DUNGEON STEELE AND KILKENNY MURDERS
Teil 1
Laura und Remy verließen gerade den London Heathrow Airport. Sie warteten auf ein Taxi.
Laura fragte Remy: „Hast du dieses Mal deine Papiere dabei?“
Remy zog seine Brieftasche aus der inneren Brusttasche seines Sakkos und antwortete: „Ja. Hier sind sie.“
„Gut. Ich will nämlich nicht, dass sie dich noch mal einsperren, weil sie dich für einen gefährlichen Terroristen halten, so wie letztes Mal.“
„Aber, verehrte Miss Holt“, beruhigte er sie, „das war damals doch nur ein Versehen. Ich versteh immer noch nicht, wie das passieren konnte. Ich seh doch bestimmt nicht so aus wie einer von der IRA.“
Laura beäugte ihn kritisch von oben bis unten: „Na, da wär ich mir an deiner Stelle nicht so sicher.“
Remy zog einen Flunsch und motzte: „Danke. Es ist schön zu sehen, wie sich dein Vertrauen mir gegenüber gesteigert hat.“
Da kam auch schon ein leeres Taxi heran. Die beiden stiegen ein und fuhren zum Hotel Savoy.
Teil 2
Im Hotel angekommen, ließ Remy den Pagen die Koffer auspacken und bestellte beim Zimmerservice eine Flasche Champagner. Genauer gesagt, einen 1958er Dom Pérignon.
Der Page verließ schließlich die Suite und Remy glaubte nun, einen romantischen Nachmittag mit Laura verbringen zu können.
Wie gesagt, er glaubte, denn Laura hatte andere Pläne. Nachdem sie sich frischgemacht hatte, kam sie aus dem Badezimmer und meinte: „Du, Remy, ich habe eine großartige Idee. Weißt du, wo ich jetzt hinmöchte?“
„Mit mir auf die Couch, ein bisschen schmusen?“ fragte Remy mit seinem typischen, verführerischen Lächeln.
„Ach, Unsinn“, wehrte Laura ab. „Nein, ich hab von so ´nem Ort namens „The London Dungeon“ gehört. Das soll ganz lustig sein. So ´ne Art Mischung aus Geisterbahn und Wachsfigurenkabinett.“ erzählte sie begeistert.
„Oh“, meinte Remy nur enttäuscht, „na schön, dann… gehen wir eben dahin.“ Er grinste freundlich, aber es war kein aufrichtiges Grinsen.
In diesem Moment kam der Etagenkellner mit dem Champagner ins Zimmer. Remy befahl ihm, das Gesöff einfach auf den Couchtisch zu stellen.
Nachdem der Kellner wieder gegangen war, verließen auch Laura und Remy das Zimmer und machten sich auf in den „London Dungeon“.
Teil 3
Laura war fasziniert von der Ausstellung im „Kerker“. Sie fand es lustig und amüsierte sich großartig.
Das konnte man von Remy so nicht behaupten. Die ganze Sache hier nervte ihn. Er kam sich vor wie in einem Geschäft für Halloween-Deko und das Personal hier war unfreundlich. Remy hasste Unfreundlichkeit. Das hatte in seinen Augen alles keinen Stil hier. Zudem liefen auch noch Menschen als Gespenster verkleidet hier herum, um die Touristen zu erschrecken. Grauenvoll ordinär, dachte Remy. Für ihn war das hier eine moderne Art der Folter.
Laura betrachtete gerade eine Szenerie, die eine Enthauptung darstellen sollte.
Remy langweilte sich. Er stellte sich vor, wie er mit Laura im Restaurant des Savoy das Dinner einnahm und dabei endlich mal was Romantisches zu ihr sagen konnte. Am besten wäre es, gleich einen Heiratsantrag vorzubringen.
Da tippte ihn jemand von hinten auf die Schulter.
Teil 4
Remy drehte sich um, packte den vermeintlichen Erschrecker mit seiner linken Hand an dessen Hemd und bedrohte ihn mit seiner rechten Hand, die er zu einer Faust geballt hatte.
Der andere stammelte: „Nein, Harry, nicht schlagen. Ich bin´s doch, Seamus, aus Kilkenny. Kennst du mich nicht mehr?“
Remy betrachtete den Mann in der Dunkelheit etwas näher.
Seamus war rotblond, hatte einen Bart, war relativ mager und obendrein deuteten seine stets roten Wangen und seine rote Knubbelnase darauf hin, dass er ein geübter Trinker war. Auch jetzt schien er nicht ganz nüchtern zu sein.
Remy ließ ihn los, lächelte und rief aus: „Seamus, Bogwarrior, was machst du denn hier?“
„Ich stecke ganz schön in der Sch… Tinte, Harry. Ich musste aus Irland fliehen. Die Gardai sind hinter mir her.“
„Oh, Mann. Kann ich dir helfen?“
„Ich weiß nicht…“
In diesem Moment drehte Laura sich um und meinte zu Remy: „Mit wem redest du da?“
Remy antwortete zögernd: „Ah, Laura… äh, das ist Seamus, ein guter Freund von mir aus Irland. Seamus, das ist Laura, meine… Verlobte.“
Laura bedachte ihn mit einem sauertöpfischen Blick. Sie hasste es, als seine Verlobte -- oder noch schlimmer: Ehefrau – vorgestellt zu werden. Doch sie musste das Spiel wohl oder übel mitspielen.
Seamus meinte verblüfft: „Wie sagte die Flunder, als sie von der Dampfwalze überrollt wurde: Da bin ich platt.“ Mit einem kräftigen Händedruck begrüßte er „Mrs. Harry“, wie er sie nannte, da auch er Remys richtigen Nachnamen nicht kannte. Dann quasselte er weiter: „Was ist denn mit Felicia? Ich hab immer gedacht, du wolltest sie… du weißt schon… scuttle. Dabei zwinkerte er Remy verschwörerisch zu.
Der entgegnete nur beschämt: „Halt die Klappe, Seamus.“
„Oh, tschuldigung, da bin ich wohl voll ins Fettnäpfchen getreten, was?“ entschuldigte sich Remys Freund etwas unbeholfen.
„Das kannst du laut sagen“, erwiderte der Detektiv.
Seamus schlug vor: „Wisst ihr was? Jetzt gehen wir erstmal einen lüpfen. Auf die alten Zeiten.“
Teil 5
So schleppte Seamus die beiden Ermittler in den „Bells and Dragons“ Pub im irischen Viertel und spendierte eine Runde Guinness für alle Anwesenden. Laura trank jedoch lieber eine Limonade.
Als die drei nun an einem Tisch in einer Ecke des Pubs saßen, schilderte Seamus sein Problem: „Jayzus, Harry, ich hab soviel Ärger, das kannst du dir nicht vorstellen. Du weißt doch, dass man mich eingebunkert hat, weil ich bei Lord Montescue eingebrochen habe. Also gut, ich geb´s ja zu, ich war´s. Aber vor zwei Wochen hab ich meine Strafe abgesessen. Ich war wieder ein freier Mensch. Aber nur bis gestern. Da ist dieser Gobshite nämlich abgemurkst worden. Und ich bin der Hauptverdächtige, weil ich damals, bei meiner Verurteilung, geschworen hab, ich würd mich rächen. Ask me bollix, ich hab nichts damit zu tun. Aber erzähl das mal diesen feckin´ Jackeens. Die glauben mir nicht. Und jetzt bin ich auf der Flucht. Meine Lage ist einfach nur Shite, wenn du verstehst, was ich meine.“
Laura hatte zwar aufmerksam zugehört, doch sie hatte nur die Hälfte verstanden. Sie würde Remy nachher um eine Übersetzung bitten. Soviel hatte sie jedoch mitgekriegt: Sie konnte wieder einen kniffligen Fall lösen. Und das gefiel ihr.
Teil 6
Laura und Remy versteckten Seamus in ihrer Suite im Savoy. Sie selber versuchten, herauszufinden, was geschehen war. Lord Montescue war nämlich nicht in Irland, sondern hier in London umgebracht worden.
Seamus war also, anstatt zu flüchten, direkt in der Höhle des Löwen gelandet.
Als Remy das erfuhr, meinte er dazu sarkastisch: „Seamus ist und bleibt ein verfluchter Paddy. Merk dir meine Worte, Laura: Sowas bringt nur ein Ire fertig.“ Er schüttelte den Kopf.
Laura grinste.
Weiterhin fanden sie auch den genauen Tatort heraus: Der Hinterhof des „London Dungeon“ hatte als Szenerie für einen hinterhältigen Mord herhalten müssen.
Die beiden Detektive sprachen mit dem Geschäftsführer der gruseligsten Touristenattraktion der englischen Hauptstadt. Mr. Simon Nielsen, so dessen Name, bedauerte den Vorfall zutiefst. Er war äußerst besorgt um den Ruf des „Kerkers“: „Es darf kein Wort darüber in der Öffentlichkeit verloren werden. Wenn die Leute das erfahren, kann ich den Laden hier dichtmachen.“ Er war sichtlich nervös.
„Was wissen Sie über Lord Montescue?“ fragte Laura.
„Wen?“ erwiderte der Geschäftsführer.
„Das Mordopfer“, entgegnete Remy hilfreich.
„Ach, ja. Verzeihung. Ich bin nicht ganz auf der Höhe, wissen Sie. So ein Zwischenfall geht einem gehörig auf den Geist. Was soll bloß aus meinem Geschäft werden, wenn die Presse Wind davon bekommt?“ jammerte Nielsen weiter.
Remy beschwichtigte ihn: „Nun malen Sie den Teufel doch nicht gleich an die Wand, alter Freund. Wir werden den Fall schon lösen. Diskretion ist unsere Spezialität.“
„Ist das Ihr Ernst?“ fragte der Mann zweifelnd.
Remy fuhr mit ruhiger Stimme fort: „Erzählen Sie uns doch bitte alles, was Sie über das Verbrechen wissen.“
„Nun ja“, begann Nielsen zögerlich, „eine Putzfrau hat die Leiche gefunden, als sie gerade den Müll rausbringen wollte. Sie stürmte in mein Büro, kreischte rum und ich verständigte daraufhin die Polizei. Die haben dann gemeint, sie wüssten, wer dahinter steckt und der Fall wäre schon so gut wie gelöst.“
„Ah ja“, erwiderte Remy. „Erzählen Sie uns doch noch was über die Leiche. Z.B.: Wie ist der Lord umgebracht worden?“
„Äh… keine Ahnung“, stammelte der Manager verblüfft.
„Das macht nichts. Wir werden mit der Polizei sprechen.“ antwortete Laura. „Ich glaube, das wäre alles für den Moment“, fügte sie hinzu.
Die beiden verabschiedeten sich und verließen Nielsens Büro.
Sie stiegen in eins der typischen, schwarzen Londoner Taxis.
Teil 7
Im Taxi meinte Laura zu Remy: „Dieser Nielsen weiß mehr, als er sagt.“
„Dafür weiß er aber nicht, dass wir den Obduktionsbericht schon gelesen haben.“ entgegnete Remy schelmisch lächelnd. „Was uns dazu führt, dass er lügt. An eine Enthauptung würde man sich doch erinnern. Vor allem, wenn die Axt aus der Maria-Stuart-Ausstellung gestohlen wurde.“
„Diese Engländer sind auch beknackt. Benutzen eine echte Axt für ´ne Ausstellung von Wachsfiguren“, schüttelte Remy den Kopf.
„Nun, es schränkt die Auswahl an Verdächtigen etwas ein.“ meinte Laura.
„Wie? Jeder kann doch diese Axt gestohlen haben.“
„Ja, aber nicht jeder kann einen erwachsenen Mann auch mit so einer schweren Axt köpfen.“, argumentierte Laura.
„Stimmt auch wieder.“ erwiderte Remy.
„Was ist eigentlich mit Seamus? Glaubst du, er könnte es getan haben?“
„Laura, ich kenne Seamus, seit ich denken kann. Er ist ein kleiner Taschendieb. Nicht gerade „Der Meisterdieb von Dublin“, Brendan Gleeson, IRL, 2000. Er bringt´s nicht mal fertig, jemanden zu bedrohen. Mal ganz abgesehen davon, dass er´s im Rücken hat und nichts Schweres heben kann. Er hätte die Axt nicht mal tragen können, geschweige denn jemanden damit umbringen. Der Mord wurde von jemandem begangen, der starke Nerven und starke Muskeln hat, nicht von jemandem, der so benagelt ist wie Seamus… Nein, er war´s nicht.“ stellte Remy fest.
„Damit scheidet er dann wohl endgültig aus“, schlussfolgerte Laura. „wir müssen mehr über diesen Nielsen in Erfahrung bringen“, beschloss sie.
Teil 8
Wieder zurück im Hotel hätte Laura und Remy fast der Schlag getroffen. Seamus hatte per Zimmerservice die Speisekarte rauf und runter bestellt. Natürlich auf Kosten der Remington-Steele-Agentur. Die Suite stand voll mit Servierwagen, auf denen die erlesensten Speisen thronten.
„Hey, ihr zwei. Kommt her und esst mit. Es ist genug für uns alle da.“ begrüßte er sie freundlich und wischte sich den Mund mit der Serviette ab, die er sich als Lätzchen in den Kragen seines Hemdes gesteckt hatte.
Laura fragte nur entsetzt: „Was ist denn hier los?“
Remy hingegen naschte vom Krabbencocktail und urteilte: „Ausgezeichnetes Essen. Probier doch mal, Laura.“ Dabei stopfte er ihr eine Gabel voll Krabbencocktail in ihren zum Protest geöffneten Mund.
„Autsch!“ machte sie.
„Entschuldige, Laura, ich wollte dich nicht in die Zunge pieksen.“
„Schon gut.“, nuschelte sie mit vollem Mund. Sie nahm eine weitere Serviette und spuckte das Essen dahinein. Jetzt fuhr sie Seamus an, der dabei war, eine Hühnchenkeule abzunagen.: „Wir müssen reden.“
„Bin ganz Ohr“, murmelte dieser, weiter essend.
„Also, kennen Sie einen gewissen Simon Nielsen?“ fragte sie.
Seamus stoppte kurz seine Kaubewegungen, dachte nach und meinte dann: „Nö. Nie gehört. Ist das der Mörder?“
„Das wollen wir von dir wissen, Seamus.“ erwiderte Remy, die Servierwagen mit den Augen nach Ente in Rotwein absuchend.
„Hey, glaub mir, ich habe den Namen noch nie gehört.“
Remy forschte weiter: „Na schön. Was weißt du über den Geschäftsführer des „London Dungeon“?“
„Nicht viel. Das soll irgendso ´nem reichen Schnösel gehören. Aber wie der heißt… Keinen Schimmer.“ Er schien die Wahrheit zu sagen, oder wie Remy es formuliert hätte: „Du merkst sofort, wenn er lügt. Er ist unglaublich schlecht darin.“
Da ging Laura ein Licht auf: „Der Besitzer des Dungeons ist der Lord!“ schrie sie heraus.
Jetzt schaltete auch Remy: „Dann haben wir die Lösung.“
Seamus verstand nur Bahnhof. Er grummelte: „Hä?“ während er in einen gegrillten Maiskolben biss.
Teil 9
„Seamus, ich hab ne gute Nachricht für dich. Du bist unschuldig.“ verkündete Remy.
„Jap. Das sag ich doch die ganze Zeit.“ nuschelte der bekloppte Ire kauend.
„Wir müssen zurück zum Dungeon“, schrie Laura.
Sie und Remy rannten los und öffneten die Tür.
Dort stand Nielsen, in seiner rechten Hand ein Messer. Das aus der „Jack-the-Ripper-„-Ausstellung. „Geht schön langsam wieder rein, dann gibt´s auch keinen Ärger.“, bedrohte er sie.
Remy schob sich vor Laura, um sie zu beschützen und die beiden gingen vorsichtig rückwärts.
Nielsen betrat das Zimmer, schloss die Tür und sperrte sie zu. Das alles, ohne die beiden Ermittler aus den Augen zu lassen. „Setzt euch auf die Couch. Mit dem Rücken zueinander.“ wies er sie barsch an.
Den beiden blieb nichts anderes übrig, als zu gehorchen.
Dann zog Nielsen ein langes Seil aus seiner Jacke hervor und band die beiden aneinander. „Nur, damit ihr auf keine dummen Gedanken kommt“, erklärte er höhnisch.
In diesem Moment kam Seamus aus dem Badezimmer. „Boah… diese Enchiladas…“ stöhnte er und hielt sich den Bauch. Dann bemerkte er den Neuankömmling. „Was soll denn das hier?“ fragte er verblüfft.
Laura schrie: „HILFE!!!“
Seamus fackelte nicht lange, nahm einen Teller mit „Pfirsich Melba“ von einem der Servierwagen und warf ihn Nielsen direkt ins Gesicht. Dieser ließ sein Messer fallen. Er konnte es nicht wieder finden. Aus Wut ergriff er also ein Tablett mit Sandwiches und schmiss es nach Seamus. Dieser konnte sich jedoch noch rechtzeitig bücken. Er bewarf Nielsen nun mit Schlagsahne. Dieser konterte mit Kaviar. So ging das nun weiter. Die Speisen flogen wild durch das Zimmer.
In der Zwischenzeit hatte Remy das Messer gefunden. Mühsam schaffte er es mit Lauras Hilfe, es aufzuheben und das Seil durchzuschneiden. Als die beiden wieder frei waren, wollte Remy Nielsen festhalten. Doch da kam eine große Terrine mit Mulligatawny-Suppe angeflogen und traf Remy voll am Kopf. Der verlor daraufhin die Besinnung.
Laura indes schaffte es, nach langem Hin und Her, Nielsen mit einem Stück Seil notdürftig zu fesseln.
Seamus schoss weiter wie ein Wahnsinniger mit allem, was er finden konnte.
Laura lief gebückt auf ihn zu und schrie: „Seamus, hören Sie auf, es ist vorbei.“
Schlussendlich gab er dann auch seine Essensschlacht auf.
Jetzt eilte Laura auf Remy zu, der eine riesige Beule an der Stirn hatte und allmählich wieder zu sich kam: „Remy, geht´s dir gut?“
„Hä? Das… war die … beste Mulligatawny-Suppe, die ich… je gegessen habe. Kellner, zahlen bitte!“ rief er noch, dann stöhnte er und verlor erneut das Bewusstsein.
Teil 10
Eine Woche später. Laura und Remy waren wieder in L.A. In Remys Wohnung sahen sie fern.
Laura studierte die Rechnung des Hotels. Missmutig meinte sie: „Keiner deiner Freunde war bisher so teuer wie Seamus. Nicht nur, was das Essen an sich angeht. Die mussten nach seiner Essensschlacht da auch die Suite komplett renovieren. Und wir können dafür bezahlen… Was ist überhaupt mit Seamus?“
„Der ist wieder in Dublin. Versucht sich immer noch als Dieb. Erfolglos, wie´s scheint. Die Polizei hat ihn vor zwei Tagen wieder verhaftet.“
„Ich verstehe Nielsens Motiv immer noch nicht so richtig. Warum hat er Lord Montescue umgelegt?“
„Na, Laura, Schatz, das ist doch ganz einfach. Der Lord hatte herausgefunden, dass Nielsen ein paar sehr gefährlichen IRA-Terroristen zur Flucht verholfen hatte, indem er sie als Personal des „Dungeons“ aus Großbritannien geschleust hat. Das hat dem Lord verständlicherweise nicht gepasst. Er hat Nielsen gedroht, ihn auffliegen zu lassen. Das war dem zu riskant. Also hat er den Lord einfach beseitigt. Tja, im Endeffekt hat das ihm nichts genützt.“
„Aber, weißt du, Remy, die Essensschlacht war doch ganz lustig, so im Nachhinein betrachtet.“ grinste sie.
Remy befühlte das Pflaster über seiner Beule, die mittlerweile etwas abgeklungen war. „Freut mich, dass du dich amüsiert hast. Findest du das wirklich?“ fragte er skeptisch.
„Doch, schon. Fällt dir dazu kein Film ein?“
„Doch: Die Schlemmerorgie, George Segal, Jacqueline Bisset, Robert Morley, ???????, 1979.“ antwortete Remy.
„Siehst du, so schlimm ist die Beule nicht. Du kannst immer noch Filme zitieren.“, spöttelte sie.
Remy beugte sich zu ihr, um sie zu küssen.
Sie wich aus, küsste ihn sanft auf seine Beule und meinte: „Du weißt doch, was der Arzt gesagt hat. Du musst dich schonen. Keine Überanstrengungen.“ Mit diesen Worten stand sie auf.
Remy guckte bloß enttäuscht.
Laura ignorierte das und verabschiedete sich. „Ich muss morgen früh raus. Da wird´s Zeit für mich, ins Bett zu gehen.“ Und schon war sie aus der Tür.
Remy dachte nur traurig: „Nein, Laura, es wäre höchste Zeit, für uns ins Bett zu gehen. Zusammen. Für immer.“ Er schlief auf der Couch ein.
© 05.08.2006 by MajorPetrofsky
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Bogwarrior – jemand der außerhalb Dublins wohnt
Gardai – Polizisten
to scuttle – vögeln ;-)
Gobshite – Idiot
Ask me bollix – Am Arsch
feckin´ -- verdammt
Jackeen – jemand aus Dublin (negatives Wort)
shite – Sch…