CRAZY FOR STEELE


 

 


 

Intro

 

If you go away

On this summer day

Then you might as well

Take the sun away

All the birds that flew

In the summer sky

When our love was new

And our hearts were high

When the day was young

And the night was long

And the moon stood still

For the night bird´s song

 

If you go away

If you go away

If you go away

 

But if you stay

I´ll make you a day

Like no day has been

Or will be again

We´ll sail the sun

We´ll ride on the rain

We´ll talk to the trees

We´ll worship the wind

And if you go

I´ll understand

Leave me just enough love

To hold in my hand

 

If you go away

If you go away

 

If you go away

As I know you must

There´ll be nothing left

In this world to trust

Just an empty room

Full of empty space

Like the empty look

I see on your face

I´ve been the shadow

Of your shadow

I felt you might have kept me

By your side

 

If you go away

If you go away

 

But if you stay

I´ll make you a day

Like no day has been

Or will be again

We´ll sail the sun

We´ll ride on the rain

We´ll talk to the trees

We´ll worship the wind

And if you go

I´ll understand

Leave me just enough love

To hold in my hand

 

If you go away

If you go away

 

Ne me quitte pas

 

„If you go away“

Patricia Kaas

Album: Piano Bar


 

 


 

 

Teil 1

 

„Chef, das hier ist eben für Sie abgegeben worden.“ keuchte Mildred und setzte einen monstermäßigen Blumenstrauß auf Remington Steeles Schreibtisch.

„Danke, Mildred“, antwortete Remy verwundert. Er nahm die kleine Karte raus, die in den Blumen steckte. Darauf abgebildet war ein kitschiges rosarotes Herz.  Zudem roch sie nach dem Parfüm „Deci-Delà“ von Nina Ricci. Er öffnete die Karte und las:

 

„Darling, ich liebe dich über alles. Wann können wir endlich für immer zusammen sein?

 

Mrs.Steele

 

Remy grinste erstaunt. Da hatte Laura sich vielleicht was für den Valentinstag ausgedacht. Trotzdem komisch, sonst hatte sie ihm doch nie was zu diesem Tag geschenkt. Sie wird sich´s wohl anders überlegt haben.

 

Teil 2

 

Da kam Laura in die Agentur. Remy hüpfte auf sie zu, küsste ihre Hand und sagte grinsend: „Verehrte Miss Holt, es macht mich überglücklich, dass du an mich gedacht hast.“

„Muss ich das verstehen?“ fragte Laura verblüfft.

„Die Blumen sind angekommen“, erklärte Remy.

„Welche Blumen? fragte Laura und spähte durch die halboffene Tür in Remys Büro. „Etwa die da drin? Komm schon, die hast du dir doch wieder selbst geschickt, um mich eifersüchtig zu machen. Gib´s zu.“

„Nein, ehrlich, Laura. Ich dachte, die wären von dir.“ entgegnete Remy erstaunt.

„Wie käm ich denn dazu?“ Aber sie schien ihm zu glauben. Dann hatte er also wirklich eine heimliche Verehrerin. „Ja, toll, Laura, der hat hunderte und tausende von Verehrerinnen.“ dachte Laura bei sich, doch sie sagte: „Hat sie denn ´ne Karte dagelassen?“

„Ja, hier. Lies!“

Laura las die seltsame Botschaft. „Mrs Steele?!?“ wunderte sie sich. „Klingt als ob die´s ernst meint. Was willst du tun?“

„Ich? Fürs Erste gar nichts. Das war bestimmt ´ne einmalige Sache.“

„Ja, da könntest du recht haben. Warten wir´s ab.“, meinte Laura zweifelnd.

 

Teil 3

 

Am nächsten Tag kam wieder ein Blumenstrauß für Remy. Auf der Karte mit dem gleichen Motiv und dem gleichen Parfüm stand heute:

 

„Remington, Liebster, ich sehne mich so nach dir. Bitte, komm zu mir.

 

Mrs Steele.“

 

Wieder war das nicht von Laura. Die fing an, sich ernsthafte Gedanken darüber zu machen.

„Ach, vergiss das doch einfach. Du weißt doch, wie die Frauen hinter mir her sind. Das hat bestimmt nichts zu bedeuten.“ versuchte Remy, sie zu beruhigen.

„Na schön, wenn du meinst.“ Doch Laura war keineswegs davon überzeugt, dass dies nur ein harmloser Scherz war. Sie wollte nur keinen unnötigen Streit anfangen.

 

Teil 4

 

Am dritten Morgen kamen keine Blumen ins Büro, sondern eine rote Blechdose, gefüllt mit selbstgemachten Schokosplitterkeksen (leider keine kalorienfreien ;-)) in Remys Wohnung. Im Deckel klebte wieder eine Karte mit dem gleichen kitschigen Motiv und dem Parfüm. Diesmal war sie fordernder.

 

„Remington, warum meldest du dich nicht? Liebst du mich denn nicht? Warum lässt du mich so allein? Ich brauche dich. Ich kann ohne dich nicht leben. Bitte, komm doch zurück zu mir. Ich hab dir sogar extra diese Kekse gebacken, weil du die doch so sehr magst. Bitte. Ohne dich ist mein Leben sinnlos.

Mrs Steele.“

 

Als er diese Worte las, dachte Remy mit einem amüsierten Grinsen im Gesicht: „Na, die Gute hat´s aber schwer erwischt.“ Er wollte eben genüsslich in einen der Kekse beißen, als das Telefon klingelte und eine wütende Laura sich meldete: „Wo bleibst du nur? Wir müssen doch noch zu diesem McDougal, um ihm die Lösung seines Falles zu präsentieren.“

„Ja, ich komme sofort. Sobald ich meine rote Lieblingskrawatte gefunden habe. Die scheint nämlich verschwunden zu sein.“

„Na gut. Aber beeil dich, ja?“

„Keine Angst, ich bin in 5 Minuten da. Dann nehm ich halt einfach die blaue Krawatte.“

„OK, bis gleich.“ verabschiedete sich Laura.

Remington legte den Keks wieder zurück in die Dose, band seine blaue Krawatte um und verließ seine Wohnung.

 

Teil 5

 

Am vierten Morgen erhielt Remy einen geheimnisvollen Anruf: „Mr. Steele? Ich habe Ihnen etwas sehr Wichtiges mitzuteilen. Es betrifft Ihre Assistentin, Miss Holt. Kommen Sie zur Blockhütte am nördlichen Rand des Waldes. Und kommen Sie allein.“ Dann legte der Unbekannte auf. Er hatte eine heisere Stimme gehabt. Schien wohl Halsschmerzen zu haben, der Arme. Aber wenn´s um Laura ging….

Remy machte sich arglos auf den Weg.

 

Teil 6

 

Remy parkte seinen 36er Auburn Speedster neben dem gemütlich aussehenden Häuschen am Waldrand. Sollte er wirklich da hineingehen?

„Ach, was soll´s. Kann doch nichts passieren. Ich bin schon mit ganz anderen Typen zurechtgekommen als mit ´nem erkälteten Einsiedler“, dachte Remy.

Die Person, die ihm die Tür öffnete, war jedoch weder heiser noch furchteinflößend. Eine Frau um die 25, 1,68m groß, mit grau-grünen Augen und langen, lockigen, roten Haaren, hatte er da vor sich.

„Kommen Sie herein, Mr. Steele. Man erwartet Sie bereits“, empfing sie ihn mit einem kalten Ton.

„Vielen Dank, Miss…“ antwortete Remy und betrat das Haus. Als er drinnen war, verschloss die Frau schnell die Tür und steckte den Schlüssel in ihre Hosentasche. Dann fiel sie über ihn her. Sie umarmte und küsste ihn und sagte: „Endlich bist du hier, mein Liebster. Ich wusste, dass du mich nicht im Stich lassen würdest.“

Remy war perplex. Das Einzige, was ihm einfiel, war: „Holla, die Waldfee.“

Er fand es zwar schmeichelhaft, dass dieser Fremden so viel an ihm lag, doch das hier war des Guten ein bisschen zuviel.

 

Teil 7

 

Vorsichtig befreite Remy sich aus ihrer Umarmung und versuchte, der armen Irren mit flüsternden Geigen beizubringen, dass er sie nicht kannte, geschweige denn irgendwelche romantischen Gefühle für sie hegte.

Doch sie sah ihn nur verständnislos an:

„Remington, Schatz, du kennst mich doch. Ich bin´s. Bridget. Bridget Sinclair. Wir wollten doch nächsten Monat heiraten, aber dann warst du auf einmal weg. Ich bin so froh, dass du wieder hier bist. Bei mir. Und jetzt wirst du auch hier bleiben. Für immer.“

„Sie verstehen mich nicht, Bridget. Ich liebe Sie nicht. Und deshalb werde ich nicht hier bleiben.“

Bridget war den Tränen nahe. „Nein, Remington, das stimmt nicht. Du… ich… wir sind doch schon so lange zusammen. Du kannst jetzt nicht gehen. Du gehörst hierher.“

„Glauben Sie mir, Bridget, Sie sind eine sehr attraktive Frau. Und ich bin sicher, dass eine Menge Männer froh wären, Sie zu ehelichen. Aber ich… nun, wie soll ich sagen?“

An dieser Stelle beging Remy den schweren Fehler, den mit Schlafmitteln versetzten Tee zu trinken, den Bridget ihm eingeschenkt hatte.

 

Teil 8

 

Als Remy aufwachte, war er mit dicken Seilen an ein Bett gefesselt. Im ersten Augenblick wusste er nicht, was los war, aber dann fiel ihm schlagartig alles wieder ein. Eine Bekloppte hielt ihn hier gefangen. Als er die Stricke sah, die sich um seinen Körper und das Bett schlangen, dachte er: „Ach, du lieber Himmel! Misery. Kathy Bates, James Caan, Columbia, 1990. Hoffentlich muss ich nicht damit anfangen, einen Roman zu schreiben.“

Da kam Bridget herein. Sie brachte ihm sein Frühstück. Sie schien guter Dinge zu sein: „Guten Morgen, mein Liebling. Hast du gut geschlafen?“ fragte sie fröhlich.

Remy war skeptisch. Das Frühstück würde er auf keinen Fall anrühren.

Lachend versicherte Bridget ihm: „Keine Angst. Da sind keine Schlafmittel drin. Du kannst das ruhig essen. Aber ich konnte es gestern doch nicht zulassen, dass du wieder weggehst.“

„Äh… ja… natürlich.“ Remy runzelte die Stirn. „Warum sollte ich denn eine so zauberhafte Frau verlassen?“ fragte er mit gespielter Freundlichkeit.

„Oh, Remington, du bist so süüüss.“ schmachtete Bridget und küsste ihn.

„Nein, das war ´ne Frage.“ meinte Remy.

„Ach so. Na, ich weiß nicht. Gestern machtest du nicht gerade den Eindruck, als ob du mich noch lieben würdest.“ schmollte Bridget.

„Aber, Bridget… ähm… Muffin… welcher Mann würde dich denn nicht lieben?“ erwiderte Remy, woraufhin sie ihn erneut umarmte. Er war entsetzt, aber irgendwie musste er Zeit gewinnen. Und Verrückten sollte man bekanntlich nicht widersprechen.

 

Teil 9

 

Am frühen Nachmittag verkündete Bridget, sie müsse noch einkaufen gehen. „Ich werd sicher ein paar Stunden weg sein“, sagte sie. „Hoffentlich langweilst du dich nicht. Ach ja, und versuch gar nicht erst zu fliehen. Du kommst hier nicht raus. Auch wenn du dich losbinden kannst“, bemerkte sie, worauf Remy entgegnete: „Muffin, nichts und niemand könnten mich dazu bringen, von hier wegzugehen.“ Bridget schickte ihm einen Kuss.

Als sie weg war, verbrachte Remy die nächsten 2 Stunden damit, sich aus den Fesseln zu winden.

Endlich war er frei. Er musste Laura anrufen. Im Wohnzimmer fand er das altmodische Telefon auf einem kleinen Beistelltisch neben der Couch.

„Bitte, lass dies keine Attrappe wie im Film sein“, hoffte er. Es war auch keine. Jedoch, wie Remy bald herausfinden würde, war die Leitung durchgeschnitten.

Er hatte nebenbei seine rote Lieblingskrawatte wieder gefunden. Bridget hatte sie einem riesigen Teddy um den Hals gebunden, der auf ihrer Couch saß und zudem auch noch nach Remys Aftershave roch. Die Bekloppte war offensichtlich auch schon in Remys Wohnung gewesen.

Auf der Suche nach einem anderen Telefon betrat Remy die Küche. Es war eine schöne, saubere Küche. Alles war ordentlich und an seinem Platz. Auf dem Tisch hingegen lag ein großes, rotes Fotoalbum. Neugierig setzte Remy sich an den Küchentisch und fing an, in dem Album zu blättern. Was er hier sah, war schlicht unglaublich. Bridget hatte hier drin sämtliche Zeitungsartikel über Remington Steele gesammelt. Darin befanden sich auch Fotos von ihm, die sie wohl selbst gemacht haben musste. Und wo immer Laura auf einem Bild zu sehen war, hatte sie ein Bild von sich selbst drübergeklebt.

Remy war so vertieft in das Album, dass er Bridget nicht bemerkte, die soeben durch die Verandatür in die Küche gekommen war und nun dicht hinter ihm stand.

 

Teil 10

 

Bridget zögerte nicht lange, sondern griff sich das Nudelholz und bevor Remington sich umdrehen konnte, zog sie es ihm über den Schädel.

Remy lag also nun wieder gefesselt im Bett. Langsam kam er zu sich. In seinem Kopf brummte es wie in einem Bienenstock. Da erkannte er Bridget. Sie schien echt wütend zu sein. Remy versuchte ein falsches Lächeln zustande zu bringen und murmelte: „Muffin…“

Bridget brüllte: „Du dreckiges Schwein! Du wolltest mich wieder verlassen. Lüg mich nicht an.“

Remy hielt es besser, jetzt erst mal keine Sprüche zu klopfen. Stattdessen ließ er sie weiterreden.

„Du kannst hier nicht weg. Du gehörst mir. Mir allein. Ich muss wohl zu anderen Mitteln greifen.“

Sie nahm ein kleines Holzscheit und legte es zwischen Remys Füße. Sie fuhr fort: „Weißt du, Remington, was man mit den Sklaven in den Kimberley-Diamantminen gemacht hat, wenn sie nicht gespurt haben? Nein, keine Angst, man hat sie nicht umgebracht… Die Operation wurde „Humpeln“ genannt…“ Mit diesen Worten ergriff sie einen schweren Vorschlaghammer.

„Oh, nein! Bridget! Was auch immer Sie vorhaben…“ flehte Remy. „Bitte, tun Sie´s nicht!“

„Pscht! Ganz ruhig, Schatz. Vertrau mir. Es ist nur zu deinem Besten.“

„Bridget, um Gottes willen!“ bettelte er weiter.

Sie nahm den Vorschlaghammer und zerschmetterte damit Remys linken Fußknöchel. Remy schrie vor Schmerzen wie am Spieß.

„Ganz ruhig, Schatz. Es ist gleich vorbei.“ sagte Bridget lächelnd, ging zur anderen Seite des Bettes und wiederholte die gleiche Prozedur mit Remys rechtem Fußknöchel. Remy schrie noch mal laut auf. Sein Gesicht verfärbte sich knallrot und er hatte Tränen in den Augen. Als Bridget ihr Werk vollendet hatte, keuchte sie: „Gott, ich liebe dich, Remington!“

 

Teil 11

 

Am nächsten Tag. Remy saß apathisch in einem Rollstuhl und schaute aus dem Fenster in die öde Waldlandschaft. Bridget, die eine ausgebildete Krankenschwester war, hatte ihm 2 Gipsverbände angelegt. Remy war verzweifelt. Es war hoffnungslos. Er würde nie hier rauskommen. Er dachte an Laura. Er vermisste sie so. Er wollte sie sehen, ihre braunen Augen sehen, ihr Parfüm riechen, ihre Stimme hören, sie umarmen, ihr einen Kuss geben. Und diese Psychopathin hier vergessen. Was nicht sehr einfach war, da besagte Psychopathin genau in diesem Augenblick ins Zimmer kam.

„Remington, du armer Schatz! Glaub mir, ich wollte das nicht tun. Aber ich musste. Hier. Deine Tabletten gegen die Schmerzen. Pünktlich zu unserer Hochzeit in 4 Wochen ist das wieder ausgeheilt.“ Sie lächelte ihm ermutigend zu. Er sah sie verächtlich an: „Hören Sie doch bloß mit dieser Hochzeit auf.“ brummte er verärgert.

„Sei nicht böse mit mir. Ich liebe dich doch. Und du liebst mich auch. Das weiß ich. Und du wirst es auch wissen. Wenn du nur erst mal lange genug bei mir warst…“ Sie lächelte schwärmerisch.

Remy war sauer. Er hätte die Irre am liebsten umgebracht. Wie konnte er bloß hier rauskommen?

 

Teil 12

 

In der Remington Steele Detektei. Laura machte sich unheimlich große Sorgen um ihren „Chef“. Auch Mildred war sehr beunruhigt. Noch nie zuvor war er für so lange Zeit verschwunden. Laura war sich sicher, dass das etwas mit diesen Blumen zu tun hatte. Diese seltsamen Botschaften auf den Karten waren bestimmt als Falle gedacht. Feinde hatte er genug, auch wenn es Leute waren, die nicht wussten, dass Remington Steele nicht wirklich existierte.

Allerdings hatte sie nicht mit einer Frau gerechnet, die so schlimm in ihn verknallt war, dass sie sich ihn buchstäblich zu eigen gemacht hatte.

Sie ließ Mildred alle Blumenläden in der Stadt anrufen. Bei dem letzten hatte sie Glück. Der Inhaber dieses Ladens gab ihr die Adresse: „Chestnut Mansion, Forest Lane, Northern L.A.“

„Miss Holt, bitte gehen Sie da nicht alleine hin. Das ist sicher gefährlich.“ warnte Mildred die Detektivin.

„Sie haben recht, Mildred. Sie kommen natürlich mit.“ antwortete diese.

 

Teil 13

 

„Remington, Schatz, ich muss dich heute wieder alleine lassen. Ich geh nämlich ein Hochzeitskleid aussuchen. Freust du dich nicht auch schon auf unsere Hochzeitsfeier?“ brabbelte Bridget munter.

Remy sah sie nur mit einem hasserfüllten Blick an. Er hatte keine Lust mehr, zu antworten. Er saß bloß noch in seinem Rollstuhl oben in seinem Zimmer und starrte aus dem Fenster. Er hatte jegliche Hoffnung verloren. Laura würde ihn nie finden.

Bridget kam auf Remy zu und sagte: „Ich werde mich beeilen, damit du nicht zu lange alleine in diesem leeren Haus bleiben musst.“ Sie lächelte ihn an und gab ihm noch einen Kuss auf die Wange. „Bis später, Schatz“, verabschiedete sie sich fröhlich.

Remy reagierte nicht. Er starrte weiterhin aus dem Fenster. Er dachte an Laura und wie sehr er sie wiedersehen wollte.

 

Teil 14

 

1 Stunde später. Remy glaubte seinen Augen kaum: Ein weißes VW Golf Cabrio hielt an und Laura und Mildred stiegen aus.

Die beiden gingen auf die Vordertür zu. Laura betätigte den Klingelknopf. Sie warteten. Es schien niemand zu Hause zu sein.

Remy musste sich bemerkbar machen. Er klopfte ans Fenster.

Mildred bemerkte ihn zuerst: „Sehen Sie doch, Miss Holt. Der Chef ist da oben. Wir müssen hinein.“

Laura nahm ihre Nagelfeile aus ihrer Handtasche und fummelte damit im Türschloss herum. Es gelang ihr so schließlich, die Tür aufzusperren. Die beiden stürmten ins Haus. Da hörten sie auch schon Remys Stimme rufen: „Laura, Mildred, ich bin hier oben!“

Die beiden rannten nach oben.

„Laura“, rief Remy noch mal, als die Tür zu seinem Schlafzimmer aufging und Laura reingerannt kam. „Oh, mein Gott! Remy, was ist mit dir passiert?“ fragte sie entsetzt, als sie Remy im Rollstuhl sah.

„Schon gut, Laura. Lass uns von hier verschwinden.“ antwortete er nur.

 

Teil 15

 

Sie waren bereits unten, als Bridget das Haus betrat. „Was ist denn hier los?“ fragte sie teils verwundert, teils verärgert, als sie die 2 fremden Frauen sah.

„Das würde ich auch gerne wissen“ entgegnete Laura und hielt das rote Sammelalbum mit den Fotos von Remy hoch. Starr vor Schreck flehte Bridget Remy an: „Bitte, Remington, du darfst mich nicht einfach verlassen. Ich kann ohne dich nicht mehr weiterleben. Du bist doch mein ein und alles. Sag diesen beiden Frauen, sie sollen verschwinden und dann können wir in Ruhe unser gemeinsames Leben weiterführen.“

„Bridget, Sie müssen etwas begreifen: Es gibt nur eine einzige Frau für mich.“ erklärte Remy.

Triumphierend lächelte Bridget, als Remy fort fuhr: „Und zwar ist das Miss Laura Holt hier.“

Das Lächeln in Bridgets Gesicht erstarb und wich einem panischen Ausdruck. „Lügner“, schrie sie. „Ich bin die einzige Frau für dich. Das war schon immer so.“

„Nein, Bridget, hören Sie mir zu. Sie wissen es vielleicht nicht, aber Sie sind eine sehr kranke Frau. Und Sie brauchen professionelle Hilfe. Das hier“, dabei zeigte er auf das Album, „das spielt sich nur in Ihrer Fantasie ab. Ich kenne Sie nicht und ich liebe Sie nicht. Und ich werde Sie ganz gewiss nicht heiraten. Es tut mir leid.“

Bridget brach in Tränen aus. Sie wandte sich wortlos ab und lief in die Küche. Laura wollte ihr hinterher gehen. Sie hatte kaum zwei Schritte getan, da war es schon zu spät. Sie hörten einen Schuss. Als die drei in die Küche kamen, fanden sie Bridgets Leiche. Ihr Kopf war vollkommen zerfetzt und überall waren Blutspritzer. Bei diesem Anblick wandte Mildred sich angewidert ab und Remy umarmte Laura, indem er ihren Kopf an seine Schulter drückte und so ihren Kopf von der schrecklichen Szene abwandte.

 

Teil 16

 

2 Monate später. Remy konnte schon fast wieder ohne Krücken gehen. Er war abends allein mit Laura in der Agentur. Er sah aus dem Fenster und beobachtete nachdenklich das abendliche Treiben auf der Straße.

Laura kam in sein Büro und fragte fröhlich: „Na, Remy, bist du fertig? Können wir gehen? Der Tisch im L´Ornate ist für 19.30 Uhr bestellt.“

„Hm? Ja, natürlich.“ antwortete Remy geistesabwesend.

„Was hast du?“ fragte Laura besorgt.

„Ach, nichts. Es ist nur… diese Frau geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Trotz allem, was sie mir angetan hat, hat sie diesen Tod nicht verdient. Weißt du, manchmal überlege ich immer noch, dass, wenn ich nur ein wenig anders reagiert hätte, ich sie davon hätte abhalten können.“

„Och, armer Liebling. Ich kann dich ja verstehen, aber es ist nicht deine Schuld. Sie war nun mal sehr krank. Und vielleicht ist sie da, wo sie jetzt ist, viel glücklicher als hier.“ tröstete Laura ihn.

„Ja, du hast recht. Ich muss sie vergessen. Ich kann´s sowieso nicht mehr ändern.“ Er stand auf und hielt Laura lächelnd seinen Arm hin. „Gehen wir?“

Sie hakte sich bei ihm ein und die beiden verließen die Agentur.

 

© 21.04.2006 by MajorPetrofsky

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