im Arm, bis ich schließlich einschlief. Ich weiß nicht einmal mehr, worüber wir uns unterhalten haben, wenn wir uns überhaupt unterhalten haben. Ich wollte nicht sterben und ihn alleine lassen, ich mußte das hier überstehen.

Ich wußte, daß die ersten drei Tage die schlimmsten waren, da man einerseits die heftigsten Nebenwirkungen erlebte und andererseits diese Zeit in einem Quarantäneraum verbringen mußte und kein Besuch erlaubt war. Also war es an mir, stark zu sein und ich vermißte Lauren und Remington so sehr. Ich verbrachte die Zeit mit schlafen, mich übergeben, Alpträumen und heulen. Es war die Hölle, doch sogar diese Zeit schaffte ich hinter mir zu lassen. Geschwächt von der Geburt, der OP und der Chemo, versuchte er, mich mit Schokoladenpudding und Vanilleeis wieder aufzupäppeln. Ich war ihm wirklich dankbar dafür, jedoch hab ich das meiste davon nicht bei mir behalten.

So verlor ich Tag um Tag an Gewicht und Kraft.

Zwei Wochen nach Laurens Geburt konnte ich nicht einmal mehr aufstehen. So sehr ich auch versuchte zu kämpfen, so hatte ich doch eigentlich schon verloren. Die meiste Zeit verbrachte ich wohl mit schlafen. Manchmal wenn ich aufwachte, saß Remington mit Lauren auf dem Arm im Schaukelstuhl neben mir, hielt meine Hand und schlief. Er liebte sie wirklich. Nicht nur, weil ich es tat. Ich sah seinen Vaterstolz und ich sah, daß er seine gesamte Liebe, die er noch zur Verfügung hatte, ihr schenkte.

Gleich nach ihrer Geburt war er umgezogen und jetzt lebten beide dort. Ich wollte doch nur bei ihnen sein. Wir hatten schon lange begriffen, daß ich keine Chance mehr hatte.

Manchmal wußte ich nicht, was schlimmer war: der Krebs oder die Chemo.

Meine Haare wollten auch nicht mehr mir gehören und so bat ich ihnr, mir die restlichen Haare abzuschneiden. Er band sie zu einem Zopf und behielt ein büschel brauner Locken zurück. Anschließend rasierte er den Rest meiner Haare auch noch weg und ich sah scheußlich aus: blaß, dünn, spröde Lippen, kahler Kopf, krank.

Er wollte mich zwar nicht aufgeben, war aber seit er von meiner Krankheit wußte mit der Videokamera hinter mir her. Er hatte sogar bei seinem Heiratsantrag den Kellner bestochen uns heimlich zu filmen, damit ich es nicht mitbekam, denn ich war nicht sehr begeistert gewesen, noch war ich schließlich nicht tot. Mittlerweile bin ich ganz glücklich darüber, ist es für Lauren die einzige Erinnerung, die ihr bleibt. Sogar ihre Geburt und meinen Faustkampf gibt es auf Video.

 Ich habe am Sonntag dann mit ihm geredet. Lauren meine süsse kleine wurde drei Wochen alt und ich hatte das Gefühl, sie kaum noch zu sehen. Ich wollte hier endlich raus, weg von den Schläuchen und Spritzen. Remington sah schweren Herzens ein, daß es Zeit war, einen Schlußstrich zu ziehen und wir freuten uns beide, daß ich nach Hause kommen würde. Sogar die Ärzte verstanden unser Anliegen und wir einigten uns schließlich auf eine ambulante Behandlung. Nur das Notwendigste.

Und so kam ich am Montag nach Hause. Im Rollstuhl und müde, aber ich war zu Hause.

 Jede Nacht kuschelte ich mich an meinen geliebten Mann, Freund und Parnter.

Er weinte oft, wenn er dachte, ich würde es nicht mitkriegen. Ich tat es auch. Wer weiß schon, was morgen passieren würde. Doch ich war glücklich. Glücklich, bei Lauren und Remington zu sein.

Mutter, Frances, Donald, Mildered und Murphy kamen mich häufig besuchen. So verging auch diese Woche sehr schnell.

Heute Nacht bin ich aufgewacht, wie immer in seinen Armen, und plötzlich wußte ich, daß das die letzte Nacht sein würde. Ich fand die Kraft, mich in meinen Rollstuhl zu setzen und zum Fenster zu fahren. Es war eine sternklare Nacht.

Plötzlich stand Remington hinter mir."Was ist los?"

"Ich konnte nicht schlafen. Da dachte ich, ich geh unseren Stern suchen..."

Eine Träne lief mir über die Wange."Er fehlt...!"setzte ich schließlich mit tränenerstickter Stimme hinzu.

Er nahm mich ohne zu zögern in den Arm."Es ist nicht der Stern, der dich am Leben erhalten hat! Es ist das Licht in dir!"

Er sah mich liebevoll an."Auch das wird bald erlöschen..."versuchte ich ihm zu erklärten.

Er sah mir tief in die Augen und er verstand."Du spürst es?"

Ich lächelte und nickte, unfähig zu sprechen."Jetzt?"

Er war sich so unsicher. Unsicher, ob er weinen oder für mich stark sein sollte.

"Nein, keine Sorge! Gehen wir zurück ins Bett, mh?"

Er nickte zwar, wußte aber nicht, ob er mir glauben konnte. Er schlief trotzdem schnell ein. Ich konnte das nicht, so holte ich Lauren, hielt sie im Arm, setzte mich vor den Schreibtisch und fing an zu schreiben - über das, was passiert ist. Für Remington und für meine kleine noch nichts ahnende Lauren.

 Und da bin ich jetzt. Es ist mittlerweile morgens und Remingtonr ist gerade aufgewacht, er wollte Frühstück machen, doch ich hielt ihn zurück.

Wieder sah er mir tief in die Augen. Und wieder verstand er, was ich ihm nicht sagen konnte.

"Ich ruf deine Mutter an!"sagte er und verschwand.Doch ich weiß, daß sie es nicht mehr schaffen wird.

Ich habe Angst. Angst vor dem, was kommen wird. Ich sitze hier und halte Lauren im Arm, warte auf den Tod.

Und ich weiß, daß es die richtige Entscheidung war. Ich liebe sie. Ich liebe sie beide. Und ich verdanke ihnen alles. Und ich weiß, daß Remington mein Licht war, was mich bisher am Leben erhalten hat und ich weiß, daß dies meine letzten Worte zu ihnen sein werden...

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''Du bist das Licht,
und nichts was passiert
wird dies aendern,
du bist das Licht,
das mir den Weg in der Dunkelheit erhellt
du bist das Licht,
auch wenn ich nicht mehr sein werde

du bist und bleibst der selbe,
du bist endlos,
du bist der Grund dafür warum ich gelebt habe.
Laura

ENDE

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